Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren für
die Polymerisation einer Einspeisung, die ein oder mehr C3- bis C20-1-Olefin(e)
enthält, in Gegenwart eines trägerlosen Feststoff-Metallocen- und Aktivator-haltigen
Katalysator-Systems zur Bildung eines viskosen Oligomerenöls.
Diskussion des Standes der Technik
Slaugh et al., U.S.-Patent Nr. 4,658,078 (14. April 1987) offenbart
ein Verfahren zum Herstellen von Dimeren mit relativ geringem Molekulargewicht durch
Dimerisieren von alpha-Olefinen zu Vinylidenolefinen durch Kontaktieren der alpha-Olefine
mit einem löslichen Katalysator, der ein Metallocen und ein Aluminoxan umfasst.
Die Verwendung eines löslichen Katalysator erfordert jedoch einen Waschschritt,
um den Katalysator aus dem Polymerisationsprodukt zu entfernen, und die Verwendung
eines gefährlichen Lösungsmittels, wie Toluol, das allgemein bei löslichen
Metallocen-Katalysator-Systemen erforderlich ist. Demzufolge wurden Anstrengungen
unternommen, heterogene oder Feststoff-Metallocen-Katalysator-Systeme herzustellen
und zu verwenden. Die Feststoff-Systeme, die verwendet wurden, umfassten im Allgemeinen
die Immobilisierung der Metallocen- und/oder Aluminium-Verbindung, die als Aktivator
auf einem anorganischen Träger dienten. Solche Systeme leiden unter dem Nachteil,
dass die Verwendung eines Trägermaterials erforderlich ist, und sie weisen
im Allgemeinen eine geringere Aktivität als lösliche Katalysator-Systeme
auf.
Demzufolge ist es in hohem Maß wünschenswert, in der Lage
zu sein, trägerlose Feststoff-Metallocen-Katalysator-Systeme mit einer vergleichbaren
(minimaler Verlust) Katalysatoraktivität herzustellen und zu verwenden. Hermann
et al., U.S.-Patent Nr. 5,914,376 (22. Juni 1999), offenbart ein Verfahren für
die Polymerisation eines Olefins in Gegenwart eines trägerlosen heterogenen
Metallocen-Katalysator-Systems zur Bildung eines festen Polymers. Das Feststoff-Katalysator-System
wird durch Umsetzen eines löslichen Metallocens mit einem festen Aluminoxan
erhalten, das als Nebenprodukt gewonnen wird, das bei der Herstellung Toluol-löslicher
Aluminoxane erhalten wird.
Turner, U.S.-Patent Nr. 4,752,597 (21. Juni 1988), offenbart ein Verfahren
zum Herstellen eines trägerlosen Feststoff-Metallocen-Katalysator-Systems.
Das Metallocen-Katalysator-System umfasst das Metallocen und Aluminoxan. Das Metallocen
und das Aluminoxan werden in einem Molverhältnis von Aluminoxan zu Metallocen
von etwa 12:1 bis etwa 100:1 in Kontakt gebracht und in einem Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel
umgesetzt, in dem das Metallocen und Aluminoxan jeweils löslich sind, aber
in dem das resultierende Feststoff-Produkt unlöslich ist. Das Metallocen und
das Aluminoxan werden bei einer Temperatur im Bereich von -78°C bis etwa 50°C
umgesetzt. Der resultierende Feststoff-Katalysator ist im Allgemeinen ein schwer
lösliches Öl bei Umgebungstemperatur in aromatischen Lösungsmitteln,
ein unlöslicher Feststoff in aliphatischen Lösungsmitteln und zersetzt
sich in polaren Lösungsmitteln. Nach der Gewinnung war das resultierende Katalysator-System
in den meisten Patentbeispielen ein glasartiger Feststoff.
Kioka et al., U.S.-Patent Nr. 4,923,833 (8. Mai 1990), offenbart fünf
Verfahren zum Herstellen eines trägerlosen, Olefin-Polymerisations-Feststoff-Katalysators,
der eine Metall-haltige Metallocen-Komponente der Gruppe IVB und eine Aluminoxan-Komponente
enthält. Drei der Verfahren umfassen die Verwendung eines Lösungsmittels,
in dem das Aluminoxan unlöslich oder schwer löslich ist. Die verbleibenden
zwei Verfahren umfassen das Sprühtrocknen einer Lösung entweder des Aluminoxans
alleine oder des Metallocens und Aluminoxans zusammen. Im Vergleichsbeispiel 1 wird
das Herstellungsverfahren der Erfindung einem Verfahren zum Herstellen eines trägerlosen
Feststoff-Katalysators gegenübergestellt, der ein Metallocen und ein Methylaluminoxan
enthält, indem eine Lösung des Metallocens in Toluol mit einer Lösung
von Methylaluminoxan in Toluol zusammengebracht werden und das Toluol vollständig
verdampft wird. Somit setzte Vergleichsbeispiel 1 kein Lösungsmittel ein, in
dem das Methylaluminoxan nur schwer löslich war. Die resultierenden Feststoff-Katalysator-Partikel
wiesen keine einheitliche Form, einen geringen spezifischen Oberflächenbereich
und eine breite Partikelgrößenverteilung auf. Wenn er für die Polymerisation
von Ethylen verwendet wurde, um Polyethylen zu bilden, wies der Vergleichskatalysator
eine wesentlich geringere Polymerisationsaktivität auf und führte zur
Herstellung eines Polyethylens mit einer wesentlich geringeren Schüttdichte,
als wenn der Katalysator der Erfindung eingesetzt wurde. In U.S.-Patent Nr. 4,923,833
gibt es keinen Hinweis oder Empfehlung, dass der Vergleichskatalysator als Polymerisationskatalysator
überhaupt oder insbesondere als Polymerisationskatalysator für die Herstellung
eines viskosen Oligomerenöls verwendet wird.
Ziele der Erfindung
Es ist somit ein allgemeines Ziel der vorliegenden Erfindung, ein
verbessertes Polymerisationsverfahren bereitzustellen, das ein trägerloses,
unlösliches Metallocen-Katalysator-System einsetzt, das die vorgenannten Probleme
der Verfahren des Standes der Technik überwindet.
Insbesondere ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Verwendung eines trägerlosen, unlöslichen Metallocen-Katalysator-Systems
bei der Polymerisation von einem oder mehreren linearen C3- bis C20-1-Olefin(en)
zu verwenden, um eine Produktmischung herzustellen, die ein im Wesentlichen terminal
ungesättigtes, viskoses im Wesentlichen 1-Olefin-poly(1-olefin) oder Copoly(1-olefin)
mit einem Molekulargewicht zwischen 300 und 10.000 umfasst, das einen Gehalt von
mehr als 50% an terminalem Vinyliden aufweist.
Andere Ziele und Vorteile werden nach dem Lesen der folgenden genauen
Beschreibung und der beigefügten Ansprüche offensichtlich werden.
Zusammenfassung der Erfindung
Diese Ziele werden durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung
zur Herstellung eines Oligomerenöls erreicht, umfassend:
(i) Polymerisation einer Einspeisung, umfassend ein oder mehr lineare(s) C3-
bis C20-1-Olefin(e), das/die mindestens ein Wasserstoffatom am 2-Kohlenstoffatom,
mindestens zwei Wasserstoffatome am 3-Kohlenstoffatom und mindestens ein Wasserstoffatom
am 4-Kohlenstoffatom aufweist/en (falls mindestens 4 Kohlenstoffatome in dem Olefin
vorhanden sind), in Gegenwart eines trägerlosen Feststoff-Metallocen-Katalysator-Systems,
umfassend eine Komplex-Komponente aus großen/m („bulky") Liganden und
einem Übergangsmetall der stöchiometrischen Formel 1, und einen Aktivator,
umfassend eine Organoaluminium-Verbindung oder eine Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor-Verbindung
oder eine Mischung davon:
LmMXnX'pFormel 1
wobei L der große ("bulky") Ligand ist, umfassend einen oder mehr Cyclopentadienyl-
oder Indenyl-Rest(e), M das Übergangsmetall ist, X und X' gleich oder verschieden
sein können und unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt
sind, bestehend aus Halogen, einer Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)-Gruppe oder Hydrocarboxyl-Gruppe,
die 1-20 Kohlenstoffatome aufweist, wobei m 1-3 ist, n 0-3 ist, p 0-3 ist und die
Summe der ganzen Zahlen m + n + p der Valenz des Übergangsmetalls entspricht,
um dabei eine viskose Oligomerenöl-Produktmischung zu bilden, umfassend ein
im Wesentlichen terminal ungesättigtes, viskoses, im Wesentlichen 1-Olefin-enthaltendes
Poly(1-olefin) oder Copoly(1-olefin) mit einem Molekulargewicht zwischen 300 und
10.000, das einen Gehalt von mehr als 50% an terminalem Vinyliden aufweist; wobei
das zuvor genannte Feststoff-Metallocen-Katalysator-System durch ein Verfahren gebildet
wird, umfassend:
(a) Kombination eines löslichen Metallocens und eines löslichen Aktivators,
umfassend mindestens eine Komponente, ausgewählt aus einem Organoaluminium
und einem Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor, bei einer Temperatur im Bereich von
-40°C bis 150°C in einem organischen Lösungsmittel, das unter Atmosphärendruck
bei -40 bis 250°C siedet, um ein lösliches Metallocen- und Aktivator-enthaltendes
Katalysator-System zu bilden; und
(b) Entfernung des zuvor genannten Lösungsmittels, um dadurch das zuvor genannte
Katalysator-System als einen Feststoff zu bilden. (Die vorliegende Beschreibung
offenbart auch die Feststoff-Metallocen- und Aktivator-enthaltenden Katalysator-Systeme,
die durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung gebildet werden); und
(ii) Oligomerisierung mindestens einer vorselektierten Fraktion der Produktmischung,
die in vorgenanntem Polymerisations-Schritt (i) gebildet wurde, in Gegenwart eines
sauren Oligomerisations-Katalysators, um dadurch das zuvor genannte Oligomerenöl
zu bilden, wobei die resultierende Produktmischung weniger als 35% Oligomere umfasst,
die zwei oder weniger monomere Einheiten enthalten, und mindestens 60% Oligomere
umfasst, die mindestens drei monomere Einheiten enthalten.
Genaue Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
Der Metallocen-Katalysator, der zur Herstellung eines trägerlosen
unlöslichen Metallocen-Katalysator-Systems in Schritt (a) des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingesetzt wird, umfasst einen Komplex aus großen/m ("bulky") Liganden
und einem Übergangsmetall der stöchiometrischen Formel 1: LmMXnX1pFormel 1
wobei L der große ("bulky") Ligand ist, der einen oder mehr Cyclopentadienyl-
oder Indenyl-Rest(e) umfasst, M das Übergangsmetall ist, X und X1
unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Halogen,
Kohlenwasserstoff-Gruppe oder Hydrocarboxyl-Gruppe, die l-20 Kohlenstoffatome aufweist,
und wobei m 1-3 ist, n 0-3 ist, p 0-3 ist und die Summe der ganzen Zahlen m + n
+ p der Valenz des Übergangsmetalls entspricht. Der vorgenannte Metallkomplex
enthält eine Vielzahl von gebundenen Atomen, die eine Gruppe bilden, die mit
einem oder mehreren optionalen Heteroatom(en) cyclisch sein können. Die Liganden
L und X können miteinander verbrückt sein, und wenn zwei Liganden L und/oder
X vorliegen, können sie verbrückt sein. Der Katalysator ist ein Metallocen,
in dem M ein Übergangsmetall der Gruppe IV, V oder VI ist, und ein oder mehrere
L ist/sind ein Cyclopentadienyl- oder Indenyl-Rest.
Vorzugsweise wird das Metallocen durch die stöchiometrische Formel
2 dargestellt:
(Cp)mMR1nR2pFormel 2
wobei jedes Cp ein substituierter oder unsubstituierter Cyclopentadienyl- oder Indenyl-Ring
ist, und wobei jeder Substituent davon gleich oder unterschiedlich sein kann und
ein Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl- oder Aralkyl-Radikal ist, das 1 bis 20 Kohlenstoffatome
oder mindestens zwei miteinander verbundene Kohlenstoffatome aufweist, so dass sie
einen Teil eines C4- oder C6-Rings bilden; wobei R1
und R2 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind,
bestehend aus Halogen, Kohlenwasserstoff (Hydrocarbyl), Hydrocarboxyl, wobei jedes
1-20 Kohlenstoffatome aufweist; und wobei m 1-3 ist, n 0-3 ist, p 0-3 ist und die
Summe aus m + n + p dem Oxidationszustand von M entspricht.
In alternativen bevorzugten Ausführungsformen wird das Metallocen
durch die stöchiometrischen Formeln 3 oder 4 dargestellt:
(CSR3g)kR4s(C5R3g)MQ3-k-xFormel 3
oder-
R4s(C5R3g)MQ1Formel 4
wobei jedes C5R3g ein substituiertes oder unsubstituiertes Cyclopentadienyl ist und jedes
R3 gleich oder unterschiedlich sein kann und Wasserstoff, Alkyl, Alkenyl,
Alkaryl oder Aralkyl ist, das 1 bis 20 Kohlenstoffatome oder mindestens zwei miteinander
verbundene Kohlenstoffatome aufweist, so dass sie einen Teil eines C4-
bis C6-Rings bilden; wobei R4 entweder 1) ein Alkylen-Radikal,
enthaltend 1 bis 4 Kohlenstoffatome, oder 2) ein Dialkyl-Germanium oder (-)Silizium
oder ein Alkyl-Phosphor- oder Amin-Radikal ist und R4 als Substituent
auf zwei C5R3g Ringen dient und zwei C5R3g Ringe verbrückt oder einen C5R3g Ring zurück zum M verbrückt; wobei jedes Q gleich oder unterschiedlich
sein kann und ein Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl- oder Arylalkyl-Radikal, das
1 bis 20 Kohlenstoffatome aufweist, oder Halogen ist; und Q1 ein Alkyliden-Radikal
ist, das 1 bis 20 Kohlenstoffatome aufweist; wenn k 0 ist, x ist 1, andernfalls
ist x immer 0; und wobei s 0 oder 1 ist; und, wenn s 0 ist, g 5 ist und k 0,1 oder
2 ist; und, wenn s 1 ist, g 4 ist und k 1 ist. M ist ein Übergangsmetall der
Gruppe IV, V oder VI, vorzugsweise der Gruppe IV.
Vorzugsweise ist jedes C5R3g ein mono-substituiertes Cyclopentadienyl vom Typ C5H4R3
und jedes R3 kann das gleiche oder ein unterschiedliches primäres
oder sekundäres Alkyl-Radikal sein. Wenn R3 ein primäres Alkyl-Radikal
ist, ist es vorzugsweise Methyl, Ethyl oder n-Butyl. Wenn R3 ein sekundäres
Radikal ist, ist es vorzugsweise Isopropyl oder sec-Butyl. Das resultierende Polymerisationsprodukt
weist eine Viskosität im Bereich von 2-20 cSt bei 100°C auf. In einer
anderen bevorzugten Ausführungsform ist jedes C5R3g ein di-, tri- oder tetra-substituiertes Cyclopentadienyl vom Typ C5H3R32, C5H2R33 oder C5HR34 und jedes R3 kann gleich oder unterschiedlich sein und ist
ein primäres oder sekundäres Radikal. Das resultierende Polymerisationsprodukt
weist eine Viskosität von 20-5000 cSt bei 100°C auf. In beiden Fällen
wird die Reaktion bei einer Temperatur im Bereich von 25 bis 150°C durchgeführt.
Zusätzlich zu dem Komplex aus großen/m („bulky")
Liganden und Übergangsmetall umfasst Schritt (a) des erfindungsgemäßen
Verfahrens auch eine aktivierende Menge eines Aktivators, ausgewählt aus Organoaluminium-Verbindungen
und Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor-Verbindungen. Solche Organoaluminium-Verbindungen
umfassen Fluororganoaluminium-Verbindungen. Geeignete Organoaluminium-Verbindungen
umfassen Verbindungen der Formel AIR503, wobei jedes R50 unabhängig voneinander C1-C12-Alkyl
oder Halogen ist. Beispiele umfassen Trimethylaluminium (TMA),
Triethylaluminium (TEA), Triisobutylaluminium (TIBA), Tri-n-octylaluminium, Methylaluminiumdichlorid,
Ethylaluminiumdichlorid, Dimethylaluminiumchlorid, Diethylaluminiumchlorid, Ethylaluminiumsesquichlorid,
Methylaluminiumsesquichlorid und Aluminoxane. Aluminoxane sind aus dem Stand der
Technik als typisch für Oligomeren-Verbindungen bekannt, die durch die kontrollierte
Zugabe von Wasser zu einer Alkylaluminium-Verbindung hergestellt werden können,
beispielsweise Trimethylaluminium. Solche Verbindungen können linear, cyclisch
oder Mischungen davon sein. Von kommerziell erhältlichen Aluminoxanen wird
allgemein angenommen, dass sie Mischungen von linearen und cyclischen Verbindungen
sind. Die cyclischen Aluminoxane können durch die Formel [R51AlO]s
und die linearen Aluminoxane durch die Formel R52(R53AlO)s
dargestellt werden, wobei s eine Zahl von 2 bis 50 ist und wobei R51,
R52 und R53 eine Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)-Gruppe, vorzugsweise
eine C1- bis C6-Alkylgruppe, beispielsweise Methyl-, Ethyl-
oder Butyl-Gruppen darstellen. Alkylaluminoxane, wie lineare oder cyclische Methylaluminoxane
(MAO) oder Mischungen davon sind bevorzugt.
Mischungen von Aluminoxanen und Trialkylaluminium-Verbindungen sind
besonders bevorzugt, wie MAO mit TMA oder TIBA. In diesem Zusammenhang sollte beachtet
werden, dass der Ausdruck "Aluminoxane", wie in dieser Beschreibung verwendet, Aluminoxane
umfasst, die kommerziell erhältlich sind, die einen Anteil, typischerweise
10 Gew.-%, aber optional bis zu 50 Gew.-%, beispielsweise des entsprechenden Trialkylaluminiums
enthalten können, z.B. enthält kommerzielles MAO üblicherweise etwa
10 Gew.-% Trimethylaluminium (TMA), während kommerzielles MMAO sowohl TMA als
auch TIBA enthält. Die Mengen der hier angegebenen Aluminoxane umfassen solche
Trialkylaluminium-Verunreinigungen und dementsprechend werden die Mengen der Trialkylaluminium-Verbindungen,
die hier angegeben sind, so verstanden, dass sie Verbindungen der Formel AIR3
zusätzlich zu jeder AIR3-Verbindung, die in dem Alkylalumoxan, wenn
vorhanden, inkorporiert sind, umfassen.
Beispiele geeigneter Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor-Verbindungen
sind Boroxine, Trimethylbor, Triethylbor, Dimethylphenylammoniumtetra(phenyl)borat,
Trityltetra(phenyl)borat, Triphenylbor, Dimethylphenylammonium, Tetra(pentafluorphenyl)borat,
Natriumtetrakis[(bis-3,5-trifluormethyl)phenyl]borat, Trityltetra(pentafluorphenyl)borat
und Tris(pentafluorphenyl)bor.
Bei der Herstellung des Katalysators der vorliegenden Erfindung wird
die Menge der aktivierenden Verbindung, die aus Organoaluminium-Verbindungen und
Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor-Verbindungen ausgewählt sind, die eingesetzt
werden soll, durch einfaches Testen bestimmt, beispielsweise durch die Herstellung
kleiner Testproben, die verwendet werden können, um geringe Mengen des/der
Monomers/e zu polymerisieren und somit die Aktivität des hergestellten Katalysators
zu bestimmen. Es wurde allgemein vorgefunden, dass die eingesetzte Menge ausreichend
ist, um 0,1 bis 20.000 Atome, vorzugsweise 1 bis 2000 Atome, Aluminium oder Bor
pro Atom des Übergangsmetalls in der Verbindung der Formel 1 bereitzustellen.
Im Allgemeinen werden 1 mol bis 5000 mol, vorzugsweise mindestens 150 mol, Aktivator
pro mol Übergangsmetallkomplex eingesetzt.
In Schritt (a) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung werden der
Metalloten-Katalysator und Aktivator in einem geeigneten organischen Lösungsmittel
bei einer Temperatur im Bereich von -40 bis 150°C, vorzugsweise von 0 bis 100°C
und bevorzugter von 20 bis 80°C vereinigt. Der Metallocen-Katalysator und Aktivator
können anfänglich zusammen in der gleichen Lösung vorliegen oder
sie können anfänglich in getrennten Lösungen vorliegen, die dann
vereinigt werden. Geeignete Lösungsmittel zur Verwendung mit dem Metallocen-Katalysator
und/oder dem Aktivator sieden im Bereich von -40 bis 250°C, vorzugsweise von
0 bis 200°C und am bevorzugtesten von 30 bis 150°C bei einer 1 Atmosphäre
Druck. Geeignete Lösungsmittel umfassen C4-C14-Aliphaten und (-)Monoolefine,
leichte Aromaten, Alkyl-substituierte Aromaten, Halogen-haltige Aromaten und aromatische
Ether. Vorzugsweise umfassten das/die eingesetzte(n) Lösungsmittel C4-C10-Alkane,
C4-C10-Monoolefine, Benzol und Alkyl-substituierte Benzole, Halogen-haltige Aromaten
und aromatische Ether. Bevorzugter umfassten das/die eingesetzte(n) Lösungsmittel
Benzol, Toluol, Xylole, Ethylbenzol, Chlorbenzol, C5-C7-Alkane und Monoolefine,
wie bsw. 1-Octen und 1-Decen. Typischerweise ist/sind das/die eingesetzte(n) Lösungsmittel
Benzol, Toluol, Xylol und C5-C5-Alkane.
In Schritt (b) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung wird das
Lösungsmittel mittels einer beliebigen geeigneten konventionellen Technik entfernt.
Die Verdampfung, gegebenenfalls unter vermindertem Druck, die Zentrifugation und
die Trennung der Flüssigkeit von dem resultierenden Feststoff und das Sprühtrocknen
sind Beispiele geeigneter Techniken, um den gelösten Metallocen-Katalysator
und Aktivator in die Feststoff-Form umzusetzen und zu trennen und den resultierenden
Feststoff aus der Flüssigkeit zu gewinnen. Vorzugsweise wird der Feststoff
durch Verdampfung in seiner trockenen Form gewonnen.
Das Feststoff-Katalysator-System kann dann für die Polymerisation/Oligomerisation
in seinem Feststoff-Zustand verwendet werden oder es kann in einer nichtflüchtigen
Flüssigkeit aufgeschlämmt werden, nachdem das vorgenannte Lösungsmittel
entfernt wurde. Geeignete nichtflüchtige Flüssigkeiten zur Verwendung
als solche Aufschlämmflüssigkeiten, umfassen C10-C30-Kohlenwasserstoffe,
Aromaten mit einem Siedepunkt zwischen 125°C und 300°C, Halogen-haltige
Aromaten und aromatische Ether. Vorzugsweise ist die Aufschlämmflüssigkeit
ein C14-C24-Kohlenwasserstoff.
Die Polymerisationsbedingungen, die im Polymerisations-Schritt (i)
des erfindungsgemäßen Polymerisations/Oligomerisations-Verfahrens eingesetzt
werden, sind eine Aufschlämmphase („slurry phase") und entweder chargenartig,
kontinuierlich oder semi-kontinuierlich, mit Polymerisationstemperaturen im Bereich
von -100°C bis +300°C. In Aufschlämmphasen-Polymerisationsverfahren
werden die festen Partikel des Katalysators in die Polymerisationszone eingespeist,
entweder als Trockenpulver oder als Aufschlämmung im Polymerisations-Verdünnungsmittel.
Vorzugsweise werden die Partikel in eine Polymerisationszone als eine Suspension
in dem Polymerisations-Verdünnungsmittel eingespeist. Die Polymerisationszone
kann beispielsweise ein Autoklav oder ein ähnliches Reaktionsgefäß
oder ein kontinuierlicher Schleifen-Reaktor ("loop reactor") sein, beispielsweise
vom Typ, der bei der Herstellung von Polyethylen durch das Phillips-Verfahren gut
bekannt ist.
Schritt (i) der vorliegenden Erfindung kann unter chargenartigen,
semi-chargenartigen oder so genannten "kontinuierlichen" Bedingungen mittels aus
dem Stand der Technik gut bekannter Verfahren betrieben werden. Das Polymerisationsverfahren
von Schritt (i) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung wird vorzugsweise bei
einer Temperatur über 0°C, bevorzugter über 15°C und am bevorzugtesten
im Bereich von 25 bis 150°C durchgeführt. Die Einstellung der Polymerisationstemperatur
innerhalb dieser definierten Temperaturbereiche kann eine nützliche Maßnahme
zur Kontrolle des durchschnittlichen Molekulargewichts des hergestellten Polymers
bereitstellen. Es ist ebenso bevorzugt, Schritt (i) unter relativ niedrigem Wasserstoff-Partialdruck,
vorzugsweise weniger als 689,48 kPa (100 psi) und am bevorzugtesten weniger als
344,74 kPa (50 psi) durchzuführen.
Monomere, die zur Verwendung als das Olefin geeignet sind, das die
Reaktion in Schritt (i) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung eingeht, sind
alpha-Olefine, die (1) mindestens ein Wasserstoffatom am 2-Kohlenstoffatom, (2)
mindestens zwei Wasserstoffatome am 3-Kohlenstoffatom und (3) mindestens ein Wasserstoffatom
am 4-Kohlenstoff (wenn mindestens 4 Kohlenstoffatome in dem Olefin vorliegen) aufweisen.
Vorzugsweise enthalten solche Monomere vier bis zwanzig Kohlenstoffatome. Somit
umfassen geeignete alpha-Olefin-Monomere solche Monomere, die durch die Formel H2C
= CHR60 dargestellt sind, wobei R60 ein geradkettiges oder
verzweigtes Alkyl-Radikal ist, das 1 bis 18 Kohlenstoffatome aufweist und wobei
jede vorkommende Verzweigung an einem oder mehreren Kohlenstoffatom(en) vorliegt,
die sich nicht näher zur Doppelbindung befinden als die 4-Kohlenstoffatome.
R60 ist ein Alkyl, vorzugsweise mit 2 bis 19 Kohlenstoffatomen, und bevorzugter
2 bis 13 Atomen. Somit umfassen verwendbare alpha-Olefine Propylen, 1-Buten, 1-Penten,
4-Methyl-1-penten, 1-Hexen, 1-Hepten, 1-Octen, 1-Nonen, 1-Decen, 1-Dodecen, 1-Tridecen,
1-Tetradecen, 1-Pentadecen, 1-Hexadecen, 1-Heptadecen, 1-Octadecen, 1-Nonadecen
und Mischungen davon. Vorzugsweise enthält das Olefin, das die Reaktion eingeht,
vier bis zwanzig Kohlenstoffatome.
Schritt (i) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung wird kontrolliert,
um ein viskoses Polymer mit einem Zahlenmittel-Molekulargewicht von nicht mehr als
15.000 und typischerweise von 300 bis 10.000 und vorzugsweise von 400 bis 8.000
herzustellen. Das Zahlenmittel-Molekulargewicht für solche Polymere kann durch
jede beliebige geeignete Technik bestimmt werden. Ein geeignetes Verfahren für
eine solche Bestimmung ist durch Größenausschluss-Chromatographie (auch
als Gel-Permeations-Chromatographie, GPC, bekannt), die zusätzlich Informationen
zur Molekulargewichtsverteilung liefert (siehe W. W. Yau, J. J. Kirkland und D.
D. Bly, "Modern Size Exclusion Liquid Chromatography", John Wiley and Sons, New
York, 1979). Die Molekulargewichtsverteilung (Mw/Mn) der in Schritt (i) hergestellten
Polymere oder Copolymere beträgt typischerweise weniger als 5, vorzugsweise
weniger als 4, bevorzugter weniger als 3, beispielsweise zwischen 1,5 und 2,5.
Die in Schritt (i) der Erfindung hergestellten Polymere sind weiter
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 50% oder mehr der Polymerketten eine terminale
Ungesättigtheit vom Ethylenylidentyp aufweisen. Eine geringe Menge der Polymerketten
kann eine terminate Vinyl-„Ungesättigtheit", d. h. POLY-CH=CH2,
enthalten, und ein Teil des Polymers kann eine interne „Monoungesättigtheit"
enthalten, beispielsweise POLY-C(T1)=CH(T2), wobei T1
und T2 jeweils unabhängig für eine Alkyl-Gruppe stehen, die
1 bis 18, vorzugsweise bis 8, Kohlenstoffatome enthalten und POLY die Polymerkette
darstellt. Die Polymerprodukte aus Schritt (i) des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfassen Ketten, die durch Wasserstoffatome) gesättigt sein können, aber
vorzugsweise enthalten sie Polymerketten, wobei mindestens 50%, vorzugsweise mindestens
60% und bevorzugter mindestens 75% (z. B. 75-98%) davon eine terminale
Ethenyliden(Vinyliden)-Ungesättigtheit zeigen. Der Prozentsatz der Polymerketten,
die terminate Ethenyliden-Ungesättigtheit zeigen, kann durch die Fouriertransformierte
Infrarot(FTIR)-spektroskopische Analyse, Titration, Protonen(H)NMR oder C13NMR
bestimmt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird Schritt (i) unter Aufschlämmphasen-Bedingungen
unter Verwendung eines Katalysator-Systems durchgeführt, das einen Katalysator
der Formel 2, 3 oder 4 umfasst, in dem M ein Übergangsmetall der Gruppe IVb
ist, typischerweise Titan, Zirkonium oder Hafnium, und das Aluminoxan ein Aktivator
ist, wobei das Molverhältnis von Aluminoxan zu Metallocen 150 oder größer
ist, und C3-C20-alpha-Olefine in einer Einspeisung mit mehr
als 1 Gew.-% mindestens einer flüchtigen Kohlenwasserstoffflüssigkeit,
die aber im Wesentlichen aus den C3-C20-alpha-Olefinen besteht,
polymerisiert werden, um ein im Wesentlichen terminal ungesättigtes, viskoses,
im Wesentlichen 1-Olefin-enthaltendes Poly(1-olefin) oder Copoly(1-olefin) mit einem
Gehalt von mehr als 50% an terminalem Vinyliden herzustellen.
In dieser bevorzugten Ausführungsform ist das terminal ungesättigte,
viskose Polymerprodukt dieser Erfindung im Wesentlichen ein Poly(1-olefin) oder
Copoly(1-olefin). Die Polymerketten der viskosen Polymere, die in Schritt (i) des
erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt werden, sind im Wesentlichen
terminal ungesättigt. Im Wesentlichen terminal ungesättigt bedeutet, dass
vorzugsweise mehr als 90% der Polymerketten eine „Ungesättigtheit" enthalten,
bevorzugter mehr als 95% der Polymerketten in dem Polymerprodukt enthalten eine
terminale „Ungesättigtheit".
Im Allgemeinen sind die in Schritt (i) hergestellten Produkte Mischungen,
deren Bestandteile und deren relative Mengen von dem speziellen alpha-Olefin-Edukt,
dem Katalysator und den angewendeten Reaktionsbedingungen abhängen. Typischerweise
sind die Produkte ungesättigt und weisen Viskositäten im Bereich von 2
bis 5000 cSt bei 100°C auf. Mindestens ein Teil der Produktmischung hat im
Allgemeinen die erwünschten Eigenschaften, beispielsweise Viskosität,
für eine bestimmte Anwendung. Die Bestandteile in einem solchen Teil werden
üblicherweise hydriert, um ihre Oxidationsbeständigkeit zu verbessern,
und sind aufgrund ihrer besseren Eigenschaften hinsichtlich langer Lebensdauer,
geringer Flüchtigkeit, niedrigen Stockpunkten und hohen Viskositätsindices
bekannt, die sie zu hervorragendem Grundmaterial für Gleitmittel und hydraulische
Flüssigkeiten des Standes der Technik machen.
Jedoch umfassen solche Produktmischungen üblicherweise wesentliche
Mengen an nicht umgesetzten Olefin-Einspeisungen sowie niedrigere Oligomere, insbesondere
Dimere, die nicht die erwünschten Eigenschaften aufweisen oder nicht die relativen
Mengen jedes viskosen Produkts umfassen, die dem Erfordernis des Marktes entsprechen.
Somit wird Schritt (i) oft unter Bedingungen durchgeführt, die notwendig sind,
um eine Produktmischung herzustellen, die einen unerwünschten Überschuss
oder ungeeignete Mengen eines Produkts enthalten, um die erwünschte Menge eines
anderen Produkts zu erhalten.
Eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens der vorliegenden
Erfindung löst dieses Problem, indem die Produktmischung, die in Polymerisations-Schritt
(i) hergestellt wird, fraktioniert wird, um eine oder mehr Fraktion(en) zu trennen
und zu gewinnen, die die Bestandteile enthäldenthalten, die die erwünschten
Eigenschaften aufweisen, und eine oder mehr andere Fraktion(en) der Produktmischung
für eine zusätzliche Prozessierung im Oligomerisations-Schritt (ii) des
erfindungsgemäßen Verfahrens getrennt wird/werden. In einer weniger bevorzugten
Alternative kann das gesamte Produkt aus dem Polymerisations-Schritt (i) in Schritt
(ii) oligomerisiert werden.
Die Fraktion(en), die für die zusätzliche Prozessierung
ausgewählt wird/werden, wird/werden dann Oligomerisationsbedingungen in Kontakt
mit einem Oligomerisations-Katalysator in Schritt (ii) unterzogen, so dass eine
Produktmischung gebildet wird, die mindestens ein Produkt mit den erwünschten
Eigenschaften und in einer erwünschten Menge enthält, das nicht in Schritt
(i) hergestellt wird. Typischerweise wird die Fraktion mit niedrigem Molekulargewicht,
die vorzugsweise die monomeren und dimeren Komponenten davon umfasst, des Produkts
aus Schritt (i) getrennt und in Schritt (ii) oligomerisiert. In drei alternativen
bevorzugten Ausführungsformen, in einem Fall die monomeren und dimeren Komponenten
des Produkts aus Schritt (i), in einem zweiten Fall die dimeren Komponenten des
Produkts aus Schritt (i) und in einem dritten Fall die dimeren Komponenten und ein
Teil der trimeren Komponenten (mit oder ohne monomere Komponenten) des Produkts
aus Schritt (i) werden getrennt und in Schritt (ii) oligomerisiert. Somit erlaubt
der Oligomerisierungs-Schritt (ii), dass die Olefin-Einspeisung in den Polymerisations-Schritt
(i) mit einer größeren Effizienz in die erwünschten Mengen der Produkte
mit erwünschten Eigenschaften umgesetzt werden. Somit erlaubt das erfindungsgemäße
Verfahren die verbesserte Kontrolle des Aufbaus der Einspeisung und ermöglicht,
einen breiten Bereich von kundenspezifischen Oligomerenöl-Produkten herzustellen.
Beispielsweise besitzt der Teil des Polymerisations-Produkts von Schritt
(i) mit hohem Molekulargewicht vorteilhafte Eigenschaften, wenn es mit Produkten
verglichen wird, die sich gegenwärtig auf dem Markt befinden. Um dies zu veranschaulichen
ist, wenn 1-Decen als Ausgangsmaterial für Schritt (i) eingesetzt wird, der
Teil des Produkts aus Schritt (i) mit höherem Molekulargewicht hauptsächlich
C30+ und besitzt Vorteile relativ zu einem Polyalphaolefin mit einer
Viskosität von 6 cSt oder höher, da es einen höheren Viskositätsindex
als das Polyalphaolefin mit einer vergleichbaren Viskosität aufweist.
Allerdings stellt der restliche Teil des Produkts aus Schritt (i)
mit niedrigerem Molekulargewicht eine relativ große Menge einer niederwertigen
und leichteren Oligomeren(hauptsächlich Dimer- und unumgesetzte Monomer-)-Fraktion
dar. Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
dient dazu, diesen Teil des Produkts der Polymerisation aus Schritt (i) mit niedrigerem
Molekulargewicht zu erhöhen, das aus dem vorgenannten Teil mit höherem
Molekulargewicht durch ein beliebiges geeignetes übliches Mittel getrennt wird,
beispielsweise Destillation, und dann im Oligomerisations-Schritt (ii) verbessert
wird. Wenn beispielsweise 1-Decen als das Ausgangsmaterial für Schritt (i)
eingesetzt wird, und wenn der Teil des Produkts aus Schritt (i) mit 20 Kohlenstoffatomen
und weniger als Einspeisung oder als Teil der Einspeisung in Schritt (ii) eingesetzt
wird, wird dieser Teil mit niedrigem Molekulargewicht aus Schritt (i) in Schritt
(ii) in eine Produktmischung umgesetzt, in der mindestens 60%, vorzugsweise über
70% und am bevorzugtesten über 80% dieser Rohproduktmischung 30 Kohlenstoffatome
oder mehr aufweist. Die Produktmischung aus Schritt (ii) enthält ebenfalls
höchstens 25% und vorzugsweise nicht mehr als 15% Kohlenstoffanzahl größer
als oder gleich C50; vorzugsweise enthält die Produktmischung aus Schritt (ii)
weniger als 25% und bevorzugter weniger als 15% Kohlenstoffanzahl größer
als oder gleich C40. Das Produkt aus Schritt (ii) hat eine ausreichend niedrige
Flüchtigkeit, einen ausreichend hohen Viskositätsindex, eine wünschenswerte
Viskosität im Bereich von 4 bis 5,5 cSt bei 100°C und weniger als 5500
cSt bei -40°C und einen ausreichend niedrigen Stockpunkt, um als Grundflüssigkeiten
oder Teile von Grundflüssigkeiten für 0W- und 5W-Motorenöle für
Personenkraftwagen und Hochleistungsdieseltreibstoffe zu dienen. Im Allgemeinen
sind Motorenölformulierungen und insbesondere 0W- und 5W-Motorölformulierungen
besonders vorteilhaft, die zumindest die Fraktion der Produktmischung aus Schritt
(ii) umfasst, wobei mindestens 60 Gew.-% davon Oligomere sind, die drei monomere
Einheiten (wie nachstehend definiert) enthalten.
Jeder geeignete Oligomerisations-Katalysator, der auf diesem Gebiet
bekannt ist, insbesondere ein saures Oligomerisations-Katalysator-System und insbesondere
ein Katalysator vom Friedel-Crafts-Typ, wie Säurehalogenid(Lewis-Säure)-
oder Protonensäure(Bronsted-Säure)-Katalysatoren, können als Oligomerisations-Katalysator
aus Schritt (ii) eingesetzt werden. Beispiele solcher Oligomerisations-Katalysatoren
umfassen, ohne darauf beschränkt zu sein, BF3, BCl3,
BBr3, Schwefelsäure, wasserfreies HF, Phosphorsäure, Polyphosphorsäure,
Perchlorsäure, Fluorschwefelsäure, aromatische Schwefelsäuren und
Ähnliches. Der Oligomerisations-Katalysator kann trägerlos oder auf einem
geeigneten üblichen Trägermaterial aufgebracht sein (absorbiert oder adsorbiert
oder chemisch gebunden). Vorzugsweise ist der Oligomerisations-Katalysator auf einen
Träger aufgebracht. Geeignete Trägermaterialien und deren Eigenschaften
und die Imprägnierungstechniken sind aus dem Stand der Technik gut bekannt.
Solche Oligomerisations-Katalysatoren können in Kombination und
mit Promotoren, wie Wasser, Alkoholen, Wasserstoffhalogeniden, Alkylhalogeniden
und Ähnlichem verwendet werden. Ein bevorzugtes Katalysator-System für
das Oligomerisations-Verfahren von Schritt (ii) ist das BF3-Promotor-Katalysator-System.
Geeignete Promotoren sind polare Verbindungen und vorzugsweise Alkohole mit etwa
1 bis 10 Kohlenstoffatomen, wie bspw. Methanol, Ethanol, Isopropanol, n-Propanol„
n-Butanol, Isobutanol, n-Hexanol, n-Octanol und Ähnlichem. Andere geeignete
Promotoren umfassen beispielsweise Wasser, Phosphorsäure, Fettsäuren (z.
B. Valeriansäure), Aldehyde, Säureanhydride, Ketone, organische Ester,
Ether, Polyhydroxyalkohole, Phenole, Etheralkohole und Ähnliches. Die Ether,
Ester, Säureanhydride, Ketone und Aldehyde ergeben gute Promotionseigenschaften,
wenn sie mit anderen Promotoren kombiniert werden, die ein aktives Proton aufweisen,
z. B. Wasser oder Alkohole.
Es werden Mengen an Promotoren verwendet, die wirksam sind, gute Umsetzungen
in vernünftiger Zeit zu ergeben. Im Allgemeinen können Mengen von 0,01
Gew.-% oder größer, bezogen auf die Gesamtmenge der Olefin-Edukte, verwendet
werden. Mengen größer als 1,0 Gew.-% können verwendet werden, sind
aber üblicherweise nicht erforderlich. Bevorzugte Mengen liegen von 0,025 bis
0,5 Gew.-% der Gesamtmenge der Olefin-Edukte. Mengen von BF3 werden verwendet,
um Molverhältnisse von BF3 zum Promotor von 0,1 bis 10:1 und vorzugsweise
größer als 1:1 zu ergeben. Beispielsweise werden Mengen von BF3
von 0,1 bis 3,0 Gew.-% der Gesamtmenge der Olefin-Edukte eingesetzt.
Die Menge des verwendeten Katalysators kann auf einem Minimum gehalten
werden, indem BF3 in eine gerührte Mischung der
Olefin-Edukte eingeperlt wird, nur bis einem "beobachtbaren" Zustand genüge
getan ist, d. h. eine Erhöhung der Temperatur von 2°-4°C. Da Vinylidenolefine
reaktiver als das Vinylolefin sind, wird weniger BF3-Katalysator benötigt,
verglichen mit dem Vinylolefin-Oligomerisations-Verfahren, das normalerweise verwendet
wird, um PAO herzustellen.
Der hohe Grad der Ungesättigtheit vom Vinyliden-Typ des Produkts
aus Schritt (i), wenn Katalysatoren der Formeln 2, 3 oder 4 verwendet werden, macht
das Produkt in der Oligomerisation des Schritts (ii) sehr reaktiv. Zusätzlich,
da entweder die gesamte Menge des Produkts des Polymerisations-Schritts (i) oder
eine oder mehrere vorselektierte Fraktion(en) davon in Schritt (ii) oligomerisiert
werden können, ist es beim erfindungsgemäßen Verfahren möglich,
das Ausgangsmaterial zu/an Schritt (ii) anzupassen, um die erwünschten relativen
Mengen jedes erwünschten Viskositäts-Produkts herzustellen, ohne der Herstellung
eines Überschusses eines Produkts, um die erwünschte Menge eines anderen
Produkts, das erwünscht wird, zu erhalten.
Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist es, in Schritt (ii) eine vorselektierte Fraktion des Produkts von
Schritt (i) mit mindestens einem Vinylolefin mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen zu co-oligomerisieren.
Dies erlaubt die Umsetzung einer Fraktion des Produkts aus Schritt (i), das nicht
nützlich sein kann, beispielsweise die Dimer-Fraktion, in eine höhere
Fraktion, beispielsweise eine Trimer-Fraktion, die nützlich ist. Die Zugabe
eines anderen Vinylolefins als im Polymerisations-Schritt (i) verwendet zur Einspeisung
des Oligomerisations-Schritts (ii) erlaubt die weitere Kontrolle des Aufbaus der
Einspeisung zu Schritt (ii) und dass ein noch weiterer Bereich von kundenspezifischen
Oligomerenölen hergestellt wird. Es ermöglicht ebenfalls die Herstellung
einer Oligomeren-Fraktion, die nicht leicht aus anderen Mitteln hergestellt werden
kann, beispielsweise das Co-Oligomerisieren des C20-Polymers aus Schritt
(i) mit C12-Vinylolefin in Schritt (ii), um hauptsächlich ein C32-Produkt
zu bilden. Zusätzlich wird die Verteilung der Produkte zugunsten der Oligomere
mit drei monomeren Einheiten stark erhöht („peaked") und erfordert eine
minimale Fraktionierung. Die Identität des eingesetzten Vinylolefins und die
relativen Mengen des Vinylolefins und der vorgenannten Fraktion der Produktmischung
aus Schritt (i) in Schritt (ii) kann variiert werden, um die Menge der Produkte,
die in Schritt (ii) gebildet werden, zu kontrollieren.
Geeignete Vinylolefine zur Verwendung als zusätzliche Verbindungen,
die zur Einspeisung in Schritt (ii) in dem Verfahren zugegeben werden sollen, enthalten
4 bis etwa 30 Kohlenstoffatome und vorzugsweise 6 bis 20 Kohlenstoffatome, einschließlich
Mischungen davon. Nicht beschränkende Beispiele umfassen 1-Buten, 1-Penten,
1-Hexen, 1-Hepten, 1-Octen, 1-Decen, 1-Dodecen, 1-Tetradecen, 1-Hexadecen, 1-Octadecen,
1-Eicosen und Ähnliches. Reine Vinylolefine oder eine Mischung von Vinylolefinen
und Vinyliden(-) und/oder internen Olefinen können verwendet werden. Üblicherweise
enthält die Einspeisung mindestens 85 Gew.-% Vinylolefin. Zusätzlich kann
Schritt (ii) so betrieben werden, dass nur eine Fraktion des Vinylolefins mit der
vorselektierten Polymerfraktion aus Schritt (i) reagiert.
Die Oligomerisation von Schritt (ii) ist für die Bildung eines
Oligomers mit drei monomeren Einheiten sehr spezifisch. Die in Schritt (ii) gebildete
Produktmischung enthält weniger als 35 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 25
Gew.-%, bevorzugter weniger als 15 Gew.-% der Oligomere, die zwei oder weniger monomere
Einheiten enthalten. Die in Schritt (ii) gebildete Produktmischung enthält
ebenfalls mindestens 65 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 75 Gew.-%, bevorzugter mindestens
85 Gew.-% Oligomere, die drei oder mehr Monomere pro Gewichtseinheit enthalten,
und weniger als 20 Gew.-%, vorzugsweise weniger als 15 Gew.-%, bevorzugter weniger
als 10 Gew.-% mit vier oder mehr monomeren Einheiten. Somit enthält die Produktmischung,
die in Schritt (ii) gebildet wird, im Allgemeinen mindestens 60 Gew.-%, vorzugsweise
mindestens 65 Gew.-%, bevorzugter mindestens 70 Gew.-% und am bevorzugtesten mindestens
80 Gew.-% Oligomere mit drei monomeren Einheiten.
Wie in diesem Zusammenhang verwendet, ist der Ausdruck "monomere Einheiten"
dazu gedacht, sowohl das/die in der Einspeisung zu Polymerisations-Schritt (i) eingesetzte(n)
Monomer(e) als auch das/die im Oligomerisations-Schritt (ii) zu dem Teil des Produkts
aus Schritt (i), der für die Einspeisung zu Schritt (ii) eingesetzt wird, zugegebene(n)
Monomer(e) zu bezeichnen. Jedes solche Monomer kann die Quelle einer oder mehrerer
monomerer Einheiten sein, die ein Oligomer in dem Produkt ausbilden, das in Schritt
(ii) hergestellt wird. Somit sind, wenn kein zusätzliches Vinyl-olefinisches
Monomer zu dem Teil des Produkts aus Schritt (i) zugegeben wird, das in der Einspeisung
zu Schritt (ii) eingesetzt wird, die in der Einspeisung zu Schritt (i) eingesetzten
Monomere die Quelle aller monomerer Einheiten in den in Schritt (ii) gebildeten
Produkten. Wenn jedoch ein oder mehrere Vinylolefinische Monomer(e) zu dem Teil
des Produkts aus Schritt (i) zugegeben wird/werden, das in der Einspeisung zu Schritt
(ii) eingesetzt wird, sind beide diese Monomere, die in Schritt (ii) zugegeben werden
und die Monomere, die in der Einspeisung zu Schritt (i) eingesetzt werden, Quellen
für die monomeren Einheiten in den in Schritt (ii) gebildeten Produkten.
Beispielsweise sind, wenn 1-Decen die Einspeisung zu Schritt (i) ist
und kein anderes Vinylmonomer zur Einspeisung zu Schritt (ii) zugegeben wird, die
in Schritt (ii) gebildeten Oligomere mit drei monomeren Einheiten die Trimere von
1-Decen. Wenn jedoch 1-Decen als die Einspeisung zu Schritt (i) verwendet wird,
und 1-Dodecen zur Einspeisung zu Schritt (ii) zugegeben wird, dann weisen die Oligomere,
die in Schritt (ii) gebildet werden und drei monomere Einheiten besitzen, 30, 32,
34 oder 36 Kohlenstoffatome auf, wobei die relativen Mengen jedes davon von der
relativen Menge des zugegebenen 1-Dodecens abhängen.
Durch Variieren der Auswahl der Fraktion des Produkts aus Schritt
(i), das/die in der Einspeisung zu Schritt (ii) verwendet wird, und des Vinylolefins,
das in Schritt (ii) zugegeben wird, können kundenspezifische Oligomerenöl-Produkte
hergestellt werden. Beispielsweise kann die Viskosität eines solchen Produkts
durch Ändern der Menge und des Typs des Vinylolefins, das zu der Reaktionsmischung
für den zweiten Schritt zugegeben wird, variiert werden. Ein Bereich von Molverhältnissen
der vorgenannten vorselektierten Fraktion des Produkts aus Schritt (i) zu dem zugegebenen
Vinylolefin kann variiert werden, aber üblicherweise wird mindestens eine molare
äquivalente Menge eines Vinylolefins zu dem dimeren Teil der vorgenannten vorselektierten
Fraktion des Produkts aus Schritt (i) verwendet, um den dimeren Teil der vorgenannten
vorselektierten Fraktion des Produkts von Schritt (i) zu verbrauchen. Die Produktöle
besitzen Viskositäten von 1 bis 20 cSt bei 100°C. Vorzugsweise werden
Molverhältnisse von 10:1 bis 1:1,5 und am typischsten 1,3:1 des zugegebenen
Vinylolefins zur vorgenannten vorselektierten Fraktion des Produkts aus Schritt
(i) für die Einspeisung zu Schritt (ii) verwendet. Das Vinylolefin wird typischerweise
zu einer Zeit zugegeben, wenn mindestens 30 Gew.-% der vorgenannten vorselektierten
Fraktion des Produkts aus Schritt (i) in Schritt (ii) oligomerisiert wurden.
Der Oligomerisations-Schritt (ii) kann unter atmosphärischem
Druck durchgeführt werden. Moderat erhöhte Drücke, beispielsweise
bis 345 kPa (50 Pfund pro Quadratzoll) können verwendet werden und können
wünschenswert sein, um die Reaktionszeit zu minimieren, aber sie sind wegen
der hohen Reaktivität des Vinylidenolefins nicht erforderlich. Reaktionszeiten
und Temperaturen in Schritt (ii) werden gewählt, um effektiv gute Umsetzungen
zum erwünschten Produkt zu erhalten. Im Allgemeinen werden Temperaturen von
0°C bis 70°C mit Gesamtreaktionszeiten von 15 Minuten bis 5 Stunden verwendet.
Die Produkte aus Schritt (ii) des Verfahrens der vorliegenden Erfindung
haben die vorselektierten erwünschten Eigenschaften, insbesondere Viskosität.
Typischerweise sind die Produkte aus Schritt (ii) dadurch charakterisiert, dass
sie, nach dem Entfernen von nicht umgesetztem Monomer und Dimer, eine Viskosität
zwischen 3 und 100 cSt, einen Viskositätsindex zwischen 110 und 180, einen
Stockpunkt von weniger als -30°C und eine Noack-Flüchtigkeit bei 250°C
zwischen 2% und 25% aufweisen.
Wenn der Polymerisations-Schritt (i) beendet ist, werden das Feststoff-Katalysator-System
und die flüssige Produktmischung durch jede beliebige geeignete übliche
Fest-Flüssig-Trenntechnik getrennt, wie bspw. Filtration, Zentrifugation, Absetzen
und Dekantieren. Das getrennte viskose Oligomerenprodukt wird im Wesentlichen frei
von Kontaminationen durch restliche Mengen des Katalysators gewonnen. Das abgetrennte
Feststoff-Katalysator-System kann in einem nachfolgenden Polymerisations-Schritt
(ii) wiederverwendet werden.
Die folgenden Beispiele dienen dazu, spezielle Ausführungsformen
der hier offenbarten Erfindung zu veranschaulichen. Diese Beispiele dienen nur illustrativen
Zwecken und sollen nicht dazu konstruiert werden, den Umfang der neuen Erfindung
zu beschränken, wie hier offenbart, da es viele alternative Modifikationen
und Variationen gibt, die für den Fachmann auf diesem Gebiet offensichtlich
sind und die in den Umfang der offenbarten Erfindung fallen.
Beispiele 1-12
Alle Handgriffe in den Beispielen 1-10 mit den Metallocenen und anderen
metallorganischen Verbindungen wurden in einer Handschuhbox unter Stickstoff durchgeführt.
Die Bestimmung der Menge terminalen Vinylidens in einer Flüssigprobe wurde
unter Verwendung von NMR durch Integration der Peakfläche in den Olefin-Bereichen
durchgeführt. Molekulargewichte wurden unter Verwendung der Gel-Permeations-Chromatographie
(GPC) bestimmt. Spurenmetallanalyse (Elementaranalyse) wurde durch das induktiv
gekoppelte Plasma(ICP)-Verfahren durchgeführt. Alle viskosimetrischen Eigenschaften
wurden unter Verwendung geeigneter ASTM-Verfahren gemessen.
Beispiel 1
Ein 500-ml-Kolben mit rundem Boden wurde unter Stickstoff nacheinander
mit einer Lösung von 81,4 mg Bis(cyclopentadienyl)zirconiumdichlorid in 20
ml Toluol, gefolgt von der Zugabe von 85,6 ml einer Lösung von Methylaluminoxan
(MAO) in Toluol (10 Gew.-% in Toluol, d = 0,88 g/ml, 4,52 Gew.-% Al) beladen, was
zur Bildung einer völlig homogenen gelben Lösung (Molverhältnis von
Al/Metallocen von etwa 450) führte. Lösungsmittel und flüchtige Stoffe,
einschließlich Trimethylaluminium, wurden unter vermindertem Druck (0,1 mm
Hg) für 3 Stunden bei Temperaturen von 35-40°C entfernt, was zur Bildung
von 6,73 g eines gelben Feststoff-Pulvers führte.
Beispiel 2
Ein 500-ml-Kolben mit rundem Boden wurde unter Stickstoff nacheinander
mit einer Lösung von 40,7 mg Bis(cyclopentadienyl)zirconiumdichlorid in 20
ml Toluol, gefolgt von der Zugabe von 85,6 ml einer Lösung von Methylaluminoxan
(MAO) in Toluol (10 Gew.-% in Toluol, d = 0,88 g/ml, 4,52 Gew.-% Al) beladen, was
zur Bildung einer völlig homogenen gelben Lösung führte (Molverhältnis
von Al/Metallocen von etwa 900). Lösungsmittel und flüchtige Stoffe, einschließlich
Trimethylaluminium, wurden unter vermindertem Druck (0,1 mm Hg) für 3 Stunden
bei einer Temperatur von 35-40°C entfernt, was zur Bildung von 6,86 g eines
gelben Feststoff-Pulvers führte.
BEISPIEL 3
Ein 500-ml-Kolben mit rundem Boden wurde unter Stickstoff nacheinander
mit einer Lösung von 81,4 mg Bis(cyclopentadienyl)zirconiumdichlorid in 20
ml Toluol, gefolgt von der Zugabe von 57,0 ml einer Lösung von Methylaluminoxan
(MAO) in Toluol (10 Gew.-% in Toluol, d = 0,88 g/ml, 4,52 Gew.-% Al) beladen, was
zur Bildung einer völlig homogenen gelben Lösung (Molverhältnis von
Al/Metallocen von etwa 300) führte. Das Lösungsmittel und flüchtige
Stoffe, einschließlich Trimethylaluminium, wurden unter vermindertem Druck
(0,1 mm Hg) für 3 Stunden bei einer Temperatur von 35-40°C entfernt, was
zur Bildung von 4,48 g eines gelben Feststoff-Pulvers führte.
BEISPIEL 4
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,32 g des Feststoff-Katalysators,
beladen, der nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt wurde. Die Mischung wurde
bei 40°C für 3 Stunden gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde durch einen
33-g-Kuchen aus Celite 545 filtriert, was zur Isolierung einer klaren Flüssigkeit
führte. Die Entfernung von unreagiertem Decen unter vermindertem Druck führte
zur Isolierung von 166,3 g einer klaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation
dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von
8,15 g (4,9%) der dimeren C20-Flüssigkeit mit größer als 80% Vinyliden
gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch Destillation entfernt
wurde, zeigte die Bodenfraktion eine gemessene Viskosität von 97,7 cSt, KV
bei 100°C. Es wurde weiterhin durch ICP analysiert, dass sie einen Al-Gehalt
von 0,3 ppm und einen Zr-Gehalt von < 0,09 ppm aufwies. Diese Flüssigkeit
kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen weiter hydriert werden, um ihre Stabilität
für eine Vielzahl von Anwendungen zu verbessern, wie bspw. synthetische Grundmaterialien
für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 5
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,64 g des Feststoff-Katalysators,
beladen, der nach dem Verfahren von Beispiel 2 hergestellt wurde. Die Mischung wurde
bei 40°C für 3 Stunden gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde durch einen
33-g-Kuchen aus Celite 545 filtriert, was zur Isolierung einer klaren Flüssigkeit
führte. Die Entfernung von unreagiertem Decen unter vermindertem Druck führte
zur Isolierung von 196,3 g einer klaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation
dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von
8,05 g (4,1%) der dimeren C20-Flüssigkeit mit größer als 80% Vinyliden
gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch Destillation entfernt
wurde, zeigte die Bodenfraktion eine gemessene Viskosität von 79,4 cSt, KV
bei 100°C. Es wurde weiterhin durch ICP analysiert, dass sie einen Al-Gehalt
von 1,03 ppm und einen Zr-Gehalt von < 0,08 ppm aufwies. Diese Flüssigkeit
kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen weiter hydriert werden, um ihre Stabilität
für eine Vielzahl von Anwendungen zu verbessern, wie bspw. synthetische Grundmaterialien
für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 6
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,21 g des Feststoff-Katalysators,
beladen, der nach dem Verfahren von Beispiel 3 hergestellt wurde. Die Mischung wurde
bei 40°C für 3 Stunden gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde durch einen
33-g-Kuchen aus Celite 545 filtriert, was zur Isolierung einer klaren Flüssigkeit
führte. Die Entfernung von unreagiertem Decen unter vermindertem Druck führte
zur Isolierung von 85,7 g einer klaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation
dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von
7,28 g (8,5%) der dimeren C20-Flüssigkeit mit größer als 80% Vinyliden
gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch Destillation entfernt
wurde, zeigte die Bodenfraktion eine gemessene Viskosität von 76,4 cSt, KV
bei 100°C. Diese Flüssigkeit kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen
weiter hydriert werden, um ihre Stabilität für eine Vielzahl von Anwendungen
zu verbessern, wie bspw. synthetische Grundmaterialien für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 7
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,32 g des Feststoff-Katalysators,
beladen, der nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt wurde. Die Mischung wurde
bei 60°C für 3 Stunden gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde durch einen
33-g-Kuchen aus Celite 545 filtriert, was zur Isolierung einer klaren Flüssigkeit
führte. Die Entfernung von unreagiertem Decen unter vermindertem Druck führte
zur Isolierung von 143,5 g einer klaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation
dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von
20,23 g (14,1%) der dimeren C20-Flüssigkeit mit größer als 80% Vinyliden
gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch Destillation entfernt
wurde, zeigte die Bodenfraktion eine gemessene Viskosität von 37,5 cSt, KV
bei 100°C. Es wurde weiterhin durch ICP analysiert, dass sie einen Al-Gehalt
von < 0,1 ppm und einen Zr-Gehalt von < 0,06 ppm aufwies. Diese Flüssigkeit
kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen hydriert werden, um ihre Stabilität
für eine Vielzahl von Anwendungen zu verbessern, wie bspw. synthetische Grundmaterialien
für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 8
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,50 ml Triisobutylaluminium,
beladen und für 10 Minuten gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde mit 0,32
g des Feststoff-Katalysators behandelt, der nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt
wurde, und er wurde bei 60°C für 3 Stunden gerührt. Die Reaktion
wurde „gequencht" und durch Zugabe von 200 ml 2 N Na-OH, gefolgt vom Waschen
der organischen Schicht mit 200 ml Wasser, extrahiert. Die Entfernung von unreagiertem
Decen unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von 208,4 g einer vollständig
klaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation dieser Flüssigkeit unter
vermindertem Druck führte zur Isolierung von 23,3 g (11,2%) der dimeren C20-Flüssigkeit
mit größer als 80% Vinyliden gemäß der NMR-Analyse. Nachdem
das Dimer einmal durch Destillation entfernt wurde, zeigte die klare Bodenfraktion
(frei von Spurenmetallen) eine gemessene Viskosität von 57,3 cSt, KV bei 100°C.
Diese Flüssigkeit kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen weiter hydriert
werden, um ihre Stabilität für eine Vielzahl von Anwendungen zu verbessern,
wie bspw. synthetische Grundmaterialien für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 9
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe von 0,32 g des Feststoff-Katalysators
beladen, der nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt wurde. Die Mischung wurde
bei 95°C für 3 Stunden gerührt. Die Reaktion wurde „gequencht"
und durch Zugabe von 200 ml 2 N NaOH, gefolgt vom Waschen der organischen Schicht
mit 200 ml Wasser, extrahiert. Die Entfernung von unreagiertem Decen unter vermindertem
Druck führte zur Isolierung von 101,7 g einer vollständig klaren Flüssigkeit.
Die weitere Destillation dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte
zur Isolierung von 35,3 g (34,7%) der dimeren C20-Flüssigkeit mit größer
als 80% Vinyliden gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch
Destillation entfernt wurde, zeigte die klare Bodenfraktion (frei an Spurenmetallen)
eine gemessene Viskosität von 13,7 cSt, KV bei 100°C. Diese Flüssigkeit
kann unter Standard-Hydratations-Bedingungen weiter hydriert werden, um ihre Stabilität
für eine Vielzahl von Anwendungen zu verbessern, wie bspw. synthetische Grundmaterialien
für Gleitmittelanwendungen.
BEISPIEL 10
Ein 1-Gallone-Parr-Reaktor wird mit 643,0 g der C20-Dimer-Flüssigkeit,
die von der Version in Großmaßstab des Beispiels 9 isoliert wurde, 357,0
g 1-Decen, 2,0 g 1-Butanol beladen und auf 50°C unter Rühren gebracht.
Bortrifluorid wird eingeführt, und es wird langsam auf einen Gleichgewichtsdruck
von 20 psi eingestellt. Die Reaktionsmischung wird für 90 Minuten gerührt.
Die Reaktionsmischung wird mit 500 g 8%-iger NaOH „gequencht" und mit destilliertem
Wasser gewaschen. Die Entfernung von nicht umgesetzten und flüchtigen Flüssigkeiten
unter vermindertem Druck (200°C, 0,05 mm Hg) führt zur Isolierung von
804,7 g einer klaren Flüssigkeit, die weiter unter einer Einstellung an Standard-Hydrierungs-Bedingungen
(bei 170°C, 2757,92 kPa (400 psi) Wasserstoff, Verwendung von Ni auf Kieselguhr
als Katalysator) hydriert wird, um ein synthetisches Grundmaterial mit hohem Viskositätsindex
(VI) mit den folgenden Eigenschaften herzustellen:
GC-Ergebnisse
Nach 90 Minuten beträgt das Rohmaterial etwa: 4% unreagiertes C10, 9% C20,
65% C30, 16% C40, 3% C50.
BEISPIEL 11
Ein 1-Gallone-Parr-Reaktor wird mit 651,2 g der C20-Dimer-Flüssigkeit,
die von der Version im Großmaßstab des Beispiels 9 isoliert wurde, 400,1
g 1-Dodecen und 1,0 g 1-Propanol beladen und auf 45°C unter Rühren gebracht.
Bortrifluorid wird eingeführt, und es wird langsam auf einen Gleichgewichtsdruck
von 20 psi eingestellt. Die Reaktionsmischung wird für 2 Stunden gerührt.
Die Reaktionsmischung wird mit 500 g 8%-iger NaOH „gequencht" und mit destilliertem
Wasser gewaschen. Die Entfernung von nicht umgesetzten und flüchtigen Flüssigkeiten
unter vermindertem Druck (230°C, 0,05 mm Hg) führt zur Isolierung von
870,2 g einer klaren Flüssigkeit, die weiter unter einer Einstellung an Standard-Hydrierungs-Bedingungen
(bei 170°C, 2757,92 kPa (400 psi) Wasserstoff, Verwendung von Ni auf Kieselguhr
als Katalysator) hydriert wird, um ein synthetisches Grundmaterial mit hohem Viskositätsindex
(VI) mit den folgenden Eigenschaften herzustellen:
GC-Ergebnisse
Nach 2 Stunden weist das Rohmaterial etwa auf: 4% unreagiertes C12, 4% C20, 2% C24,
64% C32, 19% C36, Rest („balance") C40+.
Nach der Destillation etwa: 1% C20, 2% C24, 65% C32, 16% C36, Rest („balance")
C40+.
BEISPIEL 12 – Zum Vergleich
In einer Trockenbox wurde ein 1-Liter-Parr-Reaktor unter Stickstoff
mit 500 ml trockenem 1-Decen, gefolgt von der Zugabe eines homogenen Katalysator-Systems,
beladen, das getrennt durch Vor-Mischen für 10 Minuten einer Lösung von
3,8 mg Bis(cyclopentadienyl)zirconiumdichlorid in 20 ml Toluol mit 8,0 ml einer
Lösung von Methylaluminoxan (MAO) in Toluol (10 Gew.-% in Toluol, d = 0,88
g/ml, 4,52 Gew.-% Al, das zur Bildung einer vollständig homogenen
gelben Lösung mit einem Molverhältnis von Al/Metallocen von etwa 450 führte)
getrennt hergestellt wurde. Die Reaktionsmischung wurde bei 40°C für 3
Stunden gerührt. Der Reaktionsinhalt wurde durch einen 33-g-Kuchen aus Celite
545 filtriert, was zur Isolierung einer trüben/unklaren Flüssigkeit führte,
was die unvollständige Entfernung der Katalysatorreste anzeigte. Die Entfernung
von nicht umgesetztem Decen unter vermindertem Druck führte zur Isolierung
von 187,6 g einer trüben/unklaren Flüssigkeit. Die weitere Destillation
dieser Flüssigkeit unter vermindertem Druck führte zur Isolierung von
8,07 g (4,3%) einer dimeren C20-Flüssigkeit mit größer als 80% Vinyliden
gemäß der NMR-Analyse. Nachdem das Dimer einmal durch Destillation entfernt
wurde, zeigte die trübe Bodenfraktion eine gemessene Viskosität von 59,8
cSt, KV bei 100°C. Es wurde durch ICP weiter analysiert, dass sie einen Al-Gehalt
von 126 ppm und ein Zr-Gehalt von 0,53 ppm aufwies. Die Elementaranalyse (ICP) zeigt
an, dass die Filtration (durch Celite) kein effektives Verfahren zur Entfernung
der Katalysatorreste aus dem Produkt für das homogene Katalysator-System ist,
da es einen deutlich höheren Gehalt von Al- und Zr-Metallen zeigte, wenn es
mit dem Feststoff-/heterogenen Katalysator-System unter ansonsten identischen Bedingungen
verglichen wird.
Der Vergleich der Beispiele 4 und 12 veranschaulicht, dass der einzige
Unterschied zwischen deren Verfahren ist, dass ein trägerloses Polymerisations-Feststoff-Katalysator-System,
das in der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird, in Beispiel 4 eingesetzt wird,
während ein lösliches Polymerisatons-Katalysator-System in Beispiel 12
eingesetzt wird. Die Polymerausbeuten für die beiden Beispiele sind sehr ähnlich
und innerhalb des experimentellen Fehlers zeigen sie an, dass das trägerlose
Feststoff-Katalysator-System, das in der vorliegenden Erfindung eingesetzt wird,
in etwa die gleiche Aktivität wie der homogene Katalysator aufweist.
Nachdem die Erfindung beschrieben wurde, wird beansprucht:
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Oligomerenöls, umfassend:
(i) Polymerisation einer Einspeisung, umfassend ein oder mehr lineare(s) C3-
bis C20-1-Olefin(e), das/die mindestens ein Wasserstoffatom am 2-Kohlenstoffatom,
mindestens zwei Wasserstoffatome am 3-Kohlenstoffatom und mindestens ein Wasserstoffatom
am 4-Kohlenstoffatom aufweisben (falls mindestens 4 Kohlenstoffatome in dem Olefin
vorhanden sind), in Gegenwart eines trägerlosen Feststoff-Metallocen-Katalysator-Systems,
umfassend eine Komplex-Komponente aus großen/m („bulky") Liganden und
einem Übergangsmetall der stöchiometrischen Formel 1, und einen Aktivator,
umfassend eine Organoaluminium-Verbindung oder eine Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor-Verbindung
oder eine Mischung davon:
LmMXnX'pFormel 1
wobei L der große ("bulky") Ligand ist, umfassend einen oder mehr Cyclopentadienyl-
oder Indenyl-Rest(e), M das Übergangsmetall ist, X und X' gleich oder verschieden
sein können und unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt
sind, bestehend aus Halogen, Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)-Gruppe oder Hydrocarboxyl-Gruppe,
die 1-20 Kohlenstoffatome aufweist, wobei m 1-3 ist, n 0-3 ist, p 0-3 ist und die
Summe der ganzen Zahlen m + n + p der Valenz des Übergangsmetalls entspricht,
um dabei eine viskose Oligomerenöl-Produktmischung zu bilden, umfassend ein
im Wesentlichen terminal ungesättigtes, viskoses, im Wesentlichen 1-Olefinenthaltendes
Poly(1-olefin) oder Copoly(1-olefin) mit einem Molekulargewicht zwischen 300 und
10.000, das einen Gehalt von mehr als 50% an terminalem Vinyliden aufweist;
wobei das zuvor genannte Feststoff-Metallocen-Katalysator-System durch ein Verfahren
gebildet wird, umfassend:
(a) Kombination eines löslichen Metallocens und eines löslichen Aktivators,
umfassend mindestens eine Komponente, ausgewählt aus einem Organoaluminium
und einem Kohlenwasserstoff(Hydrocarbyl)bor, bei einer Temperatur im Bereich von
-40°C bis 150°C in einem organischen Lösungsmittel, das unter Atmosphärendruck
bei -40 bis 250°C siedet, um ein lösliches Metallocen- und Aktivatorenthaltendes
Katalysator-System als Kombinationsprodukt zu bilden; und
(b) Entfernung des zuvor genannten Lösungsmittels, um dadurch das zuvor genannte
Katalysator-System als einen Feststoff zu bilden; und
(ii) Oligomerisierung mindestens einer vorselektierten Fraktion der viskosen Oligomerenöl-Mischung,
die in Schritt (i) gebildet wurde, in Gegenwart eines sauren Oligomerisations-Katalysators,
um dadurch das zuvor genannte viskose Oligomerenöl zu bilden, wobei die resultierende
Produktmischung weniger als 35% Oligomere umfasst, die zwei oder weniger monomere
Einheiten enthalten, und mindestens 60% Oligomere umfasst, die mindestens drei monomere
Einheiten enthalten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei Schritt (a) bei einer Temperatur im
Bereich von -40°C bis 150°C durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 2, wobei Schritt (a) bei einer Temperatur im
Bereich von 0°C bis 100°C durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 3, wobei Schritt (a) bei einer Temperatur im
Bereich von 20°C bis 80°C durchgeführt wird.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das Lösungsmittel
einen C4- bis C14-Kohlenwasserstoff umfasst.Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Lösungsmittel ein Halogen-haltiges
aromatisches Lösungsmittel wie beispielsweise Chlorbenzol oder einen aromatischen
Ether umfasst.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das Lösungsmittel
bei 1 atm zwischen 0 und 200°C siedet.Verfahren nach Anspruch 7, wobei das Lösungsmittel zwischen 30
und 150°C siedet.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das Lösungsmittel
in Schritt (b) durch Verdampfung entfernt wird.Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Lösungsmittel in Schritt (b)
durch Verdampfung unter reduziertem Druck entfernt wird.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das Lösungsmittel
in Schritt (b) durch Stickstoff- oder Argon-Strippen entfernt wird.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei die Einspeisung
ein oder mehr C4- bis C20-1-Olefine umfasst.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das zuvor
genannte Poly(1-olefin) oder Copoly(1-olefin), das in Schritt (i) hergestellt wurde,
einen Gehalt von mehr als 80% an terminalem Vinyliden aufweist.Verfahren nach Anspruch 13, wobei das zuvor genannte Poly(1-olefin)
oder Copoly(1-olefin) eine terminale Ungesättigtheit von mehr als 90% aufweist.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei die Cyclopentadienyl-
oder Indenyl-Reste mit einem oder mehr optionalen Heteroatom(en) substituiert sind.Verfahren nach jedem beliebigen vorhergehenden Anspruch, wobei das Metallocen
durch die stöchiometrische Formel 2 dargestellt ist:
(Cp)mMR1nR2pFormel 2
wobei jedes Cp ein substituierter oder unsubstituierter Cyclopentadienyl- oder Indenyl-Ring
ist, wobei jeder von deren Substituenten gleich oder unterschiedlich sein kann und
ein Alky-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl- oder Aralkyl-Radikal ist, das 1 bis 20 Kohlenstoffatome
oder mindestens zwei miteinander verbundene Kohlenstoffatome aufweist, so dass sie
einen Teil eines C4- oder C6-Rings bilden; wobei M ein Übergangsmetall
der Gruppe IV, V oder VI ist; wobei R1 und R2 unabhängig
voneinander aus der Gruppe ausgewählt sind, bestehend aus Halogen, Kohlenwasserstoff
(Hydrocarbyl), Hydrocarboxyl, wobei jedes 1-20 Kohlenstoffatome aufweist; und wobei
m 1-3 ist, n 0-3 ist, p 0-3 ist und die Summe aus m + n + p dem Oxidationszustand
von M entspricht.Verfahren nach Anspruch 16, wobei das Metallocen durch die Formeln 3
oder 4 dargestellt ist:
(C5R3g)kR4s(C5R3g)MQ3-k-xFormel 3R4s(C5R3g)MQ1Formel 4
wobei jedes C5R3g ein substituiertes oder unsubstituiertes Cyclopentadienyl ist und jedes
R3 gleich oder unterschiedlich sein kann und Wasserstoff, Alkyl, Alkenyl,
Alkaryl, Aryl oder Aralkyl ist, das 1 bis 20 Kohlenstofatome oder
mindestens zwei miteinander verbundene Kohlenstoffatome aufweist, so dass sie einen
Teil eines C4- bis C6-Rings bilden; wobei R4 entweder
1) ein Alkylen-Radikal, enthaltend 1 bis 4 Kohlenstoffatome, oder 2) ein Dialkyl-Germanium
oder (-)Silizium oder ein Alkyl-Phosphor- oder Amin-Radikal ist und R4
als Substituent auf zwei C5R3g-Ringen dient und zwei C5R3g-Ringe verbrückt oder einen C5R3g-Ring zurück zum M verbrückt; wobei jedes Q gleich oder unterschiedlich
sein kann und ein Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl- oder Anlalkyl-Radikal, das 1
bis 20 Kohlenstoffatome aufweist, oder Halogene ist; und Q1 ein Alkyliden-Radikal
ist, das 1 bis 20 Kohlenstoffatome aufweist; wenn k 0 ist, x ist 1, andernfalls
ist x immer 0; und wobei s 0 oder 1 ist; und, wenn s 0 ist, g 5 ist ist und k 0,1
oder 2 ist; und, wenn s 1 ist, g 4 ist und k 1 ist.Verfahren nach Anspruch 17, wobei jedes C5R3g ein mono-substituiertes Cyclopentadienyl vom Typ C5H4R3
ist und jedes R3 das gleiche oder ein unterschiedliches primäres
oder sekundäres Alkyl-Radikal sein kann.Verfahren nach Anspruch 18, wobei die Polymerisation bei einer Temperatur
von 25-150°C durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 17, wobei jedes C5R3g ein di-, tri- oder tetra-substituiertes Cyclopentadienyl vom Typ C5H3R32,
C5H2R33 oder C5HR34 ist und jedes R3 das gleiche
oder ein unterschiedliches primäres oder sekundäres Alkyl-Radikal sein
kann.Verfahren nach Anspruch 20, wobei die Polymerisation bei einer Temperatur
von 25-150°C durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Polymerisation bei einem niedrigen
Wasserstoff-Partialdruck durchgeführt wird.Verfahren nach Anspruch 22, wobei der Wasserstoff-Partialdruck bei der
Polymerisation 10132,5 kPa (100 psig) oder weniger beträgt.Verfahren nach Anspruch 23, wobei der Wasserstoff-Partialdruck bei der
Polymerisation 5066,25 kPa (50 psig) oder weniger beträgt.Verfahren nach Anspruch 17, wobei das Metall in dem zuvor genannten
Metall im Komplex ein Metall der Periodengruppe IVB ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Aktivator Bortrifluorid und einen
Promotor umfasst.Verfahren nach Anspruch 26, wobei eine Fraktion des Produkts aus Schritt
(i) mit einem relativ geringerem Molekulargewicht von diesem getrennt und in Schritt
(ii) oligomerisiert wird.Verfahren nach Anspruch 27, wobei eine Fraktion, umfassend die monomeren
und dimeren Komponenten der Produktmischung aus der Polymerisation in Schritt (i),
von dieser getrennt und in Schritt (ii) oligomerisiert wird.Verfahren nach Anspruch 27, wobei eine Fraktion, umfassend die dimeren
Komponenten der Produktmischung aus der Polymerisation in Schritt (i), von dieser
getrennt und in Schritt (ii) oligomerisiert wird.Verfahren nach Anspruch 27, wobei eine Fraktion, umfassend die dimeren
Komponenten und einen Teil der trimeren Komponenten mit oder ohne monomere Komponenten
der Produktmischung aus der Polymerisation in Schritt (i), von dieser getrennt und
in Schritt (ii) oligomerisiert wird.Verfahren nach Anspruch 26, wobei eine Beimischung aus der zuvor genannten
vorselektierten Fraktion der Produktmischung aus der Polymerisation in Schritt (i)
und einem oder mehr Vinylolefin(en), das/die aus einer externen Quelle zugegeben
wird/werden, enthaltend 4 bis 20 Kohlenstoffatome, in Schritt (ii) oligomerisiert
wird.Verfahren nach Anspruch 26, wobei das gesamte Produkt aus der Polymerisation
in Schritt (i) in Schritt (ii) oligomerisiert wird.Verfahren nach Anspruch 31, wobei 1-Decen in der Polymerisation in Schritt
(i) polymerisiert wird und eine Beimischung aus der Fraktion der
Produktmischung aus Schritt (i), enthaltend 20 Kohlenstoffatome und weniger, und
dem/den zuvor genannten einen oder mehr Vinylolefin(en) in Schritt (ii) oligomerisiert
wird.Verfahren nach Anspruch 33, wobei das zuvor genannte Vinylolefin in
der Beimischung 1-Dodecen oder 1-Tetradecen ist.Verfahren nach Anspruch 26, wobei die Produktmischung aus Schritt (ii)
mindestens 65 Gew.-% Oligomere umfasst, die drei monomere Einheiten enthalten.Verfahren nach Anspruch 35, wobei die Produktmischung aus Schritt (ii)
mindestens 70 Gew.-% Oligomere umfasst, die drei monomere Einheiten enthalten.Verfahren nach Anspruch 36, wobei die Produktmischung aus Schritt (ii)
mindestens 80% Oligomere umfasst, die drei monomere Einheiten enthalten.Verfahren nach Anspruch 26, wobei die Produktmischung aus Schritt (ii)
weniger als 25% Oligomere umfasst, die eine oder zwei monomere Einheit(en) enthalten.Verfahren nach Anspruch 38, wobei die Produktmischung aus Schritt (ii)
weniger als 15% Oligomere umfasst, die eine oder zwei monomere Einheit(en) enthalten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Feststoff-Katalysator-System und
die Produktmischung des viskosen Oligomerenöls aus dem Polymerisations-Schritt
(i) getrennt werden.Verfahren nach Anspruch 40, wobei das (ab)getrennte Feststoff-Katalysator-System
in Polymerisations-Schritt (i) wiederverwendet wird.