Pharmazeutische Zusammensetzung für Thrombinpeptidderivaten
Anmelder
Orthologic Corp., Tempe, Ariz., US
Erfinder
Hobson, David M., San Antonio, Texas 78248, US; Crowther, Roger S., League City, Texas 77573, US; Carney, Darrell H., Dickinson, Texas 77539, US; Tang, Andrew Po Kwan, Webster, Texas 77598, US
Vertreter
Henkel, Feiler & Hänzel, 80333 München
DE-Aktenzeichen
602004005564
Vertragsstaaten
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Thrombin ist eine Serinprotease, die in Blutplasma in der Form von
einer Vorstufe, Prothrombin, vorhanden ist. Thrombin ist für wachstumsfördernde
Aktivität für eine breite Vielzahl von Zellen aus verschiedenen Geweben
durch Aktivierung eines speziellen Zelloberflächenrezeptors, der als der Rezeptor
von nicht proteolytisch aktiviertem Thrombin bekannt ist, bekannt. Beispielsweise
wurde gezeigt, dass Thrombin die Angiogenese, die Entwicklung neuer Blutgefäße,
fördert und die Endothelzellproliferation stimuliert (siehe beispielsweise
US-Patent 5 352 664, 5 500 412).
Thrombinpeptidderivate sind synthetische Analoga von Thrombin, die
eine Aminosäuresequenz aufweisen, die zumindest teilweise von der von Thrombin
abgeleitet ist, und die an dem Rezeptor von nicht proteolytisch aktiviertem Thrombin
aktiv sind. Beispielsweise wurde für Thrombinpeptidderivate aus den Aminosäuren
5080-530 von humanem Prothrombin durch die Erfinder der vorliegenden Erfindung beschrieben,
dass sie eine thrombinrezeptorvermittelte Zellstimulation fördern und bei der
Behandlung von Wunden, der Stimulation von Knochenwachstum und Knorpelwachstum oder
-wiederherstellung und der Förderung von Herzgewebewiederherstellung verwendbar
sind (siehe beispielsweise US-Patent 5 352 664, 5 500 412, WO 02/07748, WO 02/005836,
WO 02/004008 und WO 03/013569).
Thrombinpeptidderivate zeigen großes Potential als Pharmazeutika
wegen deren therapeutischer Aktivität zur Behandlung von Wunden, Stimulation
von Knochenwachstum und Knorpelwachstum und Förderung der Herzwiederherstellung.
Unglücklicherweise sind jedoch Thrombinpeptidderivate hochempfindlich gegenüber
Dimerisierung. Beispielsweise dimerisiert TP508, ein Beispiel für ein Thrombinpeptidderivat,
das die Aminosäuresequenz H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-NH2
(SEQ ID NO: 4) aufweist, über die Zeit und es weist eine Halbwertszeit von
etwa 2 bis etwa 4 h in bestimmten gepufferten Lösungen bei neutralem pH-Wert
und eine Halbwertszeit von etwa 7 Tagen bei hohen Peptidkonzentrationen in steriler
Kochsalzlösung auf (siehe Beispiel 1).
Es ist daher notwendig, Verfahren zur Aufrechterhaltung der Reinheit
von Thrombinpeptidderivaten über längere Zeiträume und zur Verhinderung
oder Verringerung einer Dimerisierung zu entwickeln, so dass Thrombinpeptidderivate
eine lange Lagerungsbeständigkeit aufweisen und es möglich ist, präzise
und reproduzierbare Dosierungen auch nach Lagerung über längere Zeiträume
zu liefern.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es wurde nun ermittelt, dass eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die ein Thrombinpeptidderivat und einen Dimerisierungsinhibitor umfasst, die monomere
Form des Thrombinpeptidderivats im wesentlichen frei von Dimeren beibehält.
Ein Dimerisierungsinhibitor ist eine Verbindung, die die Dimerisierung eines Thrombinpeptidderivats
hemmt oder verringert. Dimerisierungsinhibitoren umfassen Chelatbildner und/oder
eine Thiolgruppe enthaltende Verbindungen. In einem Beispiel behielt TP501 in Gegenwart
eines Chelatbildners, Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), dessen monomere
Form zu mehr als 90 Gew.-% über zwei Wochen bei 4 °C bei (siehe Beispiel
3). Ein Antioxidationsmittel kann ebenfalls in Kombination mit dem Chelatbildner
und/oder der eine Thiolgruppe enthaltenden Verbindung verwendet werden. Auf der
Basis dieser Entdeckung stellt die Erfindung eine pharmazeutische Zusammensetzung
bereit, die a) ein Thrombinpeptidderivat, das eine Länge von 14 bis 23 Aminosäureresten
aufweist und die Aminosäuresequenz Asp-Ala-R, worin R eine konservierte Serinesterasedomäne
ist, umfasst, und b) einen Chelatbildner und/oder eine pharmazeutisch akzeptable,
eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung umfasst, und die Verwendung der pharmazeutischen
Zusammensetzung nach Anspruch 1 bei der Herstellung eines Medikaments zur Aktivierung
des Rezeptors von nicht proteolytisch aktiviertem Thrombin in einem Subjekt bereit.
Die pharmazeutische Zusammensetzung umfasst ferner optional ein Antioxidationsmittel.
Vorteile der pharmazeutischen Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung
umfassen eine längere Lagerungshaltbarkeit für Thrombinpeptidderivate
als es früher möglich war. Daher ist es möglich, präzise und
reproduzierbare Dosierungen mit Thrombinpeptidderivaten auch nach Lagerung über
längere Zeiträume zu liefern. Die pharmazeutische Zusammensetzung kann
bei der Behandlung und/oder Prävention von Erkrankungen und/oder Zuständen,
bei denen Angiogenese und Zellproliferation vorteilhaft ist, verwendet werden. Die
pharmazeutische Zusammensetzung kann zur Beschleunigung von beispielsweise Knochenwachstum,
Knorpelwachstum oder -wiederherstellung und zur Heilung von Wunden,
wie diabetische Ulzera, und zur Stimulation von Knochenwachstum an Stellen, an denen
bei Fehlen einer Behandlung kein Knochenwachstum erfolgt, (beispielsweise Pseudoarthrose-Fraktur,
Hohlräume oder Lücken in Knochen oder Knochentransplantaten) verwendet
werden. Die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann auch
zur Prävention einer Restenose bei Patienten nach einer Angioplastik und zur
Regeneration von Blutgefäßen in Herzgewebe verwendet werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein Diagramm, das TP508-Monomer, Dimer und andere
(Addukte und dgl.) zum Zeitpunkt des Mischens (Zeit 0) mit Dimerisierungsinhibitor
(Thioglycerin (T), EDTA (E), Thioglycerin und EDTA (TE) und EDTA unter N2
(EN)) zeigt.
2 ist ein Diagramm, das die Stabilität von TP508
in Pluronic-Gelen nach 2 Wochen Lagerung bei 4 °C in Gegenwart eines Dimerisierungsinhibitors
(Thioglycerin (T), EDTA (E), Thioglycerin und EDTA (TE) und EDTA unter N2
(EN)) zeigt.
3 ist ein Diagramm, das die Stabilität von TP508
in Pluronic-Gelen nach zwei Monaten Lagerung bei 4 °C in Gegenwart eines Dimerisierungsinhibitors
(Thioglycerin (T), EDTA (E), Thioglycerin und EDTA (TE) und EDTA unter N2
(EN)) zeigt.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die Anmelder ermittelten, dass bestimmte Thrombinpeptidderivate deren
monomere Form im wesentlichen frei von Dimeren in Gegenwart eines Dimerisierungsinhibitors,
wie eines Chelatbildners oder einer eine Thiolgruppe enthaltenden Verbindung, beispielsweise
zu mehr als 90 Gew.-% frei über einen Zeitraum von zwei Monaten und vorzugsweise
zu mehr als 95 Gew.-% frei über einen Zeitraum von zwei Monaten beibehalten
(Beispiel 3). Der Chelatbildner und die eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung
können zusammen oder getrennt zur Prävention oder Verringerung einer Dimerisierung
von Thrombinpeptidderivaten verwendet werden. Ein Antioxidationsmittel kann optional
in Kombination mit dem Chelatbildner und/oder der eine Thiolgruppe enthaltenden
Verbindung verwendet werden.
Der hier verwendete "Chelatbildner" ist eine Verbindung mit mehreren
Stellen (zwei, drei, vier oder mehr), die gleichzeitig an ein Metallion oder Metallionen,
beispielsweise Blei-, Cobalt-, Eisen- oder Kupferionen, binden können. Die
Bindungsstellen umfassen typischerweise Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel oder Phosphor.
Beispielsweise können Salze von EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) mindestens
vier bis sechs Bindungen mit einem Metallion oder Metallionen über die Sauerstoffatome
von vier Essigäureeinheiten (-CH2C(O)O–) und die
Stickstoffatome von Ethylendiamineinheiten (>N-CH2-CH2-N<)
von EDTA bilden. Selbstverständlich umfasst ein Chelatbildner auch ein Polymer,
das mehrere Bindungsstellen für ein Metall oder Metallionen aufweist. Vorzugsweise
ist ein Chelatbildner der Erfindung nichttoxisch und er verursacht keine inakzeptablen
Nebenwirkungen bei den zu verabreichenden Dosierungen. Als Chelatbildner der Erfindung
ist ein Kupfer-Chelatbildner bevorzugt. Ein "Kupfer-Chelatbildner" bezeichnet einen
Chelatbildner, der an ein Kupferion oder Kupferionen binden kann. Beispiele für
den Kupfer-Chelatbildner umfassen Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Penicillamin,
Trientin, N,N'-Diethyldithiocarbamat (DDC), 2,3,2'-Tetraamin (2,3,2'-tet), Neocuproin,
N,N,N',N'-Tetrakis(2-pyridylmethyl)ethylendiamin (TPEN), 1,10-Phenanthrolin (PHE),
Tetraethylenpentamin, Triethylentetramin und Tris(2-carboxyethyl)phosphin (TCEP).
Weitere Chelatbildner sind Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA) und Bathophenanthrolindisulfonsäure
(BPADA). EDTA ist ein bevorzugter Chelatbildner. Typische Mengen eines Chelatbildners,
die in den pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung vorhanden
sind, liegen im Bereich zwischen etwa 0,00001 und etwa 0,1 Gew.-%, vorzugsweise
zwischen etwa 0,0001 und etwa 0,05 Gew.-%.
Die hierin verwendete "pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe
enthaltende Verbindung" ist eine Verbindung, die mindestens eine Thiol(-SH) gruppe
umfasst und keine inakzeptablen Nebenwirkungen bei den zu verabreichenden Dosierungen
verursacht. Beispiele für die pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende
Verbindung umfassen Thioglycerin, Mercaptoethanol, Thioglykol, Thiodiglykol, Cystein,
Thioglucose, Dithiothreit (DTT) und Dithio-bis-maleimidoethan (DTME). Typischerweise
sind zwischen etwa 0,001 und etwa 5 Gew.-%, vorzugsweise zwischen etwa 0,05 und
etwa 1,0 Gew.-% einer pharmazeutisch akzeptablen, eine Thiolgruppe enthaltenden
Verbindung in den pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung vorhanden.
Das hierin verwendete "Antioxidationsmittel" ist eine Verbindung,
die zur Prävention oder Verringerung einer Oxidationsreaktion, die durch ein
Oxidationsmittel wie Sauerstoff verursacht wird, verwendet wird. Beispiele für
das Antioxidationsmittel umfassen Tocopherol, Cystin, Methionin, Glutathion, Tocotrienol,
Dimethylglycin, Betain, butyliertes Hydroxyanisol, butyliertes Hydroxytoluol, Vitamin
E, Ascorbinsäure, Ascorbinpalmitat, Thioglykolsäure und Antioxidationsmittelpeptide,
wie beispielsweise Turmerin. Typischerweise sind zwischen etwa 0,001 und etwa 10
Gew.-%, vorzugsweise zwischen etwa 0,01 und etwa 5 Gew.-%, noch besser zwischen
etwa 0,05 und etwa 2,0 Gew.-% eines Antioxidationsmittels in den pharmazeutischen
Zusammensetzungen der Erfindung vorhanden.
Selbstverständlich können bestimmte Chelatbildner oder eine
Thiolgruppe enthaltende Verbindungen auch als Antioxidationsmittel fungieren, beispielsweise
Tris(2-carboxyethyl)phosphin, Cystein oder Dithiothreit. Andere Arten von üblicherweise
verwendeten Antioxidationsmitteln enthalten jedoch keine Thiolgruppe. Selbstverständlich
können bestimmte, eine Thiolgruppe enthaltende Verbindungen auch als Chelatbildner
fungieren, beispielsweise Dithiothreit. Andere Arten von üblicherweise verwendeten
Chelatbildnern enthalten jedoch keine Thiolgruppe. Selbstverständlich können
die pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung auch mehr als
einen Chelatbildner, eine eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung oder ein Antioxidationsmittel
umfassen. Das heißt, ein Chelatbildner kann beispielsweise entweder allein
oder in Kombination mit mehreren anderen geeigneten Chelatbildnern verwendet werden.
Ein "Thrombinrezeptoragonist" bezeichnet eine Verbindung, die den
Rezeptor von nicht proteolytisch aktiviertem Thrombin (NPAR) stimuliert oder aktiviert
(R. Horvat et al., J. Cell Sci. 108, 1155–1164, 1995). Verbindungen, die
NPAR stimulieren, werden als NPAR-Agonisten bezeichnet. NPAR ist ein Thrombinrezeptor
hoher Affinität, der auf der Oberfläche der meisten Zellen vorhanden ist.
Diese NPAR-Komponente ist in großem Maße für die Bindung hoher Affinität
von Thrombin, proteolytisch inaktiviertem Thrombin und von Thrombin abgeleiteten
Peptiden an Zellen verantwortlich. NPAR scheint eine Zahl von Zellsignalen, die
von Thrombin unabhängig von dessen proteolytischer Aktivität initiiert
werden, zu vermitteln. Ein Beispiel für ein derartiges Signal ist die Hochregulation
von Annexin V und anderen Molekülen, die durch subtraktive Hybridisierung identifiziert
wurden (siehe Sower et al., Experimental Cell Research 247: 422 (1999)). NPAR ist
daher durch dessen Interaktion hoher Affinität mit Thrombin an Zelloberflächen
und dessen Aktivierung durch proteolytisch inaktive Derivate von Thrombin und von
Thrombin abgeleiteten Peptidagonisten gemäß der folgenden Beschreibung
gekennzeichnet. Eine NPAR-Aktivierung kann auf der Basis der Fähigkeit von
Molekülen zur Stimulierung der Zellproliferation, wenn sie zu Fibroblasten
in Gegenwart von submitogenen Konzentrationen von Thrombin oder Molekülen,
die Proteinkinase C aktivieren, gegeben werden, gemäß der Offenbarung
in US-Patent 5 352 664 und 5 500 412 getestet werden. NPAR-Agonisten können
durch diese Aktivierung oder durch deren Fähigkeit, mit der 125I-Thrombinbindung
an Zellen zu konkurrieren, identifiziert werden. Thrombinpeptidderivate sind Beispiele
für den Thrombinrezeptoragonisten. Ein Thrombinpeptidderivat ist ein Polypeptid
mit weniger als etwa 50 Aminosäuren, vorzugsweise weniger als etwa 33 Aminosäuren
und es weist ausreichende Homologie zu dem Fragment von humanem Thrombin, das den
Prothrombin-Aminosäuren 508–530 (Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val
(SEQ ID NO: 3) entspricht, auf, so dass das Thrombinpeptidderivat mindestens 25
% der Aktivität von TP508 an NPAR, vorzugsweise mindestens 50 % aufweist. Hierin
beschriebene Thrombinpeptidderivate weisen zwischen etwa 14 und 23 Aminosäuren,
noch besser zwischen etwa 19 und 23 Aminosäuren auf. Optional können die
hierin beschriebenen Thrombinpeptidderivate C-terminale Amide und/oder einen acylierten
N-Terminus aufweisen.
Ein "acylierter N-Terminus" ist ein N-Terminus, wobei der Stickstoff
des N-terminalen Aminosäurerests acyliert ist. Beispielsweise weisen acylierte
N-terminale Aminosäurereste die Formel R3C(O)-NH-CHRaC(O)- auf.
Ra ist eine Aminosäureseitenkette und R3 ist Wasserstoff (-H) oder
eine C1-C6-Alkylgruppe, vorzugsweise eine Methyl(-CH3)gruppe.
Eine bevorzugte Acylgruppe ist eine Acetylgruppe. Ein "-H" am N-Terminus zeigt an,
dass der N-Terminus unsubstituiert ist; und keine Bezeichnung am N-Terminus zeigt
an, dass der Terminus acyliert oder unsubstituiert ist.
Ein "C-terminales Amid" ist ein Amid am C-terminalen Aminosäurerest,
wobei die &agr;-Carbonsäure durch ein Amid ersetzt ist. Beispielsweise weisen
amidierte C-terminale Aminosäurereste die Formel -NH-CH(Ra)C(O)-NR4R5
auf. Ra ist eine Aminosäureseitenkette und R4 und R5 stehen unabhängig
voneinander für -H, eine C1-C6-Alkylgruppe oder zusammengenommen
mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, für eine heterocyclische
Gruppe, wie Piperidinyl, Morpholinyl, Thiomorphinyl oder Pyrrolidinyl. Vorzugsweise
ist das C-terminale Amid ein Carboxamid (-C(O)NH2). Das hierin verwendete
"-NH2" am C-Terminus zeigt ein C-Terminus-Carboxamid an; "-OH" am C-Terminus
zeigt an, dass das Peptid einen freien C-Terminus aufweist; und keine Bezeichnung
am C-Terminus zeigt an, dass das Peptid am C-Terminus amidiert ist oder einen freien
C-Terminus aufweist.
Vorzugsweise ist der N-Terminus eines Thrombinpeptidderivats frei
(d.h. unsubstituiert) und der C-Terminus frei (d.h. unsubstituiert) oder amidiert,
vorzugsweise ein Carboxamid (d. h. -C(O)NH2).
Ein bevorzugtes Thrombinpeptidderivat zur Verwendung in der offenbarten
Zusammensetzung besteht aus der folgenden Aminosäuresequenz: R1-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-R2
(SEQ ID NO: 1). R1 steht für -H oder R3-C(O)-; R2 steht für -OH oder NR4R5;
R3 steht für -H oder eine C1-C6-Alkylgruppe (beispielsweise
-CH3); und R4 und R5 stehen unabhängig voneinander für -H,
eine C1-C6-Alkylgruppe oder zusammengenommen mit dem Stickstoffatom,
an das sie gebunden sind, eine nichtaromatische heterocyclische Gruppe, wie Piperidinyl,
Morpholinyl, Thiomorphinyl oder Pyrrolidinyl (R4 und R5 sind vorzugsweise beide
-H). Vorzugsweise steht R1 für -H und R2 für -NH2; oder R1
für -H und R2 für -OH.
Alternativ kann ein N-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats
der SEQ ID NO: 1 mit mindestens 14 Aminosäuren oder ein C-terminal gestutztes
Fragment des Thrombinpeptidderivats der SEQ ID NO: 1 mit mindestens 18 Aminosäuren
in der Formulierung verwendet werden. Eine weitere Alternative ist ein N-terminal
gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats mit der Aminosäuresequenz der
SEQ ID NO: 5, R1-Asp-Asn-Met-Phe-Cys-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Alg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-Met-Lys-Ser-Pro-Phe-R2,
wobei R1 und R2 wie oben beschrieben sind, mit mindestens 19 Aminosäuren oder
es kann ein C-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats der SEQ ID
NO: 5 mit 23 Aminosäuren in der Formulierung verwendet werden.
Ein "C-terminal gestutztes Fragment" bezeichnet ein Fragment, das
nach Entfernen einer Aminosäure oder eines Aminosäureblocks von dem C-Terminus
verbleibt. Ein "N-terminal gestutztes Fragment" bezeichnet ein Fragment, das nach
Entfernen einer Aminosäure oder eines Aminosäureblocks von dem N-Terminus
verbleibt. Selbstverständlich umfassen die Ausdrücke "C-terminal gestutztes
Fragment" und "N-terminal gestutztes Fragment" eine Acylierung am N-Terminuns und/oder
Amidierung am C-Terminus gemäß der obigen Beschreibung. Selbstverständlich
umfasst die Erfindung auch C-terminal gestutzte Fragmente und N-terminal gestutzte
Fragmente mit den Modifikationen von Aminosäureresten, die in den ursprünglichen
Thrombinpeptidderivaten vor dem Stutzen gemacht wurden, gemäß der obigen
Beschreibung.
Ein weiteres hierin beschriebenes bevorzugtes Thrombinpeptidderivat
besteht aus der Aminosäuresequenz SEQ ID NO: 2: R1-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-X1-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-X2-Val-R2.
X1 steht für Glu oder Gln; X2 steht für Phe, Met,
Leu, His oder Val; und R1 und R2 sind wie oben beschrieben. Alternativ kann ein
N-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats der SEQ ID NO: 2 mit mindestens
14 Aminosäuren oder ein C-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats
der SEQ ID NO: 2 mit mindestens 18 Aminosäuren in der Formulierung verwendet
werden. Eine weitere Alternative ist ein N-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats
mit der Aminosäuresequenz der SEQ ID NO: 6: R1-Asp-Asn-Met-Phe-Cys-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-X1-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-X2-Val-Met-Lys-Ser-Pro-Phe-R2,
worin X1 für Glu oder Gln steht; X2 für Phe, Met,
Leu, His oder Val steht; und R1 und R2 wie oben beschrieben sind, mit mindestens
19 Aminosäuren oder es kann ein C-terminal gestutztes Fragment des Thrombinpeptidderivats
der SEQ ID NO: 6 mit 23 Aminosäuren in der Formulierung verwendet werden.
Ein weiteres bevorzugtes Thrombinpeptidderivat zur Verwendung in der
offenbarten Zusammensetzung umfasst die Aminosäuresequenz SEQ ID NO: 3: Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val.
Dieses Peptid weist vorzugsweise eine Länge von 23 Aminosäuren auf.
Ein weiteres bevorzugtes Thrombinpeptidderivat zur Verwendung in der
offenbarten Zusammensetzung ist TP508. TP508 ist ein Beispiel für ein Thrombinpeptidderivat
mit der Aminosäuresequenz SEQ ID NO: 4: H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-NH2.
Ein weiteres Beispiel für ein Thrombinpeptidderivat weist die Aminosäuresequenz
SEQ ID NO: 7: H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-OH
("Deamid TP508") auf.
Ein Thrombinpeptidderivat der Strukturformel (I) einer Länge
zwischen 14 und 23 Aminosäuren wird in der offenbarten Formulierung verwendet:
Asp-Ala-R(I),worin R eine konservierte Serinesterasedomäne ist. Serinesterasen,
beispielsweise Trypsin, Thrombin, Chymotrypsin und dgl., weisen eine Region auf,
die hoch konserviert ist. Eine "konservierte Serinesterasedomäne" bezeichnet
ein Polypeptid, das die Aminosäuresequenz von einer dieser konservierten Regionen
aufweist oder zu einer dieser konservierten Regionen so ausreichend homolog ist,
dass das Thrombinpeptidderivat NPAR-Aktivierungsvermögen beibehält. In
einer Ausführungsform weist die konservierte Serinesterasesequenz die Aminosäuresequenz
der SEQ ID NO: 8 (Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val) oder eines C-terminal
gestutzten Fragments eines Polypeptids mit der Aminosäuresequenz der SEQ ID
NO: 8 auf.
Weitere Beispiele für Thrombinpeptidderivate, die in der offenbarten
Formulierung verwendet werden können, umfassen N-terminal gestutzte Fragmente
von TP508 (oder Deamid TP508), die N-terminal gestutzten Fragmente mit mindestens
14 Aminosäuren oder C-terminal gestutzten Fragmente von TP508 (oder Deamid
TP508), die C-terminal gestutzten Fragmente mit mindestens 18 Aminosäuren.
Optional sind diese Peptide am C-Terminus amidiert und am N-Terminus unsubstituiert.
In einer weiteren Alternative sind diese Peptide optional am C-Terminus als -C(O)-NH2
amidiert und am N-Terminus unsubstituiert.
Eine "konservative Substitution" ist der Austausch einer Aminosäure
durch eine andere Aminosäure, die die gleiche Nettoelektronenladung und etwa
die gleiche Größe und Form aufweist. Aminosäuren mit aliphatischen
oder substituierten aliphatischen Aminosäureseitenketten weisen etwa die gleiche
Größe auf, wenn sich die Gesamtzahl der Kohlenstoff- und Heteroatome in
deren Seitenketten um nicht mehr als etwa vier unterscheidet. Sie weisen etwa die
gleiche Form auf, wenn sich die Zahl der Äste in deren Seitenketten um nicht
mehr als eine unterscheidet. Aminosäuren mit Phenyl- oder substituierten Phenylgruppen
in deren Seitenketten werden als etwa die gleiche Größe und Form aufweisend
betrachtet. Im folgenden sind fünf Gruppen von Aminosäuren aufgelistet.
Der Austausch einer Aminosäure in einem Polypeptid durch eine andere Aminosäure
aus der gleichen Gruppe führt zu einer konservativen Substitution:
Gruppe I: Glycin, Alanin, Valin, Leucin, Isoleucin, Serin, Threonin,
Cystein und nicht natürlich vorkommende Aminosäuren mit aliphatischen
C1-C4-Seitenketten oder hydroxylsubstituierten aliphatischen
C1-C4-Seitenketten (geradkettig oder einfach verzweigt).
Gruppe II: Glutaminsäure, Asparaginsäure und nicht natürlich
vorkommende Aminosäuren mit carboxylsäuresubstituierten aliphatischen
C1-C4-Seitenketten (unverzweigt oder ein Verzweigungspunkt).
Gruppe III: Lysin, Ornithin, Arginin und nicht natürlich vorkommende
Aminosäuren mit amin- oder guanidinosubstituierten aliphatischen C1-C4-Seitenketten
(unverzweigt oder ein Verzweigungspunkt).
Gruppe IV: Glutamin, Asparagin und nicht natürlich vorkommende
Aminosäuren mit amidsubstituierten aliphatischen C1-C4-Seitenketten
(unverzweigt oder ein Verzweigungspunkt).
Gruppe V: Phenylalanin, Phenylglycin, Tyrosin und Tryptophan.
Eine "hoch konservative Substitution" ist der Austausch einer Aminosäure
durch eine andere Aminosäure, die die gleiche funktionelle Gruppe in der Seitenkette
und nahezu die gleiche Größe und Form aufweist. Aminosäuren mit aliphatischen
oder substituierten aliphatischen Aminosäureseitenketten weisen nahezu die
gleiche Größe auf, wenn die Gesamtzahl der Kohlenstoff- und Heteroatome
in deren Seitenketten sich um nicht mehr als zwei unterscheidet. Sie weisen nahezu
die gleiche Form auf, wenn sie die gleiche Zahl von Verzweigungen in ihren Seitenketten
aufweisen. Beispiele für hoch konservative Substitutionen umfassen Valin für
Leucin, Threonin für Serin, Asparaginsäure für Glutaminsäure
und Phenylglycin für Phenylalanin. Beispiele für Substitutionen, die nicht
hoch konservativ sind, umfassen Alanin für Valin, Alanin für Serin und
Asparaginsäure für Serin.
In einer Ausführungsform umfasst die offenbarte pharmazeutische
Zusammensetzung ein Thrombinpeptidderivat und entweder einen Chelatbildner oder
eine pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung. Vorzugsweise
umfasst die offenbarte pharmazeutische Zusammensetzung ein Thrombinpeptidderivat,
den Chelatbildner und die pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende
Verbindung. Als Chelatbildner der Erfindung ist ein Kupfer-Chelatbildner, wie er
zuvor beschrieben wurde, bevorzugt.
Alternativ umfasst die offenbarte pharmazeutische Zusammensetzung
ein Thrombinpeptidderivat und einen Chelatbildner, vorzugsweise einen Kupfer-Chelatbildner
und/oder eine pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung
und sie umfasst ferner ein Antioxidationsmittel.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die offenbarte pharmazeutische
Zusammensetzung ein Thrombinpeptidderivat und einen Chelatbildner, vorzugsweise
einen Kupfer-Chelatbildner, und ein Antioxidationsmittel. In einer noch günstigeren
Ausführungsform umfasst die offenbarte pharmazeutische Zusammensetzung ein
Thrombinpeptidderivat und einen Chelatbildner, vorzugsweise einen Kupfer-Chelatbildner,
und Methionin. Vorzugsweise ist der Chelatbildner EDTA.
Vorzugsweise liegt die offenbarte pharmazeutische Zusammensetzung
in einem pH-Bereich zwischen etwa 5 und etwa 6, noch besser zwischen etwa 5,5 und
etwa 6. In einem Beispiel liegt die pharmazeutische Zusammensetzung, die ein Thrombinpeptidderivat
und einen Chelatbildner, vorzugsweise einen Kupfer-Chelatbildner, und ein Antioxidationsmittel
umfasst, in einem pH-Bereich zwischen etwa 5 und etwa 6, noch besser zwischen etwa
5,5 und etwa 6. In dieser Zusammensetzung ist das Antioxidationsmittel vorzugsweise
Methionin.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ist die Verwendung
der pharmazeutischen Zusammensetzung bei der Herstellung eines Medikaments zur Aktivierung
des Rezeptors von nicht proteolytisch aktiviertem Thrombin in einem Subjekt.
Ein "Subjekt" ist vorzugsweise ein Mensch, doch kann es auch ein tierisches
Lebewesen, das eine Behandlung mit einem Thrombinrezeptoragonisten benötigt,
sein, beispielsweise Begleitertiere (beispielsweise Hunde, Katzen und dgl.), Hoftiere
(beispielsweise Kühe, Schweine, Pferde und dgl.) und Labortiere (beispielsweise
Ratten, Mäuse, Meerschweinchen und dgl.).
Subjekte "mit der Notwendigkeit einer Behandlung" mit einem Thrombinrezeptoragonisten
sind Subjekte mit Erkrankungen und/oder Zuständen, die mit Thrombinrezeptoragonisten
und Thrombinpeptidderivaten unter Erreichen eines vorteilhaften therapeutischen
und/oder prophylaktischen Ergebnisses behandelt werden können. Vorteilhafte
Ergebnisse umfassen eine Verringerung der Schwere von Symptomen oder eine Verzögerung
des Einsetzens von Symptomen, erhöhte Lebenserwartung und/oder schnellere oder
vollständigere Aufhebung der Erkrankung oder des Zustands. Beispielsweise erfordert
ein Subjekt mit der Notwendigkeit einer Behandlung Zellproliferation, die Chondrocyten
umfasst, Angiogenese, Knochenwachstum, Herzwiederherstellung, Wundheilung, Knorpelwachstum
oder -wiederherstellung oder Restenosehemmung.
Es wurde gezeigt, dass Thrombinpeptidderivate die Proliferation von
Endothelzellen, Fibroblasten und Keratinocyten stimulieren (siehe beispielsweise
US-Patent 5 500 412 und 5 352 664). Thrombinpeptidderivate können daher zur
Förderung der Heilung bei akuten Wunden, beispielsweise Verbrennungen, Hautwunden,
Operationswunden und Knochenbrüche, verwendet werden. Ferner wurde vor kurzem
gezeigt, dass Thrombinpeptidderivate besonders wirksam im Hinblick auf eine Förderung
der Heilung von chronischen Wunden, wie diabetische Ulzera, venöse Ulzera und
Dekubitus, sind (siehe beispielsweise WO 03/013569). Daher können Thrombinpeptidderivate
zur Stimulierung von Knorpelwachstum oder -wiederherstellung oder Chondrocytenwachstum
und -wiederherstellung bei beispielsweise Patienten mit Osteoarthritis oder Gelenkläsionen
verwendet werden. Andere Verwendungsmöglichkeiten für Thrombinpeptidderivate
umfassen die Stimulierung von Knochenwachstum zur Förderung der Heilung von
einfachen Frakturen, Pseudoarthrose-Frakturen, Hohlräumen und Lücken in
Knochen und Knochentransplantaten, zur Prävention einer Restenose bei Patienten
nach einer Angioplastik und zur Förderung der Regeneration von Blutgefäßen
bei Herzgewebe (siehe beispielsweise WO 02/005836, WO 02/004008 und die US-Patentanmeldungsveröffentlichung
2002/0 128 202).
Induziertes Knochenwachstum kann auch an bestimmten Stellen in einem
Subjekt (die als "ektopische" Stellen bezeichnet werden), an denen normalerweise
kein Knochengewebe gefunden wird, beispielsweise eine Stelle, die ein Knochentransplantat
oder eine Knochenfusion benötigt, therapeutisch vorteilhaft sein. Fusionen
werden üblicherweise zur Behandlung von Kreuzschmerzen durch physikalische
Kopplung von einem oder mehreren Wirbeln an deren Nachbar verwendet. Der durch eine
derartige Fusion geschaffene Knochen befindet sich an einer Stelle, die normalerweise
nicht von Knochengewebe besetzt wird. Induziertes Knochenwachstum an diesen ektopischen
Stellen kann als "Transplantatersatz" fungieren, wobei induziertes Knochenwachstum
zwischen den Wirbeln die Stelle eines Transplantats einnimmt und die Notwendigkeit
einer zweiten Operation zur Gewinnung von Knochen für das Transplantationsverfahren
umgeht. Die Induktion von Knochenwachstum wird auch zur Behandlung von erworbenen
und ererbten kraniofazialen und anderen Skelett- oder Zahnanomalien (siehe beispielsweise
Glowacki et al., Lancet 1: 959 (1981)); zur Durchführung von Zahn- und Periodontiumrekonstruktionen,
wenn ein Ersatz von verlorengegangenem Knochen oder eine Knochenverstärkung
erforderlich ist, beispielsweise in einem Kieferknochen; und zur Ergänzung
von Alveolarknochenschwund infolge einer Periodontiumerkrankung zur Verzögerung
oder Verhinderung von Zahnverlust benötigt (siehe beispielsweise Sigurdsson
et al., J. Periodontol., 66: 511 (1995)).
Die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung, die
ein Thrombinpeptidderivat umfasst, kann daher bei Behandlungen, wie sie oben beschrieben
wurden, verwendet werden.
Eine "wirksame Menge" ist die Menge eines Thrombinpeptidderivats in
der pharmazeutischen Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung, die zu einem verbesserten
klinischen Ergebnis des mit dem Thrombinpeptidderivat zu behandelnden Zustands im
Vergleich zum Fehlen einer Behandlung führt. Die verabreichte Menge von Thrombinpeptidderivaten
hängt von dem Grad, der Schwere und der Art der Erkrankung oder des Zustands,
der Menge der gewünschten Therapie und den Freisetzungseigenschaften der pharmazeutischen
Formulierung ab. Sie hängt auch von der Gesundheit, Größe, dem Gewicht,
Alter, Geschlecht und der Arzneistofftoleranz des Subjekts ab. Typischerweise wird
das Thrombinpeptidderivat über einen ausreichenden Zeitraum, um die gewünschte
therapeutische Wirkung zu erreichen, verabreicht. Für die Indikation der Herzwiederherstellung
werden typischerweise zwischen etwa 0,1 &mgr;M bis 10 &mgr;M oder noch besser
zwischen etwa 50 und 250 &mgr;g pro Einzelinjektion des Thrombinpeptidderivats
an einem geschädigten Gewebe für eine ausreichende Zunahme der Wiederherstellungsrate
verabreicht. Für die Indikation von Knorpelwachstum oder -wiederherstellung
wird typischerweise zwischen etwa 0,1 &mgr;g pro Einzelapplikation und etwa 1
mg pro Einzelapplikation des Thrombinpeptidderivats, vorzugsweise zwischen etwa
25 &mgr;g und etwa 100 &mgr;g pro 20 mm3 verabreicht. Zur Behandlung
von chronischem Hautulkus werden typischerweise zwischen etwa 0,1 &mgr;g und etwa
1 mg pro Einzelapplikation, vorzugsweise zwischen etwa 1 &mgr;g und etwa 100 &mgr;g
pro Einzelapplikation des Thrombinpeptidderivats verabreicht. Insbesondere werden
eine bis sieben Applikationen pro Woche des Thrombinpeptidderivats zur Behandlung
von chronischem Hautulkus verabreicht. Für die Indikation Knochenwachstum werden
typischerweise zwischen etwa 1 &mgr;g und etwa 1 mg pro Tag, vorzugsweise zwischen
etwa 5 &mgr;g und etwa 100 &mgr;g pro Tag des Thrombinpeptidderivats verabreicht.
In einer weiteren Ausführungsform umfasst die offenbarte pharmazeutische
Zusammensetzung ferner einen pharmazeutisch akzeptablen Träger als Teil der
pharmazeutischen Zusammensetzung. Geeignete pharmazeutische Träger können
inerte Bestandteile enthalten, die die biologische Aktivität eines Thrombinpeptidderivats
und die Funktion eines Chelatbildners, einer eine Thiolgruppe enthaltenden Verbindung
und eines Antioxidationsmittels nicht hemmen. Die Träger sollten biologisch
kompatibel, d.h. nichttoxisch, nicht-entzündlich, nicht-immunogen und frei
von anderen unerwünschten Reaktionen an der Verabreichungsstelle sein. Pharmazeutisch
akzeptable Träger variieren entsprechend dem gewählten Verabreichungsweg
und der zu behandelnden Indikation. Beispiele für pharmazeutisch akzeptable
Träger umfassen beispielsweise Kochsalzlösung, Aerosole, im Handel erhältliche
inerte Gele oder Flüssigkeiten, die mit Albumin ergänzt sind, Methylcellulose
oder eine Kollagenmatrix. Pharmazeutische Standardformulierungstechniken können
verwendet werden, beispielsweise gemäß der Beschreibung in Remington's
Pharmaceutical Sciences, Mack Publishing Company, Easton, PA.
Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können Lösungen,
Suspensionen, Emulsionen, Sirupe, Gele, Salben, Lotionen, Cremes, Pasten, kittartig,
Extrusionen, Mikroteilchen, Kapseln, Tabletten oder dgl. sein.
Eine Gelformulierung wird üblicherweise verwendet, wenn das Thrombinpeptidderivat
zur Förderung von Herzwiederherstellung und Wundheilung verwendet wird. Gels
bestehen aus einer Basis, die aus einer ölartigen Basis, Wasser oder einer
Emulsionssuspensionsbasis ausgewählt ist. Die ölartige Basis enthält
nichtflüssige Öle oder Kohlenwasserstoffe, wie weiße Vaseline oder
Mineralöl, oder eine absorbierende Basis, die beispielsweise aus einer absorbierenden
wasserfreien Substanz oder Substanzen, beispielsweise wasserfreiem Lanolin, besteht.
Die Emulsionssuspensionsbasis umfasst eine Ölphase (innere Phase), die typischerweise
nichtflüssige Öle, Kohlenwasserstoffe und dgl., wie Wachse, Vaseline,
Mineralöl und dgl., enthält, und eine wässrige Phase (kontinuierliche
Phase), die Wasser und etwaige wasserlösliche Substanzen, wie zugesetzte Salze,
umfasst. Die zwei Phasen werden durch Verwendung eines Emulgators, beispielsweise
eines oberflächenaktiven Mittels, wie Natriumlaurylsulfat, hydrophile Kolloide,
wie Akaziengummi, kolloide Tonarten, Bienenwachs und dgl., stabilisiert. Zu der
Basis wird ein Geliermittel gegeben, das in der Basis eine Matrix bildet, wobei
deren Viskosität zu einer halbfesten Konsistenz erhöht wird. Beispiele
für geeignete Geliermittel umfassen Hydroxypropylcellulose, Acrylsäurepolymere,
Polymere von Poly(ethylenoxid) oder Copolymere von Ethylen- und Propylenoxid (siehe
Cao et al., J. Biomater. Sci 9: 475 (1998), und Sims et al., Plast Reconstr. Surg.
98: 843 (1996)). Pluronic-Gele sind nichttoxische Blockcopolymere von Ethylenoxid
und Propylenoxid. Sie zeigen Warmhärtbarkeitseigenschaften, die es ihnen ermöglichen,
bei Raumtemperatur als viskose Flüssigkeiten, jedoch bei Körpertemperaturen
als Gele zu existieren. Die Wirkstoffe werden zu der Formulierung mit der gewünschten
Konzentration an einem Punkt vor der Zugabe des Geliermittels gegeben oder sie können
nach dem Gelierungsprozess eingemischt werden. Gele zur Behandlung zur Förderung
der Wundheilung können in einer lokalen topischen Verabreichung verabreicht
werden. Die Zubereitung von Gelen ist in Beispiel 7 beschrieben.
Andere Formulierungen zur lokalen topischen Verabreichung als Gele
umfassen Salben und Cremes. Salben werden typischerweise unter Verwendung der zuvor
beschriebenen ölartigen Basis hergestellt. Cremes umfassen allgemein die zuvor
beschriebene Emulsionssuspensionsbasis. Nach der Bildung der Basis werden die Wirkstoffe
in der gewünschten Konzentration zugegeben.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform sind die offenbarten
pharmazeutischen Zusammensetzungen lyophilisierte Pellets, die vor der Verwendung
rekonstituiert werden können. Die lyophilisierten Pellets werden üblicherweise
für Indikationen wie Knochenwachstum und Herzwiederherstellung verwendet. Die
lyophilisierten Zusammensetzungen umfassen optional ein Massemittel zusätzlich
zu den anderen zuvor beschriebenen Wirkstoffen. Geeignete Massemittel umfassen Mannit,
Lactose, Cellulose, Sorbit, Dextrose, Dextran, Polydextrose, Maltit, Xylit, Isomalt,
Erythrit, Glycerin und dgl. Die lyophilisierten Zusammensetzungen können zur
Bildung von Lösungen rekonstituiert werden und sie können Hilfssubstanzen,
wie Befeuchtungsmittel oder Emulgatoren, pH-Puffermittel, viskositätsverstärkende
Additive, Konservierungsmittel und dgl. in Abhängigkeit vom Verabreichungsweg
und der gewünschten Zubereitung enthalten.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
sind typischerweise Formulierungen mit Langzeitfreisetzung für Indikationen
wie Knochenwachstum, Knorpelwachstum oder -wiederherstellung und Herzwiederherstellung.
Die Formulierungen mit Langzeitfreisetzung können eine kontinuierliche Freisetzung
der Medikation über einen Zeitraum von Stunden liefern. Polymere werden häufig
zur Bildung der Formulierungen mit Langzeitfreisetzung verwendet. Beispiele für
die Polymere umfassen Poly-&agr;-hydroxyester, wie Polymilchsäure/Polyglykolsäure
(PLGA)-Homopolymere und -Copolymere, Polyphosphazene (PPHOS), Polyanhydride und
Poly(propylenfumarate) (PPF).
Polymilchsäure/Polyglykolsäure(PLGA)-Homo- und -Copolymere
sind als Vehikel mit Langzeitfreisetzung einschlägig bekannt. Die Freisetzungsrate
kann durch den erfahrenen Fachmann durch Variation des Verhältnisses von Polymilchsäure
zu Polyglykolsäure und des Molekulargewichts des Polymers eingestellt werden
(siehe Anderson et al., Adv. Drug Deliv. Rev. 28: 5 (1997)). Die Einarbeitung von
Poly(ethylenglykol) in das Polymer als Gemisch unter Bildung von Mikroteilchenträgern
ermöglicht eine weitere Änderung des Freisetzungsprofils des Wirkstoffs
(siehe Cleek et al., J. Control Release 48: 259 (1997)). Keramiken wie Calciumphosphat
und Hydroxyapatit können ebenfalls in die Formulierung zur Verbesserung der
mechanischen Eigenschaften eingearbeitet werden. PLGA-Mikroteilchen können
auch mit Pluronic-Gelen oder Kollagen gemischt werden, um eine Aggregation zu verhindern
und die Mikroteilchen zur direkten Injektion geeignet zu machen. Die Herstellung
von PLGA-Mikrokügelchen von TP508 ist detailliert in WO 03/061690 beschrieben.
PPHOS-Polymere enthalten abwechselnd Stickstoff und Phosphor ohne
Kohlenstoff im Polymergerüst, wie im folgenden in der Strukturformel (I) angegeben:
Die Eigenschaften des Polymers können durch geeignete Variation
der Seitengruppen R und R', die an das Polymergerüst gebunden sind, eingestellt
werden. Beispielsweise kann der Abbau von und die Arzneistofffreisetzung durch PPHOS
durch Variieren der Menge von hydrolytisch instabilen Seitengruppen gesteuert werden.
Bei stärkerem Einbau von entweder imidazolyl- oder ethylgkykolsubstituiertem
PPHOS wird beispielsweise eine Zunahme der Abbaurate beobachtet (siehe Laurencin
et al., J Biomed Mater. Res. 27: 963 (1993)), wodurch die Rate der Arzneistofffreisetzung
erhöht wird.
Polyanydride, die in der Strukturformel (II) angegeben sind, weisen
klar definierte Abbau- und Freisetzungseigenschaften auf, die durch Einarbeiten
variierender Mengen von hydrophoben oder hydrophilen Monomeren, wie Sebacinsäure
und 1,3-Bis(p-carboxyphenoxy)propan, gesteuert werden können (siehe Leong et
al., J. Biomed. Mater. Res. 19: 941 (1985)). Zur Verbesserung der mechanischen Festigkeit
werden Anhydride häufig mit Imiden unter Bildung von Polyanhydrid-co-imiden
copolymerisiert. Beispiele für Polyanhydrid-co-imide, die für orthopädische
Anwendungen geeignet sind, sind Poly(trimethylimido-glycin-co-1,6-bis(carboxyphenoxy)hexan-
und Pyromellityimidoalanin:1,6-Bis(p-carboxyphenoxy)hexan-Copolymere.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung
können auf jedem geeigneten Weg, lokal oder systemisch verabreicht werden.
Typischerweise hängt der Verabreichungsweg von der Art der verwendeten Formulierung
und der behandelten Indikation ab. Topische Verabreichung wird üblicherweise
zur Behandlung von Wunden verwendet. Zur topischen Verabreichung sind die pharmazeutischen
Zusammensetzungen typischerweise Cremes, Gele, Salben oder Aerosole, die zuvor detailliert
beschrieben wurden. Für bestimmte Indikationen, wie Stimulation von Knochenwachstum,
Knorpelwiederherstellung oder -wachstum und Herzwiederherstellung, ist es vorteilhaft,
die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung direkt an der Behandlungsstelle
zu injizieren oder zu implantieren.
Für die Indikationen mit der Notwendigkeit von Herzwiederherstellung,
Knorpelwachstum oder -wiederherstellung und Knochenwachstum sind die pharmazeutischen
Zusammensetzungen der Erfindung typischerweise injizierbare Formen. Beispielsweise
können die offenbarten injizierbaren Zusammensetzungen direkt an der Stelle
mit der Notwendigkeit von Knochenwachstum injiziert werden und in günstiger
Weise zum Auffüllen von Hohlräumen und Verbinden von Knochen ohne die
Notwendigkeit eines invasiven Eingriffs verwendet werden. "Injizierbar" bedeutet,
dass das Material durch eine Spritze über eine Standardnadel, die zur Injektion
von Lösungen, Pasten oder Gelen verwendet wird, injiziert werden kann. Die
injizierbaren Zusammensetzungen können intravenös oder direkt an der Stelle
mit der Notwendigkeit einer Behandlung verabreicht werden. Die injizierbaren Zusammensetzungen
können ferner physiologische Kochsalzlösung, bakteriostatische Kochsalzlösung
(Kochsalzlösung, die etwa 0,9 (mg/ml) Benzylalkohol enthält), phosphatgepufferte
Kochsalzlösung, Hank-Lösung, Ringer-Lactat oder Flüssigkeiten, die
mit Albumin, Methylcellulose oder Hyaluronsäure ergänzt sind, umfassen.
Die injizierbaren Zusammensetzungen können auch Polymere von Poly(ethylenoxid)
oder Copolymere von Ethylen und Propylenoxid umfassen. Pluronic-Gele sind Beispiele
für derartige Polymere und sie zeigen Wärmehärtbarkeit, die es ermöglicht,
dass sie bei Raumtemperatur als viskose Flüssigkeiten, jedoch bei Körpertemperatur
als Gele existieren, wie früher diskutiert wurde. Andere Zusammensetzungen
für die zur Abgabe injizierbaren Zusammensetzungen umfassen die Lösungen
von Poly(propylenfumarat)(PPF)-Copolymeren und Pasten von Calciumphosphatkeramiken
(siehe Schmitz et al., J. Oral Maxillofacial Surgery 57: 1122 (1999)).
Implantierbare pharmazeutische Zusammensetzungen sind insbesondere
für Indikationen wie Stimulation von Knochenwachstum, Knorpelwachstum oder
-wiederherstellung und Herzwiederherstellung vorteilhaft. "Implantation" oder "Verabreichung
an einer Stelle" bedeutet eine so ausreichende Nähe zu der eine Behandlung
benötigenden Stelle, dass die gewünschte Heilung (beispielsweise eine
klinische Verbesserung des zu behandelnden Zustands in Gegenwart des Arzneistoffs
im Vergleich zu dessen Nichtvorhandensein) an der Stelle erfolgt, wenn das Thrombinpeptidderivat
aus der pharmazeutischen Zusammensetzung freigesetzt wird. Selbstverständlich
kann eine implantierbare pharmazeutische Zusammensetzung auch eine Formulierung
mit langzeitiger Freisetzung oder eine injizierbare Formulierung, die zuvor beschrieben
wurden, sein. Beispielsweise können implantierbare pharmazeutische Zusammensetzungen
auch einen Träger mit Langzeitfreisetzung umfassen, um langsame und kontinuierliche
Medikationen an der Implantationsstelle zu erreichen.
Die implantierbaren pharmazeutischen Zusammensetzungen können
nach Wunsch im Vorfeld der Operation geformt werden oder durch den Arzt oder einen
Techniker während einer Operation geformt werden. Vorzugsweise wird die Matrix
derart geformt, dass ein Gewebedefekt überspannt wird, und vorzugsweise erhält
sie die gewünschte Form des neuen Gewebes. Im Falle einer Knochenwiederherstellung
eines Pseudoarthrosedefekts ist es beispielsweise günstig, Abmessungen zu verwenden,
die die Pseudoarthrose überspannen. Bei Knochenbildungsverfahren wird das Material
durch den Körper langsam absorbiert und durch Knochen in der Form des Implantats
oder sehr nahe der Form des Implantats ersetzt.
Alternativ kann die implantierbare pharmazeutische Zusammensetzung
partiell in einer stützenden physikalischen Struktur, wie einem Netz, einem
Drahtmatrix, einem Edelstahlgehäuse, einem hohlen Körperfusionsgehäuse
(threaded interbody fusion cage) und dgl., vor der Verabreichung an der Stelle,
die beispielsweise Knochenwachstum benötigt, eingeschlossen
werden.
In einer noch weiteren Alternative umfassen die offenbarten pharmazeutischen
Zusammensetzungen insbesondere zur Stimulation von Knochenwachstum und Knorpelwiederherstellung
oder -wachstum vorzugsweise Träger, die poröse Matrizes umfassen, die
dann als Gerüst für Knochen- und Gewebewachstum dienen können, auf
das Knochenvorläuferzellen und osteogene Zellen wandern können und daran
haften können. Derartige Träger werden als osteokonduktiv bezeichnet.
Für bestimmte Anwendungen sollte der Träger ausreichende mechanische Festigkeit
aufweisen, um dessen dreidimensionale Struktur beizubehalten und die Immobilisierung
der Knochen- oder Gewebesegmente, die vereinigt oder zusammengepfroft werden sollen,
zu unterstützen. Beispiele für geeignete osteokonduktive Träger umfassen
Kollagen (beispielsweise Rinderkollagen), Fibrin, Calciumphosphatkeramik (beispielsweise
Hydroxyapatit und Tricalciumphosphat), Calciumsulfat, guanidinextrahierten allogenen
Knochen und Kombinationen derselben. Eine Zahl geeigneter Träger ist im Handel
erhältlich, beispielsweise COLLAGRAFT® (Cohension Technologies,
Inc., Palo Alto, CA), das ein Gemisch aus Hydroxyapatit, Tricalciumphosphat und
fibrillärem Kollagen ist, und PRO OSTEON 500TM (Interpore Cross
International, Irwine, CA), das eine Hydroxyapatitbiomatrix ist, die durch die Umwandlung
von marinem Korallencalciumcarbonat in kristallines Hydroxyapatit gebildet wurde.
Beschreibungen synthetischer biologisch abbaubarer Polymere, die als osteokonduktive
Träger mit Langzeitfreisetzungseigenschaften dienen können, finden sich
in Behravesh et al., Clinical Orthopaedics 367: 5118 (1999), und Lichun et al.,
Polymeric Delivery Vehicles for Bone Growth Factors in "Controlled Drug Delivery
– Designing Technologies for the Future", Hrsg. Park und Mrsny, American
Chemical Society, Washington, DC (2000). Beispiele für die biologisch abbaubaren
Polymere umfassen Poly-&agr;-hydroxyester, wie Polymilchsäure/Polyglykolsäure-Homopolymere
und -Copolymere, Polyphosphazene (PPHOS), Polyanhydride und Poly(propylenfumarate),
die oben detailliert beschrieben sind.
Alternativ können die pharmazeutischen Zusammensetzungen an der
Stelle in der Form von Mikroteilchen oder Mikrokügelchen implantiert werden.
Beispielsweise werden die Mikroteilchen in Kontakt mit der oder in enger Nähe
zu der Stelle mit der Notwendigkeit von Herzherstellung, Knochenwachstum oder Knorpelwiederherstellung
entweder durch chirurgisches Freilegen der Stelle und Applikation der Mikroteilchen
an der oder in enger Nähe der Stelle durch Aufstreichen, Pipettieren, Aufsprühen,
Injizieren oder dgl. gebracht. Mikroteilchen können auch durch Endoskopie oder
durch Laparoskopie zugeführt werden. Poly(propylenfumarate) (PPF) sind sehr
günstige biologisch kompatible implantierbare Träger zur Verwendung bei
der Wiederherstellung von Knochendefekten, da sie ein injizierbares, in situ polymerisierbares,
biologisch abbaubares Material sind. PPF bildet in Kombination mit einem Vinylmonomer
(N-Vinylpyrrolidinon) und einem Initiator (Benzoylperoxid) eine injizierbare Lösung,
die in situ polymerisiert werden kann. Es ist besonders geeignet zur Auffüllung
von Skelettdefekten einer breiten Vielzahl von Größen und Formen (siehe
Suggs et al., Macromolecules 30: 4318 (1997), Peter et al., J. Biomater. Sci. Poly,
Ed. 10: 363 (1999) und Yaszemski et al., Tissue Eng. 1: 41 (1995)). Die Zugabe von
Festphasenkomponenten, wie &bgr;-Tricalciumphosphat und Natriumchlorid, kann die
mechanischen Eigenschaften von PPF-Polymeren verbessern (siehe Peter et al., J.
Biomed. Mater. Res. 44: 314 (1999)). Verfahren zur Verkapselung von Zusammensetzungen
(beispielsweise in einem Überzug aus Hartgelatine oder Cyclodextran) sind einschlägig
bekannt (Baker et al., "Controlled Release of Biological Active Agents", John Wiley
and Sons, 1986).
Erkrankungen und Zustände, die mit der offenbarten pharmazeutischen
Zusammensetzung, die ein Thrombinpeptidderivat umfasst, behandelbar sind, beispielsweise
Wunden und Angioplastik, werden häufig von Symptomen und Beschwerden wie Schmerz
und Infektion begleitet. In bestimmten Fällen kann es vorteilhaft sein, ein
oder mehrere zusätzliche pharmakologisch aktive Mittel zusammen mit der pharmazeutischen
Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung gemeinsam zu verabreichen, um derartige
Probleme zu behandeln. Beispielsweise kann die Behandlung von Schmerz und Entzündung
eine Co-Verabreichung mit einem Analgetikum oder entzündungshemmenden Mittel
erfordern. Die Behandlung einer Infektion kann eine Co-Verabreichung mit antimikrobiellen
Mitteln, Antibiotika oder Desinfektionsmitteln erfordern.
Thrombinpeptidderivate können durch Festphasenpeptidsynthese(beispielsweise
BOC oder FMOC) verfahren, durch Lösungsphasensynthese oder durch andere geeignete
Techniken, die Kombinationen der vorhergehenden Verfahren umfassen, synthetisiert
werden. Die BOC- und FMOC-Verfahren, die bekannt sind und in weitem Umfang verwendet
werden, sind in Merrifield, J. Am. Chem. Soc. 88: 2149 (1963); Meienhofer, Hormonal
Proteins and Peptides, C. H. Li, Hrsg., Academic Press, 1983, S. 48–267;
und Barany und Merrifield in The Peptides, E. Gross und J. Meienhofer, Hrsg., Academic
Press, New York, 1980, S. 3–285, beschrieben. Verfahren der Festphasenpeptidsynthese
sind in R. B. Merrifield, Science, 232: 341 (1986); L. A. Carpino und G. Y. Han,
J. Org.
Chem., 37: 3404 (1972); und H. Gauspohl et al., Synthesis, 5: 315
(1992), beschrieben.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert, die
in keinster Weise beschränkend sein sollen.
BEISPIELEBeispiel 1. Kontrollexperiment: Stabilität von TP508 in Abwesenheit
eines Dimerisierungsinhibitors
TP508 wurde in 150 mM steriler Kochsalzlösung unter Bildung einer
Endkonzentration von 5 mg/ml gelöst. Proben (100 &mgr;l) wurden in ein steriles
2-ml-Cryoröhrchen überführt und vor Licht geschützt bei 4 °C
aufbewahrt. Die Proben wurden an festgelegten Zeitpunkten auf 1 mg/ml verdünnt
und durch Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung einer C18-Säule (Alltech Adsorbus
4 XL-Säule C18 90 A 5 &mgr;m 250 × 4,6 mm) analysiert. Ein Gradientenverfahren
wurde durchgeführt, wobei die mobile Phase B von 1–15 min von 20 % auf
50 % erhöht wird (mobile Phase A – 0,1 % TFA in Wasser; mobile Phase
B – 0,1 TFA in Acetonitril) und das Injektionsvolumen 10 &mgr;l beträgt.
TP508, TP508-Dimer und nicht identifizierte Peaks wurden identifiziert und aufgrund
der Fläche des Chromatogramms quantitativ bestimmt.
Tabelle 1. Stabilität von TP508 in Abwesenheit eines Dimerisierungsinhibitors
bei 4 °CMittlere Peakfläche, %
Beispiel 2. Stabilität von TP508 in Gegenwart eines Chelatbildners
TP508 wurde mit 1 mg/ml in gepufferten oder ungepufferten Lösungen,
mit oder ohne EDTA gelöst. Die Lösungen wurden bei Raumtemperatur inkubiert
und Proben wurden in Abständen zur Analyse durch HPLC genommen. Der Prozentsatz
der Bildung des Dimers wurde aus den erhaltenen Chromatogrammen berechnet. Die folgenden
Lösungen wurden zum Lösen von TP508 verwendet (1 mg/ml):
PPS, pH 7,4 (30 min mit N2 durchperlt)
10 mM Hepes, 150 mM NaCl, pH 7,0
10 mM Hepes, 150 mM NaCl, 5 mM EDTA, pH 7,0
1 ml jeder Lösung wurde in ein 1,5-ml-Polypropylenmikrozentrifugenröhrchen
gegeben und bei Raumtemperatur stehengelassen. In festgelegten Abständen wurden
100 &mgr;l zur Analyse durch das in Beispiel 1 angegebene HPLC-Verfahren entfernt.
Der Prozentsatz der über die Zeit gebildeten Dimere ist in Tabelle 2 zusammengefasst.
Tabelle 2. Prozentsatz von Dimer
In phosphatgepufferter Kochsalzlösung (PPS) oder Hepes-NaCl war
die Rate der Dimerbildung sehr schnell. Wie angegeben verringerte die Zugabe von
5 mM EDTA die Rate der Dimerbildung stark. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die
Dimerbildung durch das Vorhandensein von Spurenmengen zweiwertiger Ionen gefördert
werden kann, da die Bildung von Dimeren durch EDTA verhindert oder verringert wird.
Beispiel 3. Stabilität von TP508 in Gegenwart von einem Dimerisierungsinhibitor,
Thioglycerin, EDTA oder der Kombination von beiden:
Proben, die wie in Tabelle 3 beschrieben hergestellt wurden, enthielten
typischerweise 50 &mgr;g/ml TP508 in Pluronic-Gelen gelöst. Die Proben wurden
dann über die Zeit bei 4 °C aufbewahrt. Zur Analyse wurden die Proben
10-fach mit 0,1 TFA verdünnt und durch HPLC analysiert. Typischerweise wurden
50 &mgr;l der verdünnten Probe analysiert. Die quantitative Bestimmung von
TP508 erfolgte durch einen externen Standard. Ein zweifacher TP508-Standard wurde
vor der Probenanalyse analysiert. Eine Probe von jeder Gruppe von Tabelle 3 wurde
analysiert.
Tabelle 3. Zusammensetzung der Proben
T – Thioglycerin
E – EDTA
TE – Thioglycerin/EDTA
EN – EDTA mit N2
Zeit 0
Wie in 1 gezeigt ist, wurde eine sehr
niedrige Dimerkonzentration zum Zeitpunkt 0 für alle Proben, die gemäß
der Beschreibung in Tabelle 3 hergestellt wurden, beobachtet. Unbekannte Peaks,
die etwa 20 % und 6 % der Gesamtprobe umfassten, wurden in den Proben, die Thioglycerin
(Gruppe T) bzw. Thioglycerin/EDTA (Gruppe TE) enthielten, beobachtet. Diese unbekannten
Peaks wiesen eine Retentionszeit, die etwas größer als die von TP508 war,
auf, was nahelegt, das sie einem Addukt von TP508 und Thioglycerin entsprechen
könnten, da die Menge der Adduktbildung etwa proportional dem Thioglyceringehalt
in den zwei Proben ist.
Zweiwöchige Lagerung bei 4 °C:
Proben, die zwei Wochen bei 4 °C aufbewahrt wurden, zeigten im
wesentlichen die gleiche Dimerkonzentration wie die zum Zeitpunkt 0, wie in
2 angegeben ist. In der Probe, die EDTA (Gruppe E)
oder EDTA w/N2 (Gruppe EN) enthielt, behielten über 90 % des TP508
immer noch ihre monomere Form bei.
Zweimonatige Aufbewahrung bei 4 °C:
Wie in 3 gezeigt ist, zeigten alle Proben,
die einen Dimerisierungsinhibitor enthielten (Gruppe T, E, TE und EN) erhöhte
Stabilität von TP508 im Vergleich zu den Proben ohne einen Dimerisierungsinhibitor.
Die Probe, die sowohl Thioglycerin als auch EDTA enthielt, (Gruppe TE) zeigte im
wesentlichen die gleiche Dimermenge wie zum Zeitpunkt 0, was anzeigt, dass TP508
dessen monomere Form im wesentlichen frei von Dimeren auch nach zweimonatiger Aufbewahrung
in Gegenwart von sowohl Thioglycerin als auch EDTA mit nur 10 % eines TP508-Thioglycerin-Addukts
beibehielt. Etwa 80 von TP508 verblieben als Monomer in der Probe, die EDTA (Gruppe
E) oder EDTA w/N2 (Gruppe EN) enthielt. Das Vorhandensein einer Stickstoffdecke
während der Herstellung von Gelen scheint die Dimerisierung nicht zu beeinflussen.
Die Probe, die Thioglycerin enthielt, (Gruppe T) zeigte dass etwa 60 % des TP508
dessen monomere Form beibehielten und die übrigen etwa 40 % des TP508 ein TP508-Thioglycerin-Addukt
bildeten. Diese Ergebnisse zeigen, dass EDTA und eine Thiolgruppen enthaltende Verbindung
zur Stabilisierung von TP508 gegenüber einer Dimerisierung verwendet werden
können.
Beispiel 4. Stabilität von TP508 in Gegenwart von EDTA und einem Antioxidationsmittel
Die im folgenden angegebenen Antioxidationsmittel wurden auf deren
Fähigkeit zur Hemmung der Dimerisierung von TP508 in Kombination mit EDTA getestet.
Der normale Prozentsatz, der in einer Formulierung verwendet wird, ist in der folgenden
Tabelle 4 angegeben:
Tabelle 4. Zusammensetzungen von Proben
Eine Gelbasis (17 % Pluronic, 0,0004 % EDTA und Citratpuffer, pH 5,0,
mit Konservierungsmitteln) wurde hergestellt und verwendet. Jede Antioxidationsmittelart
(entweder niedriger oder hoher Prozentsatz) wurde in der gewünschten Konzentration
zugegeben. Dann wurde TP508 zu dem Gel zur Bildung einer Konzentration von 50 &mgr;g/ml
gegeben. Die Proben wurden bei 4 °C drei Wochen inkubiert. Dann wurden 100
&mgr;l einer Probe mit 900 &mgr;l 0,1 % TFA verdünnt und durch HPLC nach
dem Verfahren gemäß der Beschreibung in Beispiel 1 analysiert. Ein zweifacher
Standard wurde vor der Probenanalyse analysiert. Auch wurde ein Leerwertgel mit
Konservierungsmitteln und Antioxidationsmittel analysiert.
Die Ergebnisse sind im folgenden in der Tabelle 5 angegeben. Kurz
gesagt, war TP508 bei hoher Konzentration von Antioxidationsmitteln bei 4 °C
drei Wochen sehr stabil. Mit Ausnahme von Ascorbinsäure waren niedrige Konzentrationen
von Antioxidationsmitteln ebenfalls wirksam.
Tabelle 5. Konzentration von TP508 (&mgr;g/ml) über die Zeit
Beispiel 5. Stabilität von TP508 in Gegenwart eines Chelatbildners
(EDTA) und eines Antioxidationsmittels über verschiedene pH-Bereiche
Zubereitungen von gepufferten Proben mit 10 &mgr;m EDTA bei verschiedenem
pH-Wert und pH 5,5 mit Zugabe von Antioxidationsmitteln wurden auf deren Fähigkeit
zur Hemmung der TP508-Dimerisierung und Bildung anderer Molekülformen getestet.
Die Proben, die bei verschiedenem pH-Wert und verschiedenen Prozentmengen des Antioxidationsmittels
getestet wurden, sind in Tabelle 6 angegeben.
Tabelle 6: Zusammensetzungen von Testproben
TP508 wurde in Citratpuffer 50 mM von pH 4,5 bis 6,0 mit 10 &mgr;m
EDTA hergestellt. Die Proben wurden filtrationssterilisiert und bei Raumtemperatur
abseits jeder Lichtquelle inkubiert. An angegebenen Zeitpunkten wurden die einzelnen
Proben durch HPLC analysiert, um die TP508-Monomerkonzentration (Tabelle 7), den
Dimerprozentsatz (Tabelle 8), den Adduktprozentsatz (Tabelle 9) und unbekannte Molekülspezies
(Tabelle 10) zu bestimmen. Tabelle 7: Konzentration von TP508 (&mgr;g/ml) vom Zeitpunkt 0 bis
zum Tag 28Tabelle 8: Dimer-% vom Zeitpunkt 0 bis zum Tag 28Tabelle 9: % andere + Adduktpeak-% vom Zeitpunkt 0 bis zum Tag 28Tabelle 10: Rate der Bildung von Dimer und Unbekannten
*Niedrigste Werte
Die Ergebnisse zeigen, dass alle in dieser Untersuchung getesteten
Antioxidationsmittel die Dimerisierung von TP508, die in Tabelle 8 angegeben ist,
in Bezug auf die in Citratpuffern im Bereich von 4,5 bis 6,0 erhaltene, verhindern
oder verringern. Die Ergebnisse in Tabelle 9 zeigen, dass Methionin aufgrund des
Fehlens einer Thiolgruppe unfähig ist, TP508-Addukte zu erzeugen. Diese Ergebnisse
legen nahe, dass der beste pH-Wert zur Hemmung einer Dimerbildung von TP508 aufgrund
dieses Experiments ohne jedes Antioxidationsmittel bei pH 6,0 lag. Bei Zugabe von
0,5 % (Gew/V) Methionin wurde bei pH 5,5 die niedrigste Rate erhalten (0,0183),
was in Tabelle 10 angegeben ist. Die Rate der Bildung von Unbekannten ist umgekehrt
proportional zum pH-Wert von 4,5 bis 6,0, was anzeigt, dass TP508 bei diesem Puffersystem
einer Säurehydrolyse unterliegt. Auch ergab Methionin in diesem Experiment
keine Verhinderung oder Verursachung der Bildung von Unbekannten. Kurz gesagt scheint
Methionin das beste Antioxidationsmittel zur Verhinderung oder Verringerung einer
Dimerisierung von TP508 ohne die Bildung von TP508-Addukten zu sein und die langsamste
Rate der Bildung eines unbekannten Peaks lag bei diesem Experiment bei pH 6,0.
Beispiel 6. Wirkung von zweiwertigen Chelatbildnern auf TP508-Dimerisierung
Die zweiwertigen Chelatbildner Diethylentriaminpentaessigsäure
(DPTA) und Bathophenanthrolindisulfonsäure (BPADA), von denen bekannt ist,
dass sie Kupferionen chelatisieren, wurden auf deren Fähigkeit zur Hemmung
der TP508-Dimerbildung getestet.
Bedingungen
A. 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH 5,4
B. 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH 5,4 mit 10 &mgr;M DTPA
C. 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH 5,4 mit 10 &mgr;M BPADA
Verfahren:
TP508 (10 &mgr;g/ml) wurde mit den oder ohne die Chelatbildner in
Polypropylenzentrifugenröhrchen bei Raumtemperatur inkubiert und zu den angegebenen
Zeitpunkten durch Kapillarelektrophorese analysiert, um eine Dimerbildung zu überwachen.
Ergebnisse:Tabelle 11. Prozent Dimere von Probe A: 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH
5,4Tabelle 12. Prozent Dimere von Probe B: 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH
5,4 mit 10 &mgr;M DTPATabelle 13. Prozent Dimere von Probe C: 50 mM Acetat/100 mM NaCl, pH
5,4 mit 10 &mgr;M BPADA
Diese Ergebnisse belegen, dass andere Chelatbildner als EDTA ebenfalls
TP508 stabilisieren können, um eine Dimerbildung zu verhindern oder zu verringern.
Beispiel 7. Zubereitung von TP508 in Pluronic-Gelen
TP508 (3,60 mg, Bachem Fmoc) wurde zu Pluronic-Gelen (72 ml) unter
Bildung einer Konzentration von 50 &mgr;g/ml in 100-ml-Becherglas mit einem Magnetrührstäbchen
gegeben. Die Gele wurden 1 h bei 4 °C gerührt, um vollständiges Mischen
zu erreichen. Für die Probe D wurden Gele in einer Stickstoffatmosphäre
unter Verwendung einer Stickstoffgasdecke gerührt. Gele wurden dann bis zum
Rand einer 1-ml-Polypropylenampulle eingefüllt. Die Ampulle wurde mit einer
teflonausgekleideten Kappe verschlossen, um die Einführung jeglicher Luftbläschen
in die Gele zu verhindern. Die Proben wurden bei entweder 4 °C oder in einer
Schublade (25 °C) lichtgeschützt aufbewahrt.
In einer kommerziellen Formulierung kann TP508 zu einem vollständig
formulierten Gel oder einer Zwischenphase, die geeignete Stabilisatoren enthält,
gemäß der Beschreibung in Beispiel 3, Tabelle 3, gegeben werden.
Zwar wurde diese Erfindung unter Bezug auf bevorzugte Ausführungsformen
derselben speziell angegeben und beschrieben, doch ist dem Fachmann klar, dass verschiedene
Änderungen in Bezug auf Form und Einzelheiten in dieser ohne Abweichung vom
Umfang der Erfindung, der durch die angehängten Ansprüche angegeben ist,
durchgeführt werden können. SEQUENCE LISTING
Anspruch[de]
Pharmazeutische Zusammensetzung, die umfasst:
a) ein Thrombinpeptidderivat, das eine Länge von 14 bis 23 Aminosäureresten
aufweist und die Aminosäuresequenz Asp-Ala-R, worin R eine konservierte Serinesterasedomäne
ist, umfasst, und
b) einen Chelatbildner und/oder eine pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe
enthaltende Verbindung.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, die ferner ein Antioxidationsmittel
umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei der Chelatbildner
ein Kupfer-Chelatbildner ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 3, wobei der Kupfer-Chelatbildner
aus der Gruppe von Diethylentriaminpentaessigsäure (DTPA) und Bathophenanthrolindisulfonsäure
(BPADA) ausgewählt ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 3, wobei der Kupfer-Chelatbildner
aus der Gruppe von Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Penicillamin, Trientin,
N,N'-Diethyldithiocarbamat (DDC), 2,3,2'-Tetraamin (2,3,2'-tet), Neocuproin, N,N,N',N'-Tetrakis(2-pyridylmethyl)ethylendiamin
(TPEN), 1,10-Phenanthrolin (PHE), Tetraethylenpentamin, Triethylentetramin und Tris(2-carboxyethyl)phosphin
(TCEP) ausgewählt ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die pharmazeutische
Zusammensetzung eine pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung,
die aus der Gruppe von Thioglycerin, Mercaptoethanol, Thioglykol, Thiodiglykol,
Cystein, Thioglucose, Dithiothreit (DTT) und Dithio-bis-maleimidoethan (DTME) ausgewählt
ist, umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 2, wobei das Antioxidationsmittel
aus der Gruppe von Tocopherol, Cystein, Methionin, Glutathion, Tocotrienol, Dimethylglycin,
Betain, butyliertem Hydroxyanisol, butyliertem Hydroxytoluol, Turmerin, Vitamin
E, Ascorbinsäure, Ascorbylpalmitat und Thioglykolsäure ausgewählt
ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, die einen Kupfer-Chelatbildner
und eine pharmazeutisch akzeptable, eine Thiolgruppe enthaltende Verbindung umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 2, wobei die Zusammensetzung
einen Chelatbildner und ein Antioxidationsmittel umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei das Antioxidationsmittel
Methionin ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Thrombinpeptidderivat
a) R1-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-R2
(SEQ ID NO: 1),
worin: R1 für -H oder R3-C(O)- steht;
R2 für -OH oder -NR4R5 steht;
R3 für -H oder eine C1-C6-Alkylgruppe steht und
R4 und R5 unabhängig voneinander für -H, eine C1-C6-Alkylgruppe
oder zusammengenommen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, für
eine nichtaromatische heterocyclische Gruppe stehen;
b) ein N-terminal gestutztes Fragment von a) mit mindestens 14 Aminosäuren
oder
c) ein C-terminal gestutztes Fragment von a) mit mindestens 18 Aminosäuren
ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Thrombinpeptidderivat
a) R1-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Xl-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-X2-Val-R2
(SEQ ID NO: 2),
worin:
X1 für Glu oder Gln steht;
X2 für Phe, Met, Leu, His oder Val steht;
R1 für -H oder R3-C(O)- steht;
R2 für -OH oder -NR4R5 steht;
R3 für -H oder eine C1-C6-Alkylgruppe steht und
R4 und R5 unabhängig voneinander für -H, eine C1-C6-Alkylgruppe
oder zusammengenommen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, für
eine nichtaromatische heterocyclische Gruppe stehen;
b) ein N-terminal gestutztes Fragment von a) mit mindestens 14 Aminosäuren
oder
c) ein C-terminal gestutztes Fragment von a) mit mindestens 18 Aminosäuren
ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Thrombinpeptidderivat
ein Polypeptid von 23 Aminosäuren ist, das Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val
(SEQ ID NO: 3) umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Thrombinpeptidderivat
H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-NH2
(SEQ ID NO: 4) ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 14, wobei die Zusammensetzung
einen Chelatbildner und ein Antioxidationsmittel umfasst.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 15, wobei das Antioxidationsmittel
Methionin ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Thrombinpeptidderivat
ein N-terminal gestutztes Fragment mit mindestens 14 Aminosäuren oder ein C-terminal
gestutztes Fragment mit mindestens 18 Aminosäuren von H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-NH2
(SEQ ID NO: 4) ist, das optional am C-Terminus als C(O)-NH2 amidiert
ist.Pharmazeutische Zusammensetzung nach Anspruch 1, die aus der Gruppe
von einer Tablette, einer Kapsel, einer Mikroteilchenformulierung, einer Lösung,
einer Suspension oder einem Elixier, einer Formulierung mit Langzeitfreisetzung,
einer injizierbaren Formulierung, einer implantierbaren Formulierung und einer topischen
Formulierung ausgewählt ist.Verwendung der pharmazeutischen Zusammensetzung nach Anspruch 1 bei
der Herstellung eines Medikaments zur Aktivierung des Rezeptors von nicht proteolytisch
aktiviertem Thrombin in einem Subjekt.Verwendung nach Anspruch 19, wobei das Medikament zur Förderung
von Knorpelwachstum oder -reparatur dient.Verwendung nach Anspruch 19, wobei das Medikament zur Behandlung eines
Knochenwachstum benötigenden Subjekts dient.Verwendung nach Anspruch 19, wobei das Medikament zur Förderung
der Wundheilung dient.Verwendung nach Anspruch 22, wobei die Wunde eine chronische Wunde ist.Verwendung nach Anspruch 19, wobei das Medikament zur Förderung
einer Herzwiederherstellung oder Hemmung von Restenose dient.Verwendung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, wobei die pharmazeutische
Zusammensetzung ein Gel ist, die
a) H-Ala-Gly-Tyr-Lys-Pro-Asp-Glu-Gly-Lys-Arg-Gly-Asp-Ala-Cys-Glu-Gly-Asp-Ser-Gly-Gly-Pro-Phe-Val-NH2
(SEQ ID NO: 4)
b) einen Chelatbildner und
c) ein Antioxidationsmittel umfasst,
bei der Herstellung eines Medikaments zur Aktivierung des Rezeptors von nicht proteolytisch
aktiviertem Thrombin in einem Subjekt.Verwendung nach Anspruch 25, wobei das Medikament zur Förderung
von Knorpelwachstum oder -reparatur dient.Verwendung nach Anspruch 25, wobei das Medikament zur Behandlung eines
Knochenwachstum benötigenden Subjekts dient.Verwendung nach Anspruch 25, wobei das Medikament zur Förderung
der Wundheilung dient.Verwendung nach Anspruch 28, wobei die Wunde eine chronische Wunde ist.Verwendung nach Anspruch 25, wobei das Medikament zur Förderung
einer Herzwiederherstellung oder Hemmung von Restenose dient.