Die Erfindung betrifft eine flammenhemmende Polyamidzusammensetzung,
welche ein Polyamidpolymer, ein Polyamidpräpolymer und ein Halogen enthaltendes
Flammenverzögerungsmittel umfasst. Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren
zur Herstellung der flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung, deren Verwendung und
ein aus der flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung erhältliches geformtes
Teil.
Eine solche Zusammensetzung ist aus der EP-A-0 957 131 bekannt. Die
EP-A-0 957 131 beschreibt Polyamidzusammensetzungen, welche ein Polyamidpolymer
und ein Polyamidpräpolymer umfassen, wobei das Polyamidpräpolymer eine
Lösungsviskosität &eegr;-rel von 1,01–1,30 (gemessen in einer
Lösung von 0,5 Massen-% m-Cresol) besitzt. Das Präpolymer wird zur Verbesserung
der Fließeigenschaften und Oberflächencharakteristika der Polyamidzusammensetzungen
verwendet. Diese Polyamidpräpolymer enthaltenden Zusammensetzungen weisen allgemein
eine verringerte Reißdehnung im Vergleich mit entsprechenden Zusammensetzungen
ohne Polyamidpräpolymer auf, wobei die Wirkung einer verringerten Dehnung bei
einem höheren Präpolymergehalt verstärkt wird. Die Zusammensetzungen
gemäß EP-A-0 957 131 können auch einen Füllstoff enthalten,
welcher Füllstoff ein Flammenverzögerungsmittel, wie eine Halogen enthaltende
Substanz, sein kann. Halogen enthaltende Flammenverzögerungsmittel werden in
flammenhemmenden Polyamiden in breitem Umfang verwendet und werden allgemein in
Kombination mit einem Synergisten, wie einem Antimon enthaltenden Synergisten, verwendet
(A. El Sayed in Becker/Braun Kunststoff Handbuch 3/4 Polyamid, Hanser Verlag, München,
ISBN 3-446-16486-3, (1998), Seite 94–95). Ein Nachteil von flammenhemmenden
Polyamidzusammensetzungen auf Basis von Halogen enthaltenden Flammenverzögerungsmitteln
ist, dass die mechanischen Eigenschaften, wie die Zugfestigkeit und die Reißdehnung,
durch den Antimon enthaltenden Synergisten verschlechtert werden. Die Verringerung
der Dehnung wird verstärkt, wenn die Zusammensetzung auch ein Polyamidpräpolymer
umfasst und bei einem höheren Präpolymergehalt auch die Zugfestigkeit
verringert wird. Die mechanischen Eigenschaften sind bei zahlreichen Anwendungen
von Bedeutung, in welchen flammenhemmende Polyamidzusammensetzungen verwendet werden,
wie bei elektrischen und elektronischen Teilen. Mit einer flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung
mit solchen verringerten mechanischen Eigenschaften werden diese Anwendungen kritisch,
wenn nicht überhaupt nicht mehr möglich.
Das Ziel der Erfindung ist daher die Bereitstellung einer flammenhemmenden
Polyamidzusammensetzung, welche einen Antimon enthaltenden Synergisten zusätzlich
zu einem Polyamidpolymer, ein Polyamidpräpolymer und ein Halogen enthaltendes
Flammenverzögerungsmittel umfasst, welches eine geringere Verringerung der
Dehnung und Zugfestigkeit als die bekannte Zusammensetzung, welche einen Antimon
enthaltenden Synergisten umfasst, zeigt.
Dieses Ziel wurde durch die Zusammensetzung, welche einen Antimon
enthaltenden Synergisten, der weniger als 250 ppm Blei enthält, umfasst, erreicht.
Die Zusammensetzung gemäß der Erfindung, welche einen Antimon enthaltenden
Synergisten, der weniger als 250 ppm Blei enthält, umfasst, zeigt bessere Dehnungseigenschaften
als die bekannte Zusammensetzung, welche einen Antimon enthaltenden Synergisten
von Standardqualität enthält. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zusammensetzung
gemäß der Erfindung eine höhere Zugfestigkeit und Izod-Kerbschlagfestigkeit
besitzt.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung wird eine Polyamidzusammensetzung
als eine Zusammensetzung verstanden, welche die Gesamtheit an Aufbaukomponenten
in Mischform umfasst und welche Zusammensetzung in einem Formungsverfahren zur Herstellung
geformter Artikel verwendet werden kann. Die Polyamidzusammensetzung kann verschiedene
Formen haben, zum Beispiel, aber nicht beschränkt auf, eine Trockenmischung,
eine Schmelze (zum Beispiel in einer Vorrichtung, die für die Herstellung von
geformten Teilen geeignet ist), extrudierte Stränge und zerschnittenes Granulat.
Die Zusammensetzung kann zum Beispiel durch Trockenmischen oder Schmelzmischen der
Aufbaukomponenten gebildet werden. Die Zusammensetzung kann auch durch getrenntes
Zugeben der jeweiligen Aufbaukomponenten oder Kombinationen hiervon zu einer Vorrichtung,
die für die Herstellung geformter Artikel geeignet ist, gebildet werden.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung beziehen sich die ppm-Werte
für den Bleigehalt in dem Antimon enthaltenden Synergisten stets auf das Gewicht
des Bleigehalts, bezogen auf das Gewicht des Antimon enthaltenden Synergisten.
Im Kontext der vorliegenden Erfindung versteht sich ein Polyamidpolymer
als ein Polyamid mit hohem Molekulargewicht mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht
von mindestens 10 000 g/mol, vorzugsweise mindestens 15 000 g/mol, stärker
bevorzugt mindestens 20 000 g/mol.
Ein Polyamidpräpolymer versteht sich hierin als ein niedermolekulares
Polyamid mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von höchstens 7500. Vorzugsweise
ist das gewichtsmittlere Molekulargewicht niedriger als das "Molekulargewicht zwischen
Verhakungen" des Polymers mit hohem Molekulargewicht. Ebenfalls vorzugsweise beträgt
das gewichtsmittlere Molekulargewicht des Polyamidpräpolymers höchstens
5000 g/mol, stärker bevorzugt höchstens 4000 g/mol, noch stärker
bevorzugt höchstens 3000 g/mol. Das Molekulargewicht des Polyamidpräpolymers
darf ebenfalls nicht zu niedrig sein, um zum Beispiel das Risiko zu vermeiden, dass
die Glasübergangstemperatur herabgesetzt wird. Vorzugsweise ist das gewichtsmittlere
Molekulargewicht größer als ungefähr 1000 g/mol.
Geeignete Polyamide sowohl für das Polyamidpolymer als auch das
Polyamidpräpolymer sind alle Polyamide, die einem Fachmann auf dem Gebiet bekannt
sind, welche kristalline, halbkristalline und amorphe Polyamide und Mischungen davon
umfassen, welche schmelzverarbeitbar sind.
Beispiele für geeignete Polyamide gemäß der Erfindung
sind aliphatische Polyamide, zum Beispiel PA-6-, PA-11-, PA-12-, PA-4,6-, PA-4,8-,
PA-4,10-, PA-4,12-, PA-6,6-, PA-6,9-, PA-6,10-, PA-6,12-, PA-10,10-, PA-12,12-,
PA-6/6,6-Copolyamid, PA-6/12-Copolyamid, PA-6/11-Copolyamid, PA-6,6/11-Copolyamid,
PA-6,6/12-Copolyamid, PA-6/6,10-Copolyamid, PA-6,6/6,10-Copolyamid, PA-4,6/6-Copolyamid,
PA-6/6,6/6,10-Terpolyamid, und Copolyamide, die von 1,4-Cyclohexandicarbonsäure
und 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexamethylendiamin erhalten werden, aromatische Polyamide,
zum Beispiel PA-6,I-, PA-6,I/6,6-Copolyamid, PA-6,T-, PA-6,T/6-Copolyamid, PA-6,T/6,6-Copolyamid,
PA-6,I/6,T-Copolyamid, PA-6,6/6,T/6,I-Copolyamid, PA-6,T/2-MPMDT-Copolyamid (2-MPMD
= 2-Methylpentamethylendiamin), PA-9,T-, PA-9T/2-MOMDT (2-MOMD = 2-Methyl-1,8-octamethylendiamin),
Copolyamide, die von Terephthalsäure, 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexamethylendiamin
erhalten werden, Copolyamid, das von Isophthalsäure, Laurinlactam und 3,5-Dimethyl-4,4-diaminodicyclohexylmethan
erhalten wird, Copolyamide, die von Isophthalsäure, Azelainsäure und/oder
Sebacinsäure und 4,4-Diaminodicyclohexylmethan erhalten werden, Copolyamide,
die von Caprolactam, Isophthalsäure und/oder Terephthalsäure, und 4,4-Diaminodicyclohexylmethan
erhalten werden, Copolyamide, die von Caprolactam, Isophthalsäure und/oder
Terephthalsäure und Isophorondiamin erhalten werden, Copolyamide, die von Isophthalsäure
und/oder Terephthalsäure und/oder anderen aromatischen oder aliphatischen Dicarbonsäuren,
gegebenenfalls von Alkylsubstituiertem Hexamethylendiamin und Alkylsubstituiertem
4,4-Diaminodicyclohexylamin erhalten werden, und auch Copolyamide und Mischungen
der vorgenannten Polyamide.
Vorzugsweise werden Polyamide aus der Gruppe gewählt, die PA-6-,
PA-6,6-, PA-6,10-, PA-4,6-, PA-11-, PA-12-, PA-12,12-, PA-6,I-, PA-6,T-, PA-6,T/6,6-Copolyamid,
PA-6,T/6-Copolyamid, PA-6/6,6-Copolyamid, PA-6,6/6,T/6,I-Copolyamid, PA-6,T/2-MPMDT-Copolyamid,
PA-9,T-, PA-9T/2-MOMDT-Copolyamid, PA-4,6/6-Copolyamid und Mischungen und Copolyamide
der vorgenannten Polyamide umfasst. Stärker bevorzugt wird PA-6,I-, PA-6,T-,
PA-6,6-, PA-6,6/6T-, PA-6,6/6,T/6,I-Copolyamid, PA-6,T/2-MPMDT-Copolyamid, PA-9,T-,
PA-9T/2-MOMDT-Copolyamid oder PA-4,6 oder eine Mischung oder Copolyamid davon als
Polyamid gewählt.
Die Polyamidzusammensetzung gemäß der Erfindung kann ein
Polyamidpolymer oder mehr Polyamidpolymere desselben oder eines unterschiedlichen
Typs von Polyamid umfassen, und auch das Polyamidpräpolymer kann derselbe Typ
von Polyamid sein wie das Polyamidpolymer oder kann ein unterschiedlicher Typ eines
Polyamids sein.
Das Polyamidpolymer in der Zusammensetzung gemäß der Erfindung
kann gegebenenfalls modifizierte Endgruppen, zum Beispiel Amin-Endgruppen, modifiziert
mit einer Monocarbonsäure und/oder Carbonsäure-Endgruppen, die mit einem
monofunktionellen Amin modifiziert sind, enthalten. Modifizierte Endgruppen in dem
Polyamidpolymer mit hohem Molekulargewicht können vorteilhafterweise für
eine verbesserte Schmelzstabilität der Zusammensetzung während ihrer Herstellung
durch Schmelzmischen oder während eines Formungsverfahrens der Zusammensetzung
angewandt werden.
Das Polyamidpräpolymer besitzt vorzugsweise eine Schmelztemperatur
von mindestens 260°C, stärker bevorzugt von mindestens 270°C, noch
stärker bevorzugt von mindestens 280°C. Der Vorteil eines Polyamidpräpolymers
mit einer höheren Schmelztemperatur, insbesondere wenn es in einer größeren
Menge verwendet wird, ist, dass die mechanischen Hochtemperatur-Eigenschaften der
Polyamidzusammensetzung besser beibehalten werden oder gar verbessert werden.
Ein Polyamid, das überaus geeignet ist für das Polyamidpräpolymer
in dem Verfahren gemäß der Erfindung, ist Polyamid-4,6. Polyamid-4,6-präpolymer
besitzt eine Schmelztemperatur von etwa 290°C. Der Vorteil
von Polyamid-4,6-präpolymer ist, dass es im industriellen Maßstab hergestellt
werden kann und dass es mit einem weiten Bereich an technischen Hochtemperatur-Polyamiden
kombiniert werden kann.
Im Kontext dieser Anmeldung versteht sich "PA-4,6" als ein Polyamid,
von dem mindestens 50%, vorzugsweise mindestens 75%, stärker bevorzugt mindestens
90% aus Tetramethylenadipamid-Einheiten besteht. PA-4,6 kann durch Polykondensation
von Tetramethylendiamin und Adipinsäure oder ein Addukt davon, gegebenenfalls
in Gegenwart von anderen Polyamid bildenden Monomeren, zum Beispiel &egr;-Caprolactam,
einem unterschiedlichen Diamin, zum Beispiel Hexamethylendiamin oder einer unterschiedlichen
Carbonsäure, zum Beispiel Isophthalsäure oder Cyclohexandicarbonsäure,
hergestellt werden.
Das Polyamidpräpolymer in der Zusammensetzung gemäß
der Erfindung kann gegebenenfalls auch modifizierte Endgruppen, zum Beispiel Amin-Endgruppen,
modifiziert mit einer monofunktionellen Carbonsäure, und/oder Carbonsäure-Endgruppen,
modifiziert mit einem monofunktionellen Amin, enthalten. Monofunktionelle Carbonsäuren
und/oder monofunktionelle Amine können vorteilhafterweise während der
Herstellung des Polyamidpräpolymers als ein Ketten-Stopper angewandt werden,
um das Molekulargewicht des Polyamidpräpolymers zu regulieren. Vorzugsweise
umfasst das Polyamidpräpolymer höchstens 50%, stärker bevorzugt weniger
als 40%, noch stärker bevorzugt höchstens 30%, und am meisten bevorzugt
höchstens 25% modifizierte Endgruppen, bezogen auf die Gesamtzahl der Endgruppen.
Der Vorteil eines Polyamidpräpolymers mit einem niedrigen Prozentsatz an modifizierten
Endgruppen in dem Verfahren gemäß der Erfindung ist, dass die mechanischen
Eigenschaften der resultierenden Zusammensetzung weiter verbessert werden.
In der Zusammensetzung gemäß der Erfindung liegt das Polyamidpräpolymer
allgemein in einer Menge von 0,5–30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
von Polyamid, vor. Größere Mengen des Präpolymers können verwendet
werden. Jedoch können zu große Mengen die mechanischen Eigenschaften negativ
beeinflussen. Ein Fachmann auf dem Gebiet kann die Menge an Präpolymer innerhalb
des bestimmten Bereichs oder darüber in Abhängigkeit von den gewünschten
Eigenschaften der Zusammensetzung wählen. Vorzugsweise wird eine Menge von
1–25 Gew.-% Präpolymer, bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid, gewählt.
Stärker bevorzugt beträgt die Menge an Polyamidpräpolymer
höchstens 20 Gew.-%, noch stärker bevorzugt höchstens 15 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid, da eine geringere Menge zu besseren mechanischen
Eigenschaften führt.
Ebenfalls stärker bevorzugt beträgt die Menge an Polyamidpräpolymer
mindestens 2 Gew.-%, noch stärker bevorzugt mindestens 7 Gew.-%, oder noch
besser 12 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid, da eine höhere Menge
zu einem besseren Fließvermögen führt.
Eine höhere Menge an Polyamidpräpolymer wird noch vorteilhafter
in Kombination mit einer höheren Menge an Antimon enthaltendem Synergist angewandt.
Ein höherer Gehalt an Antimon enthaltendem Synergist verringert allgemein das
Fließvermögen der Polyamidzusammensetzung. Die Zusammensetzung, welche
diese Komponenten in höheren Mengen umfasst, kombiniert die vorteilhaften Eigenschaften
eines guten Fließvermögens und eines erhöhten Flammverzögerungsvermögens
unter Beibehaltung der guten mechanischen Eigenschaften und des äußeren
Aussehens.
Geeignete Halogen enthaltende Flammenverzögerungsmittel, die
in der Zusammensetzung gemäß der Erfindung verwendet werden können,
sind zum Beispiel bromiertes Polystyrol, zum Beispiel Pyrochek®
68PB und Saytex® HP7010, beide von Albemarle (USA), bromierter Polyphenylenether,
zum Beispiel PO64P® von Great Lakes (USA), Polydibromstyrol, zum
Beispiel PDBS80® von Great Lakes, Polytribromstyrol, Polypentabromstyrol,
Polydichlorstyrol, Polytrichlorstyrol, Polypentachlorstyrol, Polytribrom-&agr;-methylstyrol,
Polydibrom-p-phenylenoxid, Polytribrom-p-phenylenoxid, Polydichlor-p-phenylenoxid,
Polybrom-p-phenylenoxid, Polybrom-o-phenylenoxid, Pentabrombenzylacrylat, zum Beispiel
FR1025® von AmeriBrom (USA), Ethylen-bis-tetrabromphtalimid, zum
Beispiel Saytex® BT-93W von Albemarle (USA), Polybrombiphenyl, bromierte
Phenoxy und Chlor enthaltende Flammenverzögerungsmittel, wie DeChlorane®
(Occidental Chemical Corporation, USA) und andere bromierte Verbindungen, wie Saytex®
8010 von Albemarle (USA).
Vorzugsweise ist das Halogen enthaltende Flammenverzögerungsmittel
ein Brom enthaltender Polystyrol. Stärker bevorzugt ist das Brom enthaltende
Polystyrol ein Polybromstyrol, noch stärker bevorzugt ein Polybromstyrol mit
einem Bromgehalt von mindestens 59 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Polybromstyrols.
Der Vorteil von Polybromstyrol mit einem Bromgehalt von mehr als 59 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht des Polybromstyrols, ist, dass die Zusammensetzung eine geringere
Menge an Flammenverzögerungsmittel unter Beibehaltung der
Flammschutzeigenschaften und mit verbesserten mechanischen Eigenschaften umfassen
kann.
Geeignete Antimon enthaltende Synergisten, die in der Zusammensetzung
gemäß der Erfindung verwendet werden können, sind zum Beispiel Antimontrioxid,
Antimontetraoxid, Antimonpentaoxid, Antimontartrat, Natriumantimonat und Kaliumantimonat
und analoge Antimonverbindungen, mit der Maßgabe, dass diese Synergisten einen
Bleigehalt von weniger als 250 ppm haben. Vorzugsweise wird der Antimon enthaltende
Synergist aus der Gruppe bestehend aus Antimontrioxid, Antimonpentaoxid, Natriumantimonat
und Kaliumantimonat, jeweils mit einem Bleigehalt von weniger als 250 ppm gewählt.
Ebenfalls bevorzugt hat der Synergist einen Bleigehalt von weniger
als 150 ppm, stärker bevorzugt von weniger als 100 ppm. Der Vorteil eines niedrigeren
Bleigehalts ist, dass die Zugfestigkeit und die Schlagbeständigkeit von aus
der Zusammensetzung hergestellten geformten Artikeln besser sind.
Bei der flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung gemäß der
Erfindung wird das Halogen enthaltende Flammenverzögerungsmittel allgemein
in einer Menge zwischen 1 und 100 Gewichtsteilen, bezogen auf die Gesamtmenge an
Polyamid von 100 Gewichtsteilen, verwendet.
Vorzugsweise beträgt die Menge an Halogen enthaltendem Flammenverzögerungsmittel
mindestens 10 Gewichtsteile, stärker bevorzugt mindestens 20 Gewichtsteile,
und am meisten bevorzugt mindestens 30 Gewichtsteile, bezogen auf die Gesamtmenge
an Polyamid von 100 Gewichtsteilen. Eine höhere Mindestmenge an Halogen enthaltendem
Flammenverzögerungsmittel wird vorteilhafterweise in Zusammensetzungen mit
einer höheren Flammenverzögerungsleistung angewandt.
Ebenfalls bevorzugt beträgt die Menge an Halogen enthaltendem
Flammenverzögerungsmittel höchstens 90 Gewichtsteile, stärker bevorzugt
höchstens 85 Gewichtsteile, und am meisten bevorzugt höchstens 80 Gewichtsteile,
bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid von 100 Gewichtsteilen. Eine niedrigere
Höchstmenge an Halogen enthaltendem Flammenverzögerungsmittel wird vorteilhafterweise
in Zusammensetzungen mit einer erhöhten Zähigkeit und Schlagfestigkeit
angewandt. Die optimale Menge kann im Prinzip experimentell durch einen Fachmann
auf dem Gebiet der Formulierung von Polyamidzusammensetzungen durch systematische
Forschung bestimmt werden.
Der Antimon enthaltende Synergist wird allgemein in einer Menge zwischen
0,5 und 50 Gewichtsteilen (pbw), bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid von 100
Gewichtsteilen, verwendet.
Vorzugsweise wird der Antimon enthaltende Synergist in einer Menge
verwendet, die einem Gewichtsverhältnis, bezogen auf die Menge an Halogen enthaltendem
Flammenverzögerungsmittel, von 0,1:1–1:1, stärker bevorzugt 0,2:1–0,6:1,
entspricht. Ebenfalls stärker bevorzugt beträgt die Menge höchstens
40 pbw, noch stärker bevorzugt 30 pbw, und noch stärker bevorzugt höchstens
20 pbw, bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid von 100 pbw. Der Vorteil einer geringeren
Menge an Antimon enthaltendem Synergisten, bezogen auf die Gesamtmenge an Polyamid,
ist, dass die Zusammensetzung eine bessere Zugfestigkeit, Reißdehnung, Zähigkeit
und Schlagfestigkeit besitzt.
Bei der Zusammensetzung gemäß der Erfindung können
auch andere Flammenverzögerungsmittel in Kombination mit dem System von Halogen
enthaltendem Flammenverzögerungsmittel und Antimon enthaltendem Synergisten
verwendet werden.
Geeignete andere Flammenverzögerungsmittel, die mit dem System
kombiniert werden können, sind zum Beispiel Stickstoff-haltige Verbindungen,
wie Verbindungen auf Guanamin-Basis, Verbindungen auf Melamin-Basis und n-Alkanlactam-substituierte
Polymere; Stickstoff- und Phosphor-haltige Verbindungen, wie Ammoniumpolyphosphat
und Phosphorverbindungen auf Melamin-Basis; und Phosphor-haltige Verbindungen, wie
roter Phosphor, Verbindungen auf Phosphazen-Basis und organische Phosphorverbindungen.
Vorzugsweise umfasst die Zusammensetzung gemäß der Erfindung
ein n-Alkanlactam-substituiertes Polymer. Der Vorteil der Zusammensetzung, die ein
n-Alkanlactamsubstituiertes Polymer mit dem System von Halogen enthaltendem Flammenverzögerungsmittel
und eines Antimon enthaltenden Synergisten gemäß der Erfindung umfasst,
ist, dass die Menge an Synergist verringert werden kann, ohne dass das Flammenverzögerungsvermögen
nachteilig beeinflusst wird. Als ein zusätzlicher Vorteil der Zusammensetzung
gemäß der Erfindung fand man heraus, dass ein Tröpfeln gemäß
dem UL-94-Test (Underwriters Laboratories) wesentlich verringert werden konnte,
insbesondere bei Zusammensetzungen gemäß der Erfindung, die auch Glasfasern enthalten.
Aufgrund der immer stringenteren Anforderungen, die in Bezug auf flammenhemmende
Zusammensetzungen auferlegt werden, ist ein minimales Tröpfeln, bevorzugt das
Fehlen eines Tröpfelns, am stärksten erwünscht. Ein weiterer Vorteil
ist, dass einer Verfärbung der Zusammensetzung, die zum Beispiel während
der Verarbeitung der Zusammensetzung bei hohen Temperaturen auftreten kann, zum
Beispiel durch Verringern der Menge an Synergist vermindert werden kann.
Vorzugsweise ist das n-Alkanlactam-substituierte Polymer Polyvinylpyrrolidon
(PVP).
Die Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann gegebenenfalls
auch andere Substanzen umfassen, welche das Flammenverzögerungsvermögen
fördern, zum Beispiel Kohlenstoff bildende Substanzen, wie Polyphenylenether
und Polycarbonat, und Substanzen, welche das Tropfverhalten modifizieren, zum Beispiel
Fluorpolymere, wie Polytetrafluorethylen.
Die Zusammensetzung gemäß der Erfindung kann auch andere
einem Fachmann auf dem Gebiet bekannte Additive enthalten, die üblicherweise
in Polymerzusammensetzungen verwendet werden, mit der Maßgabe, dass diese der
Erfindung im Wesentlichen nicht abträglich ist, insbesondere Pigmente, Verarbeitungshilfsstoffe,
zum Beispiel Formtrennmittel, die Kristallisation beschleunigende Mittel, Nukleierungsmittel,
Weichmacher, UV- und Wärmestabilisatoren, schlagzähmachende Hilfsstoffe
und dergleichen. Insbesondere enthält die Zusammensetzung gemäß der
Erfindung einen anorganischen Füllstoff oder Verstärkungsmittel. Geeignet
für die Verwendung als Verstärkungsmittel sind alle faserartigen und blättchenartigen
Füllstoffe, die dem Fachmann auf dem Gebiet bekannt sind, zum Beispiel Glasfasern,
Metallfasern, Graphitfasern, Aramidfasern, Glaskügelchen, Aluminiumsilicate,
Asbest, Mika, Ton, kalzinierter Ton und Talk. Vorzugsweise werden Glasfasern gewählt.
Im Allgemeinen besteht die Zusammensetzung gemäß der Erfindung
aus:
a) 70–99 pbw Polyamidpolymer
b) 30-1 pbw Polyamidpräpolymer, wobei die Summe von (a + b) sich auf 100
pbw beläuft,
c) 1–100 pbw Halogen enthaltendes Flammenverzögerungsmittel,
d) 0,5–50 pbw Antimon enthaltenden Synergisten,
e) 0–200 pbw eines Verstärkungsmittels und
f) 0–100 pbw mindestens eines anderen Additivs.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung der flammenhemmenden
Polyamidzusammensetzung. Das Verfahren gemäß der Erfindung umfasst das
Schmelzmischen einer Polyamidzusammensetzung, welche ein Polyamidpolymer mit einem
gewichtsmittleren Molekulargewicht von mindestens 10 000 g/mol, ein Polyamidpräpolymer
mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von höchstens 7500, ein Halogen
enthaltendes Flammenverzögerungsmittel und einen Antimon enthaltenden Synergisten,
der weniger als 250 ppm Blei enthält, bezogen auf Antimon enthaltende Verbindung,
umfasst.
Bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens betreffen direkt die bevorzugten Ausführungsformen der Polyamidzusammensetzungen
gemäß der oben beschriebenen Erfindung.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann in einer Schmelzmischvorrichtung
durchgeführt werden, für welche jegliche Schmelzmischvorrichtung eingesetzt
werden kann, die einem Fachmann auf dem Gebiet der Herstellung von Polymerzusammensetzungen
durch Schmelzmischen bekannt ist. Geeignete Schmelzmischvorrichtungen sind zum Beispiel
Kneter, Banburry-Mischer, Einschneckenextruder und Doppelschneckenextruder. Vorzugsweise
kommt ein Extruder zum Einsatz, der mit Einrichtungen zur Dosierung aller gewünschten
Komponenten entweder in den Extrudermund oder in die Schmelzmasse ausgerüstet
ist.
In dem Verfahren gemäß der Erfindung werden die Aufbaukomponenten
zur Bildung der Zusammensetzung in die Schmelzmischvorrichtung eingespeist und in
der Vorrichtung schmelzvermischt. Die Aufbaukomponenten können gleichzeitig
als eine Pulvermischung oder Granulatmischung, auch als Trockenmischung bekannt,
eingespeist werden, oder sie können getrennt eingespeist werden. Polyamidpolymer
und Polyamidpräpolymer können ebenfalls getrennt eingespeist werden.
Das Schmelzmischen wird typischerweise bei einer Verarbeitungstemperatur
durchgeführt, welche über der Schmelztemperatur des Polyamidpolymers liegt,
wodurch eine Polymerschmelze gebildet wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Polyamidpolymer
ein technisches Hochtemperatur-Polyamid, definiert durch eine Schmelztemperatur
von mindestens 260°C. Stärker bevorzugt beträgt die Schmelztemperatur
mindestens 270°C, noch stärker bevorzugt mindestens 280°C, und am
meisten bevorzugt mindestens 290°C. Je höher die Schmelztemperatur des
Polyamidpolymers ist, desto ausgeprägter ist die Wirkung der Zugabe des Polyamidpräpolymers
in dem Schmelzmischverfahren.
Ebenfalls bevorzugt besitzt das Polyamidpräpolymer eine Schmelztemperatur
von höchstens 20°C über, stärker bevorzugt von höchstens
10°C über der Schmelztemperatur des Polyamidpolymers, und noch stärker
bevorzugt von höchstens gleich der Schmelztemperatur des Polyamidpolymers.
Der Vorteil eines Polyamidpräpolymers mit einer Schmelztemperatur, die nicht
über die Schmelztemperatur des Polyamidpolymers zu sehr hinausgeht, oder noch
besser mit einer Schmelztemperatur, die überhaupt nicht über die Schmelztemperatur
des Polyamidpolymers hinausgeht, ist, dass die Verarbeitungstemperatur, die für
das Schmelzmischverfahren erforderlich ist, so niedrig wie in dem Verfahren ohne
Polyamidpräpolymer gehalten werden kann oder sogar verringert werden kann im
Vergleich zu diesem.
Das Verfahren gemäß der Erfindung wird insbesondere vorteilhafterweise
für die Herstellung einer flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung angewandt,
welche ein Glasfaser-Verstärkungsmittel umfasst. Die Herstellung einer flammenhemmenden
Glasfaser-Polyamidzusammensetzung, welche ein Antimon enthaltendes synergistisches
Mittel umfasst, ist allgemein noch mehr mit dem Handicap einer Verschlechterung
der mechanischen Eigenschaften behaftet als nichtverstärkte Zusammensetzungen.
Mit dem Verfahren gemäß der Erfindung können flammenhemmende verstärkte
Polyamidzusammensetzungen hergestellt werden, die eine beträchtliche Verringerung
der negativen Wirkung des Synergisten auf die mechanischen Eigenschaften der Zusammensetzung
zeigen.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung einer flammenhemmenden
Polyamidzusammensetzung gemäß der Erfindung zur Herstellung eines geformten
Teils und ein geformtes Teil, welches durch Schmelzverarbeitung der Zusammensetzung
erhalten werden kann. Das geformte Teil gemäß der Erfindung weist die
Vorteile der Zusammensetzung gemäß der Erfindung auf.
Geeignete Verfahren für die Herstellung eines geformten Teils
gemäß der Erfindung sind zum Beispiel Schmelzverfahren, wie Spritzgießen,
Blasformen und das Pultrusionsverfahren. Das geformte Teil kann zum Beispiel eine
Folie, eine Faser, ein Flächengebilde, ein Teil für die Verwendung in
einem Kraftfahrzeug oder für eine elektrische oder elektronische Anwendung
sein.
Beispiele für solche Teile schließen zum Beispiel Verbindungselemente
und Schalter ein.
Die Erfindung wird weiter mit Bezug auf die folgenden Beispiele und
Vergleichsexperimente erläutert, ist aber nicht auf diese beschränkt
Materialien
PA-APolyamid-4,6-polymer: Stanyl® KS200: MG
= 36000, Viskositätszahl (Ameisensäure) = 160; TSchmelze =
295°C; (von DSM, Niederlande)PA-BPolyamid-6-polymer: Akulon K122, bezogen auf die Lösungsviskosität
(Ameisensäure) = 2,25 (von DSM, Niederlande)PO-APolyamid-4,6-oligomer: MG = 2000, TSchmelze
= 288°C (von DSM, Niederlande)AC540AGleitmittel (von Allied, USA)GlasfasernStandard-Glasfasern für Polyamidzusammensetzungen; mittlerer
Faserdurchmesser 10 &mgr;mPDBS-80Polydibromstyrol (von Great Lakes); Br-Gehalt 59 Gew.-%AT-AAntimontrioxid Bluestar RG (von Campine, Belgien), enthaltend
450 ppm BleiAT-BAntimontrioxid White Star CD (von Campine, Belgien), enthaltend
40 ppm BleiAT-CAntimontrioxid White Star CS (von Campine, Belgien), enthaltend
70 ppm Blei
Bestimmung der physikalischen Eigenschaften
Viskositätszahl: bestimmt in Ameisensäure gemäß ISO 307.
Relative Viskosität: bestimmt in 1 Massen-% Ameisensäurelösung.
Molekulargewicht: bestimmt mit Hilfe von standardmäßigen GPC-Techniken.
Schmelzpunkt: bestimmt mit Hilfe von Differenzialabtastkalorimetrie (DSC)(2.
Durchlauf, 10°C/min).
Zugfestigkeit: bestimmt bei 23°C und 5 mm/min gemäß ISO 527.
Reißdehnung: bestimmt bei 23°C und 5 mm/min gemäß ISO 527.
Izod-Kerbschlagfestigkeit: bestimmt bei 23°C gemäß ISO 180/1A.
Flammenverzögerungsvermögen: bestimmt gemäß dem Underwriters
Laboratories-Testverfahren UL 94 unter Verwendung von 0,8-mm-Teststäben, konditioniert
48 Stunden lang bei 23°C, 50% relativer Feuchtigkeit, jeweils für 168
Stunden bei 70°C.
Bleigehalt: bestimmt durch Röntgenfluoreszenz (XRF).
Wendelströmungslänge: bestimmt auf einem spiralförmigen Hohlraum
mit den Abmessungen 280 × 15 × 1 mm bei einer Temperatur von 315°C
der Schmelze und bei tatsächlichen Einspritzdrücken von 80, 90 und 100
MPa.
Beispiele I-II und Vergleichsexperimente A-B
Polyamidzusammensetzungen gemäß den Beispielen I-II und
den Vergleichsexperimenten A-B mit den in Tabelle I ausgewiesenen Zusammensetzungen
wurden durch Schmelzmischen der Aufbaukomponenten auf einem Werner & Pfleiderer
ZSK-25-Doppelschneckenextruder unter Anwendung eines flachen 300°C-Temperaturprofils
hergestellt. Die Bestandteile wurden über einen Trichter eingespeist, Glasfasern
wurden über eine seitliche Zuführung zugegeben. Der Durchsatz war 20 kg/h,
und die Schneckengeschwindigkeit war 275 U/min. Die Polymerschmelze wurde am Ende
des Extruders entgast. Die Schmelze wurde zu Strängen extrudiert, gekühlt
und in Granulat zerkleinert.
Das Granulat wurde zu Teststäben gemäß ISO 527/1A-Mehrzweckprobenexemplaren
und UL 94-Teststäben von 0,8 mm Dicke spritzgegossen. Die Teststäbe wurden
verwendet, um die Flammenverzögerungseigenschaften und mechanischen Eigenschaften
der Zusammensetzungen zu messen. Alle Produkte entsprachen einer V0-Bewertung in
dem UL 94-Test. Die Resultate der mechanischen Messungen sind in Tabelle I ausgewiesen. Tabelle I: Zusammensetzung und Resultate für die Beispiele I-II
und Vergleichsexperimente A-B.
Anspruch[de]
Flammenhemmende Polyamidzusammensetzung, umfassend ein Polyamidpolymer,
ein Polyamidpräpolymer und ein Halogen enthaltendes Flammenverzögerungsmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammensetzung einen Antimon enthaltenden
Synergisten umfasst, enthaltend weniger als 250 ppm Blei.Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, wobei das Polyamidpolymer
ein gewichtsmittleres Molekulargewicht von mindestens 10 000 g/mol besitzt und das
Polyamidpräpolymer ein gewichtsmittleres Molekulargewicht von höchstens
7 500 g/mol aufweist.Zusammensetzung gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Polyamidpräpolymer
eine Schmelztemperatur von mindestens 260°C aufweist.Zusammensetzung gemäß mindestens einem der Ansprüche
1–3, wobei das Polyamidpräpolymer in einer Menge von 0,5–30 Gew.-%
in Bezug auf das Gesamtgewicht an Polyamid vorliegt.Zusammensetzung gemäß mindestens einem der Ansprüche
1–4, wobei der Antimon enthaltende Synergist aus der Gruppe gewählt
wird, welche aus Antimontrioxid, Antimonpentoxid, Natriumantimonat und Kaliumantimonat
besteht.Zusammensetzung gemäß mindestens einem der Ansprüche
1–5, wobei der Antimon enthaltende Synergist weniger als 150 ppm Blei in
Bezug auf den Antimonoxid enthaltenden Synergisten umfasst.Zusammensetzung gemäß mindestens einem der Ansprüche
1–6, wobei das Halogen enthaltende Flammenverzögerungsmittel ein Brom
enthaltendes Polystyrol ist.Zusammensetzung gemäß mindestens einem der Ansprüche
1–7, wobei die Zusammensetzung folgendes umfasst:
a) 70–99 pbw Polyamidpolymer
b) 30-1 pbw Polyamidpräpolymer, wobei die Summe von (a + b) sich auf 100 beläuft,
c) 1–100 pbw Halogen enthaltendes Flammenverzögerungsmittel,
d) 0,5–50 pbw Antimon enthaltenden Synergisten,
e) 0–200 pbw eines Verstärkungsmittels und
f) 0–100 pbw mindestens eines anderen Additivs.Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung gemäß mindestens
einem der Ansprüche 1–8, umfassend das Schmelzmischen einer Polyamidzusammensetzung,
welche ein Polyamidpolymer mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht von mindestens
10 000 g/mol, ein Polyamidpräpolymer mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht
von höchstens 7 500 und ein Halogen enthaltendes Flammenverzögerungsmittel
und einen Antimon enthaltenden Synergisten, der weniger als 250 ppm Blei enthält,
und zwar in Bezug auf den Antimon enthaltenden Synergisten, umfasst.Verfahren gemäß Anspruch 9, wobei das Polyamidpolymer ein
Polyamid mit einer Schmelztemperatur von mindestens 260°C ist.Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 9–10,
wobei das Polyamidpräpolymer eine Schmelztemperatur von höchstens 20°C
oberhalb der Schmelztemperatur des Polyamidpolymeren umfasst.Verfahren gemäß mindestens einem der Ansprüche 9–11,
wobei die Polyamidzusammensetzung ein Verstärkungsmittel umfasst.Verwendung einer flammenhemmenden Polyamidzusammensetzung gemäß
mindestens einem der Ansprüche 1–8 zur Herstellung eines geformten Teils.