Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur kontinuierlichen
Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines Diols aus einem cyclischen Carbonat
und einem aliphatischen einwertigen Alkohol. Spezieller betrifft die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Dialkylcarbonats
und eines Diols aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen einwertigen
Alkohol, bei dem ein cyclisches Carbonat und ein aliphatischer einwertiger Alkohol
kontinuierlich in eine kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne eingeleitet
werden und kontinuierlich eine Umesterungsreaktion zwischen dem cyclischen Carbonat
und dem aliphatischen einwertigen Alkohol in Gegenwart eines Umesterungskatalysators
in der mehrstufigen Destillationskolonne durchgeführt wird, wobei kontinuierlich
ein Dialkylcarbonat und ein Diol gebildet werden, während kontinuierlich ein
Gemisch mit niederem Siedepunkt, welches das gebildete Dialkylcarbonat enthält,
in Gasform aus dem oberen Teil der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen wird
und kontinuierlich ein Gemisch mit hohem Siedepunkt, welches das gebildete Diol
enthält, in flüssiger Form aus dem unteren Bereich der mehrstufigen Destillationskolonne
abgezogen wird, wobei die Umesterung unter folgenden Bedingungen durchgeführt
wird: (a) der Reaktionsdruck beträgt 5 × 104 Pa oder weniger,
gemessen am inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne; (b) die Reaktionstemperatur
ist im Bereich von –20°C bis weniger als 60°C, gemessen am inneren
Boden der mehrstufigen Destillationskolonne; und (c) die mehrstufige Destillationskolonne
hat einen F-Faktor im Bereich von 0,2 bis 5,0. Mithilfe des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann die kontinuierliche Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines
Diols aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen einwertigen Alkohol
leicht mit hoher Produktivität und hoher Selektivität (d. h. Erniedrigung
des Auftretens von Nebenprodukten) ohne Verwendung einer komplizierten Vorrichtung
durchgeführt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist daher in
wirtschaftlicher Hinsicht äußerst vorteilhaft.
Stand der Technik
Im Hinblick auf das Verfahren zur Herstellung eines Dialkylcarbonats
und eines Diols durch Umsetzen eines cyclischen Carbonats mit einem aliphatischen
einwertigen Alkohol wurden bereits verschiedene Vorschläge gemacht. Die meisten
dieser Vorschläge betreffen die Entwicklung von Katalysatoren für die
obige Reaktion. Zu Beispielen für solche Katalysatoren gehören Alkalimetalle
oder basische Verbindungen, die Alkalimetalle enthalten [siehe US-Patent Nr. 3,642,858,
ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 54-48715 (entsprechend
US-Patent Nr. 4,181,676)], tertiäre aliphatische Amine [siehe ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 51-122025 (entsprechend US-Patent Nr.
4,062,884)], Thalliumverbindungen [siehe ungeprüfte offengelegte Japanische
Patentanmeldung Nr. 54-48716 (entsprechend US-Patent Nr. 4,307,032)], Zinnalkoxide
(siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 54-63023), Alkoxide
von Zink, Aluminium und Titan (siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr. 54-148726), ein Gemisch aus einer Lewis-Säure mit einer stickstoffhaltigen
organischen Base (siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr. 55-64550), Phosphinverbindungen (siehe ungeprüfte offengelegte Japanische
Patentanmeldung Nr. 55-64551), quaternäre Phosphoniumsalze (siehe ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 56-10144), cyclische Amidine [siehe
ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 59-106436 (entsprechend
US-Patent Nr. 4,681,967, EP 110629B,
und DE 3366133G)], Verbindungen von
Zirconium, Titan und Zinn [siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr. 63-41432 (entsprechend US-Patent Nr. 4,661,609, EP
255252B1 und DE 3781742G)],
ein stark basischer Anionenaustauscher, der eine quaternäre Ammoniumgruppe
enthält (siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr.
63-238043), ein fester Katalysator, ausgewählt aus der Gruppe der eine tertiäre
Aminogruppe oder quaternäre Ammoniumgruppe enthaltenden Ionenaustauscherharzen,
stark saure oder schwach saure Ionenaustauscherharze bestehenden Gruppe, Siliciumdioxid,
das mit einem Silicat eines Alkalimetalls oder eines Erdalkalimetalls imprägniert
ist und einem Zeolith, der mit Ammoniumionen ausgetauscht ist [siehe ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 64-31737 (entsprechend US-Patent Nr.
4,691,041)], ein homogener Katalysator, der aus der Gruppe, die aus einem tertiären
Phosphin, tertiärem Arsin, tertiärem Stibin, einer zweiwertigen Schwefelverbindung
und einer Selenverbindung besteht, ausgewählt ist (siehe US-Patent Nr. 4,734,518).
Im Hinblick auf die Methode zur Durchführung der vorstehend genannten
Reaktion zwischen einem cyclischen Carbonat und einem Diol wurden konventionell
die nachstehend genannten vier Arten von Methoden (1) bis (4) vorgeschlagen. Nachstehend
wird eine Erläuterung für diese Methoden (1) bis (4) gegeben, wobei als
Beispiel die Herstellung von Dimethylcarbonat und Ethylenglykol durch Umsetzung
zwischen Ethylencarbonat und Methanol benutzt wird, die ein repräsentatives
Beispiel für Reaktionen zwischen cyclischen Carbonaten und Diolen darstellt.
(1) Eine vollständig anteilweise (chargenweise) Methode.
(2) Eine anteilweise (chargenweise) Methode unter Verwendung eines Reaktionsgefäßes,
das im oberen Teil mit einer Destillationskolonne ausgestattet ist.
(3) Eine Flüssigkeitsströmungsmethode, bei der ein Röhrenreaktor
verwendet wird.
(4) Eine Reaktivdestillationsmethode.
Die vollständig anteilweise Methode (1) ist eine Methode, bei
der Ethylencarbonat, Methanol und ein Katalysator einem Autoklauen als diskontinuierliches
Reaktionsgefäß zugeführt werden und die Reaktion während einer
vorbestimmten Zeit bei einer Reaktionstemperatur, die höher als der Siedepunkt
des Methanols ist, unter Druck durchgeführt wird [siehe US-Patent Nr. 3,642,858,
ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 54-48715 (entsprechend
US-Patent Nr. 4,181,676, EP 1082B und
DE 2860078G), ungeprüfte offengelegte
Japanische Patentanmeldung Nr. 54-63023, ungeprüfte offengelegte Japanische
Patentanmeldung Nr. 54-148726, ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr. 55-64550, ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 55-64551
und ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 56-10144].
Die anteilweise (chargenweise) Methode (2), bei der eine Vorrichtung
verwendet wird, die ein Reaktionsgefäß mit einer in dessen oberen Teil
angeordneten Destillationskolonne umfasst, ist eine Methode, bei der Ethylencarbonat,
Methanol und ein Katalysator in das Reaktionsgefäß eingeführt werden
und eine Reaktion durch Erhitzen des Inhalts des Reaktionsgefäßes auf
eine vorbestimmte Temperatur durchgeführt wird. Bei dieser Methode bilden das
gebildete Dimethylcarbonat und Methanol ein azeotropes Gemisch mit einem Siedepunktsminimum,
das einen Siedepunkt von 63°C/760 mmHg hat. Der Siedepunkt von Methanol selbst
ist 64,6°C/760 mmHg. Bei dieser Methode wird die Reaktion durch Verwendung
einer überschüssigen Menge an Methanol im Reaktionssystem durchgeführt,
sodass die resultierenden Reaktionsprodukte aufgrund ihrer Siedepunktsdifferenz
mithilfe der im oberen Teil des Reaktionsgefäßes angeordneten Destillationskolonne
in das azeotrope Gemisch und Methanol getrennt werden können. Speziell lässt
man ein gasförmiges Gemisch aus Dimethylcarbonat und Methanol, das im Reaktionsgefäß
gebildet wird, im Inneren der Destillationskolonne aufsteigen und während der
Aufwärtsbewegung des gasförmigen Gemisches wird das gasförmige Gemisch
in ein gasförmiges azeotropes Gemisch und flüssiges Methanol aufgetrennt.
Dann wird das gasförmige azeotrope Gemisch über Kopf der Destillationskolonne
abdestilliert, während das flüssige Methanol in das Reaktionsgefäß
zurückfließt, sodass es in das Reaktionssystem in dem Reaktionsgefäß
zurückgeführt wird.
Die Flüssigkeitsströmungsmethode (3) ist eine Methode, bei
der eine Lösung von Ethylencarbonat in Methanol kontinuierlich einem Röhrenreaktor
zugeführt wird, um in dem Röhrenreaktor eine Reaktion bei einer vorbestimmten
Reaktionstemperatur durchzuführen, und das resultierende flüssige Reaktionsgemisch,
das die nicht-umgesetzten Materialien (d. h. Ethylencarbonat und Methanol) und die
Reaktionsprodukte (d. h. Dimethylcarbonat und Ethylenglykol) enthält, kontinuierlich
durch einen Auslass des Reaktors abgezogen wird. Diese Methode wird konventionell
auf zwei verschiedene Arten in Abhängigkeit von den verwendeten zwei Katalysatortypen,
durchgeführt. Das heißt, eine Art besteht darin, dass ein Gemisch aus
einer Lösung von Ethylencarbonat in Methanol und einer Lösung eines homogenen
Katalysators in einem Lösungsmittel durch einen Röhrenreaktor geleitet
wird, um eine Reaktion durchzuführen, wobei ein Reaktionsgemisch erhalten wird,
und der Katalysator von dem erhaltenen Reaktionsgemisch abgetrennt wird [siehe ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 63-41432 (entsprechend US-Patent Nr.
4,661,609, EP 255252B1 und
DE 3781742G) und US-Patent Nr. 4,734,518].
Die andere Art besteht in der Durchführung der Reaktion in einem Röhrenreaktor,
in welchem ein heterogener Katalysator fest angeordnet ist [siehe ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 63-238043 und ungeprüfte offengelegte
Japanische Patentanmeldung Nr. 64-31737 (entsprechend US-Patent Nr. 4,691,041,
EP 298167B1 und DE
3781796G)].
Die Reaktivdestillationsmethode (4) ist eine Methode, bei der Ethylencarbonat
und Methanol jeweils kontinuierlich in eine mehrstufige Destillationskolonne eingeleitet
werden, um eine Reaktion in mehreren Stufen der Destillationskolonne in Gegenwart
eines Katalysators durchzuführen, während die Abtrennung des gebildeten
Dimethylcarbonats von dem gebildeten Ethylenglykol kontinuierlich durchgeführt
wird [siehe ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 4-198141,
ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 4-230243, ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 5-213830 (entsprechend DE
4129316A1, US-Patent Nr. 5,231,212 und EP
530615A3) und ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr.
6-9507 (entsprechend US-Patent Nr. 5,359,118, EP
569812A1 und DE 4216121A1)].
Die vorstehend angegebenen konventionellen Methoden (1) bis (4) sind
jedoch mit entsprechenden Schwierigkeiten behaftet, wie nachstehend beschrieben
wird.
Im Fall jeder der vollständig anteilweise beziehungsweise chargenweise
betriebenen Methode (1) und der Strömungsmethode (3) unter
Verwendung eines Röhrenreaktors ist es unmöglich, eine Umwandlung von
Ethylencarbonat zu erreichen, die höher ist als die Umwandlung des Ethylencarbonats
im Gleichgewichtszustand der Reaktion (die nachstehende Umwandlung hängt von
dem Verhältnis der Zusammensetzung der dem Reaktor zugeführten Ausgangsmaterialien
und der Reaktionstemperatur ab). So ist beispielsweise in Beispiel 1 der ungeprüften
offengelegten Japanischen Patentanmeldung Nr. 63-41432 (entsprechend US-Patent Nr.
4,661,609, EP 255252B1 und
DE 3781742G), welches auf eine kontinuierliche
Strömungsreaktionsmethode unter Verwendung eines Röhrenreaktors gerichtet
ist und bei der die Strömungsreaktion bei 130°C unter Verwendung eines
Ausgangsgemisches mit einem Molverhältnis Methanol/Ethylencarbonat von 4/1
durchgeführt wird, die Umwandlung von Ethylencarbonat nur 25%. Dies bedeutet,
dass große Mengen von nichtumgesetztem Ethylencarbonat und nicht-umgesetztem
Methanol, die in dem Reaktionsgemisch enthalten sind, getrennt und wiedergewonnen
werden müssen, um wiederum in den Reaktor zurückgeführt zu werden.
Tatsächlich werden bei der Methode, die in der ungeprüften offengelegten
Japanischen Patentanmeldung Nr. 64-31737 (entsprechend US-Patent Nr. 4,691,041,
EP 298167B1 und DE
3781796G) offenbart ist, verschiedene Vorrichtungen zur Abtrennung, Reinigung,
Gewinnung und Rückführung der nicht-umgesetzten Verbindungen verwendet.
Wie nachstehend ausführlich beschrieben wird, besitzt die anteilweise
beziehungsweise chargenweise durchgeführte Methode (2), bei der ein Reaktionsgefäß
verwendet wird, das im oberen Teil mit einer Destillationskolonne versehen ist,
Schwierigkeiten darin, dass die Reaktion während langer Dauer durchgeführt
werden muss und dass daher eine große Menge Methanol verwendet werden muss,
um eine Erniedrigung der Selektivität der gewünschten Produkte zu vermeiden.
Bei Methode (2) wird gegebenenfalls eine kontinuierliche oder chargenweise
Zugabe von zusätzlichem Methanol in das Reaktionsgefäß durchgeführt,
um das Methanol zu ergänzen, welches in Form eines azeotropen Gemisches aus
Methanol und dem gebildeten Dimethylcarbonat abdestilliert wurde. Unabhängig
davon, ob eine solche Zugabe von zusätzlichem Methanol durchgeführt wird,
wird jedoch die Reaktion per se in einem diskontinuierlichen Reaktionsgefäß
vorgenommen. Das heißt, dass bei dieser Methode die Reaktion anteilweise unter
Rückfluss während einer langen Dauer, wie 3 bis 20 Stunden, durchgeführt
wird.
Bei dieser Methode wird das Dimethylcarbonat, welches eines der Reaktionsprodukte
ist, kontinuierlich aus dem Reaktionssystem abgezogen, während Ethylenglykol,
welches das andere Reaktionsprodukt ist, zusammen mit dem nicht-umgesetzten Ethylencarbonat
in dem den Katalysator enthaltenden Reaktionssystem während einer langen Dauer
verbleibt. Diese lange Verweilzeit von Ethylenglykol und Ethylencarbonat in dem
Reaktionssystem verursacht Nebenreaktionen, wobei Polyethylenglykole, wie Diethylenglykol
und Triethylenglykol, gebildet werden. Um das Auftreten dieser Nebenreaktionen und
die Verminderung der Selektivität für die gewünschten Produkte zu
verhindern, ist es erforderlich, einen großen Überschuss an Methanol gegenüber
der Menge des Ethylencarbonats einzusetzen, das anteilweise in das Reaktionsgefäß
eingeleitet wird. Tatsächlich sind bei den konventionell vorgeschlagenen Methoden
die folgenden Beispiele festzustellen, in denen ein großer Überschuss
an Methanol verwendet wird, das heißt, Methanol im Überschuss (angegeben
als Molzahl an Methanol pro Mol an Ethylencarbonat oder Propylencarbonat), wie 14
mol (US-Patent Nr. 3,803,201), 17 mol (ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr 1-311054), 22 mol [ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr.
51-122025 (entsprechend US-Patent Nr. 4,062,884 und DE
2615665B)], und 23 mol [ungeprüfte offengelegte Japanische Patentanmeldung
Nr. 54-48716 (entsprechend US-Patent Nr. 4,307,032, EP
10833 und DE 2860142G)]
verwendet wird.
Im Fall der Reaktivdestillationsmethode (4) ist es möglich, eine
Reaktion mit hoher Umwandlung im Vergleich mit den Methoden (1), (2) und (3) durchzuführen.
In der Tat wurde berichtet, dass bei der Durchführung einer Reaktivdestillation
unter Verwendung einer großen Menge an reinem Methanol (das kein Dimethylcarbonat
enthält) in Bezug auf die Menge an Ethylencarbonat, d. h. einer solchen Menge,
dass das Molverhältnis Methanol/Ethylencarbonat 9 bis 10 ist, die Umwandlung
des Ethylencarbonats 100% erreicht [siehe Beispiel 1 der ungeprüften offengelegten
Japanischen Patentanmeldung Nr. 4-198141 und Beispiel 11 der ungeprüften offengelegten
Japanischen Patentanmeldung Nr. 5-213830 (entsprechend US-Patent Nr. 5,231,212,
EP 530615A3 und DE
4129316A1)].
Bei Methode (4) wird das gebildete Dimethylcarbonat als Produkt mit
niederem Siedepunkt zusammen mit dem nicht-umgesetzten Methanol aus der Destillationskolonne
abdestilliert. Dimethylcarbonat und Methanol bilden ein azeotropes Gemisch. Daher
wird die Abtrennung des gebildeten Dimethylcarbonats aus dem gasförmigen Reaktionsgemisch,
das aus der Destillationskolonne abdestilliert wird, mithilfe von speziellen Trennmethoden
durchgeführt, wie einer unter Druck vorgenommenen Destillationsmethode [ungeprüfte
offengelegte Japanische Patentanmeldung Nr. 51-108019 (entsprechend DE
2607003B)]. Im Allgemeinen kann durch diese Methode von
Methanol freies Dimethylcarbonat erhalten werden, während Methanol nur in Form
seines Gemisches mit Dimethylcarbonat erhalten werden kann. Es ist daher schwierig,
reines Methanol, das im Wesentlichen kein Dimethylcarbonat enthält, zu erzielen.
So wird beispielsweise in den Beispielen der vorstehend genannten ungeprüften
offengelegten Japanischen Patentanmeldung Nr. 51-108019 (entsprechend
DE 2607003B)] ein Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch
(Gewichtsverhältnis: 70/30) durch Destillation abgetrennt und reines Dimethylcarbonat
als Bodenprodukt der Kolonne erhalten. Als über Kopf der Kolonne abdestilliertes
Produkt wird jedoch nur ein Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch (Gewichtsverhältnis:
95/5) erhalten.
Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich ist, muss zur Herstellung von
reinem Methanol ein zusätzliches Trennverfahren durchgeführt werden. Im
Hinblick auf die leichte Durchführung einer Herstellung von Dimethylcarbonat
im industriellen Maßstab ist es daher ein starkes Erfordernis, ein Verfahren
zu entwickeln, bei dem ein Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch als solches anstelle
von reinem Methanol als Ausgangsmaterial verwendet werden kann.
Bisher sind jedoch nur einige Techniken bekannt, bei denen nur ein
Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch als Ausgangsmaterial in Methode (4) eingesetzt
wird. Zum Beispiel kann die Methode erwähnt werden, die in Beispiel 5 der ungeprüften
offengelegten Japanischen Patentanmeldung 5-213830 (entsprechend US-Patent Nr. 5,231,212,
EP 530615A3 und DE
4129316A1) beschrieben ist. Jedoch ist in Beispiel 5 dieser ungeprüften
offengelegten Japanischen Patentanmeldung Nr. 5-213830, in welchem ein Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch
(Gewichtsverhältnis: 70/30) verwendet wird, die Umwandlung von Ethylencarbonat
nur 62,8% (berechnet aus den Daten der Zusammensetzung des Produktgemisches, das
am Kolonnenboden erhalten wurde). Der Grund für eine solche schlechte Umwandlung
liegt darin, dass die Gegenwart von Dimethylcarbonat (welches ein Reaktionsprodukt
der obigen Reaktion ist) in dem Reaktionssystem eine Erniedrigung der Umwandlung
des Ethylencarbonats verursacht, da die Reaktion zwischen Ethylencarbonat und Methanol
eine Gleichgewichtsreaktion darstellt. Diese Methode zeigt daher die Schwierigkeit,
dass je größer die Menge des in das Reaktionssystem zurückgeführten
Dimethylcarbonats ist, umso länger die Reaktionsdauer (Verweilzeit), die zum
Erzielen einer gewünschten Umwandlung erforderlich ist und umso größer
die Menge des zum Erzielen der gewünschten Umwandlung benötigten Methanols
ist.
Demgemäß muss bei der Herstellung eines Dialkylcarbonats
und eines Diols aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen einwertigen
Alkohol unter Anwendung der Methode (4) und unter Verwendung von zurückgeführtem
Methanol in Form eines Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisches reines Methanol zusätzlich
zu dem Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch zugeführt werden, um eine vollständige
Umwandlung von Ethylencarbonat zu erzielen, wie in der ungeprüften offengelegten
Japanischen Patentanmeldung Nr. 6-9507 (entsprechend US-Patent Nr. 5,359,118,
EP 569812A1 und DE
4216121A1).
Wenn jedoch das Methanol/Dimethylcarbonat-Gemisch in Kombination mit
reinem Methanol verwendet wird muss, zusätzlich zu dem Hauptverfahren zur Herstellung
der gewünschten Produkte ein zusätzlicher komplizierter Verfahrensvorgang
durchgeführt werden, um das azeotrope Gemisch aus Methanol und Dimethylcarbonat
in seine Bestandteile aufzutrennen, um reines Methanol zu erhalten, das im Wesentlichen
kein Dimethylcarbonat enthält [so muss beispielsweise ein solcher zusätzlicher
Vorgang durchgeführt werden, wobei zwei Destillationskolonnen, die unterschiedliche
Betriebsdrucke haben, in Kombination verwendet werden (siehe ungeprüfte offengelegte
Japanische Patentanmeldung Nr. 2-212456)]. Tatsächlich wird gemäß
der vorstehend erwähnten ungeprüften offengelegten Japanischen Patentanmeldung
Nr. 6-9507 (entsprechend US-Patent Nr. 5,359,118, EP
569812A1 und DE 4216121A1)
reines Methanol mithilfe des vorstehend erwähnten zusätzlichen komplizierten
Vorgangs erhalten und verwendet.
Wie vorstehend erwähnt wurde, ist es im Fall der Methode (4)
möglich, eine Reaktion mit hoher Umwandlung im Vergleich mit Methoden (1),
(2) und (3) durchzuführen. Jedoch zeigt Methode (4) die Schwierigkeit, dass
die Produktivität nicht zufriedenstellend hoch ist. Außerdem zeigt Methode
(4) auch die Schwierigkeit, dass das Auftreten von Nebenprodukten, wie Dialkylenglykol
und 2-Alkoxyethanol nicht unterdrückt werden konnte (wenn beispielsweise Ethylencarbonat
und Methanol als Ausgangsmaterialien verwendet werden, werden Diethylenglykol und
Methoxyethanol als Nebenprodukte gebildet).
Um die vorstehend erwähnten Probleme der Methode (4) zu lösen,
wurde vorgeschlagen, dass ein Gemisch aus Methanol und Dimethylcarbonat mit Ethylencarbonat
umgesetzt wird, sodass die Umwandlung von Ethylencarbonat auf weniger als 100% eingestellt
wird und dass das nicht-umgesetzte Ethylencarbonat hydrolysiert wird, um Ethylenglykol
zu bilden, wobei Dimethylcarbonat und hochreines Ethylenglykol mit hoher Produktivität
gebildet werden, wobei die Notwendigkeit, das nicht-umgesetzte Ethylencarbonat zurückzuführen,
beseitigt wird [siehe WO 97/23445 (entsprechend US-Patent Nr. 5,847,189 und
EP 0889025A1)]. Diese Methode
erfordert jedoch einen Hydrolysereaktor oder dergleichen zusätzlich zu einer
Destillationskolonne. Das bedeutet, dass für diese Methode eine komplizierte
Vorrichtung benötigt wird.
Wie aus dem Vorstehenden verständlich wird, wurde bisher kein
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines Diols,
jeweils mit hoher Produktivität und hoher Selektivität (d. h. unter Erniedrigung
des Auftretens von Nebenprodukten) aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen
einwertigen Alkohol unter Verwendung nur einer einfachen Vorrichtung vorgeschlagen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die Erfinder haben weitreichende und intensive Untersuchungen zur
Entwicklung eines Verfahrens durchgeführt, das frei von den vorstehenden Schwierigkeiten
ist, welche den Stand der Technik begleiten. Speziell wurden die Untersuchungen
im Zusammenhang mit einem kontinuierlichen Verfahren durchgeführt, welches
die kontinuierliche Zuführung eines cyclischen Carbonats und eines aliphatischen
einwertigen Alkohols in eine kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne und
die kontinuierliche Durchführung einer Umesterung zwischen dem cyclischen Carbonat
und dem aliphatischen einwertigen Alkohol in Gegenwart eines Umesterungskatalysators
in der mehrstufigen Destillationskolonne umfasst, wobei kontinuierlich ein Dialkylcarbonat
und ein Diol gebildet werden, während kontinuierlich ein Gemisch mit niederem
Siedepunkt, welches das gebildete Dialkylcarbonat enthält, in Gasform aus dem
oberen Teil der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen wird und kontinuierlich
ein Gemisch mit hohem Siedepunkt, welches das gebildete Diol enthält, in flüssiger
Form aus dem unteren Teil der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen wird.
Als Ergebnis wurde unerwarteterweise gefunden, dass dann, wenn die Umesterung unter
Bedingungen durchgeführt wird, unter denen:
(a) der Reaktionsdruck 5 × 104 Pa oder weniger, gemessen am
inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne ist,
(b) die Reaktionstemperatur im Bereich von –20°C bis weniger als
60°C ist, gemessen am inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne,
und
(c) die mehrstufige Destillationskolonne einen F-Faktor im Bereich von 0,2 bis
5,0 hat, wobei der F-Faktor durch folgende Formel (1) dargestellt wird:
F-Faktor = ug(&rgr;g)1/2(1)
worin ug die Gasgeschwindigkeit (m/s) in der mehrstufigen Destillationskolonne
darstellt und &rgr;g die Gasdichte (kg/m3) in der mehrstufigen
Destillationskolonne darstellt,
es möglich wird, das vorstehende Ziel zu erreichen, d. h., kontinuierlich ein
Dialkylcarbonat und ein Diol jeweils mit hoher Produktivität und hoher Selektivität
ohne Verwendung einer komplizierten Vorrichtung herzustellen, selbst wenn das Molverhältnis
von aliphatischem mehrwertigen Alkohol/cyclischen Carbonat niedrig ist. Auf Basis
dieser neuen Erkenntnis wurde die vorliegende Erfindung konzipiert.
Es ist daher Hauptgegenstand der vorliegenden Erfindung ein neues
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines Diols,
jeweils mit hoher Produktivität und hoher Selektivität (d. h. einer Erniedrigung
des Auftretens der Nebenprodukte) aus einem aliphatischen einwertigen Alkohol und
einem cyclischen Carbonat ohne Verwendung einer komplizierten Vorrichtung bereitzustellen.
Der vorstehende und andere Gegenstände, Merkmale und Vorteile
der vorliegenden Erfindung werden aus der nachstehenden ausführlichen Beschreibung
und den beigefügten Patentansprüchen im Zusammenhang mit den beigefügten
Zeichnungen ersichtlich.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
In den Zeichnungen bedeuten:
1 ein Diagramm, welches das System zeigt, das zur Durchführung
der Beispiele 1 bis 7 und Vergleichsbeispiele 1 bis 3 der vorliegenden Anmeldung
verwendet wurde, und
2 ein Diagramm, welches das System zeigt, das zur Durchführung
von Referenzbeispiel und Referenz-Vergleichsbeispiel gemäß der vorliegenden
Anmeldung eingesetzt wurde.
1
kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne
2, 2'
Leitung
3
Vorerhitzer
4
Kopf der Kolonne
5, 5'
Leitung
6
Reboiler
6'
Verdampfer
7
Kondensator
8
Boden der Kolonne
9
Leitung
10
Kolonne zur Gewinnung des Gemisches mit niederem Siedepunkt
11
Kopf der Kolonne
12
Leitung
13
Kondensator
14
Leitung
15
Leitung
16
Boden der Kolonne
17
Leitung
18
Reboiler
19
Leitung
20
Leitung
21
Leitung
22
Leitung
23
Trennkolonne für Diol
24
Kopf der Kolonne
25
Leitung
26
Kondensator
27
Leitung
28
Boden der Kolonne
29
Leitung
30
Reboiler
31
Leitung
32
Leitung
33
Kondensator
34
Leitung
35
Leitung
36
Leitung
37
kontinuierlicher Hydrolysereaktor
38
Leitung
39
Gas-Flüssigkeits-Trennvorrichtung
40
Leitung
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
kontinuierlichen Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines Diols aus einem cyclischen
Carbonat und einem aliphatischen einwertigen Alkohol bereitgestellt, umfassend die
kontinuierliche Zuführung eines cyclischen Carbonats der folgenden Formel (A):
wobei R1 eine zweiwertige Gruppe der Formel -(CH2)m-
ist, wobei m eine ganze Zahl von 2 bis 6 ist, die unsubstituiert oder mit mindestens
einem Substituenten substituiert ist, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus einer C1-C10-Alkylgruppe und einer C6-C10-Arylgruppe,
und eines aliphatischen einwertigen Alkohols der folgenden Formel (B): R2OH(B)
wobei R2 eine einwertige aliphatische C1-C12-Kohlenwasserstoffgruppe
ist, die unsubstituiert oder mit mindestens einem Substituenten substituiert ist,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einer C1-C10-Alkylgruppe
und einer C6-C10-Arylgruppe,
in eine kontinuierliche Mehrstufendestillationssäule, und kontinuierliches
Durchführen einer Umesterung zwischen dem cyclischen Carbonat und dem aliphatischen
einwertigen Alkohol in Gegenwart eines Umesterungskatalysators in der Mehrstufendestillationssäule,
wodurch ein Dialkylcarbonat und ein Diol kontinuierlich hergestellt werden, während
ein Gemisch mit niedrigem Siedepunkt, welches das hergestellte Dialkylcarbonat in
Gasform enthält, kontinuierlich von einem oberen Bereich der Mehrstufendestillationssäule
abgezogen wird, und ein Gemisch mit hohem Siedepunkt, welches das hergestellte Diol
in einer flüssigen Form enthält, kontinuierlich von einem unteren Bereich
der Mehrstufendestillationssäule abgezogen wird,
wobei die Umesterung unter folgenden Bedingungen durchgeführt wird:
(a) der Reaktionsdruck beträgt 5 × 104 Pa oder weniger,
gemessen am inneren Boden der Mehrstufendestillationssäule,
(b) die Reaktionstemperatur liegt im Bereich von –20°C bis weniger
als 60°C, gemessen am inneren Boden der Mehrstufendestillationssäule,
und
(c) die Mehrstufendestillationssäule weist einen F-Faktor im Bereich von
0,2 bis 5,0 auf,
wobei der F-Faktor durch folgende Formel (1) dargestellt wird:
F-Faktor = ug(&rgr;g)1/2(1)
worin ug die Gasgeschwindigkeit (m/s) in der Mehrstufendestillationssäule
darstellt und &rgr;g die Gasdichte (kg/m3) in der Mehrstufendestillationssäule
darstellt.
Zum leichteren Verständnis der vorliegenden Erfindung werden
nachstehend die wesentlichen Merkmale und die verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung aufgezählt.
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines
Diols aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen einwertigen Alkohol,
umfassend die kontinuierliche Zuführung eines cyclischen Carbonats der folgenden
Formel (A):
wobei R1 eine zweiwertige Gruppe der Formel -(CH2)m-
ist, wobei m eine ganze Zahl von 2 bis 6 ist, die unsubstituiert oder mit mindestens
einem Substituenten substituiert ist, ausgewählt aus der Gruppe, bestehend
aus einer C1-C10-Alkylgruppe und einer C6-C10-Arylgruppe,
und eines aliphatischen einwertigen Alkohols der folgenden Formel (B):
R2OH(B)
wobei R2 eine einwertige aliphatische C1-C12-Kohlenwasserstoffgruppe
ist, die unsubstituiert oder mit mindestens einem Substituenten substituiert ist,
ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus einer C1-C10-Alkylgruppe
und einer C6-C10-Arylgruppe,
in eine kontinuierlichen Mehrstufendestillationssäule, und kontinuierliches
Durchführen einer Umesterung zwischen dem cyclischen Carbonat und dem aliphatischen
einwertigen Alkohol in Gegenwart eines Umesterungskatalysators in der Mehrstufendestillationssäule,
wodurch ein Dialkylcarbonat und ein Diol kontinuierlich hergestellt werden, wobei
ein Gemisch mit niedrigem Siedepunkt, welches das hergestellte Dialkylcarbonat in
Gasform enthält, kontinuierlich von einem oberen Bereich der Mehrstufendestillationssäule
abgezogen wird, und ein Gemisch mit hohem Siedepunkt, welches das hergestellte Diol
in einer flüssigen Form enthält, kontinuierlich von einem unteren Bereich
der Mehrstufendestillationssäule abgezogen wird,
wobei die Umesterung unter folgenden Bedingungen durchgeführt wird:
(a) der Reaktionsdruck beträgt 5 × 104 Pa oder weniger, gemessen
am inneren Boden der Mehrstufendestillationssäule,
(b) die Reaktionstemperatur liegt im Bereich von –20°C bis weniger als
60°C, gemessen am inneren Boden der Mehrstufendestillationssäule, und
(c) die Mehrstufendestillationssäule weist einen F-Faktor im Bereich von 0,2
bis 5,0 auf,
wobei der F-Faktor durch folgende Formel (1) dargestellt wird:
F-Faktor = ug(&rgr;g)1/2(1)
worin ug die Gasgeschwindigkeit (m/s) in der Mehrstufendestillationssäule
darstellt und &rgr;g die Gasdichte (kg/m3) in der Mehrstufendestillationssäule
darstellt.
2. Verfahren nach dem obigen Punkt 1, wobei der F-Faktor im Bereich von 0,4
bis 4,0 liegt.
3. Verfahren nach dem obigen Punkt 2, wobei der F-Faktor im Bereich von 0,6
bis 4,0 liegt.
4. Verfahren nach einem der obigen Punkte 1 bis 3, wobei der aliphatische einwertige
Alkohol ein begleitendes Dialkylcarbonat in einem Anteil von 0 bis 40 Gew.-% enthält,
bezogen auf das Gesamtgewicht des aliphatischen einwertigen Alkohols und des begleitenden
Dialkylcarbonats.
5. Verfahren nach einem der obigen Punkte 1 bis 4, wobei das cyclische Carbonat
mindestens ein Carbonat ist, das aus der Gruppe ausgewählt ist, bestehend aus
Ethylencarbonat und Propylencarbonat, und der aliphatische einwertige Alkohol Methanol
ist.
6. Verfahren nach einem der obigen Punkte 1 bis 5, wobei:
das cyclische Carbonat kontinuierlich einem oberen Bereich der kontinuierlichen
Mehrstufendestillationssäule in flüssiger Form oder in Form eines Gas-Flüssigkeits-Gemisches
zugeführt wird, und
der aliphatische einwertige Alkohol kontinuierlich einem unteren Bereich der kontinuierlichen
Mehrstufendestillationssäule in eine Gasform oder in Form eines Gas-Flüssigkeits-Gemisches
zugeführt wird, oder einzeln in Gasform und einer flüssigen Form.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird es möglich,
die Umesterungsreaktion mit hoher Produktivität und hoher Selektivität
voranzutreiben, im Vergleich mit denen, die durch übliche Methoden erzielt
wurden, selbst dann, wenn das Molverhältnis von aliphatischem einwertigen Alkohol
zu cyclischem Carbonat niedrig ist. Nachstehend wird die vorliegende Erfindung ausführlicher
erläutert.
Die erfindungsgemäß durchgeführte Reaktion ist eine
reversible Gleichgewichts-Umesterungsreaktion, die durch das folgende Reaktionsschema
(I) dargestellt ist, bei der ein Dialkylcarbonat (C) und ein Diol (D) aus einem
cyclischen Carbonat (A) und einem aliphatischen einwertigen Alkohol (B) hergestellt
werden:
worin
R1 eine durch Formel -(CH2)m- dargestellte zweiwertige
Gruppe ist, worin m eine ganze Zahl von 2 bis 6 ist und die unsubstituiert oder
mit mindestens einem Substituenten substituiert ist, der aus der Gruppe ausgewählt
ist, die aus einer C1-C10-Alkylgruppe und einer C6-C10-Arylgruppe
besteht, und
R2 eine einwertige C1-C12-aliphatische Gruppe darstellt,
die unsubstituiert ist oder mit mindestens einem Substituenten substituiert ist,
der aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus einer C1-C10-Alkylgruppe
und einer C6-C10-Arylgruppe besteht.
Die vorstehende Reaktion ist eine exotherme Reaktion. Je niedriger
die Reaktionstemperatur ist, umso größer wird die Gleichgewichtskonstante
und daher werden die Gleichgewichtskonzentrationen der Produkte umso höher.
Jedoch wird die Reaktionsrate umso kleiner, je niedriger die Reaktionstemperatur
ist. Um daher eine zufriedenstellende Produktionsrate zu erreichen und aufrechtzuerhalten,
während die Reaktion bei niedriger Temperatur durchgeführt wird, ist es
notwendig, das Volumen des Reaktionssystems zu vergrößern. Eine Erhöhung
des Volumens des Reaktionssystems bedeutet eine Erniedrigung der Produktivität,
gemäß der Definition in der vorliegenden Erfindung. Gemäß der
vorliegenden Erfindung bedeutet der Ausdruck "Produktivität" die Ausbeute pro
Volumeneinheit der Reaktionszone in einer kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
und pro Zeiteinheit, d. h. die Raum-Zeit-Ausbeute in der Reaktionszone einer kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne. Wenn mehrere kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonnen
verwendet werden, wird das Gesamtvolumen der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonnen
zur Berechnung der vorstehend erwähnten Ausbeute verwendet.
Wenn andererseits gewünscht wird, die Reaktivdestillation unter
einem niederen Druck durchzuführen, ohne die Zuführungsrate der Ausgangsmaterialien
zu vermindern, ist es notwendig, den Durchmesser der Destillationskolonne zu erhöhen.
Um den Reaktionsdruck ohne Verminderung des Durchmessers der Destillationskolonne
zu erniedrigen, ist es notwendig, die Zuführungsrate der Ausgangsmaterialien
zu vermindern. Somit ist zu erwarten, dass eine Verminderung des
Reaktionsdruckes zu einer Erniedrigung der Produktivität führt.
Entsprechend dem konventionellen Wissen wird daher angenommen, dass
der Versuch der Durchführung der Reaktivdestillation unter Bedingungen, unter
denen der Reaktionsdruck so niedrig wie 5 × 104 Pa oder weniger
und die Reaktionstemperatur so niedrig wie weniger als 60°C ist, jeweils am
inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne gemessen, nachteilig im Hinblick
auf die Produktivität und dergleichen ist. Tatsächlich wurde bisher nicht
versucht, die Reaktivdestillation unter den vorstehend angegebenen Bedingungen des
Druckes und der Temperatur, d. h. den Bedingungen, die bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren angewendet werden, durchzuführen.
Unerwarteterweise wurde jedoch zum ersten Mal gefunden, dass ein Dialkylcarbonat
und ein Diol kontinuierlich mit hoher Produktivität und hoher Selektivität
hergestellt werden können, wenn die Reaktivdestillation unter Bedingungen durchgeführt
wird, bei denen nicht nur der Druck und die Temperatur des Kolonnenbodens innerhalb
der oben erwähnten spezifischen Bereiche gehalten werden, sondern auch die
Destillationskolonne einen F-Faktor im Bereich von 0,2 bis 5 hat. Konventionell
ist der F-Faktor einer Destillationskolonne als Parameter bekannt, der sich auf
die Stufeneffizienz beziehungsweise Bodeneffizienz der Destillationskolonne bezieht
[siehe OKagakukougaku jiten (Dictionary of Chemical Engineering), verlegt von Kagakukogaku
Kyokai (Association of Chemical Engineering), S. 55 (1986) (Maruzen Co., Ltd., Japan)
und Chemical Engineer's Handbook, 5. Auflage, Abschnitt 18, S. 6 (1973) (McGraw-Hill
Kogakusha, Ltd.)]. Bei der Herstellung eines Dialkylcarbonats und eines Diols mithilfe
der Methode der Reaktivdestillation unter Verwendung einer Destillationskolonne
war jedoch keinesfalls bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen dem F-Faktor der
Destillationskolonne und ihrer Produktivität und der Selektivität für
die gewünschten Produkte besteht. Die Erfinder haben zum ersten Mal gefunden,
dass der F-Faktor der bei der Reaktivdestillation verwendeten Destillationskolonne
einen Zusammenhang mit der Produktivität und der Selektivität für
die gewünschten Produkte hat.
Der Grund dafür, warum eine hohe Produktivität und eine
hohe Selektivität erzielt werden können, wenn die vorliegende Reaktion
durch Reaktivdestillation unter Bedingungen durchgeführt wird, unter denen
der Reaktionsdruck und die Temperatur innerhalb der vorstehend erwähnten jeweiligen
spezifischen Bereiche liegen, wie am inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne
gemessen, und der F-Faktor der Destillationskolonne 0,2 bis 5,0 beträgt, wurde
noch nicht aufgeklärt. Es wird jedoch angenommen, dass die Wirksamkeit der
Reaktivdestillation durch Anwendung solcher Reaktionsbedingungen erhöht wird.
Beispiele für Nebenprodukte, die in der Reaktion zur Herstellung
eines Dialkylcarbonats und eines Diols aus einem cyclischen Carbonat und einem aliphatischen
einwertigen Alkohol gebildet werden, umfassen Kondensationsprodukte des Ethylenglykols
(EG), wie Diethylenglykol (DEG) und Triethylenglykol (TEG), und 2-Methoxyethanol
(2ME). Wenn der Gehalt an DEG in dem Ethylenglykol als gewünschtes Diol hoch
ist, tritt das Problem auf, dass ein Polyester, der unter Verwendung des Ethylenglykols
als Ausgangsmaterial hergestellt wird, ungleichmäßige Färbung hat.
Wenn außerdem Ethylenglykol (das ein bifunktionelles Monomer ist) 2ME enthält
(welches monofunktionell ist), tritt die Schwierigkeit auf, dass 2ME in einer Polyester-Bildungsreaktion
bei Verwendung des Ethylenglykols als Ausgangsmaterial als Abbruchmittel wirkt und
dass daher der erhaltene Polyester wahrscheinlich niederes Molekulargewicht hat.
Es ist daher nachteilig, wenn Ethylenglykol solche Nebenprodukte als Verunreinigungen
enthält. Im Allgemeinen werden die im EG enthaltenen Nebenprodukte aus diesem
durch Destillation abgetrennt. Da der Siedepunkt von DEG (245°C) höher
ist als der von EG (198°C) wird beispielsweise dann, wenn EG, das DEG enthält,
der Destillation unterworfen wird, gereinigtes EG, welches eine kleine Menge DEG
enthält, als Kolonnenkopffraktion oder Seitenfraktion (Seitenstrom) erhalten
(d. h. eine Fraktion, die aus einer Entnahmeöffnung abgezogen wird, welche
in einer Seitenbahn der Destillationskolonne angeordnet ist) und DEG wird hauptsächlich
als Kolonnenbodenflüssigkeit erhalten. Um bei dieser Destillation die Konzentration
von DEG in dem gereinigten EG zu erniedrigen, ist es erforderlich, dass die Destillationskolonne
zahlreiche Destillationsstufen enthält. Außerdem wird die Konzentration
von DEG in der Kolonnenbodenflüssigkeit dadurch erniedrigt, dass man eine bestimmte
Menge von EG in die Kolonnenbodenflüssigkeit übergehen lässt, wenn
daher die Kolonnenbodenflüssigkeit aus der Kolonne abgezogen wird, wird EG
notwendigerweise zusammen mit als Nebenprodukt gebildetem DEG aus dem Kolonnenboden
abgezogen. Diese EG-enthaltende abgezogene Kolonnenbodenflüssigkeit wird im
Allgemeinen verworfen oder verbrannt, sodass die Ausbeute an EG erniedrigt wird.
Um daher einen solchen Verlust wegen des Auftretens von Nebenprodukten zu verhindern,
ist eine hohe Selektivität für die gewünschten Produkte notwendig.
Bezüglich der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne,
die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zu verwenden ist, besteht keine
spezielle Beschränkung, solange es eine Destillationskolonne ist, die zwei
oder mehr Destillationsstufen hat und die für eine kontinuierliche Destillation
geeignet ist. Erfindungsgemäß soll der Ausdruck "Stufen"
die theoretischen Stufen (theoretische Böden) einschließen. Im Fall einer
Destillationskolonne, die keine körperlichen Stufen aufweist, wie eine Füllkörperkolonne,
wird der Wert, der durch Dividieren der Packungshöhe durch die Höhe der
theoretischen Stufen (Boden) (H.E.T.P.) (Höhenäquivalent zu einem theoretischen
Boden) als Bodenzahl beziehungsweise Anzahl der Stufen angesehen. Beispiele für
solche kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonnen umfassen Plattenkolonnen,
in denen Böden vorhanden sind, wie Glockenböden, Siebböden, Ventilböden,
Gegenstromböden, und gepackte Kolonnen beziehungsweise Füllkörperkolonnen,
die mit verschiedenen Füllungen gepackt sind, wie Raschigringen, Lessingringen,
Pallringen, Berlsätteln, Interloxsätteln, Dixonpackungen, McMahonpackungen,
Helipackungen, Sulzerpackungen und Mellapackungen. Jede Kolonne, die allgemein als
kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne verwendet wird, kann eingesetzt
werden. Außerdem kann vorzugsweise auch eine Kolonne des Mischtyps aus einer
Bodenkolonne und einer Füllkörperkolonne verwendet werden, die sowohl
einen Bodenteil, als auch einen mit einer Füllung gepackten Teil aufweist.
Wenn ein fester Katalysator, der in der flüssigen Phase unlöslich ist,
in einer Destillationskolonne verwendet wird, wird vorzugsweise eine Destillationskolonne
des Füllkörpertyps verwendet, in welchem der feste Katalysator einen Teil
oder die gesamte Füllung ersetzt. Als kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne,
die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet werden soll, können
die vorstehend genannten Destillationskolonnen einzeln oder in Kombination verwendet
werden. Wenn sie in Kombination verwendet werden, können mehrere Destillationskolonnen
in Serie oder parallel verbunden werden.
Das als Ausgangsmaterial gemäß der Erfindung zu verwendende
cyclische Carbonat wird durch die vorstehend angegebene Formel (A) dargestellt.
Zu Beispielen für cyclische Carbonate gehören Alkylencarbonate, wie Ethylencarbonat
und Propylencarbonat, 1,3-Dioxacyclohexa-2-on, 1,3-Dioxacyclohepta-2-on, und dergleichen.
Unter diesen cyclischen Carbonaten werden Ethylencarbonat und Propylencarbonat wegen
ihrer guten Zugänglichkeit bevorzugt. Ethylencarbonat wird am stärksten
bevorzugt.
Der als anderes Ausgangsmaterial erfindungsgemäß verwendete
aliphatische einwertige Alkohol ist eine Verbindung, die durch die vorstehend angegebene
Formel (B) dargestellt wird und einen Siedepunkt hat, der niedriger als der des
gebildeten Diols ist. Die Art des aliphatischen einwertigen Alkohols, der erfindungsgemäß
verwendet werden kann, variiert in Abhängigkeit von der Art des verwendeten
cyclischen Carbonats. Beispiele für aliphatische einwertige Alkohole umfassen
Methanol, Ethanol, Propanol (Isomere), Allylalkohol, Butanol (Isomere), 3-Buten-1-ol,
Amylalkohol (Isomere), Hexylalkohol (Isomere), Heptylalkohol (Isomere), Octylalkohol
(Isomere), Nonylalkohol (Isomere), Decylalkohol (Isomere), Undecylalkohol (Isomere),
Dodecylalkohol (Isomere), Cyclopentanol, Cyclohexanol, Cycloheptanol, Cyclooctanol,
Methylcyclopentanol (Isomere), Ethylcyclopentanol (Isomere), Methylcyclohexanol
(Isomere), Ethylcyclohexanol (Isomere), Dimethylcyclohexanol (Isomere), Diethylcyclohexanol
(Isomere), Phenylcyclohexanol (Isomere), Benzylalkohol, Phenethylalkohol (Isomere),
Phenylpropanol (Isomere) und dergleichen. Der vorstehend erwähnte aliphatische
einwertige Alkohol kann mit mindestens einem Substituenten substituiert sein, wie
einem Halogenatom, einer niederen Alkoxygruppe, einer Cyangruppe, einer Alkoxycarbonylgruppe,
einer Aryloxycarbonylgruppe, einer Acyloxygruppe oder einer Nitrogruppe.
Unter diesen aliphatischen einwertigen Alkoholen wird ein Alkohol
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen bevorzugt. Stärker bevorzugt werden einwertige
Alkohole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, d. h., Methanol, Ethanol, Propanol (Isomere),
und Butanol (Isomere). Wenn als cyclisches Carbonat Ethylencarbonat oder Propylencarbonat
verwendet wird, werden Methanol und Ethanol bevorzugt und speziell bevorzugt wird
Methanol.
Erfindungsgemäß wird die durch Reaktionsschema (I) dargestellte
Reaktion durch die Methode der Reaktivdestillation durchgeführt, das heißt,
die Reaktion wird in einer kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne durchgeführt,
während das gebildete Gemisch mit niederem Siedepunkt durch Destillation aus
dem Reaktionssystem abgetrennt wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Katalysator
in der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne angeordnet. Das Verfahren,
nach dem ein Katalysator in der mehrstufigen Destillationskolonne angeordnet wird,
ist nicht speziell beschränkt. So kann beispielsweise bewirkt werden, dass
ein homogener Katalysator, der in dem Reaktionssystem unter den Reaktionsbedingungen
löslich ist, in der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne vorhanden
ist, indem der homogene Katalysator kontinuierlich der kontinuierlichen mehrstufigen
Destillationskolonne zugeführt wird. Alternativ kann bewirkt werden, dass ein
heterogener Katalysator (fester Katalysator), der in dem Reaktionssystem unter den
Reaktionsbedingungen unlöslich ist, in der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
vorliegt, indem der feste Katalysator in die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne
eingefüllt wird. Der erwähnte homogene und heterogene Katalysator können
in Kombination eingesetzt werden.
Wenn ein homogener Katalysator kontinuierlich in die kontinuierliche
mehrstufige Destillationskolonne eingeleitet wird, kann er der Destillationskolonne
zusammen mit einem als Ausgangsmaterial verwendeten cyclischen Carbonat und/oder
einem als Ausgangsmaterial verwendeten aliphatischen einwertigen Alkohol zugeführt
werden. Alternativ kann der homogene Katalysator in die Destillationskolonne an
einer Stelle eingeleitet werden, die verschieden von der ist, an der das Ausgangsmaterial
eingeleitet wird. Außerdem kann der homogene Katalysator an irgendeiner Stelle
in die Destillationskolonne eingeleitet werden, solange die Stelle mindestens eine
theoretische Stufe (ein theoretischer Boden) oberhalb des Kolonnenbodens ist. Da
jedoch der Bereich, in welchem die Reaktion in der kontinuierlichen mehrstufigen
Destillationskolonne tatsächlich stattfindet im Allgemeinen unterhalb der Stelle
ist, an welcher der homogene Katalysator zugeführt wird, wird bevorzugt, den
homogenen Katalysator der Destillationskolonne im oberen Teil der Kolonne zuzuführen.
Wenn ein heterogener fester Katalysator als Katalysator eingesetzt
wird, kann dieser in der gewünschten Menge an der gewünschten Stelle der
kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne eingefüllt werden, solange
die in der Kolonne vorhandene Katalysatorschicht eine Höhe hat, die mindestens
einer theoretischen Stufe (einem theoretischen Boden), vorzugsweise zwei oder mehr
theoretischen Stufen (Böden) entspricht. Ein Katalysator, der als Füllung
für die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne dienen kann, kann
ebenfalls verwendet werden.
Als erfindungsgemäß zu verwendender Katalysator können
verschiedene Arten von bekannten Katalysatoren eingesetzt werden. Beispiele für
solche Katalysatoren umfassen Alkalimetalle oder Erdalkalimetalle, wie Lithium,
Natrium, Kalium, Rubidium, Cäsium, Magnesium, Calcium, Strontium und Barium;
basische Verbindungen, wie Hydride, Hydroxide, Alkoxide, Aryloxide und Amide von
Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen; basische Verbindungen, wie Carbonate und
Hydrogencarbonate von Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen und Alkalimetall- oder
Erdalkalimetall-Salze von organischen Säuren; tertiäre Amine, wie Triethylamin,
Tributylamin, Trihexylamin und Benzyldiethylamin; stickstoffhaltige heteroaromatische
Verbindungen, wie N-Alkylpyrrol, N-Alkylindol, Oxazol, N-Alkylimidazol, N-Alkylpyrazol,
Oxadiazol, Pyridin, Alkylpyridin, Chinolin, Alkylchinolin, Isochinolin, Alkylisochinolin,
Acridin, Alkylacridin, Phenanthrolin, Alkylphenanthrolin, Pyrimidin, Alkylpyrimidin,
Pyradin, Alkylpyradin, Triazin und Alkyltriazin; cyclische Amidine, wie Diazabicycloundecen
(DBU) und Diazabicyclononen (DBN); Thalliumverbindungen, wie Thalliumoxid, Thalliumhalogenide,
Thalliumhydroxid, Thalliumcarbonat, Thalliumnitrat, Thalliumsulfat und Thalliumsalze
von organischen Säuren; Zinnverbindungen, wie Tributylmethoxyzinn, Tributylethoxyzinn,
Dibutyldimethoxyzinn, Diethyldiethoxyzinn, Dibutyldiethoxyzinn, Dibutylphenoxyzinn,
Diphenylmethoxyzinn, Dibutylzinnacetat, Tributylzinnchlorid und Zinn-2-ethylhexanoat;
Zinkverbindungen, wie Dimethoxyzink, Diethoxyzink, Ethylendioxyzink und Dibutoxyzink;
Aluminiumverbindungen, wie Aluminiumtrimethoxid, Aluminiumtriisopropoxid und Aluminiumtributoxid;
Titanverbindungen, wie Tetramethoxytitan, Tetraethoxytitan, Tetrabutoxytitan, Dichlordimethoxytitan,
Tetraisopropoxytitan, Titanacetat und Titanacetylacetonat; Phosphorverbindungen,
wie Trimethylphosphin, Triethylphosphin, Tributylphosphin, Triphenylphosphin, Tributylmethylphosphoniumhalogenide,
Trioctylbutylphosphoniumhalogenide und Triphenylmethylphosphoniumhalogenide; Zirconverbindungen,
wie Zirconhalogenide, Zirconacetylacetonat, Zirconalkoxide und Zirconacetat; Blei
und Blei-enthaltende Verbindungen, z. B., Bleioxide, wie PbO, PbO2 und
Pb3O4; Bleisulfide, wie PbS, Pb2S3 und
PbS2; Bleihydroxide, wie Pb(OH)2, Pb3O2(OH)2, Pb2[PbO2(OH)2]
und Pb2O(OH)2; Plumbite, wie Na2PbO2,
K2PbO2, NaHPbO2 und KHPbO2; Plumbate,
wie Na2PbO3,Na2H2PbO4,
K2PbO3, K2[Pb(OH)6], K4PbO4,
Ca2PbO4 und CaPbO3; Bleicarbonate und basische
Salze davon, wie PbCO3 und 2PbCO3·Pb(OH)2;
Alkoxybleiverbindungen und Aryloxybleiverbindungen, wie Pb(OCH3)2,
(CH3O)Pb(OPh) und Pb(OPh)2; Bleisalze von organischen Säuren,
und Carbonate und basische Salze davon, wie Pb(OCOCH3)2, Pb(OCOCH3)4
und Pb(OCOCH3)2·PbO·3H2O; Organobleiverbindungen,
wie Bu4Pb, Ph4Pb, Bu3PbCl, Ph3PbBr,
Ph3Pb (oder Ph6Pb2), Bu3PbOH und Ph2PbO,
worin Bu eine Butylgruppe darstellt und Ph eine Phenylgruppe bedeutet; Bleilegierungen,
wie Pb-Na, Pb-Ca, Pb-Ba, Pb-Sn und Pb-Sb; Bleimineralien, wie Bleiglanz und Zinkblende;
Hydrate dieser Bleiverbindungen; Ionenaustauscher, wie Anionenaustauscherharze mit
tertiären Aminogruppen, Ionenaustauscherharze mit Amidgruppen, Ionenaustauscherharze,
die mindestens eine Art einer Ionenaustauschgruppe haben, die unter Sulfonatgruppen,
Carboxylatgruppen und Phosphatgruppen ausgewählt ist, und stark basische feste
Anionenaustauscher mit quaternären Ammoniumgruppen als Ionenaustauschgruppen,
feste anorganische Verbindungen, wie Siliciumdioxid, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid,
Siliciumdioxid-Magnesiumoxid, Alumosilicat, Galliumsilicat, verschiedene Arten von
Zeolithen, verschiedene Arten von Metall-ausgetauschten Zeolithen und Ammonium-ausgetauschten
Zeolithen.
Unter den vorstehend genannten festen Katalysatoren werden stark basische
Anionenaustauscher mit quaternären Ammoniumgruppen als Ionenaustauschgruppen
bevorzugt. Beispiele für solche Anionenaustauscher umfassen stark basische
Anionenaustauscherharze mit quaternären Ammoniumgruppen als Anionenaustauschgruppen,
stark basische Anionenaustauscher des Cellulosetyps, die quaternäre Ammoniumgruppen
als Anionenaustauschgruppen enthalten und stark basische Anionenaustauscher, die
sich auf einem anorganischen Träger befinden, die quaternäre
Ammoniumgruppen als Anionenaustauschgruppen haben.
Unter diesen stark basischen Anionenaustauscherharzen mit quaternären
Ammoniumgruppen als Ionenaustauschgruppen werden stark basische Anionenaustauscherharze
des Styroltyps und dergleichen bevorzugt. Ein stark basisches Anionenaustauscherharz
des Styroltyps besteht aus einem Styrol/Divinylbenzol-Copolymer als Grundharz und
quaternären Ammoniumgruppen (Typ I oder Typ II) als Anionenaustauschgruppen.
Beispiele dafür sind schematisch durch die folgenden Formeln (II) dargestellt.
In den vorstehenden Formeln (II) bedeutet X ein Anion. Im Allgemeinen
ist X mindestens eine Art eines Anions, ausgewählt aus der aus F–,
Cl–, Br–, I–, HCO3–, CO32–, CH3CO2–, HCO2–, IO3–, BrO3– und ClO3– bestehenden Gruppe. Es wird bevorzugt, dass X aus der Gruppe
ausgewählt ist, die aus Cl–, Br–, HCO3– und CO32– besteht. Bezüglich der Struktur des Grundharzes des Anionenaustauscherharzes
kann entweder ein Harz vom Geltyp oder vom makroverzweigten (macroreticular) Typ
(MR-Typ) verwendet werden. Wegen der hohen Beständigkeit gegenüber organischen
Lösungsmitteln wird jedoch der MR-Typ bevorzugt.
Beispiele für stark basische Anionenaustauscher vom Cellulosetyp,
die quaternäre Ammoniumgruppen als Ionenaustauschgruppen enthalten, umfassen
stark basische Anionenaustauscher des Cellulosetyps, die Anionenaustauschgruppen
der durch die Formel -OCH2CH2NR3X dargestellten
Struktur haben. Diese Austauscher werden durch Trialkylaminoethylierung eines Teils
oder aller Hydroxylgruppen von Cellulose erhalten. In der vorstehenden Formel stellt
R eine Alkylgruppe dar, beispielsweise eine Methylgruppe, eine Ethylgruppe, eine
Propylgruppe, eine Butylgruppe oder dergleichen, vorzugsweise eine Methylgruppe
oder Ethylgruppe, und X ist wie vorher definiert.
Der erfindungsgemäß geeignete auf einen anorganischen Träger
aufgetragene stark basische Anionenaustauscher, der quaternäre Ammoniumgruppen
als Ionenaustauschgruppen enthält, ist ein Anionenaustauscher mit quaternären
Ammoniumgruppen, die durch die Formel -O(CH2)nNR3X
dargestellt sind, worin R und X wie vorstehend definiert sind und n gewöhnlich
eine ganze Zahl von 1 bis 6, vorzugsweise 2 ist. Dieser Anionenaustauscher kann
durch Modifizieren eines Teils oder aller Hydroxylgruppen an der Oberfläche
des anorganischen Trägers hergestellt werden. Zu Beispielen für anorganische
Träger gehören Siliciumdioxid, Aluminiumoxid, Siliciumdioxid-Aluminiumoxid,
Titandioxid und Zeolithe. Unter diesen werden Siliciumdioxid, Aluminiumoxid und
Siliciumdioxid-Aluminiumoxid bevorzugt. Am stärksten bevorzugt wird Siliciumdioxid.
Für die Methode zum Modifizieren der Hydroxylgruppen an der Oberfläche
des anorganischen Trägers besteht keine Beschränkung. So kann beispielsweise
ein auf der Oberfläche eines anorganischen Trägers angeordneter stark
basischer Anionenaustauscher erhalten werden, indem ein anorganischer Träger
und ein durch die Formel HO(CH2)nNR2 dargestellter
Aminoalkohol einer Dehydratationsreaktion in Gegenwart eines basischen Katalysators
unterworfen werden, um dadurch die Aminoalkoxylierung durchzuführen, wonach
die Reaktion des resultierenden aminoalkoxylierten anorganischen Trägers mit
einem Alkylhalogenid erfolgt, das durch die Formel RX' dargestellt
ist, wobei X' ein Halogenatom, vorzugsweise Cl, Br oder I darstellt, um die Aminoalkoxygruppe
in eine -O(CH2)nNR3X'-Gruppe umzuwandeln. Die Gruppe
-O(CH2)nNR3X' wird weiter durch eine Anionenaustauschreaktion
in eine -O(CH2)nNR3X-Gruppe umgewandelt, die das
gewünschte Anion X aufweist. Wenn n 2 ist, wird ein anorganischer Träger
mit N,N-Dialkylaziridin behandelt, sodass die Hydroxylgruppen auf dem anorganischen
Träger N,N-dialkylaminoethoxyliert werden, wobei eine -OCH2CH2NR2-Gruppe
erhalten wird, die danach unter Anwendung der vorstehend genannten Methode in eine
-OCH2CH2NR3X-Gruppe umgewandelt wird.
Erfindungsgemäß können auch handelsübliche feste,
stark basische Anionenaustauscher mit quaternären Ammoniumgruppen als Ionenaustauschgruppen
verwendet werden. Wenn ein handelsüblicher fester, stark basischer Anionenaustauscher
verwendet wird, kann er vor seiner Verwendung als Umesterungskatalysator durch Ionenaustausch
mit einer gewünschten Anionenspezies behandelt werden.
Ein fester Katalysator, der aus einem organischen Polymeren des makrovernetzten
oder des Geltyps oder einem anorganischen Träger besteht, die jeweils eine
gebundene heterocyclische Gruppe, die mindestens ein Stickstoffatom enthält,
aufweisen, wird vorzugsweise als Umesterungskatalysator eingesetzt. Weiterhin kann
der vorstehend angegebene feste Katalysator zur Quaternisierung eines Teils oder
aller der Stickstoff-enthaltenden heterocyclischen Gruppen behandelt werden, bevor
er verwendet wird.
Die Menge des erfindungsgemäß zu verwendenden Katalysators
schwankt in Abhängigkeit von dessen Typ. Ein homogener Katalysator, der im
Reaktionssystem unter den Reaktionsbedingungen löslich ist, wird kontinuierlich
in einer Menge von 0,0001 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des als Ausgangsmaterial
verwendeten cyclischen Carbonats und des als Ausgangsmaterial vorhandenen aliphatischen
einwertigen Alkohols zugeführt. Wenn der feste Katalysator in die kontinuierliche
mehrstufige Destillationskolonne gepackt wird, wird er vorzugsweise in einer Menge
von 0,01 bis 75 Vol.-%, bezogen auf das Innenvolumen der leeren Destillationskolonne,
eingefüllt.
Für die Methode zum kontinuierlichen Zuführen eines cyclischen
Carbonats und eines aliphatischen einwertigen Alkohols zu der kontinuierlichen mehrstufigen
Destillationskolonne besteht keine besondere Beschränkung und es kann jede
Zuführungsmethode angewendet werden, solange die Ausgangsmaterialien mit dem
Katalysator in einem Bereich der Destillationskolonne in Kontakt gebracht werden,
welcher mindestens einer Stufe, vorzugsweise mindestens zwei Stufen entspricht.
Das heißt, dass das cyclische Carbonat und der aliphatische einwertige Alkohol
durch eine gewünschte Zahl von Zuführungsleitungen in einer gewünschten
Stufe kontinuierlich. in mindestens eine Stufe der kontinuierlichen mehrstufigen
Destillationskolonne eingeführt werden können, solange das vorstehende
Erfordernis erfüllt ist. Das cyclische Carbonat und der einwertige Alkohol
können entweder in die gleiche Stufe der Destillationskolonne oder individuell
in gesonderte Stufen eingeleitet werden. Die Ausgangsmaterialien werden kontinuierlich
in flüssiger Form, in Gasform oder in Form eines Gas-Flüssigkeits-Gemisches
eingeleitet. Zusätzlich zum Einleiten der Ausgangsmaterialien in die kontinuierliche
mehrstufige Destillationskolonne, wie es vorstehend beschrieben wurde, kann zusätzliches
Ausgangsmaterial in Gasform in den unteren Teil der Destillationskolonne intermittierend
oder kontinuierlich eingeleitet werden. Bevorzugt wird außerdem eine Methode,
bei der das cyclische Carbonat kontinuierlich in flüssiger Form oder als Gas-Flüssigkeits-Gemisch
in eine Stufe eingeleitet wird, die in einem höheren Niveau als die Stufe liegt,
in der der Katalysator vorhanden ist, während der aliphatische einwertige Alkohol
kontinuierlich in den unteren Teil der Destillationskolonne in Gasform oder in Form
eines Gas-Flüssigkeits-Gemisches oder einzeln in Gasform und in flüssiger
Form eingeführt wird. In diesem Fall kann etwas des aliphatischen einwertigen
Alkohols in dem cyclischen Carbonat enthalten sein. Die Menge des aliphatischen
einwertigen Alkohols, der in Gasform in den unteren Teil der Destillationskolonne
eingeleitet wird, beträgt im Allgemeinen 1 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis
100 Gew.-%, stärker bevorzugt 20 bis 100 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
des in den unteren Teil der Destillationskolonne eingeführten aliphatischen
einwertigen Alkohols. Als Methode für das Zuführen des aliphatischen einwertigen
Alkohols in Gasform in dem unteren Teil der Destillationskolonne kann eine Methode
angewendet werden, bei der die Lösung des Reaktionssystems aus dem unteren
Teil der Destillationskolonne abgezogen wird und mittels eines Reboilers erhitzt
wird, um sie teilweise oder vollständig zu verdampfen, wobei ein Gas oder ein
Gas-Flüssigkeits-Gemisch erhalten wird, und das erhaltene Gas oder Gas-Flüssigkeits-Gemisch
in den unteren Teil der Destillationskolonne zurückgeführt wird. In diesem
Fall kann die Stelle in dem unteren Teil der Destillationskolonne, aus der eine
Lösung des Reaktionssystems abgezogen wird, die gleiche wie die Stelle im unteren
Teil der Destillationskolonne sein, an der das Gas oder Gas-Flüssigkeits-Gemisch
zurückgeführt wird, oder kann von dieser verschieden sein.
Gemäß der vorliegenden Erfindung können ein Dialkylcarbonat
und ein Diol als gewünschte Produkte in den Ausgangsmaterialien enthalten sein.
Wenn beispielsweise der aliphatische einwertige Alkohol ein begleitendes
Dialkylcarbonat enthält, liegt die Menge des begleitenden Dialkylcarbonats
in dem aliphatischen einwertigen Alkohol im Allgemeinen im Bereich von 0 bis 40
Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 30 Gew.-%, stärker bevorzugt 1 bis 20 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht aus dem aliphatischen einwertigen Alkohol und dem
begleitenden Dialkylcarbonat.
Das Verhältnis des aliphatischen einwertigen Alkohols zu dem
cyclischen Carbonat, die in die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne
eingeleitet werden, kann in Abhängigkeit von der Art und der Menge des Katalysators
und von den Reaktionsbedingungen variieren, im Allgemeinen kann jedoch das Molverhältnis
des aliphatischen einwertigen Alkohols zu dem cyclischen Carbonat im Bereich von
0,01 bis 1000 liegen. Um die Umwandlung des cyclischen Carbonats zu erhöhen
wird bevorzugt, den aliphatischen einwertigen Alkohol in einer überschüssigen
Menge zuzuführen, die die zweifache oder mehrfache molare Menge der Mol des
cyclischen Carbonats beträgt. Eine. zu hohe Konzentration des aliphatischen
einwertigen Alkohols ist jedoch unerwünscht, weil die Größe der Reaktionsvorrichtung
groß sein muss. Es wird daher besonders bevorzugt, den aliphatischen einwertigen
Alkohol in einer Menge einzusetzen, welche die 2- bis 20-fache molare Menge der
Mol des cyclischen Carbonats beträgt.
Das niedrigsiedende Gemisch, welches das Dialkylcarbonat enthält,
das erfindungsgemäß erhalten wird, wird kontinuierlich aus dem oberen
Teil der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne in Gasform abgezogen.
Das abgezogene gasförmige Gemisch kann aus nur einem Dialkylcarbonat oder einem
Gemisch davon mit einem aliphatischen einwertigen Alkohol und einem cyclischen Carbonat
bestehen. Außerdem kann das abgezogene gasförmige Gemisch auch eine geringe
Menge eines Produkts mit hohem Siedepunkt enthalten.
Eine Entnahmeöffnung der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
zum Abziehen des gasförmigen niedrigsiedenden Gemisches, welches das Dialkylcarbonat
enthält, wird vorzugsweise an einer Stelle zwischen der Stelle, an welcher
die Ausgangsmaterialien eingeleitet werden, und dem Kopf der Destillationskolonne,
oder im Kopf der Destillationskolonne vorgesehen. Es wird stärker bevorzugt,
die Entnahmeöffnung für das niedrigsiedende Gemisch im Kopf der Destillationskolonne
anzuordnen. Ein Teil des niedrigsiedenden Gemisches, das aus der Entnahmeöffnung
abgezogen wurde, kann in den oberen Teil der Destillationskolonne zurückgeführt
werden, um dadurch die sogenannte Rückfluss-Operation durchzuführen. Wenn
das Rückflussverhältnis durch diese Rückfluss-Operation erhöht
wird, wird die Destillationswirksamkeit eines niedrigsiedenden Produkts in die Dampfphase
erhöht, wodurch in vorteilhafter Weise die Konzentration eines Produkts mit
niederem Siedepunkt in der abgezogenen gasförmigen Komponente erhöht wird.
Ein zu hoher Anstieg des Rückflussverhältnisses führt jedoch in nachteiliger
Weise zu einer Erhöhung der erforderlichen Wärmeenergie. Daher wird im
Allgemeinen das Rückflussverhältnis im Bereich von 0 bis 10, vorzugsweise
0 bis 5, stärker bevorzugt 0 bis 3 gewählt.
Ein bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gebildeter Diol
wird kontinuierlich aus dem unteren Teil der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
in flüssiger Form abgezogen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung bedeutet der obere Teil
der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne einen Bereich zwischen dem
Kopf der Destillationskolonne und einer Stelle an etwa der halben Höhe der
Destillationskolonne und der obere Teil schließt den Kopf der Kolonne ein.
Der untere Teil der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne bedeutet
einen Bereich zwischen dem Boden der Destillationskolonne und einer Stelle an etwa
der halben Höhe der Destillationskolonne und der untere Teil schließt
den Boden der Kolonne ein.
Die Entnahmeöffnung zum Abziehen des Reaktionsgemisches, welches
das gebildete Diol enthält, aus der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
befindet sich im unteren Teil der Destillationskolonne, vorzugsweise am Boden der
Destillationskolonne. Ein Teil des abgezogenen Reaktionsgemisches kann in den unteren
Teil der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne in Gasform oder in Form
eines Gas-Flüssigkeits-Gemisches durch Erhitzen mithilfe eines Reboilers zurückgeführt
werden.
In den Reaktionsbedingungen, die bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren angewendet werden, hat die mehrstufige Destillationskolonne einen F-Faktor
im Bereich von 0,2 bis 5,0, wobei der F-Faktor durch die folgende Formel (1) dargestellt
ist:
F-Faktor = ug(&rgr;g)1/2(1)
worin ug die Gasgeschwindigkeit (m/s) in der mehrstufigen Destillationskolonne
darstellt und &rgr;g die Gasdichte (kg/m3)
in der mehrstufigen Destillationskolonne darstellt.
Der F-Faktor der Destillationskolonne ist vorzugsweise im Bereich
von 0,4 bis 4,0, stärker bevorzugt von 0,6 bis 4,0.
Die Rate, in der die Flüssigkeit im Inneren der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne herabfließt und die vorstehend erwähnte
Gasgeschwindigkeit ug in der mehrstufigen Destillationskolonne können
in Abhängigkeit von der Art der Destillationskolonne und der Art der Füllung
beziehungsweise Packung im Fall einer Füllkörperkolonne variiert werden.
Im Allgemeinen wird jedoch die Destillationskolonne so betrieben, dass kein Fluten
oder ? auftritt.
Die Gasdichte (&rgr;g) in der mehrstufigen Destillationskolonne
kann in Abhängigkeit von der Reaktionstemperatur und dem Reaktionsdruck und
von der Art des verwendeten cyclischen Carbonats und des verwendeten aliphatischen
einwertigen Alkohols variiert werden, liegt jedoch im Allgemeinen im Bereich von
0,01 bis 2,0 kg/m3, vorzugsweise 0,1 bis 0,8 kg/m3.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren findet die Reaktion
in der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne statt. Die Menge des gebildeten
Dialkylcarbonats hängt von der Menge der Hold-up-Flüssigkeit in der Destillationskolonne
ab. Das heißt, wenn die Höhe und der Durchmesser einer Destillationskolonne
nicht verändert werden, wird eine größere Hold-up-Kapazität
bevorzugt, weil die Verweilzeit der flüssigen Phase, das heißt, die Zeit
während der die Reaktion abläuft, umso länger ist, je größer
die Hold-up-Kapazität ist. Wenn jedoch die Menge der Hold-up-Flüssigkeit
zu groß ist, wird die Verweilzeit zu lang, sodass Nebenreaktionen und Fluten
leicht eintreten. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren schwankt demnach
die Menge der Hold-up-Flüssigkeit der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
in Abhängigkeit von den Destillationsbedingungen und dem Typ der Destillationskolonne.
Im Allgemeinen ist jedoch die Menge der Hold-up-Flüssigkeit im Bereich von
0,005 bis 0,75, angegeben als Volumenverhältnis der Hold-up-Flüssigkeit
zu der leeren kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren hängt die durchschnittliche
Verweilzeit der flüssigen Phase in der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
von den Reaktionsbedingungen und dem Typ und der inneren Struktur (beispielsweise
dem Typ der Platten und der Packung) der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
ab, liegt jedoch im Allgemeinen im Bereich von 0,001 bis 50 Stunden, vorzugsweise
von 0,01 bis 10 Stunden, stärker bevorzugt von 0,05 bis 5 Stunden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Reaktionstemperatur
im Bereich von –20°C bis weniger als 60°C, gemessen am inneren
Boden der mehrstufigen Destillationskolonne. Ein bevorzugter Bereich der Reaktionstemperatur
variiert in Abhängigkeit von den Arten der Beschickungen und vom Reaktionsdruck,
beträgt jedoch im Allgemeinen 0°C bis weniger als 60°C.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren beträgt der Reaktionsdruck,
gemessen am inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne, im Allgemeinen
5 × 104 Pa oder weniger, vorzugsweise 1 × 103 Pa
bis 5 × 104 Pa, stärker bevorzugt von 1 × 104
Pa bis 5 × 104 Pa.
Es ist außerdem möglich, einen Teil des Reaktionsgemisches,
das aus dem unteren Teil der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen wurde,
in die mehrstufige Destillationskolonne zurückzuführen, sodass ein Teil
eines nicht-umgesetzten cyclischen Carbonats und/oder eines nicht-umgesetzten aliphatischen
einwertigen Alkohols in die mehrstufige Destillationskolonne zurückgeführt
werden kann. In diesem Fall kann das Reaktionsgemisch, das aus dem unteren Teil
der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen wurde, als solches der mehrstufigen
Destillationskolonne zugeleitet werden. Alternativ kann ein Verfahren angewendet
werden, bei dem ein Teil oder die Gesamtmenge des aus dem unteren Teil der mehrstufigen
Destillationskolonne abgezogenen Reaktionsgemisches einer Trennoperation unter Verwendung
einer Destillations-Trennkolonne unterworfen wird, wobei eine Kolonnenkopffraktion,
die nicht-umgesetztes cyclisches Carbonat und/oder nicht-umgesetzten aliphatischen
einwertigen Alkohol enthält, und eine Kolonnenbodenflüssigkeit erhalten
werden und die Kolonnenkopffraktion und/oder die Kolonnenbodenflüssigkeit dann
der mehrstufigen Destillationskolonne zugeleitet wird beziehungsweise werden. Beispielsweise
wird ein Verfahren bevorzugt, bei dem ein aus dem unteren Teil der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne abgezogenes Reaktionsgemisch in eine Kolonne zur
Gewinnung des niedrigsiedenden Gemisches eingeführt wird, die eine Destillationskolonne
darstellt, wobei ein Gemisch aus einem aliphatischen einwertigen Alkohol und einem
Dialkylcarbonat über Kopf der Gewinnungskolonne erhalten wird, und wobei danach
das über Kopf der Gewinnungskolonne abgezogene Gemisch kontinuierlich in die
mehrstufige Destillationskolonne zurückgeführt wird.
Die Lage der Zuführungsöffnung in der mehrstufigen Destillationskolonne,
durch die das aus der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogene Reaktionsgemisch
in die mehrstufige Destillationskolonne zurückgeführt wird, unterliegt
keiner speziellen Beschränkung. Wenn jedoch ein nicht-umgesetzter aliphatischer
einwertiger Alkohol in die mehrstufige Destillationskolonne zurückgeführt
wird, wird bevorzugt, dass diese Zuführungsöffnung in einem unteren Teil
der mehrstufigen Destillationskolonne angeordnet ist und dass dann, wenn ein nicht-umgesetztes
cyclisches Carbonat in die mehrstufige Destillationskolonne zurückgeführt
wird, bevorzugt wird, dass diese Zuführungsöffnung im oberen Teil der
mehrstufigen Destillationskolonne angeordnet ist.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es nicht notwendig,
ein Lösungsmittel zu verwenden. Um jedoch z. B. (1) den Betrieb der Durchführung
der Reaktion zu erleichtern und (2) wirksam ein Dialkylcarbonat und ein Diol durch
azeotrope Destillation oder extraktive Destillation zu erhalten, kann ein geeignetes
inertes Lösungsmittel als Reaktionslösungsmittel, als Azeotrop bildendes
Mittel oder als Extraktionsmittel verwendet werden. Beispiele für inerte Lösungsmittel
umfassen Ether, aliphatische Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe,
halogenierte aliphatische Kohlenwasserstoffe und halogenierte aromatische Kohlenwasserstoffe.
Ein Inertgas, wie Stickstoff, Helium oder Argon, kann im Reaktionssystem
vorhanden sein. Um das Abdestillieren eines gebildeten Reaktionsprodukts mit niederem
Siedepunkt zu fördern kann außerdem das vorstehend erwähnte Inertgas
oder inerte niedrigsiedende organische Verbindung in Gasform aus dem unteren Teil
der kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne in das Reaktionssystem eingeführt
werden.
BESTE AUSFÜHRUNGSFORM DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung wird ausführlicher unter Bezugnahme
auf die folgenden Beispiele, Vergleichsbeispiele, Referenzbeispiele und Referenz-Vergleichsbeispiele
beschrieben, die jedoch nicht als Begrenzung des Umfangs der vorliegenden Erfindung
verstanden werden sollen.
Nachstehend wurde die Analyse eines Reaktionsgemisches mithilfe eines
Gaschromatografen GC-9A (hergestellt und vertrieben von Shimadzu Corporation, Japan)
unter Verwendung der Kolonne TC-1 (hergestellt und vertrieben von GL Science Inc.,
Japan) durchgeführt. Die Ausbeute eines Produkts und die Selektivität
für ein Produkt sowie der F-Faktor einer kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
wurden in folgender Weise gemessen.
Ausbeute und Selektivität
Die Ausbeute (%) von Ethylenglykol wird auf Basis der Menge des eingesetzten
Ethylencarbonats bestimmt. Die Selektivität (%) für Ethylenglykol wird
auf Basis der Menge des verbrauchten Ethylencarbonats bestimmt; die Ausbeute (%)
von Dimethylcarbonat wird auf Basis der Menge des eingesetzten Ethylencarbonats
bestimmt und die jeweiligen Selektivitäten (%) für Dimethylcarbonat, Diethylenglykol
und 2-Methoxyethanol werden auf Basis der Menge des verbrauchten Ethylencarbonats
bestimmt.
F-Faktor
Der F-Faktor einer kontinuierlichen mehrstufigen Destillationskolonne
wird durch die folgende Formel (1) dargestellt:
F-Faktor = ug(&rgr;g)1/2(1)
worin ug die Gasgeschwindigkeit (m/s) in der mehrstufigen Destillationskolonne
darstellt und &rgr;g die Gasdichte (kg/m3) in der mehrstufigen
Destillationskolonne darstellt.
In der obigen Formel (1) können ug und &rgr;g
durch die folgenden Formeln (3) beziehungsweise (2) bestimmt werden:
&rgr;g = P·M/[R·(273,16 + t)](2)
worin P den Reaktionsdruck (atm) darstellt, gemessen am inneren Boden der mehrstufigen
Destillationskolonne, M das durchschnittliche Molekulargewicht (g/mol) des in Gasform
in den unteren Teil der mehrstufigen Destillationskolonne eingeführten Ausgangsmaterials
(der Beschickung) darstellt, R die Gaskonstante (Liter·atm/K·mol) darstellt
und t die Reaktionstemperatur (°C) darstellt, gemessen am inneren Boden der
mehrstufigen Destillationskolonne;
und
ug = Q/(3,600A·&rgr;g)(3)
worin Q die Massengeschwindigkeit (kg/h) des in Gasform in den unteren Teil der
mehrstufigen Destillationskolonne eingeführten Ausgangsmaterials (Beschickungsmaterials)
darstellt und A die Querschnittsfläche (m2) der mehrstufigen Destillationskolonne
darstellt.
Somit kann der F-Faktor einer Destillationskolonne aus den vorstehend
angegebenen Werten Q, A, P, M, R und t mithilfe der Formeln (1), (2) und (3) bestimmt
werden. (Wenn ein Reaktionsgemisch aus der mehrstufigen Destillationskolonne abgezogen
wird und mithilfe eines Verdampfers oder dergleichen erhitzt wird, um ein Gas oder
ein Gas-Flüssigkeits-Gemisch zu erhalten, und das erhaltene Gas oder Gas-Flüssigkeits-Gemisch
dann in den oberen Teil der mehrstufigen Destillationskolonne zurückgeführt
wird, wird bei den obigen Berechnungen das zurückgeführte Gas oder die
Gaskomponente des zurückgeführten Gas-Flüssigkeits-Gemisches aus
dem vorstehend erwähnten "Ausgangsmaterial, das in Gasform in dem unteren Teil
der mehrstufigen Destillationskolonne eingeführt wird" ausgeschlossen).
Beispiel 1
Unter Verwendung eines in 1 gezeigten
Produktionssystems wurden Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) hergestellt.
Dixon-Füllkörper (3 mm Durchmesser) wurden in eine kontinuierliche
mehrstufige Destillationskolonne 1 gepackt, die aus einer mit einem Reboiler
und einem Kondensator ausgestatteten Kolonne bestand. Die Kolonne hatte einen Innendurchmesser
von 4 cm (Querschnittsfläche: 0,00126 m2) und eine Packungshöhe von 200
cm. EC wurde kontinuierlich in flüssiger Form durch Leitung 2 und
Vorerhitzer 3 in einer Fließrate von 776,2 g/h dem Kolonnenkopf
4 der Destillationskolonne 1 zugeführt, und eine 4,8 Gew.-%ige
Lösung von Kaliumhydroxid (als Katalysator) in Ethylenglykol wurde ebenfalls
kontinuierlich in flüssiger Form durch Leitung 2' in einer Fließrate
von 32,6 g/h zugeführt, während kontinuierlich ein Gemisch aus MeOH und
DMC (Gewichtsverhältnis MeOH/DMC = 97/3) in Gasform durch Leitung
5, Verdampfer 6' und Leitung 5' in einer Fließrate
von 2267,7 g/h zugeführt wurde, um eine Umesterungsreaktion durchzuführen.
Die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne 1 wurde unter Bedingungen
betrieben, unter denen der Reaktionsdruck und die Reaktionstemperatur, jeweils am
Kolonnenboden 8 gemessen, 45.600 Pa (0,45 atm) beziehungsweise 56°C
betrugen. Das durchschnittliche Molekulargewicht M des Ausgangsmaterials, das in
Gasform in den unteren Teil der Destillationskolonne 1 eingeleitet wurde
(das heißt das Gemisch aus MeOH und DMC, das in Gasform durch Leitung
5' geleitet wurde) wurde unter Verwendung des Molverhältnisses Me-OH/DMC
(0,989/0,011) wie folgt errechnet.
M = 0,989 × 32,04 + 0,011 × 90,08 = 32,7
Daher wurden die Gasdichte &rgr;g (kg/m3)
und die Gasgeschwindigkeit ug (m/s) in der Destillationskolonne
1 wie folgt berechnet:
&rgr;g = 0,45 × 32,7/[0,08205 × (273,16 + 56)] = 0,545
ug = 2,2677/(3600 × 0,00126 × 0,545) = 0,917
worin der Wert der Massengeschwindigkeit Q (2,2677), der zur Berechnung der Gasgeschwindigkeit
ug verwendet wurde, die Massengeschwindigkeit (2,2677 kg/h) des durch
Leitung 5' geleiteten Gasgemisches aus MeOH und DMC ist.
Aus der so erhaltenen Gasdichte &rgr;g und Gasgeschwindigkeit
ug wurde der F-Faktor der Destillationskolonne 1 wie folgt berechnet.
F-Faktor = 0,917 × (0,545)0,5 = 0,68
Das über den Kolonnenkopf 4 der Destillationskolonne
1 abdestillierte gasförmige Gemisch wurde durch den Kondensator
7kondensiert. Ein Teil des gebildeten Kondensats wurde in den Kolonnenkopf
4 der Destillationskolonne 1 gerückflusst (Rückflussverhältnis:
0,1), während der Rest des Kondensats (welches MeOH und DMC
in Konzentrationen von 66,8 Gew.-% beziehungsweise 33,2 Gew.-% enthielt) in flüssiger
Form aus dem Produktionssystem gewonnen wurde. Die Fließrate des aus dem System
gewonnenen oben erwähnten Kondensats wurde bei 2524 g/h gehalten, indem die
Kolonnenbodenflüssigkeit mithilfe des Reboilers 6 erhitzt wurde. Ein
flüssiges Reaktionsgemisch (welches MeOH, DMC, EG und EC in Konzentrationen
von 48,7 Gew.-%, 9,2 Gew.-%, 48,2 Gew.-% beziehungsweise 2,0 Gew.-% enthielt) wurde
in einer Fließrate von 1165 g/h aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 abgezogen und in die Kolonne 10 zur Gewinnung des niedrigsiedenden
Gemisches an einer Stelle 100 cm unterhalb des Kopfes der Kolonne 10 durch
Leitung 9 eingeleitet, wobei Kolonne 10 aus einer Kolonne mit
einem Innendurchmesser von 5 cm und einer Packungshöhe von 200 cm bestand und
Dixon-Füllkörper (3 mm ∅) gepackt enthielt.
Die Kolonne 10 zur Gewinnung des Gemisches mit niederem Siedepunkt
wurde unter Bedingungen betrieben, bei denen der Druck am Kolonnenkopf
11 1,3 × l03 Pa (10 Torr) und die Temperatur des Kolonnenbodens
16 101°C betrugen. Das vom Kolonnenkopf 11 der Kolonne
10 abgezogene gasförmige Gemisch wurde mithilfe des Kondensators
13 kondensiert. Ein Teil des resultierenden Kondensats wurde zum Kolonnenkopf
11 der Kolonne 10 durch Leitung 14 gerückflusst,
während durch Leitung 15 der restliche Anteil des Kondensats in flüssiger
Form in einer Fließrate von 578,5 g/h in den Kolonnenboden der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 zurückgeführt wurde. Andererseits
wurde ein Teil der vom Kolonnenboden 16 der Kolonne 10 abgezogenen
Flüssigkeit durch Leitung 20 in einer Fließrate von 586,6 g/h
aus dem Produktionssystem gewonnen, während der restliche Anteil der abgezogenen
Flüssigkeit mithilfe des Reboilers 18 erhitzt wurde und durch Leitung
19 in die Kolonne 10 zurückgeführt wurde. Die abgezogene
Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne 10) enthielt EG (einschließlich
von dem Katalysator abgeleitetes EG), EC und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol
(DEG) in Konzentrationen von 95,8 Gew.-%, 4,0 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-%.
In der abgezogenen Flüssigkeit wurde 2-Methoxyethanol (2ME) (als mögliches
Nebenprodukt) nicht festgestellt.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 97% betrug, die Ausbeute von DMC 97% war (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 770 g/h gebildet), dass die Selektivität für DMC nicht weniger als
99,9% betrug, die Ausbeute von EG 97% war (EG wurde in einer Produktionsrate von
530,7 g/h hergestellt) und dass die Selektivität für EG nicht weniger
als 99,9% betrug. Außerdem wurde das Volumen (V) der Reaktionszone in der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 wie folgt errechnet: V = &pgr; ×
22 × 200/1000 = 2,513 Liter. Daher betrug die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 770/2,51 = 307 g/Liter·h. Die
Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 2
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) unter Verwendung im Wesentlichen des
gleichen Produktionssystems wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, dass
die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne 1 einen Innendurchmesser
von 5 cm (Querschnittsfläche: 0,00196 m2) und eine Packungshöhe
von 135 cm hatte. Das Verfahren zur Herstellung von DMC und EG wurde im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt, mit der Ausnahme, dass die
Reaktionsbedingungen wie folgt waren: EC wurde in einer Fließrate von 727,0
g/h zugeleitet; eine 4,8 Gew.-%ige Lösung von Kaliumhydroxid (als Katalysator)
in Ethylenglykol wurde in einer Fließrate von 30,2 g/h eingeleitet; ein Gemisch
von MeOH und DMC wurde durch Leitung 5 in einer Fließrate von 2157,9
g/h zugeführt; die Reaktionstemperatur am Kolonnenboden 8 betrug 55,7°C;
und die Gasdichte &rgr;g und die Gasgeschwindigkeit ug in
der Destillationskolonne waren 0,545 kg/m3 beziehungsweise 0,560 m/s;
demnach betrug der F-Faktor der Destillationskolonne 1 0,41.
Durch Kondensation eines gasförmigen Gemisches, das vom Kolonnenkopf
4 der Destillationskolonne 1 abgezogen wurde (nachstehend einfach
als "Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1" bezeichnet) (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 67,2 Gew.-% beziehungsweise 32,8 Gew.-% enthielt) wurde ein
flüssiges Gemisch in einer Fließrate von 2363 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch (das MeOH, DMC, EG und EC in Konzentrationen
von 47,4 Gew.-%, 1,2 Gew.-%, 48,7 Gew.-% beziehungsweise 2,6 Gew.-% enthielt) wurde
in einer Fließrate von 1064,6 g/h aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 abgezogen, und wie in Beispiel 1 in eine Kolonne 10 zur Gewinnung
eines Gemisches mit niederem Siedepunkt geleitet, die unter den gleichen Bedingungen
wie in Beispiel 1 betrieben wurde. Ein Teil eines flüssigen Gemisches, das
durch Kondensation eines vom Kolonnenkopf 11 der Kolonne 10 erhaltenen
gasförmigen Gemisches erhalten wurde (nachstehend einfach als "Kolonnenkopf-Kondensat
aus Kolonne 10'' bezeichnet) wurde in flüssiger Form in einer Fließrate
von 517,3 g/h in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 zurückgeführt.
Ein Teil der vom Kolonnenboden 16 der Kolonne 10
abgezogenen Flüssigkeit wurde durch Leitung 20 in einer Fließrate
von 547,3 g/h aus dem Produktionssystem gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit
(Bodenflüssigkeit der Kolonne 10) enthielt EG, EC und als Nebenprodukt
gebildetes Diethylenglykol (DEG) in Konzentrationen von 94,7 Gew.-%, 5,0 Gew.-%
beziehungsweise 0,03 Gew.-%. In der abgezogenen Flüssigkeit wurde 2-Methoxyethanol
(2ME) (als mögliches Nebenprodukt) nicht festgestellt.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 96% betrug, die Ausbeute von DMC 96% war (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 710 g/h gebildet), dass die Selektivität für DMC nicht weniger als
99,9% betrug, die Ausbeute von EG 96% war (EG wurde in einer Produktionsrate von
489 g/h gebildet) und dass die Selektivität für EG nicht weniger als 99,9%
betrug. Außerdem wurde das Volumen (V) der Reaktionszone in der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 wie folgt errechnet: V = &pgr; ×
2,52 × 135/1000 = 2,65 Liter. Demnach war die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 710/2,65 = 268 g/Liter·h. Die
Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 1
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 2 kontinuierlich aus Ethylencarbonat (EC) und
Methanol (MeOH) hergestellt, mit der Ausnahme, dass der Reaktionsdruck am Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 101 000 Pa (1 atm) betrug und dass infolgedessen
die Reaktionstemperatur am Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 79,6°C war, dass die Gasdichte &rgr;g und die Gasgeschwindigkeit
ug in der Destillationskolonne 1 1,130 kg/m3 beziehungsweise
0,270 m/s betrugen und daher der F-Faktor der Destillationskolonne 1 0,29
war.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 74,1 Gew.-% beziehungsweise 25,9 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 2313 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch [welches MeOH, DMC, EG, EC, Diethylenglykol
(DEG) und 2-Methoxyethanol (2ME) in Konzentrationen von 38,1 Gew.-%, 1,0 Gew.-%,
40,3 Gew.-%, 20,3 Gew.-%, 0,19 Gew.-% beziehungsweise 0,009 Gew.-% enthielt] wurde
aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne 1 in einer Fließrate
von 987,4 g/h abgezogen. Ein Teil des Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne
10 (Kolonne zur Gewinnung des niedrigsiedenden Gemisches) wurde in einer
Fließrate von 385,7 g/h in flüssiger Form in den Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 zurückgeführt. Ein Teil
der aus dem Kolonnenboden 16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit
wurde durch Leitung 20 in einer Fließrate von 601,7 g/h aus dem Produktionssystem
gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne
10) enthielt EG, EC, als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG)
und als Nebenprodukt gebildetes 2-Methoxyethanol (2ME) in Konzentrationen von 66,1
Gew.-%, 33,4 Gew.-%, 0,31 Gew.-% beziehungsweise 0,015 Gew.-%.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 72,4% betrug, die Ausbeute von DMC 72,0% war (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 535 g/h hergestellt), die Selektivität für DMC 99,4% betrug, die Ausbeute
von EG 72,0% betrug (EG wurde in einer Produktionsrate von 368,7 g/h hergestellt)
und dass die Selektivität für EG 99,4% betrug. Es ist außerdem ersichtlich,
dass die Selektivitäten für die Nebenprodukte Diethylenglykol und 2-Methoxyethanol
0,60% beziehungsweise 0,020% waren. Außerdem betrug die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 535/2,65 = 202 g/Liter·h. Die
Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Wie vorstehend erwähnt ist, wurde in Vergleichsbeispiel 1 die
Reaktion unter Bedingungen durchgeführt, bei denen der Reaktionsdruck und die
Temperatur des Kolonnenbodens der Kolonne 1 1,013 × 105
Pa (d. h. Atmosphärendruck) beziehungsweise 79,6°C (die höher als
die in Beispiel 2 angewendeten sind) betrugen und der F-Faktor der Kolonne
1 0,29 war (der niedriger als in Beispiel 2 ist). Ein Vergleich zwischen
den Ergebnissen dieses Vergleichsbeispiels 1 und den Ergebnissen des Beispiels 2
zeigt, dass die Produktivität für DMC in Vergleichsbeispiel 1 (202 g·Liter–1·h–1)
niedriger als die in Beispiel 2 (268 g·Liter–1·h–1)
ist [d. h. um das 202/268 = 0,75(-fache)] und dass das Auftreten der Nebenprodukte
in Vergleichsbeispiel 1 höher ist als in Beispiel 2, trotz der Tatsache, dass
in Vergleichsbeispiel 1 das gleiche Produktionssystem wie in Beispiel 2 angewendet
wird.
Vergleichsbeispiel 2
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 2 kontinuierlich aus Ethylencarbonat (EC) und
Methanol (MeOH) hergestellt, mit der Ausnahme, dass ein Gemisch aus MeOH und DMC
durch Leitung 5 in einer Fließrate von 3123 g/h in den Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 geleitet wurde
und der Reaktionsdruck am Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 101 000 Pa (1 atm) betrug und dass infolgedessen die Reaktionstemperatur
am Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne 1 76,7°C betrug,
und die Gasdichte &rgr;g und die Gasgeschwindigkeit ug in der Destillationskolonne
1 1,14 kg/m3 beziehungsweise 0,388 m/s waren und somit die Destillationskolonne
1 einen F-Faktor von 0,41 hatte.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 78,4 Gew.-% beziehungsweise 21,6 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 3302 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch [das MeOH, DMC, EG, EC, Diethylenglykol
(DEG) und 2-Methoxyethanol (2ME) in Konzentrationen von 42,8 Gew.-%, 1,1 Gew.-%,
44,4 Gew.-%, 11,4 Gew.-%, 0,21 Gew.-% beziehungsweise 0,0097 Gew.-% enthielt] wurde
in einer Fließrate von 1028 g/h aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 abgezogen. Ein Teil eines Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne
10 (Kolonne zur Gewinnung des niedrigsiedenden Gemisches) wurde in flüssiger
Form in einer Fließrate von 451,2 g/h in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 zurückgeführt. Ein Teil der vom Kolonnenboden 16 der
Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit wurde durch Leitung 20
in einer Fließrate von 577,1 g/h aus dem Produktionssystem gewonnen. Die abgezogene
Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne 10) enthielt EG, EC,
als Nebenprodukte gebildetes Diethylenglykol (DEG) und 2-Methoxyethanol in Konzentrationen
von 79,0 Gew.-%, 20,31 Gew.-%, 0,38 Gew.-% beziehungsweise 0,017 Gew.-%.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 83,9% betrug, die Ausbeute von DMC 83,4% war (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 620 g/h hergestellt), dass die Selektivität für DMC 99,4% war, die
Ausbeute an EG 83,4% war (EG wurde in einer Produktionsrate von 427,3 g/h hergestellt)
und dass die Selektivität für EG 99,4% war. Es ist außerdem zu sehen,
dass die Selektivitäten für das Nebenprodukt Diethylenglykol und das Nebenprodukt
2-Methoxyethanol 0,60% beziehungsweise 0,019% waren. Außerdem betrug die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute:
620/2,65 = 234 g/Liter·h. Die Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion
sind in Tabelle 1 gezeigt.
Wie vorstehend erwähnt wurde, wurde in Vergleichsbeispiel 2 die
Reaktion unter Bedingungen durchgeführt, bei denen der Reaktionsdruck und die
Temperatur des Kolonnenbodens 8 der Destillationskolonne 1 Atmosphärendruck
beziehungsweise 76,7°C (die höher als die in Beispiel 2 angewendeten sind)
betrugen und der F-Faktor der Destillationskolonne 1 0,41 war (der ebenso
wie in Beispiel 2 ist), wobei der F-Faktor dadurch erzielt wurde, dass die Fließrate
eines Gemisches aus MeOH und DMC, welches durch Leitung 5 in die Destillationskolonne
1 geleitet wird, auf einen Wert erhöht wurde, der höher als der
in Beispiel 2 war. Ein Vergleich zwischen den Ergebnissen dieses Vergleichsbeispiels
2 und den Ergebnissen des Beispiels 2 zeigt, dass die Produktivität für
DMC in Vergleichsbeispiel 2 (234 g·Liter–1·h–1)
niedriger als die in Beispiel 2 (268 g·Liter–1·h–1)
ist [d. h. 234/268 = 0,87 (-fache)] und dass das Auftreten von Nebenprodukten in
Vergleichsbeispiel 2 größer ist als in Beispiel 2, trotz der Tatsache,
dass die Menge des in Vergleichsbeispiel 2 der Destillationskolonne 1 zugeleiteten
MeOH größer als die in Beispiel 2 ist.
Beispiel 3
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) unter Verwendung des gleichen Produktionssystems
wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, dass die kontinuierliche mehrstufige
Destillationskolonne 1 einen Innendurchmesser von 5,36 cm (Querschnittsfläche:
0,00225 m2) und eine Packungshöhe von 100 cm hatte. Das Verfahren
zur Herstellung von DMC und EG wurde im Wesentlichen in gleicher Weise wie in Beispiel
1 durchgeführt, mit der Abänderung, dass die Reaktionsbedingungen wie
folgt waren: EC wurde in einer Fließrate von 612,2 g/h zugeleitet, eine 4,8
Gew.-%ige Lösung von Natriumhydroxid (als Katalysator) (anstelle von Kaliumhydroxid)
in Ethylenglykol wurde in einer Fließrate von 25,4 g/h (anstelle von 32,6 g/h)
zugeleitet, ein Gemisch aus MeOH und DMC wurde durch Leitung 5 in einer
Fließrate von 1737 g/h zugeführt, die Reaktionstemperatur am Kolonnenboden
8 war 56,2°C und die Gasdichte &rgr;g und die Gasgeschwindigkeit
ug in der Destillationskolonne 1 betrugen 0,545 kg/m3
beziehungsweise 0,393 m/s und daher war der F-Faktor der Destillationskolonne
1 0,29.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 67,2 Gew.-% beziehungsweise 32,8 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 1902 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch [welches MeOH, DMC, EG und EC
in Konzentrationen von 45,7 Gew.-%, 1,2 Gew.-%, 47,1 Gew.-% beziehungsweise 6,0
Gew.-% enthielt] wurde in einer Fließrate von 888,7 g/h vom Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 abgezogen und, wie in Beispiel 1,
in die Kolonne 10 zur Gewinnung eines Gemisches mit niederem
Siedepunkt eingeleitet, welche unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 1
betrieben wurde. Ein Teil eines Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne 10
(Kolonne zum Gewinnen eines Gemisches mit niederem Siedepunkt) wurde in flüssiger
Form in einer Fließrate von 416 g/h in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 zurückgeführt. Ein Teil der aus dem Kolonnenboden
16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit wurde durch Leitung
20 in einer Fließrate von 472,7 g/h aus dem Produktionssystem gewonnen.
Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit aus Kolonne 10)
enthielt EG, EC und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG) in Konzentrationen
von 88,5 Gew.-%, 11,3 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-%. In der abgezogenen Flüssigkeit
wurde 2-Methoxyethanol (2ME) (als mögliches Nebenprodukt) nicht festgestellt.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 91,3% war, die Ausbeute an DMC 91,3% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 572 g/h hergestellt), dass die Selektivität für DMC nicht weniger
als 99,9% war, die Ausbeute von EG 91,3% betrug (EG wurde in einer Produktionsrate
von 394 g/h hergestellt) und dass die Selektivität für EG nicht weniger
als 99,9% betrug. Außerdem wurde das Volumen (V) der Reaktionszone in der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 wie folgt errechnet: V = &pgr; ×
2,682 × 100/1000 = 2,26 Liter. Demnach war die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 572/2,26 = 253 g/Liter·h. Die
Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Vergleichsbeispiel 3
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 3 kontinuierlich aus Ethylencarbonat (EC) und
Methanol (MeOH) hergestellt, mit der Abänderung, dass ein Gemisch aus MeOH
und DMC durch Leitung 5 in einer Fließrate von 719 g/h in den Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 zugeführt wurde und dass, als
Ergebnis, die Reaktionstemperatur am Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 55,9°C war, und dass die Gasdichte &rgr;g und die Gasgeschwindigkeit
ug in der Destillationskolonne 1 0,545 kg/m3 beziehungsweise
0,163 m/s betrugen und somit der F-Faktor der Destillationskolonne 1 einen
Wert von 0,12 hatte.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 66,3 Gew.-% beziehungsweise 33,7 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 789,3 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch [welches MeOH, DMC, EG, EC und
Diethylenglykol (DEG) in Konzentrationen von 42,3 Gew.-%, 0,96 Gew.-%, 19,3 Gew.-%,
37,4 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-% enthielt] wurde aus dem Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 in einer Fließrate von 998,9
g/h abgezogen.
Ein Teil eines Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne 10 (Kolonne
zur Gewinnung eines niedrigsiedenden Gemisches) wurde in flüssiger Form in
einer Fließrate von 431,8 g/h in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 zurückgeführt. Ein Teil einer aus dem Kolonnenboden
16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit wurde in einer
Fließrate von 567,1 g/h durch Leitung 20 aus dem Produktionssystem
gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne
10) enthielt EG, EC, und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG)
in Konzentrationen von 33,9 Gew.-%, 65,86 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-%.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 39% war, die Ausbeute an DMC 38,9% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 244 g/h gebildet), und dass die Ausbeute von EG 38,9% betrug (EG wurde in einer
Produktionsrate von 168,2 g/h gebildet). Außerdem betrug die Produktivität
von DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 244/2,26 = 108 g/Liter·h. Die Bedingungen
und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Wie vorstehend beschrieben wurde, ist die Fließrate eines Gemisches
aus MeOH und DMC, welches durch Leitung 5 in die Destillationskolonne
1 geleitet wird vermindert, sodass ein F-Faktor (0,12) erhalten wird, der
niedriger als der in Beispiel 3 ist. Ein Vergleich zwischen den Ergebnissen dieses
Vergleichsbeispiels 3 und den Ergebnissen des Beispiels 3 zeigt, dass die Produktivität
von DMC in Vergleichsbeispiel 3 (108 g·Liter–1·h–1)
niedriger als die in Beispiel 3 (253 g·Liter–1·h–1)
ist [d. h. um das 108/253 = 0,43(-fache)].
Beispiel 4
Unter Verwendung des gleichen Produktionssystems wie in Beispiel 1
wurden Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) im Wesentlichen in gleicher
Weise wie in Beispiel 1 kontinuierlich aus Ethylencarbonat (EC)
und Methanol (MeOH) gebildet, mit der Abänderung, dass die Reaktionsbedingungen
wie folgt waren: EC wurde in einer Fließrate von 988,6 g/h zugeleitet, eine
4,8 Gew.-%ige Lösung von Kaliumhydroxid (als Katalysator) in Ethylenglykol
wurde in einer Fließrate von 61,5 g/h zugeführt, ein Gemisch aus MeOH
und DMC wurde durch Leitung 5 in einer Fließrate von 2580,9 g/h zugeleitet,
der Reaktionsdruck und die Temperatur am Kolonnenboden 8 betrugen 30400
Pa (0,3 atm) beziehungsweise 47,1°C, und die Gasdichte &rgr;g
und die Gasgeschwindigkeit ug in der Destillationskolonne 1
waren 0,373 kg/m3 beziehungsweise 1,524 m/s, und somit betrug der F-Faktor der Destillationskolonne
1 0,94.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 65,1 Gew.-% beziehungsweise 34,9 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 2891 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch (das MeOH, DMC, EG und EC in Konzentrationen
von 44,8 Gew.-%, 1,1 Gew.-%, 48,5 Gew.-% beziehungsweise 5,4 Gew.-% enthielt) wurde
in einer Fließrate von 1446 g/h aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 abgezogen und, wie in Beispiel 1, der Kolonne 10 zur Gewinnung
eines Gemisches mit niederem Siedepunkt zugeführt, die unter den gleichen Bedingungen
wie in Beispiel 1 betrieben wurde. Ein Teil eines Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne
10 (Kolonne zur Gewinnung eines Gemisches mit niederem Siedepunkt) wurde
in einer Fließrate von 664,2 g/h in flüssiger Form in den Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 zurückgeführt. Ein Teil
der aus dem Kolonnenboden 16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit
wurde durch Leitung 20 in einer Fließrate von 781,8 g/h aus dem Produktionssystem
gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne
10) enthielt EG, EC, und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG)
in Konzentrationen von 89,6 Gew.-%, 10,0 Gew.-% beziehungsweise 0,01 Gew.-%. In
der abgezogenen Flüssigkeit wurde 2-Methoxyethanol (2ME) (als mögliches
Nebenprodukt) nicht festgestellt.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 92% war, die Ausbeute von DMC 92% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 932 g/h gebildet), dass die Selektivität für DMC nicht niedriger als
99,9% war, dass die Ausbeute von EG 92% betrug (EG wurde in einer Produktionsrate
von 642 g/h gebildet), und dass die Selektivität für EG nicht niedriger
als 99,9% war. Außerdem betrug die Produktivität für DMC, angegeben
als Raum-Zeit-Ausbeute: 932/2,51 = 371 g/Liter·h. Die Bedingungen und Ergebnisse
der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 5
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) unter Verwendung im Wesentlichen des
gleichen Produktionssystems wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Abänderung,
dass die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne 1 einen Innendurchmesser
von 5 cm (Querschnittsfläche: 0,00196 m2) und eine Packungshöhe
von 135 cm hatte. Der Vorgang zur Herstellung von DMC und EG wurde im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt, mit der Ausnahme, dass die
Reaktionsbedingungen wie folgt waren: EC wurde in einer Fließrate von 938,9
g/h zugeführt, eine 4,8 Gew.-%ige Lösung von Kaliumhydroxid (als Katalysator)
in Ethylenglykol wurde in einer Fließrate von 58,7 g/h zugeführt, ein
Gemisch aus MeOH und DMC wurde durch Leitung 5 in einer Fließrate
von 2581 g/h zugeführt, der Reaktionsdruck und die Temperatur am Kolonnenboden
8 betrugen 30400 Pa (0,3 atm) beziehungsweise 47°C, und die Gasdichte
&rgr;g und die Gasgeschwindigkeit ug in der Destillationskolonne
1 betrugen 0,373 kg/m3 beziehungsweise 0,978 m/s, und somit war der F-Faktor
der Destillationskolonne 1 0,60.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 66,6 Gew.-% beziehungsweise 33,4 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 2832 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch (das MeOH, DMC, EG und EC in Konzentrationen
von 45,0 Gew.-%, 1,1 Gew.-%, 47,3 Gew.-% beziehungsweise 6,4 Gew.-% enthielt) wurde
in einer Fließrate von 1385,2 g/h aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 abgezogen und, wie in Beispiel 1, in die Kolonne 10 zur Gewinnung
eines Gemisches mit niederem Siedepunkt, die unter den gleichen Bedingungen wie
in Beispiel 1 betrieben wurde, eingeleitet. Ein Teil eines Kolonnenkopf-Kondensats
aus Kolonne 10 wurde in einer Fließrate von 638,5 g/h in flüssiger
Form in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne 1 zurückgeführt.
Ein Teil einer Flüssigkeit, die aus dem Kolonnenboden 16 der Kolonne
10 abgezogen wurde, wurde durch Leitung 20 in einer Fließrate
von 746,7 g/h aus dem Produktionssystem gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit
(Bodenflüssigkeit der Kolonne 10) enthielt EG, EC, und als Nebenprodukt
gebildetes Diethylenglykol (DEG) in Konzentrationen von 87,7 Gew.-%, 12,0 Gew.-%
beziehungsweise 0,01 Gew.-%. In der abgezogenen Flüssigkeit wurde 2-Methoxyethanol
(2ME) (als mögliches Nebenprodukt) nicht aufgefunden.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 90,5% war, dass die Ausbeute von DMC 90,5% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 869 g/h hergestellt), dass die Selektivität für DMC nicht weniger
als 99,9% war, dass die Ausbeute von EG 90,5% betrug (EG wurde in einer Produktionsrate
von 599 g/h hergestellt), und dass die Selektivität für EG nicht weniger
als 99,9% betrug. Außerdem wurde das Volumen (V) der Reaktionszone in der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 wie folgt errechnet: V = &pgr; ×
2,52 × 135/1000 = 2,65 Liter. Demnach betrug die Produktivität
für DMC, angegeben als Raum-Zeit-Ausbeute: 869/2,65 = 328 g/Liter·h. Die
Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 6
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) unter Verwendung im Wesentlichen des
gleichen Produktionssystems wie in Beispiel 3 hergestellt, mit der Abänderung,
dass die Zuführungsöffnung für ein Gemisch aus MeOH und DMC, welches
durch Leitung 5, Verdampfer 6' und Leitung 5' der kontinuierlichen
mehrstufigen Destillationskolonne 1 zugeführt wurde, 50 cm oberhalb
des Bodens der Destillationskolonne 1 angeordnet war. Das Verfahren zur
Herstellung von DMC und EG wurde im Wesentlichen in gleicher Weise wie in Beispiel
3 durchgeführt, mit der Ausnahme, dass die Kolonnenboden-Flüssigkeit der
Destillationskolonne 1 mithilfe des Reboilers 6 erhitzt wurde,
sodass das Gewichtsverhältnis von DMC zu MeOH in der Kolonnenboden-Flüssigkeit
der Destillationskolonne 1 bei 1/350 gehalten wurde, die Reaktionstemperatur
des Kolonnenbodens 8 56,0°C betrug, und dass die Gasdichte &rgr;g
und die Gasgeschwindigkeit ug in der Destillationskolonne 1
0,545 kg/m3 beziehungsweise 0,393 m/s betrugen, und somit der F-Faktor
der Destillationskolonne 1 0,29 war.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 65,3 Gew.-% beziehungsweise 34,7 Gew.-% enthielt) wurde in
einer Fließrate von 1913,4 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch (das MeOH, DMC, EG und EC in Konzentrationen
von 48,2 Gew.-%, 0,13 Gew.-%, 49,9 Gew.-% beziehungsweise 1,65 Gew.-% enthielt)
wurde aus dem Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne 1 in einer
Fließrate von 891,9 g/h abgezogen und, wie in Beispiel 3, in die Kolonne
10 zur Gewinnung eines Gemisches mit niederem Siedepunkt eingeleitet, die
unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 3 betrieben wurde. Ein Teil eines
Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne 10 wurde in einer Fließrate von
430,7 g/h in flüssiger Form in die Destillationskolonne 1 an einer
Stelle 50 cm oberhalb des Bodens der Destillationskolonne 1 zurückgeführt.
Ein Teil der vom Kolonnenboden 16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit
wurde durch Leitung 20 in einer Fließrate von 461,2 g/h aus dem Produktionssystem
gewonnen. Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne
10) enthielt EG, EC, und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG)
in Konzentrationen von 96,6 Gew.-%, 3,2 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-%. In der
abgezogenen Flüssigkeit wurde 2-Methoxyethanol (2ME) (als mögliches Nebenprodukt)
nicht aufgefunden.
Aus den vorstehenden Daten ist ersichtlich, dass die Umwandlung von
EC 97,6% war, die Ausbeute von DMC 97,6% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 611 g/h hergestellt), die Selektivität für DMC nicht weniger als 99,9%
betrug, dass die Ausbeute von EG 97,6% war (EG wurde in einer Produktionsrate von
421,1 g/h hergestellt) und dass die Selektivität für EG nicht weniger
als 99,9% betrug. Außerdem betrug die Produktivität für DMC, angegeben
als Raum-Zeit-Ausbeute: 611/2,26 = 270 g/Liter·h. Die Bedingungen und Ergebnisse
der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt.
Beispiel 7
Dimethylcarbonat (DMC) und Ethylenglykol (EG) wurden kontinuierlich
aus Ethylencarbonat (EC) und Methanol (MeOH) unter Verwendung im Wesentlichen des
gleichen Produktionssystems wie in Beispiel 1 hergestellt, mit der Abänderung,
cass die kontinuierliche mehrstufige Destillationskolonne 1 eine Packungshöhe
von 85 cm hatte. Das Verfahren zur Herstellung von DMC und EG erfolgte im Wesentlichen
in gleicher Weise wie in Beispiel 1, mit der Ausnahme, dass die Reaktionsbedingungen
wie folgt waren: ein Gemisch von MeOH und DMC, das der Destillationskolonne
1 durch Leitung 5, Verdampfer 6' und Leitung
5' zugeführt wurde, hatte ein [MeOH/DMC]-Gewichtsverhältnis von
99,9/0,1 und wurde in einer Fließrate von 1255 g/h eingeleitet, EC wurde in
einer Fließrate von 523,1 g/h eingeleitet, eine 9,6 Gew.-%ige Lösung von
Natriumhydroxid (als Katalysator) in Ethylenglykol wurde verwendet (anstelle einer
4,8 Gew.-%igen Lösung von Kaliumhydroxid), die Reaktionstemperatur am Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 war 49,8°C und die Gasdichte
&rgr;g und die Gasgeschwindigkeit ug in der Destillationskolonne
1 betrug 0,544 kg/m3 beziehungsweise 0,285 m/s, und somit war
der F-Faktor. der Destillationskolonne 1 0,21.
Ein Kolonnenkopf-Kondensat aus Kolonne 1 (das MeOH und DMC
in Konzentrationen von 63,3 Gew.-% beziehungsweise 36,7 Gew.-% enthielt), wurde
in einer Fließrate von 1403,8 g/h erhalten.
Ein flüssiges Reaktionsgemisch (welches MeOH, DMC, EG und EC
in Konzentrationen von 70,0 Gew.-%, 0,14 Gew.-%, 27,8 Gew.-% beziehungsweise 1,89
Gew.-% enthielt) wurde in einer Fließrate von 1354,6 g/h aus dem Kolonnenboden
8 der Destillationskolonne 1 abgezogen und, wie in Beispiel 1,
in die Kolonne 10 zum Gewinnen eines Gemisches mit niederem Siedepunkt
eingeleitet, die unter den gleichen Bedingungen wie in Beispiel 1 betrieben wurde.
Ein Teil des Kolonnenkopf-Kondensats aus Kolonne 10 wurde in flüssiger
Form in einer Fließrate von 949,8 g/h in den Kolonnenboden 8 der Destillationskolonne
1 zurückgeführt. Ein Teil einer aus dem Kolonnenboden
16 der Kolonne 10 abgezogenen Flüssigkeit wurde durch Leitung
20 in einer Fließrate von 404,8 g/h aus dem Produktionssystem gewonnen.
Die abgezogene Flüssigkeit (Bodenflüssigkeit der Kolonne 10)
enthielt EG, EC, und als Nebenprodukt gebildetes Diethylenglykol (DEG) in Konzentrationen
von 93,1 Gew.-%, 6,3 Gew.-% beziehungsweise 0,02 Gew.-%. In der abgezogenen Flüssigkeit
wurde 2-Methoxyethanol (2ME) (als mögliches Nebenprodukt) nicht festgestellt.
Aus den vorstehenden Daten ist zu ersehen, dass die Umwandlung von
EC 95,1% betrug, die Ausbeute von DMC 95,1% betrug (DMC wurde in einer Produktionsrate
von 513,9 g/h hergestellt), die Selektivität für DMC nicht weniger als
99,9% war, dass die Ausbeute von EG 97,6% war (EG wurde in einer Produktionsrate
von 354,1 g/h hergestellt) und dass die Selektivität für EG nicht weniger
als 99,9% betrug. Außerdem war die Produktivität von DMC, angegeben als
Raum-Zeit-Ausbeute: 513,9/(1000 × 0,00225 × 0,85) = 269 g/Liter·h.
Die Bedingungen und Ergebnisse der Umesterungsreaktion sind in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle 1
Anmerkung: *1) der Reaktionsdruck, gemessen am inneren Boden der mehrstufigen
Destillationskolonne
*2 die Reaktionstemperatur, gemessen am inneren Boden der mehrstufigen Destillationskolonne
Referenzbeispiel
Unter Verwendung des in 2 gezeigten Produktionssystems
wurde die aus dem Kolonnenboden 16 der Kolonne 10 zur Gewinnung
eines niedrigsiedenden Gemisches abgezogene Flüssigkeit (die nicht-umgesetztes
EC enthielt) gemäß Beispiel 2 der Hydrolyse für nicht-umgesetztes
EC unterworfen, um dadurch EG zu produzieren, und wurde danach der destillativen
Trennung unterworfen, wobei gereinigtes EG erhalten wurde. Speziell wurde das Verfahren
wie folgt durchgeführt.
Die durch Leitung 20 in einer Fließrate von 547,3 g/h
durch Leitung 20 aus dem Kolonnenboden 16 der Kolonne
10 gemäß Beispiel 2 abgezogene Flüssigkeit wurde durch Leitung
21 zusammen mit Wasser, das durch Leitung 35 in einer Fließrate
von 5,7 g/h zugeleitet wurde, in den kontinuierlichen Hydrolysereaktor
37 eingeführt, um eine kontinuierliche Hydrolysereaktion von EC in
der Flüssigkeit durchzuführen. Dabei bestand Reaktor 37 aus einer
Kolonne mit einem Innendurchmesser von 5 cm und einer Länge von 100 cm, der
mit Dixon-Füllkörpern (3 mm ∅) gepackt
war. Die Innentemperatur und der Druck des Reaktors 37 wurden bei 180°C
beziehungsweise 2,5 × 106 Pa (25 kg/cm2-G) gehalten.
Das Gewichtsverhältnis von Wasser zu EC am Eintritt des Reaktors
37 war 0,5. Das aus Reaktor 37 abgezogene Hydrolyse-Reaktionsgemisch
wurde durch Leitung 38 in eine Gas-Flüssigkeits-Trennvorrichtung
39 (die unter Atmosphärendruck betrieben wurde) eingeleitet. Aus der
Trennvorrichtung 39 wurde Kohlendioxid durch Leitung 40 abgezogen
und eine EG-enthaltende Flüssigkeit wurde durch Leitung 22 abgezogen.
Die EG-enthaltende abgezogene Flüssigkeit wurde an einer Stelle 60 cm unterhalb
des Kopfes der Kolonne 23 in die Diol-Abtrennkolonne 23 eingeleitet,
wobei Kolonne 23 aus einer Kolonne bestand, die mit Dixon-Füllkörpern
(3 mm ∅) gepackt war und einen Innendurchmesser von 5 cm und eine Packungshöhe
von 200 cm hatte.
Die Diol-Abtrennkolonne 23 wurde unter Bedingungen betrieben,
unter denen der Druck am Kolonnenkopf 24 2,7 × 103 Pa (20
Torr) betrug. Ein gasförmiges Gemisch wurde aus dem Kolonnenkopf
24 der Kolonne 23 abgezogen und durch Kondensator 26
kondensiert, wobei ein Kondensat erhalten wurde (nachstehend einfach als "Kolonnenkopf-Kondensat
aus Kolonne 23'' bezeichnet, ein Teil dieses wurde durch Leitung
27 in Kolonne 23 gerückflusst (Rückflussverhältnis:
5), während der Rest des Kondensats durch Leitung 34 in einer Fließrate
von 16,4 g/h in den kontinuierlichen Hydrolysereaktor 37 zurückgeführt
wurde. Die aus dem Boden der Kolonne 23 abgezogene Flüssigkeit wurde
durch Reboiler 30