| Dokumentenidentifikation |
EP1849542 13.12.2007 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001849542 |
| Titel |
Walzplattiertes Hochglanzband |
| Anmelder |
Hydro Aluminium Deutschland GmbH, 51149 Köln, DE |
| Erfinder |
Oetting, Wolf, 50823, Köln, DE; Denkmann, Volker, 47906, Kempen, DE; Schenkel, Willi, 41515, Grevenbroich, DE; Bales, Jakob, 41451, Grevenbroich, DE |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
25.04.2006 |
| EP-Aktenzeichen |
061131017 |
| EP-Offenlegungsdatum |
31.10.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
13.12.2007 |
| IPC-Hauptklasse |
B23B 15/00(2006.01)A, F, I, 20071002, B, H, EP
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| IPC-Nebenklasse |
B23K 20/233(2006.01)A, L, I, 20071002, B, H, EP
C23C 30/00(2006.01)A, L, I, 20071002, B, H, EP
C22F 1/04(2006.01)A, L, I, 20071002, B, H, EP
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
walzplattierten Aluminiumbandes, bei welchem ein Kernmaterial aus einer Aluminiumlegierung
mindestens auf einer Seite mit einer Plattierschicht aus Reinaluminium plattiert
wird sowie ein walzplattiertes Aluminiumband mit einer Kernschicht aus einer Aluminiumlegierung
und mindestens einer Plattierschicht aus Reinaluminium.
Walzplattierte Aluminiumbänder werden zu den unterschiedlichsten
Zwecken eingesetzt. Einerseits sind walzplattierte Aluminiumbänder aus der
Herstellung von gelöteten Aluminiumprodukten, beispielsweise Wärmetauschern
bekannt. Zur Herstellung gelöteter Aluminiumprodukte werden dazu Aluminiumbänder
mit einer walzplattierten Schicht aus Aluminiumlot verwendet. Darüber hinaus
werden walzplattierte Aluminiumbänder auch zur Herstellung von korrosionsgeschützten
Bauteilen oder Aluminiumprodukten mit Hochglanzoberflächen verwendet. Korrosionsgeschützte
oder hochglänzende Oberflächen aufweisende walzplattierte Aluminiumprodukte
weisen dann eine walzplattierte Schicht auf, welche aus Reinaluminium mit einem
Aluminiumgehalt von üblicherweise mindestens 99,8 Gew.-% besteht. Zwar kann
mit Plattierschichten aus Reinaluminium ein hochglänzendes Aluminiumband hergestellt
werden, welches zugleich auch einen Korrosionsschutz bietet. Allerdings ist Reinaluminium
mit entsprechend hohen Aluminiumgehalten in seiner Herstellung sehr teuer, so dass
man versucht die Schichtdicken der hochglänzenden Plattierschichten so gering
wie möglich zu halten.
Aus der
US-Patentschrift US 5,723,321
ist nun die Herstellung eines walzplattierten Aluminiumproduktes bekannt,
welches eine beidseitige Plattierschicht mit einer Dicke von 50 bis 100 µm
aus reinem Aluminium aufweist. Trotz der geringen Dicke der Plattierschichten besteht
weiterhin der Wunsch, die Plattierschichtdicke zu verringern, um die Kosten eines
entsprechenden walzplattierten Aluminiumbandes weiter zu senken. Andererseits muss
die Verfärbung bei einem Anodisieren der Plattierschicht aufgrund von an die
Oberfläche der Plattierschicht diffundierten Legierungsbestandteilen aus dem
Kernmaterial prozesssicher vermieden werden.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung daher
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines walzplattierten, hochglänzenden
Aluminiumbandes zur Verfügung zu stellen, mit welchem die Kosten zur Herstellung
walzplattierter, hochglänzender Aluminiumbänder weiter gesenkt werden
können und gleichzeitig eine Verfärbung beim Anodisieren verhindert werden
kann. Daneben liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, kostengünstigere
walzplattierte und hochglänzende Aluminiumbänder zur Verfügung zu
stellen.
Gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung
wird die oben aufgezeigte Aufgabe durch ein gattungsgemäßes Verfahren
dadurch gelöst, dass die Schichtdicke der Plattierschicht vor der letzten Zwischen-
und/oder Endglühung mindestens 50 µm beträgt.
Es hat sich gezeigt, dass die Diffusion von Legierungsbestandteilen
aus der Kernschicht an die Oberfläche der hochglänzenden Plattierschicht
aus Reinaluminium im Wesentlichen während der Zwischenund/oder Endglühung
des Aluminiumbandes stattfindet und dadurch verhindert werden kann, dass vor der
letzten Zwischen- und/oder Endglühung, d.h. vor der letzten Wärmebehandlung
des Aluminiumbandes, die Schichtdicke der Plattierschicht ausreichend dick ist.
Trotz der hohen Temperaturen und der langen Einwirkzeit der hohen Temperaturen beim
Glühen des Bandes, insbesondere beim Glühen des Aluminiumbandes in Batchöfen
bzw. beim Glühen eines zum Coil aufgewickelten Aluminiumbandes, ist diese Schichtdicke
der Plattierschicht von mindestens 50 µm ausreichend, um als Diffusionssperre
zu dienen. Sofern vor der letzten Zwischenglühung die Plattierschichtdicke
mindestens 50 µm beträgt und anschließend ein weiterer Walzstich
durchgeführt wird, können überraschenderweise auch Plattierschichtdicken
von weniger als 50 µm hergestellt werden, die frei von Verfärbungen nach
dem Anodisieren sind. Da Diffusionsvorgänge unter Berücksichtigung des
erfindungsgemäßen Verfahrens keine negativen Auswirkungen auf die Qualität
anodisierter Plattierschichten haben, wird der Einsatz von verschiedensten Aluminiumlegierungen
für die Kernschicht des walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbandes
ermöglicht, insbesondere auch Aluminiumlegierungen mit Legierungsbestandteilen
in signifikanten Mengen, die bei höheren Temperaturen große Diffusionsgeschwindigkeiten
aufweisen, wie beispielsweise Magnesium, Zink und Silizium.
Gemäß einer ersten vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Kernschicht verwendet, welche
aus einer Aluminiumlegierung vom Typ AA4xxx besteht. Diese Aluminiumlegierungen
sind aufgrund ihres Siliziumgehaltes normalerweise problematisch im Hinblick auf
deren Verwendung als Kernschicht bei walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbändern.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird jedoch verhindert, dass die
enthaltenen Silizium-, Magnesium- oder Zinkatome durch Diffusionsprozesse an die
Oberfläche der Plattierschicht gelangen. Bei der Anodisierung treten daher
keine Verfärbungen der walzplattierten, hochglänzenden Plattierschicht
auf. Aluminiumlegierungen vom Typ AA4xxx werden zwar als recyclingfreundlich bezeichnet,
da sie insbesondere unter Verwendung von rezykliertem Material hergestellt werden
können und insofern den Einsatz von kostenintensivem Primärmetall verringern.
Allerdings standen bisher nur wenige Anwendungsbereiche zur Verfügung, welche
den Einsatz Aluminiumlegierungen mit entsprechenden Siliziumgehalten zu lassen.
Für dies Aluminiumlegierungen wurde also ein neues Anwendungsgebiet mit der
vorliegenden Erfindung erschlossen.
Gemäß einer nächsten weitergebildeten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein walzplattiertes, hochglänzendes
Aluminiumband besonders kostengünstig dadurch hergestellt werden, dass die
Kernschicht aus einer Aluminiumlegierung mit den folgenden Legierungsbestandteilen
in Gew.-% besteht:
- Si ≤ 2,2 %,
- Fe ≤ 0,7 %,
- Cu ≤ 0,2 %,
- Mn ≤ 1,2 %,
- Mg ≤ 0,5 %,
- Zn ≤ 0,2 %,
- andere Verunreinigungen einzeln max. 0,05 %, in Summe max. 0,15 % und Rest Al.
Eine Legierung mit entsprechenden Legierungsbestandteilen
fällt in der Regel bei der Rezyklierung von Schrotten lotplattierter Aluminiumbänder
oder -bleche an, so dass die Aluminiumlegierung besonders kostengünstig durch
Einschmelzung entsprechender Schrotte hergestellt werden kann. Darüber hinaus
verfügt die Aluminiumlegierung mit den genannten Legierungsbestandteilen über
eine sehr hohe Festigkeit, so dass ein hochfestes, hochglänzendes walzplattierte
Aluminiumband hergestellt werden kann.
Vorzugsweise besteht die Kernschicht des walzplattierten,
hochglänzenden Aluminiumbandes zur weiteren Kostenreduktion zumindest teilweise
aus einer rezyklierten Aluminiumlegierung.
Wird zumindest der letzte Walzstich mit einer polierten
Walze durchgeführt, kann auf ein nachfolgendes die Schichtdicke der Plattierschicht
weiter verringerndes Polieren der Oberfläche verzichtet werden. Dies ermöglicht,
dass die hochglänzende Plattierschicht nach der letzten Wärmebehandlung
lediglich Dicken aufweisen kann, welche das Anodisieren ermöglicht. Die Plattierschicht
kann insofern auch eine geringere Dicke als 50 µm, beispielsweise 10 bis 40
µm aufweisen, um möglichst wenig Reinaluminium zu verwenden.
Vorzugsweise beträgt die Schichtdicke der Plattierschicht
vor dem letzten Walzstich 4 bis 20 % der Schichtdicke der Kernschicht. Die minimale
relative Dicke der Plattierschicht von 4 % ermöglicht bei einem nachfolgenden
Walzstich hohe Abwalzgrade, ohne das es zu einem Reißen der Plattierschicht
kommt. Andererseits muss zur Gewährleistung einer Dickenabnahme der härteren
Kernschicht beim Walzen gewährleistet sein, dass die Schichtdicke der Plattierschicht
20 % der Dicke der Kernschicht nicht übersteigt.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können
einen besonders geringen Verbrauch an Reinaluminium aufweisende und damit kostengünstige
walzplattierte, hochglänzende Aluminiumbänder dadurch hergestellt werden,
dass die Plattierschicht auf eine Enddicke von weniger als 50 µm gewalzt wird.
Vorzugsweise weist die Plattierschicht einen Aluminiumgehalt
von mindestens 99,8 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 99,9 Gew.-% auf. Entsprechend
hohe Aluminiumgehalte in der Plattierschicht gewährleisten einerseits hochglänzende
Oberflächen nach einem Walzen mit einer polierten Walze, da die Plattierschichten
mit entsprechend hohen Aluminiumgehalten besonders hohe Reflektionswerte erreichen.
Andererseits zeichnen sich die Plattierschichten durch eine besonders geringe Korrosionsanfälligkeit
aus, insbesondere je reiner die Aluminiumlegierung ist.
Vorzugsweise wird die letzte Zwischen- und/oder Endglühung
im Coil durchgeführt. Aufgrund der Diffusionssperrwirkung der mindestens 50
µm dicken Plattierschicht wird trotz des langen Einflusses hoher Temperaturen
auf das walzplattierte Aluminiumband ein signifikanter Transport von beispielsweise
Magnesium- oder Zink- und/oder Siliziumatomen an die Oberfläche der Plattierschicht
verhindert. Die Verwendung von kostengünstigen Bachtöfen zur Durchführung
der Zwischen- und/oder Endglühung wird ermöglicht. Allerdings ist auch
denkbar, die Zwischenund/oder Endglühung im Durchlaufofen durchzuführen.
Allerdings erfordert ein Durchlaufofen wesentlich höhere Investitionen als
ein Batchofen.
Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung
wird die oben aufgezeigte Aufgabe durch ein walzplattiertes, hochglänzendes
Aluminiumband dadurch gelöst, dass die Plattierschichtdicke des Aluminiumbandes
vor der letzten Zwischen- und/oder Endglühung mindestens 50 µm beträgt.
Bei dem erfindungsgemäßen Aluminiumband sind, wie bereits oben ausgeführt,
keine signifikanten Mengen von Magnesium-, Zink- und/oder Siliziumatomen an der
Oberfläche der Plattierschicht vorhanden, so dass das erfindungsgemäße
Aluminiumband prozesssicher ohne Verfärbungen anodisiert werden kann.
Besteht die Kernschicht aus einer Aluminiumlegierung vom
Typ AA4xxx, insbesondere aus einer Aluminiumlegierung mit den folgenden Legierungsbestandteilen
in Gew.-% besteht:
- Si ≤ 2,2 %,
- Fe ≤ 0,7 %,
- Cu ≤ 0,2 %,
- Mn ≤ 1,2 %,
- Mg ≤ 0,5 %,
- Zn ≤ 0,2 %,
- andere Verunreinigungen einzeln max. 0,05 %, in Summe max. 0,15 % und Rest Al,
kann ein walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband
mit sehr hoher Festigkeit zur Verfügung gestellt werden. Die Aluminiumlegierungen
vom Typ AA4xxx zeichnen sich ferner durch eine gute Recyclingfreundlichkeit aus,
da sie hohe Siliziumwerte in der Aluminiumlegierung zulassen. Die Aluminiumlegierung
mit den im Einzelnen genannten Legierungsbestandteilen ist darüber hinaus in
Bezug auf die Verwendung von rezyklierten Aluminiumlegierungen optimiert, da die
entsprechenden Silizium-, Magnesium-, Mangan- und Zinkanteile bei der Rezyklierung
von aluminiumlothaltigen Schrotten erreicht werden. Die Kosten zur Herstellung des
walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbandes können somit weiter verringert
werden.
Vorzugsweise besteht die Kernschicht daher aus einer zumindest
teilweise rezyklierten Aluminiumlegierung.
Ein prozesssicheres Herstellverfahren, welches einerseits
eine effektive Dickenreduktion im letzten Walzstich zulässt und andererseits
ein Reißen der Plattierschicht beim letzten Walzstich verhindert, wird durch
ein vorteilhaftes walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband dadurch ermöglicht,
dass die Plattierschichtdicke vor dem letzten Walzstich zwischen 4 und 20 % der
Kernschicht beträgt.
Besonders hoch reflektierende und korrosionsgeschützte
Aluminiumbänder werden schließlich dadurch zur Verfügung gestellt,
dass die Plattierschicht einen Aluminiumgehalt von mindestens 99,8 Gew.-%, vorzugsweise
mindestens 99,9 Gew.-% aufweist.
Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten das erfindungsgemäße
Verfahren zur Herstellung eines walzplattierten, hochglänzendes Aluminiumbandes
sowie das walzplattierte, hochglänzende Aluminiumband weiter zu entwickeln
und auszugestalten. Hierzu wird verwiesen einerseits auf die den unabhängigen
Patentansprüchen 1 und 10 nachgeordneten Patentansprüche. Andererseits
auf die Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit
der Zeichnung.
Die Zeichnung zeigt in einer einzigen Figur eine Schnittansicht
eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen walzplattierten,
hochglänzenden Aluminiumbandes 1. Die Kernschicht 2 des nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbandes 1 besteht
aus einer Aluminiumlegierung mit den folgenden Legierungsbestandteilen:
- 1,4 ≤ Si ≤ 2,2 %,
- Fe ≤ 0,7 %,
- Cu ≤ 0,2 %,
- 0,6 ≤ Mn ≤ 1,2 %,
- 0,1 ≤ Mg ≤ 0,5 %,
- Zn ≤ 0,2 %,
- andere Verunreinigungen einzeln max. 0,05 %, in Summe max. 0,15 % und Rest Al.
Die Aluminiumlegierung der Kernschicht des dargestellten
Ausführungsbeispiels zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Recyclingfreundlichkeit
aus, da diese insbesondere aufgrund des zugelassenen Siliziumgehaltes den Einsatz
von rezyklierten aluminiumlotplattierten Blechen oder Schrotten zur Herstellung
der Aluminiumlegierung der Kernschicht zulässt. Darüber hinaus weist diese
Kernschicht besonders gute Festigkeits-, insbesondere Warmfestigkeitswerte auf,
so dass für plattierte, hochglänzende Aluminiumbänder neue Anwendungsfelder
erschlossen werden können. Die Plattierschicht 3 des dargestellten Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbandes
1 weist vor dem letzten Zwischen- und/oder Endglühen mindestens eine Schichtdicke
von 50 µm auf, so dass durch die Temperatureinwirkung beim Zwischen- und/oder
Endglühen, insbesondere bei der Verwendung von Bachöfen und der Glühung
im Coil, keine signifikanten Transporte von Fremdatomen aus der Kernschicht, beispielsweise
Magnesium, Zink und Silizium, an die Oberfläche der Plattierschicht stattfindet.
Da die walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbänder nach dem Zwischen-
bzw. Endglühen nur noch wesentlich geringeren Temperaturen als bei der Zwischenund/oder
Endglühung ausgesetzt sind, kann die Plattierschicht in ihrer Enddicke auch
weniger als 50 µm, vorzugsweise 10 bis 40 µm, betragen, ohne dass es zu
signifikanten Diffusionsprozessen und damit zu Verfärbung von anodisierten
hochglänzenden Oberflächen der Aluminiumbänder in der späteren
Anwendung kommt. Es hat sich nämlich überraschenderweise gezeigt, dass
lediglich die hohen Temperaturen bei den Glühvorgängen während der
Herstellung der Aluminiumbänder die im Hinblick auf die Anodisierung oberflächenproblematischen
Diffusionsprozesse auslösen. Ist die Wärmebehandlung unter Gewährleistung
einer Verhinderung der Diffusion von Legierungsbestandteilen aus der Kernschicht
an die Oberfläche der Plattierschicht abgeschlossen, kann eine hochglanzpolierte
Oberfläche der Plattierschicht bereit gestellt werden, die nach der Anodisierung
keine Verfärbung aufweist und dennoch sehr geringe Schichtdicken aufweist.
Die Oberfläche des dargestellten Ausführungsbeispiels
wird vorzugsweise hochglanzgewalzt, so dass ein nachträglicher Polierschritt,
welcher einerseits zusätzliche Verunreinigungen in die Oberfläche einbringen
kann, andererseits aufwendig ist, vermieden werden kann. Darüber hinaus muss
für einen anschließenden Anodisierungsprozess keine zusätzliche Schichtdicke
der Plattierschicht, die beim Polieren verloren geht berücksichtigt werden.
Aufgrund der gezielten Ausnutzung der Plattierschicht als Diffusionssperre während
der Herstellung des walzplattierten, hochglänzenden Aluminiumbandes 1 können
Enddicken des Aluminiumbandes von 0,1 bis 1 mm erreicht werden, wobei die Plattierschicht
beispielsweise eine Enddicke von 10 bis 40 µm aufweisen kann.
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| Anspruch[de] |
Verfahren zur Herstellung eines walzplattierten, hochglänzenden
Aluminiumbandes, bei welchem ein Kernmaterial aus einer Aluminiumlegierung mindestens
auf einer Seite mit einer Plattierschicht aus Reinaluminium plattiert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Plattierschicht vor der
letzten Zwischen- und/oder Endglühung mindestens 50 µm beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Kernschicht verwendet wird, welche aus
einer Aluminiumlegierung vom Typ AA4xxx besteht.
Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschicht aus einer Aluminiumlegierung
mit den folgenden Legierungsbestandteilen in Gew.-% besteht:
Si ≤ 2,2 %,
Fe ≤ 0,7 %,
Cu ≤ 0,2 %,
Mn ≤ 1,2 %,
Mg ≤ 0,5 %,
Zn ≤ 0,2 %,
andere Verunreinigungen einzeln max. 0,05 %, in Summe max. 0,15 % und
Rest Al.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschicht zumindest teilweise aus einer
rezyklierten Aluminiumlegierung besteht.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der letzte Walzstich mit einer polierten
Walze durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke der Plattierschicht vor dem
letzten Walzstich 4 bis 20 % der Schichtdicke der Kernschicht beträgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Plattierschicht auf eine Enddicke von weniger
als 50 µm gewalzt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Plattierschicht einen Aluminiumgehalt von
mindestens 99,8 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 99,9 Gew.-% aufweist.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die letzte Zwischen- und/oder Endglühung
im Coil durchgeführt wird.
Walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband mit einer Kernschicht
aus einer Aluminiumlegierung und mindestens einer Plattierschicht aus Reinaluminium,
insbesondere hergestellt nach einem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Plattierschichtdicke des Aluminiumbandes
vor der letzten Zwischen- und/oder Endglühung mindestens 50 µm beträgt.
Walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschicht aus einer Aluminiumlegierung
vom Typ AA4xxx, insbesondere aus einer Aluminiumlegierung mit den folgenden Legierungsbestandteilen
in Gew.-% besteht:
Si ≤ 2,2 %,
Fe ≤ 0,7 %,
Cu ≤ 0,2 %,
Mn ≤ 1,2 %,
Mg ≤ 0,5 %,
Zn ≤ 0,2 %,
andere Verunreinigungen einzeln max. 0,05 %, in Summe max. 0,15 % und
Rest Al.
Walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband nach Anspruch 10
oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kernschicht aus einer zumindest teilweise rezyklierten Aluminiumlegierung besteht.
Walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband nach einem der Ansprüche
10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Plattierschichtdicke vor dem letzten Walzstich
zwischen 4 und 20 % der Schichtdicke der Kernschicht beträgt.
Walzplattiertes, hochglänzendes Aluminiumband nach einem der Ansprüche
10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Plattierschicht einen Aluminiumgehalt von
mindestens 99,8 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 99,9 Gew.-% aufweist.
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