Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umsetzung eines ersten Farbwertes,
der durch erste Farbkoordinaten in einem durch Farbparameter definierten Farbraum
bestimmt wird, wobei diese ersten Farbkoordinaten außerhalb der Grenzen eines
vorbestimmten Farbbereiches innerhalb des Farbraumes liegen, in einen zweiten Farbwert,
der durch zweite Farbkoordinaten in dem Farbraum bestimmt wird, wobei diese zweiten
Farbkoordinaten auf der Grenze des Farbraums liegen, welches Verfahren die Bestimmung
eines Ortes auf der Grenze, der in dem Farbraum den ersten Farbkoordinaten am nächsten
liegt, in Übereinstimmung mit einer vorbestimmten Abstandsberechnungsregel
umfaßt.
Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Bildreproduktionssystem zur
Reproduktion eines Farbbildes, mit einer Eingabeeinrichtung zum Empfang elektrischer
Eingangsbildsignale, die erste Farbwertsignale entsprechend Farbkoordinaten in einem
durch Farbparameter definierten Farbraum umfassen, einer mit der Eingabeeinrichtung
verbundenen Verarbeitungseinrichtung zum Erzeugen elektrischer Ausgangsbildsignale,
die zweite Farbwertsignale umfassen, deren entsprechende Farbkoordinaten innerhalb
eines vorbestimmten Farbbereiches in dem Farbraum liegen, einer Ausgabeeinrichtung,
die mit einer Steuereinrichtung zum Erzeugen von Bildreproduktionssignalen verbunden
ist, und einem Bildreproduktionsgerät, das mit der Ausgabeeinrichtung verbunden
und dazu in der Lage ist, Farben mit Farbkoordinaten zu reproduzieren, die innerhalb
des vorbestimmten Farbbereiches liegen, um ein Farbbild anhand von Bildreproduktionssignalen
zu reproduzieren, die dem Bildreproduktionsgerät zuzuführen sind, wobei
die Verarbeitungseinrichtung eine Farbumsetzeinrichtung, die dazu ausgebildet ist,
ein erstes Farbwertsignal, das außerhalb des vorbestimmten Farbbereiches liegenden
ersten Farbkoordinaten entspricht, in ein zweites Farbwertsignal umzusetzen, das
auf der Grenze dieses vorbestimmten Farbbereiches liegenden zweiten Farbkoordinaten
entspricht, und eine Einrichtung zur Berechnung von Abständen in dem Farbraum
in Übereinstimmung mit einer vorbestimmten Abstandsberechnungsregel aufweist.
Verfahren und Geräte zum Transformieren von Farbbildern aus einem
Farbbereich in einen anderen sind allgemein im Stand der Technik bekannt. Zum Beispiel
beschreibt US 5 323 249 ein Verfahren zur
Reproduktion von Farbbildern mit Anpassung der Farbskala eines von einer ersten
Einrichtung erzeugten Bildes an die Farbskala einer zweiten Einrichtung, die zur
Reproduktion dieses Bildes verwendet wird, wobei in dem Anpassungsprozeß die
Farbskala der ersten Einrichtung durch Extrapolation, unter Verwendung von Daten
sowohl aus einrichtungsunabhängigen und einrichtungsabhängigen Farbräumen,
auf die Farbskala der zweiten Einrichtung in der zweiten Einrichtung abgebildet
wird.
Ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art ist aus der internationalen
Patentanmeldung WO 95/22866 bekannt, die das Problem erwähnt, wenn eingegebene
Farben durch ein Bildreproduktionsgerät wie z. B. ein Druckgerät nicht
reproduziert werden können. Dies liegt daran, daß eine Quelle von Bildsignalen
wie z. B. ein Scanner, ein Display oder ein Grafik-Softwareprogramm zur Seitenkomposition
einen anderen Farbbereich, auch als die "Farbskala" bezeichnet, hat als ein Bildreproduktionsgerät
wie etwa ein Druckgerät oder ein Display. In einem Druckgerät wird der
zu reproduzierende Farbbereich unter anderem durch die verwendeten Primärtinten
bestimmt, so im Fall eines Tintenstrahldruckers, oder durch die Primärfarben-Toner
im Fall eines elektrophotographischen Druckers.
Dieses Problem kann allgemein dadurch gelöst werden, daß
der gesamte Eingabefarbbereich so komprimiert wird, daß er in den reproduzierbaren
Farbbereich paßt. Der Nachteil besteht darin, daß alle eingegebenen Farbwerte
einschließlich der ursprünglichen Farbwerte, die bereits innerhalb des
Ausgabefarbbereiches liegen, verändert werden. Ein alternatives Verfahren verwandelt
nur die Farbwerte, die nicht in dem Ausgabefarbbereich liegen, in die nächstliegenden
Farbwerte auf der Grenze des Ausgabefarbbereiches, wobei dieser Prozeß als
"Clipping" bekannt ist. Zu diesem Zweck wird in dem Farbraum, in dem die Farbwerte
definiert sind, ein kleinster euklidischer Abstand zwischen einer Eingabefarbe und
der nächstliegenden Ausgabefarbe berechnet. Dieses Verfahren wird auch bei
dem Verfahren benutzt, das in der oben genannten Patentanmeldung beschrieben wird.
Ein bekannter Nachteil des Clipping besteht darin, daß Eingabefarbwerte,
die voneinander verschieden sind, in ein und denselben Ausgabefarbwert umgesetzt
werden können. Ein weiterer Nachteil des Clipping besteht darin, daß zwei
benachbarte Eingabefarbwerte in zwei Ausgabefarbwerte umgesetzt werden können,
die weiter auseinander liegen. Dies geschieht insbesondere dann, wenn die Grenze
des Ausgabefarbbereiches nicht eine kontinuierliche Konfiguration hat, sondern die
Grenze in dem Farbraum scharf definierte, nach außen gerichtete Ausläufer
aufweist. Solche Ausläufer entsprechen gewöhnlich den stärker gesättigten
Primärfarben im Vergleich zu Mischfarben mit geringerer Sättigung, die
durch Mischen der Primärfarben erhalten werden. Eingabefarbwerte werden dann
nicht in die Farbwerte umgesetzt, die zwischen diesen Ausläufern liegen, sondern
in Farbwerte, die diesen Ausläufern entsprechen, da die weiter außen in
dem Eingabefarbraum liegenden Farbwerte häufig diejenigen sind, die diesen
Ausläufern am nächsten liegen.
Das Verfahren gemäß der Erfindung vermeidet diese Nachteile
und ist dadurch gekennzeichnet, daß der genannte nächstliegende Ort auf
der Grenze in Abhängigkeit von dem Abstand der ersten Farbkoordinaten zu der
Grenze in einen Abschnitt der Grenze entfaltet wird, der Teile enthält, die
in dem Farbraum weiter von den ersten Farbkoordinaten entfernt liegen, und daß
die zweiten Farbkoordinaten auf der Grundlage dieses Abschnitts der Grenze bestimmt
werden.
Das Reproduktionssystem gemäß der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß die Farbumsetzeinrichtung dazu ausgebildet ist, das den
zweiten Farbkoordinaten entsprechende zweite Farbwertsignal auf der Grundlage von
Farbkoordinaten zu erzeugen, die in einem Abschnitt auf der Grenze des vorbestimmten
Farbraumes liegen, welcher Abschnitt einen Ort auf der Grenze enthält, der
in dem Farbraum den ersten Farbkoordinaten am nächsten liegt, und auch Teile
der Grenze enthält, die in dem Farbraum weiter von den ersten Farbkoordinaten
entfernt liegen, und der in Abhängigkeit von dem Abstand der ersten Farbkoordinaten
von der Grenze bestimmt wird.
Statt für die Umsetzung einfach den Teil der Grenze zu nehmen,
der den ersten Farbkoordinaten am nächsten liegt, werden nun auch weiter entfernt
liegende Teile der Grenze berücksichtigt. Auf diese Weise wird der Einfluß
etwaiger Diskontinuitäten der Grenze auf die Bestimmung der zweiten Farbkoordinaten
vermindert, da nun eine größere Anzahl von Optionen zur Verfügung
steht. Indem der Abstand im Farbraum zwischen den umzusetzenden ersten Farbkoordinaten
und der Grenze in Betracht gezogen wird, erhält man eine graduelle Progression
der Größe des entfalteten Teils der Grenze, so daß für erste
Farbkoordinaten, die nahe an der Grenze liegen, weniger Umsetzoptionen vorhanden
sind als für weiter entfernt liegende Farbkoordinaten.
Eine andere Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
daß das Entfalten die Einbeziehung eines Teils der Grenze umfaßt, der
zwischen einem ersten Abstand und einem zweiten Abstand von den in dem Farbraum
definierten ersten Farbkoordinaten liegt, wobei der erste Abstand dem Abstand zwischen
dem den ersten Farbkoordinaten am nächsten liegenden Teil der Grenze und den
ersten Farbkoordinaten entspricht und der zweite Abstand größer ist als
der erste Abstand. Der entfaltete Teil der Grenze kann auf diese Weise eindeutig
bestimmt werden, während die ihm entsprechenden Farbkoordinaten stets innerhalb
eines bestimmten maximalen Abstands von den ersten Farbkoordinaten liegen.
Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, daß der zweite Abstand bestimmt wird, indem der erste Abstand
um einen Wert vergrößert wird, der gleich einem konstanten Faktor mal
den ersten Abstand ist. Dies hat die Wirkung, daß der zur Auswahl stehende
entfaltete Teil der Grenze um so kleiner wird, je näher die ersten Farbkoordinaten
der Grenze liegen, und schließlich mit den ersten Farbkoordinaten zusammenfällt.
Auf diese Weise erhält man eine stetige Verbindung zu den ersten Farbkoordinaten,
die innerhalb des Ausgabefarbraumes liegen.
Eine Ausführungsform des Verfahrens ist weiter dadurch gekennzeichnet,
daß ein Abstand zwischen zwei Farbwerten in dem Farbraum auf der Grundlage
einer Summation von quadratischen Abweichungen zwischen den entsprechenden Farbkoordinaten
für wenigstens zwei Farbparameter bestimmt wird. Dies ist äquivalent zu
einer euklidischen Definition des Abstands und folgt den konventionellen Definitionen
des Abstands in einem Farbraum. In einem Farbraum, der durch Farbparameter für
die Helligkeit L, die Chrominaz C und den Farbton H definiert ist, kann ein Abstand
in einer Ebene beispielsweise einfach durch Bezugnahme auf die Parameter L und C
oder ein räumlicher Abstand durch Bezugnahme auf die Parameter L, C und H verwendet
werden.
Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Bestimmung eines Abstands die mit für jeden Farbparameter
unterschiedlichen Gewichtsfaktoren gewichteten quadratischen Abweichungen summiert
werden. Indem man einem der Farbparameter, z. B. dem Farbton, bei der Berechnung
des Abstands ein größeres Gewicht gibt, können die Verschiebungen
im Farbton verringert werden.
Eine weitere Ausführungsform des Verfahrens erhält man dadurch,
daß die zweiten Farbkoordinaten gebildet werden, indem ein Mittelwert der ausgewählten
Farbwerte des genannten Abschnitts der Grenze gebildet wird. Indem all die auf der
Grenze liegenden Farbwerte berücksichtigt werden, wird der Einfluß einer
nicht-kontinuierlichen Konfiguration der Grenze auf die Festlegung der zweiten Farbkoordinaten
vermindert.
Das Verfahren und das Reproduktionsgerät gemäß der
Erfindung werden im einzelnen anhand der nachstehenden Figuren erläutert werden,
in denen zeigen:
1 ein Bildreproduktionsgerät zum Drucken von Bildern
auf der Grundlage von empfangenen elektrischen Bildsignalen;
2 die Verarbeitung von Farbwertsignalen
in dem Bildreproduktionsgerät nach 1;
3 ein Diagramm eines Farbbereiches im CIE-Lab Farbraum;
4 einen Querschnitt durch zwei unterschiedliche Farbräume;
5 das Prinzip der Kompression und des Clipping von Farbwerten;
6 eine Anzahl von Beispielen für das Clippen von
Farbwerten auf der Grundlage eines minimalen Abstands in dem Farbraum;
7 das Prinzip der Umsetzung von Farbwerten, die außerhalb
eines Farbraumes liegen, in Übereinstimmung mit der Erfindung;
8 ein Verfahren gemäß der Erfindung;
9 eine erste Ausführungsform eines Bildreproduktionsgerätes
gemäß der Erfindung; und
10 eine zweite Ausführungsform eines Bildreproduktionsgerätes
gemäß der Erfindung.
1 ist ein Diagramm eines Bildreproduktionsgerätes
1, das dazu geeignet ist, Bildsignale mit Hilfe eines Druckers
2 zu drucken, sei es anhand von zugeführten elektrischen Bildsignalen
B2, die von einem Scanner 3 stammen, oder anhand von elektrischen Bildsignalen
B1, die aus Drucksignalen P stammen, die über einen Controller 4 empfangen
werden. Eine Steuereinheit 5 koordiniert die Verarbeitung dieser Bildsignale
B1 und B2 durch die verschiedenen Einheiten mit Hilfe von Steuersignalen CTRL, die
diesen Einheiten zuzuführen sind. Eine Bedienungsperson kann den Prozeß
über die Steuereinheit 5 beeinflussen. Die Bildsignale B1 und B2 können
zeitweise in einer geeigneten Speichereinrichtung 6 abgelegt werden. Eine
Bildverarbeitungseinheit 7 verarbeitet die Bildsignale B1 und B2 in Übereinstimmung
mit den von der Steuereinheit 5 übermittelten Steuersignalen CTRL
und erzeugt Ausgabebildsignale O. Diese Ausgabebildsignale O werden dann durch eine
Ausgabeeinrichtung 8 so angepaßt, daß sie für die Zufuhr
zum Drucker 2 in der Form von Reproduktionssignalen R geeignet sind.
Der Scanner 3 ist dazu eingerichtet, eine Vorlage mit Hilfe
photoelektrischer Wandler wie etwa CCDs abzutasten und Farbbildsignale R, G und
B für jedes abgetastete Bildelement zu erzeugen, wobei diese Farbbildsignale
nacheinander die Menge an reflektiertem Licht in den Auszugsfarben Rot, Grün
und Blau angeben. Die Farbbildsignale R, G und B werden durch Analog/Digital-Wandler
mit einer 8-Bit Codierung für jedes Signal in die digitale Form umgewandelt.
Der Controller 4 ist dazu eingerichtet, elektrische Drucksignale
P, die z. B. von einer Workstation zur Seitenerstellung oder von einem Datenverarbeitungsrechner
erzeugt werden, wieder in Farbbildsignale R, G und B umzuwandeln. Die Drucksignale
P können in diesem Fall Schriftzeichenbefehle zum Drucken eines bestimmten
Buchstabens in einer bestimmten Farbe enthalten, und der Controller 4 muß
diese Schriftzeichenbefehle in Farbbildsignale R, G, B für jedes Bildelement
umwandeln. Dieser Prozeß wird häufig als "Rastern" bezeichnet.
Die Speichereinrichtung 6 ist dazu eingerichtet, elektrische
Bildsignale R, G und B in digitaler Form zu speichern, vorzugsweise mindestens für
ein vollständiges Bild. Die Speichereinrichtung 6 kann unter diesen
Bedingungen z. B. mit Halbleiterspeichern wie etwa RAMs oder mit magnetischen Plattenspeichern
ausgerüstet sein.
Die Bildverarbeitungseinheit 7 stellt Bildverarbeitungsoperationen
bereit, die von der Steuereinheit 5 benötigt werden, beispielsweise
Vergrößerung oder Verkleinerung, notwendige Bildfilter-Verarbeitungsoperationen
wie etwa Scharf- oder Weichzeichnung, und eine Umsetzung von Eingabefarben aus dem
Scanner 3 oder dem Controller 4 in Ausgabefarben des Druckers
2. Die Ausgabeeinrichtung konvertiert die 8-Bit mehrwertigen Ausgangsbildsignale
O in binäre 1-Bit Reproduktionssignale R. Dies wird auch als "Halbtonverarbeitung"
bezeichnet.
Der Drucker 2 kann ein elektrophotographischer Drucker sein,
mit einem Photoleiter, auf dem ein den Reproduktionssignalen R entsprechendes Ladungsbild
durch Belichtung mit Laser oder LED gebildet wird und auf dem dann ein Bild aus
Tonerpulver entwickelt wird. Der Drucker 2 kann auch ein Tintenstrahldrucker
sein, in den flüssige Tinten direkt auf einen Informationsträger ausgestoßen
werden. Im Fall des Dreifarbendrucks verwendet man normalerweise Tinten und Toner
für Cyan, Magenta und Gelb. Im Fall des Vierfarbendrucks wird Schwarz hinzugefügt,
während im Fall des Siebenfarbendrucks zusätzlich Tinten und Toner für,
z. B., die Farben Rot, Grün und Blau vorhanden sind.
Das Bildreproduktionsgerät 1 ist in 1
als ein Zusammenbau von Einheiten gezeigt, wie es bei einem Farbkopierer der Fall
ist. Das Gerät gemäß der Erfindung kann auch die Form eines verteilten
Systems haben, bei dem der Scanner 3, der Controller 4 und der
Drucker 2 getrennt aufgestellt und nur durch geeignete Kommunikationsnetzwerke
verbunden sind.
In 2 sind die Bildverarbeitungseinheit
7 und die Ausgabeeinrichtung 8 gemäß 1
detaillierter dargestellt. Hier umfaßt die Bildverarbeitungseinheit
7 eine Verstärkungs- und Offset-Korrektureinheit
9. Die vom Scanner 3 zu der Einheit 9 zugeführten
Farbbildsignale R, G und B werden für jedes CCD-Element getrennt sowohl hinsichtlich
Verstärkung als auch hinsichtlich Offset korrigiert, bevor sie in der Speichereinrichtung
6 gespeichert werden. Es ist auch eine Funktionseinheit 10 vorgesehen,
mit der von einer Bedienungsperson geforderte Bildverarbeitungsfunktionen ausgeführt
werden können, z. B. Vergrößerung, Verkleinerung, Bildverschiebung
oder Farbumwandlung.
Eine weitere notwendige Bildverarbeitung, z. B. Scharf- oder Weichzeichnung
von Bildinformation und Umwandlung der Auflösung zur Korrektur von Eigenschaften
des Scanners und des Druckers, erfolgt in einer Filtereinheit 11. Schließlich
sorgt eine Farbauszugseinheit 12 für die Umsetzung der zugeführten
Eingabefarben in die vom Drucker 2 zu druckenden Ausgabefarben. In diesem
Fall werden die zugeführten Farbbildsignale R, G und B in Farbbildsignale C,
M, Y und K umgesetzt, die ihnen hinsichtlich des Farbeindrucks entsprechen. Die
Farbauszugseinheit 12 ist vorab mit Umsetzungsregeln ausgestattet worden,
die anhand von Messungen und Kalibrierungen festgelegt wurden. Dies kann in der
Form einer Koeffizientenmatrix für eine Echtzeitumsetzung oder in der Form
einer Tabelle geschehen, in der für jede Eingabefarbe eine Ausgabefarbe spezifiziert
wird. Das Clippen von Farben, die nicht vom Drucker 2 zu reproduzieren
sind, geschieht ebenfalls in der Farbauszugseinheit 12. Das bedeutet, daß
eine vom Scanner oder über den Controller 4 zugeführte Farbe,
die durch die Signale R, G und B repräsentiert wird und für die bei der
Festlegung der Farbauszüge in den Signalen C, M, Y und K keine entsprechende,
durch den Drucker 2 reproduzierbare Farbe gefunden wird, in Übereinstimmung
mit einer bestimmten Regel eine reproduzierbare Farbe zugeordnet wird. Im Fall des
Clipping ist dies gewöhnlich eine nahegelegene Farbe auf dem Rand des vom Drucker
2 reproduzierbaren Farbbereiches. Außer der Farbauszugsberechnung
und dem Clipping wird in der Farbauszugseinheit 12 auch eine Korrektur
der optischen Dichte ausgeführt.
Die Ausgabeeinrichtung 8 enthält eine Halbtoneinrichtung
13 zum Umwandeln eines mehrwertigen 8-Bit Signals in eine binäres
1-Bit Signal. Ein Grauwerteindruck, der einem mehrwertigen Signal entspricht, kann
durch einen geeigneten Algorithmus, beispielsweise auf der Grundlage von Fehlerdiffusion
oder Dithern, durch Auswahl einer Gruppe von binären Ausgangssignalen erhalten
werden. Puffer 14 dienen zur vorübergehenden Speicherung von Reproduktionssignalen,
die dem Drucker 2 zuzuführen sind.
Zur Illustration des Ausdrucks "Farbraum" zeigt 3
einen möglichen Farbbereich in Farbparametern L, a und b eines CIE-Lab Farbraumes.
Da die in R, G und B oder C, M, Y und K definierte Farbe geräteabhängig
ist, hat die 1931 gegründete Commission Internationale d'Eclairage (CIE) geräteunabhängige
Farbräume definiert. Zwei davon sind der wohlbekannte CIE-Lab Farbraum und
der CIE-YXZ Farbraum. Der CIE-XYZ Farbraum kann durch eine lineare Transformation
aus einem RGB Farbraum erhalten werden, sofern er mit einer Referenz für die
Farbe Weiß standardisiert ist. Der CEE-Lab Farbraum kann aus dem CIE-XYZ Farbraum
über eine nichtlineare Transformation erhalten werden. Hier ist wiederum eine
Referenz für die Farbe Weiß erforderlich. Ein weiterer Vorteil des CIE-Lab
Farbraumes ist die Aufteilung in einen Nicht-Farbparameter L, der der wahrgenommenen
Helligkeit entspricht, und die Farbparameter a und b, die zusammen die Farbe und
die Sättigung der Farbe definieren. Wenn die Farbparameter a und b beide null
sind, so handelt es sich nicht um Farbe, sondern um einen Grauwert, der zwischen
L = 100 für Weiß und L = 0 für Schwarz variiert. Der Winkel, der
von einem Vektor in einer Ebene angegeben wird, die durch die Farbparameter a und
b gebildet wird, repräsentiert eine Farbe als solche, z. B. Rot oder Gelb,
während der Absolutwert eines Vektors dieser Art das Ausmaß der Sättigung
der Farbe repräsentiert.
3A und 3B zeigen einen
charakteristischen Farbbereich 15, wie er von dem Drucker 2 reproduziert
werden kann. Hier sind als die am meisten gesättigten Farbwerte die Primärfarben
C, M, Y, K gezeigt, die durch die Tinten oder Toner gebildet werden, und die Sekundärfarben
R, G und B, die durch Mischen derselben erhalten werden, oder Primärfarben
R, B, G, die in der Form von Toner oder Tinten vorhanden sind. Diese Farben bilden
in dem Farbraum die vorspringenden Eckpunkte eines irregulär geformten Farbbereiches
15. Die Farben, die durch Mischen der Primär- und Sekundärfarben
erhalten werden, sind im allgemeinen weniger gesättigt und liegen näher
an der L-Achse. Zur Illustration zeigen 3A und
3B die Werte der entsprechenden Farbparameter als ein
Triplet (L, a, b) der Farbparameter L, a und b. 3A
ist eine Frontansicht des Farbbereiches 15 (der "Rot"-Seite), während
3B die entsprechende Rückansicht (der "Cyan"-Seite)
ist. Es ist deutlich, daß die Grenze oder äußere Oberfläche
16 des Farbbereiches 15 eine nicht-kontinuierliche Konfiguration
hat, mit Verbindungslinien, die konkav zwischen den Primär- und Sekundärfarben
verlaufen.
Obgleich 3A und 3B
ein Beispiel für einen Farbbereich 15 angeben, der durch den Drucker
2 reproduzierbar ist, können sie ebenso gut auch für einen Farbbereich
einer Vorlage angegeben werden, wie sie von einem Farbscanner wahrgenommen wird.
Dasselbe gilt für einen Farbbereich, der von einem Farbdisplay zu erzeugen
ist.
In 4 sind Querschnitte von zwei unterschiedlichen
Farbbereichen 17 und 18 für unterschiedliche Werte von L
in einer a-b-Ebene senkrecht zur L-Achse des Lab-Raumes in durchgezogenen Linien
19 und gestrichelten Linien 20 angegeben. Es ist ersichtlich,
daß Teile der beiden Farbbereiche 17 und 18 einander nicht
überlappen und daß die Grenzen 19 und 20 der Farbbereiche
17 und 18 nicht kontinuierlich verlaufen, sondern Ausläufer
aufweisen, die durch die Primär- und Sekundärfarben bestimmt werden.
In einem typischen Bildreproduktionsgerät, wie es in
1 beschrieben ist, entspricht der in 4
durch gestrichelte Linien angegebene Farbbereich 18 dem Farbbereich einer
Vorlage, wie sie vom Scanner 3 wahrgenommen wird oder über den Controller
4 zugeführt wird. Der in 4 in durchgezogenen
Linien gezeigte kleinere Farbbereich 17 entspricht dem vom Drucker
2 zu reproduzierenden Farbbereich. Somit dient die in 2
gezeigte Farbauszugseinheit 12 nicht nur dazu, die Umsetzung der in einem
RGB-Farbraum zugeführten Farben in entsprechende Farben in einem CMYK-Farbraum,
die eigentliche Farbauszugsberechnung, zu bewerkstelligen, sondern auch dazu, den
größeren Eingabefarbbereich so zu clippen, daß man den kleineren
Ausgabefarbbereich erhält. In diesem Zusammenhang sollte bemerkt werden, daß
es für die Erfindung unwesentlich ist, in welchem Farbraum dies geschieht.
In dem beschriebenen Bildreproduktionsgerät ist es auch möglich, daß
die Umwandlung zunächst von einem RGB-Farbraum über einen CIE-XYZ Farbraum
in einen CIE-Lab Farbraum erfolgt, mit anschließendem Clipping und Farbauszugsberechnung
im Lab-Farbraum und schließlich der Umwandlung in den CMYK-Farbraum.
In einem nicht näher definierten Farbraum illustriert
5A ein bekanntes Prinzip zur Abbildung eines größeren
Farbraumes 18 dieser Art, dessen Grenze durch eine gestrichelte Linie
20 angeben ist, auf einen ähnlichen oder anders gelegenen Farbbereich
17, dessen Grenze durch eine durchgehende Linie 19 angegeben ist.
Das Prinzip ist als Kompression bekannt, bei der der größere Farbraum
18 zu einer verkleinerten Kopie 21 komprimiert wird, deren Farben
sämtlich innerhalb des kleineren Farbbereiches 17 liegen. In diesem
Fall werden deshalb sämtliche Farben des zu komprimierenden Farbbereiches
18 verändert, einschließlich der Farben, die schon vor der Kompression
innerhalb des kleineren Farbbereiches 17 liegen. Der Vorteil der Kompression
besteht darin, daß die Farbunterschiede zwischen den Farben erhalten bleiben.
Der Nachteil der Kompression ist jedoch, daß die Sättigung aller Farben
abnimmt.
5B illustriert das Prinzip des Clipping. In diesem
Fall werden nur die Farben des größeren Farbraums 18, die außerhalb
des kleineren Farbraumes 17 liegen, in Farben umgesetzt, die auf der Grenze
19 des kleineren Farbraumes 17 liegen. Der Nachteil des Clipping
ist jedoch, daß Unterschiede zwischen Farben verschwinden oder auch zunehmen
können.
Diese nachteiligen Effekte des Clipping sind in 6
detaillierter dargestellt. 6 zeigt einen Teil eines
Farbraumes 17 in einer Ebene senkrecht zur L-Achse eines CIE-Lab Farbraumes.
Eine außerhalb des Farbraumes 17 gelegene erste Farbe 22
kann mit Hilfe von verschiedenen Algorithmen in eine Farbe umgesetzt werden, die
auf der Grenze 19 liegt. Ein Beispiel eines Algorithmus ist ein Clipping-Algorithmus,
bei dem z. B. versucht wird, die Farbe so zu erhalten, wie sie durch den Winkel
in der a-b-Ebene definiert ist. Dies kann erreicht werden, indem die zu clippende
Farbe 22 längs des Vektors 23 zur L-Achse verschoben wird.
Die Lage der L-Achse ist in 6 mit 25 bezeichnet.
In diesem Fall bleibt die Farbe erhalten, möglicherweise auf Kosten der Sättigung
und der Luminanz. Einen anderen Clipping-Algorithmus erhält man, indem man
nach einem Punkt auf der Grenze 19 sucht, der im kleinstmöglichen
Abstand zu der zu clippenden Farbe 22 liegt. Dies ist in 6
durch die Verschiebung längs des Vektors 24 dargestellt. Neben unterschiedlichen
Wahlmöglichkeiten für den Clipping-Algorithmus ist es wichtig festzuhalten,
daß der Ausdruck "kleinster Abstand" in einem Farbraum nicht immer klar definiert
ist.
Ein Farbraum kann z. B. als ein euklidischer oder geometrischer Raum
interpretiert werden. Im Fall eines durch n Parameter definierten n-dimensionalen
Raumes ist der Abstand &rgr;(Yi, Yj) zwischen zwei Punkten
Yi und Yj gegeben durch:
&rgr;(Yi, Yj) =((Yi1, Yj1)2
+ .... + (Yin, Yjn)2)1/2(1)
Obgleich dieses euklidische oder geometrische Abstandsmaß in
der nachstehenden Beschreibung verwendet werden wird, ist es ebenso möglich,
ein anderes Abstandsmaß zu benutzen. Zum Beispiel, indem ein Farbraum als ein
Riemannscher Raum interpretiert wird.
Ausgehend von dem euklidischen Abstandsbegriff ist dann z. B. in einem
CIE-Lab Farbraum der Abstand &Dgr;Elab gegeben durch:
&Dgr;Elab = [&Dgr;L2 + &Dgr;a2 + &Dgr;b2]1/2(2)
So kann ein ähnlicher Abstand in jedem Farbraum definiert werden.
Es ist möglich, eine Warnehmungskorrektur hinzuzufügen wie etwa in dem
nachstehenden CMC-Abstandsterm in einem LCH-Farbdruck, wie er durch das "Colour
Measurement Committee" definiert wurde:
&Dgr;ECMC = [(&Dgr;L/SL)2 + (&Dgr;Cab/SC)2
+ (&Dgr;Hab/SH)2)1/2(3)
wobei SL, SC und SH Wahrnehmungskorrekturfaktoren
sind. In diesem Zusammenhang sollte bemerkt werden, daß der LCH-Raum das zylindrische
Äquivalent des Cartesischen Lab-Raumes ist, wobei H (Farbtton) den Winkel und
C (Chrominanz) die Länge eines Vektors in einer Ebene senkrecht zur L-Achse
angibt.
Eine Variante des obigen Terms erhält man, indem man der Farbkomponente
H ein größeres Gewicht gibt, so daß der H-Wert einer umgesetzten
Farbe besser erhalten bleibt. Dieser Term wird demgemäß als gewichtete
&Dgr;ECMC Abstandsformel bezeichnet:
&Dgr;ECMC = {3/(2 + w)((&Dgr;L*/SL)2 + (&Dgr;C*ab/SC)2
+ w(&Dgr;H*ab/SH)2]}1/2(4)
wobei z. B. 4 ein typischer Wert für w ist.
Weiterhin ist es möglich, den Abstandsbegriff auf zwei Farbparameter
zu beschränken, z. B. indem die Chrominanz fortgelassen wird:
&Dgr;ECMC = [(&Dgr;L/SL)2 + (&Dgr;Hab/SH)2]1/2(5)
Obgleich die obigen Ausdrücke für den Abstand nicht immer
graphisch wiedergegeben werden können, gibt 6
einen angemessenen Eindruck für die Probleme, die auftreten können, wenn
ein Farbwert gemäß einem gegebenen Ausdruck für den Abstand in einen
nächstgelegenen Farbwert umgesetzt wird. Es ist klar, daß die Farbwerte
22 und 26 im Fall eines Clipping-Algorithmus auf der Grundlage
eines kleinsten Abstands längs der Vektoren 24 und 27 zu
demselben Farbwert 28 umgesetzt werden. Außerdem werden die Farbwerte
26 und 29, die in der in 6 gezeigten
Situation nahe beieinanderliegen, in weiter auseinanderliegende Farbwerte
28 und 30 umgesetzt. Ebenso ist deutlich, daß die Ursache
hierfür die nicht-kontinuierliche Konfiguration der Grenze 19 des
Farbraumes ist. Insbesondere werden die oben genannten nachteiligen Effekte bei
einem Farbraum auftreten, dessen Grenze zwischen zwei durch die Primärfarben
gegebenen Farbwerten eine konkave Konfiguration hat.
7 ist ein Diagramm einer Ausführungsform des Clipping-Algorithmus
gemäß der Erfindung, bei dem diese nachteiligen Effekte weitgehend eliminiert
werden.
7 zeigt die Grenze 19 des Farbraumes
17 in einer zur L-Achse eines CIE-Lab Farbraumes senkrechten Ebene. Der
Farbbereich 17 ist durch die Primär- und Sekundärfarben C, M,
Y, R, G und B definiert, deren Farbwerte durch die entsprechenden Kennzeichnungen
angegeben sind. Es wird der kleinste Abstand X in dem Farbraum von einem in den
Farbbereich 17 umzusetzenden Farbwert 31 zu einem nächstgelegenen
Farbwert auf der Grenze 19 bestimmt. In diesem Fall ist dies der Farbwert
G. Dieser kleinste Abstand X definiert von dem Farbwert 31 aus einen kleinsten
Bereich, der als Kreis 32 dargestellt ist. Dann wird ein größerer
zweiter Bereich bestimmt, in dem ein zweiter größerer Kreis
33 definiert wird, mit einem Radius, der um einen Bruchteil N des kleinsten
Abstands X größer ist als der Radius des ersten Kreises 32. Die
so bestimmten ersten und zweiten Bereiche definieren in dem Farbraum 17
einen Saum, innerhalb dessen auf der Grenze 19 liegende Farbwerte ausgewählt
werden. Dieser Teil der Grenze 19 ist durch einen fettere Linie
34 dargestellt. Die darauf liegenden Farbwerte werden dazu benutzt, den
Farbwert zu bestimmen, in den der Farbwert 31 umgesetzt werden muß.
Eine Ausführungsform erhält man, indem das arithmetische Mittel der Farbwerte
auf der Grenze gebildet wird, die zwischen den Kreisen 32 und
33 liegen. Eine andere Ausführungsform erhält man, indem man
einen Mittelpunkt der Ebene bestimmt, die schematisch durch die Linie
34 angegeben ist. Auf diese Weise wird der Farbwert 31 in den
Farbwert 35 umgesetzt.
Da der genannte Saum kleiner wird, wenn der kleinste Abstand X kleiner
wird, erhält man eine graduelle Verbindung zu Farbwerten, die in unmittelbarer
Nähe der Grenze 19 liegen. Der Einfluß der Diskontinuitäten
in der Konfiguration der Grenze 19, die durch die Primär- und Sekundärfarben
entsprechenden Farbwerte verursacht werden, wird auf diese Weise so vermindert,
daß die in 6 gezeigten nachteiligen Effekte, wenn
überhaupt, nur weniger ausgeprägt auftreten.
In diesem Zusammenhang sollte bemerkt werden, daß, obgleich das
Verfahren anhand eines Kreises in einer flachen Ebene erläutert worden ist,
dieses Verfahren tatsächlich in einem dreidimensionalen Raum ausgeführt
werden muß, in dem die kreisförmigen Bereiche durch sphärische Bereiche
ersetzt sind. Durch unterschiedliche Wahl der Form eines Bereiches oder der Bestimmung
des Saumes können auch andere Ausführungsformen erhalten werden. Wesentlich
ist, daß für die Bestimmung der endgültigen Farbe, in welche umgesetzt
werden soll, ein größerer Teil der Grenze verwendet wird, wobei die Größe
der ausgewählten Grenze von der Größe des kleinsten Abstands X abhängig
ist.
8 illustriert eine erste Ausführungsform eines
Verfahrens gemäß der Erfindung, wie es in 7
dargestellt ist. Bei diesem Verfahren wird eine Nachschlagtabelle mit den möglichen
Eingabefarbwerten als Eingangswerten und den entsprechenden Ausgabefarbwerten als
damit verknüpften Ausgangswerten ausgefüllt. Die Suche nach einem Farbwert
in einer vorbestimmten Nachschlagtabelle dieser Art ist schneller
als wenn der Farbwert stets neu berechnet werden muß.
In einem ersten Schritt 36 wird ein erster reproduzierbarer
Farbwert eines CMYK-Druckers als Ausgabefarbwert ausgewählt. Der diesem entsprechenden
Eingabewert wird dann in einem Farbauszugsberechnungsschritt 37 in der
Form von Werten für R, G und B bestimmt. Sowohl die auswählbaren CMYK-Werte
als auch die auswählbaren RGB-Werte sind in den jeweiligen Farbräumen
durch ein (beliebig gewähltes) Gitter definiert. Wenn ein CMYK-Wert nicht exakt
einem auswählbaren RGB-Wert entspricht, wird der nächstgelegene auswählbare
RGB-Wert gewählt. Eine Farbauszugsberechnung dieser Art kann mit Hilfe von
Kalibrierungstafeln und eines Colorimeters ausgeführt werden und soll nicht
näher erläutert werden. Der zu dem CMYK-Farbwert gehörende RGB-Farbwert
wird dann in Schritt 38 als ein entsprechender Eingangs- und Ausgangsfarbwert
in der Nachschlagtabelle gespeichert. In einem neuen Auswahlschritt 39
wird dann der nächste reproduzierbare CMYK-Wert ausgewählt, um dafür
den entsprechenden RGB-Farbwert zu finden. Dieser Schritt wird dann über Schritt
40 für alle reproduzierbaren CMYK-Farbwerte wiederholt. Die Nachschlagtabelle
ist dann mit Eingabefarbwerten ausgefüllt, für die es einen reproduzierbaren
Ausgabefarbwert gibt. Für die anderen möglichen Eingabefarbwerte muß
dann einer der in der Nachschlagtabelle vorhandenen Ausgabefarbwerte ausgewählt
werden. Zu diesem Zweck wird in Schritt 41 ein erster möglicher Eingabefarbwert
in der Form eines RGB-Farbwertes ausgewählt. Schritt 42 überprüft,
ob dieser RGB-Farbwert bereits in den ersten Schritten 36 bis
40 gefunden wurde und deshalb bereits in der Nachschlagtabelle enthalten
ist. Wenn dies der Fall ist, wird in Schritt 52 der nächste mögliche
RGB-Farbwert ausgewählt. Wenn Schritt 42 ergibt, daß der ausgewählte
RGB-Farbwert noch nicht in der Nachschlagtabelle auftritt, wird in Schritt
44 ein kleinster Abstand &Dgr;Emin zwischen diesem ausgewählten
Farbwert und den bereits in der Nachschlagtabelle gespeicherten RGB-Farbwerten bestimmt.
Zu diesem Zweck kann für die Bestimmung eines Abstands zwischen zwei Farbwerten
in einem Farbraum einer der oben beschriebenen Ausdrücke verwendet werden.
Diese Bestimmung muß nicht notwendigerweise in einem RGB- oder CMYK-Farbraum
stattfinden, sondern kann über bekannte Transformationen z. B. in einem geräteunabhängigen
CIE-Lab Farbraum stattfinden.
Erforderlichenfalls ist es möglich, eine Zwischentabelle zu verwenden,
in der nur die RGB-Werte enthalten sind, die auf der Grenze des Farbbereiches liegen.
Eine Zwischentabelle dieser Art könnte im Anschluß an Schritt
40 ausgefüllt werden.
Der in Schritt 44 gefundene kleinste Abstand &Dgr;Emin
wird dann in Schritt 45 dazu verwendet, den in 6
beschriebenen Saum zu bestimmen. In diesem Fall wird der Saum durch den Bereich
bestimmt, der zwischen einem ersten und einem zweiten Abstandsbereich in dem Farbraum
um den ausgewählten RGB-Farbwert oder dessen Äquivalent in, z. B., dem
CIE-Lab Farbraum liegt. In einer Ausführungsform ist der Radius des ersten
Abstandsbereiches durch den kleinsten Abstand &Dgr;Emin gegeben, und
der Radius des zweiten Abstandsbereiches durch:
&Dgr;Emin + &Dgr;Emin/N(6)
Hier ist N vorzugsweise größer als 1. In einer Ausführungsform
ist N gleich 10. Es sollte hier bemerkt werden, daß eine andere Funktion als
die oben angegebene geeignet sein kann. Der einzige wesentliche Faktor ist, daß
die Größe des Radius des zweiten Abstandsbereiches von dem kleinsten Abstand
&Dgr;Emin abhängig ist und mit abnehmenden &Dgr;Emin
abnimmt. In Schritt 46 werden dann all diejenigen RGB-Farbwerte ausgewählt,
die in der Nachschlagtabelle auftreten und auf der Grenze des Farbbereiches und
innerhalb des genannten Saumes liegen. Auf der Grundlage der so ausgewählten
RGB-Farbwerte wird dann in Schritt 47 ein mittlerer RGB-Farbwert bestimmt.
Der mittlere RGB-Farbwert ist unter diesen Umständen durch das folgende Triplet
der Farbparameter R, G und B gegeben:
(R,G,B) = (&Sgr;Ri/n, &Sgr;Gi/n, &Sgr;Bi/n)(7)
wobei n die Anzahl der in Schritt 46 ausgewählten RGB-Farbwerte ist.
In einer Ausführungsform wird das arithmetische Mittel für
jeden Farbparameter auf der Grundlage der ausgewählten Farbwerte bestimmt.
Schritt 48 überprüft dann, ob dieser Mittelwert in der Nachschlagtabelle
auftritt und auf der Grenze des Farbbereiches liegt. Dies kann z. B. einfach überprüft
werden, indem die zuvor erwähnte Zwischentabelle von auf der Grenze liegenden
RGB-Werten benutzt wird. Wenn dies nicht der Fall ist, so wird in Schritt
49 der nächstgelegene RGB-Farbwert ausgewählt, der auf der Grenze
liegt. In diesem Fall erfolgt die Auswahl vorzugsweise unter den RGB-Werten, die
in Schritt 46 ausgewählt wurden. Der CMYK-Farbwert, der dem mittleren
RGB-Farbwert oder dem ihm am nächsten liegenden Farbwert entspricht und zu
den ausgewählten RGB-Farbwerten gehört, wird dann in Schritt
50 in der Nachschlagtabelle aufgesucht. Dieser CMYK-Farbwert wird dann
in Schritt 51 als ein geclippter Farbwert dem RGB-Farbwert zugeordnet,
der in Schritt 41 oder Schritt 52 ausgewählt wurde.
Dieser Prozeß wird dann über die Schritte 52 und
53 für alle möglichen RGB-Farbwerte wiederholt. Das Endergebnis
ist eine Nachschlagtabelle, in der nicht nur für reproduzierbare, sondern auch
für nicht-reproduzierbare RGB-Eingabefarbwerte eine Umsetzung
angegeben ist, wobei die letztere Umsetzung in Übereinstimmung mit dem Verfahren
gemäß der Erfindung erhalten wird.
Schließlich sollte bemerkt werden, daß für die Bestimmung
des mittleren RGB-Farbwertes in Schritt 47 durch das Verfahren zur Berechnung
dieses Mittelwertes eine Anzahl von Ausführungsformen erhalten werden kann,
z. B. die Bestimmung dieses Mittelwertes als das Zentrum der durch die Kugel
33 begrenzten – gekrümmten – Randfläche.
In 9 ist die in 2
gezeigte Farbauszugseinheit 12 näher dargestellt. In diesem Fall weist
die Farbauszugseinheit 12 eine Speichereinrichtung 53 auf, die
eine Nachschlagtabelle enthält, die mit dem anhand von 8
beschriebenen Verfahren erhalten wurde. Der Speicher ist in diesem Fall vorzugsweise
ein Halbleiterspeicher, z. B. ein ROM, EPROM oder dergleichen. Ein Speicher dieser
Art ist schnell und bedarf keinerlei Spannungsversorgung. In anderen Geräten
kann es jedoch vorteilhaft sein, für diesen Zweck einen RAM oder auch magnetische
oder optische Speichermedien einzusetzen.
Die 8-Bit Eingabefarbwertsignale R, G und B, die RGB-Farbwerten entsprechen,
werden in einem Eingangspuffer 54 gepuffert und dann einer geeigneten Adressenlogik
55 zugeführt, um aus der in der Speichereinrichtung 53 gespeicherten
Nachschlagtabelle eine entsprechende Eingangsadresse auszuwählen. Der unter
dieser Eingangsadresse gespeicherte Ausgangswert wird dann über einen Ausgangspuffer
56 gelesen, um entsprechende Ausgabefarbsignale C, M, Y und K zu erzeugen.
Obgleich 9 eine erfindungsgemäße
Farbauszugseinheit 12 zeigt, in der vorab berechnete Umsetzungen von Eingabefarbsignalen
in Ausgabefarbsignale gespeichert sind, ist es auch möglich, diese Umsetzungen
jedes Mal zu berechnen oder zumindest nur das Clipping von nicht reproduzierbaren
Farbwerten zu berechnen.
10 ist ein Beispiel einer zweiten Ausführungsform
einer Farbauszugseinheit des Bildreproduktionsgerätes gemäß der Erfindung
und dient dazu, diese näher zu illustrieren. Die hier vorgesehene Speichereinrichtung
enthält nun eine Nachschlagtabelle zur Umsetzung von reproduzierbaren Eingabefarbsignalen
R, G und B in Ausgabefarbsignale C, M, Y und K. Die eintreffenden Eingabefarbsignale
R, G und B, die nicht in dieser Tabelle auftreten, werden dann nach dem Verfahren
gemäß der Erfindung separat bestimmt. Für diesen Zweck weist die
Farbauszugseinheit 12 eine Entscheidung- und Steuereinheit 58
auf, in der entschieden wird, ob eine Umsetzung anhand der Nachschlagtabelle bestimmt
werden kann oder ob ein Clipping auf einen Wert aus dieser Nachschlagtabelle ausgeführt
werden muß. Die empfangenen 8-Bit Eingabefarbsignale R, G und B werden zu diesem
Zweck vorübergehend in einem Eingangspuffer 59 gespeichert, wonach
die Entscheidungs- und Steuereinheit 58 mit Hilfe einer Adressierungseinheit
60 überprüft, ob ein entsprechender Eingabefarbwert in der Nachschlagtabelle
auftritt. Wenn ja, so wird der zugehörige Ausgabefarbwert gelesen und einem
Ausgangspuffer 61 zur Erzeugung von Ausgabefarbsignalen C, M, Y und K zugeführt,
die diesem Ausgabefarbwert entsprechen. Wenn der eintreffende Eingabefarbwert nicht
in der Nachschlagtabelle auftritt, so wird in Übereinstimmung mit dem anhand
von 8 beschriebenen Verfahren ein kleinster Abstand
&Dgr;Emin in dem Farbraum zu den in der Nachschlagtabelle enthaltenen
Farbwerten bestimmt. Eine Saumbestimmungseinheit 63 bestimmt dann den in
7 illustrierten Saum in dem Farbraum, der von einer
ersten Auswahleinheit 64 dazu genutzt wird, aus der Speichereinrichtung
57 die in diesem Saum liegenden Farbwerte auszuwählen. Eine Mittelungseinheit
65 bestimmt dann anhand der ausgewählten Farbwerte einen mittleren
Farbwert. Anhand des gefundenen mittleren Farbwertes wählt dann eine zweite
Auswahleinheit 66 in Übereinstimmung mit dem in Verbindung mit
8 beschriebenen Verfahren einen zu reproduzierenden
Ausgabefarbwert aus der Nachschlagtabelle aus. Dieser Ausgabefarbwert wird schließlich
dem Ausgangspuffer 61 zugeführt.
Für den Fachmann ist klar, in welcher Situation und in welchem
Ausmaß es vorzuziehen ist, eine Nachschlagtabelle zu verwenden oder stets eine
Berechnung auszuführen. Dies wird nicht nur von der Art des Bildreproduktionsgerätes,
sondern auch von den Kosten und der Geschwindigkeit der benötigten Hardware
abhängen. Was die Hardware betrifft, können die in 10
beschriebenen Einheiten sowohl als diskrete digitale Schaltungen als auch als Programmodule
in einem Softwareprogramm realisiert sein, das von einem zentralen Prozessor eines
Rechners auszuführen ist. Im letzteren Fall ist es auch möglich, daß
dasselbe Programm zunächst für das Ausfüllen der Nachschlagtabelle
in Übereinstimmung mit der Erfindung sorgt und dann dasselbe Programm von dieser
Nachschlagtabelle Gebrauch macht.