Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung alkali- und hitzestabiler
Zuckeralkoholzusammensetzungen, die in einem S-Test eine optische Dichte von 0,100
oder weniger als 0,100 zeigen.
Alkali- und Hitzestabilität von Zuckeralkoholen ist für
all jene Anwendungen von großer Bedeutung, in denen unter diesen Bedingungen
eine Farbbildung verhindert werden muss. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn
Polyolzusammensetzungen als Feuchthaltemittel in Zahncremes verwendet werden, die
alkalische Schleifmittel enthalten, oder als Bausteine von Polyetherpolyolen oder
als Ausgangsmaterialien bei der Herstellung von Sorbitanestern. Die Färbung
von Endprodukten, welche diese Polyole enthalten, geht häufig auf das Vorliegen
von farbbildenden Vorläufern, wie z.B. reduzierenden Restzuckern, in den verwendeten
Zuckeralkoholzusammensetzungen zurück.
Es handelt sich hierbei um ein recht bekanntes Problem, und es wurden
bereits eine Reihe von Lösungsvorschlägen zur Verbesserung der Alkali-
und Hitzestabilität derartiger Polyolzusammensetzungen gemacht.
In JP 63079844 ist ein Verfahren
beschrieben, in welchem eine wässrige Zuckeralkoholzusammensetzung auf einen
pH-Wert zwischen 8 und 13 eingestellt und anschließend ein (diskontinuierlicher)
Erwärmungsschritt bei Temperaturen, die zwischen 90 °C und 220 °C
variieren, durchgeführt wird. Das erhaltene Produkt wird dann gereinigt, indem
die Polyollösung durch ein stark saures Kationenaustauscherharz, ein stark
basisches Anionenaustauscherharz und ein Mischbettharz hindurchgeleitet wird.
In EP 0 711 743 ist ein ähnliches
Verfahren offenbart, in welchem die Polyolzusammensetzung zunächst durch einen
Oxidations- einen Fermentations- oder einen Karamellisierungsschritt stabilisiert
wird, wonach eine Reinigung der Lösung erfolgt. Der Reinigungsschritt ist hierbei
dem in JP 63079844 offenbarten Reinigungsschritt
vergleichbar.
In EP 1 095 925 ist ein Reinigungsverfahren
offenbart, das eine erste Behandlung auf einem stark sauren kationischen Austauscherharz
bei einer Temperatur von weniger als 50 °C, vorzugsweise weniger als 40 °C,
gefolgt von einer Behandlung auf einem stark basischen anionischen Harz und einem
Mischbettharz, umfasst.
Verfahren zur Entfernung von Aldehyden und anderen reaktiven Verunreinigungen
und/oder zur Farbstabilisierung von wässrigen Glycerin- und Glykollösungen
werden in FR 1 546 472 und in
US 6,187,973 diskutiert. In beiden Fällen
wurde für die Behandlung der wässrigen Polyollösungen ein stark basisches
Anionenaustauscherharz in Hydroxidform in die Bisulfit-Form überführt.
Der größte Nachteil der oben zitierten Verfahren liegt in
ihrer Komplexität. So ist zuerst ein chemischer Stabilisierungsschritt durchzuführen
und anschließend ein recht komplizierter Reinigungsschritt. Während dieses
Stabilisierungsschritts werden hohe pH-Werte angewendet. Darüber hinaus sind
hohe Temperaturen (> 90 °C) und lange Reaktionszeiten notwendig, um die
erforderliche Stabilisierung zu erreichen (siehe JP63079844
und EP711743). Dies führt zu einem recht
erheblichen Verbrauch an Chemikalien während der chemischen Reaktion sowie,
später, bei der Regenerierung der unterschiedlichen Ionenaustauscherharze.
Weiterhin sind zwei separate Schritte erforderlich, um das gewünschte
Resultat zu erzielen. Die benötigten Vorrichtungen umfassen daher einen Reaktor
zur Durchführung des Stabilisierungsschrittes und wenigstens zwei Ionenaustauscherharz-Batterien
zur Durchführung des Reinigungsschrittes.
Im Falle von Harzen des Bisulfit-Typs hat sich deren Einsatz dann
als ineffizient erwiesen, wenn höhere Polyole, wie beispielsweise Pentite,
Hexite und/oder hydrierte Stärkehydrolysate behandelt wurden, um alkali- und
hitzestabile Produkte zu erhalten.
Das Ziel der Erfindung besteht in der Bereitstellung eines einfachen
Verfahrens zur Herstellung alkali- und hitzestabiler Zuckeralkoholzusammensetzungen,
die in einem S-Test eine optische Dichte von 0,100 oder weniger als 0,100 zeigen.
Dieses Verfahren führt zu einer Reduzierung des Verbrauchs an Chemikalien und
stellt ein Einstufenverfahren dar, in dem die alkalische Stabilisierung und die
Entfärbung kombiniert sind. Dieses einstufige Verfahren kann kontinuierlich
durchgeführt werden.
Dieses Ziel wird erreicht durch die Bereitstellung eines Verfahrens
zur Herstellung alkali- und hitzestabiler Zuckeralkoholzusammensetzungen,
die in einem S-Test eine optische Dichte von 0,100 oder weniger als 0,100 zeigen,
und in dem eine Zuckeralkoholzusammensetzung mit einem stark basischen Anionenaustauscherharz
in Hydroxidform bei einer Temperatur zwischen 30 °C und 100 °C behandelt
wird.
In einem bevorzugten Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
wird die Zuckeralkoholzusammensetzung einem Säulensystem zugeführt, welches
ein stark basisches Anionenaustauscherharz in Hydroxidform mit einem Volumendurchsatz
von ≤ 6 Bettvolumina (BV)/h enthält.
"Bettvolumen" ist hierbei definiert als das Gesamtvolumen des im Stabilisierungsschritt
verwendeten Harzes, unabhängig davon, ob das Harz in einem Ein-Säulen-System
oder einem Mehr-Säulen-System eingesetzt wird.
Bei Verwendung eines Mehr-Säulen-Systems wird wenigstens ein
Teil der Säulen des Systems in einem Regenerierungsmodus betrieben, während
die übrigen Säulen in einem Betriebsmodus betrieben werden, welcher die
Schritte der Stabilisierung und der gleichzeitigen Entfärbung umfasst.
In einem stärker bevorzugten Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung liegt der Volumendurchsatz zwischen 0,1 und 1 BV/h.
Mit größtem Vorzug liegt der Volumendurchsatz zwischen 0,2
und 0,8 BV/h.
Vor der Behandlung mit dem stark basischen Anionenaustauscherharz
weist die Zuckeralkoholzusammensetzung vorzugsweise einen Leitfähigkeitswert
von weniger als 100 &mgr;S/cm auf und mit größerem Vorzug 50 &mgr;S/cm.
Das stark basische Anionenaustauscherharz ist vorzugsweise aus einer
der nachfolgend genannten Kategorien ausgewählt:
– thermostabile Harze
– Styrolharze des Typs I, II oder III, oder
– Acrylharze.
Bei Verwendung eines Styrolharzes des Typs I oder des Typs III oder
eines Acrylharzes wird vorzugsweise eine Säulentemperatur zwischen 45 °C
und 70 °C angewendet.
Bei Verwendung eines Styrolharzes des Typs II wird vorzugsweise eine
Säulentemperatur unterhalb von 45 °C verwendet.
Sei Verwendung eines thermostabilen Harzes wird vorzugsweise eine
Säulentemperatur verwendet, die über 75 °C liegt.
Einerseits kann die Zuckeralkoholzusammensetzung durch Hydrieren eines
Stärkehydrolysats hergestellt werden, welches durch saure Umsetzung einer Stärke,
durch eine Kombination von saurer und enzymatischer Umsetzung einer Stärke
oder durch eine enzymatische Mehrfachumsetzung gewonnen wird.
Andererseits kann die Zuckeralkoholzusammensetzung auch durch Hydrieren
reduzierender Zucker hergestellt werden, die den Gruppen der Ketopentosen oder Aldopentosen,
der Keto- oder Aldohexosen, der Disaccharide oder der Nicht-Stärke-Oligosaccharidmischungen
angehören.
In einem bevorzugten Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
weist die Zuckeralkoholzusammensetzung einen pH-Wert zwischen 8,5 und 9,5 auf, wenn
sie das stark basische Anionenaustauscherharz verlässt.
Um alkali- und hitzestabile Zuckeralkoholzusammensetzungen, die in
einem S-Test eine optische Dichte von 0,100 oder weniger als 0,100 zeigen, herzustellen,
was unter die Bedingungen der EP 0 711 743
fällt, wird ein Einschrittverfahren angewendet, bei dem alle Farbvorläufer
eliminiert werden und der resultierende Zuckeralkoholsirup farblos sowie alkali-
und hitzestabil ist. Hierbei werden überraschend niedrige Temperaturen eingesetzt,
z.B. Temperaturen zwischen 30 und 100 °C. Diese Temperaturen reichen aus, um
das – durch den S-Wert ausgedrückte – gewünschte Ergebnis
zu erzielen, wenn zur Behandlung der Zuckeralkoholzusammensetzungen ein stark basisches
Anionenaustauscherharz verwendet wird.
Der S-Test beruht auf einer spektrophotometrischen Messung der zu
testenden Produkte.
In der vorliegenden Anmeldung bezeichnet der Begriff "S-Test" das
nachfolgend beschriebene Testverfahren:
– Das zu testende wässrige Polyolsirup wird auf einen Feststoffgehalt
von 40 Gew.-% gebracht, falls erforderlich, durch Konzentrieren oder durch wässrige
Verdünnung;
– 5 ml dieser Lösung werden mit 500 mg Natriumhydrogencarbonat in
ultrareiner Qualität – im Handel z.B. unter der Bezeichnung RP NormapurTM,
analysenrein, von der Firma Prolabo, 65 Bd Richard Lenoir, Paris, Frankreich, erhältlich
– und mit 250 mg einer wässrigen, 20% Ammoniak enthaltenden Lösung
versetzt;
– Das Ganze wird gemischt und 2 Stunden lang in einem Dampfbad bei 100
°C ohne Rühren erhitzt;
– Die Temperatur der Lösung wird auf 20 °C gebracht, und die
optische Dichte der so erhaltenen Lösung wird bei einer Wellenlänge von
420 nm mit einem Spektrophotometer, beispielsweise dem von Perkin-Elmer unter dem
Warenzeichen Lambda 5 UV/VIS Spektrophotometer vertriebenen, gemessen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Ein-Säulen-
oder Mehr-Säulen-System eingesetzt, das ein stark basisches Anionenaustauscherharz
in Hydroxidform mit einem Volumendurchsatz von ≤ 6 Bettvolumina (BV)/h enthält.
Ein vorteilhaftes kontinuierlich betriebenes Mehr-Säulen-System
für diese Erfindung ist als ISEP- oder als CSEP-Konfiguration bekannt. Hierbei
wird ein Teil der Säulen des Systems im Regenerierungsmodus verwendet, während
die übrigen Säulen für die Stabilisierung und gleichzeitige Entfärbung
des Substrates, d.h. in einem Betriebsmodus, genutzt werden. Dies bedeutet, dass
ein im Betriebsmodus arbeitende Säule deaktiviert wird, wenn sie eine bestimmte
Menge an Substrat behandelt hat. Die Deaktivierung kann durch Überwachen des
pH-Wertes des Sirups beobachtet werden, welcher die Säule verlässt. Diese
"erschöpfte" Säule wird darin in den Regenerierungsmodus umgeschaltet
und durch eine bereits regenerierte Säule ersetzt. Der Volumendurchsatz beträgt
vorzugsweise zwischen 0,1 und 1 BV/h, mit größerem Vorzug zwischen 0,2
und 0,8 BV/h.
Die gemäß der vorliegenden Erfindung verwendeten stark basischen
Anionenaustauscherharze gehören den Typ-I-, Typ-II- oder Typ-III-Kategorien
der Styrolharze, dem Acrylharz-Typ und der Kategorie der thermostabilen Harze an.
Die Kategorie der Typ-I-Styrolharze umfasst Harztypen wie Amberlite
IRA404, FPA90 und Amberjet 4400, Dowex Marathon 11 und Lewatit M500.
Ein typischer Vertreter der Typ-II-Harze ist der Styrolharz-Typ Dowex
22.
Ein typischer Vertreter der Typ-III-Harze ist der Styrolharz-Typ Purolit
A555.
Vertreter der Acrylharz-Kategorie sind z.B. Amberlite IRA458 und Amberlite
FPA98.
Ein typisches Beispiel für die Kategorie der thermostabilen stark
basischen Anionenaustauscherharze ist Diaion TSA1200.
Wenn Styrolharze des Typs I oder des Typs III, oder Acrylharze eingesetzt
werden, so liegt die Säulentemperatur vorzugsweise zwischen 45 °C und
70 °C.
Bei Verwendung von Styrolharzen des Typs II beträgt die Säulentemperatur
vorzugsweise < 45 °C.
Bei Verwendung von thermostabilen Harzen beträgt die Säulentemperatur
vorzugsweise > 75 °C.
Die Zuckeralkoholzusammensetzung wird durch Hydrieren reduzierender
Zuckerzusammensetzungen erzeugt. Typische reduzierende Zuckerzusammensetzungen sind
Stärkehydrolysate; der Begriff umfasst jedoch auch andere reduzierende Zucker,
wie Keto- und Aldopentosen, Keto- und Aldohexosen, Disaccharide (z.B. Laktose, Maltose,
Isomaltose, Isomaltulose) und Nicht-Stärke-Oligosaccharidmischungen. Der Begriff
Stärkehydrolysate bezeichnet Zusammensetzungen, die durch eine saure Umsetzung,
eine Kombination von saurer und enzymatischer Umsetzung oder eine enzymatische Mehrfachumsetzung
von Stärke gewonnen werden; hierzu gehört auch die chemische oder enzymatische
Isomerisierung. Typische Beispiele hierfür sind Maltodextrine, "Standard"-Glucosesirupe,
Maltosesirupe, konvertierte Sirupe mit hohem DE-Wert, wie beispielsweise 96DE- und
99DE-Glucosesirupe, Isoglucosen und Kristallisations-Mutterlaugen. Die Stärke
kann aus Getreide, aus Knollen, Wurzeln oder aus Hülsenfrüchten hergestellt
werden.
Das eine Stabilisierungsbehandlung erfordernde Zuckeralkoholsubstrat
hat vorzugsweise einen Leitfähigkeitswert von < 100 &mgr;S/cm, mit größerem
Vorzug < 50 &mgr;S/cm, bevor das Substrat mit dem stark basischen Anionenaustauscherharz
behandelt wird. Derartige Zuckeralkoholzusammensetzungen können bei Verwendung
eines Edelmetall-Hydrierungskatalysators, beispielsweise Ru, Pt oder Pd, erhalten
werden oder, in solchen Fällen, in denen Übergangsmetalle wie zum Bespiel
Ni, Co, Cu oder Fe als Katalysatoren verwendet werden, durch vorheriges Entfernen
der gelösten, restlichen Metallionen aus dem Substrat.
Die so erhaltenen behandelten, farbstabilen Zuckeralkohole haben normalerweise
einen pH-Wert, der zwischen 8,5 und 9,5 variiert, wenn sie das stark basische Anionenaustauscherharz
verlassen. Diese Zuckeralkoholzusammensetzungen können daran in unveränderter
Form verwendet werden, oder Sie werden unter Verwendung eines Mischbettharzes oder
eines schwach sauren Kationenaustauscherharzes weiter verarbeitet, so dass ein Sirup
mit pH = 4-7, vorzugsweise pH = 5-6,5, erhalten wird.
Die eine hohe Alkali- und Hitzestabilität aufweisenden Sorbitzusammensetzungen
können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wie oben beschrieben hergestellt
werden. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch andere Verfahren angewandt
werden können, um solche speziellen und unerwarteten Sorbitzusammensetzungen
zu erhalten.
Die Sorbitzusammensetzung enthält wenigstens 95% Sorbit in der
Trockensubstanz und weist eine optische Dichte von weniger als 0,02 auf.
Gemäß einer stärker bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung enthält die Sorbitzusammensetzung wenigstens 99% Sorbit in der
Trockensubstanz und hat eine optische Dichte von weniger als 0,01.
Um die Erfindung zu erläutern, werden im Folgenden einige Beispiele
aufgeführt.
BEISPIELE:Vergleichsbeispiel 1:
Ein Sorbitsirup, der 96% Sorbit enthielt und einen S-Wert von 1,10
vor der Stabilisierung aufwies, wird einer alkalischen Wärmebehandlung unterzogen.
Hierbei wird der pH-Wert mit 1N NaOH auf einen Wert von pH = 11,2 gebracht, und
der Sirup wird 2 Stunden lang bei unterschiedlichen Temperaturen erhitzt, worauf
sich ein Raffinierungsschritt anschließt. Nach dem Raffinieren wird die optische
Dichte des so behandelten Sirups mit dem S-Test ermittelt. Hierbei zeigt sich deutlich,
dass ausreichend hohe Temperaturen erforderlich sind, um innerhalb einer angemessenen
Zeit eine ausreichende Stabilisierung zu erzielen. Die Auswirkungen der Bedingungen,
die bei der Stabilisierung herrschen, gehen aus der nachfolgenden Tabelle klar hervor.
Vergleichsbeispiel 2:
Dieses Beispiel zeigt, dass die Verwendung von stark basischen Anionenaustauschern
in Sulfitform für die Erzeugung von alkali- und hitzestabilen Polyolen, vergleichbar
mit den in EP 0 711 743 offenbarten Polyolen,
nicht geeignet ist.
Hierbei wurde ein stark basisches Anionenaustauscherharz in Hydroxidform
in die Bisulfit-Form überführt, indem eine 2-mol/1-NaHSO4-Lösung
solange durch ein Bett aus diesem Harz geleitet wurde, bis die Bisulfit-Konzentration
am Eingang und am Ausgang im Wesentlichen die gleiche war. Das Harz wurde anschließend
mit 10 Volumina Wasser pro Volumen Harz gewaschen.
Danach wurde eine nicht raffinierte Sorbitlösung, die einen S-Wert
von 0,85 (bestimmt durch den S-Test nach EP711743)
aufwies, bei Raumtemperatur durch das der Bisulfit-Behandlung unterzogene Harz geleitet,
wie in Tabelle 1 dargestellt.
Die behandelten Lösungen erfüllten die in EP
0 711 743 aufgeführten Anforderungen für eine Alkali-/Hitze-Stabilität
dieser Polyole nicht – wie aus Tabelle 1 ersichtlich.
Tabelle 1: Behandlung von Sorbit mit Anionenaustauscherharz in Bisulfit-Form:
(1): Dowex 22 (Typ II) und Lewatit M500 (Typ I) sind beides stark basische Anionenaustauscherharze,
die wie oben beschrieben in die Bisulfit-Form überführt wurden.
Beispiel 1:
Vier verschiedene Säulen werden mit 100 ml unterschiedlicher,
stark basischer Anionenaustauscherharze in Hydroxidform befüllt.
Die verwendeten Harze sind: Amberlite FPA 90, Amberlite IRA 458, Amberjet
4400 und Purolite A555.
Die Betriebstemperatur für die Säulen, welche Amberlite
FPA90 und Amberjet 4400 enthalten, beträgt 60 °C. Die Betriebstemperatur
für die Amberlite IRA 458 und Purolite A555 enthaltenden Säulen beträgt
55 °C.
Der verwendete unraffinierte Sorbitsirup wird durch Hydrieren eines
96-DE-Glucosesirups erhalten und hat eine Konzentration von 50% TS. Der S-Wert des
Sirups beträgt 1,11. Der Sirup wird mit 0,33 BV/h durch die Säulen geleitet.
Der S-Wert des behandelten Substrats wird in der Mischung aus den gesammelten Volumina
der ersten 25 Bettvolumina bestimmt.
Tabelle 2: Stabilisierung von Sorbitsirup durch Behandlung mit einem
stark basischen anionischen Harz, ausgedrückt durch den S-Wert der Sirupe:
Beispiel 2:
Es wurde die gleiche Prozedur wie in Beispiel 1 angewendet. Das hier
behandelte Substrat ist Sorbitsirup, der durch die Hydrierung eines D99-Dextrosesirups
erhalten wurde. Der Sorbitsirup hat einen Sorbitgehalt von 99,4% und, vor der Stabilisierung,
einen S-Wert von 0,87.
Der Sirup wird wieder durch die Säulen, mit 0,33 BV/h, geleitet.
Der behandelte Sorbitsirup wird gesammelt. Eine gemischte Probe, die der Mischung
der ersten 30 Bettvolumina entspricht, wird dem S-Test unterzogen.
Tabelle 3: Stabilisierung von D99-Sorbitsirup durch Behandlung mit
einem stark basischen anionischen Harz, ausgedrückt durch den S-Wert der Sirupe:
Beispiel 3:
Es wurde die gleiche Prozedur wie in Beispiel 1 angewendet. Das hier
behandelte Substrat ist ein Maltitolsirup, der durch Hydrierung eines Sirups mit
hohem Maltosegehalt, der etwa 65% Maltose, 8% Glucose und 20% Maltotriose enthielt,
gewonnen wurde. Der Maltitolsirup hat vor der Raffinierung einen S-Wert von 2.
Dieser Sirup wird wieder mit 0,33 BV/h durch die Säulen geleitet.
Der behandelte Maltitolsirup wird gesammelt. Eine gemischte Probe, die der Mischung
der ersten 25 Bettvolumina entspricht, wird dem S-Test unterzogen.
Tabelle 4: Stabilisierung von Maltitolsirup durch Behandlung mit einem
stark basischen anionischen Harz, ausgedrückt durch den S-Wert der Sirupe:
Dieses Beispiel macht deutlich, dass sowohl die Zusammensetzung des
Substrats, der ursprüngliche S-Wert des Substrats als auch das verwendete Ionenaustauscherharz
die Raffinierungsleistung beeinflussen können.
Beispiel 4:
Eine Säule wird mit 100 ml eines stark basischen thermostabilen
Anionenaustauscherharzes (Diaion TSA1200) befüllt. Das behandelte Substrat
ist ein Maltitolsirup, das durch Hydrieren eines Maltosesirups mit hohem Maltosegehalt,
der etwa 65% Maltose, 8% Glucose und 20% Maltotriose enthielt, gewonnen wurde.
Der Sirup (50% TS) wird bei 90 °C mit einer Geschwindigkeit von
2 BV/h durch die Säule geleitet. Die Entwicklung des S-Wertes in Abhängigkeit
von der Anzahl der behandelten Bettvolumina ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Beispiel 5:
Eine Säule wird mit 100 ml eines stark basischen Styrol-Anionenaustauscherharzes
des Typs II (Dowex 22) befüllt. Das behandelte Substrat ist ein Sorbitsirup
(96% Sorbit), erhalten durch Hydrierung eines 96DE-Glucosesirups. Der Sorbitsirup
hat vor der Stabilisierung einen S-Wert von 0,81.
Der Sirup (50% TS) wird mit einer Geschwindigkeit von 0,2 BV/h bei
40 °C durch die Säule geleitet. Nach 24 h wurde der S-Wert des gesammelten
Volumens bestimmt. Der S-Wert des gesammelten Volumens betrug S = 0,036.
Beispiel 6
In diesem Beispiel wird ein Mehr-Säulen-System für die Raffinierung
eines Maltitolsirups verwendet, der vor der Behandlung einen S-Wert von 2,2 aufwies.
Der Maltitolsirup wird durch die Hydrierung eines Maltosesirups mit hohem Maltosegehalt,
der etwa 65% Maltose, 8% Sorbit und 20 Maltotriose enthält, erzeugt.
Vier Säulen werden jeweils mit 100 ml Amberlite IRA458-Harz in
Hydroxylform befüllt. Drei der vier Säulen werden in Reihe geschaltet.
Der Maltitolsirup wird durch diese drei Säulen in einer Geschwindigkeit von
100 ml/h (0,33 BV/h-300 ml des verwendeten Harzes) hindurchgeleitet. Die Temperatur
der Säulen beträgt 55 °C. Der behandelte Sirup wird in Fraktionen
von 1 Liter gesammelt, und bei jeder dieser Fraktionen wird der S-Wert bestimmt.
In einer Einzelprobe wird, am Ausgang der ersten Säule, der pH-Wert in dem
Moment gemessen, in dem am Ausgang der dritten (letzten) Säule des Stabilisierungszyklus
eine 1-Liter-Fraktion gesammelt wird. Zeigt der pH-Wert einen signifikanten Abfall
gegenüber dem pH-Wert der vorher genommenen Probe, so wird:
– die erste Säule (Nr. 1) außer Betrieb gesetzt und regeneriert
– die zweite Säule (Nr. 2) wird dann die erste Säule und nimmt
das zu behandelnde Substrat auf
– die dritte Säule (Nr. 3) wird die zweite Säule
– die Säule, die sich im Stand-by-Modus befand (Nr. 4) wird nun
die dritte Säule in der Serie.
Dieser Stabilisierungsprozess wird solange fortgesetzt, bis Säule
Nr. 2, nunmehr die erste Säule, einen signifikanten Abfall des pH-Wertes zeigt.
Die Ergebnisse eines solchen Karussellverfahrens sind in der nachfolgenden
Tabelle aufgelistet.
Tabelle 5: Kontinuierliches Karussellverfahren zur Stabilisierung von
Maltitolsirup
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung alkali- und hitzestabiler Zuckeralkoholzusammensetzungen,
die in einem S-Test eine optische Dichte von 0,100 oder weniger als 0,100 zeigen,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Zuckeralkoholzusammensetzung mit einem
stark basischen Anionenaustauscherharz in Hydroxidform bei einer Temperatur zwischen
30 °C und 100 °C behandelt wird.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuckeralkoholzusammensetzung
mit einem Volumendurchsatz von ≤ 6 Bettvolumina (BV)/h einem Säulensystem
zugeführt wird, welches ein stark basisches Anionenaustauscherharz in Hydroxidform
enthält.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ein-Säulen-System
verwendet wird.Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mehr-Säulen-System
verwendet wird, bei welchem wenigstens ein Teil der Säulen des Systems in einem
Regenerierungsmodus verwendet werden, während die übrigen Säulen
in einem Betriebsmodus verwendet werden, welcher die Schritte der Stabilisierung
und gleichzeitiger Entfärbung umfasst.Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass der Volumendurchsatz zwischen 0,1 und 1 BV/h beträgt.verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumendurchsatz
zwischen 0,2 und 0,8 BV/h beträgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuckeralkoholzusammensetzung vor der Behandlung mit dem stark basischen
Anionenaustauscherharz einen Leitfähigkeitswert von weniger als 100 &mgr;S/cm
aufweist.Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuckeralkoholzusammensetzung
vor der Behandlung mit dem stark basischen Anionenaustauscherharz eine Leitfähigkeit
von weniger als 50 &mgr;S/cm aufweist.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das stark basische Anionenaustauscherharz der Gruppe der thermostabilen Harze
angehört.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das stark basische Anionenaustauscherharz ein Styrolharz vom Typ I, Typ II
oder Typ III ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das stark basische Anionenaustauscherharz ein Acrylharz ist.Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei
Verwendung eines Styrolharzes vom Typ I oder Typ III oder eines Acrylharzes eine
Säulentemperatur zwischen 45 °C und 70 °C angewendet wird.Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung
eines Styrolharzes vom Typ II eine Säulentemperatur unterhalb von 45 °C
verwendet wird.Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Säulentemperatur
verwendet wird, die mehr als 75 °C beträgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuckeralkoholzusammensetzung durch Hydrieren eines Stärkehydrolysats
hergestellt wird, welches durch saure Umsetzung einer Stärke, durch eine Kombination
von saurer und enzymatischer Umsetzung einer Stärke oder durch eine enzymatische
Mehrfachumsetzung gewonnen wird.verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zuckeralkoholzusammensetzung durch Hydrieren reduzierender Zucker hergestellt
wird, die den Gruppen der Ketopentosen oder Aldopentosen, der Keto- oder Aldohexosen,
der Disaccharide oder der Nicht-Stärke-Oligosaccharidmischungen
angehören.