Die vorliegende Erfindung betrifft natives P5-Außenmembran-Protein
des Bakterienstammes Haemophilus influenzae und auf P5-Protein gerichtete Antikörper.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Isolierung von P5-Protein und eine
Vakzin-Zusammensetzung zur Verwendung bei der Behandlung von Haemophilus influenzae-Infektionen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Haemophilus influenzae-Stämme sind in zwei Gruppen unterteilt,
typisierbare und nicht-typisierbare. Stämme, die eine bekannte Kapsel aufweisen,
werden durch eine serologische Reaktion der Kapsel mit Referenz-Antiseren typisiert.
Derzeit sind die Typen a–f als typisierbar identifiziert. Stämme, die
keine Kapsel besitzen und nicht mit irgendeinem der Referenz-Antiseren reagieren,
sind nicht typisierbar.
Nicht-typisierbare Haemophilus influenzae(NTHi)-Infektionen sind bei
mehreren Krankheitszuständen impliziert, einschließlich Otitis media,
Sinusitis und chronische obstruktive Lungenerkrankung („chronic pulumonary
obstructive disease"). Haemophilus in fluenzae, Typ b (Hib), ist eine Hauptursache
für Meningitis und andere invasive Infektionen bei Kindern im Alter von unter
vier Jahren. Antikörper, die gegen das kapselförmige Polysaccharid des
Organismus gerichtet sind, sind bakterizid, in vitro opsonisch und bei Versuchstieren
und Menschen schützend. Wie hierin verwendet, ist opsonisch als Präparation
der Oberfläche von Mikroorganismen definiert, so dass diese leichter von Phagozyten
aufgenommen werden können. Obgleich sichere und wirksame Vakzine zur Prävention
der Haemophilus influenzae-Typ B-Erkrankung erzeugt wurden, basieren die Vakzine
alle auf der Herstellung von Antikörpern gegen die Polysaccharid-Kapsel, die
sich bei den Bakterien außerhalb der Zellwand befindet. NTHi-Stämme von
Haemophilus influenzae-Stämmen fehlt per definitionem eine Kapsel. Daher sind
Antikörper gegen die Kapsel nicht wirksam zur Verhinderung von NTHi-Infektionen.
Es besteht ein Interesse daran, die Außenmembran-Proteine von
Haemophilus influenzae-Bakterien zu charakterisieren und ihr Vakzin-Potential zu
beurteilen. Munson et al. (J. Clin. Invest, 72:677–684 (1983)) berichteten
die Reinigung und Charakterisierung von 22, einem der Haupt-Außenmembran-Proteine
von Haemophilus influenzae-Stämmen. Die Forscher stellten fest, dass das P2-Protein
in hohen Konzentrationen vorhanden ist, leicht zu reinigen ist und bei Kaninchen
schützende Antikörper induziert. Man vermutet, dass das P5-Protein mit
der Außenmembran-Proteinschicht in Verbindung steht und früher durch Solubilisierung
mit Natriumdodecyl-Sulfat (SDS) und organische Lösungsmittel-Fraktionierung
extrahiert wurde (Coulton et al., Can. J. Microbiology, 20:280–287 (1983)).
Es wurde jedoch angedeutet, dass die Verwendung von SDS Proteine unter bestimmten
Umständen denaturieren könnte.
Munson und Granoff (American Society of Microbiology, Infection and
Immunity, Bd. 49, Nr. 3, S. 544 (1985)) berichteten die teilweise Charakterisierung
von P5- und P6-Proteinen. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass während
der P6-Zellwand-Komplex bei Kaninchen Antikörper hervorrief, die im Ratten-Modell
mit unreifen Ratten („infant rat model") eine schützende Aktivität
hatten, P5 kein Antiserum ergab, welches bei unreifen Ratten schützend wirkte,
und seine Antiseren kehrten auch nicht nach einer Immunfluoreszenz an die Oberfläche
von Bakterien zurück, welche in vitro eine Immunfluoreszenz aufwiesen. Auf
Grund dieser Ergebnisse schlossen die Fachleute, dass 25 kein Vakzin-Anwärter
für die Prävention von durch Haemophilus influenzae, Typ b, verursachte
Krankheiten sei.
Munson et al. (Infection and Immunity, 61:4017–4020 (1993))
berichteten von der Klonierung und Expression des P5-Proteins in E. coli. Das so
hergestellte Protein lag jedoch großteils in denaturierter Form vor und wurde
nicht für korrekt gefaltet erachtet.
Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, im Wesentlichen
reines, natives P5-Außenmembran-Protein von Haemophilus influenzae-Bakterien,
auf P5-Protein gerichtete Antikörper, und eine Vakzin-Zusammensetzung zur Verwendung
bei der Behandlung von infektiösen Stämmen von Haemophilus influenzae
vorzusehen.
Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Reinigung von P5-Protein aus der Außenmembran von Haemophilus influenzae-Bakterien
vorzusehen, welches ein Protein ergibt, das zur Herstellung aktiver Antikörper
verwendet werden kann. So kann P5 verwendet werden, um ein Vakzin für NTHi
und Typ b-Stämme von Haemophilus influenzae herzustellen. Die Erfindung kann
durch Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen und die detaillierte
Beschreibung besser verstanden werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 sieht ein Natriumdodecyl-Sulfat(SDS)-Gel von gereinigten
nicht-typisierbaren und Typ B-P5-Proteinen vor. Das Dublett in Bahn 1 repräsentiert
die durch Hitze modifizierte und nicht durch Hitze modifizierte Form des P5-Proteins.
2 sieht die Aminosäuresequenz des gereinigten
P5-Proteins vor, welches einen bakteriziden Antikörper hervorrufen kann.
3 sieht Ganzzellen-ELISA-Endpunkt-Titer vor, die von
Kaninchen-Antiseren erzeugt wurden, welche gegen NTHi P5 gerichtet waren.
4 sieht Ganzzellen-ELISA-Endpunkt-Titer vor, die von
Maus-Antiseren erzeugt wurden, welche gegen NTHi P5 gerichtet waren.
5 sieht die bakterizide Aktivität von P5-Antiserum
aus P860295 gegen mehrere verschiedene, nicht-typisierbare Haemophilus-Stämme
vor.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
Die vorliegende Erfindung betrifft ein gereinigtes, natives P5-Außenmembran-Protein
von nicht-typisierbaren Haemophilus influenzae-Bakterien. Das P5-Protein ist ein
durch Hitze modifizierbares 28–35 kDa-Außenmembran-Protein mit sowohl
konservierten als auch variablen Regionen.
Das P5-Protein hat mehrere Eigenschaften, die dieses (und Peptide
und Proteine, die Epitope des P5-Proteins haben) besonders wertvoll für eine
Impfung gegen nicht-typisierbaren Haemophilus influenzae machen. Wie hierin verwendet,
ist Epitop als eine Region eines Antigens definiert, an welche die variable Region
eines Antikörpers bindet. Die meisten Antigene haben eine große Anzahl
von Epitopen, und daher enthält ein polyvalentes Antiserum gegen das Antigen
eine große Anzahl verschiedener Antikörper, wobei jeder Antikörper
an ein anderes Epitop des Antigens binden kann. Im Gegensatz zu im Stand der Technik
veröffentlichten Berichten kann das P5-Protein Antikörper hervorrufen,
die auf die Oberfläche der Bakterien reagieren und bakterizid sind. Das Protein
wurde gereinigt und es zeigte sich, dass es eine Immunantwort gegen verschiedene
Stämme von nicht-typisierbarem Haemophilus influenzae induziert.
Die Peptide oder Proteine der vorliegenden Erfindung tragen ein gemeinsames
Epitop mit dem P5-Protein und sind somit immunologisch kreuz-reaktiv mit diesem.
Sie können Fragmente oder Oligopeptide umfassen, die Epitope des P5-Proteins
enthalten. Wie hierin verwendet, sind Oligopeptide als polymere Ketten einiger monomerer
Repeat-Einheiten definiert. Die N-terminale Aminosäuresequenz des P5-Proteins
wurde bestimmt und ist in SEQ ID NR:1 gezeigt. Die Peptide und Proteine der vorliegenden
Erfindung umfassen jedes Peptid oder Protein, das mindestens einen Teil der in
2 dargestellten Aminosäuresequenz oder irgendwelche
biologisch äquivalente Sequenzen hat. Zu veränderten Sequenzen zählen
Sequenzen, in welchen funktionell äquivalente Aminosäurereste für
Reste innerhalb der Sequenz substituiert sind, was zu einer stillen Veränderung
führt. Beispielsweise können eine oder mehrere Aminosäurereste innerhalb
der Sequenz für eine andere Aminosäure von ähnlicher Polarität,
die als funktionelles Äquivalent wirkt, substituiert werden, was zu einer stillen
Veränderung führt. Substituenten für eine Aminosäure innerhalb
der Sequenz können von anderen Mitgliedern der Klasse, zu welcher die Aminosäure
gehört, ausgewählt werden. Beispielsweise inkludieren die nicht-polaren
(hydrophoben) Aminosäuren Glycin, Alanin, Leucin, Isoleucin, Valin, Prolin,
Phenylalanin, Tryptophan und Methionin. Die polar neutralen Aminosäuren inkludieren
Serin, Threonin, Cystein, Tyrosin, Asparagin und Glutamin. Die geladenen (basischen)
Aminosäuren inkludieren Arginin, Lysin und Histidin. Die negativ geladenen
(sauren) Aminosäuren inkludieren Asparagin- und Glutaminsäure.
Die Peptide und Proteine der vorliegenden Erfindung inkludieren auch
Fragmente oder Oligopeptide, die Epitope des P5-Proteins haben, die innerhalb der
Sequenz dargestellt sind oder jegliche Analoga solcher Fragmente oder Epitope. Zusätzlich
kann jedes der Peptide und Proteine zur Konjugation mit anderen Molekülen modifiziert
sein, z.B. durch das Anhängen von Kupplungsgruppen, wie die Aminosäuren
Cystein und Lysin, oder andere verbindende Gruppen.
Wie nachstehend im Detail beschrieben, eignen sich das P5-Protein
und die Peptide und Proteine dieser Erfindung in vielen verschiedenen
Formen (z.B. alleine oder in Mischungen) in Vakzinen. Für diese Zwecke werden
die Peptide und Proteine durch Isolierung aus Haemophilus influenzae oder durch
chemische Synthese, oder potentiell durch biotechnologische Methoden, wie rekombinante
Expression in verschiedenen Wirtszellen, hergestellt.
Natives P5-Protein wird aus Haemophilus influenzae durch ein differentielles
Detergens-Extraktionsverfahren gereinigt. Dieses Verfahren umfasst nicht die Verwendung
von Denaturierungsmitteln und Reduktionsmitteln, wie Natriumdodecylsulfat bzw. 2-Mercaptoethanol,
die wichtige antigene Epitope des Proteins zerstören können und die nicht
in großem Umfang als sicher für die Verabreichung an Menschen akzeptiert
werden.
Bei diesem Verfahren werden zuerst Außenmembran-Komponenten von
Haemophilus influenzae-Zellen erhalten. Außenmembran-Komponenten können
aus einer Ganzzellen-Membran-Fraktion hergestellt werden. Gesamtmembran-Fraktionen
werden typischerweise durch differentielle Sedimentation nach dem Aufbrechen von
Haemophilus influenzae-Zellen durch Verfahren wie Ultraschallbehandlung, Mahlen
oder Austreiben aus einer „French press" oder anderen Homogenisations-Vorrichtungen
hergestellt. Die Gesamtmembran-Fraktion wird dann in Innen- und Außenmembranen
durch Dichte-Gradienten-Sedimentation oder durch differentielle Solubilisierung
der Innenmembran-Bestandteile mit bestimmten Detergentien, wie Polyoxyethylenoctylphenol
(Triton X-100TM) oder N-Lauroyl-Sarcosin-Natriumsalz (Sarcosyl), fraktioniert.
Bei der bevorzugten Ausführungsform werden die äußeren Zelimembran-Komponenten
durch Differential-Solubilisierung von Innenmembranen in 0,1–2% (Gew./Vol.)
Triton X-100 in 100 mM HEPES-NaOH, 1 mM MgCl2,pH 7,4, zubereitet.
Diese Extraktion wird typischerweise zwei Mal durchgeführt.
Als alternative Quelle der Außenmembran-Komponenten ist ein Kulturmedium
von Haemophilus influenzae-Zellen geeignet. Das Medium enthält abgeworfene
Komponenten („blebs" genannt) der Außenmembran der Bakterien. Vgl. Loeb,
M.R. (1987) Infection and Immunity 55 (11):2612–2618.
Die Solubilisierung des P5-Proteins aus dem Außenmembran-Zellwand-Komplex
wird dann durch eine dreistufige Differential-Solubilisierung erreicht. In der ersten
Stufe wird eine wässerige Lösung von 0,1–10%, typischerweise 0,1–2%
(Gew./Vol.) Dodecylsulfobetain (ZwittergentTM 3–14) verwendet,
um die Außenmembran-Proteine zu entfernen. Vorzugsweise wird eine 1% Lösung
verwendet, und die Extraktion wird gewöhnlich 2–3 Mal durchgeführt.
Nach den ZwittergentTM 3–14 und 0,5M NaCl-Extraktionen wird das
P5-Protein mit 1% Sarcosyl in 50 mM Tris-HCl, pH 8, 5 mM Na2EDTA solubilisiert.
Die Extrakte werden auf 1% ZwittergentTM 3–14 im selben Puffer
eingestellt und gegen einen 10-fachen Überschuss von 1% ZwittergentTM
3–14 in 50 mM Tris-HCl, pH 8, 5 mM Na2EDTA (3X) während 24
Stunden dialysiert. Der dialysierte Extrakt wird dann durch eine Anionen-Austauscher(DEAE)-Säule
und eine in Tandem verbundene Kationen-Austauscher(S)-Säule geleitet. Die Säulen
werden getrennt, und die S-Säule wird mit einem steigenden Salz-Gradienten
im selben Zwittergent-enthaltenden Puffer eluiert. Das gereinigte P5-Protein wird
als einzelner Peak eluiert, wie mittels SDS-PAGE (1)
analysiert.
Das mit diesem Verfahren gereinigte P5-Protein ist im Wesentlichen
frei von bakteriellem Endotoxin und ist für eine Verabreichung an Menschen
geeignet. Das gereinigte Präparat des P5-Proteins wird dann alleine als pharmazeutische
Zusammensetzung formuliert, wie z.B. ein Vakzin für Haemophilus influenzae,
oder in einer Mischung mit Adjuvantien und/oder mit Antigenen von anderen, bei Otitis
media oder anderen Krankheiten implizierten Organismen. Gewünschtenfalls wird
das Protein mittels chemischer oder enzymatischer Standard-Techniken fragmentiert,
um antigene Segmente zu erzeugen.
Die Peptide und Proteine dieser Erfindung können chemisch synthetisiert
werden gemäß der Aminosäuresequenz, die in SEQ ID Nr:1 gezeigt ist,
oder Variationen dieser Sequenz, wie oben beschrieben. Jede der Standard-Chemien
für die Fest- oder Flüssigphasen-Synthese von Peptiden und Proteinen ist
geeignet. Für die Herstellung von Oligopeptiden, die Epitope von P5-Protein
enthalten, kann die chemische Synthese besonders geeignet sein.
Die Erfahrung mit Antikörpern gegen das kapselförmige Polysaccharid
von Haemophilus influenzae zeigt, dass die Fähigkeit der Antikörper, die
Bakterien in in vitro-Tests zu töten, mit der Fähigkeit, eine schützende
Immunantwort bei Kleinkindern des Menschen hervorzurufen, eng korreliert (Fedea
et al., J. Infect. Dis., 160, 999–1004 (1989)).
Als Antwort auf die Peptide und Proteine dieser Erfindung hervorgerufene
Anti-P5-Protein-Antikörper werden unter Verwendung ähnlicher in vitro-Test-Systeme
getestet, um die Fähigkeit, Haemophilus influenzae-Zellen
zu töten, zu demonstrieren. Diese Ergebnisse zeigen eine ähnliche Korrelation
mit der Fähigkeit des P5-Proteins, eine schützende Immunantwort hervorzurufen,
und dienen als Vakzin für Kleinkinder, Kinder und erwachsene Menschen.
Ein in vitro-Komplement-vermitteltes bakterizides Test-System (Musher
et al., 1983, Infect. Immun. 39:297–304; Anderson et al., 1972, J. Clin.
Invest. 51:31–38), welches früher zur Messung der bakteriziden Aktivität
von Antikörpern gegen PRP und Lipopolysaccharid (LPS) gegen Haemophilus influenzae
verwendet wurde, ist geeignet für die Bestimmung, ob ein Antikörper, der
gegen ein besonderes Peptid Protein oder Fragment davon gerichtet ist, eine bakterizide
Aktivität gegen nicht-typisierbaren Haemophilus influenzae aufweist.
Die Peptide und Proteine der vorliegenden Erfindung sind als Immunogene
in Untereinheits-Vakzinen für die Impfung gegen nicht-typisierbaren Haemophilus
influenzae geeignet. Die Vakzine sind geeignet, eine Anfälligkeit für
akute Otitis media und andere, von nicht-typisierbaren Stämmen des Organismus
verursachte Erkrankungen zu verhindern oder zu verringern, im Allgemeinen, um Kinder
oder Erwachsene gegen Otitis media zu impfen, oder für Kinder, bei welchen
ein Risiko besteht, Otitis media oder andere Erkrankungen zu bekommen (beispielsweise
Kinder mit einer Ohreninfektion in ihrer Krankengeschichte).
Die Peptide und Proteine dieser Erfindung werden als univalente und
multivalente Vakzine formuliert. Wie hierin verwendet, sind univalente Vakzine als
Einzelkomponenten-Vakzine definiert, und sind multivalente Vakzine als Multi-Komponenten-Vakzine
definiert.
Das P5-Protein selbst wird so verwendet, wie es hergestellt wurde,
oder mittels oben beschriebener Methoden isoliert oder mit anderen Antigenen gemischt.
Die Peptide oder Proteine dieser Erfindung werden als multivalente
Untereinheits-Vakzine in Kombination mit anderen Antigenen von Haemophilus influenzae
verabreicht.
Wie erwähnt, rufen Peptide und Proteine mit Epitopen von P5-Protein
bakterizide Antikörper hervor, die beim Töten von Haemophilus influenzae
mit Antikörpern gegen andere Außenmembran-Proteine von Haemophilus influenzae
synergistisch wirken. Somit wird bei einer Ausführungsform der Erfindung das
P5-Protein in Verbindung mit anderen Außenmembran-Proteinen von Haemophilus
influenzae (oder Peptiden oder Proteinen mit Epitopen davon) verabreicht, um eine
synergistische bakterizide Aktivität zu erzielen. Besonders bevorzugte Außenmembran-Proteine
von Haemophilus influenzae sind das Peptidoglycan-assoziierte Außenmembran-Lipoprotein
(PAL) und das Haemophilus-Lipoprotein PCP, beschrieben von Deich, P.A. et al. (1988)
J. Bacteriol. 170(2): 489–498.
Zur kombinierten Verabreichung mit Epitopen anderer Außenmembran-Proteine
wird das P5-Protein-Peptid entweder separat, als Mischung, oder als Konjugat oder
genetisches Fusionspeptid oder -Protein verabreicht. Beispielsweise wird das PAL
und PCP oder irgendwelche von ihnen stammende Proteine, Peptide oder Epitope als
Mischung oder als Konjugat oder Fusion mit einem P5-Protein oder einem von P5-Protein
stammenden Peptid oder Protein verabreicht. Das Konjugat wird mittels Standard-Techniken
zur Kopplung proteinhältiger Materialien gebildet. P5-Protein oder jegliche
davon abstammende Peptide oder Proteine können in Verbindung mit Antigenen
anderer Organismen (z.B. eingekapselten oder nicht eingekapselten, Bakterien, Viren,
Pilzen und Parasiten) verwendet werden. Beispielsweise ist das P5-Protein nützlich
in Verbindung mit Antigenen anderer Mikroorganismen, die bei Otitis media oder anderen
Erkrankungen impliziert sind. Zu diesen zählen Streptococcus pneumonia, Streptococcus
pyogenes, Gruppe A, Staphylococcus aureus, Respiratory Syncytial-Virus und Branhemella
catarrhalis.
Bei der Formulierung der Vakzin-Zusammensetzungen mit dem Peptid oder
Protein, alleine oder in den verschiedenen beschriebenen Kombinationen, wird das
Immunogen auf eine geeignete Konzentration eingestellt und mit irgendeinem geeigneten
Vakzin-Adjuvans formuliert. Das Immunogen kann auch in Liposome eingearbeitet werden
oder mit Polysacchariden und/oder anderen Polymeren konjugiert werden zwecks Verwendung
in einer Vakzin-Formulierung.
Die Vakzine der vorliegenden Erfindung werden auf vielerlei Wegen
an Menschen oder Tiere verabreicht. Zu diesen zählen der intradermale, intramuskuläre,
intraperitoneale, intravenöse, subkutane, orale und intranasale Verabreichungsweg.
Die Peptide und Proteine dieser Erfindung werden auch als Lebend-Vakzin
verabreicht. Zu diesem Zweck werden rekombinante Mikroorganismen hergestellt, die
die Peptide oder Proteine exprimieren. Der Vakzin-Empfänger
wird mit dem rekombinanten Mikroorganismus geimpft, welcher sich im Empfänger
vermehrt, das P5-Protein-Peptid oder Protein exprimiert und eine Immunantwort auf
Haemophilus influenzae hervorruft. Bevorzugte Lebend-Vakzin-Vektoren sind Pox-Viren,
wie Vaccinia (Paoletti und Panicali, U.S. Patent Nr. 4,603,112) und attenuierte
Salmonella-Stämme (Stocker, U.S. Patent Nr. 4,550,081).
Lebend-Vakzine sind besonders vorteilhaft, weil sie zu einem längeren
Stimulus führen, welcher eine im Wesentlichen lang andauernde Immunität
vermitteln kann. Wenn die Immunantwort gegen eine nachfolgende Haemophilus influenzae-Infektion
schützt, kann das Lebend-Vakzin selbst in einem präventiven Vakzin gegen
Haemophilus influenzae verwendet werden.
Multivalente Lebend-Vakzine werden aus einem einzigen oder aus einigen
rekombinanten Mikroorganismen, die verschiedene Epitope von Haemophilus influenzae
exprimieren (z.B. andere Außenmembran-Proteine, wie PAL und PCP, oder Epitope
davon), hergestellt. Zusätzlich können Epitope anderer pathogener Mikroorganismen
in das Vakzin eingearbeitet werden. Beispielsweise kann ein Vaccinia-Virus so konstruiert
werden, dass er Codiersequenzen für andere Epitope zusätzlich zu jenen
von Haemophilus influenzae enthält. Ein solches rekombinantes Virus kann selbst
als Immunogen in einem multivalenten Vakzin verwendet werden. Alternativ kann eine
Mischung von Vaccinia oder anderen Viren, von welchen jedes ein anderes Gen exprimiert,
das für verschiedene Epitope von Außenmembran-Proteinen von Haemophilus
influenzae und/oder Epitope anderer krankheitsverursachender Organismen codiert,
als multivalentes Vakzin formuliert werden.
Ein anderes Vakzin der vorliegenden Erfindung ist ein inaktiviertes
Virus-Vakzin. Inaktivierte Vakzine sind „tot" in dem Sinn, dass ihre Infektiosität
zerstört wurde, gewöhnlich durch chemische Behandlung (z.B. eine Formaldehyd-Behandlung).
Idealerweise wird die Infektiosität des Virus zerstört, ohne die Proteine,
die die Immunogenität des Virus tragen, zu beeinflussen. Um inaktivierte Vakzine
herzustellen, werden große Mengen des rekombinanten Virus, das die gewünschten
Epitope exprimiert, in Kultur gezüchtet, um die nötige Menge der relevanten
Antigene vorzusehen. Eine Mischung aus inaktivierten Viren, die verschiedene Epitope
exprimieren, ist für die Formulierung „multivalenter" Vakzine geeignet.
In gewissen Fällen sind diese „multivalenten" inaktivierten Vakzine
einer Lebend-Vakzin-Formulierung vorzuziehen wegen der potentiellen Schwierigkeiten,
die sich aus der gegenseitigen Beeinflussung von gemeinsam verabreichten Lebend-Viren
ergeben. In jedem Fall wird das inaktivierte Virus oder die Mischung von Viren in
einem geeigneten Adjuvans formuliert, um die immunologische Antwort auf die Antigene
zu verstärken. Zu den geeigneten Adjuvantien zählen: oberflächenaktive
Substanzen, z.B. Hexadecylamin, Octadecylaminosäure-Ester, Octadecylamin, Lysolecithin,
Dimethyl-dioctadecylammoniumbromid, N,N-Dicoctadecyl-N'-N'-bis(2-hydroxyethylpropan-diamin),
Methoxyhexadecylglycerin und Pluronic-Polyole, Polyamine, z.B. Pyran, Dextransulfat,
Poly-IC, Carbopol; Peptide, z.B. Muramyldipeptid, Dimethylglycin, Tuftsin, Ölemulsionen,
und Mineral-Gele, z.B. Aluminiumhydroxid, Aluminiumphosphat, usw.
Die Peptide und Proteine der vorliegenden Erfindung sind auch für
die Herstellung polyklonaler Antikörper zur Verwendung in der passiven Immuntherapie
gegen Haemophilus influenzae geeignet. Humanes Immunglobulin wird bevorzugt, weil
heterologes Immunglobulin eine nachteilige Immunantwort auf seine fremden immunogenen
Bestandteile auslösen kann. Polyklonales Antiserum wird von Individuen erhalten,
die mit den Peptiden oder Proteinen in einer der beschriebenen Formen immunisiert
wurden. Die Immunglobulin-Fraktion wird dann angereichert. Beispielsweise werden
Immunglobuline, die für die Epitope von P5-Protein spezifisch sind, durch Immunaffinitäts-Techniken
unter Verwendung der Peptide oder Proteine dieser Erfindung angereichert. Der Antikörper
wird aus Antiseren auf ein Immunadsorbens, das Epitope des P5-Proteins enthält,
spezifisch absorbiert und dann vom Immunadsorbens als angereicherte Immunglobulin-Fraktion
eluiert.
Zusätzlich können Nukleinsäuren, die die Nukleotidsequenz
des Gens aufweisen, welches für das P5-Protein codiert, oder irgendwelche Nukleotidsequenzen,
die mit diesem hybridisieren, als Sonden in Nukleinsäure-Hybridisierungs-Tests
für die Detektion von Haemophilus influenzae in verschiedenen Geweben oder
Körperflüssigkeiten von Patienten verwendet werden. Die Sonden können
in jeder Form von Nukleinsäure-Hybridisierungs-Test verwendet werden, einschließlich:
Southern Blots (Southern, 1975, J. Mol. Biol. 98:508); Northern Blots (Thomas et
al., 1989, Proc. Nat'l Acad. Sci. USA 77:5201–05); Kolonie-Blots (Grunstein
et al., 1975, Proc. Nat'l Acad. Sci. USA 72:3961–65), usw. Die Stringenz
der Hybridisierung kann je nach den Erfordernissen des Tests variiert werden.
Die Erfindung ist weiters durch die folgenden Beispiele veranschaulicht.
Beispiel 1Reinigung des P5
Protein-Extrakte von P5 werden sowohl aus NTHi als auch Hib-Stämmen
durch differentielle Detergens-Extraktion von Außenmembranen erhalten. Nach
Zwittergent Octylglucosid 3–14 und Zwittergent 3–14 und 0,5 M NaCl-Extraktionen
wird das P5-Protein mit 1% Sarcosyl in 50 mM Tris-HCl, pH 8, 5 mM Na2EDTA
solubilisiert. Die Extrakte werden auf 1% ZwittergentTM 3–14 im
selben Puffer eingestellt und gegen einen 10-fachen Überschuss von 1% ZwittergentTM
3–14 in 50 mM Tris-HCl, pH 8, 5 mM Na2EDTA (3X) während 24
Stunden dialysiert. Der dialysierte Extrakt wird dann durch eine Anionen-Austauscher(DEAE)-Säule
und eine in Tandem verbundene Kationen-Austauscher(S)-Säule geleitet. Die Säulen
werden getrennt, und die S-Säule wird mit einem steigenden Salz-Gradienten
im selben Zwittergent enthaltenden Puffer eluiert. Das gereinigte P5-Protein wird
als einzelner Peak eluiert, wie mittels SDS-PAGE analysiert (1).
Beispiel 2
Protease-Verdau, Peptid-Isolierung und Protein-Sequenzierung Gereinigtes
NTHi P5 und Hib P5 werden direkt verwendet, um die N-terminale Aminosäuresequenz
zu bestimmen (2). Die gesamte Sequenz des NTHi-Proteins
wird bestimmt, indem überlappende Peptide durch Protease-Verdau mit mehreren
Proteasen, einschließlich Endopeptidasen Lys-C, Arg-C, Glu-C, Papain, Trypsin
und Chymotrypsin erhalten werden. Cyanogenbromid wird ebenfalls zur Spaltung des
Proteins an Methionin-Resten verwendet, um große Fragmente zu erzeugen. Die
Peptide werden unter Verwendung eines Microbore-Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographen
(HPLC) isoliert, und die Sequenzen mit einem Protein-Sequenzierer bestimmt. Bei
der fluchtenden Ausrichtung der Peptide werden überlappende Peptide und eine
Homologie mit dem E. coli-OmpA-Protein verwendet (2).
Beispiel 3Ganzzellen-ELISA-Test
Ganze, mit Formalin fixierte Haemophilus influenzae-Zellen aus mehreren
verschiedenen Stämmen werden von mid-log Phasen-Zellen, die auf eine OD490 =
1,0 in BHI-XV-Medium gezüchtet worden waren, hergestellt. Die Zellen werden
zweimal in mit Phosphat gepufferter Kochsalzlösung (phosphate buffered saline,
PBS) (7 mM NaHPO4-7H2O, 2 mM KH2PO4,
2 mM KCl, 137 mM NaCl, pH 7,4) gewaschen, dann in PBS mit 0,3% Formalin resuspendiert
und bei Raumtemperatur 1–2 Stunden lang inkubiert. Das Formalin wird durch
Waschen der Zellen in PBS und Resuspendieren der Zellen in PBS auf eine Endkonzentration
OD620 = 0,2 entfernt. 75 Mikroliter der Zellen werden dann in die Vertiefungen
von Mikrotiter-Platten zugegeben und über Nacht bei 37°C getrocknet. Die
Platten werden mit PBS-0,1% Tween-20 eine Stunde lang blockiert und in einem Mikroplatten-Waschgerät
gewaschen. 100 Mikroliter Antiserum, verdünnt in mit Phosphat gepufferter Kochsalzlösung,
enthaltend 0,15 mM CaCl2, 0,5 mM MgCl2, 1% Gelatine und 0,3%
Tween-20 (PCM-GT) werden in die Vertiefungen zugegeben, und die Platten werden bei
37°C zwei Stunden lang inkubiert. Nach dem Waschen wurden gebundene Antikörper
mit Ziegen-anti-Maus (IgG+IgM), konjugiert mit alkalischer Phosphatase (TAGO), verdünnt
in PBS 0,05% Tween-20, 0,1% Gelatine, eine Stunde lang bei 37°C detektiert.
Die Zellen wurden wiederum gewaschen, und die Platten wurden mit 1 mg/ml Lösung
von p-Nitrophenylphosphat (SIGMA) in Diethanolamin 30 Minuten lang entwickelt. Die
Reaktion wird nach Zugabe von 3N NaOH gestoppt. Die Platten werden auf einem Lesegerät
bei OD950, Referenz OD620, abgelesen. Ganzzellen-ELISA-Daten
für Kaninchen und Maus-anti-P5-Serum sind in 3
bzw. 4 gezeigt.
Beispiel 4Bakterizider Test
Zellen aus mehreren verschiedenen Haemophilus influenzae-Stämmen
werden über Nacht in BHI-XV-Medium gezüchtet. Am folgenden Tag werden
frische Kulturen aus einer 1:10-Verdünnung der Über-Nacht-Stammlösung
zubereitet und auf OD490 = 1,0 gezüchtet. Während des Zellwachstums
wird eine Komplement-Quelle, prä-kolostrales Kälberserum, mit P860295-Zellen
eine Stunde lang prä-adsorbiert. Die Zellen werden dann vom Komplement weg
pelletiert, und das präadsorbierte Komplement wird durch eine 0,2 &mgr;m
Filtereinheit sterilfiltriert und vor Verwendung auf Eis gelagert. Das gesamte,
in diesem Test gescreente Antiserum wird bei 56°C 15 Minuten lang hitzeinaktiviert,
um die Komplement-Aktivität zu entfernen, und 1:5 in PCM verdünnt, gefolgt
von nachfolgenden zweifachen Verdünnungen, die in sterilen Mikrotiterplatten
mit 96 Vertiefungen zubereitet werden. Die zu einer OD410
= 1,0 gezüchteten Bakterienzellen werden 1:100.000 in PCM, das die Komplementquelle
in einer Verdünnung von 1:5 enthält, verdünnt. 15 Mikroliter dieser
Mischung werden zu den seriellen Verdünnungen von Antiserum zugegeben, und
man lässt die Platten 45 Minuten bei 37°C inkubieren. Danach werden 10
Mikroliter jeder Reaktion auf BHI-XV ausplattiert. Nach einer Inkubation bei 37°C
über Nacht werden die Kolonien gezählt, um die bakteriziden Titer zu bestimmen
(das Reziproke der höchsten Verdünnung von Antiserum, die mehr als 50%
der Bakterien töten kann, im Vergleich zu Präimmunseren-Kontrollen). Die
bakteriziden Daten in Bezug auf P5 sind in 5 dargestellt.
SEQUENZPROTOKOLL
Anspruch[de]
Im Wesentlichen reines natives P5-Außenmembran-Protein eines Haemophilus
influenzae-Bakterien-Stammes.Im Wesentlichen reines natives P5-Außenmembran-Protein eines Haemophilus
influenzae-Bakterien-Stammes nach Anspruch 1, erhältlich durch einen Reinigungsprozess,
umfassend die nicht-denaturierende Differential-Detergens-Extraktion von Haemophilus
influenzae-Zellen.Protein nach Anspruch 2, wobei der Reinigungsprozess das Extrahieren
eines Präparats von Verbindungen der Außenmembran dieser
Zellen mit einer wässerigen Lösung von N-Lauroyl-Sarcosin-Natriumsalz
umfasst, umfassend:
(a) Extrahieren eines unlöslichen Restes, der P5-Protein aufweist, mit einer
wässerigen Lösung von Sulfobetain;
(b) Solubilisieren des unlöslichen Restes aus Schritt (a) mit N-Lauroyl-sarcosinat;
(c) Dialysieren des Restes aus Schritt (b) mit Sulfobetain;
(d) Durchleiten des dialysierten Extrakts durch eine Anionen-Austauscher-Säule
und eine Kationen-Austauscher-Säule;
(e) Eluieren des P5-Proteins aus einer geeigneten Kationen-Austauscher-Säule,
und
(f) Gewinnen von im Wesentlichen reinem P5-Protein aus einer Kationen-Austauscher-Säule
nach Elution.P5-Protein nach Anspruch 1, wobei die Aminosäuresequenz in SEQ
ID NR. 1 vorgesehen ist, oder irgendeine modifizierte Sequenz davon, worin Aminosäure-Reste
hinzugefügt, insertiert, substituiert oder deletiert worden sind, ohne die
bakteriziden oder die opsonischen oder beide Eigenschaften des Proteins zu beeinträchtigen,
wobei das Protein bakterizide Antikörper gegen Haemophilus influenzae in einem
Wirt hervorruft.Verfahren zum Isolieren und Reinigen von P5-Protein aus einer Außenmembran
von Haemophilus influenzae nach dem Extrahieren eines Präparats von Verbindungen
der Außenmembran mit einer wässerigen Lösung von N-Lauroyl-Sarcosin-Natriumsalz,
wobei das verbesserte Verfahren umfasst:
(a) Extrahieren eines unlöslichen Restes, der P5-Protein aufweist, mit einer
wässerigen Lösung von Sulfobetain;
(b) Solubilisieren des unlöslichen Restes aus Schritt (a) mit N-Lauroyl-sarcosinat;
(c) Dialysieren des Restes aus Schritt (b) mit Sulfobetain;
(d) Durchleiten des dialysierten Extrakts durch eine Anionen-Austauscher-Säule
und eine Kationen-Austauscher-Säule;
(e) Eluieren des P5-Proteins aus einer geeigneten Kationen-Austauscher-Säule,
und
(f) Gewinnen von im Wesentlichen reinem P5-Protein aus einer Kationen-Austauscher-Säule
nach Elution.Vakzin-Zusammensetzung, umfassend eine immunogene Menge von im Wesentlichen
reinem nativen P5-Protein von Haemophilus influenzae nach einem der Ansprüche
1 bis 4, in einem pharmazeutisch akzeptablen Träger, und ein fakultatives Adjuvans.Vakzin-Zusammensetzung nach Anspruch 6, welche weiters mindestens ein
zusätzliches Antigen von einem oder mehreren Organismen aufweist.Vakzin-Zusammensetzung nach Anspruch 7, wobei der Organismus ein Bakterium,
Virus, Parasit oder Pilz ist.Vakzin-Zusammensetzung, umfassend ein Antigen-Konjugat, zusammengesetzt
aus im Wesentlichen reinem nativen P5-Protein nach einem der Ansprüche 1 bis
4, konjugiert mit einem Antigen eines Organismus oder einem Epitop oder Epitopen
davon, in einem pharmazeutisch akzeptablen Träger, und ein fakultatives Adjuvans.Vakzin-Zusammensetzung nach Anspruch 9, wobei der Organismus Haemophilus
influenzae ist.Immunogene Menge von im Wesentlichen reinem nativen P5-Protein von Haemophilus
influenzae nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Verwendung zum Immunisiren
gegen Haemophilus influenzae.Verwendung einer immunogenen Menge von im Wesentlichen reinem nativen
P5-Protein von Haemophilus influenzae nach einem der Ansprüche 1 bis 4 bei
der Herstellung eines Medikaments zur Immunisierung gegen Haemophilus influenzae.Verwendung nach Anspruch 12, wobei das Protein im Wesentlichen die in
SEQ ID NR. 1 gezeigte Aminosäuresequenz oder irgendeine modifizierte Sequenz
davon aufweist, wobei Aminosäure-Reste hinzugefügt, insertiert, substituiert
oder deletiert worden sind, ohne im Wesentlichen die bakteriziden oder die opsonischen
oder beide Eigenschaften des Proteins zu beeinträchtigen.Verwendung nach Anspruch 12 oder Anspruch 13, wobei das Protein in Verbindung
mit mindestens einem anderen Antigen von Haemophilus influenzae verabreicht wird.Immunogene Menge von im Wesentlichen reinem nativen P5-Protein von Haemophilus
influenzae, welches von einem ätiologischen Agens von Otitis media, Sinusitis
oder chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (chronic pulmonary obstructive disease)
stammt, zur Verwendung zur Prävention, Reduktion der Anfälligkeit für
oder Behandlung von akuter Otitis media, Sinusitis oder chronischer obstruktiver
Lungenerkrankung.Verwendung einer immunogenen Menge von im Wesentlichen reinem nativen
P5-Protein von Haemophilus influenzae, welches von einem ätiologischen Agens
von Otitis media, Sinusitis oder chronischer obstruktiver Lungenerkrankung stammt,
bei der Herstellung eines Medikaments zur Prävention, Reduktion der Anfälligkeit
für oder Behandlung von akuter Otitis media, Sinusitis oder chronischer obstruktiver
Lungenerkrankung.