Diese Anmeldung beruht auf der provisorischen US-Patentanmeldung,
Serien-Nr. 60/035308, eingereicht am 22. Januar 1997, welche durch diesen Hinweis
in die vorliegende Beschreibung einbezogen ist.
Diese Erfindung wurde mit staatlicher Unterstützung unter den
Ziffern DAO1457, DA07274, DA00255 und DA00198 des National Institute on Drug Abuse
entwickelt. Die Regierung der Vereinigten Staaten kann über bestimmte Rechte
daran verfügen.
GEBIET DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft die Behandlung von Schmerz und
die Toleranz und körperliche Abhängigkeit, die mit der wiederholten Verwendung
von Opioiden gegen Schmerz verbunden ist, unter Verwendung von d-Methadon. Zusätzlich
betrifft die vorliegende Erfindung die Behandlung von Toleranz, körperlicher
Abhängigkeit und/oder Verlangen, die mit narkotischer Sucht verbunden sind,
unter Verwendung von d-Methadon.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Toleranz und körperliche Abhängigkeit sind vorhersehbare
Folgen der chronischen Verabreichung von Morphin und morphinartigen Opioiden. Diese
pharmakologischen Eigenschaften von Opioiden sind sowohl für die Opioidsüchtigen
als auch den Schmerzpatienten unerwünscht. Bei der Opioidsucht führt die
Toleranz auf die Stimmungseffekte eines Opioids zu einer schnellen Dosiseskalation.
Weiterhin ist ein Entzug ein starker Stimulus, der drogensuchendes Verhalten erzeugt.
Für den Schmerzpatienten erfordert die Toleranz auf Opioidanalgetika eine Dosiseskalation,
was eine Erhöhung der negativen Wirkungen ergeben kann (Inturrisi, C. E. "Opioid
Analgesic Therapy in Cancer Pain", Advances in Pain Research and Therapy, (K. M.
Foley, J. J. Bonica und V. Ventafridda, Eds.) Seiten 133–154, Raven Press,
New York (1990) ("Inturrisi")). Der Entwicklung von körperlicher Abhängigkeit
ist sowohl der Schmerzpatient als auch der Opioidsüchtige ausgesetzt mit dem
Risiko des Entzugsyndroms, wenn die Opioidverabreichung abrupt unterbrochen wird
oder ein Opioidantagonist versehentlich verabreicht wird (Inturrisi). Somit würden
Nicht-Opioid-Arzneistoffe, die die Opioidtoleranz und körperliche Abhängigkeit
schwächen und/oder umkehren könnten, ein nützliches Hilfsmittel bei
der Schmerzhandhabung sein. Diese gleichen Arzneistoffe könnten bei der Opioidsucht
verwendet werden, um bei der Opioiddetoxifizierung und während des Haltens
der Behandlung durch Vermindern oder Beseitigen von Entzugssymptomen zu unterstützen.
Weiterhin könnten Nicht-Opioid-Arzneistoffe, die die Toleranz und Abhängigkeit
modulieren, ohne Verändern der analgetischen Wirkungen von Opioiden ein wichtiges
neues Werkzeug bereitstellen, mit dem die biochemischen und molekularen Mechanismen
von Opioidanalgetika, Verlangen, Toleranz und körperliche Abhängigkeit,
zu untersuchen sind. Somit kann ein starkes Argument für die vorklinische pharmakologische
Bewertung von Nicht-Opioid-Modulatoren von Opioidtoleranz und/oder -abhängigkeit
bei sowohl „analgetischen" als auch „Drogenentzugsmodellsystemen"
geschaffen werden.
Jüngste Untersuchungen (Trujillo et al., "Inhibition of Morphine
Tolerance and Dependence by the NMDA Receptor Antagonist MK-801", Science, 251:
85–7 (1991) ("Trujillo"); Marek et al., "Excitatory Amino Acid Antagonists
(Kynurenic Acid and MK-801) Attenuate the Development of Morphine Tolerance in the
Rat", Brain Res., 547: 77–81 (1991); Tiseo et al., "Attenuation and Reversal
of Morphine Tolerance by the Competitive N-methyl-D-aspartate Receptor Antagonist,
LY274614", J. Pharmacol. Exp. Ther., 264: 1090–96 (1993) ("Tiseo I"); Kolesnikov
et al., "Blockade of mu and kappa, Opioid Analgesic Tolerance by NPC177442, a Novel
NMDA antagonist", Life Sci., 53: 1489–94 (1993); Kolesnikov et al., "Blockade
of Tolerance to Morphine but not to &kgr; Opioids by a Nitric oxide Synthase Inhibitor",
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 90: 5162–66 (1993); Tiseo et al., "Modulation
of Morphine Tolerance by the Competitive N-methyl-D-aspartate Receptor Antagonist
LY274614: Assessment of Opioid Receptor Changes", J. Pharmacol. Exp. Ther., 268:
195–201 (1994) ("Tiseo II"); Elliott et al., "The NMDA Receptor Antagonists,
LY274614 and MK-801, and the Nitric Oxide Synthase Inhibitor, NG-Nitro-L-arginine,
Attenuate Analgesic Tolerance to the Mu-Opioid Morphine but not to Kappa Opioids",
Pain, 56: 69–75 (1994) ("Elliott I"); Elliott et al., "Dextromethorphan Attenuates
and Reverses Analgesic Tolerance to Morphine", Pain, 59: 361–368 (1994) ("Elliott
II); Inturrisi, C. E., "NMDA Receptors, Nitric Oxide, and Opioid Tolerance", Reg.
Peptides, 54: 129–30 (1994) haben gezeigt, dass das exzitatorische Aminosäure
("EAA")-Rezeptorsystem und das Stickoxid („NO")-System in Morphintoleranz
und -abhängigkeit einbezogen sind. Seit den 1980ern wurden EAAs, einschließlich
Glutamat und Aspartat, als Neurotransmitter in dem vertebraten zentralen Nervensystem
(„CNS") identifiziert. Ein wichtiger Aspekt von einem EAA, N-Methyl-D-aspartat
("NMDA"), ist, dass es einen unterscheidbaren Membrankanal öffnet, gekennzeichnet
durch Spannungsabhängigkeits-Mg2+-Blockade und hohe Durchlässigkeit für
Calciumionen. Physiologisches Ansteigen in intrazellulärem
Calcium anschließend an Rezeptoraktivierung kann eine Vielzahl von metabolischen
Veränderungen in der Zelle starten, einschließlich einer Calciumcalmodulin-vermittelten
Aktivierung von Stickoxidsynthase („NOS"), was zu der Erzeugung von NO (Bredt
et al., „Nitric Oxide a Novel Neuronal Messenger", Neuron, 8: 3–11
(1992)) führt. Die Aktivierung von NMDA-Rezeptoren kann auch die Expression
von zellulären regulatorischen Genen, wie C-fos, verändern (Bading et
al., „Regulation of Gene Expression in Hippocampal Neurons by Distinct Calcium
Signaling Pathways", Science, 260: 181–86 (1993); Rasmussen et al., „NMDA
Antagonists and Clonidine Block C-fos Expression During Morphine Withdrawal", Synapse,
20: 68–74 (1995)). Jedoch sind starke und längere Erhöhungen im
intrazellulären Calcium wie jene, die aus der exzessiven NMDA-Rezeptorstimulierung
stattfinden, für die Zelle toxisch. Die Stimulierung von EAA/NMDA-Rezeptoren
kann die pathophysiologische Basis für neuronale Degeneration bei akuten oder
chronischen Zuständen darstellen (Meldrum et al., „Excitatory Amino
Acid Neurotoxicity and Neurodegenerative Disease", in: Lodge D., Collingridge L.
(Hrsg.), Trends in Pharmacological Sciences: The Pharmacology of Excitatory Amino
Acids, A Special Report, Cambridge, GB, Elsevier, Seiten 54–62 (1991)). Somit
geben EAA-Rezeptoranta-gonisten, insbesondere NMDA-Rezeptorantagonisten, ein Hauptgebiet
der Arzneistoffentwicklung wieder.
Insbesondere haben jüngste Untersuchungen gezeigt, dass die gemeinsame
Verabreichung von NMDA-Rezeptorantagonisten die Entwicklung der Toleranz auf die
analgetischen Effekte von Morphin bei Nagern mildert oder umkehrt (Marek et al.,
„Delayed Application of MK-801 Attenuates Development of Morphine Tolerance
in the Rat", Brain Res., 548: 77–81 (1991) („Marek"); Trujillo; Tiseo
I; Tiseo II, Elliott I; Elliott II). Marek erörtert die Rolle von MK-801, einem
NMDA-Rezeptorantagonisten oder Blocker beim Vermindern von Morphinabhängigkeit
bei Labortieren. Jedoch wurde von MK-801 gefunden, dass es toxisch ist und deshalb
zur pharmazeutischen Anwendung ungeeignet ist. NMDA-Rezeptorantagonisten, die gegenwärtig
zur klinischen Verwendung verfügbar sind, schließen Ketamin, Dextromethorphan
und Memantin ein. Die Anwendbarkeit von Ketamin ist begrenzt, weil es nur zur Verwendung
durch Injektion verfügbar ist und üblicherweise tiefe psychotomiemetrische
als auch andere unerwünschte Wirkungen bei Dosen, die für analgetische
Effekte erforderlich sind, erzeugt. Die Anwendung von Dextromethorphan ist begrenzt,
weil Patienten mit einer genetisch-determinierten Abwesenheit von Cytochrom P-4502D6
(das Leberarzneistoff-metabolisierende Enzym) die Erhöhung der Dosis nicht
tolerieren können. Dextromethorphan ist auch Gegenstand von Arzneistoffuntersuchungen
von üblicherweise verwendeten Arzneistoffen, die seine Wirksamkeit und Nebenwirkungsprofil
beeinflussen können. Weiterhin wird Dextromethorphan schnell aus dem Körper
entfernt, was die häufige Verabreichung erfordert. Memantin, ein Arzneistoff,
der für Bewegungsstörungen verwendet wird, ist gegenwärtig unter
klinischer Untersuchung und sein therapeutisches Verhältnis muss bestimmt werden.
Choi et al., "Opioids and Non-Opioid Enantiomers Selectively attenuate
NMDA Neurotoxicity on Cortical Neurons", European Journal of Pharmacology, 15927–35
(1998), schlagen vor, dass Opioid und Nicht-Opioid-Enantiomere von Opioiden einen
therapeutischen Ansatz von Krankheitszuständen, die NMDA-Rezeptor-vermittelte
Neurotoxizität beinhalten, bereitstellen könnten. Gorman et al., "Both
d- and l-methadone bind to the NMDA receptor", Society for Neuroscience Abstracts,
22: 63 (1996), offenbaren, dass beide Isomere von racemischem Methadon moderate
Affinität für den NMDA-Rezeptor zeigen, im Gegensatz zu L-Morphin, Hydromorphon
oder Naltrexon. Kristensen et al., "Stereoselective Pharmacokinetics of Methadone
in Chronic Pain Patients", Ther. Drug. Monit., 18: 221–227, (1996), beschreiben
die Behandlung von Patienten mit chronischem Schmerz unter Verwendung von racemischem
Methadon. US-5 502 058 offenbart die Behandlung von Schmerz mit NMDA-Rezeptorantagonisten.
US 5 556 838 und EP
0 608 893 offenbaren die Behandlung von Arzneistoffsucht mit Substanzen,
die NMDA-Rezeptoren blockieren.
Wie Morphin bindet Methadon vorzugsweise den mu-Typ des Opioidrezeptors
(Neil, A., „Affinities of Some Common Opioid Analgesics Towards Four Binding
Sites in Mouse Brain", Naunyn-Schmiedeberg's Arch. Pharmacol., 328: 24–9
(1984)) und erzeugt Verhaltenswirkungen ähnlich zu Morphin bei Nagern und Menschen
(Olsen, G.D. et al. „Clinical Effects and Pharmacokinetics of Racemic Methadone
and its Optional Isomers", Clin. Pharmacol. Ther., 21: 147–157 (1976) ("Olsen");
Smits et al., "Some Comparative Effects of Racemic Methadone and Its Optical Isomers
in Rodents", Res. Commun. Chem. Pathol Pharmacol. 7: 651–662 (1974) ("Smits")).
Die klinisch verfügbare und üblicherweise verwendete Form von Methadon
ist das racemische Gemisch (d,l-Methadon). Das l-Isomer ist für die Opioideigenschaften
verantwortlich, während das d-Isomer als ein Opioid schwach und inaktiv ist
(Horng et al., „The Binding of the Optical Isomers of Methadone, a-Methadol,
A-Acetylmethadol and Their N-demethylated Derivatives to the Opiate Receptors of
Rat Brain", Res. Commun. Chem. Pathol. Pharmacol., 14: 621–29 (1976) ("Horng")).
d-Methadon erzeugt nicht opioidartige Lokomotorwirksamkeit bei Mäusen (Smits),
ist inaktiv nach intranventrikulärer Verabreichung bei Ratten (Ingoglia et
al., "Localization of d- and l-methadone after Intraventricular Injection into Rat
Brain", J. Pharmacol. Exp. Ther., 175: 84–87 (1970)) und ist 50-mal weniger
analgetisch potent bei Menschen als l-Methadon (Olsen). Weiterhin hat l-Methadon
eine 30-fach stärkere Fähigkeit, [3H]-Naloxon zu binden als
d-Methadon anzuzeigen (Horng). Somit werden die analgetischen Opioideigenschaften
von dl-Methadon für l-Methadon (Olsen) bewertet. Die Verwendung von dl-Methadon
wurde nicht untersucht.
Die vorliegende Erfindung ist auf das Überwinden dieser Mängel
gerichtet.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1A ist eine repräsentative Kurve für die
Verdrängung von 5 nM [3H]MK-801 durch ausgewählte Opioide und
Dextromethorphan (1 bis 100 &mgr;M) in Rattenvorderhirnmembranen. Spezifisches
Binden war ungefähr 75 % vom Gesamtbinden. 1B
ist eine repräsentative Kurve für die Verdrängung von 5 nM [3H]MK-801
durch dl-Methadon, dessen d- und l-Isomeren und Dextromethorphan (0,1 bis 300 &mgr;M)
bei Rattenwirbelsäulenmembranen. Spezifisches Binden war ungefähr 55 %
von dem Gesamtbinden.
2 zeigt eine Dosis-Reaktions-Kurve für intrathecales
('IT'') l- und d-Methadon in dem Rattenschwanzschlagetest. l-Methadon erzeugte dosisabhängige
Antinocizeption (Analgesie) mit einem ED50-Wert von 15,6 &mgr;g/Ratte
(7,0–29,8 &mgr;g, 95 % Cl). d-Methadon erzeugte keine antinoceptiven Wirkungen
bei Dosen, die im Bereich von 20 bis 460 &mgr;m/Ratte liegen.
3 zeigt, dass Naloxon die antinocizeptiven (analgetischen)
Wirkungen von intrathecalem (''IT') l-Methadon bei dem Rattenschwanzschlagetest
blockiert. l-Methadon bei 80 &mgr;m/Ratte, l-Methadon bei 80 &mgr;g/Ratte +
Naloxon bei 30 &mgr;g/Ratte oder Naloxon bei 30 &mgr;g/Ratte wurden an Ratten
verabreicht (IT) und Schwanzschlagelatenzen wurden vor und bei 15, 30, 45, 60 und
75 Minuten nach Arzneistoffverabreichung gemessen. Der Prozentsatz an analgetischen
Reaktionen wurde für jede Gruppe bestimmt.
4A–B zeigen, dass intrathecal (IT) d-Methadon
dosisabhängig formalininduziertes Schreckverhalten während Phase 2 der
Formalinreaktion vermindert. d-Methadon bei einer IT-Dosis von 32, 160 oder 320
&mgr;g/Ratte oder Salzlösung (0 &mgr;g/Ratte) wurden an Ratten 15 Minuten
vor der intraplanaren Injektion von 50 &mgr;l 5 %igem Formalin verabreicht.
4A zeigt die Anzahl an Erschreckungen (Mittelwert ±
S.E.M.), beobachtet während Phase 1 (0–10 Minuten nach Formalin);
4B zeigt die Anzahl an Erschreckungen (Durchschnitt
+ S.E.M.), beobachtet während Phase 2 (10–60 Minuten nach Formalin).
*Signifikanter Unterschied (P < 0,05) von der Salzlösung (0 &mgr;g)-Behandlungsgruppe.
5 zeigt, dass die antinocizeptiven Wirkungen von intrathecalem
(IT) d-Methadon in dem Formalintest nicht durch Naloxon umgekehrt werden. d-Methadon
bei 250 &mgr;g/Ratte wurde IT mit oder ohne die gleichzeitige Verabreichung von
Naloxon bei 30 &mgr;g/Ratte 15 Minuten vor der intraplantaren Injektion von Formalin
verabreicht. Kein Unterschied wurde zwischen den zwei arzneistoffbehandelten Gruppen
in der Anzahl an Erschreckungen, die während Phase 2 auftreten, beobachtet.
Beide arzneistoffbehandelten Gruppen waren signifikant verschieden (*P < 0,05)
von der Salzlösungsbehandlungsgruppe.
KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer Substanz,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus d-Methadon, d-Methadol, d-&agr;-Acetylmethadol,
l-&agr;-Acetylmethadol, d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol, pharmazeutisch
verträglichen Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung eines Medikaments
für die Behandlung von Schmerz bei einem Patienten mit einem NMDA-Rezeptor.
Die Substanz kann einzeln oder in Kombination mit anderen schmerzlindernden Substanzen
verwendet werden.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung
einer Substanz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus d-Methadon, d-Methadol,
d-&agr;-Acetylmethadol, l-&agr;-Acetylmethadol, d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol,
pharmazeutisch verträglichen Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung
eines Medikaments für die Behandelung von Sucht auf eine narkotische oder Suchtsubstanz
bei einem Patienten mit einem NMDA-Rezeptor.
Die vorliegende Erfindung stellt eine sichere und wirksame Behandlung
von Schmerz und narkotischer Toleranz und körperlicher Abhängigkeit bereit.
d-Methadon ist weder Gegenstand der genetischen oder Arzneistoffwechselwirkungen
von Dextromethorphan, noch scheint es psychotomiemetrische Effekte zu erzeugen.
Weiterhin hat d-Methadon, falls als Teil eines racemischen Gemisches angewendet,
eine lange Sicherheitshistorie. Auch hat d-Methadon eine viel längere Entfernungshalbwertszeit
(ungefähr 24 Stunden) als andere klinisch verfügbare NMDA-Rezeptorantagonisten.
Deshalb kann d-Methadon in Kombination mit den länger wirkenden Formen von
Opioiden, wie Morphin oder Oxycodon, verwendet werden, um ein zweckmäßiges Dosierungsschema
für ein- oder zweimal am Tag bereitzustellen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG IM EINZELNEN
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung einer Substanz,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus d-Methadon, d-Methadol, d-&agr;-Acetylmethadol,
l-&agr;-Acetylmethadol, d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol, pharmazeutisch
verträglichen Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung eines Medikaments
für die Behandlung von Schmerz bei einem Patienten mit einem NMDA-Rezeptor.
Die Substanz kann einzeln oder in Kombination mit anderen schmerzlindernden
Substanzen verwendet werden.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft die Verwendung
einer Substanz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus d-Methadon, d-Methadol,
d-&agr;-Acetylmethadol, l-&agr;-Acetylmethadol, d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol,
pharmazeutisch verträglichen Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung
eines Medikaments für die Behandlung von Sucht auf eine narkotische oder Suchtsubstanz
bei einem Patienten mit einem NMDA-Rezeptor.
Die vorliegende Erfindung wird durch eine Erörterung von Rezeptoren
und Signalleitungswegen am besten verständlich. Zellen bei höheren Lebewesen
kommunizieren normalerweise mithilfe von Hunderten von Arten extrazellulären
signalgebenden Molekülen, einschließlich Proteine, kleiner Peptide, Aminosäuren,
Nukleotide, Steroide, Retinoide, Fettsäurederivate und auch gelöste Gase,
wie Stickoxid und Kohlenmonoxid. Diese signalgebenden Moleküle geben ein „Signal"
zu einer weiteren Zelle (einer „Zielzelle"), die im Allgemeinen eine Zellfunktion
beeinflusst. Rezeptoren für extrazelluläre signalgebende Moleküle
werden insgesamt als „zellsignalgebende Rezeptoren" bezeichnet.
Viele zellsignalgebende Rezeptoren sind Transmembranproteine auf einer
Zelloberfläche; wenn sie ein ein extrazelluläres Signal gebendes Molekül
(einen Liganden) binden, werden sie aktiviert, um eine Kaskade von intrazellulären
Signalen zu erzeugen, die das Verhalten der Zelle verändern. Im Gegensatz dazu
sind in einigen Fällen die Rezeptoren innerhalb der Zelle und der signalgebende
Ligand muss in die Zelle eindringen, um sie zu aktivieren; diese signalgebenden
Moleküle müssen deshalb ausreichend klein und hydrophob sein, um über
die Plasmamembran der Zelle zu diffundieren.
Zusätzlich zu dem Ligandenbinden an die Rezeptoren können
die Rezeptoren blockiert werden, um Ligandenbinden zu verhindern. Wenn eine Substanz
an einen Rezeptor bindet, passt die dreidimensionale Struktur der Substanz in einen
Raum, der durch die dreidimensionale Struktur des Rezeptors in einer Kugel- oder
Fassungskonfiguration erzeugt wurde. Je besser die Kugel in die Fassung passt, umso
fester wird sie gehalten. Dieses Phänomen wird Affinität genannt. Wenn
die Affinität einer Substanz größer als der ursprüngliche Ligand
ist, wird sie den Liganden vervollständigen und die Bindungsstelle häufiger
binden. Einmal gebunden, können Signale durch den Rezeptor in die Zellen gesendet
werden, was die Zelle veranlasst, in gewisser Weise zu reagieren. Dies wird Aktivierung
genannt. Bei Aktivierung reguliert der aktivierte Rezeptor dann direkt die Transkription
von spezifischen Genen. Jedoch die Substanz und der Rezeptor müssen bestimmte
Eigenschaften, die von der Affinität verschieden sind, aufweisen, um die Zelle
zu aktivieren. Chemische Bindungen zwischen den Atomen der Substanz und den Atomen
der Rezeptoren müssen gebildet werden, in einigen Fällen führt dies
zu einer leichten Veränderung in der Konfiguration des Rezeptors, was ausreichend
ist, um das Aktivierungsverfahren zu beginnen (genannt Signalweiterleitung). Im
Ergebnis können Substanzen hergestellt werden, die Rezeptoren binden und dieselben
aktivieren (genannt Rezeptoragonisten) oder dieselben inaktivieren (genannt Rezeptorantagonisten).
Der N-Methyl-D-aspartat ("NMDA")-Rezeptorkomplex spielt wichtige Rollen
in zahlreichen Verfahren des zentralen Nervensystems („CNS") einschließlich
Gedächtnis und Langzeitpotenzierung, Regulierung von neuronaler Degeneration
und Schutz gegen exzitotoxische Schädigung (Monaghan et al., „The Excitatory
Amino Acid Receptors: Their Classes, Pharmacology, and Distinct Properties in the
Function of the Central Nervous System", Annu. Rev. Pharmacol. Toxicol., 29: 365–402
(1989), ist hierin durch Hinweis einbezogen). NMDA-Rezeptoren scheinen in das Verarbeiten
von nocizeptiver Information auch einbezogen zu sein (Dickenson, A.H., et al. „Dextromethorphan
and Levorphanol are Dorsal Horn Nociceptive Neurones in the Rat", Neuropharmacology,
30: 1303–1308 (1991)). Zusätzlich haben jüngste Untersuchungen
gezeigt, dass NMDA-Rezeptorantagonisten die Entwicklung der Toleranz zu dem mu-Opioidmorphin
ohne Verändern der analgetischen Eigenschaften von Morphin mildern und umkehren
(Elliott et al., „N-methyl-D-aspartate (NMDA) Receptors Mu and Kappa Opioid
Tolerance, and Perspectives on New Analgesic Drug Development", Neuropsychopharmacology,
13: 347–356 (1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist).
Ebert, et al., "Ketobemidone, Methadone, and Pethidine are Non-Competitive
Antagonists in the Rat Cortex and Spinal Cord", Neurosci. Lett., 187: 165–68
(1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist), haben berichtet, dass racemisches
Methadon niedrige &mgr;m-Affinität für den NMDA-Rezeptor in cortikalen
Rattenmembranen besitzt und NMDA-induzierte Depolymerisation in vitro in der Wirbelsäule
der Ratte und corticalen Keilzubereitungen vermindert. Im Gegensatz zu diesem Auffinden
hat die vorliegende Erfindung herausgefunden, dass sowohl die d- als auch l-Isomeren
von Methadon an die nicht kompetitive (MK-801)-Stelle an dem NMDA-Rezeptor binden
können (Gorman et al., „The d- and I-Isomers of Methadone Bind to the
Non-Competitive Site on the N-methyl-D-aspartate (NMDA) Receptor in Rat Forebrain
and Spinal Cord", Neurosci. Lett., 223: 5–8 (1997), das hierin durch Hinweis
einbezogen ist) im Rattenvorderhirn und Wirbelsäulenmembranen mit einer Affinität
ungefähr gleich zu jener von Dextromethorphan, einem etablierten NMDR-Rezeptorantagonisten
(Elliott, et al., „Dextromethorphan Suppresses Both Formalin-Induced Nociceptive
Behavior and the Formalin-Induced Increase in Spinal Cord C-fos mRNA", Pain, 61:
401–09 (1995), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Obwohl nicht an
Theorie gebunden sein zu wollen, wird angenommen, dass d-Methadon in einer ähnlichen
Weise zur Behandlung von Schmerz und zur Behandlung von körperlichen Abhängigkeiten
von einer und Toleranz auf eine narkotische Substanz wirkt.
Somit kann d-Methadon, wenn an eine Person in einer wirksamen Menge
verabreicht, an einen NMDA-Rezeptor der Person binden und blockieren. Vorzugsweise
ist der NMDA-Rezeptor in den zentralen und peripheren Nervensystemen angeordnet.
Das zentrale Nervensystem schließt das Hirn und die Wirbelsäule ein, während
das periphere Nervensystem sensorische Neuronen (periphere Nocizeptoren), Nerven
und deren zentrales Ende in der dorsalen Wirbelsäule einschließt. Vorzugsweise
sind die NMDA-Rezeptoren an den zentralen präsynaptischen Enden von sensorischen
Neuronen und an postsynaptischen Stellen der Wirbelsäule und im Hirn angeordnet.
Also schließt die vorliegende Erfindung alle Lebewesen, Säuger sind bevorzugt,
wobei Menschen besonders bevorzugt sind, ein.
Obwohl d-Methadon bevorzugt ist, sind andere Substanzen, die den NMDA-Rezeptor
blockieren und als solche bei der Ausführung der vorliegenden Erfindung verwendbar
sind, die d-Isomeren von Analogen von d-Methadon, wie d-Methadol, d-&agr;-Acetylmethadol
und d-&agr;-Normethadol, Gemische davon und pharmazeutisch verträgliche Salze
davon. Zusätzlich sind l-Isomere von Analogen von Methadon, wie l-&agr;-Acetylmethadol
und l-&agr;-Normethadol, Gemische davon und pharmazeutisch verträgliche Salze
davon bei der Ausführung der vorliegenden Erfindung verwendbar.
Der NMDA-Rezeptor spielt eine wichtige Rolle bei der Schmerztransmission
durch Modulieren von sowohl "Aufwickeln", einem physiologischen Phänomen, bei
den Wirbelsäulenneuronen anormal aktiv werden nach wiederholter C-Faserstimulierung
(Dickenson, et al., „Evidence for a Role of the NMDA Receptor in the Frequency
Dependent Potentiation of Deep Rat Dorsal Horn Nociceptive Neurones Following C
Fibre Stimulation", Neuropharmacology, 26: 1235–38 (1987), das hierin durch
Hinweis einbezogen ist) und zentraler Sensibilisierung, das allgemeinere Phänomen,
wodurch sensorische Neuronen die Aktivierungsschwellenwerte senken, rezeptive Feldgröße
vergrößern und bei den Nachwirkungen von der schädlichen peripheren
Stimulierung spontan feuern (Woolf, et al., „The Induction and Maintenance
of Central Sensitization is Dependent on N-methyl-D-aspartic Acid Receptor Activation;
Implications for the Treatment of Post-Injury Pain Hypersensitivity States", Pain,
44: 293–99 (1991); Dubner, et al., „Activity-Dependent Neuronal Plasticity
Following Tissue Injury and Inflammation", Trends Neurosci., 15: 96–103 (1992),
das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Die Blockierung des NMDA-Rezeptors mit
einem NMDA-Rezeptorantagonisten erzeugt Antinocizeption in einer Vielzahl von Tierschmerzmodellen.
Somit ist d-Methadon, obwohl es wenig Opioidwirksamkeit aufweist, antinocizeptiv,
weil es in vivo NMDA-Rezeptorantagonistenwirksamkeit besitzt. Weiterhin trägt
d-Methadon zu den analgetischen Wirkungen von anderen analgetischen Arzneistoffen
bei.
Die Aktivierung des NMDA-Rezeptors, einem Untertyp von exzitatorischen
Aminosäurerezeptoren, induziert eine Vielzahl von Veränderungen in der
funktionellen Aktivität von Nervenzellen und insbesondere deren Kapazität
für die Erregbarkeit oder Inhibierung beim Vorliegen einer Suchtsubstanz über
eine Erhöhung von intrazellulärer Ca++-Konzentration. Die Hauptkonsequenzen
von NMDA-Rezeptoraktivierung schließen die nachstehenden Sequenzen oder Kaskaden
von Ereignissen, die innerhalb von Nervenzellen auftreten, ein:
a) Translokation und Aktivierung von Proteinkinasen, wie Proteinkinase C →
Phosphorylierung von Substratproteinen, wie als cytosolische Enzyme, Kanalproteine,
Rezeptorproteine usw., → Veränderungen in funktioneller Aktivität;
b) Initiierung von früher Gen (C-fos, C-jun, zif-268 usw.)-Expression durch
entweder erhöhte intrazelluläre Ca++- oder Ca++-aktivierte Proteinkinasen
→ Expression von funktionellen Genen, die für die Produktion von
zellulären Enzymen verantwortlich sind (wie Proteinkinasen), Rezeptorproteine
(wie der NMDA-Rezeptor), Ionenkanalproteine (wie K+–, Na+–, Ca++-Kanäle),
Neuropeptide (wie Dynorphin), usw., → Veränderungen in funktioneller
Aktivität;
c) Ca++/Calmodulin (oder andere Ca++-Bindungsproteine)-induzierte Aktivierung
von Enzymen und andere zelluläre Komponenten → Aktivierung von Ca++/Calmodulinproteinkinasesystemen,
wie Ca++/Calmodulinkinase II → Autophosphorylierung von Enzymen (z.B. Ca++/Calmodulinkinase
II) oder anderen funktionellen Proteinen → Veränderungen in funktioneller
Aktivität;
d) Ca++/Calmodulin-induzierte Aktivierung von konstitutiver Stickoxidsynthase
sowie Induktion von induzierbarer Stickoxidsynthase → Produktion von Stickoxid
→ i) Produktion von cyclischem Guanosinmonophosphat über Aktivierung
von Guanosincyclase, die sich aus der Aktivierung von Proteinkinasen und früher
Genexpression ergibt); ii) direkte Proteinmodifizierung, wie Enzyme, Rezeptor- und/oder
Kanalproteine; iii) Lipidmembranmodifizierung und/oder Nukleinsäuremodifizierung
über Einfangen von freien Radikalen; iv) Induktion von Neurotoxizität
bei höheren Stickoxidanteilen; v) Retrogradwirkungen bei benachbarten Neuronen
oder Glialzellen, wie Erleichterung von Glutamatfreisetzung/NMDA-Rezeptoraktivierung
und/oder Inhibierung;
e) Wechselwirkungen mit dem cyclischen Adenosinmonophosphat/Proteinkinase-A-System,
das Phospholipase-C-Inosittriphosphat-Ca++/Diacylglycerinproteinkinasesystem, dem
Phospholipase-A2-Arachidonsäure/Prostanoide/Leukotriene-System → Veränderungen
in der funktionellen Aktivität, induziert durch zweite Botensysteme, die von
NMDA-Rezeptor/Ca++/Ca+-Calmodulin/Proteinkinasesystemen verschieden sind, und
f) Wechselwirkungen mit anderen exzitatorischen Aminosäurerezeptoruntertypen,
einschließlich nicht NMDA-Rezeptoren und metabotrophen Rezeptoren sowie intrazellulären
Ereignissen, anschließend an die Aktivierung von diesen exzitatorischen Aminosäurerezeptoruntertypen
→ Veränderungen in der funktionellen Aktivität, induziert durch
die Nicht-NMDA- und die metabotrophe Rezeptoraktivierung.
Eine Substanz, die den NMDA-Rezeptor blockiert, wird wirksam alle
vorangehenden intrazellulären Hauptsequenzen von Ereignissen am Stattfinden
hindern. Jedoch ist es auch bei Aktivierung des NMDA-Rezeptors noch möglich,
die Entwicklung von Toleranz auf und/oder Abhängigkeit von einer Suchtsubstanz
durch Kombinieren der Suchtsubstanz mit einer Substanz, die mindestens eine der
vorangehenden intrazellulären Hauptsequenzen von Ereignissen blockiert, zu
inhibieren. Weiterhin ist es noch möglich, Schmerz durch Verabreichen einer
Substanz zu verhindern, welche mindestens eine der vorangehenden intrazellulären
Hauptsequenzen von Ereignissen blockiert. Somit ist z.B. eine Substanz, die mit
Translokation und Aktivierung von Proteinkinase C oder mit Calmodulin-induzierter
Aktivierung von konstitutiver Stickoxidsynthase sowie Einleitung von induzierbarer
Stickoxidsynthase induziert ist, auch in der erfindungsgemäßen Praxis
verwendbar.
In einem Verfahren zum Behandeln von Schmerz wird d-Methadon oder
andere d-Isomere oder l-Isomere von Analogen davon an eine Person verabreicht, die
Schmerz aufweist, wobei das d-Methadon oder andere d-Isomeren oder l-Isomeren von
Analogen davon den NMDA-Rezeptor blockiert oder die intrazellulären Folgen
der N-Methyl-D-aspartatrezeptoraktivierung. Zusätzlich können das d-Methadon
oder andere d-Isomeren oder l-Isomeren von Analogen davon, die den NMDA-Rezeptor
oder die intrazellulären Folgen der N-Methyl-D-aspartatrezeptoraktivierung
blockieren, in Kombination mit einer weiteren Substanz, wie narkotischen, analgetischen
oder anderen Suchtsubstanzen, verabreicht werden. Das d-Methadon behandelt Schmerz
durch Inhibieren der Entwicklung von Toleranz auf die und/oder Abhängigkeit
von der narkotischen, analgetischen oder Suchtsubstanz. Weiterhin kann das d-Methadon
mit anderen Analgetika, wie Hilfsanalgetika, kombiniert werden, um eine synergistische
Wechselwirkung für die Behandlung von Schmerz bereitzustellen. Die analgetische
(narkotische oder Hilfs)-Suchtsubstanz oder sedative oder hypnotische Substanzen
(insgesamt hierin als „analgetische Arzneistoffe" bezeichnet) wird vor, mit
oder nach der Verabreichung von d-Methadon oder anderen d-Isomeren oder l-Isomeren
von Analogen davon, die den NMDA-Rezeptor blockieren oder die intrazellulären
Konsequenzen von N-Methyl-D-aspartatrezeptoraktivierung verabreicht.
Die Typen von „analgetischen Arzneistoffen" werden wie nachstehend
beschrieben.
Narkotische Analgetika schließen Opiate, Opiatderivate, Opioide
und deren pharmazeutisch verträgliche Salze ein. Spezielle Beispiele für
narkotische Analgetika schließen Alfentanil, Alphaprodin, Anileridin, Bezitramid,
Buprenorphin, Butorphanol, Codein, Dezocin, Dihydrocodein, Diphenoxylat, Ethylmorphin,
Fentanyl, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Isomethadon, Levomethorphan, Levorphanol,
Meptazinol, Metazocin, Metopon, Morphin, Nalbuphin, Nalmefen, Opiumextrakte, Opiumfluidextrakte,
Pentazocin, Propoxyphen, pulverförmiges Opium, granuliertes Opium, Rohopium,
Tinktur von Opium, Oxycodon, Oxymorphon, Pethidin (Meperidin), Phenazocin, Piminodin,
racemisches Methadon, Racemethorphan, Racemorphan, Sufentanil, Thebain, Tramadol
und pharmazeutisch verträgliche Salze davon ein. Für eine detaillierte
Erörterung von diesen und anderen narkotischen Analgetika
kann Bezug auf Jaffe et al., „Opioid Analgesics and Antagonists", Goodman
and Gilman's Pharmacological Basis of Therapeutics, Goodman et al., Hrsg., 9. Ausgabe.,
MacMillan and Company, New York, Seiten S21-SS6 (1996) ("Jaffe"), das hierin durch
Hinweis einbezogen ist, gemacht werden.
Noch weitere Substanzen, die bei der Ausführung der Erfindung
angewendet werden können, schließen die Sedativa und Hypnotika, z.B. Benzodiazepine,
wie Chlordiazepoxid, Clorazepat, Diazepam, Flurazepam, Halazepam, Ketazolam, Borazepam,
Oxazepam, Prazepam, Temazepam, Triazolam und die pharmazeutisch verträglichen
Salze davon, Barbiturate, wie Amobarbital, Amobarbital, Barbital, Butabarbital,
Mephobarbital, Methohexital, Pentobarbital, Phenobarbital, Secobarbital, Talbutal,
Thiamylal und Thiopental und die pharmazeutisch verträglichen Salze davon,
und andere Sedativa und Hypnotika, wie Chloralhydrat, Meprobamat, Methaqualon, Methyprylon
und die pharmazeutisch verträglichen Salze davon, ein.
Noch weitere Analgetika und Hilfsanalgetika schließen (1) Lokalanästhetika
einschließlich Bupivacain, Lidocain, Mepivacain, Mexiletin, Tocainid und andere,
angeführt in „Local Anesthetics", Goodman and Gilman's Pharmacological
Basis of Therapeutics, Goodman et al., Hrsg. 9. Ausgabe, MacMillan and Company,
New York, Seiten 331–347 (1996), das hierin durch Hinweis einbezogen ist;
(2) Acetaminophen, Salicylate, einschließlich Acetylsalicylsäure, nonsteroidale
Antientzündungsarzneistoffe einschließlich Propionsäurederivate (Ibuprofen,
Naproxen usw.), Essigsäurederivate (Indomethacin, Ketorolac und andere), enolische
Säuren (Piroxicam und andere) und Cyclooxygenase-II-Inhibitoren (z.B. SC-58635)
und andere, angeführt in „Analgesic-antipyretic and Antiinflammatory
Agents and Drugs Employed in the Treatment of Gout", Goodman and Gilman's Pharmacolocical
Basis of Therapeutics, Goodman et al., Hrsg., 9. Ausgabe, MacMillan and Company,
New York, Seiten 617–657 (1996), das hierin durch Hinweis einbezogen ist;
(3) Hilfsanalgetika werden verwendet, um die analgetische Wirksamkeit von anderen
Analgetika (z.B. Opioiden) zu verstärken, um kompetitive Symptome zu behandeln,
die Schmerz verschlimmern, und Analgetika für spezielle Arten von Schmerz (z.B.
neuropathischen Schmerz), ein. Sie schließen Corticosteroide (Dexamethason),
Anticonvulsantien (Phenytoin, Carbamazepin, Valproat, Clonazepam und Gabapentin),
Neuroleptika (Methotrimeprazin), Antidepressantien (Amitriplin, Doxepin, Imipramin,
Trazodon), Antihistamine (Hydroxyzin) und Psychostimulantien (Dextroamphetamin und
Methylphenidat) (Jacox A, et al. „Management of Cancer Pain. Clinical Practice
Guideline No. 9", AHCPR-Veröffentlichung Nr. 94-0592. Rockville, MD. Agency
for Health Care Policy and Research, U.S. Department of Health and Human Services,
Public Health Service, Seiten 65–68 (1994), das hierin durch Hinweis einbezogen
ist) ein.
Die vorliegende Erfindung ist auf das Behandeln aller Arten von Schmerz
gerichtet. Insbesondere ist akuter, subakuter und chronischer Schmerz eingeschlossen.
Spezielle Arten von chronischem Schmerz schließen neuropathischen, somatischen
und visceralen Schmerz ein.
Klinisch kann Schmerz temporär als akut, subakut oder chronisch,
quantitativ als mild, mittel oder schwer, physiologisch als somatisch, viceral oder
neuropathisch und ätiologisch als medizinisch oder psychogen klassifiziert
werden. Akuter Schmerz (wie postoperativer Schmerz oder akuter traumatischer Schmerz)
hat typischerweise objektive Signale und ist mit autonomer Nervensystemhyperaktivität
mit Tachykardie, Hypertension und Diaphorese verbunden. Chronischer Schmerz tritt
für Zeiträume von 3 Monaten oder länger auf einer wiederkehrenden
Basis auf. Die quantitative Beschaffenheit (d.h. Intensität) des Schmerzes
ist der Hauptfaktor zum Auswählen von Arzneistofftherapie.
Neuropathischer Schmerz ist eine übliche Art von chronischem
Schmerz. Er kann als Schmerz definiert werden, der sich aus einem anormalen Funktionieren
des peripheren und/oder zentralen Nervensystems ergibt. Eine kritische
Komponente für dieses anormale Funktionieren ist eine übertriebene Reaktion
von schmerzbedingten Nervenzellen, entweder in der Peripherie oder im zentralen
Nervensystem. Somatischer Schmerz ergibt sich aus der Aktivierung von peripheren
Rezeptoren und somatischen sensorefferenten Nerven ohne Schädigung des peripheren
Nervs oder ZNS. Visceraler Schmerz ergibt sich aus visceralen nocizeptiven Rezeptoren
und viscerale efferente Nerven werden aktiviert und ist durch tiefe, schmerzende,
krampfartige Empfindung, die häufig auf kutane Stellen Bezug nimmt, charakterisiert.
Zusätzlich ist d-Methadon (und die analogen, pharmazeutisch verträgliche
Salze davon und Gemische davon) in einem Verfahren zum Behandeln von narkotischer
Sucht verwendbar. Narkotikumsucht wird festgestellt, wenn eine Person eine Toleranz
auf und eine körperliche Abhängigkeit von und/oder ein körperliches
Verlangen nach einer narkotischen analgetischen und/oder Suchtsubstanz (wie vorstehend
beschrieben) besitzt. In dem Verfahren wird d-Methadon an eine Person mit einer
körperlichen Abhängigkeit von, einer Toleranz auf und/oder einem Verlangen
nach einer narkotischen analgetischen oder Suchtsubstanz verabreicht.
Das d-Methadon hierin kann in jeder geeigneten Form, die passend für
die gewünschte Anwendung ist, hergestellt werden, z.B. oral (einschließlich
sofortiger Freisetzung und kontinuierlicher Freisetzungsformen), rektal, parenteral
(z.B. subkutan, intravenös, intramuskulär, intraventrikulär, epidural,
intrathecal), durch intranasale Instillation oder durch Anwendung auf Schleimhautmembranen
wie jene der Nase, Rachen und Bronchialröhren oder durch Instillation in Hohlorganwände
oder neuerlich vaskularisierte Blutgefäße) oder topische Verabreichung,
wie mithilfe einer transdermalen Freisetzungsvorrichtung, wie einem Pflaster. Geeignete
Dosierungsformen zur oralen Verwendung schließen Tabletten, dispergierbare
Pulver, Granulate, Kapseln, Suspensionen, Sirupe und Elixiere ein. Die Verbindungen
können einzeln oder mit geeigneten pharmazeutischen Verdünnungsmitteln
oder Trägern verabreicht werden. Inerte Verdünnungsmittel und Träger
für Tabletten schließen z.B. Calciumcarbonat, Natriumcarbonat, Laktose
und Talkum ein. Tabletten können auch granulierende und Zerfallsmittel, wie
Stärke und Alginsäure, Bindemittel, wie Stärke, Gelatine und Akazia,
und Gleitmittel, wie Magnesiumstearat, Stearinsäure und dergleichen, enthalten.
Tabletten können unbeschichtet sein oder können durch bekannte Techniken,
um den Zerfall und Absorption zu verzögern, beschichtet sein. Inerte Verdünnungsmittel
und Träger, die in Kapseln verwendet werden können, schließen z.B.
Calciumcarbonat, Calciumphosphat und Kaolin ein. Suspensionen, Sirupe und Elixiere
können herkömmliche Exzipienten, z.B. Methylzellulose, Tragacanth, Natriumalginat,
Benetzungsmittel, wie Lecithin und Polyoxyethylenstearat, und Konservierungsmittel,
z.B. Ethyl-p-hydroxybenzoat, enthalten.
Dosierungsformen, die zur parenteralen Verabreichung geeignet sind,
schließen Lösungen, Suspensionen, Dispersionen, Emulsionen und dergleichen
ein. Sie können auch in Form von sterilen festen Zusammensetzungen, die in
sterilem injizierbarem Medium unmittelbar vor der Verwendung gelöst oder suspendiert
werden können, hergestellt werden. Sie können suspendierende oder dispergierende
Mittel, die auf dem Fachgebiet bekannt sind, enthalten.
Die bevorzugte Dosierung von analgetischem Arzneistoff oder dem d-Methadon
kann von etwa 5 bis etwa 30 mg/Tag breit variieren. Es wird eingeschätzt, dass
die tatsächlich bevorzugte Menge von dem d-Methadon und analgetischem Arzneistoff,
der erfindungsgemäß verabreicht werden soll, gemäß der formulierten
besonderen Zusammensetzung und der Verabreichungsart variieren wird. Viele Faktoren,
die die Wirkung von dem d-Methadon modifizieren können, können durch den
Fachmann in Betracht gezogen werden, z.B. Körpergewicht, Ernährung, Verabreichungszeit,
Verabreichungsweg, Exkretionsrate, Zustand der Person, Arzneistoffkombinationen
und Reaktionsempfindlichkeiten und Schwere. Die Verabreichung kann kontinuierlich
oder periodisch innerhalb der maximal tolerierten Dosis ausgeführt werden.
Optimale Verabreichungsarten für eine gegebene Reihe von Zuständen können
durch den Fachmann unter Verwendung von herkömmlichen Dosierungsverabreichungstests
im Hinblick auf die hierin bereitgestellten experimentellen Daten ermittelt werden.
BEISPIELEBeispiel 1
Um weiterhin die Bindungseigenschaften von dl-Methadon sowie von seinen
d- und l-Isomeren zu charakterisieren, wurde die Fähigkeit der verschiedenen
Isomeren von Methadon, den nicht kompetitiven NMDA-Rezeptorantagonisten [3H]MK-801
(Wong et al., „[3H]MK-801 labels on Site on the N-methyl-D-aspartate
Receptor Channel Complex in Rat Brain Membranen", J. Neurochem., 50: 274–281
(1988)) und den kompetitiven NMDA-Rezeptorantagonisten [3H]CGS-19755
(Murphy et al., „Characterization of the Binding of [3H]-CGS 19755:
A Novel N-methyl-D-Aspartate Antagonist with Nanomolar Affinity in the Rat Brain",
Br. J. Pharmacol., 95: 932–938 (1988), das hierin durch Hinweis einbezogen
ist) zu ersetzen, verglichen mit den synaptischen Membranen des
Rattenvorderhirns und der Wirbelsäule. Um zu bestimmen, ob prototypische Opioidarzneistoffe
Affinität für NMDA-Rezeptor, Morphin, Hydromorphon und Naltrexon zeigten,
wurde ein Antagonist untersucht. Für die Zwecke des Vergleichs wurde Dextromethorphan,
ein nicht kompetitiver NMDA-Rezeptorantagonist (Ebert et al., „Identification
of a Novel NMDA Receptor in Rat Cerebellum", Eur. J. Pharmacol., Mol. Pharmacol.
Sect., 208: 49–52 (1991); Netzer et al., "Dextromethorphan Blocks N-methyl-D-aspartate-Induced
Currents and Voltage-Operated Inward Currents in Cultured Cortical Neurons", Eur.
J. Pharmacol., 238: 209–216 (1993), das hierin durch Hinweis einbezogen ist),
auch bewertet.
Männliche Sprague-Dawley-Ratten (250 bis 300 g) wurden von Taconic
Farms (Germantown, N.Y.) erhalten. [3H]MK801 (spezifische Aktivität
= 20,3 Ci/mMol) und [3H]CGS-19755 (spezifische Aktivität = 78,0
Ci/mMol) wurden von New England Nuclear (Boston, MA) erhalten. dl-Methadon und die
Isomeren von d-Methadon [(S)-(+)-Methadon HCl] and l-Methadon [(R)-(–)-Methadon
HCl] wurden von Lilly Research Laboratory (Indianapolis, IN) erhalten.
Synaptische Membranen wurden aus Rattenvorderhirn („FB") (d.h.
Ganzhirn minus Cerebellum und Hirnstamm) und Wirbelsäule („SPCD") (d.h.
lumbarem-sakralem Abschnitt) gemäß den Verfahren, modifiziert von Wong
et al., „[3H]MK-801 Labels on Site on the N-methyl-D-aspartate
Receptor Channel Complex in Rat Brain Membranes", J. Neurochem., 50: 274–281
(1988), das hierin durch Hinweis einbezogen ist) hergestellt. Gewebe wurde von 4
bis 6 Ratten vereinigt und in 50 ml eiskalter 0,32 M Saccharoselösung (Brinkmann
Polytron (Westbury, NY) Homogenisator, Einstellung 5) homogenisiert, dann bei 3000
× g für 5 Minuten bei 4°C zentrifugiert. Der Überstand und Pufferschicht
wurden dann bei 21500 × g für 15 Minuten bei 4°C zentrifugiert. Das
P2-Pellet wurde in 5 mM eiskaltem Tris-HCl-Puffer, pH 7,4, resuspendiert
und mit 0,04 % Triton X bei 37°C für 20 Minuten inkubiert. Die Suspension
wurde bei 39000 × g für 14 Minuten bei 4°C zentrifugiert und das
Pellet wurde dann in eiskaltem Puffer resuspendiert und bei 39000 × g wie für
eine Gesamtheit von 3 × rezentrifugiert. Das Pellet wurde in 2 ml 0,32 M Saccharoselösung
resuspendiert und aliquote Mengen wurden bei –70°C für mindestens
24 Stunden gefroren. An dem Tag des Assays wurde eine aliquote Menge von Membranen
bei Raumtemperatur aufgetaut, viermal gewaschen (39000 × g, 1,5 Minuten bei
4°C), dann wurde das Pellet in dem Bindungsassaypuffer zum Erreichen einer
Endkonzentration von 200 bis 300 &mgr;g Protein (Vorderhirn) oder 300 bis 400
&mgr;g Protein (Wirbelsäule), wie von Lowry et al., "Protein Measurement
with Folin Phenol Reagent", J. Biol. Chem., 193: 265–275 (1951), das hierin
durch Hinweis einbezogen ist, bestimmt, in einem 250-&mgr;l-Gesamtassayvolumen
homogenisiert.
Für Vorderhirn wurde das [3H]MK-801-Bindungsassay
wie vorstehend in Ebert et al., „Ketobemidone, Methadone, and Pethidine are
Non-Competitive Antagonists in the Rat Cortex and Spinal Cord", Neurosci. Lett.,
187(3): 165–168 (1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist), ausgeführt.
Dreifache Ausführungen der Membranen wurden 4 Stunden bei Raumtemperatur in
5 mM Tris HCl/HEPES-Puffer, pH 7,6, enthaltend 1 &mgr;M Glycin, 50 pM I-Glutaminsäure,
5 nM [3H]M-801 und kompetitive Arzneistoff- oder Pufferkontrolle, in
einem Endvolumen von 250 &mgr;l inkubiert. Nicht spezifisches Binden wurde durch
die Zugabe von 200 &mgr;M unmarkiertem MK-801 definiert. Für die Wirbelsäule
wurden die Konzentrationen von Glycin und l-Glutaminsäure auf 30 &mgr;M bzw.
50 &mgr;M erhöht, um das Binden zu verbessern, und die Inkubationszeit wurde
auf 2 Stunden gesenkt. [3H]CGS-19755-Bindungsassays wurden gemäß
den Verfahren, modifiziert von Murphy et al., „Characterization of the Binding
of [3H]-CGS19755: A Novel N-methyl-D-aspartate Antagonist with Nanomolar
Affinity in the Rat Brain", Pharmacol., 95: 932–938 (1988), das hierin durch
Hinweis einbezogen ist, durchgeführt. Dreifache Ausführungen des Vorderhirns
wurden 50 Minuten bei 4°C in 50 mM Tris-HCl, pH 7,8, enthaltend 10 nM [3H]CSG-19755
und den kompetitiven Arzneistoff oder Pufferkontrolle, in einem Endvolumen von 250
&mgr;l inkubiert. Das nicht spezifische Binden wurde durch die Zugabe von 100
&mgr;M unmarkierter 1-Glutaminsäure definiert. Gebundener Ligand wurde von
freiem Liganden durch Filtration unter Verwendung eines 24-Vertiefungs-Brandel-Zellernters
(Gaithersberg, MD), gefolgt on zwei Waschungen mit 2 ml eiskaltem Bindungspuffer,
getrennt. Die Menge an an den Filter gebundenem Liganden (Brandel-GF/B-Filterpapier,
vorinkubiert für 30 Minuten in 0,05 % Polyethylenimin), wurde durch Anwendung
eines Flüssigszintillationszählers nach 12 Stunden in 5 ml Esoscint-Szintillationsfluid
gemessen. Das spezifische Binden wurde als der Durchschnitt von gesamtem cpm gebunden
minus Durchschnitt von nicht spezifischem cpm gebunden definiert. Die Assays wurden
zwei- bis viermal wiederholt. IC50-Werte wurden aus linearer Regressionsanalyse,
wie in Katz, Y., et al., „Interactions Between Laudanosine, GABA, and Opioid
Subtype Receptors: Implication for Laudanosine Seizure Activity", Brain Res., 646:
235–241 (1994), beschrieben, das hierin durch Hinweis einbezogen ist, bestimmt.
Ki-Werte wurden gemäß Cheng et al., "Relationship Between the
Inhibition Constant (Ki) and the Concentration of Inhibitor which Causes 50 Percent
Inhibition of an Enzymatic Reaction", Biochem. Pharmacol., 22: 3099–3104
(1973), das hierin durch Hinweis einbezogen ist, berechnet.
1A zeigt repräsentative Kurven für die Verdrängung
von [3H]MK-801-Binden, das durch ausgewählte Opioide
und Dextromethorphan mit Vorderhirn erzeugt wurde. In den getesteten Konzentrationsbereichen
verdrängten Morphin, Hydromorphon und Naltrexon nicht [3H]MK-801
(Daten für Hydromorphon und Naltrexon nicht gezeigt). Jedoch erzeugten dl-Methadon,
d-Methadon und l-Methadon Verdrängungskurven ähnlich zu Dextromethorphan,
obwohl das aktive Opioid l-Isomer etwas stärker erschien als sein inaktives
Opioid d-Isomer oder dl-Methadon. 1B zeigt eine repräsentative
Verdrängungskurve für die Verbindungen von Interesse mit Wirbelsäule.
Da Anfangsassays anzeigten, dass IC50-Werte in der Wirbelsäule niedriger
waren als im Vorderhirn, wurden niedrigere Konzentrationen der Verbindungen getestet.
dl-Methadon, seine d- und l-Isomeren und Dextromethorphan zeigten ähnliche
Verdrängungskurven.
Eine Zusammenfassung von mittleren in nachstehender Tabelle 1 aufgeführten
Ki-Werten vergleicht die Fähigkeit der Verbindungen von Interesse
bei der Verdrängung von [3H]MK-801- und [3H]CGS-19755-Binden.
Tabelle 1
Die Verbindungen von Interesse verdrängten den kompetitiven NMDA-Rezeptorantagonisten
[3H]CGS-19755 nur bei hohen Konzentrationen (nicht gezeigt). Morphin,
Hydromorphon und Naltrexon verdrängten nicht [3H]MK-801 und wurden
nicht gegen [3H]CGS-19755 getestet. Jedoch zeigten dl-Methadon, dessen
d- und l-Isomeren und Dextromethorphan mittlere Affinität für die nichtkompetitive
Stelle (MK-801) von dem NMDA-Rezeptor in Wirbelsäule und Vorderhirn, was Ki-Werte
in dem &mgr;M-Bereich ergab (Tabelle 1).
Diese Ergebnisse bestätigen einen früheren Bericht, dass
dl-Methadon NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität bei Rattencorticalen und Wirbelsäulenmembranen
aufweist (Ebert et al. „Ketobemidone, Methadone, and Pethidine are Non-Competitive
Antagonists in the Rat Cortex and Spinal Cord", Neurosci. Lett., 187(3): 165–168
(1995) ("Ebert I"), das hierin durch Hinweis einbezogen ist) und erstreckt diese
vorangehenden Ergebnisse durch Aufzeigen, dass sowohl d- als auch l-Isomeren von
Methadon spezifisch an die nichtkompetitive Stelle des NMDA-Rezeptors für Rattenvorderhirn-synaptische
Wirbelsäulenmembranen binden. Der Ki-Wert für dl-Methadon ist
ungefähr 10-fach höher als früher bei Ebert I berichtet. In diesem
Beispiel wurde Rattenvorderhirn verwendet, während Ebert I Corticalmembranen
verwendet. Früher wurde eine höhere Affinität für [3H]MK-801
in Rattencorticalmembranen gefunden, als in Vorderhirn gefunden wurde (Gudehithlu
et al., „Effect of Morphine Tolerance and Abstinence on the Binding of [3H]MK-801
to Brain Regions and Spinal Cord of the Rat", Brain Research, 639: 269–472
(1994), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Tatsächlich waren die bestimmten
Ki-Werte für Dextromethorphan ungefähr 10-fach höher im
Vorderhirn als jene, die früher mit Corticalmembranen berichtet wurden (Ebert
et al., „Identification of a Novel NMDA Receptor in Rat Cerebellum", Eur.
J. Pharmacol. Mol. Pharmacol. Sect., 208: 49–52 (1991) ("Ebert II"), das
hierin durch Hinweis einbezogen ist). Die Ki-Werte waren auch 2- bis
3-fach niedriger in der Wirbelsäule verglichen mit Vorderhirn. Somit könnten
die verwendeten Unterschiede in den ZNS-Regionen für die unterschiedlichen
Ki-Werte in Betracht kommen. Da beide Isomeren von
Methadon ähnliche Affinitäten für den NMDA-Rezeptor zeigen, scheint
diese Eigenschaft nicht stereospezifisch zu sein. Weiterhin zeigte keines von den
anderen getesteten Opioiden Affinität für den NMDA-Rezeptor, was vermuten
lässt, dass dies keine Eigenschaft der prototypischen Opioide ist.
Interessanterweise waren die Inhibierungskurven und Ki-Werte
von dl-Methadon, d-Methadon und l-Methadon ähnlich jenen von Dextromethorphan,
einem bekannten NMDA-Rezeptorantagonisten (Ebert II; Netzer et al., "Dextromethorphan
Blocks N-methyl-D-aspartate-induced Currents and Voltage-Operated Inward Currents
in Cultured Cortical Neurons", Eur. J. Pharmacol., 238: 209–216 (1993), die
hierin durch Hinweis einbezogen sind). Deshalb kann Methadon ähnliche Eigenschaften
zu Dextromethorphan besitzen. Dextromethorphan mildert die nocizeptiven Reaktionen
in dem Formalintest (Elliott et al., „Dextromethorphan Suppresses Formalin-Induced
Nociceptive Behavior and the Formalin-Induced Increase in C-fos mRNA", Pain, 61:
401–409 (1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist), und unterdrückt
das „Aufwickeln" von Wirbelsäulenneuronen (Dickenson et al., „Dextromethorphan
and Levorphanol an Dorsal Horn Nociceptive Neurones in the Rat", Neuropharmacology,
30: 1303–1308 (1991), das hierin durch Hinweis einbezogen ist), ein Phänomen,
das mit nocizeptiven Modellen von zentraler Sensibilisierung verbunden ist (Coerre
et al., „Contribution of Central Neuroplasticity to Pathological Pain: Review
of Clinical and Experimental Evidence", Pain, 52: 259–285 (1993), das hierin
durch Hinweis einbezogen ist). Weiterhin dämpft Dextromethorphan und kehrt
die Entwicklung auf Toleranz von Morphin um (Elliott et al., „Dextromethorphan
Attenuates and Reverses Analgesic Tolerance to Morphine", Pain, 59: 361–368
(1994), das hierin durch Hinweis einbezogen ist), eine Eigenschaft, die es mit den
NMDA-Rezeptorantagonisten MK-801 und LY274614 teilt (Elliott et al., „The
NMDA Receptor Antagonists LY274614 and MK-801, and the Nitric Oxide Synthase Inhibitor,
NG-nitro-L-arginine, Attenuate Analgesic Tolerance to the Mu-opioid Morphine but
not to Kappa Opioids", Pain, 56: 69–74 (1994), das hierin durch Hinweis einbezogen
ist). Da dl-Methadon NMDA-induzierte Depolarisationen in Hirnschnittzubereitungen
vermindert, zeigt es funktionellen Antagonismus an dem NMDA-Rezeptor (Ebert I).
Da sowohl die d- als auch l-Isomeren ähnliche Bindungsprofile zu dl-Methadon
an dem NMDA-Rezeptor zeigen, scheint es vernünftig, anzunehmen, dass die Isomeren
auch als NMDA-Rezeptorantagonisten wirken.
Diese Ergebnisse können einige klinische Verwicklungen aufweisen.
Verbindungen, wie d-Methadon oder Dextromethorphan, mit NMDA-Rezeptorblockierungseigenschaften,
denen die toleranz- und abhängigkeitserzeugenden Eigenschaften von Opioiden
fehlen, können verwendbare Hilfsmittel für neuropathischen Schmerz sein
(Elliott et al. „N-methyl-D-aspartate (NMDA) Receptors Mu and Kappa Opioid
Tolerance, and Perspectives on New Analgesic Drug Development", Neuropsychopharmacology,
13: 347–356 (1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Zusätzlich
kann die Kombination von Morphin mit einem NMDA-Rezeptorantagonisten, wie d-Methadon,
stark die Wirksamkeit von Morphin durch Glätten der Entwicklung von Morphintoleranz,
wie für Dextromethorphan gezeigt (Elliott et al. „Dextromethorphan Attenuates
and Reverses Analgesic Tolerance to Morphine", Pain, 59: 361–368 (1994),
das hierin durch Hinweis einbezogen ist), verbessern.
Beispiel 2
Das l-Isomer von Methadon besitzt Opioidaktivität, während
das d-Isomer als ein Opioid schwach oder inaktiv ist. Von sowohl d- als auch l-Methadon
wurde gezeigt, dass es an den N-Methyl-D-aspartat („NMDA")-Rezeptor mit einer
&mgr;M-Affinität ähnlich zu jener von Dextromethorphan bindet. Um zu
bestimmen, ob d-Methanol funktionale In-vivo-NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität
aufweist, wurde es in den Rattenschwanzschlage- und Formalintests für antinocizeptive
(analgetische) Aktivität und in einem Morphintoleranzparadigma auf seine Fähigkeit,
analgetische Toleranz zu glätten, bewertet. In Ratten, zubereitet für
intrathecale ("IT") arzneistoffverabreichungskumulative Dosis-Reaktions-Analyse
(„CDR") mit dem Schwanzschlagetest („TFT") ergab sich ein ED50-Wert
für IT l-Methadon von 15,6 &mgr;g/Ratte. Im Gegensatz dazu erzeugte IT d-Methadon
keine Analgesie bei einer kumulativen Dosis von 460 &mgr;g/Ratte. Jedoch verminderte
d-Methadon in einem Dosisbereich von 32 bis 320 &mgr;g/Ratte dosisabhängig
Formalin induziertes Schlageverhalten während Phase 2, jedoch nicht während
Phase 1 von dem Formalintest. Diese analgetischen Wirkungen von d-Methadon wurden
nicht durch eine IT-Dosis von Naloxon blockiert, die einer analgetischen (Schwanzschlagetest)
Dosis von l-Methadon wirksam entgegenwirkte. Die Toleranz auf die analgetischen
Effekte von IT-Morphin wurde durch die Verabreichung einer ansteigenden Dosis Morphin
3 × pro Tag erzeugt. d-Methadon bei 160 &mgr;g/Ratte wurde gemeinsam mit
Morphin verabreicht und eine weitere Gruppe empfing d-Methadon allein. An Tag 5
zeigte ein CDR mit TFT eine 37-fache Verschiebung in dem ED50 für
IT-Morphin in der morphinbehandelten Gruppe, verglichen mit dem wert von Tag 1.
Im Gegensatz war der Morphin-ED50-Wert für die d-Methadon-plus-Morphin-Gruppe
nicht signifikant erhöht, was anzeigt, dass d-Methadon die Entwicklung von
Morphintoleranz verhinderte. d-Methadon allein veränderte den am Tag 5 getesteten
Morphin-ED50-Wert nicht. Diese Ergebnisse zeigen an, dass d-Methadon
seine analgetische Wirkung in dem Formalintest durch einen nonopioiden
Mechanismus ausübt und mit der Annahme übereinstimmt, dass diese Wirkungen
ein Ergebnis von NMDA-Rezeptorantagonistenwirksamkeit sind. Weiterhin wurde von
NMDA-Rezeptorantagonisten gezeigt, dass sie die Entwicklung von Morphintoleranz
und einer Dosis von d-Methadon wirksam in dem Formalintest glätten und auch
in der Lage sind, die Entwicklung von Morphintoleranz zu verhindern.
Männliche Sprague-Dawley-Ratten mit dem Gewicht 300 bis 350 g
wurden verwendet. Für die Spinalverabreichung von Arzneistoffen an die Ratte
wurde ein Katheter in den Intrathecalraum 2 bis 4 Tage vor den Versuchen platziert.
Unter Halothananästhesie wurde ein PE-10-Rohr durch ein kleines Loch, das in
die Atlanto-occipitale-Membran eingeschoben wurde, hergestellt und 9 cm abwärts
in dem intrathecalen Raum zu dem lumbosacralen Spiegel der Wirbelsäule vernäht
(Shimoyama, et al., „Oral Ketamine Produces a Dose-Dependent CNS Depression
in the Rat", Life Sci., 60: PL0-PL14 (1997), das hierin durch Hinweis einbezogen
ist). Eine katheterisierte Ratte mit jeglichen Anzeichen von Paralyse wurde aus
der Studie ausgeschlossen. An diesem Ende der Studie wurden 5 ml einer 1 %igen Methadon-blau-Lösung
in den Katheter eingeführt, gefolgt von 10 &mgr;l Salzlösung, um die
Position des Katheters und die Verbreitung des Farbstoffs in dem intrathecalen Raum
zu bestätigen.
Die Enantiomeren, d-Methadon [(S)-(+)-Methadon] und l-Methadon [(R)-(–)-Methadon]
wurden aus dem Research Triangle Institute (Research Triangle Park, NC) durch die
Research Technology Branch of the National Institute on Drug Abuse (Rockville, MD)
erhalten. Die freie Base von jedem Isomer wurde in Salzlösung mithilfe von
1N HCl zu einem End-pH-Wert von 6,0 gelöst. Naloxonhydrochlorid (Dosis ausgedrückt
als die freie Base) und NMDA wurden von Research Biochemical International (Natick,
MA) erhalten. Das NMDA wurde mithilfe von Natriumhydroxid in Salzlösung gelöst
und der End-pH-Wert wurde auf 7,0 eingestellt. Das Naloxon und NMDA-Lösungen
wurden einzeln und in Lösung mit d- oder l-Methadon, wie vorstehend ausgewiesen,
hergestellt, um das verabreichte Gesamtvolumen zu begrenzen.
Studie 1: Die antinocizeptive Potenz von spinalem d- und l-Methadon
wurde durch den Rattenschwanzschlagetest und kumulative Dosis-Reaktions-Analyse
bestimmt. Intrathecale Dosen von jedem Arzneistoff wurden in einem Volumen von 5
&mgr;l, gefolgt von 10 &mgr;l Salzlösung zum Spülen des Katheters
abgegeben. Aufgrund der begrenzten Löslichkeit der Isomeren war die höchste
getestete kumulative Dosis 460 &mgr;g/Ratte. Eine Schwanzschlageapparatur (EMDIE,
Richmond, VA) wurde verwendet, um Strahlungswärme auf 5 bis 8 cm von der Spitze
des Schwanzes anzuwenden. Die Zeit zum Beginn des Wärmestimulus bis dem Entzug
des Schwanzes (Schwanzschlagelatenz) wurde gemessen. Die Intensität der Strahlungswärme
wurde derart eingestellt, dass die Grundlinienlatenzen zwischen 2,5 und 3,5 Sekunden
waren. Anschließende Reaktionslatenzen wurden mit 15 Minuten nach spinalem
d- oder l-Methadon bestimmt. Diese Vorbehandlungszeit wurde von der Zeitverlaufsstudie
nach 40 &mgr;g/Ratte von spinalem l-Methadon, das eine analgetische Spitzenwirkung
bei 15 Minuten nach Arzneistoffverabreichung ergab, ausgewählt. Um Gewebsschädigung
zu vermeiden, wurde der Wärmestimulus nach 10 Sekunden (Cut-off-Latenz) abgestellt.
Nach dem Messen der Grundlinienlatenzen wurden ansteigende Dosen von d- oder l-Methadon
verabreicht, bis jedes Tier ein analgetischer Responder (kumulative Dosis-Reaktions-Bewertung,
Elliott et al., „Dextromethorphan Attenuates and Reverses Analgesic Tolerance
to Morphine", Pain, 59: 361–368 (1994); Shimoyama, et al., „Ketamine
Attenuates and Reverses Morphine Tolerance in Rodents", Anesthesiology, 85: 1357–66
(1996), das hierin durch Hinweis einbezogen ist) wurde und die höchste Testdosis
erreichte (siehe vorstehend). Ein analgetischer Responder wurde als jener definiert,
dessen Reaktionsschwanzschlagelatenz 2- oder mehrfach den Wert der Grundlinienlatenz
hatte. Die Latenzdaten wurden zu einer Alles-oder-nichts-Form durch Bestimmen des
Prozentsatzes von analgetischen Respondern in jeder Gruppe für jede kumulative
Dosis umgewandelt und eine Dosis-Reaktions-Kurve wurde für jedes Isomer von
Methadon aufgebaut. Die Behandlungsgruppen mittelten 9 Tiere.
Studie 2: Der Zeitverlauf der Antagonistenwirkung von Spinalnaloxon
auf die antinocizeptiven (Schwanzschlagetest) Wirkungen von Spinal-l-Methadon wurden
durch gemeinsames Verabreichen von l-Methadon bei 80 &mgr;g/Ratte und Naloxon
bei 30 &mgr;g/Ratte bestimmt. Andere Gruppen empfingen l-Methadon bei 80 &mgr;g/Ratte
oder Naloxon bei 30 &mgr;g/Ratte.
Studie 3: Zum Prüfen der Wirkungen von d-Methadon auf Formalin-induziertes
Schlageverhalten wurde d-Methadon bei einer Dosis von 32, 160 oder 320 &mgr;g/Ratte
oder Salzlösung in einem Volumen von 10 &mgr;l spinal 15 Minuten vor der
intraplantaren Injektion von Formalin verabreicht. Formalin wurde auf 5 % von einer
Stammlösung von 100 % (Formaldehydlösung, 37 % Gewicht/Gewicht, Fisher
Scientific Company, Fairlawn, NJ) verabreicht und subkutan in die rechte Hinterpfote
in einem Volumen von 50 &mgr;l mit der Verwendung einer 50-&mgr;l-Glasspritze
und einer neuen 30°-Wegwerfnadel injiziert. Sofort nach der Formalininjektion
wurde die Ratte in eine Testkammer gegeben und kontinuierlich von einem Blindbeobachter
für die nächsten 60 Minuten beobachtet. Die Anzahl von Ausschlägen,
definiert als schnelles Schütteln der injizierten Hinterpfote, wurde aufgezeichnet.
Die Formalininjektion ergab eine zweiphasige Reaktion von Schlageverhalten (Phase
1, 0–10 Minuten; Phase 2, 10–60 Minuten). Jede Ratte wurde hinsichtlich
offener Verhaltenseffekte des zentralen Nervensystems über den Versuch beobachtet
und auf ihre Fähigkeit, ein 60°-Netz zu passieren, sofort nach der Injektion
von Formalin getestet (Shimoyama, et al., „Oral Ketamine in Antinociceptive
in the Rat Formalin Test (abstract)", 8th World Congress on Pain, 62: 129 (1996),
das hierin durch Hinweis einbezogen ist).
Studie 4: Die Wirkungen von spinalem d-Methadon auf den Formalintest
wurden mit oder ohne die gleichzeitige Verabreichung von Naloxon bewertet. Naloxon
bei einer Dosis von 30 &mgr;g/Ratte blockierte vollständig die Wirkungen
einer ungefähren antinocizeptiven ED90-Dosis von spinalem l-Methadon
(80 &mgr;g/Ratte) auf den Schwanzschlagetest für mindestens 75 Minuten (siehe
2). Salzlösung, d-Methadon bei 250 &mgr;g/Ratte
oder d-Methadon bei 250 &mgr;g/Ratte + Naloxon 30 &mgr;g/Ratte wurde spinal
an Ratten 15 Minuten vor dem intraplantaren Formalin verabreicht und das Formalin-induzierte
Schlageverhalten wurde durch einen Blindbeobachter wie in Studie 3 beobachtet.
Studie 5: Die Fähigkeit von d-Methadon, den nocizeptiven Verhaltensreaktionen
auf intrathecales NMDA entgegenzuwirken, wurde durch Einschätzen der ED50-Werte
für NMDA-induziertes Verhalten nach Vorbehandlung mit Salzlösung oder
d-Methadon bei 250 &mgr;g/Ratte bestimmt. Spinal-NMDA erzeugt eine kurz andauernde
Verhaltensreaktion, die aus intensivem caudalem direktem Beißen, Lecken und
Kratzverhalten besteht, das gewöhnlich von Stimmgebung begleitet ist (Okano,
et al., „Pharmacological Evidence for Involvement of Excitatory Amino Acids
in Aversive Responses Induced by Intrathecal Substance P in Rats", Biol. Pharm.
Bull. (Japan), 16: 861–65 (1993), das hierin durch Hinweis einbezogen ist).
Dosen von NMDA von 0,6 bis 7,3 nMol/Ratte wurden intrathecal mit einem 3-Minuten-Interinjektionsintervall
verabreicht. Ein Responder wurde als eine Ratte definiert, worin NMDA ein Kratzen,
Beißen und Lecken der caudalen Dermatome erzeugte, was mindestens 30 Sekunden
Dauer hatte. Wurde ein Tier einmal ein Responder, wurde es keinem weiteren Testen
unterzogen.
Statistische Analyse: Die Alles-oder-nichts-Dosis-Reaktions-Daten
in Studie 1 wurden mit dem BLISS-21-Computerprogramm (Oxford Universität, Oxford,
England) analysiert. Dieses Programm maximierte die logarithmische Wahrscheinlichkeitsfunktion,
um eine Gauss'sche normale sigmoide Kurve den Dosis-Reaktions-Daten anzupassen,
und stellte den ED50-Wert und ein 95-%-Vertrauensintervall („CI")
bereit (Umans, et al., „Pharmacodynamics of Subcutaneously Administered Diacetylmorphine,
6-acetylmorphine and Morphine in Mice", J. Pharmacol. Exp. Ther., 218: 409–15
(1981), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Die Formalintestdaten in Studien
3 und 4 wurden durch eine Einwegvarianzanalyse bzw. den Student-t-Test analysiert.
Statistische Signifikanz wurde bei P > 0,05 akzeptiert.
Ergebnisse
Studie 1: Wirkungen von d- und l-Methadon auf den Schwanzschlagetest.
2 vergleicht die antinocizeptive Wirkung von l- und
d-Methadon als eine Funktion der spinalen Dosis. l-Methadon erzeugte dosisabhängige
Antinocizeption und die Analyse ergab einen ED50-Wert für Spinal-l-Methadon
von 15,6 &mgr;g/Ratte (7,0 bis 29,8 &mgr;g/Ratte, 95 % Cl). Keine der Ratten,
die das d-Methadon empfing, wurde ein analgetischer Responder bei einer kumulativen
Spinaldosis von 460 &mgr;g/Ratte, was die höchste verabreichte Dosis war.
Studie 2: Naloxon verhindert die Wirkung von l-Methadon auf Schwanzschlagelatenz.
Spinales Naloxon bei 30 &mgr;g/Ratte beeinflusste nicht die Grundlinienschwanzschlagelatenzen
oder erzeugte antinocizeptive (analgetische) Reaktion (2).
Jedoch blockierte diese Dosis von Spinalnaloxon vollständig die antinocizeptiven
Wirkungen auf eine 80-&mgr;g-Dosis je Ratte von l-Methadon von 15 bis 75 Minuten
nach Arzneistoffverabreichung (3).
Studie 3: Wirkungen von d-Methadon auf den Formalintest. Spinales
d-Methadon bei 32 &mgr;g/Ratte erzeugte keine offenen Wirkungen am zentralen Nervensystem
und jede Ratte, die die Dosis erhalten hatte, war in der Lage, das 60°-Netz
unmittelbar vor der Injektion von Formalin zu passieren. Spinales d-Methadon bei
160 und 320 &mgr;g/Ratte erzeugte transiente Motorparalyse der hinteren Gliedmaßen
bei 44 % bzw. 100 % der Ratten. Der Beginn der Paralyse war ungefähr 1 Minute
nach der Verabreichung von d-Methadon und dauerte 30 Sekunden bis 7 Minuten. Jedoch
durch den Start des Formalintests hatte jede Ratte sich von der Paralyse erholt
und war in der Lage, das 60°-Netz zu passieren. Ähnliche motorische Effekte
wurden nach der Verabreichung einer großen Spinaldosis von NMDA-Rezeptorantagonist,
Ketamin, an Ratten beobachtet (Chaplan, et al., „Efficacy of Spinal NMDA
Receptor Antagonism in Formalin Hyperalgesia and Nerve Injury Evoked Allodynia in
the Rat", J. Pharmacol. Exp. Ther., 280: 829–38 (1997), das hierin durch
Hinweis einbezogen ist). Diese Effekte waren am Beginn sehr schnell, was den motorischen
Effekten eines lokalen Anästhetikums ähnelte und sich
schnell vielleicht im Ergebnis der Verdünnung des Arzneistoffs in dem spinalen
CSF auflöste.
Spinales d-Methadon beeinflusste nicht die Anzahl an Ausschlägen
während Phase 1 (4A), verminderte jedoch dosisabhängig
das Phase-2-Schlageverhalten mit der 320-&mgr;g/Ratten-Dosis, die 68 % Anstieg
des Schlagens erzeugte (4B).
Studie 4: Wirkungen von Naloxon auf die antinocizeptiven Wirkungen
von d-Methadon in dem Formalintest. Die gemeinsame Verabreichung von spinalem Naloxon
bei 30 &mgr;g/Ratte beeinflusste die Fähigkeit von Spinal-d-Methadon bei
250 &mgr;g/Ratte, um signifikant das Phase-2-Ausschlagen zu vermindern, verglichen
mit spinaler Salzlösung in dem Formalintest (5).
Dies war kein statistischer Unterschied in der Anzahl von Phase-2-Ausschlägen
zwischen den zwei arzneistoffbehandelten Gruppen (5).
Studie 5: Antagonismus von d-Methadon auf die nocizeptiven Verhaltenswirkungen
von NMDA. Vorbehandlung mit d-Methadon bei einer Dosis von 250 &mgr;g (809 nMol/Ratte)
blockierte vollständig eine ED99-Dosis (2,4 nMol/Ratte) von NMDA.
Diese Dosis von d-Methadon verschob die NMDA-Dosis-Reaktions-Kurve nach rechts,
sodass der ED50-Wert für NMDA sich mehr als dreifach, wie in nachstehender
Tabelle 2 gezeigt, erhöhte (Tabelle 2).
Tabelle 2
Diskussion
Viele Hinweise lassen vermuten, dass NMDA-Rezeptoren in die nocizeptiven
Reaktionen auf Formalin einbezogen sind. Die Vorbehandlung mit einem kompetitiven
NMDA-Rezeptorantagonisten [z.B. APV[3-Amino-5-phosphonovaleriansäure] oder
einem nichtkompetitiven NMDA-Rezeptorantagonisten {z.B. MK-801 [(+)-5-Methyl-10,11-dihydro-5H-dibenzo[a,d]cyclohepten-5,10-iminhydrogenmaleat],
Dextromethorphan oder Ketamin] vermindert nocizeptives Verhalten und/oder elektrophysiologische
Reaktionen, die von Formalin induziert sind (Coderre, et al., „The Contribution
of Excitatory Amino Acids to Central Sensitization and Persistent Nociception After
Formalin-Induced Tissue Injury", J. Neurosci., 12: 3665–70) (1992); Haley,
et al., „Evidence for Spinal N-methyl-D-aspartate Receptor Involvement in
Prolonged Chemical Nociception in the Rat", Brain Res., 518: 218–26 (1990);
Yamamoto, et al., „Comparison of the Antinociceptive Effects of Pre- and
Posttreatment with Intrathecal Morphine and MK801, an NMDA Antagonist, on the Formalin
Test in the Rat", Anesthesiology, 77: 757–63 (1992); Vaccarino, et al., „NMDA
Receptor Antagonists, MK-801 and ACEA-1011, Prevent the Development of Tonic Pain
Following Subcutaneous Formalin", Brain Res., 615: 331–34 (1993); Hunter,
et al., „Role of Excitatory Amino Acid Receptors in the Mediation of the
Nociceptive Response to Formalin in the Rat", Neurosci. Lett., 174: 217–21
(1994); Elliott, et al., "Dextromethorphan Attenuates and Reverses Analgesic Tolerance
to Morphine", Pain, 59: 361–68 (1995); Shimoyama, et al., "Ketamine Attenuates
and Reverses Morphine Tolerance in Rodents", Anesthesiology, 85: 1357–66
(1996), die hierin durch Hinweis einbezogen sind). Die Wirkungen von NMDA-Rezeptorantagonisten
sind primär auf Phase-2-Verhalten der Formalinreaktion (Coderre, et al., „The
Contribution of Excitatory Amino Acids to Central Sensitization and Persistent Nociception
After Formalin-Induced Tissue Injury", J. Neurosci., 12: 3665–70 (1992),
das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Phase 2 des Formalintests scheint zentrale
Sensibilisierung zu reflektieren. Die Barriere von C-Faser-Eingaben, die durch Formalin
erzeugt wurde, aktiviert am wahrscheinlichsten die Wirbelsäulen-NMDA-Rezeptoren,
was die Sensibilisierung von dorsalen Hornneuronen ergibt. Dies ergibt die Verstärkung
der Reaktion des dorsalen Hornneurons auf die C-Faser-Eingaben. Diese C-Faser-Eingaben
setzen sich durch den Zeitraum der verhaltensnocizeptiven Reaktionen fort (McCall,
et al., „Formalin Induces Biphasic Activity in C-Fibers in the Rat", Neurosci.
Lett., 208: 45–8 (1996), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). NMDA-Antagonisten
verhindern durch Blockieren der Aktivierung der NMDA-Rezeptoren Sensibilisierung
von dorsalen Hornneuronen und vermindern dabei die nocizeptiven Verhaltensreaktionen
auf Formalin. NMDA-Rezeptorantagonisten verändern Schwanzschlagelatenzen nur
bei Dosen, die signifikant höher als jene sind, die erforderlich sind, um den
Formalintest zu beeinflussen (Nasstrom, et al., „Antinociceptive Actions
of Different Classes of Excitatory Amino Acid Receptor Antagonists in Mice", Eur.
J. Pharmacol., 212: 21–9 (1992); Elliott, et al., „Dextromethorphan
Attenuates and Reverses Analgesic Tolerance to Morphine", Pain, 59: 361–68
(1995, das hierin durch Hinweis einbezogen ist).
Eine direktere Bewertung der NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität
von d-Methadon wird durch seine Fähigkeit bereitgestellt, NMDA-induziertem
nocizeptivem verhalten entgegenzuwirken. NMDA, wenn an der Wirbelsäule der
Ratte lokalisiert, erzeugt dosisabhängiges nocizeptives Verhalten, das durch
APV einem NMDA-Rezeptorantagonisten entgegengewirkt, jedoch nicht durch einen Nicht-NMDA-
oder einen NK-1-Rezeptorantagonisten (Okano, et al., „Pharmacological Evidence
for Involvement of Excitatory Amino Acids in Aversive Responses Induced by Intrathecal
Substance P in Rats", Biol. Pharm. Bull. (Japan), 16: 861–65 (1993), das
hierin durch Hinweis einbezogen ist). Tabelle 2 zeigt, dass die gleiche Dosis von
d-Methadon, die bei dem Formalintest wirksam ist (4), auch in der
Lage ist, den nocizeptiven Wirkungen von NMDA entgegenzuwirken.
Der Schwanzschlagetest ist ein opioidempfindlicher Test und wurde
vielfach verwendet, um die analgetischen Wirkungen von Opioiden zu bewerten (Szekely,
J., „The Most Characteristic In Vivo Effects of Opiates", In Opioid Peptides,
Hrsg. von J. I. Szekeley und A. Z. Ronai, Seiten 29–109, CRC Press, Boca
Raton, FL (1982), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Opioidagonisten, wie
Morphin, sind beim Unterdrücken von akuten nocizeptiven Reaktionen wie jenen
wirksam, die in dem Schwanzschlageassay erzeugt werden, sowie die nocizeptiven Reaktionen,
die während Phasen 1 und 2 des Formalintests erzeugt wurden (Yaksh, et al.,
„Central Pharmacology of Nociceptive Transmission", in The Textbook of Pain,
Hrsg. von P. D. Wall und R. Melzack, Seiten 165–200, Churchill Livingstone,
London (1994), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Die Aktivität oder
der Mangel an Aktivität von einem Arzneistoff als eine Funktion der Dosis in
dem Schwanzschlagetest (2) und in dem Formalintest
(4, A und B) sowie die Fähigkeit den Opioidantagonisten Naloxon
zu blockieren (3) oder ein antinocizeptiver Effekt
nicht zu blockieren (5), kann angewendet werden, um
zu bestimmen, ob ein Arzneistoff primär durch einen Opioid- oder einen Nichtopioidmechanismus
wirkt. Deutlicherweise scheint d-Methadon als ein Nichtopioid in Assays, die in
dieser Studie durchgeführt wurden, zu wirken. Weiterhin ist die Fähigkeit
eines Nichtopioidarzneistoffs, wie d-Methadon, um Phase 2, jedoch nicht Phase 1
von dem Formalintest (4, A und B) zu beeinflussen und NMDA-induziertem
nocizeptivem Verhalten (Tabelle 2) entgegenzuwirken, wenn zusammen mit der Demonstration
genommen wird, dass d-Methadon ein nichtkompetitiver NMDA-Rezeptorantagonist in
vivo ist (Gorman, et al., „The d- and l-Isomers of Methadone Bind to the
Non-Competitive Site on the N-methyl-D-aspartate (NMDA) Receptor in Rat Forebrain
and Spinal Cord", Neurosci. Lett., 223: 5–8 (1997), das hierin durch Hinweis
einbezogen ist), lässt sehr vermuten, dass d-Methadon aufgrund seiner NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität
antinozeptiv in vivo ist.
Somit kann das klinisch verfügbare racemische Methadon in vivo
NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität zusätzlich zu seiner gut bekannten
Opioidagonistenwirksamkeit besitzen. NMDA-Rezeptorantagonisten haben die antinoceptiven
Wirkungen von Morphin verstärkt (Chapman, et al., „The Combination of
NMDA Antagonism and Morphine Produces Profound Antinociceptive in the Rat Dorsal
Horn", Brain Res., 573: 321–23 (1992); Mao, et al., „Oral Administration
of Dextromethorphan Prevents the Development of Morphine Tolerance and Dependence
in Rats", Pain, 67: 361–68 (1996), das hierin durch Hinweis einbezogen ist).
Somit kann die NMDA-Rezeptorantagonistenwirksamkeit des d-Isomers auf Methadon die
antinoceptiven Opioidwirkungen von l-Methadon verstärken. Zusätzlich glätten
NMDA-Rezeptorantagonisten die Entwicklung von Morphintoleranz (Tiseo, et al., „Attenuation
and Reversal of Morphine Tolerance by the Competitive N-methyl-D-aspartate Receptor
Antagonist, I.Y274614", J. Pharmacol. Exp. Ther., 264: 1090–96 (1993); Elliott,
et al., "Dextromethorphan Attenuates and Reverses Analgesic Tolerance to Morphine",
Pain, 59: 361–68 (1995); Shimoyama, et al., "Ketamine Attenuates and Reverses
Morphine Tolerance in Rodents", Anesthesiology, 85: 1357–66 (1996), das hierin
durch Hinweis einbezogen ist). Deshalb kann die NMDA-Rezeptorantagonistenaktivität
von d-Methadon wirken, um die Entwicklung von Toleranz auf die Opioidkomponente
von racemischem Methadon abzuschwächen. Klinisch sind die NMDA-Rezeptorantagonisten
bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzsyndromen wirksam (Backonja, et al.,
„Response of Chronic Neuropathic Pain Syndrome to Ketamine: A Preliminay
Study", Pain, 56: 51–7 (1994); Eide, et al., „Relief of Post-Herpetic
Neuralgia with the N-methyl-D-aspartic Acid Receptor Antagonist Ketamine: A Double-Blind,
Cross-Over Comparison with Morphine and Placebo", Pain, 58: 347–54 (1994);
Max, et al., „Intravenous Infusion of the NMDA Antagonist, Ketamine, in Chronic
Posttraumatic Pain with Allodynia: A Double-Blind Comparison to Alfentanil and Placebo",
Clin. Neuropharmacol., 18: 360–68 (1995), die hierin durch Hinweis einbezogen
sind), die häufig weniger auf das Opioid ansprechen wie Morphin. Somit kann
racemisches Methadon im Ergebnis seiner NMDA-Rezeptorantagonistenwirksamkeit antinocizeptive
Wirkungen aufweisen, die von anderen mu-Opioiden, wie Morphin oder Hydromorphin,
verschieden sind, die nicht an NMDA-Rezeptoren binden (Gorman, et al., „The
d- and l-Isomers of Methadone Bind to the Non-Competitive Site on the N-methyl-D-aspartate
(NMDA) Receptor in Rat Forebrain and Spinal Cord", Neurosci. Lett., 223: 5–8
(1997), das hierin durch Hinweis einbezogen ist). Anekdotale Fallberichte
lassen das erfolgreiche Handhaben mit Methadon von Schmerzsyndromen vermuten, die
nicht reaktiv auf Morphin waren (Leng, et al., „Successful Use of Methadone
in Nociceptive Cancer Pain Unresponsive to Morphine", Palliative Med., 8: 153–55
(1994); Gardner-Nix, J. S., „Oral Methadone for Managing Chronic Nonmalignant
Pain", J. Pain Symptom Manage., 11: 321–28 (1996), die hierin durch Hinweis
einbezogen sind).
Schlussfolgernd ist das spinale d-Methadon antinocizeptiv in dem Rattenformalintest
und wirkt dem NMDA-induzierten nocizeptiven Verhalten entgegen. In dieser In-vivo-Wirksamkeit
scheint es das Ergebnis von NMDA-Rezeptorantagonistenwirksamkeit zu sein. Das Ausmaß,
zu dem die Wirksamkeit die Pharmakologie von racemischem Methadon beeinflusst, bleibt
zu bestimmen.
Beispiel 3
Toleranz auf die analgetischen Wirkungen von IT-Morphin wurde durch
die Verabreichung von einer ansteigenden Dosis Morphin dreimal pro Tag (10 &mgr;g/Ratte
IT an Tag 1, 20 &mgr;g/Ratte an Tag 2 und 40 &mgr;g/Ratte an Tag 3) erzeugt.
Andere Ratten empfingen d-Methadon (160 &mgr;g/Ratte) und übermäßige
Dosen Morphin oder d-Methadon + Salzlösung. An Tagen 1 und 5 wurde kumulative
Morphin-Dosis-Reaktion verwendet, um den Morphin-ED50-Wert zu schätzen.
An Tag 5 zeigte ein CDR mit dem TFT einen hohen Toleranzgrad, da der ED50-Wert
für IT-Morphin in der morphinbehandelten Gruppe 37-fach nach rechts verschoben
war, d.h. 37-fach wie Morphin war erforderlich, um die gleiche analgetische Wirkung
verglichen mit dem Wert von Tag 1 zu erreichen. Im Gegensatz dazu war das Morphin-ED50
für die d-Methadon-+-Morphin-Gruppe nicht signifikant erhöht, was anzeigt,
dass d-Methadon die Entwicklung von Morphintoleranz verhinderte (Tabelle 3). Diese
Ergebnisse zeigen an, dass d-Methadon in der Lage ist, die Entwicklung von Morphintoleranz
bei der gleichen Dosis, die NMDA-Rezeptor-vermitteltes nocizeptives Verhalten blockierte,
zu verhindern (siehe Beispiel 2). Dies stellt eine starke Stütze für die
Schlussfolgerung dar, dass d-Methadon Analgesie (Antinocizeption) erzeugt und die
Entwicklung von Morphintoleranz durch den gleichen Mechanismus blockiert.
Tabelle 3
Obwohl die Erfindung im Einzelnen für den Zweck der Erläuterung
beschrieben wurde, ist es selbstverständlich, dass ein solches Detail nur für
jenen Zweck vorgesehen ist und Variationen darin durch den Fachmann, ohne vom Gedanken
und Umfang der Erfindung, die durch die nachstehenden Ansprüche definiert wird,
abzuweichen, ausgeführt werden können.
Anspruch[de]
Verwendung einer Substanz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus d-Methadon, d-Methadol, d-&agr;-Acetylmethadol, l-&agr;-Acetylmethadol,
d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol, pharmazeutisch verträglichen
Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung eines Medikaments für die
Behandlung von Schmerz bei einem Patienten mit einem NMDA-Rezeptor.Verwendung nach Anspruch 1, wobei die Substanz d-Methadon ist.Verwendung nach Anspruch 2, wobei der NMDA-Rezeptor zur biologischen
Wirkung fähig ist und wobei die Verabreichung des Medikaments wirksam ist,
um die biologische Wirkung von dem NMDA-Rezeptor zu blockieren.Verwendung nach Anspruch 2, wobei das Medikament zur Verabreichung in
Kombination mit einem analgetischen Arzneistoff vorgesehen ist.Verwendung nach Anspruch 4, wobei der analgetische Arzneistoff ein Opioid
ist.Verwendung nach Anspruch 4, wobei der analgetische Arzneistoff ein Hilfsanalgetikum
ist.Verwendung nach Anspruch 2, wobei der Patient ein zentrales Nervensystem
aufweist und wobei sich der NMDA-Rezeptor in dem zentralen Nervensystem befindet.Verwendung nach Anspruch 7, wobei der Patient ein Säuger ist.Verwendung nach Anspruch 8, wobei der Säuger ein Mensch ist.Verwendung nach Anspruch 4, wobei der analgetische Arzneistoff und das
d-Methadon zur oralen, parenteralen oder topischen Verabreichung geeignet sind.Verwendung nach Anspruch 2, wobei das Medikament zur Verabreichung in
Kombination mit mindestens einem d-Isomer von einem Analogen von d-Methadon vorgesehen
ist.Verwendung nach Anspruch 2, wobei das d-Methadon in Form eines pharmazeutisch
verträglichen Salzes vorliegt.Verwendung einer Substanz, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus d-Methadon, d-Methadol, d-&agr;-Acetylmethadol, l-&agr;-Acetylmethadol,
d-&agr;-Normethadol, l-&agr;-Normethadol, pharmazeutisch verträglichen
Salzen davon und Gemischen davon, zur Herstellung eines Medikaments für die
Behandelung von Sucht auf eine narcotische oder Suchtsubstanz bei einem Patienten
mit einem NMDA-Rezeptor.Verwendung nach Anspruch 13, wobei die Substanz d-Methadon ist.Verwendung nach Anspruch 14, wobei der NMDA-Rezeptor zur biologischen
Wirkung fähig ist und wobei die Verabreichung des Medikaments wirksam ist,
um die biologische Wirkung von dem NMDA-Rezeptor zu blockieren.Verwendung nach Anspruch 14, wobei der Patient ein zentrales Nervensystem
aufweist und wobei sich der NMDA-Rezeptor in dem zentralen Nervensystem befindet.Verwendung nach Anspruch 16, wobei der Patient ein Mensch ist.Verwendung nach Anspruch 14, wobei das Medikament zur oralen, parenteralen
oder topischen Verabreichung geeignet ist.Verwendung nach Anspruch 14, wobei das Medikament zur Verabreichung
in Kombination mit mindestens einem d-Isomer von einem Analogen von d-Methadon vorgesehen
ist.Verwendung nach Anspruch 14, wobei das d-Methadon in Form eines pharmazeutisch
verträglichen Salzes vorliegt.