Dies ist eine continuation-in-part der ebenfalls anhängigen Anmeldung
Seriennr. 08/278, 529, angemeldet am 20. Juli 1994, welche eine continuation-in-part
der U.S.-A-5, 401, 284, erteilt am 28. März 1995, ist.
Diese Anmeldung ist verwandt mit U.S.-A-5, 035, 723, erteilt am 30.
Juli 1991, und U.S.-A-5, 203, 886, erteilt am 20. April 1993.
Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft Schleifscheiben mit verbesserten Kantenfestigkeitseigenschaften,
insbesondere Schleifscheiben, enthaltend Aluminiumoxid-Schleifkorn, das aus Schmelzkorund-Schleifmittel
besteht. Die Erfindung beinhaltet ferner die Verwendung einer Bindungszusammensetzung
in einer Schleifscheibe, die eine verbesserte mechanische Festigkeit und verbesserte
Kantenfestigkeitseigenschaften ermöglicht.
Technologierückblick
Bewegliche Präzisionsteile werden so entworfen, dass sie mit
höherer Leistung, höherer Effizienz und längerer Lebensdauer betrieben
werden können. Diese Teile sind zum Beispiel Motoren (Verbrennungsmotoren,
Düsenantriebe und elektrische Motoren), Antriebe (Antriebsstrang & Differentialgetriebe)
und Laufflächen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, müssen diese
Teile mit verbesserter Qualität hergestellt werden, einschließlich besserer/stärkerer
Bauweise mit engeren Maßtoleranzen. Um diese Toleranzen zu erreichen, werden
diese Teile aus Materialien besserer Qualität hergestellt, annähernd an
die Endform und -größe.
Schleifscheiben werden häufig zur Herstellung des vollständigen
Teils benützt, oder um dem Teil seine endgültige Abmessung zu geben. Schleifscheiben
mit keramischer Bindung oder Glasbindung sind die Scheiben, die am häufigsten
für Metallteile verwendet werden. Typische keramische Bindungen werden in SU-A-116839
und SU-A-458427 beschrieben. Um diese Typen von Präzisionsteilen mit einer
Schleifscheibe herzustellen, wird das Negativ des Teils mit einem Diamantwerkzeug
in die Scheibenoberfläche „geschliffen". Da das Teil, das hergestellt
wird, das Profil der Schleifscheibe annimmt, ist es wichtig, dass die Schleifscheibe
diese Form so lange wie möglich beibehält. Die ideale Situation wäre
dann, die Präzisionsteile mit exakten Maßtoleranzen und ohne Materialschaden
herzustellen.
Typischerweise verlieren die Schleifscheiben ihre Form oder versagen
an einer Kante oder Krümmung in der Scheibe. Standard-Schleifprodukte mit Schmelzkorund
mögen das Schleifen von zwei bis drei Stücken überdauern, bevor eine
wesentliche Veränderung der Scheibenkante auftritt. Folglich würden die
Schleifmaschinenbediener, nach jedem Stück ein Abrichten der Scheibe einrichten,
um Defekte zu vermeiden. Bei Scheiben, die mit leistungsfähigerem Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifkorn
hergestellt wurden, wird die Formänderung der Scheibenkante vermutlich nicht
auftreten, bevor nicht vier oder fünf Stücke geschliffen wurden und die
Schleifmaschinenbediener würden ein Abrichten dieser Scheiben nach dem Schleifen
von drei Stücken einplanen. Während die für Sol-Gel-Aluminiumoxid-Scheiben
charakteristische Verringerung der Abrichtfrequenz eine Verbesserung gegenüber
Standardschleifscheiben darstellt, sind die Verringerung des abrichtungsbedingten
Verlustes von Aluminiumoxid-Schleifscheiben sowie eine weitere Senkung der Abrichtfrequenz
wünschenswerte Ziele für konventionelle Aluminiumoxid-Scheiben.
Was gebraucht wird, ist eine Aluminiumoxid-Scheibe mit verbesserter
Kanten- oder Formfestigkeit, so dass das Abrichtintervall verlängert werden
kann. Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine Schleifscheibe mit Aluminiumoxid-Schleifkorn
mit verbesserter Kanten- oder Formfestigkeit herzustellen. Es ist des Weiteren eine
Aufgabe der Erfindung eine Bindung herzustellen, die für eine Schleifscheibe
mit Aluminiumoxid-Schleifkorn verwendet werden kann, um Kanten- und Formbeständigkeit
zu verbessern.
Zusammenfassung der Erfindung
Die vorliegende Erfindung stellt eine keramisch gebundene Schleifscheibe
bereit, wobei der Schleifkornanteil aus Schmelzkorund(„Alumina")-Schleifmittel
und wahlweise einem oder mehreren sekundären Schleifmitteln besteht und wobei
die Schleifscheibe verbesserte Kanten- und Formfestigkeitseigenschaften und verbesserte
mechanische Eigenschaften aufweist. Die Erfindung umfasst des Weiteren die Verwendung
einer Bindungszusammensetzung, die eine Verbesserung der Kanten- und Formfestigkeit
und der mechanischen Eigenschaften in keramisch gebundenen Schleifscheiben, umfassend
Aluminiumoxid-Schleifmittel, ermöglicht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1: Schematische Darstellung des Kantenschleifens eines
Werkstückes mit einer Schleifscheibe beim Kantenfestigkeitstest.
2: Schematische Darstellung des Abschnitts des Eckenradius
einer Schleifscheibe, der in Kontakt mit der Oberfläche des Werkstückes
beim Kantenfestigkeitstest steht.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Die keramisch gebundenen Schleifkörper der vorliegenden Erfindung
umfassen Aluminiumoxid-Schleifkörner. Aluminiumoxid-Schleifkörner sind
in der Technik wohlbekannt.
Die Schleifscheiben der vorliegenden Erfindung umfassen aus Schmelzkorund
bestehende Aluminiumoxid-Schleifkörner und wahlweise ein oder mehrere sekundären
Schleifmitteln. Schleifscheiben enthalten Schleifmittel, Bindung, Porosität
und möglicherweise andere Füllstoffe und Additive. Die Schleifmittelmengen,
die für die Schleifscheibe verwendet werden und ein sekundäres Schleifmittel
enthalten können, können stark variieren. Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen
Schleifscheibe enthält von etwa 34 bis etwa 56 Vol.% Schleifmittel, vorzugsweise
enthält sie von etwa 40 bis etwa 54 Vol.% Schleifmittel und insbesondere bevorzugt
enthält sie von etwa 44 bis etwa 52 Vol.% Schleifmittel. Das Aluminiumoxid-Schleifmittel
stellt etwa 5 bis etwa 100 Vol.% des gesamten Schleifmittels der Scheibe und vorzugsweise
von etwa 30 bis etwa 70 Vol.% des gesamten Schleifmittels der Scheibe bereit.
Das oder die sekundären Schleifmittel stellen von etwa 0 bis
etwa 95 Vol.% des gesamten Schleifmittels in der Scheibe und vorzugsweise von etwa
30 bis etwa 70 Vol.% des gesamten Schleifmittels in der Scheibe bereit. Die sekundären
Schleifmittel, die benutzt werden können, schließen zum Beispiel Siliziumcarbid,
kubisches Bornitrid, Diamant, Flint, Granat und Hohlkugelaluminiumoxid ein. Diese
Beispiele sekundärer Schleifmittel sind jedoch zur Erläuterung und nicht
als Einschränkung angegeben.
Die Zusammensetzung der Schleifscheibe umfasst üblicherweise
Porosität. Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Scheibe umfasst
vorzugsweise von etwa 0 bis etwa 68 Vol.% Porosität, besonders bevorzugt beinhaltet
sie von etwa 28 bis etwa 56 Vol.% Porosität und insbesondere bevorzugt beinhaltet
sie von etwa 30 bis etwa 53 Vol.% Porosität. Die Porosität wird sowohl
durch natürliche Zwischenraumbildung, die durch die natürliche Packungsdichte
des Materials bereitgestellt wird, als auch durch poreninduzierende Medien, wie
zum Beispiel Hohlglasperlen, gemahlene Wahlnussschalen, Perlen aus Kunststoffmaterial
oder organischen Verbindungen, geschäumte Glasteilchen und Hohlkugelaluminiumoxid,
geformt. Diese Beispiele für Porenbildner sind jedoch zur Erläuterung
und nicht als Einschränkung angegeben.
Die Schleifscheiben der vorliegenden Erfindung sind mit einer keramischen
Bindung gebunden. Die verwendete keramische Bindung trägt entscheidend dazu
bei, die Kanten- oder Formfestigkeitseingeschaften der erfindungsgemäßen
Schleifscheiben zu verbessern. Die Rohstoffe für die Bindung umfassen vorzugsweise
Kentucky Ball Clay Nr. 6, Nephelin, Natriumsilicatpulver, Lithiumcarbonat, Flint,
Wollastonit und Cobaltspinell. Diese Stoffe enthalten in Kombination die folgenden
Oxide:
SiO2, Al2O3, Fe2O3, TiO2,
CaO, MgO, Na2O, K2O, Li2O, B2O3
und CoO. Die Zusammensetzung der Schleifscheibe umfasst vorzugsweise von etwa 3
bis etwa 25 Vol.% Bindung, besonders bevorzugt umfasst sie von etwa 4 bis etwa 20
Vol.% Bindung und insbesondere bevorzugt enthält sie von etwa 5 bis etwa 18,5
Vol.% Bindung.
Nach dem Brennen enthält die Bindung mehr als 47 Gew.% SiO2,
vorzugsweise von etwa 52 bis etwa 62 Gew.% SiO2, besonders bevorzugt
von etwa 54 bis etwa 60 Gew.% SiO2 und insbesondere bevorzugt etwa 57
Gew.% SiO2; weniger als etwa 16 Gew.% Al2O3, vorzugsweise
von etwa 12 bis etwa 16 Gew.% Al2O3, besonders bevorzugt von
etwa 13 bis etwa 15 Gew.% Al2O3 und insbesondere bevorzugt
etwa 14,4 Gew.% Al2O3; vorzugsweise von etwa 7 bis etwa 11
Gew.% Na2O, besonders bevorzugt von etwa 8 bis etwa 10 Gew.% Na2O
und insbesondere 8,9 Gew.% Na2O; weniger als etwa 2,5 Gew.% K2O,
vorzugsweise von etwa 0,05 bis etwa 2,5 Gew.% K2O, besonders bevorzugt
von etwa 1 bis 2 Gew.% K2O und insbesondere bevorzugt etwa 1,6 Gew.%
K2O; mehr als 2,0 Gew.% Li2O, vorzugsweise von etwa 2,0 bis
etwa 10,0 Gew.% Li2O, vorzugsweise von etwa 2,0 bis etwa 3,4 Gew.% Li2O,
besonders bevorzugt von etwa 2,0 bis etwa 2,7 Gew.% Li2O und insbesondere
bevorzugt etwa 2,2 Gew.% Li2O; weniger als etwa 18 Gew.% B2O3,
vorzugsweise von etwa 9 bis etwa 16 Gew.% B2O3, besonders
bevorzugt von etwa 11 bis etwa 14 Gew.% B2O3 und insbesondere
bevorzugt etwa 12,6 Gew.% B2O3; vorzugsweise von etwa 0 bis
etwa 2 Gew.% CoO, besonders von etwa 0,5 bis etwa 1,3 Gew.% CoO und insbesondere
bevorzugt etwa 0,9 Gew.% CoO. Cobaltoxid (CoO) ist für die Erfindung nicht
notwendig, da es lediglich als Färbemittel enthalten ist. Die weiteren Oxide
wie Fe2O3, TiO2, CaO und MgO, die in der keramischen
Bindung vorliegen, sind Verunreinigungen in den Rohmaterialien, die nicht wesentlich
für die Herstellung der Bindung sind. Die Bindung liefert auch eine verbesserte
mechanische Festigkeit, wenn die Schleifscheiben aus Sol-Gel-Aluminiumoxid- oder
Schmelzkorund-Schleifmitteln hergestellt wurden.
Die Schleifscheiben werden nach den Fachleuten geläufigen Methoden
gebrannt. Die Brennbedingungen werden vorrangig durch die jeweils verwendete Bindung
und die verwendeten Schleifmittel bestimmt. Des Weiteren kann der keramisch gebundene
Körper auf konventionelle Art und Weise mit einem Schleifhilfsmittel, wie Schwefel
oder einem Träger wie Epoxidharz, imprägniert werden, um ein Schleifhilfsmittel
in die Poren der Scheibe zu transportieren.
Die resultierenden Schleifscheiben haben unerwarteter Weise verbesserte
Kanten- oder Formfestigkeitseigenschaften, die sowohl quantitativ als auch qualitativ
gemessen werden können. Während die Veränderung der Kantenform einer
Schleifscheibe als Ausfallkriterium für die Schleifscheiben betrachtet wurde,
ist dies kein quantitativer Test, da die Formveränderungen nur unter einem
Mikroskop beobachtet werden kann und qualitativ mit dem Fingernagel oder einer Bleistiftspitze
gefühlt werden kann. Deshalb wurde ein Test entwickelt, um Scheibenkantenversagensmodi
zu definieren und zu quantifizieren.
Dieser Test misst sowohl den „radialen Verschleiß" als
auch die „Verschleißfläche" bei einer vorgegebenen Einstechvorschubgeschwindigkeit.
Durch weiteres Definieren des Tests, mittels dessen die Schleifscheiben getestet
wurden und mit dem Etablieren eines Standards, mit dem vergleichbare Schleifscheiben
gemessen werden können, ergeben sich folgende Testbedingungen:
Schleifmaschine: Bryant LectralineÔ LL3 I.D./O.D. (Innendurchmesser/Außendurchmesser),
10 Pferdestärken Schleifmaschine
Nassschleifen: 5–7% Trim MasterChemicalÔ VHP E200 mit Wasser
Material des geschliffenen Werkstückes: 4330V Kurbelwellenstahl, Rc
28 bis 32
Größe des Werkstückes: 10,2 cm (4 Inch) Außendurchmesser
Breite des Schleifens von der Kante des Werkstückes: 0,0229 cm (0,009 Inch)
Eckenradius der Schleifscheiben: 0,279 cm (0,110 Inch)
Geschwindigkeit des Stückes: 61 smpm (200 sfpm)
Einstechvorschubgeschwindigkeit in das Stück: 0,0338cm (0,0133 Inch)/Sekunde.
Abgerichtete Scheibenfläche: Rotationsdiamantrolle (RPC 2993) bei 4600 U/min
mit einer Abrichtrate von 0,0051 cm (0,002 Inch)/ Sekunde, um den 0,110 Radius zu
erreichen
Scheibengeschwindigkeit: 3660 smpm (12.000 sfpm)
Schleifvorgänge pro Test: bis zu 12
Einstechvorschub pro Schliff 0,102 cm (0,04 Inch)
Der Kantenfestigkeitstest ist darauf ausgelegt, den Grad zu messen,
mit dem die Schleifscheibenkante ihre Form bei einem Schleifprozess beibehält.
Die Formfestigkeit wird durch zwei Größen bestimmt, „radialen Verschleiß"
und „Verschleißfläche". 1 ist eine
schematische Darstellung des Kantenschleifens mit einer Schleifscheibe
10 von einem Werkstück 12, wie zum Beispiel einer Kurbelwelle.
Während 21–26 die inkrementelle Progression der Schleifscheibe durch
das Werkstück zeigt, zeigt 21–22 einen Schleifvorgang. Die Schleifbreite
14 von der Werkstückkante beträgt 0,0229 cm (0,009 Inch). Der
Einstechvorschub 16 beträgt 0,102 cm (0,04 Inch) pro Schleifvorgang.
Der Eckenradius 18der Schleifscheibe 10 beträgt 0,279 cm
(0,110 Inch). 2 zeigt den Abschnitt des Eckenradius
30 der Schleifscheibe 10 in Kontakt mit der Oberfläche des
Werkstückes 12 während des Kantenfestigkeitstests. Die Schleifbreite
14, der horizontale Abstand zwischen A und C in 1,
ist die Dicke an Metall, die von dem Material des Testwerkstückes entfernt
werden soll. Die Kontakthöhe 32, die vertikale Distanz zwischen A
und B in 2, ist die Höhe des Abschnittes der Schleifscheibe,
der am Ende eines Schleifdurchgangs mit dem Material des Testwerkstückes in
Kontakt ist. Um die Kantenfestigkeit zu quantifizieren, werden zwei Messungen bei
den oben spezifizierten Schleifbedingungen durchgeführt. Diese beiden Messungen
sind die „Verschleißfläche" und der „radiale Verschleiß".
Die Verschleißfläche ist eine Messung der Veränderung
des Profils der Kante der Schleifscheibe nach dem Schleifen des Werkstückes.
Die Verschleißfläche wird in 2 von der durch
AEBDA begrenzten Fläche bei einer vorgegebenen Kontakthöhe 32,
Eckenradius 18 und einer Schnittbreite 14 dargestellt. Der radiale
Verschleiß ist eine Messung der maximalen Veränderung des Eckenradius
18 zwischen den Punkten A und B. Die Messung ist in 2
dargestellt, der radiale Verschleiß entspricht DE, wobei der Punkt E die maximale
Veränderung des Eckenradius zwischen den Punkten A und B bei einer Kontakthöhe
32 zeigt. Die Verschleißfläche und der radiale Verschleiß
werden gemessen, indem nach jedem Schliff ein Plattenabschnitt geschliffen wird,
um das Profil der Scheibe zu erhalten. Die Abschnitte werden auf einem optischen
Komparator mit einer 50-fachen Vergrößerung verfolgt. Die Verschleißfläche
der Spur wird mit einem Planimeter gemessen und der radiale Verschleiß der
Spur wird als maximaler radialer Verschleiß mit einem Kaliber gemessen.
Daten werden in den Beispielen aufgeführt, die eine quantitative
Verbesserung der Kantenfestigkeit von Aluminiumoxid- und Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifscheiben
durch die unerwartete Zunahme der Anzahl an Schleifvorgängen, die mit den neuen
Scheiben durchgeführt werden können, bevor diese einen mit Standard-Aluminiumoxid-
und Sol-Gel-Aluminiumoxid-Schleifscheiben vergleichbaren radialen Verschleiß
und eine vergleichbare Verschleißfläche erreicht haben, zeigen.
Um den Fachleuten zu ermöglichen, die Praxis der vorliegenden
Erfindung besser zu verstehen, werden die folgenden Beispiele zur Verdeutlichung,
nicht aber als Einschränkung, dargelegt. Zusätzliche Hintergrundinformationen,
die in der Technik bekannt sind, können den zitierten Referenzen und Patenten
entnommen werden, die durch die Bezugnahme hierhin aufgenommen werden.
BeispieleBeispiel 1 (nicht erfindungsgemäß)
Es wurden Proben hergestellt, um das Bruchmodul der neuen Bindung
zu testen und mit der käuflich erhältlichen Standard-Bindung der Firma
Norton für die Verwendung mit beimpften Sol-Gel-Schleifmittel zu vergleichen.
Vor dem Brennen hatte die neue Bindung eine Zusammensetzung von 30,3 Gew.% pulverisierter
Glasfritte (Zusammensetzung der Fritte: 41,2 Gew.% SiO2, 39,9 Gew.% B2O3,
5,1 Gew.% Al2O3, 10,3 Gew.% Na2O, 1,3 Gew.% Li2O,
2,1 Gew.% MgO/CaO und Spuren von K2O), 27,7 Gew.% Nephelinsyenit, 20
Gew.% Kentucky Nr. 6 Ball Clay, 10 Gew.% Natriumsilicatpulver, 4,7 Gew.% Flint (Quarz),
4,3 Gew.% Lithiumcarbonat, 1 Gew.% Wollastonit und 2 Gew.% reines Cobaltaluminatspinell.
Die chemischen Zusammensetzungen von Nephelinsyenit, Kentucky Nr. 6 Ball Clay, Natriumsilicat,
Flint, Lithiumcarbonat und Wollastonit sind in Tabelle I aufgeführt.
Tabelle I
Die Bindung wurde durch 3-stündiges Trockenwischen der Rohmaterialien
in einer Sweco Vibrationsmühle hergestellt. Die Bindung wurde mit Schleifkorn
der Korngröße 60 gemischt, das aus einer 1 zu 1 Mischung aus beimpften
Sol-Gel-Aluminiumoxoid und hochreinem weißen Schmelzkorund-Schleifmittel besteht.
Diese wurde bei niedriger Geschwindigkeit in einer Hobart N-50 Teig-Knetmaschine
(Kapazität: 2kg Mischung) mit pulverisiertem Dextrinbindemittel, flüssigem
Glutinleim und 0,1%-igem Ethylenglykol, als Befeuchtungsmittel, weiter gemischt.
Das Gemisch wurde durch ein 14 Mesh Sieb gesiebt, um sämtliche Klumpen zu zerkleinern.
Anschließend wurde das Gemisch in einer Form mit drei Stangenhohlräumen
zu Stangen mit einer Abmessung von 10,15 × 2,54 × 1,27 cm (4'' ×
1'' × 1/2'') gepresst. Die Stangen wurden unter folgenden Bedingungen
in einem periodischen Ofen gebrannt: Mit 40°C pro Stunde von Raumtemperatur
auf 1000°C gebracht; 8 Stunden lang bei dieser Temperatur gehalten und anschließend
auf Raumtemperatur abgesenkt. Zusätzlich wurden Teststangen aus kommerziell
erhältlicher Standardbindung der Firma Norton nach dem oben beschriebenen Verfahren
hergestellt.
Die Stangen wurden ohne ungekerbt mit einer Instron Model 4204 mechanischen
Testmaschine mit einer 4-Punkt-Biege-Aufspannvorrichtung mit einer Stützspanne
von 7,62 cm (3''), einer Lastspanne von 2,54 cm (1'') und bei einer Belastungsrate
von 0,127 (0,05'') pro Minute Kreuzkopfgeschwindigkeit getestet. Proben mit einem
Gehalt an gebrannter Bindung im Bereich von 10 Gew.% bis 30 Gew.% der Schleifmittelstange
wurden eingesetzt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle &Pgr; und in 2
wie folgt dargestellt:
Tabelle IIErgebnisse FestigkeitBruchmodul vs. Gehalt an gebrannter Bindung
Beispiel 2
Schmelzkorund-Schleifscheiben wurden für das Testen unter kommerziellen
Betriebsbedingungen hergestellt, um die neue Bindung mit Nortons Standardbindung
bei formhaltenden Produktionsanwendungen zu vergleichen. Die neue Bindung hatte
die gleiche Zusammensetzung wie Beispiel 1, mit der Ausnahme, dass sie kein Cobaltaluminatspinell-Keramikpigment
enthielt (d.h., die Bindung war ein klares Glas). Die Bindung wurde durch Trockenmischen
der Rohstoffe in Nortons Produktionsstätte mittels Standard-Produktionsbedingungen
hergestellt. Die Schleifmittelmischung bestand aus 85,8 Gew.% aus Schleifmittel
mit der Korngröße 100 (bestehend aus einer Mischung aus 50% kommerziellem
braunem Schmelz-Al2O3 und 50% weißem Schmelz-Al2O3),
10,5 Gew.% Bindung, 1,41 Gew.% Dextrin, 1,70 Gew.% flüssiger Glutinleim, 0,47
Gew.% Wasser und 0,13 Gew.% Ethylenglykol. Aus dieser Mischung wurden 20 –
0,635 × 2,54 × 29,84 cm (1/4 × 1 × 11 – 3/4'') Scheiben
mit einer Presskörperdichte von 2,182 g/cm3 geformt. Die Scheiben
wurden in einem periodischen Ofen ausgehend von Raumtemperatur mit 20°C pro
Stunde auf 1000°C erhitzt; für 8 Stunden dort gehalten und dann auf Raumtemperatur
abgesenkt.
Außerdem wurden Scheifscheiben aus Nortons kommerzieller Standardbindung
durch Trockenmischen der Rohstoffe in Nortons Produktionsstätte mittels Standard-Produktionsbedingungen
hergestellt. Die Bindung wurde mit einer Schleifmittelmischung vermischt. Die Schleifmittelmischung
bestand aus 85,5 Gew.% des gleichen Schleifmittels mit der Korngröße 100,
das in der Scheibe mit der neuen Bindung eingesetzt wurde, 10,83 Gew.% Bindung,
1,84 Gew.% Dextrin, 1,73 Gew.% Wasser und 0,09 Gew.% Ethylenglykol. Die Standardscheibe
enthielt geringfügig mehr gebranntes Bindungsglas (11,15 Gew.%) als die experimentelle
Scheibe (10,46 Gew.%).
Die Scheiben wurden unter Anwendung eines Produktionszyklus mit einer
Brenneinziehtemperatur von 1225°C gebrannt.
Die Schleifscheiben wurden durch nasses Außendurchmesser-Rundschleifen
von Kugellager-Innenlaufringen mit einem kommerziellen Kugellagerlaufbahnschleifer
getestet. Die Kugellagerlaufbahnen waren aus 52100 Kugellagerstahl hergestellt,
der auf Rc 58–60 gehärtet wurde.
Die Schleifschnitttiefe betrug 0,127 cm (0,005'') beim Vorschleifen
und 0,0051 cm (0,002'') beim Feinschleifen jeder Kugellagerlaufbahn. Die Schleifbedingungen
schlossen eine Scheibengeschwindigkeit von 3660 smpm (12.000 sfpm), kommerzielles
Synthetiköl-Kühlschmiermittel mit einer Konzentration von 5% in Wasser
und eine kommerzielle revers plattierte 60/80 Mesh Diamantrollenabrichtvorrichtungung
ein. Ergebnisse um Teile innerhalb von Maßtoleranzen und Oberflächengütetoleranzen
(4 bis 6 RMS) zu erreichen, waren:
Tabelle III
Somit resultierten die Verringerung der Abrichtkompensation um die
Hälfte und die Verdreifachung der Stückzahl pro Abrichtintervall in einer
sechsfachen (d.h., verdoppelte Schleifscheiben-Laufzeit × verdreifachte Stückzahl
pro Abrichtintervall) Verbesserung der Leistungsfähigkeit der experimentell
hergestellten Bindung, wenn Aluminiumoxid-Schleifmittel verwendet wurde.
Beispiel 3
Schleifscheiben wurden zum Testen und Vergleichen der Verschleißfläche
und des radialen Verschleißes der neuen Bindung mit Nortons Standardbindung
für beimpfte Sol-Gel-Schleifmittel hergestellt. Die neue Bindung hatte die
gleiche Zusammensetzung wie die neue Bindung, die in Beispiel 1 verwendet wurde.
Die Bindung wurde durch Trockenmischen der Rohstoffe in Nortons kommerzieller Produktionsstätte
zur Bindungsmischung hergestellt. Die Bindung wurde in ein Schleifmittelgemisch
gemischt. Das Schleifmittelgemisch bestand aus 83,53 Gew.% Schleifmittel (bestehend
aus einer Mischung aus 75 Gew.% Korngröße 70 und 25 Gew.% Korngöße
80 hochreinem Einkristall-Schmelzkorund), 12,61 Gew.% Bindung, 0,84 Gew.% Dextrin,
2,25 Gew.% flüssigem Glutinleim, 0,65 Gew.% Wasser und 0,13 Gew.% Ethylenglykol.
Diese Mischung wurde in 0,159 × 1,47 × 12,76 cm (10'' – 3/16''
× 0,580'' × 5,025'') Scheiben mit einer Presskörperdichte von 2,333
g/cc geformt. Die Scheiben wurden im Rohzustand unter folgenden Bedingungen in einem
periodischen Ofen gebrannt: Mit 40°C pro Stunde wurde die Temperatur von Raumtemperatur
auf 1000°C gebracht; über 8 Stunden bei dieser Temperatur gehalten und
anschließend auf Raumtemperatur abgesenkt. Außerdem wurden Schleifscheiben
aus Nortons kommerzieller Standardbindung durch Trockenmischen der Rohstoffe in
der Nortons Produktionsstätte unter Standard-Produktionsbedingungen hergestellt.
Die Bindung wurde mit einer Schleifmittelmischung vermischt. Die Schleifmittelmischung
bestand aus 87,05 Gew.% Schleifmittel (bestehend aus einer Mischung aus 50 Gew.%
Korngröße 70 und 50 Gew.% Korngröße 80 hochreinem Einkristall-Schmelzkorund),
14,28 Gew.% Bindung, 0,52 Gew.% Dextrin, 1,71 Gew.% einer Mischung (die Mischung
bestehend aus 40 Gew.% flüssigem Glutinleim, 30 Gew.% pulverisierter Hydroxybernsteinsäure
und 30 Gew.% Wasser). Diese Mischung wurde zu 0,159 × 1,47 × 12,76 cm
(10'' – 3/16'' × 0,580'' × 5,025'') Scheiben mit einer Presskörperdichte
von 2,333 g/cc geformt. Diese Standardscheibe wurde zum Kopieren der Versuchscheibe
relativ zu einer Zusammensetzung von 87,5 Gew.% Schleifmittel und 12,5 Gew.% Glass
gestaltet. Die Scheiben wurden gebrannt, indem ein Produktionszyklus mit einer Brenneinziehtemperatur
von 900°C benutzt wurde. Die Schleifscheiben wurden im Nass-Rund-Einstechschleifen
mit einem Brynat Lectraline LL3 I.D./O.D. (Innendurchmesser/Aussendurchmesser) (10
Pferdestärken) Schleifemaschine mit den in der Spezifikation aufgeführten
Bedingungen getestet. Die Ergebnisse zeigen eine verbesserte Kantenfestigkeit und
werden in den Tabellen IV und V wie folgt dargestellt: Tabelle IVRadialer Einstechvorschub vs. Verschleißfläche cm2
(Inch2)Verschleißfläche cm2 (Inch2)
Tabelle VRadialer Einstechvorschub vs. Radialen Verschleiß cm (Inch)Radialer Verschleiß cm (Inch)
Es ist selbstverständlich, dass sich den Fachleuten eine Vielzahl
von Modifikationen erschließen und durch diese ausführbar sind, ohne den
Umfang und das Wessen der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Dementsprechend ist
es nicht beabsichtigt, dass der Schutzumfang der anhängenden Ansprüche
ausschließlich auf die vorhergehenden Beschreibungen eingeschränkt wird,
sondern dass vielmehr die Ansprüche so ausgelegt werden, dass sie alle Merkmale
patentierfähiger Neuheit, die der vorliegenden Erfindung innewohnen, einschließlich
aller Merkmale, die von den Fachleuten auf dem Gebiet der Erfindung als Äquivalente
angesehen werden würden, umfassen.
Anspruch[de]
Eine Schleifscheibe umfassend 34 bis 56 vol.% eines Schleifmittels bestehend
aus 5 bis 100 vol.% eines Aluminiumoxid Schleifmittels, 0 bis 95 vol.% eines oder
mehrerer sekundärer Schleifmittel und einer keramischen Bindung, wobei die
keramische Bindung nach dem Brennen 52 bis 62 Gew.% SiO2, 12 bis 16 Gew.%
Al2O3, 0,05 bis 2,5 Gew.% K2O, 2,0 bis 10,0 Gew.%
Li2O und 9 bis 16 Gew.% B2O3 umfasst, wobei das
Aluminiumoxid-Schleifmittel aus Schmelzkorund-Schleifmittel besteht, und die sekundäre
Schleifmittel ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Siliziumcarbid,
kubischem Bornitrid, Diamant, Flint, Granat und Hohlkugelaluminiumoxid.Schleifscheibe gemäß Anspruch 1, wobei das Aluminiumoxid eine
Mischung aus braunem und weißem Schmelzkorund darstellt.Schleifscheibe gemäß Anspruch 2, wobei die Scheibe 40 bis
54 vol.% Aluminiumoxid-Schleifmittel umfasst.Schleifscheibe gemäß Anspruch 1, wobei die Schleifscheibe
3 bis 25 vol.% einer keramischen Bindung umfasst.Schleifscheibe gemäß Anspruch 1, wobei die keramische Bindung
nach dem Brennen 54 bis 60 Gew.% SiO2 und 13 bis 15 Gew.% Al2O3
umfasst.Verwendung einer keramischen Bindung in einer Schleifscheibe umfassend
34 bis 56 vol.% eines Schleifmittels bestehend aus 5 bis 100 vol.% eines Aluminiumoxid-Schleifmittels
und 0 bis 95 vol.% eines sekundären Schleifmittels, ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Siliziumcarbid, kubischem Bornitrid, Diamant, Flint, Granat
und Hohlkugelaluminiumoxid, wobei die keramischen Bindung nach dem Brennen 52 bis
62 Gew.% SiO2, 12 bis 16 Gew.% Al2O3, 0,05 bis
2,5 Gew.% K2O, 2,0 bis 10,0 Gew.% Li2O und 9 bis 16 Gew.%
B2O3 umfasst, und das Aluminiumoxid-Schleifmittel aus Schmelzkorund-Schleifmittel
besteht.