Die vorliegende Erfindung betrifft die Messung von Antennenabstrahlungsdiagrammen.
Definitionsgemäß weisen Funkkommunikationssysteme Antennen
auf, die als Sendeempfänger zwischen der Funkfrequenz-(RF)-Energie innerhalb
des Systems und der abgestrahlten Energie zwischen einzelnen Systemen dienen. Die
benutzten Antennen müssen den Anforderungen des jeweiligen RF-Systems entsprechen.
Obwohl dies zu verschiedenen Auslegungen für unterschiedliche Kommunikationssysteme
führt, sind die meisten Antennen doch durch eine gemeinsamen Satz von Antennenleistungsparametern
gekennzeichnet.
Um eine Antenne auszuwählen oder auszulegen, die für ein
jeweiliges Kommunikationssystem geeignet ist, ist es notwendig, die Leistung der
verschiedenen Alternativen zu kennen oder messen zu können. Zu den Antennenleistungsparametern
gehören typischerweise Eingangsimpedanz, Polarisation, Richtfaktor, Abstrahlungseffizienz,
Gewinn und Strahlungsdiagramm.
Die Übertragung von RF-Leistung von einer Antenne an ein Kommunikationssystem
und umgekehrt steht im Zusammenhang mit der Eingangsimpedanz der Antenne und der
Impedanz des Kommmunikationssystems. Der Abgleich der Impedanz von Antenne und System
ist deshalb äußerst wichtig. Die Polarisation einer Antenne ist als die
Polarisation der elektromagnetischen Welle definiert, die von der Antenne an einem
Vektor abgestrahlt wird, der seinen Ursprung an der Antenne nimmt, und in die primäre
Ausbreitungsrichtung verläuft. Der Richtfaktor einer Antenne ist als das 4&pgr;-fache
des Verhältnisses der maximalen Abstrahlungsintensität (abgestrahlte Leistung
pro Raumeinheitswinkel) zur abgestrahlten Gesamtleistung der Antenne definiert.
Der Gewinn einer Antenne ist ein Messwert ihrer Fähigkeit, ihre abgestrahlte
Leistung in eine bestimmte Richtung zu konzentrieren. Die Abstrahlungseffizienz
ist das Verhältnis der von der Antenne abgestrahlten Leistung zu der an ihrem
Eingang akzeptierten Nutzleistung.
Antennenstrahlungsdiagramme sind graphische Darstellungen der direktionalen
Verteilung der Energie, die von der Antenne abgestrahlt wird. Strahlungsdiagramme
können in Bezug auf Feldstärke, Leistungsdichte oder Dezibel aufgezeichnet
werden. Sie können absolut sein oder sich auf einen Referenzpegel beziehen,
wobei häufig die Spitze des Strahls als Referenz gewählt wird. Die Strahlungsdiagramme
können in rechteckiger oder polarer Form als Funktionen der Kugelkoordinaten
&thgr; und ϕ angezeigt werden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass eine
Reziprozität vorliegt, d.h., obwohl die Leistungsparameter einer Antenne oben
explizit mit der Antenne als Strahlungsquelle definiert wurden, sind die Parameter
(Polarisation, Richtfaktor, Gewinn und Abstrahlungsmuster) dieselben, unabhängig
davon, ob die Antenne zum Senden oder Empfangen benutzt wird. In der nachfolgenden
Beschreibung und in den Ansprüchen wird die Reziprozität implizit vorausgesetzt;
es ist irrelevant, ob eine bestimmte Antenne zum Senden oder zum Empfangen benutzt
wird.
Messungen von Antennenstrahlungsdiagrammen werden traditionell mit
Hilfe von im Freien angeordneten Antennenbereichen und in Gebäuden angeordneten
reflexionsarmen Räumen durchgeführt. Die Auswahl der Anlage wird von einer
Reihe von Faktoren beeinflusst, darunter Betriebsfrequenz, Größe der Antenne
oder des zu messenden Gegenstands, Durchsatz oder Messgeschwindigkeit, und erforderliche
Messgenauigkeit. Ein Antennenbereich ist eine kostspielige Anlage, die spezialisierte
Auslegungs- und Konstruktionskenntnisse, ausreichend Platz, regelmäßige
Wartung und Kalibrierung, ausgebildetes Personal und eine Verwaltung der Ressourcen
erfordert.
Für Messungen im Freien sowie in Gebäuden sowohl von Fernfeld-
als auch Nahfeldkomponenten des Strahlungsdiagramms einer Antenne ist es wichtig,
dass weder die Testantenne (AUT) noch die Bereichsantenne (RA) selbst von unerwünschten
Signalen oder Streuenergie gestört werden. Beispiele für Streuenergie
sind: Interferenz von äußeren elektrischen, Funk- und Mikrowellenquellen,
und Reflexionen des gemessenen oder erwünschten Signals selbst, im Folgenden
als Mehrwegeeinfluss bezeichnet.
Wenn die AUT im Empfangsmodus benutzt wird, erfordert eine genaue
Messung ihres Fernfeldabstrahlungsmusters eine Variation von idealerweise null in
Amplitude und Phase des einfallenden Felds bei einer bestimmten Frequenz für
ihre Apertur. Bei vielen Messungen gilt allerdings eine Wellenfront mit einer Phasenvariation
von unter 22,5° als ausreichend. Diese wird durch eine ausreichend große
Distanz zwischen den zwei Antennen (der Bereichsantenne und der Testantenne) erreicht.
Trotzdem ist es in der Praxis wünschenswert, Antennenmessungen mit einem minimalen
Separationsabstand durchzuführen, der das Erzielen der erforderlichen Genauigkeit
ermöglicht. Kleine Phasenabweichungen verursachen geringfügige Verzerrungen
der gemessenen Nebenkeulenstruktur, während größere Abweichungen
zu größeren Fehlern im gemessenen Gewinn und in der gemessenen Keulenstruktur
führen. Unter diesen Umständen können zudem eigentlich vorhandene
asymmetrische Nebenkeulenstrukturen überdeckt werden.
Große Separationsabstände erhöhen, wie oben erwähnt,
die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Mehrwegereflexionen vom
Boden und von anderen Streuern, welche die Testantenne erreichen. Traditionell werden
Reflexionen bei Bereichen im Freien mit Hilfe von einem oder mehreren der folgenden
Verfahren reduziert: Erhöhte Anordnung der Bereichsantenne und der Testantenne;
Benutzen von Bereichsantennen mit Richtwirkung; Entfernen oder Reduzieren von Stör-
und Streuflächen; und Hinzufügen von Abschirmungen und Ablenkplatten,
um reflektierte Wellen abzufangen. Ein alternativer Prozess verlangt die Verwendung
eines flachen Bereichs und nutzt den Effekt einer spiegelnden Reflexion vom Boden.
In Fällen, in denen die Länge des Antennenbereichs ausreichend
kurz ist, kann der gesamte Bereich in einem reflexionsarmen Raum in einem Gebäude
angeordnet werden. Die Auslegungsgrundkriterien für reflexionsarme Fernfeld-
sowie Nahfeldräume in Gebäuden sind dieselben wie für Bereiche im
Freien. Um allerdings Reflexionen zu eliminieren oder wenigstens zu minimieren,
sind die Flächen des Raums mit einem Funkfrequenz (RF) oder Mikrowellen absorbierenden
Material abgedeckt. Der Absorber ist dazu ausgelegt, reflektierte Signale eines
festgelegten Frequenzbereichs zu reduzieren. Zu den zahlreichen Vorteilen von Innenraumtests
zählen erhöhte Sicherheit, Vermeidung unerwünschter Überwachung,
und Eliminierung meteorologischer und anderer Umweltfaktoren. Diese Vorteile sind
der Grund für den jüngsten Trend hin zu ausgefeilten Innenraumanlagen,
die Kompaktbereiche oder Nahfeldsondierungssysteme verwenden.
EP 1043801 offenbart eine Antenne mit einem
adaptiven Entzerrungsmittel, das betriebsfähig ist, um eine entzerrte Version
eines Signals zu erzeugen, das an der Antenne gemessen wird.
US 5384572 offenbart die Benutzung einer
Testantenne, die beabstandet von einer zu testenden Antenne angeordnet ist, und
dazu dient, das Strahlungsdiagramm der Antenne zu testen.
Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Antennenmesssystem
bereitzustellen, das die Auswirkungen von Echoeinflüssen oder Mehrwegeeinflüssen
eliminiert oder zumindest wesentlich reduziert.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen Mechanismus für die
robuste, genaue und effiziente Messung von Antennenstrahlungsdiagrammen bereitzustellen.
Eine weitere Aufgabe einer spezifischen Ausführungsform der Erfindung
ist es, ein System zum Messen des Strahlungsdiagramms einer Antenne bereitzustellen,
das Messungen des Strahlungsdiagramms der Antenne ohne die Bewegung von Bauteilen
in Echtzeit durchführt.
Essentiell stellt die Erfindung genaue und robuste Messungen von Antennenstrahlungsdiagrammen
bereit, indem die Auswirkungen unerwünschter Signale und Rauscheffekte gezielt
korrigiert werden, anstatt zu versuchen, diese Auswirkungen mit Hilfe von Abschirmungen
oder Ablenkplatten oder durch Benutzen eines reflexionsarmen Raums zu entfernen
oder zu minimieren.
Entsprechend stellt ein Aspekt der vorliegenden Erfindung einen Antennenmessbereich
bereit, umfassend: eine Testantenne (AUT), mindestens eine Bereichsantenne (RA)
oder mindestens einen Messknoten (MN), und ein Entzerrungsmittel, das betriebsfähig
ist, eine entzerrte Version eines an der Testantenne oder der mindestens einen Bereichsantenne
oder dem mindestens einen Messknoten gemessenen Signals zu erzeugen, ein Mittel
P zur Rotation oder Translation entweder der Testantenne AUT oder der Bereichsantenne
RA, ein Mittel zum Erzeugen eines Trainingssignals, ein Mittel zum Vergleichen des
Empfangssignals mit dem erwarteten Trainingssignal, und ein Mittel CC zum Bestimmen
einer Entzerrungskoeffizientenmenge, um den Fehler zwischen dem Trainingssignal
und dem Empfangssignal zu eliminieren oder zu minimieren, ein Mittel zum Speichern
der Entzerrungskoeffizienten, und ein Signalsynchronisationsmittel SSCP, um die
relative Position einer beweglichen Antenne unter den Antennen Bereichsantenne RA
und Testantenne AUT mit dem Empfangssignal zu assoziieren, und ein Mittel zum Speichern
der Entzerrungsdaten für jede ausgewählte Position.
Allgemein bezeichnet ein Entzerrer einen elektronischen Schaltkreis,
der dazu eingerichtet werden kann, Fehler in einem Funkausbreitungskanal zu korrigieren.
Im Kontext von Antennenmessungen kann er dazu eingerichtet sein, die Auswirkungen
von Mehrwegeausbreitung im Funkkanal zu korrigieren, die innerhalb des Antennenmessbereichs
auftreten.
In einer idealen Situation ohne Mehrwegeausbreitung ist der Funkkanal,
der innerhalb des Antennenbereichs vorliegt, durch einen Amplitudengang gekennzeichnet,
der unabhängig von der Frequenz ist, und durch einen Phasengang, der eine lineare
Funktion der Frequenz ist. Die Mehrwegeausbreitung bewirkt, dass der Amplitudengang
frequenzabhängig und der Phasengang nichtlinear wird.
In der beschriebenen Erfindung wird ein Entzerrer benutzt. Der Zweck
des Entzerrers ist es, die Kanalkennlinien so nah wie möglich den oben beschriebenen
Kanalkennlinien entsprechend wiederherzustellen, und so die Mehrwegeeinflüsse
implizit zu korrigieren. Dazu muss der Entzerrer die tatsächlichen Kanalkennlinien
berechnen und ihre Koeffizienten in geeigneter Weise anpassen. Dies tut er während
eines Trainingsmodus, der der eigentlichen Messung des Strahlungsdiagramms vorausgeht.
Die Betriebsmoden eines (adaptiven) Entzerrers beinhalten einen Trainingsmodus,
in dem ein vorbestimmtes Signal, typischerweise eine pseudozufällige Binärfolge,
oder ein feststehendes, vorgeschriebenes Bitmuster, über den Funkkanal gesendet
wird. Da die Bitfolge bekannt ist, kann der Entzerrer einen rekursiven Algorithmus
benutzen, z.B. den Algorithmus der kleinsten Quadrate (least mean square –
LMS), um seine Koeffizienten so anzupassen, dass der Fehler zwischen dem gewünschten
und dem tatsächlichen Ausgang minimiert wird. Beispielsweise kann ein allgemeiner
Entzerrer die Form eines Tapped-Delay-Line-Filters annehmen, das einen Satz von
Koeffizienten W0 bis WN aufweist; allerdings existieren auch
mehrere andere Entzerrerstrukturen, darunter neuronale Netze, und andere Algorithmen,
mit deren Hilfe derselbe Effekt erzielt werden kann.
Der Trainingsprozess richtet die Entzerrungseinheit so ein, dass sie
Verzerrungen registriert, die aufgrund der Konfigurierung und/oder der Auslegung
und/oder der Betriebsumgebung des verwendeten Antennenmessbereichs in das gemessene
Signal eingebracht werden. Mit anderen Worten, das Training ermöglicht die
Einrichtung der Koeffizienten des Entzerrers derart, dass die Auswirkungen unerwünschter
Signale und Streuenergie beseitigt werden. Nachfolgende Tests erzeugen deshalb ein
gemessenes Strahlungsdiagramm, das eine präzise Darstellung des wahren Strahlungsdiagramms
der Testantenne AUT ist.
Da die Tests darauf abzielen, das Strahlungsdiagramm zu messen, können
Antennenbereiche, die auf der Rotation oder Translation (in 2 oder 3 Dimensionen)
entweder einer einzigen Bereichsantenne oder einer AUT beruhen, eine Reihe von Ausgleichswertemengen
nutzen, wobei jede einzelne Menge jeweils der Rotationsposition entweder der Bereichsantenne
oder der AUT entspricht. Entsprechend sind ein Mittel für die Rotation oder
Translation der Testantenne oder der Bereichsantenne, und ein Mittel zum Assoziieren
der Position der Bereichsantenne oder der AUT mit der geeigneten Entzerrungskoeffizientenmenge
vorgesehen. Die Inkremente zwischen den Messungen werden durch die gewünschte
Genauigkeit der Strahlungsdiagrammmessung vorgegeben.
Vorgesehen sind entsprechend ein Mittel zum Erzeugen eines Trainingssignals,
ein Mittel zum Vergleichen des empfangenen Signals mit dem abgestrahlten erwarteten
(Trainings-)-Signal, ein Mittel zum Bestimmen einer Menge von Entzerrungskoeffizienten,
um den Fehler zwischen dem Trainingssignal und dem empfangenen Signal zu eliminieren
oder zu minimieren, und ein Mittel zum Abspeichern der Entzerrungskoeffizienten.
Eine spezifische Ausführungsform der Erfindung umgeht die Notwendigkeit
der Rotation oder Translation der Bereichsantenne oder der AUT, indem eine Vorrichtung
bereitgestellt wird, die eine Vielzahl von beabstandeten Messknoten vorsieht, die
Signale von der AUT empfangen; diese Vorrichtung ersetzt die Bereichsantenne. In
diesem Fall ist mit jedem Knoten eine spezifische Entzerrungskoeffizientenmenge
assoziiert. Die Vielzahl von Messknoten kann in einem zwei- oder dreidimensionalen
Muster angeordnet sein. Es wird bevorzugt, dass alle Knoten in demselben Abstand
von der AUT angeordnet sind.
Die Erfindung kann auf existierende Messbereiche im Freien oder in
einem Gebäude, sowie auf eine neue Form von Antennenmessbereich angewandt werden,
der keinen reflexionsarmen Raum benötigt. Eine weitere Ausführungsform
des Systems und Verfahrens stellt ein Mittel zum Reduzieren der Zeit bereit, die
zum Messen des Strahlungsdiagramms der Antenne erforderlich ist.
Ein anderer Aspekt der Erfindung stellt ein Verfahren zum Kalibrieren
eines Antennenmessbereichs bereit, der mit einem Signalentzerrungsmittel versehen
ist, und eine Testantenne sowie mindestens eine Bereichsantenne oder einen Messknoten
umfasst, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst: Positionieren der Testantenne
in den Bereich und
- (i) Abstrahlen eines Trainingssignals;
- (ii) Empfangen des abgestrahlten Trainingssignals und Vergleichen des Empfangssignals
mit dem erwarteten Trainingssignal;
- (iii) Bestimmen einer Entzerrungskoeffizientenmenge, die unter diesen Umständen
benutzt wird, um den Fehler zwischen dem erwarteten Trainingssignal und dem Empfangssignal
zu eliminieren oder zu minimieren; und
- (iv) Speichern der Entzerrungskoeffizientenmenge und Assoziieren derselben mit
der Rotations- oder Translationsposition der Testantenne, so dass diese Koeffizienten
auf nachfolgende Antennendiagrammmessungen für diese relative Rotations- oder
Translationsposition angewendet werden können.
Das Verfahren umfasst außerdem das Rotieren der Position der
Testantenne (AUT) in aufeinander folgende Positionen relativ zu der mindestens einen
Bereichsantenne (RA) oder dem mindestens einen Messknoten (MN); wobei die aufeinander
folgenden relativen Positionen aufgezeichnet werden und die Schritte (i) bis (iv)
für jede Position der Reihe nach wiederholt werden, um für jede Position
eine Entzerrungskoeffizientenmenge zu erzeugen, so dass die jeweiligen
Koeffizienten auf nachfolgende Antennendiagrammmessungen für die betreffende
Rotationsposition angewendet werden können.
Auf diese Weise werden mehrere Mengen von Entzerrungskoeffizienten
abgespeichert und mit den unterschiedlichen Positionen der Antenne assoziiert.
Das Trainingssignal kann eine Bitfolge sein, wie zuvor erörtert.
Vorzugsweise wird das Trainingssignal von der Testantenne abgestrahlt. Wenn die
relative Rotation zwischen der Testantenne und der Bereichsantenne erforderlich
ist, wird bevorzugt, dass die Testantenne gedreht wird.
Wenn der Bereich eine Vielzahl von Messknoten zum Empfangen von Signalen
der Testantenne aufweist, kann die Koeffizientenmenge, die mit jedem Messknoten
assoziiert ist, bestimmt werden, ohne dass eine Rotation oder Translation erforderlich
ist.
Es ist wichtig, dass die Bandbreite des Trainingssignals für
die jeweilige Testantenne geeignet ist.
Abhängig von der Implementierung des Entzerrers kann der Kalibrierungsprozess
auch Messungen beinhalten, die mit und ohne Entzerrer ausgeführt werden, wobei
eine Kalibrierungsantenne mit klar definierten Kennlinien benutzt wird, beispielsweise
eine Standardgewinn-Hornantenne. Bei den Messungen kann es sich um Gewinnmessungen
handeln.
Es ist vorgesehen, dass die Entzerrungskoeffizienten mathematisch
komplex sind.
Um sicherzustellen, dass die vorbestimmten Nennkennlinien des Trainingssignals
und jedes anderen Signals, das anschließend zu Messzwecken benutzt wird, im
Zeitablauf beibehalten werden, werden in bevorzugten Ausführungsformen der
Erfindung Direktmessungen oder eine Voreinstellung der Signalgeneratoren für
Variablen wie z.B. Temperatur oder Frequenz genutzt.
Die Erfindung ist allgemein in jedem Antennenstrahlungsdiagramm-Messsystem
anwendbar und implementierbar, das Präzision verlangt. Beispielsweise kann
die Erfindung als Zusatzfunktion aus Kombinationen von Hardware und Software in
existierenden Antennemnessbereichen implementiert werden. Ein grundsätzlicher
Fortschritt besteht in der Implementierung der Erfindung in neuen Antennenmessbereichen,
die so ausgelegt sind, dass kein reflexionsarmer Raum benötigt wird.
Die Erfindung ist auf die Entzerrung von Antennenstrahlungsdiagramm-Messsystemen
anwendbar, bei denen die Messung von der Frequenz abhängig oder auch unabhängig
ist. In beiden Fällen kann das Messsignal beispielsweise die Form eines Mehrtonsignals
annehmen, das eine geeignete Bandbreite abdeckt und Töne von regelmäßigem
oder zufälligem Abstand in der Frequenz umfasst. Bei Bereichen, in denen nur
ein Messknoten vorliegt, kann die Messung für jede Rotations- oder Translationsposition
der Antenne durchgeführt werden, und zwar unmittelbar nach dem Training des
Entzerrers an dieser Antennenposition; alternativ können die verschiedenen
Koeffizientenmengen abgespeichert werden, und es kann eine anschließende Serie
von Messungen vorgenommen werden. Wenn eine Vielzahl von Messknoten vorliegt, um
eine Rotation oder Translation zu vermeiden, kann für jeden einzelnen Knoten
ein ähnlicher Prozess befolgt werden. Wenn allerdings jedem Knoten ein einzelner
Entzerrer zugeordnet ist, können alle Entzerrer zugleich trainiert werden,
und auch alle Messungen können anschließend gleichzeitig ausgeführt
werden.
Die Ausführungsformen der Erfindung bieten einen oder mehrere
der folgenden Vorteile:
- – robuste und effiziente Kalibrierung;
- – automatische Kalibrierung und Korrektur während des Betriebs;
- – Anwendung auf existierende Antennenmessbereich im Freien und in Gebäuden;
- – Anwendung auf neue Antennenmessbereiche, und dadurch Aufhebung der
Notwendigkeit von kostspieligen reflexionsarmen Räumen und Funkfrequenz absorbierendem
Material;
- – ein Messsystem mit mehreren Knoten, das in Echtzeit arbeitet;
- – vereinfachter Aufbau.
Andere Vorteile der vorliegenden Erfindung gehen aus der nachfolgenden
Beschreibung der Ausführungsformen der Erfindung hervor.
Im Gegensatz zu Vorschlägen des Stands der Technik, die eine
Wellenform bestimmen und erzeugen, welche die Auswirkungen von Mehrwegeeinflüssen
ausgleicht (z.B. eine Wellenform, von der die Mehrwegeeinflüsse abgezogen werden),
nutzt die vorliegende Erfindung Entzerrungskoeffizienten in der Hardware oder der
Software, um die Auswirkungen von Mehrwegeeinflüssen aus dem empfangenen Testsignal
und dem Messsignal zu beseitigen. Das Messsignal, das zum Erzielen der Strahlungsdiagramm-Messungen
benutzt wird, muss also in keiner Weise modifiziert werden.
Die vorliegende Erfindung soll nun nur zur Veranschaulichung unter
Bezugnahme auf die begleitenden Figuren weiter beschrieben werden, wobei:
1a bis 1g sieben Beispiele
häufig benutzter Antennentestbereiche zeigen, auf die die Erfindung angewandt
werden kann;
2 eine vereinfachte zweidimensionale Darstellung eines
Antennenmessbereichs im Freien ist, auf den die Erfindung angewandt werden kann,
wobei die Bereichsantenne und der Messgegenstand oder die Testantenne gezeigt sind;
3 eine vereinfachte zweidimensionale Darstellung eines
reflexionsarmen Raumes ist, auf den die Erfindung angewandt werden kann, wobei die
Bereichsantenne und der Messgegenstand oder die Testantenne gezeigt sind;
4(a) ein Blockdiagramm ist, das in schematischer Weise eine Entzerrungseinheit
zeigt, und 4(b) ein Beispiel einer praktischen Implementierung
eines Entzerrers in Form eines Tapped-Delay-Line- (Transversal-)Filters ist;
5 eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs
gemäß einer ersten Ausführungsform ist, auf den die Erfindung anwendbar
ist wobei, die Bereichsantenne fest angeordnet ist, und die Testantenne mechanisch
angeordnet werden kann;
6 eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs
gemäß einer zweiten Ausführungsform ist, auf den die Erfindung anwendbar
ist, wobei die Testantenne fest angeordnet ist, und die Bereichsantenne mechanisch
angeordnet werden kann;
7 eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs
gemäß einer dritten Ausführungsform ist, auf den die Erfindung anwendbar
ist, wobei die Bereichsantenne fest angeordnet ist, und die Testantenne mechanisch
angeordnet werden kann;
8 eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs
gemäß einer vierten Ausführungsform ist, auf den die Erfindung anwendbar
ist, wobei die Testantenne fest angeordnet ist, und die Bereichsantenne mechanisch
angeordnet werden kann;
9 eine schematische Darstellung einer Mehrknoten-Messsystemarchitektur
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist;
10 ein Beispiel eines Bogens aus Messknoten zeigt;
und
11 eine perspektivische Ansicht eines Ikosaederstumpfes
ist, der die vorliegende Erfindung verkörpern kann.
Die Erfindung ist auf existierende Messbereiche in Gebäuden und
im Freien anwendbar, wobei im Folgenden in Kürze typische Beispiele hierfür
beschrieben werden sollen, und wobei insbesondere beschrieben werden soll, wie die
vorliegende Erfindung auf diese angewandt wird.
Zunächst soll auf 1a bis
1g Bezug genommen werden. Dargestellt sind sieben häufig
benutzte Antennenbereiche. Sie umfassen einen rechteckigen reflexionsarmen Raum
(1a), einen kompakten Antennentestbereich (1b),
einen erhöht angeordneten Bereich im Freien (1c),
einen Bodenreflexionsbereich (1d), einen flachen Nahefeldtestbereich
(1e), einen zylindrischen Nahfeldtestbereich (1f),
und einen kugelförmigen Nahfeldtestbereich (1g).
Abgesehen von den Änderungen, die durch Anwendung der vorliegenden Erfindung
entstehen, werden ihr Aufbau und ihre Benutzung zum Testen von Antennen nicht im
Detail erläutert, da dies im Stand der Technik allgemein bekannt ist.
2 ist eine vereinfachte zweidimensionale Darstellung
eines Antennenmessbereichs im Freien, wobei die Bereichsantenne RA und der Messgegenstand
oder die Testantenne AUT gezeigt sind. In der Testzone sind die Auswirkungen der
Mehrwegereflexion und der Signalstreuung schematisch als Feldwelligkeit FR dargestellt,
die sowohl Phasen- als auch Amplitudenvariationen beinhalten kann. Die Erfindung
reduziert diese Welligkeit in effektiver Weise, wie im Folgenden beschrieben werden
soll.
3 ist eine vereinfachte zweidimensionale Darstellung
eines reflexionsarmen Raumes AC, wobei die Bereichsantenne RA und der Messgegenstand
oder die Testantenne AUT gezeigt sind. Der Raum umfasst einen zweischaligen Raum,
der mit einem Material ausgekleidet ist, das dazu ausgelegt ist, Funkfrequenz oder
Mikrowellenenergie zu absorbieren. In der so genannten ruhigen Zone oder Testzone
sind die Auswirkungen der Mehrwegereflexion und der Signalstreuung wieder als Feldwelligkeit
FR dargestellt, die sowohl Phasen- als auch Amplitudenvariationen beinhalten kann.
Die Erfindung reduziert diese Welligkeit in effektiver Weise, wie im Folgenden beschrieben
werden soll.
4(a) zeigt eine vereinfachte Entzerrungseinheit, die einen Koeffizientenkalibrator
CC und einen Entzerrer EQ umfasst. Der Koeffizientenkalibrator bestimmt die erforderliche
Entzerrungskoeffizientenmenge anhand bereits bekannter Information in Bezug auf
das übertragenen Trainingssignal; diese Koeffizienten entzerren den Amplituden-
und Phasengang des Ausbreitungswegs in effektiver Weise, so dass der Ausgang der
Entzerrungseinheit eine entzerrte (oder korrigierte) Version des gemessenen Signals
darstellt. Mit anderen Worten, der Trainingsprozess ermöglicht
die Bestimmung einer Menge von Entzerrungskoeffizienten, die den Fehler zwischen
dem erwarteten und dem tatsächlich empfangenen Signal minimieren; der Entzerrer
ist also dazu eingerichtet, Fehler im Ausbreitungskanal zu korrigieren, so dass
für die Bandbreite des übertragenen Signals insgesamt ein flacher Amplitudengang
und ein linearer Phasengang vorliegen.
Die klarste Form eines Linearentzerrers ist, in diskreter Form, ein
Tapped-Delay-Line-(TDL)- oder Transversalfilter, wie in 4(b) gezeigt,
das als ein Umkehrfilter für den Kanal ausgelegt ist. Dargestellt sind der
Eingang x(k), der Ausgang y(k), der gewünschte Ausgang d(k) und der Fehler
e(k). Es liegt eine Koeffizientenmenge W0 bis Wn vor, und
eine Anzahl von inkrementellen Zeitverzögerungen &tgr;. In dieser Form handelt
es sich um ein Filter mit endlicher Impulsantwort (finite impulse response (FIR)-Filter).
Allerdings existieren auch andere Entzerrerstrukturtypen, und andere Algorithmen,
die denselben Zweck erfüllen. Viele davon werden als nichtlineare Entzerrer
bezeichnet und sind von intrinsisch adaptiver Natur, d.h., die Koeffizienten lassen
sich durch erneutes Training einstellen, um eine Anpassung an eine geänderte
Umgebung zu erreichen. Dazu gehören entscheidungsrückgekoppelte Entzerrer
(decision feedback equaliser – DFE), Filter, die den rekursiven Algorithmus
der kleinsten Quadrate verwenden, und Kalman-Filter. In dieser Erfindung können
jede geeignete Struktur und jeder geeignete Algorithmus benutzt werden, und der
Entzerrer kann als Kombination von Hardware und Software auf Basisband-, Zwischen-
und Funkfrequenz implementiert werden. Der Entzerrer kann als Teil seiner Struktur
ein neuronales Netz aufweisen, oder kann selbst ein neuronales Netz sein.
Jedes der oben genannten Entzerrungssysteme kann in den im Folgenden
beschriebenen und/oder dargestellten Ausführungsformen benutzt werden.
Im Allgemeinen umfasst ein Antennenmessbereich mindestens zwei Antennen:
eine Bereichsantenne RA, und eine Testantenne oder ein Testantennensystem AUT. Bei
bestimmten Anwendungen kann die Bereichsantenne ein Antennenarray umfassen. Für
Strahlungsdiagramme gilt Reziprozität (d.h., das Strahlungsdiagramm ist sowohl
beim Empfangen als auch beim Senden von Signalen gleich), so dass die Bereichsantenne
und die AUT entweder als die Quelle (sendende) oder die Messeinrichtung (empfangende)
Antenne benutzt werden können, oder umgekehrt. Außerdem können entweder
die Bereichsantenne oder die AUT fest angeordnet oder mit Hilfe eines Positionierungssystems
P beweglich sein.
Zwischen der Quelle und der Messausrüstung bedarf es normalerweise
einer Signalsynchronisation, die entweder durch einen Leitungsweg SSCR (5
und 6) oder durch eine Luftschnittstellenverbindung
und eine Referenzantenne REF (7 und 8)
bereitgestellt werden kann. Die Auswahl der genannten Konfigurierungen, deren Beispiele
in 5 bis 8 gezeigt sind,
wird häufig von praktischen Fragen bestimmt. Eine Ausführungsform der
Erfindung umfasst die Einbeziehung der Entzerrungseinheit in die Messausrüstungsblöcke
MEB, gezeigt in 5 bis 8.
Zu diesem Zweck findet die Erfindung Anwendung als ein nachträglich in existierende
Antennenmessbereiche eingebautes Element, sei es in Gebäuden oder im Freien.
5 ist eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs,
wobei die Bereichsantenne RA fest angeordnet ist, und die Testantenne AUT mechanisch
positioniert werden kann. Mit Hilfe einer Verbindung SSCP zwischen der Quellausrüstung
und der Messausrüstung MEB wird ein Synchronisationssignal bereitgestellt.
Die Erfindung ist auf diesen Typ von Antennenmessung in Form einer Zusatzfunktion
anwendbar.
6 ist eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs,
wobei die Testantenne AUT fest angeordnet ist, und die Bereichsantenne RA mechanisch
positioniert werden kann. Mit Hilfe einer Verbindung SSCP zwischen der Quellausrüstung
und der Messausrüstung MEB wird ein Synchronisationssignal bereitgestellt.
Die Erfindung ist auf diesen Typ von Antennenmessung in Form einer Zusatzfunktion
anwendbar.
7 eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs,
wobei die Bereichsantenne RA fest angeordnet ist, und die Testantenne AUT mechanisch
positioniert werden kann. Die Referenzantenne REF stellt ein separates Signal bereit,
anhand dessen die Synchronisation zwischen der Quellausrüstung und der Messausrüstung
erfolgt. Die Erfindung ist auf diesen Typ von Antennenmessung in Form einer Zusatzfunktion
anwendbar.
8 ist eine schematische Darstellung eines Antennenmessbereichs,
wobei die Testantenne AUT fest angeordnet ist, und die Bereichsantenne RA mechanisch
positioniert werden kann. Die Referenzantenne REF stellt ein separates Signal bereit,
anhand dessen die Synchronisation zwischen der Quellausrüstung und der Messausrüstung
erfolgt. Die Erfindung ist auf diesen Typ von Antennenmessung in Form einer Zusatzfunktion
anwendbar.
Im Zusammenhang mit den Ausführungsformen aus 5
bis 8 sind ein Mittel zum Erzeugen eines Trainingssignals,
und ein Mittel zum Vergleichen des empfangenen Signals mit dem erwarteten Trainingssignal
und zum Bestimmen einer Menge von Entzerrungskoeffizienten vorgesehen, die den Fehler
zwischen den Signalen eliminieren oder minimieren. Es ist ein Mittel zum Speichern
der so bestimmten Koeffizienten vorgesehen.
Im Fall der Ausführungsform aus 5
und 7 ist eine Rotation der Testantenne erforderlich,
und im Fall von 6 und 8
eine Rotation der Bereichsantenne, um eine Anzahl von Entzerrungskoeffizientenmengen
für einen Bereich von Rotationspositionen der Testantenne relativ zur Bereichsantenne
zu erhalten. Beim Kalibrieren des Antennensystems wird also eine Serie von Trainingssignalen
für unterschiedliche Rotationspositionen desselben abgestrahlt, und es werden
jeweilige Entzerrungskoeffizientenmengen für diese Positionen bestimmt und
abgespeichert. Bei anschließenden Strahlungsdiagrammmessungen werden die Koeffizienten
für die jeweils relevante relative Rotations- oder Translationsposition angewandt.
Ein Messsystem für das spezifische Absorptionsverhältnis
(SAR) (nicht dargestellt) ist eine Sonderform eines Antennenmessbereichs, die allgemein
zum Beurteilen radiologischer Gesundheitsauswirkungen von Mobiltelefonen und anderen
persönlichen drahtlosen Geräten benutzt wird. In diesen Beispielen stellt
das Testgerät die Strahlungsquelle dar, und eine durch Roboterarbeit positionierte
Sonde misst das elektromagnetische Feld in einem bestimmten Raumabschnitt, beispielsweise
in einem mit Flüssigkeit gefüllten Modell eines menschlichen Kopfes. Das
gesamte System ist in einem reflexionsarmen Raum angeordnet, und verlangt zur Durchführung
genauer Messungen eine sorgfältige Kalibrierung der Sonde. Die Erfindung ist
auf diesen Messsystemtyp in Form einer Zusatzfunktion anwendbar.
Die Erfindung stellt ein Mittel zur Signalentzerrung bereit, das auf
eine breite Spanne von Ausbreitungskanälen anwendbar ist, die sowohl in Antennenbereichen
im Freien als auch in reflexionsarmen Räumen anzutreffen sind. Außerdem
kann die Anwendung der Entzerrung, welche die Erfindung bietet, auch auf einen neuen
Typ von Innenraumantennenmesssystem angewandt werden, der speziell dazu ausgelegt
ist, einen reflexionsarmen Raum überflüssig zu machen.
9 zeigt ein Mehrknotenmesssystem, das die folgenden
Funktionsblöcke umfasst: eine Anzahl von Messknoten MN1 bis MNN; eine Signalaufbereitungs-
und Synchronisationseinheit SCSU; eine Signalsteuerungs- und Schnittstelleneinheit
SCIU; und eine Mensch-Maschine-Schnittstelle MMI. Jeder Messknoten enthält
einen Messempfänger MR, eine Antennenschnittstelle AI und eine oder mehrere
Messantennen (Sonden) MA. Die Sonden jedes Messknotens stellen ein Mittel zum Messen
spezifischer Kennlinien des übertragenen Signals (z.B. Polarisation), oder,
in der Ausführungsform eines Systems, bei dem die Messbandbreite größer
ist als die einer einzelnen Sonde, ein Mittel zum Auswählen der geeigneten
Sonde für ein jeweiliges Frequenzband bereit.
Neben den Messknoten liegt auch ein optionaler Tracking-Knoten TN
vor, der einen Antennenschnittstelle AIT und einen Tracking-Empfänger TR aufweist.
Der Tracking-Empfänger stellt die Synchronisation zwischen dem übertragenen
Signal und dem gemessenen Signal sicher.
Alle Messknoten werden von der Signalaufbereitungs- und Synchronisationseinheit
(SCSU) gesteuert und sind mit dieser synchronisiert. Die SCSU weist eine Entzerrungseinheit
auf, die der zuvor beschriebenen und in 4 gezeigten gleicht. Eine
Signalsteuerungs- und Schnittstelleneinheit (SCIU) steuert die SCSU, und kann wahlweise
mit der Quellausrüstung verbunden sein. Mit Ausnahme der SCIU sind alle genannten
Blöcke mit den Messausrüstungsblöcken aus 5
bis 8 vergleichbar.
Es liegt allerdings ein wichtiger Unterschied zwischen dem System
aus 9 und den Systemen aus 5
bis 8 vor: das Wegfallen der Notwendigkeit eines Positionierungssystems
in einer bevorzugten Ausführungsform. Stattdessen sind die Messknoten so angeordnet,
dass sie das gesamte Strahlungsdiagramm der AUT oder einen Teil desselben „beobachten",
ohne dass sich die Bereichsantenne oder die AUT bewegen müssen. In einigen
wenigen Fällen ist es möglicherweise nur erforderlich, das Strahlungsdiagramm
einer Antenne für einen begrenzten Raumabschnitt zu messen, wie z.B. den Bogen
aus 10, wobei die AUT an dem Punkt angeordnet wird,
von dem aus der Bogen gezogen wurde. Das Beispiel aus 10
umfasst neun Messknoten, die entlang einem Bogen mit dem Radius r vom Mittelpunkt
des Messgegenstands oder der Testantenne gleichförmig beabstandet sind. Eine
Ausführungsform der Erfindung besteht darin, Messknoten zu benutzen, die zufällig
oder gleichförmig in linearen, flachen oder dreidimensionalen Arrays angeordnet
sind, um jeweils bestimmten Zwecken zu dienen. Bei einer solchen Ausführungsform
kann eine Translation der Testantenne nötig sein, um Messungen kugelförmiger
Strahlungsdiagramme zu ermöglichen. Eine Translation kann jedoch wegfallen,
wenn die Messknoten dreidimensional im Raum verteilt sind.
Messungen kugelförmiger Antennendiagramme verlangen, dass die
Beobachtungsknoten in einem Raumvolumen verteilt sind, das durch eine Kugel beschrieben
ist. Die Verteilung und die Anzahl der Messknoten beeinflusst die Auflösung
des gemessenen Diagramms. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist
ein Mehrknotenmesssystem, bei dem die Knoten MN an den Ecken eines Polyeders angeordnet
sind. Ein bevorzugtes Beispiel für ein Polyeder mit einem hohen Maß an
Symmetrie ist ein Ikosaederstumpf, wie in 11
dargestellt. Es existieren jedoch andere Geometrien, die denselben Zweck erfüllen.
In dieser Erfindung kann jede geeignete Geometrie benutzt werden. Die Verbindungsarme
oder Stäbe unterstützen den mechanischen Aufbau und bilden eine Führung
für elektrische Verbindungen. Der Ikosaederstumpf umfasst sechs Ecken, zwölf
pentagonale Flächen und fünfzehn hexagonale Flächen. Der Abstand
jedes beliebigen Punktes zu seinem nächsten Nachbarn ist für alle Punkte
gleich. Jeder Punkt weist genau drei Nachbarn auf.
Das Mehrknoten-Antennendiagrammmesssystem bietet bei Implementierung
als dreidimensionale geometrische Struktur die Möglichkeit, dreidimensionale
Messungen in Echtzeit durchzuführen. Diese Ausführungsform der Erfindung
ist ein technischer Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik, und erlaubt
es Ingenieuren, die Auswirkungen vorgenommener Auslegungsänderungen direkt
zu beobachten.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung in der Form eines
Mehrknoten-Antennenmesssystems, das als eine offene Struktur aufgebaut ist, liegt
in automatischen Messsystemen vor, bei denen einander ähnliche Messgegenstände
innerhalb des Messsystems befördert werden (beispielsweise bei der Produktionsprüfung
von Artikeln der Massenproduktion, wie z.B. Mobiltelefonen und anderen drahtlosen
Geräten). Bei einem solchen System muss das Testgerät (DUT) dazu konfiguriert
sein, ein Signal zu übertragen, bevor es in das System gelangt, und muss dazu
konfiguriert sein, nach Verlassen des Systems die Übertragung einzustellen.
Die Entzerrung des Messweges wird entweder durch bereits bekannte Information zu
dem vom DUT übertragenen Signal, oder durch einen gesonderten Kalibrierungsprozess
durchgeführt, aus dem sich die Kanalentzerrung herleitet.
Für ein Mehrknotensystem sind folgende Mittel vorgesehen: zum
Erzeugen eines vorbestimmten Trainingssignals, zum Vergleichen des abgestrahlten
Signals im empfangenen Signal und zum Erzeugen einer Entzerrungskoeffizientenmenge
für jeden Knoten, und zum Abspeichern der Entzerrungskoeffizientenmenge für
jeden Knoten.
Im Fall einer dreidimensionalen Verteilung der Knoten können
die erforderlichen Entzerrungskoeffizienten nacheinander an jedem Knoten berechnet
werden, oder gleichzeitig, wenn die Hardware und die Software dies zulassen. Im
Fall von nicht dreidimensionalen Mehrknotensystemen wird eine relative Rotation
der Testantenne in Bezug auf die Knoten durchgeführt, um eine Anzahl von Entzerrungskoeffizientenmengen
zu erhalten, die der relativen Rotationsposition passend zugeordnet werden. Auf
diese Weise wird ein Mittel zum Korrelieren der relativen Rotationsposition mit
der Entzerrungskoeffizientenmenge für jede Position bereitgestellt.
Die oben beschriebenen Ausführungsformen dienen der Veranschaulichung,
und es versteht sich, dass die vorliegende Erfindung nicht auf sie beschränkt
ist. Weitere Modifikationen, Änderungen und Verbesserungen, die die hier offenbarten
und beanspruchten zugrunde liegenden Grundgedanken beibehalten, liegen im Umfang
der Erfindung.