GEBIET DER ERFINDUNG
Diese Erfindung betrifft Rohre und Liner zur Verwendung in der Öl-
und Gasindustrie. Insbesondere betrifft diese Erfindung derartige Rohre und Liner,
die eine schmelzgemischte Abmischung von Polyolefin, Polyamid und Verträglichmacher
umfasst, die eine verbesserte Sperre gegen Eindringen von Kohlenwasserstoffen bereitstellt.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Natur der Öl- und Gasindustrie ist derartig, dass eine umfangreiche
Reihe verschiedener Materialien, einschließlich Feststoffe, Flüssigkeiten
und Gase, durch verschiedene Arten von Rohren unter einer umfangreichen Reihe verschiedener
Bedingungen transportiert werden müssen. Ein charakteristisches Merkmal, das
allen diesen Rohren gemeinsam ist, ist, dass sie aus Materialien bestehen müssen,
die für die Substanzen, die transportiert werden, undurchlässig und gegen
diese widerstandsfähig sein müssen. Derartige Substanzen können nicht
nur Kohlenwasserstoffe, sondern auch Wasser und Salzwasser umfassen.
Beispielsweise werden Bohrlöcher typischerweise mit Stahlverrohrungen
ausgekleidet. Der Stahl neigt jedoch zur Erosion und Korrosion; deswegen sind diese
Rohre mit Kunststofflinern sowohl in Festland- als auch Unterwasserrohrleitungen
ausgekleidet worden. Der Verrohrungsliner muss in der Lage sein, Temperaturen und
einem Druck zu widerstehen, die bzw. der typischerweise in Öl- und Gasbohrlöchern
vorkommen und er muss Kompressions- und Gedächtniseffekteigenschaften besitzen,
die es ihm gestatten, für das Einführen in die Verrohrung größenmäßig
reduziert zu werden, und daraufhin ermöglichen, sich unter Bildung einer für
Fluid undurchlässigen Dichtung gegen die Verrohrung auszudehnen. Polyethylenrohr
gilt als das bevorzugte Material für die Herstellung der Verrohrung. Zusätzlich
zu seinen guten Kompressions- und Gedächtniseffekteigenschaften ist ein Polyethylenrohr
gegen Abnutzung widerstandsfähig, wodurch es in der Lage ist, dem Hindurchführen
von Unterbohrlochwerkzeugen zu widerstehen, und es ist gegen Korrosion durch Salzwasser
und einige Chemikalien widerstandsfähig. Des Weiteren kann ein Polyethylenrohr
zu einer langen kontinuierlichen Röhre gebildet werden, die keine Verbindungsstellen
enthält. Das ist deshalb wichtig, weil in oder in der Nähe von Verbindungen
zwischen einem Verrohrungssegment und einem anderen häufig Verrohrungsundichtheiten
vorkommen. Jedoch wird in Hochtemperatur- und aggressiven chemischen Umgebungen
oft Nylon 11 verwendet. Die Leistungsfähigkeit ist dabei wesentlich verbessert,
die Kosten sind jedoch derart, dass Nylon 11 nur für äußerst anspruchsvolle
Anwendungen in Betracht gezogen wird.
Eine Methode für das Auskleiden von Stahlverrohrungen, die bei
Arbeiten zum Bohren von Bohrlöchern bevorzugt mit Polyethylen zum Zwecke des
Schutzes gegen Korrosion angewendet wird, ist von Vloedman, US-Patentschrift 5454419
offenbart worden. Es wird ein Verfahren zum Reduzieren des Durchmessers einer kontinuierlichen
Polyethylenrohranordnung und darauffolgendes Einführen derselben in ein mit
einer Verrohrung ausgekleidetes Bohrloch beschrieben, derart, dass das Polyethylenrohr
im verengten Zustand bleibt, bis das Polyethylenrohr eine vorbestimmte Tiefe erreicht.
Nach dem Einführen des Polyethylenrohrs bis zur erwünschten Tiefe, lässt
man das verengte Rohr zurückspringen unter Bildung einer für Fluid undurchlässigen
Dichtung mit der Verrohrung und effektivem Abdichten irgendwelcher Risse in der
Verrohrung.
Während die in der US-Patentschrift 5454419 offenbarte Methode
der Notwendigkeit des Reparierens von Rissen in Verrohrungen auf wirksame und zeiteffiziente
Weise entsprochen hat, ist man trotzdem auf mehrere Ineffizienzen gestoßen,
insbesondere unter Bedingungen, wo nur ein ausgewähltes Segment der Verrohrung
repariert werden muss. Wenn nur ein relativ kurzer Abschnitt von etwa 100 bis 2000
Fuß der Verrohrung repariert werden muss und dieser Abschnitt sich beispielsweise
mehrere tausend Fuß unter der Erdoberfläche befindet, ist es kostenwirksamer,
wenn die Verrohrung nicht von der Erdoberfläche bis zu dem betreffenden Abschnitt
ausgekleidet werden muss, und die US-Patentschrift 6283211, die ebenfalls von Vloedman,
offenbart eine Methode zum Reparieren von Teilen eines Rohrs.
In anderen bekannten Linersystemen befindet sich der Liner innerhalb
eines engen Spielraums mit dem Wirtsrohr dessen Länge entlang unter Bildung
eines beständigen Verbundsystems. Der installierte Liner kann entweder lose
oder komprimiert passen. Bei allen, mit Ausnahme von Niederdruckanwendungen, werden
die durch Fluiddruck von innerhalb des Liners induzierten Beanspruchungen auf die
umgebenden Wirtsleitungen übertragen und die Wirtsleitungen widerstehen diesen
übertragenen Beanspruchungen. Während Kohlenwasserstofffluide durch den
Liner permeieren, erfolgt ein dadurch hervorgerufener Druckaufbau in der Ringöffnung
(dem Raum zwischen dem Liner und der Innenfläche des Wirtsrohrs), der direkt
zur Korrosion, Undichtheiten und/oder Zusammenfallen des Liners führen kann,
wenn der Druck innerhalb des Rohrs unter denjenigen der ringförmigen Öffnung
fällt. Es handelt sich dabei um starke Unzulänglichkeiten. Wenn die Außenfläche
des Liners in wesentlichem Maße mit der inneren Wirtswand in Kontakt bleibt,
erfolgt ein starkes Maß an Abdichtung. Der ringförmige Querschnittsbereich
wird dadurch dermaßen reduziert, dass nur ein äußerst komplizierter
Weg für die Migration des Fluids im ringförmigen Raum auf den Entlüftungsmechanismus
dem System entlang vorliegt.
Taylor widmet sich in der US-Patentschrift 6220079 diesem Problem,
indem er eine Methode zum Reduzieren der negativen Auswirkungen von Druck im ringförmigen
Raum durch Modifizieren der gewöhnlich gleichförmig zylindrischen Gestalt
der Linerkonfiguration derart, dass es das Einbauen mehrfacher Rohrleitungen zwischen
dem Liner und der Wirtsröhre umfasst, offenbart. Diese Rohrleitungen bieten
eine relativ billige Möglichkeit für das Ablassen des Drucks, was dazu
beitragen kann, das Zusammenfallen des Liners zu verhindern, und auch das Einführen
von Instrumenten zum Durchführen von Messungen erlaubt.
Andere Aspekte, die zum Einsetzen des Zusammenfallen des Liners beitragen,
umfassen die mechanischen Eigenschaften des Liners, die Natur des transportierten
Fluids, der Druck, die Temperatur und die wirksame Fluidpermeierungsrate. Die vorliegende
Erfindung offenbart eine Methode, die sich mit dem Zusammenfallen von Linern durch
wesentliches Reduzieren der Fluidpermeationsrate durch den Liner befasst.
Die US-Patentschrift 4444817 offenbart laminare Artikel aus Polyolefin
und Kondensationspolymer. Obwohl eine umfangreiche Reihe spezifischer Artikel beansprucht
werden, wird darin in keiner Weise die Verwendung dieses Materials für Anwendungen
auf dem Gebiet der Öl- und Gaserforschung und/oder -produktion in Betracht
gezogen, erwähnt oder vorgeschlagen.
Die US 4444817 offenbart einen
Artikel, der ein Polyolefin, ein Polyamid und ein durch Maleinsäureanhydrid
modifiziertes Polyolefin umfasst. Das Polyamid ist durch eine Schmelztemperatur
von 215°C gekennzeichnet und liegt in der Zusammensetzung als diskontinuierliche
Phase und als Schichten mit einer Dicke von 0,5–50 Mikrometern vor.
WP9105008 offenbart eine Zusammensetzung
umfassend ein Polyolefin, ein Polyamid und ein durch Maleinsäureanhydrid modifiziertes
Polyolefin.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Rohre und Liner mit
einer guten Permeationswiderstandsfähigkeit gegen Kohlenwasserstoffe bereitzustellen.
Ein charakteristisches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, mindestens
ein Polyolefin, mindestens ein Polyamid und mindestens einen Verträglichmacher
beim Vorgang des Bildens der Rohre und Liner schmelzzuvermischen. Es ist ein Vorteil
der vorliegenden Erfindung, Rohre und Liner bereitzustellen, die ein kostengünstiges
Polymermaterial umfassen, das verbesserte Sperreigenschaften im Vergleich mit Polyethylen
aufweist. Diese und andere Aufgaben, charakteristischen Merkmale und Vorteile werden
unter Bezugnahme auf die genaue Beschreibung, die hier folgt, besser verständlich.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es werden hier Rohre und Liner offenbart und beansprucht, die zur
Verwendung beim Transportieren von Substanzen bei Öl- und Gasanwendungen geeignet
sind, umfassend eine schmelzgemischte Mischung von:
- (a) mindestens einem Polyolefin;
- (b) mindestens einem Polyamid, das mit dem mindestens einen Polyolefin (a) unverträglich
ist; und
- (c) mindestens einem alkylcarboxylsubstituierten polyolefinischen Verträglichmacher;
wobei die Polyolefine (a) in einer kontinuierlichen Matrixphase vorliegen und die
Polyamide (b) in einer diskontinuierlichen verteilten Phase in Form mehrerer dünner,
im Wesentlichen paralleler, sich überlappender Schichten von Material vorliegen,
die in der kontinuierlichen Phase eingebettet sind, und wobei des Weiteren mindestens
ein Teil des Verträglichmachers (c) zwischen den Schichten vorliegt und die
Haftung dazwischen fördert.
GENAUE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Der Begriff „Rohr", wie er hier verwendet wird, bezieht sich
auf eine hohle, längsgezogene, oft zylindrische Rohrleitung, die typischerweise
verwendet wird, um Substanzen, die Fluide, Kohlenwasserstoffabläufe, fein verteilte
Feststoffe oder Gase enthalten, während des Transports zu halten. Mit „Öl-
und Gasanwendungen" sind Anwendungszwecke in der Öl- und Gasindustrie gemeint,
die die Entfernung von Fossilbrennstoffen wie Roherdöl und Erdgas aus der Erde
und ihren darauffolgenden Transport und ihre darauffolgende Raffination involvieren.
Derartige Anwendungen umfassen, sind jedoch nicht darauf beschränkt, Röhren,
Verrohrungen, Sifongestängeanordnungen, Auskleiderohre und Anlagenrohrleitung.
Der Begriff „Liner" wird hier zum Identifizieren einer zweiten Schicht benutzt,
die innerhalb eines Stahl- oder anderen Metallrohrs zum Schutz verwendet wird unter
Bildung eines „ausgekleideten Rohrs", das typischerweise eine aus mehreren
Teilen bestehende Rohrkonstruktion ist. Der Begriff „Auskleidungsrohr" ist
von einem „ausgekleideten Rohr" verschieden und stellt die Strömungsleitung
zwischen der Bohrlochkammer, den Gefäßen, Pumpen, Lagermöglichkeiten
und/oder Verarbeitungsanlagen dar. Der Begriff „Röhre" wird in der Öl-
und Gasindustrie dazu benutzt, um sich auf runde Rohre zu beziehen, die bei einer
Reihe verschiedener Anwendungen, einschließlich, jedoch nicht darauf beschränkt,
Rohrleitungen, Verrohrungen, Sifongestängeanordnungen, Auskleidungsrohren und
Anlagenrohrleitungen verwendet werden.
Der Begriff „Teilchen", wie er hier verwendet wird, wenn er
sich auf ein Polymer bezieht, betrifft die physikalische Form des Massenpolymers
und kann ein Granulat, einen Würfel, eine Flocke, ein Pulver sein oder eine
andere Form aufweisen, die den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleuten bekannt
ist.
Zum Zwecke dieser Erfindung bedeutet „unverträgliche Polymere"
polymere Materialien, die im Wesentlichen keine gegenseitige Mischbarkeit in der
Schmelzform aufweisen.
Das Wort „etwa", wie es hier verwendet wird, wenn es vor einem
zahlenmäßen Bereich steht, soll sich sowohl auf die untere als auch die
obere Grenze beziehen.
Das erfindungsgemäße Rohr oder der erfindungsgemäße
Liner umfasst eine polymere Zusammensetzung, die eine schmelzgemischte Mischung
von mindestens einem Polyolefin, mindestens einem Polyamid, das mit dem einen oder
den mehreren Polyolefinen unverträglich ist, und mindestens einen polymeren
Verträglichmacher umfasst, der dazu dient, Bereiche der unverträglichen
Polymere derart aneinander zu befestigen, dass der Polyamidteil als diskontinuierliche
Phase vorliegt, die in der kontinuierlichen Polyolefinphase verteilt ist. Die diskontinuierliche
Polyamidphase liegt in einer laminaren Konfiguration vor, was bedeutet, dass sie
eine Mehrzahl von Bereichen in Form dünner, im Wesentlichen paralleler und
sich überlappender Schichten von Material umfasst, die in der kontinuierlichen
Polyolefinphase eingebettet sind. Das Vorliegen dieser Bereiche verbessert die Sperreigenschaften
des unmodifizierten Polyolefins durch Bilden eines ausgedehnten Labyrinths, durch
das Kohlenwasserstoffe oder andere Substanzen hindurchgehen müssen, wenn sie
durch die Wand des Rohrs oder Liners hindurchpermeieren oder diffundieren sollen.
Die Zusammensetzung wird durch Zusammenmischen von Teilchen der Polymere, Erhitzen
der Mischung unter Bildung einer heterogenen Schmelze von Material und Bilden der
Schmelze auf eine Art und Weise hergestellt, die zum Strecken der Schmelze unter
Erzeugung einer längsgezogenen diskontinuierlichen Phase führt.
Das Vorliegen der laminaren Konfiguration der diskontinuierlichen
Polyamidphase bedeutet, dass geringere Mengen Polyamid erforderlich sind, um einen
vorgegebenen Grad an Permeationswiderstandsfähigkeit zu erreichen, als mit
einer homogenen Abmischung erhalten werden würde. Homogene gut gemischte Abmischungen
sind nur teilweise wirksam, bis große Mengen (z.B. > 50 %) Polyamid vorliegen,
was dann für diese Anwendungen unerschwinglich teuer wird. Die Koextrusionskonstruktion
von Linern usw. würde zusätzliche Investitionen für zusätzliche
Extruder für jeden Polymertyp sowie eine Art von „Klebstoffschicht"
zum Aneinanderbefestigen der unverträglichen Materialien erfordern. Die vorliegende
Erfindung umgeht diese herkömmlichen und teureren Ansätze durch Anwendung
einer aus einem einzigen Schritt bestehenden Extrusion auf eine Art und Weise, die
wesentlich reduzierte Mengen Polyamid erlaubt.
Die erfindungsgemäßen Rohre und Liner weisen eine reduzierte
Durchlässigkeit für Kohlenwasserstoffe im Vergleich mit Polyolefinrohren
und -linern auf. Ein Vorteil der Verwendung der erfindungsgemäßen Liner
zum Auskleiden von Metallrohren, die in der Öl- und Gasindustrie verwendet
werden, besteht darin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Versagens des Systems aufgrund
von Zusammenfallen des Liners reduziert ist. Dieses Zusammenfallen wird am häufigsten
durch die Ansammlung von Fluiden im ringförmigen Raum ausgelöst, welche
Fluide durch die Auskleidung von den Materialien permeiert oder diffundiert sind,
die durch das Rohr transportiert oder darin gelagert werden. Derartige Fluide können
entweder in der Gas- oder Flüssigphase, je nach den Bedingungen im ringförmigen
Raum, vorliegen. Meistens stellt sich ein Gleichgewicht ein; der Fluiddruck innerhalb
des Rohrs ist im Allgemeinen höher als oder gleich dem Druck im ringförmigen
Raum. Jedoch kann im Laufe normaler Arbeiten der Druck innerhalb des Rohrs auf wesentlich
weniger als den Fluiddruck im ringförmigen Raum, beispielsweise bei einem ungeplanten
Stilllegen, reduziert werden. Das dabei entstehende Druckdifferential kann ein Ausdehnen
des Fluids im ringförmigen Raum gestatten, während der Druck sich auszugleichen
versucht. Wenn der Liner der externen Beanspruchung selbst nicht mehr standhalten
kann, kann eine radiale Wölbung entstehen.
Bei einer Ausführungsform werden Polymerteilchen in ungeschmolzener
Form gründlich gemischt, um eine statistisch homogene Verteilung bereitzustellen,
und es muss vorsichtig vorgegangen werden, um ein im Wesentlichen zusätzliches
Mischen zu vermeiden, nachdem die Polymere zu einer Schmelze erhitzt worden sind.
Bei einer anderen Ausführungsform können die Polymerteilchen in erweichter
oder geschmolzener Form kombiniert werden, solange die Kombination von Polymeren
einen heterogenen Charakter beibehält. Das Kombinieren der Polymere bei einer
Temperatur, derart, dass eines unter dem Polyolefin oder dem Polyamid nicht erweicht
oder geschmolzen wird und das darauffolgende Erhitzen der Kombination kann ebenfalls
zur Bildung der Abmischung führen. Es wird bevorzugt, dass eine geschmolzene
heterogene Abmischung von unverträglichen Polymeren gebildet wird, so dass,
wenn die Schmelze beispielsweise durch Extrusionskräfte gestreckt wird, das
Polyolefin in Form einer kontinuierlichen Matrixphase und das Polyamid
in Form einer diskontinuierlich verteilten Phase vorliegt. Die diskontinuierliche
Phase liegt als Vielfalt dünner, im Wesentlichen paralleler und sich überlappender
Schichten vor, die in der kontinuierlichen Phase eingebettet sind.
Das Polyamid und der Verträglichmacher können auch (durch
Anwendung irgendeiner Methode, die den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleuten
bekannt ist, wie Compoundieren) vor dem Mischen mit der Polyolefinkomponente schmelzgemischt
werden. So können beispielsweise schmelzgemischte Teilchen, die Polyamid und
Verträglichmacher umfassen, mit Polyolefinteilchen, wie beschrieben, gemischt
werden.
Man glaubt, dass mindestens ein Teil des polymeren Verträglichmachers
zwischen nebeneinanderliegenden Schichten von unverträglichem Polymer konzentriert
ist und teilweise mit einer Schicht und teilweise mit einer danebenliegenden Schicht
verbunden ist, so dass die Schichten aneinander haften. Ohne Verträglichmacher
weisen Rohre und Liner, die aus heterogenen Schmelzen von unverträglichem Polymer
gebildet sind, schlechte mechanische Eigenschaften auf und können im Allgemeinen
selbst durch Extrusion oder Formen als einzigen Artikel nicht leicht geformt werden.
Obwohl es nicht erforderlich ist, wird es vorgezogen, dass das bei
der praktischen Anwendung dieser Erfindung verwendete Polyamid wie angegeben in
teilchenförmiger Form vorliegt; und es ist wünschenswert, dass sowohl
das Polyolefin als auch das Polyamid als Teilchen gemischt werden. Die Teilchen
sollten in der Regel eine Größe aufweisen, derart, dass die geschmolzene
Abmischung unverträglicher Polymere, wenn sie in irgendeine Schmelzstreckvorrichtung,
wie beispielsweise Extrusionsdüsenlippen, eingeführt wird, die Heterogenität
aufweist, die für die praktische Anwendung der Erfindung bevorzugt ist. Wenn
die Teilchen, insbesondere Teilchen des Polyamids, eine zu geringe Größe
aufweisen, neigt die geschmolzene Abmischung, obwohl sie nicht übermäßig
gemischt ist, dazu, als homogene Zusammensetzung zu funktionieren, weil die Bereiche
von Material, die die diskontinuierliche Polymerphase bilden, so klein sind. Wenn
die Teilchen, insbesondere Teilchen des Polyamids, eine zu große Größe
aufweisen, neigt die geschmolzene Abmischung dazu, Rohre und Liner zu bilden, die
eine marmorierte Struktur anstatt eine laminare Struktur aufweisen, wobei die großen
Bereiche des Materials, die die diskontinuierliche Phase bilden würden, sich
bis zu entgegengesetzten Grenzen des Rohrs oder des Liners erstrecken und die Störung
des Materials hervorrufen, das die kontinuierliche Phase darstellen würde.
Die Teilchen sind bevorzugt im Allgemeinen von regelmäßiger, wie beispielsweise
würfelförmiger oder kugelförmiger oder ähnlicher Gestalt. Jedoch
können die Teilchen unregelmäßig sein; und sie können eine Dimension
aufweisen, die wesentlich größer ist als eine andere Dimension, wie es
beispielsweise der Fall wäre, wenn Flocken von Material verwendet werden.
Wenn jedes der unverträglichen Polymere als einzelne Teilchen
vorliegt, so weisen die Teilchen im Allgemeinen ungefähr die gleiche Größe
auf, obwohl dies nicht erforderlich ist. Der Verträglichmacher kann als solcher
als einzelne Teilchen bereitgestellt werden, oder er kann mit einem oder beiden
der unverträglichen Polymere gemischt, darauf aufgeschichtet oder auf andere
Weise kombiniert werden.
Die Dicke der Schichten von Material in der diskontinuierlichen Phase
hängt von der Teilchengröße in Kombination mit dem Streckgrad beim
Verformungsschritt ab. Die Teilchengröße des Polyamids wird im Allgemeinen
in der Absicht ausgewählt, dass nach dem Strecken sich überlappende Schichten
entstehen, die etwa 0,5–50 Mikrometer dick und eventuell manchmal etwas dicker
sein können.
Das Mischen von Polymerteilchen kann durch irgendeine Möglichkeit,
die den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleuten bekannt ist, wie beispielsweise
durch eine Mischvorrichtung oder einen Taumelmischer oder im großen Maßstab
durch einen Doppelkegelmischer erreicht werden. Das kontinuierliche Mischen der
Teilchen kann durch irgendeine von mehreren allgemein bekannten Methoden erreicht
werden. Natürlich können die Teilchen auch von Hand gemischt werden, wobei
das einzige Erfordernis beim Mischen darin besteht, dass irgendwelche zwei statistischen
Proben der Mischung in einer vorgegebenen Materialmasse im Wesentlichen die gleiche
Zusammensetzung ergeben sollten. Das Mischen der unverträglichen Polymere kann
durch Zusetzen von Teilchen des höher schmelzenden Polymers zu einer Schmelze
des niederer schmelzenden Polymers erreicht werden, das bei einer Temperatur unterhalb
des höheren Schmelzpunkts gehalten wird. In diesem Fall wird die Schmelze gerührt,
um eine ausreichende Mischung zu erhalten, und die Mischung wird dadurch für
den Erhitzungsschritt bereitgemacht.
Sobald die unverträglichen Polymere gemischt sind, werden sie
auf eine Temperatur erhitzt, die höher liegt als der Schmelzpunkt der Polymerkomponente
mit dem höchsten Schmelzpunkt. Es ist zu beachten, dass das Erhitzen zum Zweck
des Streckens der erweichten oder geschmolzenen Abmischung durchgeführt wird.
Im Falle eines unverträglichen Polymers, das keine gut definierte Schmelztemperatur
aufweist, bezieht sich „Schmelztemperatur", wie hier benutzt, auf eine Temperatur,
die zumindest hoch genug ist, dass die Polymere bis zu dem Grad erweicht worden
sind, der zum Strecken jedes der Polymere in der Abmischung erforderlich
ist. Dieses Erhitzen führt zu einer erweichten oder geschmolzenen heterogenen
Abmischung von Materialien und das Erhitzen muss auf eine Art und Weise durchgeführt
werden, durch die ein wesentliches zusätzliches Mischen der unverträglichen
Polymere vermieden wird, weil ein derartiges Mischen eine Homogenisierung und das
Kombinieren der geschmolzenen Teilchen hervorrufen und zu einer Schmelze und zu
einem Rohr oder einem Liner aus einer homogenen, nicht aus Schichten bestehenden
Zusammensetzung führen könnte. Das Erhitzen kann durch irgendeine von
mehreren Möglichkeiten durchgeführt werden, die den mit dem Stand der
Technik vertrauten Fachleuten allgemein bekannt sind, und es wird gewöhnlich
in einem Extruder durchgeführt. Es hat sich erwiesen, dass ein Einschneckenextruder
des Typs, der für den Materialtransport und nicht das Materialmischen konstruiert
ist, zwischen den Erhitzungs- und Formgebungsschritten dieser Erfindung angewendet
werden kann, ohne die Homogenisierung der beiden phasenunverträglichen Polymerzusammensetzungen
zu verursachen. Extruder geringer Schergeschwindigkeit und geringer Mischgeschwindigkeit
der Art, die normalerweise für Polyvinylchlorid, Acrylnitril oder Polyvinylidenchlorid
verwendet werden, können bei der praktischen Durchführung dieser Erfindung
angewendet werden, wenn sie auf eine Art und Weise angewendet werden, um die Materialien
zu schmelzen und zu transportieren und das Mischen der Komponenten zu minimieren.
Extruder hoher Schergeschwindigkeit und hoher Mischgeschwindigkeit der Art, die
normalerweise für Nylon und Polyethylen verwendet werden, sind bei der praktischen
Anwendung dieser Erfindung weniger wünschenswert. Zahlreiche andere Abmischgeräte
geringer Schergeschwindigkeit, wie sie den mit dem Stand der Technik vertrauten
Fachleuten bekannt sind, können verwendet werden, ohne vom Geist der Erfindung
abzuweichen. Das Verfahren und das erfindungsgemäße Produkt können
insoweit praktisch durchgeführt bzw. erreicht werden, als die Zusammensetzung
einen Aspekt der Heterogenität beibehält.
Der Vorgang des Bildens der erfindungsgemäßen Rohre und
Liner erfordert das Strecken der geschmolzenen Abmischung, gefolgt vom Abkühlen.
Das Strecken ist ein Verlängern der Zweiphasenschmelze, um eine wesentliche
Änderung der Dimensionen der Bereiche der diskontinuierlichen Phase zu verursachen.
Das Strecken kann durch irgendeine von mehreren Möglichkeiten oder durch eine
Kombination von mehr als einer derartigen Möglichkeit erreicht werden. Beispielsweise
kann die Schmelze zwischen Düsenlippen extrudiert oder coextrudiert werden.
Das Strecken kann durch leichtes Ziehen auf die Extrusion oder Coextrusion der Abmischung
der heterogenen Schmelze hin erreicht werden.
Das Strecken kann in einer Richtung oder in senkrechten Richtungen
erfolgen. Gleichgültig, ob das Strecken in einer Richtung oder in zwei durchgeführt
wird, so sollte eine Verlängerung von etwa 100 bis 500 Prozent in mindestens
einer Richtung erfolgen; und eine Verlängerung von etwa 100 bis 300 Prozent
ist bevorzugt. Während die obere hier aufgeführte Grenze nicht kritisch
ist, ist die untere Grenze insoweit kritisch, als ein unausreichendes Strecken nicht
zu den verbesserten Sperren gegen Fluidpermeierung, die diese Erfindung kennzeichnen,
führt. Das Vermeiden von übermäßigem Strecken ist nur insoweit
wichtig, als eine übermäßige Dehnung der Schmelze zum Schwächen
oder Zerreißen des Artikels führen kann.
Auf das Strecken hin erfolgt das Abkühlen unter die Temperatur
des Schmelzpunkts der Komponente mit dem niedrigsten Schmelzpunkt zum Verfestigen
des extrudierten Teils. Das Abkühlen kann durch irgendeine erwünschte
Möglichkeit und mit irgendeiner geeigneten Geschwindigkeit durchgeführt
werden.
Das eine oder die mehreren Polyamid(e) der bei dieser Erfindung verwendeten
Zusammensetzung liegt bzw. liegen in einer Menge von etwa 2 bis 40 oder bevorzugt
etwa 3 bis 20 oder noch bevorzugter etwa 5 bis 15 Gewichtsprozent, auf die Gesamtmenge
an Polyamid, Verträglichmacher und Polyolefin der Zusammensetzung bezogen,
vor. Das eine oder die mehreren Verträglichmacher der bei dieser Erfindung
verwendeten Zusammensetzung liegt bzw. liegen in einer Menge von etwa 0,25 bis 12
oder bevorzugt etwa 0,25 bis 6 oder noch bevorzugter etwa 0,5 bis 4 Gewichtsprozent,
auf die Gesamtmenge an Polyamid, Verträglichmacher und Polyolefin in der Zusammensetzung
bezogen, vor. Das eine oder die mehreren Polyolefine der bei dieser Erfindung verwendeten
Zusammensetzung liegt bzw. liegen in einer Menge von etwa 60 bis 97 oder bevorzugt
etwa 80 bis 97 oder noch bevorzugter etwa 85 bis 95 Gewichtsprozent, auf die Gesamtmenge
an Polyamid, Verträglichmacher und Polyolefin der Zusammensetzung bezogen,
vor.
Irgendeine der Komponenten kann zum Einführen von inerten Füllstoffen
in die Zusammensetzung verwendet werden, nur vorausgesetzt, dass die Füllstoffe
nicht von einer Art sind oder in einer Menge verwendet werden, die die Bildung der
schichtförmigen Konstruktion oder die erwünschten oder erforderlichen
Eigenschaften der Zusammensetzung stören würde. Die Mengen an Weichmachern,
Trübemitteln, Färbemitteln, Gleitmitteln, Wärmestabilisatoren, Oxidationsstabilisatoren
und dergleichen, die gewöhnlich in strukturellen Polymermaterialien verwendet
werden, können hier verwendet werden. Die Menge an derartigem Füllstoff
ist bei der Berechnung der Mengen unverträglicher Polymere und Verträglichmacher
nicht eingeschlossen.
Die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung verwendeten
Polyolefine umfassen Polyethylen, Polypropylen, Polybutylen, Copolymere dieser Materialien
und dergleichen. Polyethylen ist bevorzugt und kann eine hohe, mittlere oder niedrige
Dichte aufweisen.
Das Polyolefin kann auch während oder nach der Bildung der erfindungsgemäßen
Rohre unter Anwendung irgendeiner Methode, die den mit dem Stand der Technik vertrauten
Fachleuten bekannt ist, vernetzt werden. Beispielsweise kann, wenn das Vernetzen
während der Bildung der Rohre und Liner erfolgen soll, ein Vernetzungsmittel,
wie ein Peroxid, der Mischung von Polymerteilchen, die zur Bildung der Rohre und
Liner verwendet wird, zugegeben werden. Das Peroxid kann in Form eines Masterbatch
dem Polyamid und/oder Polyolefin zugegeben werden. Das Peroxid kann auch in die
Polyamid- und/oder Polyolefinteilchen in einem vorhergehenden Schritt, wie beispielsweise
Schmelzcompoundieren oder einem anderen Schmelzmischschritt, eingearbeitet werden.
Nach der Bildung der Rohre und Liner kann die Polyolefinkomponente auch durch Bestrahlen
der Rohre und Liner vernetzt werden. Als Alternative kann die Polyolefinkomponente
unter Anwendung eines Silanvernetzungsmittels wie Vinyltrimethoxysilan vernetzt
werden, wie sich die mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleute im Klaren sein
werden. Wenn Silanvernetzungsmittel verwendet werden, so können sie und irgendwelche
notwendigen Katalysatoren und Initiatoren der geschmolzenen Mischung während
der Bildung von Rohren und Linern zugegeben werden. In einem derartigen Fall wird
vorgezogen, dass das Polyamid und der Verträglichmacher vor dem Mischen mit
dem Polyolefin schmelzvermischt werden. Silanvernetzungsmittel können auch
vor der Verwendung des Polyolefins bei der Bildung der erfindungsgemäßen
Rohre und Liner auf das Polyolefin aufgepfropft werden. Die Polyolefine in Rohren
und Linern, die Vernetzungsmittel enthalten, können unter Anwendung von Methoden,
die den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleuten bekannt sind, wie beispielsweise
Behandeln der Rohre und Liner mit Wasser oder Dampf, das bzw. der eine Temperatur
von mindestens etwa 80°C aufweist, vernetzt werden. Rohre und Liner, die vernetztes
Polyethylen umfassen, sind bevorzugt.
Werden sie verwendet, so betrifft der Begriff „Polyamide" sowohl
Homopolymere als auch Copolymere. Polyamide sind allgemein bekannt und werden durch
Reagieren von Carbonsäuren oder ihren reaktiven Äquivalenten mit primären
Aminen und/oder Lactamen unter allgemein bekannten Bedingungen hergestellt. Lactame
und Aminosäuren können auch unter Bildung von Polyamiden reagiert werden.
Beispiele von Carbonsäuren, die bei der Polyamidzubereitung verwendet werden,
sind Adipinsäure, Bernsteinsäure, Sebacinsäure, Azelainsäure,
Malonsäure, Glutarsäure, Pimelinsäure, Isophthalsäure, Terephthalsäure
und dergleichen. Beispiele von primären Diaminen sind Tetramethylendiamin,
Pentamethylendiamin, Hexamethylendiamin, Octamethylendiamin und dergleichen. Beispielhafte
Polyamide umfassen Poly(pentamethylenadipamid), Poly(hexamethylenadipamid), Poly(hexamethylensebacamid);
Polyamide, die von Lactamen wie Caprolactamen und von Aminosäuren wie 11-Aminoundecansäure
und dergleichen erhalten werden. Copolyamide sind ebenfalls geeignet. Bevorzugte
Polyamide und Copolyamide weisen jeweils Schmelzpunkte im Bereich von 150°C
bis 250°C und noch bevorzugter im Bereich von 180°C bis 225°C auf
und umfassen Polymere wie Polycaproamid, Poly(11-aminoundecanamid), Polydodecanammid,
Poly(hexamethylensebacamid), Poly(hexamethylendodecanamid) und Copolymere von Poly(hexamethylenadipamid)
mit Polycaproamid. Ebenfalls bevorzugt sind amorphe Polyamidcopolymere, die keine
klar definierten Schmelzpunkte aufweisen, die jedoch teilweise von aromatischen
Monomeren wie Isophthalsäure deriviert sind.
Die in der Zusammensetzung, die bei der vorliegenden Erfindung verwendet
wird, verwendeten Polyamide sollten schmelzextrudierbar sein und bevorzugt eine
zahlendurchschnittliche Molmasse von mindestens 5000 aufweisen. Beispiele von Polyamiden
umfassen diejenigen, die durch Kondensation von äquimolaren Mengen mindestens
einer gesättigten Dicarbonsäure, die 4 bis 14 Kohlenstoffatome enthält,
mit mindestens einem Diamin, das 4 bis 14 Kohlenstoffatome enthält, hergestellt
werden. Jedoch kann überschüssiges Diamin zum Bereitstellen eines Überschusses
an Aminendgruppen im Vergleich mit Carboxylendgruppen im Polyamid verwendet werden.
Spezifische Beispiele umfassen Polyhexamethylenadipamid (Nylon 66), Polyhexamethylenazelaamid
(Nylon 69), Polyhexamethylensebacamid (Nylon 610), Polyhexamethylendodecanamid (Nylon
612), Polycaprolactam (Nylon 6) und ihre Copolymere. Halbaromatische Polyamide,
die schmelzextrudierbar sind, können in den erfindungsgemäßen schmelzgemischten
Abmischungen ebenfalls verwendet werden.
Es wird vorgezogen, dass das Polyamid eine höhere Schmelzviskosität
als das Polyolefin bei der Temperatur aufweist, bei der die erfindungsgemäßen
Rohre und Liner gebildet werden.
Der in der Zusammensetzung, die bei dieser Erfindung verwendet wird,
verwendete Verträglichmacher ist ein alkylcarboxylsubstituiertes Polyolefin,
wobei es sich um ein Polyolefin handelt, an das ein Carbonsäureanteil, entweder
an der Polyolefinrückgratkette selbst oder an Seitenketten angeknüpft
ist. Mit „Carbonsäureanteil" sind Carbonsäuregruppen aus
der Gruppe gemeint, die aus Säuren, Estern, Anhydriden und Salzen besteht.
Carbonsäuresalze sind neutralisierte Carbonsäuren und ein Verträglichmacher,
der Carbonsäuresalze als Carbonsäureanteil umfasst, umfasst auch die Carbonsäure
dieses Salzes. Derartige Verträglichmacher werden ionomere Polymere genannt.
Verträglichmacher können durch Direktsynthese oder Aufpfropfen
hergestellt werden. Ein Beispiel der Direktsynthese ist die Polymerisation eines
&agr;-Olefins mit einem olefinischen Monomer, das einen Carbonsäureanteil
aufweist; und ein Beispiel von Aufpfropfen ist die Addition eines Monomers mit einem
Carbonsäureanteil an eine Polyolefinrückgratkette. Im Verträglichmacher,
der durch Aufpfropfen hergestellt wird, ist das Polyolefin Polyethylen oder ein
Copolymer von Ethylen und mindestens einem &agr;-Olefin mit 3–8 Kohlenstoffatomen
wie Propylen und dergleichen oder ein Copolymer, das mindestens ein &agr;-Olefin
mit 3–8 Kohlenstoffatomen und ein Diolefin wie beispielsweise 1,4-Hexadien
und dergleichen, umfasst. Das Polyolefin wird mit einer ungesättigten Carbonsäure,
einem ungesättigten Carbonsäureanhydrid oder Estermonomer unter Bildung
des gepfropften Polymers reagiert. Repräsentative geeignete Säuren, Anhydride
und Ester umfassen: Methacrylsäure; Acrylsäure; Ethacrylsäure; Glycidylmethacrylat;
2-Hydroxyethylacrylat; 2-Hydroxyethylmethacrylat; Diethylmaleat; Monoethylmaleat;
Di-n-butylmaleat; Maleinsäureanhydrid; Maleinsäure; Fumarsäure; Itaconsäure;
Monoester derartiger Dicarbonsäuren; Dodecenylbernsteinsäureanhydrid;
5-Norbornen-2,3-anhydrid; Nadinsäureanhydrid (3,6-Endomethylen-1,2,3,6-tetrahydrophthalsäureanhydrid);
und dergleichen. Im Allgemeinen weist das Pfropfpolymer etwa 0,01 bis 20, bevorzugt
etwa 0,1 bis 10 und am bevorzugtesten etwa 0,2 bis 5 Gewichtsprozent Pfropfmonomer
auf. Gepfropfte Polymere werden in weiteren Einzelheiten in den US-Patentschriften
Nr. 4026967 und 3953655 beschrieben.
In dem durch Direktsynthese hergestellten Verträglichmacher ist
das Polymermaterial ein Copolymer eines &agr;-Olefins mit 2–10 Kohlenstoffatomen
und einer bzw. eines &agr;-ethylenisch ungesättigten Carbonsäure, Esters
oder Anhydrids oder Salzes mit 1–2 Carbonsäureanteilen. Der direktsynthetisierte
Verträglichmacher besteht aus mindestens 75 Molprozent der Olefinkomponente
und etwa 0,2 bis 25 Molprozent der Carbonsäurekomponente.
Der ionomere Verträglichmacher wird bevorzugt aus direktsynthetisiertem
Verträglichmacher hergestellt und besteht bevorzugt aus etwa 90 bis 99 Molprozent
Olefin und etwa 1 bis 10 Molprozent &agr;-ethylenisch ungesättigtem Monomer
mit Carbonsäureanteilen, wobei die Anteile als Säureäquivalente gelten
und mit Metallionen mit Wertigkeiten von einschließlich 1 bis 3 neutralisiert
werden, wobei das Carbonsäureäquivalent Monocarbonsäure ist und mit
Metallionen mit einer Wertigkeit von 1 neutralisiert ist, wobei das Carbonsäureäquivalent
Dicarbonsäure ist. Um den Neutralisationsgrad zu regulieren, liegen Metallionen
in einer Menge vor, die ausreicht, um mindestens 10 Prozent der Carboxylanteile
zu neutralisieren. Repräsentative geeignete &agr;-Olefine und ungesättigte
Carbonsäure, Anhydrid und Estermonomere sind diejenigen, die hier oben beschrieben
worden sind. Ionomere Polymere sind in weiteren Einzelheiten in der US-Patentschrift
Nr. 3264272 beschrieben.
Bevorzugte Verträglichmacher sind Polyolefine, die mit einer
Dicarbonsäure oder einem Dicarbonsäurederivat wie einem Anydrid oder Ester
oder Diester gepfropft sind.
Die erfindungsgemäßen Rohre und Liner werden für Anwendungen
verwendet, die Auskleidungsrohre, Schläuche, Tieflochverrohrungsliner, Verteilungsrohre,
Saugstäbe, Sifongestänge, horizontale Rohrleitungen, horizontale Rohrauskleidungen,
hydraulische Schläuche, flexible Rohre und unter Druck stehende Schläuche
umfassen, jedoch nicht darauf beschränkt sind.