Die Erfindung betrifft eine Anordnung mit einem Lüfter,
insbesondere mit einem Axiallüfter für die Belüftung eines Niedrigenergiehauses.
Niedrigenergiehäuser werden in der Regel zwangsbelüftet.
Dabei sind zur Belüftung unterschiedlicher Räume je nach Nutzungsart verschiedene
Luft-Volumenströme erforderlich. In einem Badezimmer wird beispielsweise ein
kontinuierlicher Luft-Volumenstrom zwischen 5 l/s und 10 l/s gewünscht. Wenn
geduscht oder gebadet wird, sollte der Luft-Volumenstrom z.B. auf 15 l/s gesteigert
werden, um eine ausreichende Belüftung des Badezimmers zu gewährleisten.
Um hierbei einen minimalen Luft-Volumenstrom bei unterschiedlichen Staudrücken
zu gewährleisten, werden gewöhnlich Lüfter mit entsprechender Leistungsreserve
eingesetzt. Derartige Lüfter fördern entsprechend ihrer charakteristischen
Lüfterkennlinie bei maximal möglichem Staudruck den minimalen Luft-Volumenstrom,
und bei niedrigerem Staudruck einen wesentlich größeren Luft-Volumenstrom.
Bei zu hohem Luft-Volumenstrom geht jedoch viel Wärme verloren, und es ergibt
sich eine unnötige Lärmbelastung, weil der Lüfter ständig bei
hoher Drehzahl betrieben wird.
Derzeit sind Luft-Volumenstromregelungen für Radiallüfter
mit vorwärtsgekrümmten Schaufeln bekannt, da bei diesen eine eindeutige
Beziehung zwischen Luft-Volumenstrom und Drehmoment bzw. Motorstrom besteht. Deshalb
ist in Abhängigkeit von der Drehzahl und jeweiligen Stromaufnahme eine geeignete
Luft-Volumenstromregelung solcher Radiallüfter möglich.
Radiallüfter sind jedoch wegen ihrer mechanischen
Abmessungen und 90° Luftumlenkung zum Einbau in bereits vorhandene Lüftungsrohre
in der Regel ungeeignet. Im Gegensatz hierzu können Anordnungen mit Axiallüftern
meist direkt in vorhandene Lüftungsrohre eingebaut werden.
Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, eine neue Lüfteranordnung
bereit zu stellen.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch
eine Anordnung gemäß Anspruch 1. Eine solche Anordnung ermöglicht
es, einen den Lüfter antreibenden elektronisch kommutierten Motor (ECM) derart
anzusteuern, dass der Lüfter einen im Wesentlichen konstanten Luft-Volumenstrom
erzeugt. Hierzu wird die Drehzahl des ECM als Funktion eines jeweils gemessenen
Luft-Volumenstrom des Lüfters so geregelt, dass dieser Volumenstrom etwa einem
vorgegebenen Wert entspricht.
Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist Gegenstand
des Anspruchs 9. Man erhält hierdurch einen sehr kompakten und preiswerten
Regelkreis für den ECM.
Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung ist Gegenstand
des Anspruchs 16. Man erhält hierdurch einen einfachen und stabilen Regelkreis
für den ECM.
Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus den im folgenden beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten,
in keiner Weise als Einschränkung der Erfindung zu verstehenden Ausführungsbeispielen,
sowie aus den übrigen Unteransprüchen. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockdiagramm einer Lüfteranordnung gemäß einer Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine raumbildliche Darstellung einer Lüfteranordnung mit thermischem Anemometer
gemäß einer Ausführungsform,
- Fig. 3
- ein Schaltungsdiagramm des thermischen Anemometers der Fig. 2,
- Fig. 4
- ein Blockdiagramm einer Lüfteranordnung mit Klappen-Anemometer gemäß
einer Ausführungsform,
- Fig. 5
- eine Kennlinie des Klappen-Anemometers von Fig. 4,
- Fig. 6
- ein Flussdiagramm für eine Initialisierungs-Routine der Lüfteranordnung
von Fig. 2 oder Fig. 4,
- Fig. 7
- ein Flussdiagramm für eine Luft-Volumenstrom-Regelungsroutine im Betrieb
der Lüfteranordnung von Fig. 2 oder Fig. 4,
- Fig. 8
- eine beispielhafte Kennlinie für einen bei Fig. 6 und Fig. 7 erforderlichen
Korrekturwert,
- Fig. 9
- ein beispielhaftes Messprotokoll eines Lüfters mit Luft-Volumenstromregelung
gemäß einer Ausführungsform, und
- Fig. 10
- ein anderes beispielhaftes Messprotokoll eines Lüfters mit Luft-Volumenstromregelung
gemäß einer Ausführungsform.
In der nachfolgenden Beschreibung beziehen sich die Begriffe
links, rechts, oben und unten auf die jeweilige Zeichnungsfigur und können
in Abhängigkeit von einer jeweils gewählten Ausrichtung (Hochformat oder
Querformat) von einer Zeichnungsfigur zur nächsten variieren. Gleiche oder
gleich wirkende Teile werden in den verschiedenen Figuren mit denselben Bezugszeichen
bezeichnet und gewöhnlich nur einmal beschrieben.
Fig. 1 zeigt eine Lüfteranordnung 100 mit einem Lüfter
120, welcher ein Lüfterrad 122 hat. Dem Lüfter 120 ist zu seinem Antrieb
ein von einem Mikrocontroller (Mikroprozessor) µC 130 gesteuerter ECM 110 zugeordnet.
Der Mikrocontroller 130 hat eine Temperatur- und Offset-Kompensationsanordnung COMP
150, eine Volumenstrom-Regelanordnung V-RGL 160, und einen Drehzahlregler N-RGL
170.
Eingangsseitig ist der µC 130 mit einer Erfassungsvorrichtung
FLOW SENSOR 140 zur Erfassung eines vom Lüfter 120 erzeugten Luft-Volumenstroms,
welcher mit Pfeilen 125 schematisch angedeutet ist, und dem ECM 110 verbunden. Ausgangsseitig
ist der µC 130 mit dem ECM 110 verbunden.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Anordnung 150 beispielhaft
als eine einzelne Komponente dargestellt ist. Deren Funktionen können jedoch
ebenso durch unterschiedliche Komponenten ausgeführt werden, welche getrennt
voneinander realisiert werden.
Arbeitsweise
lm Betrieb der Anordnung 100 wird der Lüfter 120 von
dem ECM 110 angetrieben, wobei das Lüfterrad 122 in Drehung versetzt wird und
einen Luft-Volumenstrom 125 in Richtung zur Erfassungsvorrichtung 140 erzeugt. Dieser
wird von der Erfassungsvorrichtung 140 erfasst, welche hierfür einen Volumenstrom-Messwert
Vmess erzeugt.
Die Erzeugung dieses Messwerts Vmess erfolgt unter Verwendung
einer hierzu geeigneten Vorrichtung, beispielsweise eines thermischen Anemometers
oder eines Klappen-Anemometers. Ein beispielhaftes thermisches Anemometer mit Halbleitersensoren
wird nachstehend bei Fig. 3 beschrieben. Ein beispielhaftes Klappen-Anemometer mit
Magnetsensor wird nachstehend bei Fig. 4 beschrieben. Es wird darauf hingewiesen,
dass die Erfassung des Luft-Volumenstroms 125 und die Erzeugung des Messwerts Vmess
auf jede hierfür geeignete Art und Weise erfolgen kann. Z.B. kann anstelle
der beschriebenen Anemometer auch ein beliebiges anderes Anemometer verwendet werden,
z.B. ein thermisches Hitzdrahtanemometer, ein Klappen-Anemometer mit Potentiometer,
oder ein Windradanemometer zur Messung des Luft-Volumenstroms und zur Erzeugung
des Messwerts Vmess.
Der Messwert Vmess und die aktuelle Temperatur Tu werden
der Temperatur- und Offset-Kompensationsanordnung 150 zugeführt. Diese ist
dazu ausgebildet, bei der Inbetriebnahme des Lüfters 120 den Messwert Vmess
in Abhängigkeit von der aktuellen Temperatur Tu zu korrigieren und im Betrieb
des Lüfters 120 einen im Messwert Vmess durch die Erfassungsvorrichtung 140
entstehenden Offset zu kompensieren. Hierzu hat die Anordnung 150 eine Speichereinheit
152, in welcher von der aktuellen Temperatur Tu abhängige Korrekturwerte zur
Korrektur des Messwerts Vmess gespeichert sind. Aus dieser Speichereinheit 152 bestimmt
die Anordnung 150 bei der Inbetriebnahme des Lüfters 120 abhängig von
einer jeweils bestimmten aktuellen Temperatur Tu einen entsprechenden Korrekturwert,
mit dem der Messwert Vmess korrigiert wird. Ein beispielhaftes Verfahren zur Temperaturkompensation
des Messwerts Vmess bei Inbetriebnahme des Lüfters 120 wird bei Fig. 6 beschrieben.
Beispielhafte Korrekturwerte werden bei Fig. 8 beschrieben.
Im Betrieb des Lüfters 120 bestimmt die Anordnung
150 bei einer vorgegebenen Lüfterdrehzahl den durch die Erfassungsvorrichtung
140 erzeugten Offset des Messwerts Vmess und korrigiert diesen abhängig von
der aktuellen Temperatur Tu. Der korrigierte Offset wird als temperaturkompensierter
Offset abgespeichert und dem tatsächlichen Volumenstrom-Messwert durch einen
Additions- oder Subtraktionsvorgang zwecks Offset-Kompensation beaufschlagt. Ein
beispielhaftes Verfahren zur Offset-Kompensation des tatsächlichen Messwerts
im Betrieb des Lüfters 120 wird bei Fig. 7 beschrieben.
Der Temperatur- und Offset-kompensierte Messwert Vmess,
welcher nachfolgend auch als als Vist bezeichnet wird, wird mit einem Volumenstrom-Sollwert
V_s verknüpft und der Regelanordnung 160 zugeführt. Hierbei erfolgt beispielsweise
ein Vergleich der beiden Werte, um eine Abweichung des Werts Vist vom
Sollwert V_s zu bestimmen. Die Anordnung 160 ermittelt in Abhängigkeit von
der ermittelten Abweichung einen Drehzahl-Sollwert N_s für den ECM 110.
Der Drehzahl-Sollwert N_s wird mit dem Drehzahl-lstwert
Nist verknüpft und dem Drehzahlregler 170 zugeführt. Die Bestimmung
des lstwerts Nist kann durch jede beliebige geeignete Vorrichtung zur Drehzahlbestimmung
erfolgen, beispielsweise unter Verwendung von analogen oder digitalen Rotorstellungssensoren.
Bei der Verknüpfung beider Werte wird vorzugsweise eine Abweichung des Istwerts
Nist von dem Sollwert N_s bestimmt. Der Drehzahlregler 170 erzeugt unter Verwendung
dieser Abweichung eine Stellgröße S, welche zur Regelung der Drehzahl
des ECM 110 auf den von der Volumenstrom-Regelanordnung 160 erzeugten Drehzahl-Sollwert
N_s dient.
Dies ermöglicht es, den ECM 110 derart anzusteuern,
dass der Lüfter 120 unabhängig von seiner Bauart einen etwa konstanten
Luft-Volumenstrom erzeugt.
Fig. 2 zeigt eine perspektivische, teilweise geschnittene Ansicht einer Ausführungsform
des Lüfters 120 von Fig. 1, welcher beispielhaft als sogenannter Rohrlüfter
dargestellt ist. Dieser hat ein Rohr 260, in dem der (nicht dargestellte) Innenstator
des ECM 110 in einem Statortopf 270 angeordnet ist, welcher z.B. mittels (nicht
dargestellter) Speichen in dem Rohr 260 befestigt ist. Um den Stator 270 herum rotiert
im Betrieb ein Außenrotor 250, auf dessen Peripherie das mit Lüfterflügeln
220 versehene Lüfterrad 122 befestigt ist. Die Flügel 220 erzeugen im
Betrieb einen Luft-Volumenstrom 125, der nach links axial durch das Rohr 260 transportiert
wird. Aus diesem Grunde nennt man einen solchen Lüfter einen Axiallüfter.
Fig. 2 zeigt rechts die Zuströmseite mit einem Schutzgitter 262 und links die
Abströmseite des Lüfters 120.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
ist an dem Statortopf 270 ein Luftleitrohr 248 vorgesehen, in dem zumindest ein
Teil der Erfassungsvorrichtung 140 angeordnet ist. Diese umfasst in Fig. 2 beispielhaft
eine Leiterplatte 245 und zwei darauf angeordnete Halbleitersensoren 242, 244 zur
Erfassung des Luft-Volumenstroms 125, welche Teil eines thermischen Anemometers
sind. Ein beispielhaftes thermisches Anemometer wird bei Fig. 3 beschrieben.
Die Sensoren 242, 244 sind thermisch entkoppelt, um eine
Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit des Luft-Volumenstroms 125 über
deren differentielle Erwärmung zu ermöglichen. Diese thermische Entkopplung
kann durch entsprechende Schlitze in der Leiterplatte 245 verstärkt werden.
Aus der Strömungsgeschwindigkeit wird der Volumenstrom-Messwert Vmess abgeleitet.
Rechts von den beiden Sensoren 242, 244 ist ein Temperatursensor
246 vorgesehen, der dem Lüfterrad 122 zugewandt ist und zur Messung der aktuellen
Temperatur Tu dient. Da sich eine Verschmutzung der Sensoren 242, 244 negativ auf
die Messung des Luft-Volumenstroms 125 auswirken kann und der Temperatursensor 246
unempfindlich gegen Verschmutzung ist, dient er als Schmutzfänger für
die beiden Sensoren 242, 244.
Eine vergrößerte Detailansicht des am Statortopf
270 vorgesehenen Luftleitrohrs 248 mit der darin angeordneten Leiterplatte 245 und
den Sensoren 242, 244, 246 ist in Fig. 2 bei 280 in Draufsicht von links gezeigt.
Da die Sensoren 242, 244, 246 in einer Linie hintereinander angeordnet sind, damit
der Temperatursensor 246 als Schmutzfänger für die Halbleitersensoren
242, 244 dienen kann, ist bei 280 nur der Halbleitersensor 242 sichtbar.
Das Luftleitrohr 248 bewirkt, dass eine gleichförmige
Luftströmung über die Sensoren 242, 244, 246 geleitet wird, um eine akkurate
Messung des Luft-Volumenstroms 125 zu ermöglichen. Dies ist erforderlich, da
bei maximalem Gegendruck keine Luft mehr durch das Rohr 260 gefördert wird,
aber im Bereich des Luftleitrohrs 248 auf Grund der Wirkung des Lüfterrades
122 dennoch eine stark verwirbelte Luftströmung auftreten kann. Diese kann
die Messung der Strömungsgeschwindigkeit stark verfälschen und wird deshalb
durch die Wirkung des Luftleitrohrs 248 unterdrückt.
Fig. 3 zeigt ein vereinfachtes Schaltbild einer beispielhaften
Schaltung 300, mit welcher ein thermisches Anemometer gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform realisiert wird. Die Schaltung 300 umfasst zwei Bipolartransistoren
310, 320, welche bei Fig. 2 als Halbleitersensoren 242, 244 zur Messung des Luft-Volumenstroms
125 dienen.
Der Kollektor des Transistors 310 ist einerseits über
einen Widerstand 344 mit seiner Basis und andererseits über eine Leitung 342
mit einer Versorgungsspannungsquelle Vcc verbunden. Sein Emitter ist mit Kollektor
und Basis des Transistors 320 verbunden. Seine Basis ist über eine Leitung
362 mit dem Ausgang eines Operationsverstärkers 385 verbunden und über
zwei in Reihen geschaltete Widerstände 364, 376 mit einer Leitung 382, welche
einerseits mit dem nicht-invertierenden Eingang des Operationsverstärkers 385
und andererseits über zwei in Reihe gestaltete Widerstände 384, 386 mit
einer Leitung 392 verbunden ist. Der Operationsverstärker 385 wird unter Verwendung
der Versorgungsspannungsquelle Vcc und Masse GND angesteuert. Der invertierende
Eingang dieses Operationsverstärkers 385 ist über einen Widerstand 378
mit der Basis des Transistors 320 verbunden, welche über einen Widerstand 374
mit Masse GND verbunden ist. Der Emitter des Transistors 320 ist einerseits mit
einer Leitung 392 und andererseits über einen Widerstand 394 mit Masse GND
verbunden.
Die Leitung 342 ist über einen Kondensator 346 mit
Masse verbunden und ebenso mit dem Kollektor eines npn-Transistors 330, dessen Emitter
einerseits über einen Kondensator 366 mit der Leitung 362 und andererseits
mit dem invertierenden Eingang des Operationsverstärkers 385 verbunden ist.
Seine Basis ist über eine Leitung 332 mit dem Ausgang eines Operationsverstärkers
395 verbunden, welcher auch über einen Widerstand 398 mit dessen invertierendem
Eingang verbunden ist und an dem der Volumenstrom-Messwert Vmess erzeugt wird. Der
invertierende Eingang des Operationsverstärkers 395 ist darüber hinaus
über eine Reihenschaltung zweier in einer Leitung 302 angeordneter Widerstände
304, 306 mit Vcc verbunden und über einen Widerstand 396 mit Masse GND. Der
nicht-invertierende Eingang des Operationsverstärkers 395 ist mit der Leitung
392 verbunden.
Im Betrieb der Schaltung 300 bewirkt der Operationsverstärker
385, unabhängig von thermischen Widerstands- und Umgebungstemperaturänderungen,
eine vorgegebene, etwa konstante Temperaturdifferenz von beispielsweise 25°
C zwischen den beiden in Reihe geschalteten Transistoren 310, 320, durch welche
ein Strom IQ fließt. Der Operationsverstärker 385 erreicht
dies durch Aufrechterhalten eines konstanten Verhältnisses zwischen den Basis-Emitter-Spannungen
(UBE) der Transistoren 310, 320, deren Verlustleistung durch Beeinflussung des Stromes
IQ gesteuert wird. Zwischen IQ und der Aufnahmeleistung der Transistoren 310, 320
besteht eine im Wesentlichen quadratische Beziehung.
Da beide Transistoren 310, 320 denselben Strom lQ
führen, wird ihre relative Energieabgabe nur über ihre Kollektor-Emitter-Spannung
(UCE) bestimmt. Hierbei ist die Schaltung 300 derart ausgelegt, dass im Betrieb
die Kollektor-Emitter-Spannung des Transistors 310 (UCE1) größer ist als
die Kollektor-Emitter-Spannung des Transistors 320 (UCE2). Daher nimmt der Transistor
310 unabhängig von der Größe des Stromes IQ jeweils mehr Energie
auf und wird daher wärmer als der als Diode geschaltete Transistor 320. Wird
nun der Luft-Volumenstrom des Lüfters 120 erhöht, verringert sich der
thermische Widerstand der Transistoren 310, 320 und der Operationsverstärker
385 hält die vorgegebene Temperaturdifferenz konstant, indem er den Strom IQ
erhöht. Dieser wird vom Widerstand 394 erfasst und vom Operationsverstärker
395 verstärkt, an dessen Ausgang der Messwert Vmess erzeugt wird.
Der Operationsverstärker 395 begrenzt im Zusammenspiel
mit dem Transistor 330 die Spannung am Widerstand 394 auf maximal 2 V. Somit wird
eine Sperrung verhindert, die auftreten würde, wenn der Ausgang des Operationsverstärkers
385 auf etwa 5 V ansteigt. In diesem Fall würde sich UCE1 dem Wert UCE2 nähern
und es würde unmöglich sein, die vorgegebene Temperaturdifferenz zu erreichen.
Ähnlich verhindern die Widerstände 344, 374 eine Sperrung beim Einschalten
des Lüfters 120. Das zwischen IQ und der Aufnahmeleistung der Transistoren
310, 320 bestehende quadratische Verhältnis leistet einen guten Beitrag zur
Linearisierung.
Fig. 4 zeigt ein Blockdiagramm einer anderen bevorzugten Ausführungsform
des Lüfters 120 von Fig. 1, welcher in Fig. 4 analog zu Fig. 2 ebenfalls als
Rohrlüfter mit dem schematisch angedeuteten Rohr 260 dargestellt ist. Gleiche
und gleich wirkende Komponenten wie in den Fig. 1 und 2 werden deshalb in Fig. 4
entweder weggelassen, wie z.B. der µC 130 von Fig. 1 oder der Temperatursensor
248 von Fig. 2, oder mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet und nicht nochmals
im Detail beschrieben.
Fig. 4 illustriert eine Realisierung der Erfassungsvorrichtung
140 von Fig. 1 unter Verwendung eines Klappen-Anemometers 410 und eines diesem zugeordneten
Hall-Sensors 430. Das Klappen-Anemometer 410 hat eine Stauklappe 420, welche mit
einer Torsionsfeder 422 verbunden ist und an einem Ende einen Permanentmagneten
424 trägt, welcher am Hall-Sensor 430 ein Magnetfeld erzeugt.
Im Betrieb des Lüfters 120 wird die Stauklappe 420
durch den Luft-Volumenstrom 125 ausgelenkt. Die Auslenkung hängt vom Luft-Volumenstrom
125 ab, d.h. je stärker der Volumenstrom 125 ist, umso größer ist
die Auslenkung der Klappe 420. Die Torsionsfeder 422 wirkt der Auslenkung der Klappe
420 entgegen, um diese in ihre Ruhestellung zu bewegen.
Die Auslenkung der Klappe 420 wird mit dem Hall-Sensor
430 erfasst. Da sich der Magnet 424 bei einer Auslenkung der Klappe 420, wie aus
Fig. 4 ersichtlich, von dem Hall-Sensor 430 entfernt, ist die am Sensor 430 auftretende
Feldstärke des Magneten 424 ein direktes Maß für die Auslenkung der
Klappe 420. Zur Erfassung dieser Feldstärke wird beispielsweise ein analoges
Hall-lC zur Realisierung des Sensors 430 verwendet, bei dem die Ausgangs- bzw. Hallspannung
direkt proportional zur Feldstärke ist. Aus dieser Hallspannung wird der Wert
Vmess abgeleitet.
Durch eine Lagerung der Stauklappe 420 in ihrem Schwerpunkt
kann der Lüfter 120 lageunabhängig, d.h. unabhängig von einer jeweils
erforderlichen Ausrichtung, montiert werden. In einer besonders vorteilhaften Ausführung
wird der Magnet 424 hierbei als Gegengewicht zum Gewicht des auslenkbaren Flügels
der Klappe 420 ausgebildet.
Fig. 5 zeigt ein Messdiagramm 500, das eine beispielhafte, mit dem Klappen-Anemometer
410 von Fig. 4 gemessene Hallspannung 530 in Abhängigkeit von unterschiedlichen
Auslenkungswinkeln der Stauklappe 420 zeigt. Hierbei sind entsprechende Auslenkungswinkel
in Gradangaben auf der horizontalen Achse 510 abgebildet. Auf der vertikalen Achse
520 sind bei den entsprechenden Auslenkungen gemessene Hallspannungen abgebildet.
Wie Fig. 5 zeigt, ist die Hallspannung 530 maximal, wenn
die Klappe 420 sich in ihrer Ruhestellung befindet und nimmt mit steigender Auslenkung
ab.
Fig. 6 zeigt eine Routine "Init Voffset" S600, welche bei der
Inbetriebnahme bzw. Initialisierung des Lüfters 120 von Fig. 1, 2 oder 4, d.h.
bei Stillstand des Lüfterrads 122, von der Temperatur- und Offset-Kompensationsanordnung
150 der Fig. 1 ausgeführt wird. Die Routine S600 dient zur Bestimmung eines
Korrekturwerts zum Nullpunktabgleich bzw. zur Kalibrierung des Lüfters 120.
Da der Lüfter 120 bei Ausführung der Routine
S600 nicht im Betrieb ist, müsste sein Lüfterrad 122 stillstehen und der
Volumenstrom-Messwert Vmess folglich gleich Null sein. In der Regel kann jedoch
trotzdem ein Messwert Vmess, der ungleich Null ist, aufgrund von Bauteiltoleranzen
auftreten. Deshalb wird der Lüfter 120 durch den von der Routine S600 bewirkten
Nullpunktabgleich kalibriert.
Bei S602 wird die Umgebungstemperatur vom Temperatursensor
248 gemessen und als aktuelle Temperatur Tu gesetzt.
Bei S604 wird aus einer in der Speichereinheit 152 der
Anordnung 150 gespeicherten Tabelle ein der aktuellen Temperatur Tu zugeordneter
Korrekturwert Vtemp zum Nullpunktabgleich des Messwerts Vmess bestimmt. Beispielhafte
Korrekturwerte in Abhängigkeit entsprechender aktueller Temperaturen Tu sind
in Fig. 8 dargestellt.
Bei S606 wird der Volumenstrom-Messwert Vmess erfasst.
Bei S608 wird ein entsprechender Korrekturwert Voffset
mit Voffset := Vmess - Vtemp zum Nullpunktabgleich
ermittelt. Die Routine S600 endet dann bei S609.
Fig. 7 zeigt eine Routine "Calc Vist" S700, welche im Betrieb
des Lüfters 120 von Fig. 1, 2 oder 4 von der Temperatur- und Offset-Kompensationsanordnung
150 von Fig. 1 ausgeführt wird. Die Routine S700 dient zur Temperatur- und
Offset-Kompensation des Volumenstrom-Messwerts Vmess, welcher einen von der aktuellen
Temperatur Tu abhängigen Fehler aufweist, der in der Regel bei wachsender Temperatur
Tu ansteigt.
Analog zu S602 und S604 von Fig. 6 werden bei S702 und
S704 eine jeweils aktuelle Temperatur Tu und ein dieser zugeordneter Korrekturwert
Vtemp bestimmt.
Bei S706 wird analog zu S606 der durch den Lüfter
120 erzeugte Volumenstrom-Messwert Vmess erfasst, welcher jedoch temperatur- und
offsetbedingt fehlerbehaftet ist. Deshalb erfolgt bei S708 eine Temperatur- und
Offset-Kompensation.
Wie Fig. 7 zeigt, wird bei S708 der Messwert Vmess mit
dem bei S704 bestimmten Korrekturwert Vtemp und dem bei S608 (Fig. 6) bestimmten
Korrekturwert Voffset beaufschlagt, hier beispielhaft durch einen Subtraktionsvorgang.
Hierbei erhält man den Temperatur- und offsetkompensierten Wert Vist mit Vist
:= Vmess - Voffset - Vtemp. Die Routine S700 endet bei S709.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Routinen S600 von
Fig. 6 und S700 von Fig. 7 auch getrennt voneinander verwendet werden können.
Z.B. könnte die Kalibrierung des Lüfters 120 bereits werksseitig bei der
Fertigung erfolgen. Hierbei kann eine Ausführung der Routine S600 bei der Inbetriebnahme
des Lüfters 120 entfallen, so dass lediglich die Routine S700 in dessen Betrieb
auszuführen ist.
Fig. 8 zeigt ein Diagramm 800, welches eine beispielhafte Kennlinie 830 des
Temperaturgangs der Luft-Volumenstrommessung gemäß Ausführungsformen
der Erfindung illustriert. Die Kennlinie 830 definiert die temperaturabhängigen
Korrekturwerte Vtemp, welche bei den Routinen S600 von Fig. 6 und S700 von Fig.
7 verwendet werden.
Wie aus Fig. 8 ersichtlich, sind entsprechende Temperaturen
in ° C, welche die Temperaturen Tu darstellen, auf der horizontalen Achse 810
abgebildet. Auf der vertikalen Achse 820 sind die diesen zugeordneten Korrekturwerte
Vtemp abgebildet. Diese nehmen bei der Kennlinie 830 mit steigender Temperatur Tu
zu.
Fig. 9 zeigt ein beispielhaftes Messprotokoll 900 des vom Lüfter 120
(Fig. 1) erzeugten Luft-Volumenstroms mit vier verschiedenen Messkurven 930, 940,
950, 960. Hierbei ist der erzeugte Volumenstrom-Messwert Vmess auf der horizontalen
Achse 910 abgebildet und auf der vertikalen Achse 920 sind Gegendruck-Messwerte
△p dargestellt.
Die Kurve 930 wurde bei Betrieb des Lüfters mit maximaler
Lüfterdrehzahl ohne die erfindungsgemäße Luft-Volumenstromregelung
bestimmt. Diese Kurve illustriert den bei einem bestimmten Gegendruck △p
maximal von dem Lüfter 120 erzeugbaren Luft-Volumenstrom, welcher lüfterspezifisch
ist. Wie die Kurve 930 verdeutlicht, ist der von dem Lüfter 120 erzeugte Luft-Volumenstrom
hierbei nicht konstant, sondern verläuft umgekehrt proportional zum Gegendruck,
d.h. je größer der Gegendruck, umso kleiner ist der erzeugte Luft-Volumenstrom.
Die Kurven 940, 950, 960 illustrieren Messungen bei Verwendung
der erfindungsgemäßen Luft-Volumenstromregelung gemäß den Fig.
2 bis 4, wobei jeder dieser Kurven ein unterschiedlicher Volumenstrom-Sollwert V_s
zugrunde liegt. Wie aus den Kurven 940, 950, 960 ersichtlich, ist der von dem Lüfter
120 erzeugte Luft-Volumenstrom hierbei jeweils bis zu einem bestimmten Gegendruck
etwa konstant.
Fig. 10 zeigt ein beispielhaftes Messprotokoll 1000 mit vier verschiedenen
Messkurven 1030, 1040, 1050, 1060, welche die Abhängigkeit des auf der vertikalen
Achse 1010 abgebildeten Drehzahl-Istwerts Nist des Lüfters 120 von
dem auf der horizontalen Achse 1020 abgebildeten Gegendruck &Dgr;p illustrieren.
Diese wurden jeweils bei der Bestimmung der Messkurven 930 - 960 von Fig. 9 ermittelt.
Dementsprechend wurde die Kurve 1030 bei Betrieb des Lüfters mit maximaler
Lüfterdrehzahl ohne die erfindungsgemäße Luft-Volumenstromregelung
als Vergleichsgrundlage bestimmt.
Die Kurven 1040, 1050, 1060 zeigen Messungen bei Verwendung
der erfindungsgemäßen Luft-Volumenstromregelung gemäß den Fig.
2 bis 4. Jeder dieser Kurven liegt ein unterschiedlicher Volumenstrom-Sollwert V_s
zugrunde. Wie aus den Kurven 1040, 1050, 1060 ersichtlich, wird der Lüfter
120 bei wachsendem Gegendruck &Dgr;p mit steigender Drehzahl betrieben, um den
von diesem erzeugten Luft-Volumenstrom im Wesentlichen konstant zu halten.
Naturgemäß sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung
vielfache Abwandlungen und Modifikationen möglich.