Diese Erfindung bezieht sich auf doppelseitige Velour-Gewebeartikel,
und insbesondere auf doppelseitige Velour-Gewebeartikel mit verbesserter dynamischer
Isolationseigenschaft aufgrund relativ höherer Verdichtung und Verwindung.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Doppelseitige Velour-Gewebeartikel mit gegenüberliegenden Fleece-Oberflächen
oder rauen Oberflächen, die beispielsweise durch Prozesse wie Schleifen, Bürsten
oder Aufrauen erzielt werden, sind dafür bekannt, dass sie unter statischen
Bedingungen gute Isolationseigenschaften aufweisen, das heißt bei ruhigen oder
stillen Luftverhältnissen, bei denen kein Wind durch das Gewebe bläst.
Diese Isolationseigenschaften dieser Gewebe verschlechtern sich jedoch rapide unter
dynamischen Bedingungen, das heißt bei kaltem Wind. Das Ergebnis ist, dass
ein Verbraucher beim Tragen eines doppelseitigen Velour-Gewebeartikels häufig
die Notwendigkeit sieht, zusätzlich eine Hülle, zum Beispiel aus Nylongewebe
oder anderem Material mit geringer Durchlässigkeit zu tragen, wenn möglicherweise
windige Wetterbedingungen auftreten.
Es ist ebenfalls bekannt, dass die thermischen Isolationseigenschaften
eines doppelseitigen Velour-Gewebeartikels verbessert werden, wenn ein relativ gröberes
Nähgarn eingearbeitet wird und/oder die Stichweite gestrafft bzw. verkleinert
wird. Diese Herangehensweisen ergeben jedoch Gewebeartikel mit sehr schlechten Stretcheigenschaften,
erhöhter Steifigkeit und erhöhtem Gewicht.
US 2009361 beschreibt ein Strickgewebe,
in das ein Faden oder eine Litze aus unbedecktem Gummi eingestrickt ist. Das Gewebe
kann aufgeraut werden.
ZUSAMMENFASSUNG
Ein Aspekt der Erfindung betrifft einen doppelseitigen Velour-Gewebekörper
mit einer technischen Vorderseite, gebildet durch ein Filament-Nähgarn und
einer technischen Rückseite, gebildet durch ein Filament-Schlingengarn, wobei
der Gewebekörper eine Velouroberfläche aufweist, ausgebildet sowohl auf
der technischen Rückseite als auch auf der technischen Vorderseite, wobei entweder:
(a) das Filament-Nähgarn wärmeempfindliches Material umfasst und das wärmeempfindliche
Material dafür ausgebildet ist, auf Wärmeanwendung während der Verarbeitung
zu reagieren, um eine Verwindung zu erhöhen, oder (b) das Filament-Nähgarn
ein Elastomermaterial umfasst, oder (c) raue Fasern der Velouroberfläche von
zumindest einer von der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite,
einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
zu der anderen von der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite
hin verstrickt werden, oder (d) nach Fertigstellung zumindest eine von der technischen
Vorderseite und der technischen Rückseite einer Hydroverstrickung unterzogen
worden ist, um raue Fasern der Velouroberfläche zu verstricken, einschließlich
in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers, um dadurch den Gewebekörper
zu verdichten und eine Verwindung zu erhöhen, in der Weise, dass der Gewebekörper
eine Durchlässigkeit von ungefähr 24 m3/m2/min (80
ft3/ft2/min) oder weniger bei einer Druckdifferenz von 1,2
cm (1/2 inch) Wasser über dem Gewebekörper aufweist (nach dem Testverfahren
der ASTM Designation: D737-96, „Standard Test Method for Air Permeability
of Textile Fabrics" [„Standard-Testverfahren für die Luftdurchlässigkeit
von textilen Geweben"]).
Bevorzugte Ausführungsformen können eine oder mehrere der
folgenden zusätzlichen Eigenschaften beinhalten. Das wärmeempfindliche
Material wird vorzugsweise aus einer Gruppe ausgewählt, die aus Polypropylen,
Polyester und Polyamid besteht. Das wärmeempfindliche Material umfasst Wärmeschrumpfmaterial,
das vorzugsweise aus einer Gruppe ausgewählt wird, die aus Polypropylen, Polyester
und Polyamid besteht. Das wärmeempfindliche Material reagiert auf die Anwendung
von trockener Wärme und/oder auf die Anwendung von feuchter Wärme, zum
Beispiel Dampf oder heißes Wasser, zum Beispiel bei ungefähr 100°C
(212°F) bis ungefähr 230°C (450°F), angewendet während
einer Dauer von ungefähr 2 Minuten bis ungefähr 60 Minuten. Das Filament-Nähgarn
umfasst ein Elastomermaterial, zum Beispiel Spandex bzw. Elastan. Filamente des
wärmeempfindlichen Materials und Filamente des Elastomermaterials werden vermengt
oder miteinander verflochten. Das Filament-Nähgarn ist ein Core-Spun-Garn bzw.
Kerngarn, das einen Kern und einen Mantel umfasst, wobei der Mantel Hotmeltmaterial
umfasst. Das Kernmaterial wird vorzugsweise aus der Gruppe ausgewählt, die
aus Polyester und Nylon besteht und das Hotmeltmaterial wird vorzugsweise aus der
Gruppe ausgewählt, die aus Polypropylen, Polyester und Polyamid besteht. Das
Filament-Schlingengarn wird aufgespalten, zum Beispiel durch die Anwendung von Wärme,
zum Beispiel umfasst das Schlingengarn aus feinen Fasern oder Filamenten mit geringer
Fadenstärke eine Bikomponenten-Struktur bzw. eine „Islands-in-the-Sea"-Struktur;
oder es wird durch die Anwendung von Chemikalien gespalten, zum Beispiel Natronhydroxid,
oder durch mechanische Einwirkung, zum Beispiel Aufrauen, um eine Vielzahl von Filamenten
mit geringem Querschnitt freizugeben. Das Filament-Schlingengarn und/oder das Filament-Nähgarn
sind/ist strukturiert. Raue Fasern der Velouroberfläche von zumindest einer
von der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite sind, einschließlich
in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der anderen von
der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite hin verstrickt. Raue
Fasern der technischen Rückseite sind, einschließlich in und/oder durch
Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der technischen Vorderseite hin verstrickt.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung können eine oder
mehrere der folgenden zusätzlichen Eigenschaften beinhalten. Das Elastomermaterial
umfasst Spandex bzw. Elastan. Der Gewebekörper weist eine Durchlässigkeit
von ungefähr 21 m3/m2/min (70 ft3/ft2/min)
oder weniger auf. Raue Fasern der Velouroberfläche von zumindest einer von
der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite sind, einschließlich
in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der anderen von
der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite hin verstrickt. Vorzugsweise
sind raue Fasern der technischen Rückseite, einschließlich in und/oder
durch Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der technischen Vorderseite
hin verstrickt. Wenigstens eines von dem Filament-Nähgarn und dem Filament-Schlingengarn
ist ein Garn mit Filamenten oder Fasern mit feiner Fadenstärke.
In bevorzugten Ausführungsformen sind raue Fasern der technischen
Rückseite, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
zu der technischen Vorderseite hin verstrickt, und/oder wenigstens eines von dem
Filament-Nähgarn und dem Filament-Schlingengarn ist ein Garn mit Filamenten
oder Fasern von feiner Fadenstärke.
Nach noch einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum
Bilden eines doppelseitigen Velour-Gewebekörpers bereitgestellt, wobei das
Verfahren folgende Schritte umfasst: Verbinden eines Filament-Schlingengarns und
eines Filament-Nähgarns um einen Gewebevorkörper zu bilden, wobei das
Filament-Nähgarn eine technische Vorderseite des Gewebevorkörpers bildet
und das Filament-Schlingengarn eine technische Rückseite des Gewebevorkörpers
bildet; Fertigstellen der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite
des Gewebevorkörpers, um dadurch einen doppelseitigen Velour-Gewebekörper
mit gegenüberliegenden Velouroberflächen zu bilden, und wobei entweder:
(a) das Filament-Nähgarn ein wärmeempfindliches Material umfasst, und
das Verfahren den Schritt einschließt, bei dem der Gewebekörpers einer
Wärme ausgesetzt wird, die ausreicht, um eine Reaktion des wärmeempfindlichen
Materials zu verursachen, wodurch die Verwindung erhöht wird, oder (b) raue
Fasern von zumindest einer von der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite
verstrickt werden, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des
Gewebekörpers, um dadurch die Dichte und Verwindung des Faserkörpers zu
erhöhen, oder (c) das Filament-Nähgarn ein Elastomermaterial umfasst,
mit dem Ergebnis, dass der Gewebekörper eine Durchlässigkeit von ungefähr
24 m3/m2/min (80 ft3/ft2/min) oder weniger
bei einer Druckdifferenz von 1,2 cm (1/2 inch) Wasser über dem Gewebekörper
aufweist.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung können eine oder
mehrere der folgenden zusätzlichen Eigenschaften beinhalten. Das Verfahren
umfasst einen weiteren Schritt, bei dem die rauen Fasern durch einen Hydroverstrickungsprozess
miteinander verstrickt werden, indem Wasser mit feinen Hochdruckstrahlen auf zumindest
eine der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite gelenkt wird.
Das Verfahren umfasst einen weiteren Schritt, bei dem feine Hochdruckstrahlen (zum
Beispiel Wasserstrahlen, Luftstrahlen) auf die technische Rückseite gelenkt
werden, um raue Fasern der Velouroberfläche der technischen Rückseite
zum Verstricken, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
zu der technischen Vorderseite hin zu veranlassen. Das Filament-Nähgarn umfasst
wärmeempfindliches Material, und das Verfahren umfasst den weiteren Schritt,
bei dem der Gewebekörper einer Wärme ausgesetzt wird, die ausreicht um
eine Reaktion durch das wärmeempfindliche Material zu verursachen, und dabei
die Verwindung zu erhöhen.
Bevorzugte Ausführungsformen können eine oder mehrere der
folgenden zusätzlichen Eigenschaften beinhalten. Das Verfahren umfasst einen
Schritt, bei dem der Gewebekörper einer Wärme ausgesetzt wird, die ausreichend
ist, um eine Reaktion des wärmeempfindlichen Materials während des Färbens
und/oder während der Fertigstellung zu verursachen. Das Verfahren umfasst einen
Schritt, bei dem der Gewebekörper trockener Wärme und/oder feuchter Wärme,
zum Beispiel Dampf oder heißem Wasser, ausgesetzt wird. Das Verfahren umfasst
eine Erwärmung des Gewebekörpers, die ausreichend ist, um eine Reaktion
des wärmeempfindlichen Materials bei ungefähr 100°C (212°F)
bis ungefähr 230°C (450°F) während einer Dauer von ungefähr
2 Minuten bis ungefähr 60 Minuten zu verursachen. Das Verfahren umfasst eine
Erwärmung des Gewebekörpers, die ausreichend ist, um eine Reaktion des
wärmeempfindlichen Materials zu verursachen, und dabei die Verwindung
zu erhöhen, mit dem Ergebnis, dass der Gewebekörper eine Durchlässigkeit
von ungefähr 21 m3/m2/min (70 ft3/ft2/min)
oder weniger aufweist. Das Verfahren umfasst das Verbinden eines Filament-Schlingengarns
und eines Filament-Nähgarns, wobei das Filament-Nähgarn ein Elastomermaterial,
beispielsweise Spandex bzw. Elastan umfasst.
Aufgabe der Erfindung ist es, doppelseitige Velour-Gewebeartikel bereitzustellen,
die ein verbessertes dynamisches Isolationsverhalten aufweisen, und gleichzeitig
eine Erhöhung des Gewichts oder einen Verlust der Stretcheigenschaften und/oder
der Flexibilität verhindern. Eine weitere Aufgabe ist es, doppelseitige Velour-Gewebeartikel
bereitzustellen, die unter kühlen, windigen Bedingungen getragen werden können,
ohne eine deutliche Verringerung der Isolationseigenschaften. Allgemein wird die
Verwindung, und dadurch die Dichte, durch die Verwendung von wärmeempfindlichem
Material und/oder Elastomermaterialien in den Nähgarnen sowie durch die Verstrickung
der Schlingengarn-Fasern erhöht.
Die Einzelheiten einer oder mehrerer Ausführungsformen der Erfindung
sind in den beigefügten Zeichnungen und in der untenstehenden Beschreibung
dargelegt. Andere Eigenschaften, Aufgaben und Vorteile der Erfindung sind aus der
Beschreibung und den Zeichnungen, sowie aus den Ansprüchen ersichtlich.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine einigermaßen schematische Ansicht eines
End-Abschnitts bzw. Kettfaden-Abschnitts eines doppelseitigen Gewebevorkörpers,
wie er beispielsweise in einem Wendeplattierungs-Rundstrickprozess gebildet wird.
2 ist eine einigermaßen schematische Ansicht eines
End-Abschnitts bzw. Kettfaden-Abschnitts eines doppelseitigen Velour-Gewebeartikels
der Erfindung, der durch die Fertigstellung des doppelseitigen Gewebevorkörpers
aus 1 gebildet wird; und
3 ist eine einigermaßen schematische Ansicht eines
End-Abschnitts bzw. Kettfaden-Abschnitts eines doppelseitigen Velour-Gewebeartikels
nach dem Stand der Technik, der mit dem doppelseitigen Velour-Gewebeartikel aus
2 vergleichbar ist.
4 ist eine perspektivische Ansicht eines Segments einer
Rundstrickmaschine, und 5-11
sind Ansichten, die eine Zylinder-Zungennadel in Sequenzen eines Wendeplattierungs-Rundstrickprozesses
zeigen, zum Beispiel zum Bilden des doppelseitigen Gewebevorkörpers aus
1.
12 ist eine einigermaßen schematische Ansicht
eines End-Abschnitts bzw. Kettfaden-Abschnitts eines doppelseitigen Velour-Gewebeartikels,
der einem Hydroverstrickungsprozess unterzogen wird; und
13 ist eine ähnliche, einigermaßen schematische
Ansicht eines End-Abschnitts bzw. Kettfaden-Abschnitts eines sich daraus ergebenden
doppelseitigen Velour-Gewebeartikels der Erfindung, der ein verbessertes dynamisches
Isolationseigenschaften aufweist.
14 ist eine graphische Kurvendarstellung, die das Verhältnis
zwischen einer Veränderung der effektiven thermischen Isolation und der Windgeschwindigkeit
bei Hüllen oder Geweben mit unterschiedlicher Durchlässigkeit zeigt (P.
Larose „The Effect of Wind an the Thermal Resistance of Clothing with Special
Reference to the Protection Given by Coverall Fabrics of Various Permeabilities"
[„Die Auswirkung von Wind auf die thermische Beständigkeit von Bekleidung
mit besonderem Bezug auf den Schutz durch Overall-Gewebe von unterschiedlicher Durchlässigkeit"],
Canadian Journal of Research, Band 25, Abschnitt A, Nr. 4 (Juli 1947), S. 169-190).
15-20 sind einigermaßen schematische Ansichten
von End-Abschnitten bzw. Kettfaden-Abschnitten anderer Ausführungsformen von
doppelseitigen Velour-Gewebeartikeln der Erfindung, die aus Filament-Nähgarnen
und/oder Filament-Schlingengarnen gebildet sind, die Materialien beinhalten oder
zu einem großen Teil aus Materialien bestehen, deren Eigenschaften dazu ausgewählt
sind, die dynamischen Isolationseigenschaften des Gewebeartikels zu verbessern,
nämlich wärmeempfindliche Materialien, elastische Materialien und/oder
Kombinationen hieraus.
Die Bezugszeichen in den verschiedenen Zeichnungen bezeichnen die
jeweiligen Bestandteile.
GENAUE BESCHREIBUNG
In Bezug auf 1 wird ein doppelseitiger
Gewebevorkörper 12, zum Beispiel zur Verwendung bei der Bildung eines
doppelseitigen Velour-Gewebeartikels 10 der Erfindung (2),
dadurch gebildet, dass ein Nähgarn 14 und ein Schlingengarn
16 in einem Standard-Wendeplattierungs-Rundstrickprozess (Frottee-Strick-Prozess)
(siehe 4-11), wie zum
Beispiel in „Knitting Technology" [„Stricktechnik"] von David J. Spencer
(Woodhead Publishing Limited, 2. Auflage, 1996) beschrieben.
Beim Frottee-Strick-Prozess bildet das Nähgarn 14 die
technische Vorderseite 18 des sich daraus ergebenden Gewebevorkörpers
12 und das Schlingengarn 16 bildet die gegenüberliegende
technische Rückseite 20, an der es in Schlingen 22 ausgebildet
wird. In dem Gewebevorkörper 12, der durch Wendeplattierungs-Rundstricken
gebildet wird, erstreckt sich das Schlingengarn 16 nach außen und
liegt dadurch über dem Nähgarn 14 und bedeckt dieses auf der
technischen Vorderseite 18.
Das Schlingengarn 16, das die technische Rückseite
20 des gestrickten Gewebekörpers 12 bildet, kann aus jedem
synthetischen oder natürlichen Material hergestellt sein. Der Querschnitt und
Glanz der Fasern oder Filamente kann variiert werden, dies wird beispielsweise durch
die Anforderungen bei der beabsichtigten endgültigen Verwendung bestimmt. Das
Schlingengarn 16 kann ein strukturiertes oder ein flaches Filament sein,
oder vorzugsweise ein Garn aus feinen Filamenten oder Fasern mit geringer Fadenstärke
(beispielsweise 7 × 10–4g/m pf) (1,5 dpf) oder weniger, wobei
ein strukturiertes Garn bevorzugt wird, da es eine relativ höhere dynamische
Isolationswirkung aufweist, wie nachfolgend besprochen. Die gesamte Fadenstärke
des Schlingengarns liegt typischerweise im Bereich von ungefähr 8 × 10–3
g/m (70 Denier) bis 0,03 g/m (300 Denier), mit einer bevorzugten Zahl von 0,017
g/m (150 Denier). Bei der bevorzugten Zahl liegt die Anzahl der Filamente im Bereich
von 100 Filamenten bis 300 Filamenten, daher wird ein Verhältnis von Denier
pro Filament (dpf) im Bereich von 1,5 bzw. 0,5 bereitgestellt. Ein relativ niedriges
dpf-Verhältnis, zum Beispiel 1 dpf, wird aufgrund der relativ größeren
Isolationswirkung bevorzugt, wie nachfolgend besprochen wird. Ein bevorzugtes handelsübliches
Schlingengarn ist ein strukturiertes 150/132 Denier Polyestergarn aus feinen Filamenten
oder Fasern mit einer geringen Fadenstärke und mit 1,14 dpf, wie zum Beispiel
von UNIFT, Inc. Greensboro, North Carolina, USA, erhältlich.
Das Nähgarn 14, das die technische Vorderseite
16 des gestrickten Gewebekörpers 12 bildet, kann auch aus
jedem synthetischem oder natürlichen Material in einem strukturierten oder
flachen Filamentgarn hergestellt sein, wobei ein strukturiertes Garn bevorzugt wird,
da es eine relativ höhere dynamische Isolationswirkung aufweist. Der Bereich
der Denierzahl liegt beim Nähgarn typischerweise zwischen 50 Denier und 150
Denier. Wenn das Schlingengarn ein strukturiertes 150/132 Garn ist, ist die bevorzugte
Zahl beim Nähgarn ungefähr 100 Denier, und die Anzahl der Filamente liegt
im Bereich von ungefähr 34 Filamenten bis zu 200 Filamenten, d.h. 100/34 bis
100/200, dies ergibt ein dpf-Verhältnis von ungefähr 3 dpf bis 0,5 dpf,
wobei relativ feinere Filamente bevorzugt werden, dies ebenfalls aufgrund der relativ
besseren dynamischen Isolationseigenschaften. Ein bevorzugtes Nähgarn ist ein
strukturiertes 100/136 Denier Polyestergarn mit ungefähr 0,7 dpf, wie im Handel
von UNIFT, Inc. erhältlich. Ein anderes bevorzugtes Garn ist ein strukturiertes
130/408 Denier Polyestergarn mit ungefähr 0,3 dpf, wie bei Hyosung, Inc., Seoul,
Korea erhältlich.
Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, dass zum Erzielen von deutlich
verbesserten dynamischen Isolationseigenschaften die Verwendung eines strukturierten
150/132 Schlingengarns und eines strukturierten 100/136 Nähgarns bevorzugt
wird.
Im Vergleich dazu ist in einem doppelseitigen Velour-Gewebeartikel
nach dem Stand der Technik (100, 3) ohne die
verbesserten dynamischen Isolationseigenschaften der vorliegenden Erfindung ein
typisches Nähgarn 102 ein strukturiertes 70/34 Denier Filament-Polyestergarn
mit einer individuellen Faserstärke von mehr als 2,0 dpf, wie zum Beispiel
im Handel von UNIFT, Inc. erhältlich.
In einem bevorzugten Verfahren der Erfindung wird der Gewebevorkörper
12 durch Wendeplattieren auf einer Fine-Cut-Rundstrickmaschine (zum Beispiel
28 Cut) gebildet. Dies ist prinzipiell ein Frottee-Strick-Aufbau, bei dem die Segmente
22 des Schlingengarns 16 das Nähgarn 14 auf der
technischen Vorderseite überdecken, und die Schlingen 23 des Schlingengarns
16 Schlingen 23 auf der technischen Rückseite 20
des Gewebevorkörpers 12 bilden (siehe 1).
Als Nächstes wird der Gewebevorkörper 12 der Fertigstellung
unterzogen. Während des Fertigstellungsprozesses durchlaufen die technische
Vorderseite und die technische Rückseite 18 bzw. 20 des Gewebevorkörpers
12, wobei die Segmente 22 des Schlingengarns 16 das Nähgarn
14 auf der Oberfläche der technischen Vorderseite
18 und die auf der technischen Rückseite des Gewebevorkörpers
gebildeten Schlingen 23 überdecken, einen Fertigstellungsprozess wie
etwa Schleifen, Bürsten und/oder Aufrauen, um ein Velour 24,
26 zu erzeugen. Die Garnfasern werden auf beiden Seiten des Gewebevorkörpers
12 (1) geraut, einschließlich der technischen
Vorderseite 18 und der technischen Rückseite 20, um das Velour
24, 26 auf jeder Seite des Gewebekörpers 30 des
doppelseitigen Velour-Gewebeartikels 10 (2)
der Erfindung zu bilden. Der Gewebevorkörper 12 und/oder der Gewebekörper
10 können auch behandelt werden, zum Beispiel chemisch, um ihn/sie
hydrophob bzw. wasserabweisend zu machen.
Mit Bezug auf 12 wird der Gewebeartikel
10 nach der Fertigstellung als Nächstes einem Hydroverstrickungsprozess
unterzogen, wie er bei der Herstellung von Stapelfasergarn und bei der Herstellung
von nicht gewebten Textilien verwendet wird. Während dieses Prozesses werden
feine Hochdruck-Wasserstrahlen 32 (oder Luftstrahlen) zum Beispiel auf
die technische Rückseite 20 des Gewebeartikels 10 gelenkt.
Auf diese Weise werden raue Fasern 34 der Velouroberfläche von der
technischen Rückseite 20, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume
des Gewebekörpers 30, zur technischen Vorderseite 18 hin
verstrickt. Der Hydroverstrickungsprozess dient somit zur Verdichtung der Velouroberfläche,
wodurch sich der doppelseitige Gewebeartikel 40 (13)
ergibt, und den Vorteil hat, dass dadurch ohne eine beträchtliche Erhöhung
der Masse oder Dicke eine verbesserte dynamische Isolation erzielt wird, d.h. gegen
ein Durchdringen von Luft, beispielsweise bei kaltem Wind. Nach der Fertigstellung
kann, lediglich als Beispiel, die technische Rückseite 20 eines doppelseitigen
Velour-Gewebeartikels 10 zur Hydroverstrickung mit feinen Hochdruck-Wasserstrahlen
32 behandelt werden, wobei das Wasser bei einem Druck von 100 m/s bis 350
m/s durch Düsen, die Öffnungen mit 0,01 mm bis 1,0 mm im einem Querschnitt
aufwiesen, aufgebracht wird. Alternativ dazu können raue Fasern der technischen
Vorderseite in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers zur technischen
Rückseite hin verstrickt werden.
Das Verstricken der rauen Fasern von der technischen Rückseite,
d.h. von dem Schlingengarn, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume
des Gewebekörpers, zur technischen Vorderseite hin, ergibt eine relativ höhere
Verdichtung und deshalb höhere Verwindung, verglichen mit z.B. dem Verstricken
der rauen Fasern von der technischen Vorderseite, einschließlich in und/oder
durch Zwischenräume des Gewebekörpers, zur technischen Rückseite
hin. Das Verstricken von der Rückseite zur Vorderseite hin, zusätzlich
zu dem Erzielen einer relativ stärkeren Erhöhung der Verwindung, erhöht
auch die Glattheit der äußeren Oberfläche des Gewebes/Kleidungsstücks,
wohingegen das Verstricken von der Vorderseite zur Rückseite hin die Verwindung
erhöht und die Glattheit der inneren Oberfläche des Gewebes/Kleidungsstücks
erhöht.
Die Gewebeeigenschaften und die Ästhetik des Gewebeartikels
40 kann auch durch die Wahl der Maschenweite (z.B. im Bereich von ungefähr
18 bis ungefähr 36, und vorzugsweise ungefähr 28), des Garntyps (z.B.
vorzugsweise strukturiert; oder Flachfilament), Fadenstärke des Garns (z.B.
ungefähr 70 bis ungefähr 300, und vorzugsweise ungefähr 100), Faserstärke
(z.B. ungefähr 0,3 bis ungefähr 1,5, und vorzugsweise ungefähr 1,0),
etc. angepasst werden. Die Einstellung der Strahlgeschwindigkeit und/oder Düsenweite,
z.B. innerhalb der oben erwähnten Bereiche, kann ferner oder anstelle des oben
beschriebenen Verfahrens verwendet werden, um die Gewebeeigenschaften und/oder die
Ästhetik anzupassen.
Der Gewebeartikel wird danach wärmebehandelt, um die Dicke des
Gewebeartikels zu stabilisieren. In dieser und anderen unten beschriebenen Ausführungsformen
der Erfindung kann Wärme auf den Gewebeartikel aufgebracht werden, z.B. trocken
Wärme und/oder feuchte Wärme, wie heißes Wasser oder Dampf, z.B.
während des Fertigstellens oder Färbens. Wie an anderer Stelle erwähnt,
kann das Nähgarn (und/oder das Schlingengarn) wärmeempfindliche und/oder
Elastomermaterialien enthalten.
In dem so erzeugten doppelseitigen Velour-Gewebeartikel
10 nach dieser Ausführungsform der Erfindung ist die gesamte Dichte,
d.h. Gewicht per Länge, des Filament-Nähgarns 14 genau vergleichbar
mit dem Nähgarn 102, das in einem vergleichbaren Gewebeartikel
100 nach dem Stand der Technik verwendet wird, der ein Velour
104, 106 an den gegenüberliegenden Seiten aufweist. Der Querschnitt
des Filament-Nähgarns 14 kann etwas größer sein als der
des Filament-Nähgarns 102) nach dem Stand der Technik (wohl aufgrund
der erhöhten Filament-Filament-Verbindung der Filamente des Filament-Nähgarns
14). Die Garnstärke bzw. Feinheit (= der Titer) und die Stärke
des doppelseitigen Velour-Gewebeartikels 10 der Erfindung sind im Wesentlichen
die gleichen wie jene des vergleichbaren Gewebeartikels 100 nach dem Stand
der Technik. Dies ergibt, dass das Gewicht und das Dehnverhalten des doppelseitigen
Velour-Gewebeartikels 10 der Erfindung genau vergleichbar mit dem Gewicht
und der Dehnung des doppelseitigen Velour-Gewebeartikels 100 mit der gleichen
Stärke und dem gleichen Titer.
Die Tatsache, dass das spezifische Gewicht des Filament-Nähgarns
14 und des Nähgarns 102 gleich sind, zeigt
dass das Verhältnis des Garnmaterials zur Ausdehnung bei jedem der entsprechenden
Artikel ebenso ungefähr gleich ist. Bei dem Filament-Nähgarn
14, und bei dem sich daraus ergebenden doppelseitigen Velour-Gewebeartikels
10 der Erfindung ist jedoch der durchschnittliche Querschnitt der einzelnen
Filamente beträchtlich geringer als der durchschnittliche Querschnitt der Filamente
des Nähgarns 102, das in dem vergleichbaren Gewebeartikel
100 nach dem Stand der Technik verwendet wird, z.B. die Fadenstärke
(Denierzahl) pro Filament (dpf) des bevorzugten Filament-Nähgarns
14 liegt bei ungefähr 0,7 dpf, verglichen mit 3,0 dpf bei dem Nähgarn
102 des Gewebeartikels 100 nach dem Stand der Technik. Als Ergebnis
sind auch die Öffnungen in dem doppelseitigen Velour-Gewebekörper
10 der Erfindung, die Luft, z.B. kalten Wind, durchlassen, obwohl sie im
Vergleich zu einem Velour-Gewebekörper 100 nach dem Stand der Technik
zahlreicher sind, beträchtlich kleiner und relativ gewundener. Die verbesserten
Eigenschaften des Gewebekörpers der Erfindung werden durch ein Erhöhen
des Garntiters und der Anzahl der Filamente erzielt, um die Durchlass-Öffnungen
in dem Gewebe zu verwinden, somit wird erschwert, dass Luft, d.h. kalter Wind, den
doppelseitigen Velour-Gewebekörper 10 der Erfindung schnell durchdringt.
Dadurch ergibt sich, dass die dynamischen Isolationseigenschaften des doppelseitigen
Velour-Gewebekörpers der Erfindung gegenüber dem Stand der Technik drastisch
verbessert sind.
In 14 ist ein Kurvenschema wiedergegeben,
das das Verhältnis zwischen der Veränderung der effektiven thermischen
Isolation und der Windgeschwindigkeit bei Hüllen oder Geweben von verschiedener
Durchlässigkeit zeigt, wie in einem Artikel von P. Larose mit dem Titel „The
Effect of Wind an the Thermal Resistance of Clothing with Special Reference to the
Protection Given by Coverall Fabrics of Various Permeabilities" [„Die Auswirkung
von Wind auf die thermische Beständigkeit von Bekleidung mit besonderem Bezug
auf den Schutz durch Overall-Gewebe von unterschiedlicher Durchlässigkeit"],
der im Canadian Journal of Research, Band 25, Abschnitt A, Nr. 4 (Juli 1947), S.
169-190 erschienen ist.
Die Durchlässigkeit der getesteten Materialien schwankte zwischen
0 und 59 m3/m2/min (0 und 193 ft3/ft2/min)
bei einer Druckdifferenz von 1,2 cm (1/2 inch) von Wasser über dem Gewebe.
Insbesondere ist aus dem Schema ersichtlich, dass bei Windgeschwindigkeit
0 ein relativ geringer Unterschied zwischen den Isolationseigenschaften der getesteten
Materialien besteht. Die dynamischen Isolationseigenschaften bei jedem der getesteten
Materialien verschlechterten sich auch bei steigender Windgeschwindigkeit. Jedoch
war, wie aus dem Schema ersichtlich ist, die Rate der Verschlechterung der dynamischen
Isolationseigenschaften bei Geweben mit relativ größerer Durchlässigkeit
wesentlich steiler abfallend, d.h. wenn sich die Durchlässigkeit erhöhte,
war die Rate des Verlusts der dynamischen Isolationseigenschaften bei steigender
Windgeschwindigkeit bei Geweben mit niedriger Durchlässigkeit relativ geringer,
verglichen mit Geweben, die eine relativ höhere Durchlässigkeit aufweisen.
In der Tabelle A (unten) ist die Verbesserung der dynamischen Isolationseigenschaften
von doppelseitigen Velour-Gewebeartikeln 10 (2)
der Erfindung bei kaltem Wind gut zu sehen, verglichen mit den Eigenschaften eines
vergleichbaren doppelseitigen Velour-Gewebeartikels 100 (3)
nach dem Stand der Technik. Insbesondere besitzt der doppelseitige Velour-Gewebeartikel
10 der Erfindung beträchtlich bessere Isolationseigenschaften, und
gute statische (bei Windstille) und dynamische (bei Wind) Isolationseigenschaften
aufgrund der erhöhten Verwindung der Luftwege durch das Gewebe, bei guter Dehnbarkeit
und geringem Gewicht.
TABELLE A
Der Begriff „Verwindung" wird verwendet, um die Gewebeeigenschaften
zu beschreiben, die nach dieser Erfindung verbessert sind, indem der Garntiter und
die Anzahl der Filamente erhöht werden. Die Durchlass-Öffnungen durch
das Gewebe werden stärker „verwunden", als die bei Geweben nach dem
Stand der Technik, und eine höhere „Verwindung" ergibt eine stärkere
dynamische Isolationswirkung. Zusätzlich werden, wenn ein gegebener Gewebekörper
weniger stark als normal gedehnt wird, wodurch eine verringerte Endbreite des Gewebes
erreicht wird (d.h. die Breite, die nach der Wärmebehandlung des Gewebes während
des Fertigstellungsprozesses erreicht wird), die dynamischen Isolationseigenschaften
des so erzeugten Gewebeartikels der Erfindung noch erhöht.
In anderen bevorzugten Ausführungsformen werden Gewebeartikel
der Erfindung, die eine relativ stärkere Verdichtung und Verwindung aufweisen,
und deshalb erhöhte dynamische Isolationseigenschaften zum verbesserten Schutz
vor dem Durchdringen von Wind, dadurch erreicht, dass Nähgarne und/oder Schlingengarne
mit vorbestimmten ausgewählten Eigenschaften eingearbeitet werden. Beispielsweise
können Nähgarne und oder Schlingengarne, die wärmeempfindliche Materialien
enthalten oder zu einem großen Anteil daraus bestehen, z.B. Hotmeltmaterial
oder Wärmeschrumpfmaterial, und/oder Elastomermaterial, wie Spandex bzw. Elastan,
verwendet werden.
Beispielsweise umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform mit
Bezug auf 15 ein Gewebeartikel 30 der Erfindung, der durch
Wendeplattieren auf einer auf einer Fine-Cut-Rundstrickmaschine gebildet wird, ein
Nähgarn 32 und ein Schlingengarn 34, die als Velour
36, 38 auf den gegenüberliegenden Oberflächen fertig
gestellt sind. Das Nähgarn 32 umfasst, oder besteht zu einem großen
Anteil aus einem Garn oder Filamenten aus einem wärmeempfindlichen
Material 33, z.B. Wärmeschrumpfmaterial oder Hotmeltmaterial (typischerweise
zusammengemischt (d.h. ein Mischgarn) mit anderen Fasern, die eine Garnbeständigkeit
nach der Wärmebehandlung gewährleisten). Geeignete wärmeempfindliche
Materialien können Polypropylen, Polyester, Polyamid, usw. beinhalten, vorzugsweise
mit einem hohen Schrumpffaktor, z.B. ungefähr 5% bis ungefähr 50% nach
ungefähr 2 Minuten bis ungefähr 60 Minuten bei ungefähr 100°C
(212°F) bis ungefähr 230°C (450°F). Danach wird Wärme auf
den Gewebeartikel angewendet, z.B. trockene Wärme und/oder feuchte Wärme,
wie heißes Wasser oder Dampf, z.B. während des Färbens oder Fertigstellens.
Wenn der Gewebekörper einer Wärme ausgesetzt wird, verschmilzt das Wärmeschrumpfmaterial
zu engen oder gefüllten Zwischenräume zwischen den Garn-Filamenten, und
das Wärmeschrumpfmaterial wird verkürzt und verdickt, und/oder seine effektive
Länge wird verringert, und dabei verkleinern sich die Durchlass-Öffnungen,
durch die kalter Wind durch das Geweben dringen kann, und somit werden die Verwindung
und die dynamischen Isolationseigenschaften des Gewebekörpers 30 der
Erfindung erhöht.
Mit Bezug auf 16 in einer weiteren Ausführungsform
enthält bei einem Gewebeartikel 40 der Erfindung das Nähgarn
42 ein Kerngarn 43 mit einem Kern, der z.B. aus Polyester oder
Nylon ausgebildet ist, mit einem Mantel, der aus einem wärmeempfindlichen Material,
z.B. Hotmeltmaterial, wie Polypropylen, Polyester oder Polyamid ausgebildet ist,
z.B. wie im Handel bei Engineered Yarn Company, in Fall River, Massachusetts, USA,
erhältlich. Während der Erwärmung des Gewebeartikels dieser Ausführungsform,
z.B. während des Färbens und/oder Fertigstellens, verschmilzt das Hotmeltmaterial
des Mantels und erhöht so die Verwindung und verkleinert die Durchlass-Öffnungen,
durch die kalter Wind durch das Gewebe dringen kann, noch stärker und verbessert
die dynamischen Isolationseigenschaften des Gewebeartikels 40 der Erfindung.
Mit Bezug auf 17 enthält bei einem Gewebeartikel
50 der Erfindung das Nähgarn 52 ein Elastomermaterial
53, z.B. wie Spandex bzw. Elastan. Das Elastomermaterial 53 in
dem Nähgarn 52 bewirkt eine relativ höhere Verdichtung und Verwindung,
und deshalb verbesserte dynamische Isolationseigenschaften für einen verbesserten
Schutz gegen ein Durchdringen von Wind, ferner bewirkt es eine Dehnbarkeit des Gewebes
und einen verbesserten Tragekomfort.
Mit Bezug auf 18 kann ein Gewebeartikel
60 der Erfindung auch aus Nähgarnen 62 ausgebildet sein,
die Kombinationen wärmeempfindlicher Materialien 63 und Elastomermaterialien
65 enthalten oder zum großen Teil daraus bestehen. Zum Beispiel können
in dem Gewebeartikel 60 verwendete Nähgarne Fasern oder Filamente
mit verschiedenen Eigenschaften enthalten, die vermischt oder miteinander verflochten
sind.
Mit Bezug auf 19 ist in einer weiteren Ausführungsform
ein Gewebeartikel 70 der Erfindung aus Schlingengarnen 72 mit
Standard-Garnstärke ausgebildet, die sich bei Wärmeanwendung, z.B. während
des Färbens und/oder Fertigstellens, entlang der Längsachse in eine Vielzahl
von langen Fasern oder Filamenten aufspalten. Das Ergebnis ist eine Verringerung
oder Verengung der Durchlass-Öffnungen, durch die kalter Wind durch das Gewebe
dringen kann, somit werden die Verwindung und die dynamischen Isolationseigenschaften
des Gewebeartikels 70 erhöht. Das Aufspalten der Schlingengarne kann
auch durch die Anwendung z.B. einer chemischen Behandlung, z.B. mit Natronhydroxid,
oder durch Anwendung einer mechanischen Behandlung, z.B. Aufrauen, bewirkt werden.
Mit Bezug auf 20 ist schließlich in noch einer
anderen Ausführungsform ein Gewebeartikel 80 der Erfindung aus Schlingengarnen
82 ausgebildet, die eine Bikomponenten-Struktur bzw. eine „Islands-in-the-Sea"-Struktur
aufweisen. Hier sind die Schlingengarne 82 aus einem Hotmelt-Polymer-Körper
(„Sea") gebildet, die eine Vielzahl von Filamenten („Islands") mit
geringem Querschnitt, z.B. 0,01 bis 0,03 Denier, enthalten. Bei der Wärmeanwendung
auf den Gewebekörper 80, z.B. während des Färbens oder Fertigstellens,
schmilzt das Hotmeltmaterial und gibt dabei die einzelnen Filamente mit geringem
Querschnitt frei. Auch hier bewirkt das Freiwerden der feinen Filamente eine erhöhte
Verwindung und verbesserte dynamische Isolationseigenschaften des Gewebeartikels
80.
Aufgrund der erhöhten Verwindung, dies schließt (den Zustand)
nach der Wärmeanwendung ein, weist ein Gewebeartikel der Erfindung, der aus
Nähgarnen gebildet ist, die wärmeempfindliche Materialien und/oder Elastomermaterialien,
wie Spandex bzw. Elastan enthalten oder überwiegend daraus bestehen, und/oder
aus Schlingengarnen, die aus wärmeempfindlichen Materialien und/oder Elastomermaterialien
wie Spandex bzw. Elastan gebildet sind, und/oder aus Kerngarnen mit einem Mantel
aus Hotmeltmaterial, z.B. im Vergleich zu einem Gewebeartikel 100 nach
dem Stand der Technik (3) mit dem gleichen Gewicht
verbesserte dynamische Isolationseigenschaften auf. Daraus folgt, dass die Gewebeartikel
der Erfindung insbesondere für z.B. Bekleidung und ähnliche Artikel mit
besonders geringem Gewicht unter Extrembedingungen wie bei kaltem Wind und niedrigen
Temperaturen geeignet sind.
Beispiele von Gewebeartikeln der Erfindung, die aus wärmeempfindlichen
Materialien und/oder Elastomermaterialien gebildet sind, werden nachfolgend beschrieben:
Beispiel 1
Ein Gewebeartikel der Erfindung, bezeichnet mit S/7380, wurde aus
einem Nähgarn gebildet, das aus 150/34 POWERSTRETCHTM Wärmeschrumpf-Struktur-Polyester
besteht, und bei UNIFT, Inc. erhältlich ist, und einem Schlingengarn, das aus
150/132 Struktur-Polyester besteht. Nach der Wärmeanwendung lag die Luftdurchlässigkeit
des fertigen Gewebeartikels, der gemäß ASTM-737 getestet wurde, bei 21
m3/m2/min (70 ft3/ft2/min).
Beispiel 2
Ein weiterer Gewebeartikel der Erfindung, bezeichnet mit E555P, wurde
gebildet aus einem Nähgarn aus 50/36 Struktur-Polyester mit 20 Denier Spandex
bzw. Elastan an jedem zweiten Ende verflochten mit 50/36 Struktur-Polyester und
einem Schlingengarn, das aus 150/132 Struktur-Polyester besteht. Nach der Wärmeanwendung
lag die Luftdurchlässigkeit des fertigen Gewebeartikels, der gemäß
ASTM-737 getestet wurde, bei 18m3/m2/min (59 ft3/ft2/min).
Beispiel 3
Noch ein weiterer Gewebeartikel der Erfindung, bezeichnet mit E657Y,
wurde aus einem Nähgarn gebildet, das aus 50/36 Struktur-Polyester, vermischt
mit 40/20 Struktur-Polypropylen, besteht, und einem Schlingengarn, das aus 100/96
Struktur-Polyester besteht. Nach der Wärmeanwendung lag die Luftdurchlässigkeit
des fertigen Gewebeartikels, der gemäß ASTM-737 getestet wurde, bei 11,5
bis 12m3/m2/min (38 bis 40 ft3/ft2/min).
Beispiel 4
Ein weiterer Gewebeartikel der Erfindung, bezeichnet mit E667Q, wurde
aus einem Nähgarn gebildet, das aus 100/34 POWERSTRETCHTM Wärmeschrumpf-Struktur-Polyester
besteht, und einem Schlingengarn, das aus 100/96 Struktur-Polyester besteht. Nach
der Wärmeanwendung lag die Luftdurchlässigkeit des fertigen Gewebeartikels,
der gemäß ASTM-737 getestet wurde, bei 18 bis 21 m3/m2/min
(60 bis 70 ft3/ft2/min).
Es wurde eine Anzahl von Ausführungsformen der Erfindung beschrieben.
Nichtsdestoweniger können selbstverständlich verschiedene Abwandlungen
gemacht werden.
Beispielsweise kann jede Art Garn verwendet werden. Ferner können
andere geeignet Verfahren zum Aufbau eines Velour-Gewebeartikels der Erfindung verwendet
werden. Beispielsweise wird in der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsform
ein Aufbau durch Wendeplattieren verwendet, um das Schlingengarn 16 für
das Fertigstellen auf beiden Seiten des Gewebeartikels freizulegen, wobei Segmente
22 des Schlingengarns 16 das Nähgarn 14 auf der
technischen Vorderseite 18 überlagern, und auf der technischen Rückseite
20 in Schlingen 23 ausgebildet sind. Dies wird wegen der dynamischen
Isolationseigenschaften einem Aufbau vorgezogen, bei dem nur das Schlingengarn dem
Fertigstellen unterzogen wird. Falls jedoch die Verbesserung der dynamischen Isolationseigenschaften
nicht die primäre oder vorherrschende Überlegung ist, wird möglicherweise
ein Aufbau, bei dem das Nähgarn und das Schlingengarn nebeneinander beim Fertigstellen
auf einer oder beiden Seiten des Gewebekörpers freiliegen, bevorzugt. In Ausführungsformen
von Gewebeartikeln der Erfindung, die aus wärmeempfindlichen Materialien gebildet
werden, kann die Wärmeanwendung anders als während des Färbens und/oder
Fertigstellens oder zusätzlich dazu erfolgen, d.h. vor, nach oder zwischen
diesen Herstellungsstufen. Ein doppelseitiger Velour-Gewebeartikel 40 kann
auch, wieder mit Bezug auf 13, durch Anwenden des Hydroverstrickungsprozesses
auf der technischen Vorderseite 18 und/oder der technischen Rückseite
20, z.B. durch die Verwendung feiner Hochdruck-Wasserstrahlen
32 bzw. 32, gebildet werden.
Wie oben erwähnt kann ein Gewebekörper mit Nähgarn
und/oder Schlingengarn, der wärmeempfindliches und/oder Elastomermaterial umfasst,
auch gemäß der Erfindung verstrickt oder hydroverstrickt werden.
Demgemäß sind andere Ausführungsformen im Umfang der
folgenden Ansprüche enthalten.
Anspruch[de]
Doppelseitiger Velour-Gewebekörper (30) mit einer technischen
Vorderseite (18), gebildet durch ein Filament-Nähgarn (14)
und einer technischen Rückseite (20), gebildet durch ein Filament-Schlingengarn
(16), wobei der Gewebekörper eine Velouroberfläche (24,
26) aufweist, ausgebildet auf sowohl der technischen Rückseite (20),
als auch der technischen Vorderseite (18), wobei entweder
(a) das Filament-Nähgarn wärmeempfindliches Material (33) umfasst
und das wärmeempfindliche Material dafür ausgebildet ist, auf Wärmeanwendung
während der Verarbeitung zu reagieren, um eine Verwindung zu erhöhen,
oder
(b) das Filament-Nähgarn ein Elastomermaterial (53) umfasst, oder
(c) raue Fasern der Velouroberfläche von zumindest einer von der technischen
Vorderseite (18) und der technischen Rückseite (20), einschließlich
in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der anderen von
der technischen Vorderseite (18) und der technischen Rückseite (20)
hin verstrickt werden, oder
(d) nach Fertigstellung zumindest eine von der technischen Vorderseite (18)
und der technischen Rückseite (20) einer Hydroverstrickung unterzogen
worden ist, um raue Fasern der Velouroberfläche zu verstricken, einschließlich
in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers, um dadurch den Gewebekörper
zu verdichten und eine Verwindung zu erhöhen,
in der Weise, dass der Gewebekörper eine Durchlässigkeit von ungefähr
24 m3/m2/min (80 ft3/ft2/min) oder weniger
bei einer Druckdifferenz von 1,2 cm (1/2 inch) Wasser über dem Gewebekörper
aufweist.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel gemäß Anspruch 1, wobei
das Filament-Nähgarn wärmeempfindliches Material (33) umfasst
und das wärmeempfindliche Material dafür ausgebildet ist, auf Wärmeanwendung
während der Verarbeitung zu reagieren, um eine Verwindung zu erhöhen,
und das wärmeempfindliche Material (33) Hotmeltmaterial oder Wärmeschrumpfmaterial
umfasst.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel gemäß Anspruch 1 oder
2, wobei das Filament-Nähgarn wärmeempfindliches Material (33)
umfasst und das wärmeempfindliche Material dafür ausgebildet ist, auf
Wärmeanwendung während der Verarbeitung zu reagieren, um eine Verwindung
zu erhöhen, und das wärmeempfindliche Material dafür ausgebildet
ist, auf Anwendung von trockener Wärme zu reagieren.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel gemäß einem der vorausgehenden
Ansprüche, wobei das Filament-Nähgarn wärmeempfindliches Material
(33) umfasst und das wärmeempfindliche Material dafür ausgebildet
ist, auf Wärmeanwendung während der Verarbeitung zu reagieren, um eine
Verwindung zu erhöhen, und das wärmeempfindliche Material (33)
dafür ausgebildet ist, auf Anwendung von feuchter Wärme, zum Beispiel
Dampf oder heißes Wasser, zu reagieren.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel gemäß einem der vorausgehenden
Ansprüche, wobei raue Fasern der Velouroberfläche (24,
26) von zumindest einer von der technischen Vorderseite (18) und
der technischen Rückseite (20), einschließlich in und/oder durch
Zwischenräume des Gewebekörpers, zu der anderen von der technischen Vorderseite
und der technischen Rückseite hin verstrickt sind.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel gemäß Anspruch 5, wobei
raue Fasern der technischen Rückseite zur technischen Vorderseite (18)
hin, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
verstrickt sind.Doppelseitiger Velour-Gewebeartikel (10), welcher einen Gewebekörper
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 umfasst.Verfahren zum Bilden eines doppelseitigen Velour-Gewebekörpers
(30), wobei das Verfahren die Schritte umfasst:
Verbinden eines Filament-Schlingengarns (16) und eines Filament-Nähgarns
(14) um einen Gewebevorkörper (12) zu bilden, wobei das Filament-Nähgarn
(14) eine technische Vorderseite (18) des Gewebevorkörpers
bildet und das Filament-Schlingengarn (16) eine technische Rückseite
(20) des Gewebevorkörpers bildet,
Fertigstellen der technischen Vorderseite und der technischen Rückseite des
Gewebevorkörpers (12), um dadurch einen doppelseitigen Velour-Gewebekörper
mit gegenüberliegenden Velouroberflächen (24, 26) zu
bilden, und wobei entweder:
(a) das Filament-Nähgarn ein wärmeempfindliches Material (33)
umfasst, und das Verfahren den Schritt eines Aussetzens des Gewebekörpers an
Wärme einschließt, welche ausreicht, um eine Reaktion von dem wärmeempfindlichen
Material (33) zu verursachen, wodurch eine Verwindung erhöht wird,
oder
(b) raue Fasern von zumindest einer von der technischen Vorderseite (18)
und der technischen Rückseite (20) verstrickt werden,
einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
um dadurch Dichte und Verwindung des Faserkörpers zu erhöhen, oder
(c) das Filament-Nähgarn ein Elastomermaterial (53) umfasst,
mit dem Ergebnis, dass der Gewebekörper eine Durchlässigkeit von ungefähr
24 m3/m2/min (80 ft3/ft2/min) oder weniger
bei einer Druckdifferenz von 1,2 cm (1/2 inch) Wasser über dem Gewebekörper
aufweist.Verfahren zum Bilden eines doppelseitigen Velour-Gewebekörpers
gemäß Anspruch 8, wobei das Verfahren den Schritt eines Verstrickens rauer
Fasern von zumindest einer von der technischen Vorderseite (18) und der
technischen Rückseite (20), einschließlich in und/oder durch
Zwischenräume des Gewebekörpers, aufweist, um dadurch Dichte und Verwindung
des Faserkörpers zu erhöhen, und den weiteren Schritt eines Verstrickens
der rauen Fasern in einem Hydroverstrickungsprozess durch Lenken feiner Hochdruckstrahlen
(32) auf zumindest eine von der technischen Vorderseite (18) und
der technischen Rückseite (20) aufweist.Verfahren zum Bilden eines doppelseitigen Velour-Gewebekörpers
gemäß Anspruch 8 oder 9, wobei das Verfahren den Schritt eines Verstrickens
rauer Fasern von zumindest einer von der technischen Vorderseite (18) und
der technischen Rückseite (20), einschließlich in und/oder durch
Zwischenräume des Gewebekörpers, aufweist, um dadurch Dichte und Verwindung
des Faserkörpers zu erhöhen, und das den weiteren Schritt eines Lenkens
feiner Hochdruckstrahlen (32) auf die technische Rückseite aufweist,
um raue Fasern der Velouroberfläche der technischen Rückseite (20)
zum Verstricken, einschließlich in und/oder durch Zwischenräume des Gewebekörpers,
zur technischen Vorderseite (18) hin, zu veranlassen.Verfahren zum Bilden eines doppelseitigen Velour-Gewebekörpers
gemäß Anspruch 8, 9 oder 10, wobei das Verfahren den Schritt eines Verstrickens
rauer Fasern von zumindest einer von der technischen Vorderseite (18) und
der technischen Rückseite (20), einschließlich in und/oder durch
Zwischenräume des Gewebekörpers, aufweist, um dadurch Dichte und Verwindung
des Faserkörpers zu erhöhen, und wobei das Filament-Nähgarn (14)
wärmeempfindliches Material (33) aufweist, und das Verfahren ferner
den Schritt eines Aussetzens des Gewebekörpers an Wärme aufweist, die
ausreichend ist, um eine Reaktion von dem wärmeempfindlichen Material (33)
zu verursachen, um dadurch eine Verwindung zu erhöhen.