Erfindungsgebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum gleichzeitigen Messen von Länge und Brechungsfehler eines Auges in einem
kontaktfreien Modus.
Allgemeiner Stand der Technik
Im Fall von Katarakten werden Intraokularlinsen verwendet, um eine
Linse im Auge eines Patienten zu ersetzen. In solchen Fällen ist es wichtig,
die Länge und den Brechungsfehler des Auges des Patienten zu messen, um einen
angemessenen Ersatz für die Linse bereitzustellen. In vielen dieser Fälle
ist es jedoch nicht möglich, standardmäßige optische Refraktometrie
zu verwenden, weil der Fundus durch die getrübte Kataraktaugenlinse nicht sichtbar
ist. Standardmäßige optische Refraktometrie leidet unter dem zusätzlichen
Mangel, daß sie die Länge des Auges des Patienten nicht mißt.
Ultraschallbiometrie ist ein Verfahren, mit dem die Länge des
Auges des Patienten gemessen wird. Beim Durchführen der Ultraschallbiometrie
wird ein Ultraschallwandler auf der Hornhaut des Patientenauges plaziert. Als nächstes
wird ein Ultraschallimpuls von dem Wandler emittiert und wird von dem Fundus des
Auges zurückreflektiert. Wie wohlbekannt ist, hängt die Flugzeit des Impulses
von der Länge des Patientenauges und von dem Brechungsindex des Ultraschallimpulses
in dem Patientenauge ab. Anhand dieser Informationen kann die Länge des Patientenauges
bestimmt werden. Bei dem Einsatz der Ultraschallbiometrie gibt es jedoch einen Mangel.
Um ein Echo zu empfangen, das stark genug ist, um mit einem geeigneten Signal-Rauschverhältnis
gemessen zu werden, muß insbesondere der Ultraschallwandler in Kontakt mit
dem Patientenauge gebracht werden, und ein spezielles Kontaktgel muß verwendet
werden. Dies ist insofern ein Problem, da das Verfahren invasiv ist und in vielen
Ländern nur ein Doktor der Medizin dieses Verfahren verwenden darf.
Ein zum Messen der Länge des Patientenauges verwendetes alternatives
Verfahren verwendet kurz-kohärente Interferometrie und ist frei von dem oben
beschriebenen Mangel. Dieses alternative Verfahren wird in einem Artikel mit dem
Titel „Optical Coherence Tomography" von A. Fercher, Journal of Biomedical
Optics, Band 1, Nr. 2, April 1996, S. 157–173 (der „Fercher-Artikel")
beschrieben. Dieses alternative Verfahren ist jedoch insoweit beschränkt, als
es nur die Länge und nicht den Brechungsfehler des Patientenauges mißt.
Aus WO 93/20743 ist ein OCDR (Optical Coherence Domain Reflectometer)
zum Messen von Intraokularabständen bekannt. Diese Vorrichtung enthält
eine Quelle von Laserlicht. Dieses Laserlicht wird mit einem Schrittmotor zum Justieren
einer optischen Weglängendifferenz in ein Interferometer gekoppelt. Das Interferometer
überlagert zwei Lichtstrahlen mit einer optischen Weglängendifferenz.
Diese Lichtstrahlen werden in das menschliche Auge gekoppelt. Das von dem menschlichen
Auge reflektierte Licht wird an einen Saummustersignaldetektor übertragen,
der eine Fotozelle enthält.
Angesichts des oben Gesagten besteht ein Bedarf an einem Verfahren
und einer Vorrichtung zum simultanen Messen der Länge und des Brechungsfehlers
eines Auges, bevorzugt in einem kontaktfreien Modus.
Kurze Darstellung der Erfindung
Vorteilhafterweise sind Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Messen der Länge und
des Brechungsfehlers eines Auges in einem kontaktfreien Modus. Insbesondere ist
eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung, die Länge
und Brechungsfehler eines Auges mißt, die folgendes umfaßt: eine Quelle
kurz-kohärenter Strahlung, die Strahlung in ein Michelson-Interferometer koppelt,
wobei die Arme des Michelson-Interferometers eine vorbestimmte optische Weglängendifferenz
d = nl aufweisen, wobei n der Brechungsindex eines menschlichen Referenz- oder Standardauges
und l die Länge eines menschlichen Referenz- oder Standardauges ist; (b) einen
Einkoppler, der von dem Interferometer ausgegebene Strahlung in das Auge koppelt;
und (c) ein Übertragungssystem, das von dem Auge ausgegebene Strahlung zu einem
Spektrometer koppelt; wobei das Spektrometer die Verschiebung von Strahlung mißt,
um den Brechungsindex zu messen, und das Spektrometer Dichten von Säumen mißt,
um die Länge zu messen.
Kurze Beschreibung der Figur
1 zeigt in bildlicher Form eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, die zum gleichzeitigen Messen der Länge und des
Brechungsfehlers eines Auges in einem kontaktfreien Modus verwendet wird.
Ausführliche Beschreibung
1 zeigt in bildlicher Form eine Ausführungsform
100 der vorliegenden Erfindung, die zum gleichzeitigen Messen der Länge
und des Brechungsfehlers eines Auges in einem kontaktfreien Modus verwendet wird.
Wie in 1 gezeigt, umfaßt die Ausführungsform
100 der vorliegenden Erfindung eine kurz-kohärente
Lichtquelle 110. Bei der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist die kurz-kohärente Lichtquelle 110 eine Superlumineszenzdiode
(SLD). Von der SLD 110 ausgegebene Strahlung 120 wird von einem
Linsensystem 130 in einen kollimierten Strahl 140kollimiert. Der
kollimierte Strahl 140 trifft auf einen Strahlteiler 150 auf und
wird in Strahlen 160 und 170 aufgeteilt.
Wie weiter in 1 gezeigt, treffen die
vom Strahlteiler 150 ausgegebenen Strahlen 160 und 170
auf Retroreflektoren 180 und 190 auf, beispielsweise Spiegel
180 beziehungsweise 190. Wie der Durchschnittsfachmann wohl versteht,
sind SLD 110, Linsensystem 130, Strahlteiler 150 und
Retroreflektoren 180 und 190 üblicherweise in der Technik
als ein Michelson-Interferometer („Michelson-Interferometer 187")
bekannt. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Differenz d zwischen
der optischen Weglänge der strahlungsdurchquerenden Arme 200 und
210 des Michelson-Interferometers 187 so gewählt, das d =
nl, wobei n der Brechungsindex eines menschlichen Referenz- oder Standardauges und
l die Länge eines menschlichen Referenz- oder Standardauges ist. Der Brechungsindex
und die Länge eines typischen menschlichen Auges ist dem Durchschnittsfachmann
wohlbekannt. Beispielsweise kann der Brechungsindex als 1,336 und die Länge
l als 24 mm angenommen werden.
Die reflektierten Strahlen werden von dem Strahlteiler 150
vereinigt und treffen auf den Strahlteiler 220 auf. Der Strahlteiler
220 lenkt einen Teil der einfallenden Strahlung in Richtung der Linse
230 des Auges 240. Die Augenlinse 230 fokussiert die
einfallende Strahlung mehr oder weniger auf den Fundus 250 des Auges
240, wodurch eine Sekundärlichtquelle auf dem Fundus erzeugt wird.
Aus dieser Sekundärlichtquelle auf dem Fundus 250 austretende Strahlung
wird von der Augenlinse 230 im Fall eines emmetropischen Auges in im wesentlichen
parallele Strahlen kollimiert, von einem emmetropischen Auge ausgegebene Strahlung
wird durch eine durchgezogene Linie angezeigt. Die kollimierte Strahlung tritt durch
den Strahlteiler 220 hindurch und trifft auf ein Übertragungslinsensystem
auf, das Übertragungslinsensysteme 270 und 280 enthält.
von dem Übertragungslinsensystem 260 ausgegebene Strahlung
290 trifft auf ein Gitter 300 auf, und vom Gitter 300
ausgegebene Strahlung trifft auf eine Blende 305 auf. Die Blende
305 umfaßt mindestens drei dezentrierte Aperturen, die axial von der
optischen Achse des Übertragungslinsensystems versetzt sind, 1
zeigt nur zwei der Aperturen, Aperturen 310 und 320 zum leichteren
Verständnis der vorliegenden Erfindung.
Auf das Gitter 300 auftreffende Strahlung wird in ein Strahlungsbündel
erster Ordnung und ein Strahlungsbündel nullter Ordnung aufgeteilt. Gemäß
Verfahren, die dem Durchschnittsfachmann wohlbekannt sind, ist das Gitter
300 so geblazet, daß das Strahlungsbündel erster Ordnung den
größten Teil der gebeugten Strahlen enthält. Als nächstes wird
durch durchgezogene Linien 360 und 370 dargestellte Strahlung
in den Bündeln erster Ordnung von den Fokussierungslinsensystemen
380 beziehungsweise 390 als durchgezogene Linien 387
beziehungsweise 397 auf CCD-Zeilendetektoren 400 beziehungsweise
410 fokussiert. Die Ausgabe von den CCD-Zeilendetektoren 400 und
410 werden schließlich als eine Eingabe an einen Computer
500 bereitgestellt.
Folgendes liefert eine Beschreibung, wie die Ausführungsform
100 verwendet wird: (a) zur Messung des Brechungsfehlers eines Auges und
(b) zum Messen der Länge des Auges.
Messung des Brechungsfehlers eines Auges
Im Fall eines emmetropischen Auges umfaßt aus der Augenlinse
230 austretende Strahlung, wie durch durchgezogene Linien 425
und 435 angezeigt, Strahlen, die im wesentlichen parallel sind. Im Fall
eines ametropischen Auges jedoch umfaßt aus der Augenlinse 230 austretende
Strahlung, wie durch gepunktete Linien 420 und 430 angezeigt,
Strahlen, die nicht parallel sind. Wie in 1 gezeigt
stellen gepunktete Linien 385 und 395 auf die CCD-Zeilendetektoren
400 beziehungsweise 410 auftreffende Strahlung dar, die aus einem
ametropischen Auge kommt, und die durchgezogenen Linien 387 und
397 stellen auf die CCD-Zeilendetektoren 400 beziehungsweise
410 auftreffende Strahlung dar, die von einem emmetropischen Auge kommen.
Man beachte, daß auf die CCD-Zeilendetektoren 400 beziehungsweise
410 auftreffende Strahlung, die von einem ametropischen Auge kam, seitlich
von der und parallel zu der Strahlung verschoben ist, die auf die CCD-Zeilendetektoren
400 beziehungsweise 410 auftrifft, die von einem emmetropischen
Auge kam. Zudem ist gemäß der vorliegenden Erfindung die oben identifizierte
seitliche Verschiebung der Strahlung auf dem jeweiligen CCD-Zeilendetektor proportional
zu dem Winkel zwischen den gepunkteten Linien 420 und 430 (die
die von einem ametropischen Auge kommende Strahlung darstellen) und den durchgezogenen
Linien 425 beziehungsweise 435 (die von einem emmetropischen Auge
kommende Strahlung repräsentieren) an der Augenlinse 230. Dieser Winkel
wird unten als der Divergenzwinkel bezeichnet.
Wenngleich in 1 nicht gezeigt, bewirkt,
wie dem Durchschnittsfachmann wohlbekannt ist, das Gitter 300 eine Winkelaufweitung
der Strahlung erster Ordnung aufgrund von Dispersion, und diese Winkeldispersion
führt zu einer seitlichen Aufweitung des Brennpunkts des Flecks auf den CCD-Zeilendetektoren.
Wie ebenfalls dem Durchschnittsfachmann wohlbekannt ist, liefern
CCD-Zeilendetektoren 400 und 410 (als Ausgabe zum Computer
500) einen Datenvektor, der die Intensitätsverteilung von darauf auftreffender
Strahlung als eine Funktion der Pixelanzahl darstellt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Hüllfunktion
der Intensitätsverteilung eine Gaußsche Verteilungsfunktion, die durch
Muller-Säume moduliert wird; die Ausbildung von Muller-Säumen wird unten
in Verbindung mit einer Beschreibung dessen, wie die Ausführungsform
100 verwendet wird, um die Länge des Auges 240 zu messen,
ausführlicher erläutert. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird
der von jedem der CCD-Zeilendetektoren 400 und 410 ausgegebene
Datenvektor im Computer 500 auf eine Weise, die dem Durchschnittsfachmann
wohlbekannt ist, mit einer im Computer 500 (beispielsweise im Speicher)
gespeicherten Gaußschen Schablonenfunktion unter Verwendung einer beliebigen
einer Reihe von Korrelationstechniken, die dem Durchschnittsfachmann wohlbekannt
sind, korreliert. Als nächstes wird die Position entsprechend der Schablonenfunktion,
die die nächstliegende Korrelation mit dem Datenvektor liefert, im Computer
500 gespeichert (beispielsweise in einem Speicherbauelement oder in einer
Speicherung wie etwa einer Platte), als die Positionskoordinate des Flecks der Strahlung
auf den jeweiligen CCD-Zeilendetektor. Eine Beziehung zwischen dem Divergenzwinkel
&thgr; und der Positionskoordinate des Flecks von Strahlung auf jedem der CCD-Zeilendetektoren
für eine bestimmte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird gemäß
der folgenden Kalibrierungsprozedur bestimmt.
Gemäß der Kalibrierungsprozedur wird ein „künstliches"
Auge ausgebildet, das eine Linse umfaßt, die einfallende Strahlung von der
SLD 110 auf ein streuendes Ziel, beispielsweise Papier, fokussiert, das
an der Position des Fundus 250 plaziert ist. Als nächstes wird die
Position des Flecks auf den jeweiligen CCD-Zeilendetektoren als Funktion der Position
x des streuenden Ziels bestimmt. Position x = 0 ist die Position, wo die Strahlung
auf das streuende Ziel fokussiert wird (dies emuliert ein emmetropisches Auge),
und Positionen x ≠ 0 sind Positionen, wo Strahlung auf das streuende Ziel
defokussiert wird (dies emuliert ein ametropisches Auge). Als nächstes wird
die Position des Flecks auf den jeweiligen CCD-Zeilendetektoren als Funktion der
Position x gespeichert. Als letztes wird der Divergenzwinkel &thgr; unter Verwendung
der Tatsache bestimmt, daß die gemessene Verschiebung x des streuenden Ziels
zu dem Divergenzwinkel &thgr; durch die Formel &thgr; = x/f in Beziehung steht,
wobei f die Brennweite des „künstlichen" Auges ist.
Die oben beschriebenen Informationen werden dann gemäß einer
Analyse verwendet, die in einem Artikel mit dem Titel „Sensors in Ophthalmology"
von T. Hellmuth beschrieben wird, der auf Seiten 290–323 in einem Buch mit
dem Titel „Sensors Update", herausgegeben von H. Baltes, W. Göpel und
J. Hesse, erschien, veröffentlicht von Wiley-VCH Verlag GmbH, Weinheim, Deutschland
1998 (der „Hellmuth-Artikel"). Insbesondere reichen, wie in dem Hellmuth-Artikel
beschrieben, Divergenzwinkel in der x- und y-Richtung (&thgr;x und &thgr;y)
und die Positionen von zwei Strahlen aus, um einen sphärischen und zylindrischen
Brechungsfehler des Auges 240 zu bestimmen. Die OPD (optische Wegabweichung)
der Linse 230 vom Auge 240 kann dann wie folgt für Defokussierung
und Astigmatismus in drei Zernike-Polynome entwickelt werden:
OPD(&rgr;,&phgr;) = &agr;Zsph(&rgr;,&phgr;) + &bgr;Zcyl1(&rgr;,&phgr;)
+ &ggr;Zcyl2(&rgr;,&phgr;)(1)
wobei das „sphärische" Zernike-Polynom definiert ist als:
Zsph(&rgr;,&phgr;) = 2&rgr;2 – 1(2)
wobei zwei „zylindrische" Zernike-Polynome definiert sind als:
Zcyl1(&rgr;,&phgr;) = &rgr;2cos (2&phgr;)(3)
Zcyl2(&rgr;,&phgr;) = &rgr;2sin (2&phgr;)(4)
und wobei (&rgr;,ϕ) Polarkoordinaten der Strahlen an der Pupille von Auge
240 sind.
Die Winkel der Strahlen an der Pupille von Auge 240 sind
gleich der Orientierung des Gradienten der OPD. Wenn die Winkel &thgr;xi
und &thgr;yi von zwei Strahlen und zwei Punkten an der Pupille mit bekannten
Koordinaten &rgr;i,ϕi (i = 1, 2) bekannt sind, können
die Entwicklungskoeffizienten &agr;, &bgr;, &ggr; berechnet werden, indem
das folgende lineare Gleichungssystem (i – 1, 2) gelöst wird:
∇xOPD(&rgr;i,&phgr;i)/∣⁣∇OPD(&rgr;i,&phgr;i)∣⁣
= cos(&thgr;xi)(5)
∇yOPD(&rgr;i,&phgr;i)/∣⁣∇OPD(&rgr;i,&phgr;i)/∣⁣
= cos(&thgr;yi)(6)
Anhand der Entwicklungskoeffizienten &agr;, &bgr;, &ggr; werden
dann der sphärische Brechungsfehler (S), der zylindrische Brechungsfehler (C)
und die Winkelorientierung des zylindrischen Brechungsfehlers &PHgr; von Auge
240 wie folgt beschrieben.
C =(&bgr;2 + &ggr;2)S(7)
&PHgr; = S arctan (&ggr;/&bgr;) – 45°(8)
S = &agr; – C/2(9)
Um &rgr;i, &phgr;i (i = 1, 2), die bekannten
Koordinaten der beiden Strahlen an der Pupille von Auge 240, zu bestimmen,
wird die Tatsache verwendet, daß &rgr;i, &phgr;i
die Polarkoordinaten des Bildes der dezentrierten Aperturen von Blende
305 (beispielsweise Aperturen 310 und 320 von Blende
305) an der Pupille von Auge 240 sind. Bei der in 1
gezeigten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt die Vergrößerung
1, weshalb &rgr;i, ϕi gleich den Koordinaten
der jeweiligen Aperturen sind. Insbesondere ist pi der radiale Abstand der Mitte
einer Apertur von der optischen Achse, beispielsweise der optischen Achse der Übertragungslinsensysteme
270 und 280, und ϕi ist der Azimutwinkel relativ
zu beispielsweise einer vertikalen Achse.
Bei einer alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
kann zwischen Auge 240 und Übertragungslinsensystem 270 eine
kompensierende Optik plaziert werden, um den Brechungsfehler des Auges
240 zu kompensieren. Geeignete kompensierende Optiken sind beispielsweise
in dem US-Patent Nr. 3,822,932 und dem US-Patent Nr. 4,650,301 beschrieben. In diesem
Fall wird die Ausführungsform der Erfindung eine „nullende Einrichtung".
Hier wird die kompensierende Optik verstellt, bis die Verschiebung von beispielsweise
der Strahlen 385 und 395 an den CCD-Arrays 400 beziehungsweise
410 null sind. Bei einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Nachstellung
automatisch unter der Anleitung des Computers 500.
Messung der Länge eines Auges
Gemäß der vorliegenden Erfindung und wie in dem Fercher-Artikel
unter Bezugnahme auf 6 davon beschrieben, umfaßt die Ausführungsform
100 ein Doppelstrahl-Michael-Interferometer. Wie aus dem Fercher-Artikel
hervorgeht, ist das Doppelstrahl-Interferometer vorteilhaft, weil eine Translationsbewegung
des Auges 240 sich auf die Anpassungsbedingung nicht auswirkt und bei der
Abstandsmessung keinen Fehler erzeugt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird vom Fundus
250 reflektierte (also vom Strahlteiler 220 in Richtung von Auge
240 gelenkte) Strahlung der von der Hornhaut 235 reflektierten
Strahlung (also von dem Strahlteiler 220 zum Auge 240 gelenkten)
überlagert. wenn der Abstand zwischen den lichtemittierenden Stellen, d.h.
Fundus 250 und Hornhaut 235, an die optische Wegdifferenz d des
Michelson-Interferometers 187 angepaßt wird, kommt es zu Interferenzen
zwischen entsprechenden Strahlkomponenten. Gemäß der vorliegenden Erfindung
kann die Kohärenzfunktion des aus dem oben beschriebenen Doppelstrahl-Interferometer
austretenden Strahlungsfelds ohne bewegliche Teile unter Verwendung eines Spektrometers
gemessen werden, um ein Spektrum der Strahlungsquelle zu liefern, die mit Muller-Säumen
strukturiert ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist zudem die Dichte
der Muller-Säume proportional zu der Fehlanpassung zwischen der wahren Augenlänge
und der Standardaugenlänge l.
Wie in dem Fercher-Artikel beschrieben, siehe insbesondere
17 und die diese betreffende Erörterung, umfassen Spektrometer
in der in 1 gezeigten Ausführungsform
100 das Gitter 300 und jeweilige fokussierende Linsensysteme
380 und 390 und jeweilige CCD-Zeilendetektoren 400 und
410.
Die Wirktheorie der Ausführungsform 100 kann wie folgt
verstanden werden. Wenn man sich der Veranschaulichung halber die SLD
110 als eine abstimmbare monochromatische Quelle vorstellt, würde
für eine bestimmte Wellenlänge das Michelson-Interferometer
187 wegen destruktiver Interferenz an seinem Ausgang keine Intensität
zeigen. Dies ist, weil das Michelson-Interferometer 187 wie ein Hohlraum
mit Resonanzen wirkt. Der freie Spektralbereich ist &dgr;&ngr; = c/(2d), wobei
d die optische Weglängendifferenz der die beiden Arme des Michelson-Interferometers
187 durchquerenden Strahlung ist. Wenn man die SLD 110 mit ihrem
breiten Spektrum als Eingabe zum Michelson-Interferometer 187 verwendet,
zeigt das Spektrum der Ausgabe des Michelson-Interferometers 187 als Muller-Säume
bekannte „schwarze" Linien. Die Dichte der Linien in der Ausgabe von dem
Michelson-Interferometer 187 ist an sich jedoch sehr hoch.
Das Auge 240 selbst umfaßt ein Fabry-Perot-Interferometer
mit einer Armlängendifferenz 2nl, das Muller-Säume mit einer Dichte liefert,
die mit der des externen Michelson-Interferometers 187 vergleichbar ist.
Der freie spektrale Bereich des „Auge-Interferometers" beträgt &dgr;&ngr;
= c/(4nl). Muller-Säume werden auch in diesem Fall mit einer Dichte erzeugt,
die so hoch ist, daß sie vom Gitter 300 nicht aufgelöst werden
können. Gemäß der vorliegenden Erfindung jedoch, wenn die Augenarmlängendifferenz
2nl nahe bei d liegt, der optischen Weglängendifferenz von die beiden Arme
des Michelson-Interferometers 187 durchquerenden Strahlung, weist dieses
Doppel-Interferometer (die Kombination aus Michelson-Interferometer 187
und Auge 240) Resonanzen mit einem freien Spektralbereich von &dgr;&ngr;
= c/(2(d – 2nl)) auf, was von den Gitterspektrometern der Ausführungsform
100 aufgelöst werden kann.
Dies kann insbesondere weiter wie folgt verstanden werden. Jede Wellenlängenkomponente
der von der SLD 110 ausgegebenen Strahlung wird vom Strahlteiler
150 in einen Partialstrahl a, der sich im Arm 200 ausbreitet (den
kurzen Arm des Michelson-Interferometers 187), und Partialstrahl b, der
sich im Arm 210 ausbreitet (der lange Arm des Michelson-Interferometers
187) unterteilt. Die optische Wegdifferenz zwischen Arm 200 und
Arm 210 beträgt d. Dann wird Partialstrahl a in Strahl a1 und Strahl
a2 von der Hornhaut 235 des Auges 240 aufgeteilt. Strahl a1 wird
vom Fundus 250 reflektiert, und Strahl a2 wird von der
Hornhaut 235 reflektiert. Die optische Wegdifferenz zwischen den Strahlen
a1 und a2 beträgt 2nl. Partialstrahl b wird ebenfalls an der Hornhaut
235 in Partialstrahlen b1 und b2 aufgeteilt. Die vier Partialstrahlen a1,
a2, b1 und b2 werden am Detektor überlagert, und Interferenzterme sind für
alle möglichen Kombinationen möglich. Nur die Überlagerung von Partialstrahlen
a1 und b2 jedoch liefert Interferenzmaxima als Funktion der Wellenlänge, die
ausreichend getrennt sind, um von den Gitterspektrometern von Ausführungsform
100 aufgelöst zu werden. Der Abstand zwischen Maxima ist gegeben durch
&dgr;&lgr; = &dgr;&ngr;&lgr;2/c = &lgr;2/(2(d
– 2nl)). Die erforderliche Auflösung des Spektrometers ist &dgr;&lgr;/&lgr;
= &lgr;(2(d – 2nl)). Mit einem Gitter von N = 100 Linien innerhalb der
Apertur von beispielsweise 1 mm läßt sich eine Auflösung &dgr;&lgr;/&lgr;
= 1/N = 0,01 erreichen. In diesem Fall ist d – 2nl < N&lgr;/2 = 50 &mgr;m
der Erfassungsbereich des Augenlängenabschnitts der Ausführungsform
100. Dies liegt auch in der Größe der Spektralbreite von SLD
110. Die Augenlängenvariation von menschlichen Augen ist viel höher
als 50 &mgr;m. Sie kann mehrere Millimeter betragen. Um diesen Variationsbereich
abzudecken, ist ein Retroreflektor 190 auf einem (nicht gezeigten) beweglichen
Tisch montiert. Der bewegliche Tisch wird von einem (nicht gezeigten) Schrittmotor
mit einer Genauigkeit parallel verschoben, die besser ist als der Erfassungsbereich
der Ausführungsform 100 nach Bestimmung durch die Auflösung des
Spektrometers und die Kohärenzlänge des SLD 110. Der Schrittmotor
wird vom Computer 500 auf eine dem Durchschnittsfachmann wohlbekannte Weise
gesteuert. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird der bewegliche Tisch
parallel verschoben, bis die Muller-Säume an den Saumdetektoren detektiert
werden, d.h. den CCD-Zeilendetektoren 400 und 410. Die Position
des beweglichen Tischs bestimmt die Armlängendifferenz d.
Die Muller-Säume liefern eine Modulation der Strahlungsintensitätsverteilung
auf den CCD-Zeilendetektoren 400 und 410. Um die Dichte der Muller-Säume
zu erhalten, wird im Computer 500 gemäß den Durchschnittsfachmann
wohlbekannten Verfahren eine stückweise Fourier-Transformation des CCD-Datenausgabevektors
vorgenommen. Dies erzeugt die lokale Raummodulationsfrequenz, anhand derer die Differenz
d – 2nl und daraus die Länge des Auges 240 bestimmt wird.
Wie der Durchschnittsfachmann ohne weiteres anhand des oben Gesagten
erkennt, wird gemäß der vorliegenden Erfindung vorteilhafterweise das
Gitter 300 zum Ablenken von Strahlung zu CCD-Zeilendetektoren
400 und 410 verwendet, um Informationen hinsichtlich Ametropie
und zur Spektralanalyse von Muller-Säumen zur Bereitstellung von Informationen
hinsichtlich der Differenz zwischen der wahren Länge des Auges 240
und l, der Länge eines Standardauges, bereitzustellen.
Abschließend ist die vorliegende Erfindung zwar hinsichtlich
CCD-Zeilendetektoren beschrieben worden, doch versteht der Durchschnittsfachmann
ohne weiteres, daß auch Differentialdioden verwendet werden können. Differentialdioden
umfassen zwei Dioden, die durch einen engen Stab mit einer Breite in der Größenordnung
von 10 Mikrometer getrennt sind. Wenn ein Strahlungsstrahl mit einem Durchmesser
viel größer als die Stabbreite symmetrisch auf die Dioden auffällt,
erzeugen beide Dioden den gleichen Fotostrom. Wenn der Strahlungsstrahl jedoch seitlich
versetzt ist, ist die Differenz zwischen den Fotoströmen der beiden Dioden
nicht gleich null und ist statt dessen proportional zu der Verschiebung des Strahlungsstrahls.
Eine Quadrantdiode umfaßt vier Dioden, die durch ein Kreuz mit einer Stabbreite
ebenfalls in der Größenordnung von 10 Mikrometern getrennt sind. Dem Durchschnittsfachmann
ist wohlbekannt, daß von den vier Dioden produzierte Fotoströme auf vorbestimmte
Weisen subtrahiert und addiert werden können, um zwei Signale zu erhalten,
die proportional zu der x- und y-Verschiebung des Strahlungsstrahls sind.
Der Fachmann erkennt, daß die vorausgegangene Beschreibung lediglich
zum Zweck der Veranschaulichung und Beschreibung vorgelegt worden ist. Als solche
soll sie nicht erschöpfend sein oder die Erfindung auf die offenbarte präzise
Form beschränken.