Die vorliegende Erfindung betrifft eine Polymermischung zur Herstellung
einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht, insbesondere eine Mischung aus
Cinnamat-Polymer und Polyimid-Polymer, die photoreaktive Polymere sind, zur Herstellung
einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht mit einem großen Vorneigungswinkel
bei der Photoorientierung, sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
durch Einsatz der Mischung.
Beschreibung des Standes der Technik
Flüssigkristallanzeigen ("LCDs") werden häufig in Laptop-Computern
und Kfz-Navigationssystemen verwendet, da sie im Vergleich zu den bestehenden Kathodenstrahlröhren
leicht und klein sind. Durch den in neuerer Zeit verstärkten Bedarf an großen
Monitoren und die Vorteile der leichten und dünnen Flüssigkristallanzeigen
geht der Trend bei der Verwendung der LCDs hin zu Desktop-Monitoren. Bei den meisten
LCDs handelt es sich um Dünnschichttransistor-Flüssigkristallanzeigen
(TFT-LCD), bei denen Licht von einer Fluoreszenzlampe mit Hilfe einer Reflexions-
oder Dispersionsvorrichtung auf eine Flüssigkristallplatte fällt und der
einfallende Strahl durch die Flüssigkristallschicht hindurchgeht oder von ihr
abgefangen wird, wobei deren Doppelbrechung sich in Abhängigkeit der vom Dünnschichttransistor
(TFT) gesteuerten Spannung ändert, um ein Bild anzuzeigen.
Die Flüssigkristallplatte besteht aus zwei Glasplatten, zwischen
denen verdrillte nematische Flüssigkristalle eingefüllt sind: Die eine
Glasplatte, auf die das Licht fällt, umfaßt einen Dünnschichttransistor,
Pixel aus Indiumzinnoxid (indium tin oxide, ITO) und eine Flüssigkristall-Orientierungsschicht,
während die andere Glasplatte mit einem Farbfilter ausgestattet und mit einer
Flüssigkristall-Orientierungsschicht beschichtet ist. An den Außenseiten
der beiden Glasplatten ist je ein Polarisationsfilter angebracht. Die Flüssigkristall-Orientierungsschicht
mit den Flüssigkristallen ist parallel oder senkrecht zur Oberfläche der
Platte ausgerichtet, wo die Flüssigkristalle mechanisch mit Hilfe eines Reibeverfahrens
unter Verwendung eines weichen Velours aus Baumwolle oder Nylon mit einer polymerbeschichteten
Platte in Kontakt gebracht werden. Das Ausrichten der Flüssigkristalle mit
Hilfe des Reibeverfahrens ist jedoch insofern weniger zufriedenstellend, als die
Dünnschichttransistoren brechen, Kurzschlüsse über die Leiterbahn-Kreuzungspunkte
durch Aufbau statischer Ladung auftreten und Produkte minderwertiger Qualität
aufgrund von Staub vermehrt anfallen.
Um diese Unzulänglichkeiten des Reibeverfahrens zu überwinden,
wurden verschiedene berührungsfreie Verfahren zur Ausrichtung der Flüssigkristalle
untersucht. Dazu zählt ein Photoorientierungsverfahren, mit dem die Flüssigkristalle
durch Bestrahlen mit Licht ausgerichtet werden, um eine Flüssigkristall-Orientierungsschicht
zu erzeugen, wobei Polymere mittels Photodimerisierung, Photoisomerisierung bzw.
Photozersetzung zur Ausrichtung der Flüssigkristalle eingesetzt werden. Die
Polymere zeigten sich jedoch insofern als mangelhaft, als sie aufgrund langsamer
Photoreaktion eine lange Lichtbestrahlungsdauer benötigen oder kleine Vorneigungswinkel
ergeben, so daß diese Polymere praktisch nicht zum Einsatz kommen und zu Flüssigkristall-Orientierungsschichten
verarbeitet werden.
Unter diesen Umständen gibt es trifftige Gründe für
die Erforschung und Entwicklung eines alternativen Polymers, mit dem sich die Probleme
bei der Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht lösen lassen.
In dem US-Patent 6,027,772 wird eine Polymermischung zur Herstellung
einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht beschrieben, wobei die Polymermischung
ein Vinyl-Cinnamat-Homopolymer und ein Polyimid-Polymer enthält. In der japanischen
Patentzusammenfassung JP 10195296 A
wird ebenfalls eine ein Cinnamat-Polymer und ein Polyimid enthaltende Polymermischung
zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht beschrieben.
Kurzbeschreibung der Erfindung
Die jetzigen Erfinder haben Anstrengungen zur Entwicklung eines neuartigen
Polymers unternommen, um die Mängel der Polymere zu beheben, die beim Verfahren
der Photoorientierung eingesetzt werden, und haben eine Flüssigkristall-Orientierungsschicht
unter Verwendung einer ein Cinnamat-Polymer und ein Polyimid-Polymer,
gemäß vorliegenden Anspruch 1 umfassenden Polymermischung hergestellt
und gefunden, daß eine durch Einsatz der Flüssigkristall-Orientierungsschicht
hergestellte Flüssigkristallzelle einen großen Vorneigungswinkel und eine
ausgezeichnete thermische Beständigkeit aufweist.
Die erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die Bereitstellung
einer Polymermischung zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht,
die ein Cinnamat-Polymer und ein Polyi- mid-Polymer gemäß vorliegenden
Anspruch 1 umfaßt.
Die zweite Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung eines Verfahrens
zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht unter Einsatz dieses
Polymers.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
Eine Polymermischung zur Herstellung der Flüssigkristall-Orientierungsschicht
der vorliegenden Erfindung umfaßt 10 bis 90% (Gew./Gew.) Cinnamat-Polymer und
10 bis 90% (Gew./Gew.) Polyimid-Polymer: Zu den Cinnamat-Polymeren gehören
Polyvinylcinnamat, Polyalkoxycinnamat, Polyvinylfluorcinnamat, Polyvinylalkoxyfluorcinnamat,
und eine Mischung oder ein Copolymer dieser Polymere, die ein durchschnittliches
Molekulargewicht von 10 bis 500 kDa und 1 bis 20 Kohlenstoffatome aufweisen, und
zu den Polyimid-Polymeren zählen Poly(pyromellithsäuredianhydrid-4,4'-oxydiamin)
[nicht erfindungsgemäß], Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]-hexafluorpropan),
Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis(4-aminophenoxyphenyl)propan) [nicht
erfindungsgemäß], Poly(1,2,3,4-cyclobutantetracarbonsäure-4,4'-oxydiamin)
[nicht erfindungsgemäß], Poly(1,2,3,4-cyclobutantetracarbonsäure-2,2-bis-[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(1,2,3,4-cyclobutantetracarbonsäure-2,2-bis(4-aminophenoxyphenyl)propan)[nicht
erfindungsgemäß], Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-4,4'-oxydiamin
, Poly(2,2- bis 3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(2,2-bis-(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-2,2-bis(4-aminophenoxyphenyl)propan),
Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan)-4,4'-oxydiamin)
oder ein Copolymer aus mehr als zwei dieser Polymere, die ein durchschnittliches
Molekulargewicht von 10 bis 300 kDa aufweisen.
Somit umfaßt das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
der Flüssigkristall-Orientierungsschicht die Schritte: Mischen des Cinnamat-Polymers
und des Polyimid-Polymers im Verhältnis 1:9 bis 9:1 (Gew./Gew.) und Lösen
der gemischten Polymere in einem organischen Lösungsmittel; Rotationsbeschichten
der gelösten Polymere auf einer Glasplatte; Erhitzen der Polymere zur Erzeugung
einer Orientierungsschicht, und UV-Bestrahlung der Orientierungsschicht, um die
Flüssigkristalle in einer Vorzugsrichtung auszurichten. Zu den organischen
Lösungsmitteln gehören bevorzugt N-Methyl-2-pyrrolidon, Dimethylsulfoxid,
Dimethylacetat, m-Cresol, n-Butylacetat und Diethylether. Das Rotationsbeschichten
wird bei 1000 U/min bis 3000 U/min über 10 Sekunden bis 10 Minuten und das
Erhitzen bei einer Temperatur von 100°C bis 300°C über 10 Sekunden
bis 10 Minuten durchgeführt. Ultraviolett-Licht wird bevorzugt durch Einwirkenlassen
eines polarisierten und/oder unpolarisierten Strahls in einem Winkel von 0°
bis 89° bezogen auf eine Normale der Schichtoberfläche eingestrahlt.
Außerdem wird eine Flüssigkristallzelle durch Einfüllen
von Flüssigkristallen zwischen zwei Schichten der vorstehend erzeugten Flüssigkristall-Orientierungsschicht
hergestellt.
Der Vorneigungswinkel wird bestimmt durch Messen der Intensität
eines Laserstrahls nach Einstrahlen desselben in Richtung einer Normalen zur Oberfläche
der Flüssigkristallzelle unter Drehen der Zelle. Im allgemeinen stehen bei
Anlegen eines elektrischen Feldes zum Betreiben der Zelle die in die Zelle gefüllten
Flüssigkristalle senkrecht, während beim Entfernen des elektrischen Feldes
die Flüssigkristalle horizontal stehen. Je uneinheitlicher die Stehrichtung
ist, desto stärker ist der Defekt in der Zelle. Je größer der Vorneigungswinkel
der Flüssigkristall-Orientierungsschicht ist, die die Flüssigkristallzelle
bildet, um so einheitlicher ist die Stehrichtung der Flüssigkristalle. Gegenüber
den herkömmlichen Flüssigkristall-Orientierungsschichten zeigt die durch
Einsatz der erfindungsgemäß hergestellten Flüssigkristall-Orientierungsschicht
hergestellte Flüssigkristallzelle einen ausgezeichneten Vorneigungswinkel.
Zum anderen wurde die azimutale Haftenergie gemessen, um die thermische
Beständigkeit der Flüssigkristallzelle zu bestimmen. Die azimutale Haftenergie
bestimmt, wie fest die Flüssigkristalle an der Orientierungsschicht haften
und wird ausgedrückt als die Dicke der Neel-Barriere, die in der Flüssigkristallzelle
beobachtet wird. Im allgemeinen gilt, je niedriger die Energiewerte sind, desto
schlechter ist die Ausrichtung der Flüssigkristalle. Die thermische Beständigkeit
der Flüssigkristallzelle wird auf der Grundlage des Betrags der Verminderung
der azimutalen Haftenergie in einer wärmebehandelten Flüssigkristallzelle
bestimmt. Da die durch Einsatz der erfindungsgemäß hergestellten Flüssigkristall-Orientierungsschicht
hergestellte Flüssigkristallzelle eine gute Orientierung der Flüssigkristalle
auch bei hohen Temperaturen beibehält, ist die thermische Beständigkeit
ausgezeichnet. Das heißt, die Flüssigkristall-Orientierungsschicht weist
einen großen Vorneigungswinkel und eine ausgezeichnete thermische Beständigkeit
auf, was die breite Anwendung bei der LCD-Entwicklung ermöglicht.
Die vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher
erläutert, die den Umfang der Erfindung nicht einschränken sollen.
Beispiel 1: Herstellung einer Flüssigkristallzelle (I)
Ein Cinnamat-Polymer, Polyvinylcinnamat (PVCi) mit einem durchschnittlichen
Molekulargewicht von 100 kDa, und ein Polyimid-Polymer, Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis[4(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan)-4,4'-oxydiamin),
enthaltend 17 Mol-% 2,2-Bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan (PMDA-BDAF17-ODA),
wurden im Verhältnis 5:5 (Gew./Gew.) vermischt und in N-Methyl-2-pyrrolidon
als zusätzliches Lösungsmittel in einem Verhältnis von 2% (Gew./Gew.)
gelöst. Die gelösten Polymere wurden mit 3000 U/min über 3 Minuten
auf einer Glasplatte rotationsbeschichtet, das zusätzliche Lösungsmittel
wurde danach abgedampft, und es wurde 1 Stunde lang auf 180°C erhitzt, um eine
Orientierungsschicht zu erhalten. Anschließend wurde die Schicht durch Einwirkenlassen
eines polarisierten Strahls in einem Winkel von 0° bezogen auf eine Normale
der Schichtoberfläche und Anwenden eines unpolarisierten Strahls in einem Winkel
von 45° mit Ultraviolettlicht bestrahlt, um eine Photoorientierung der Flüssigkristalle
zur Herstellung der Flüssigkristall-Orientierungsschicht herbeizuführen.
Schließlich wurde eine Flüssigkristallzelle durch Einfüllen von Flüssigkristallen
zwischen die beiden Flüssigkristall-Orientierungsschichten hergestellt.
Beispiel 2: Herstellung einer Flüssigkristallzelle (II)
Eine Flüssigkristallzelle wurde in ähnlicher Weise wie in
Beispiel 1 hergestellt, außer daß das Mischungsverhältnis von PVCi
und PMDA-BDAF17-ODA 7:3 (Gew./Gew.) betrug.
Vergleichsbeispiel 1: Herstellung einer Flüssigkristallzelle unter
Einsatz eines einzigen Polymers
Die Flüssigkristallzelle wurde in ähnlicher Weise wie in
Beispiel 1 hergestellt; außer daß kein PMDA-BDAF17-ODA zugesetzt wurde.
Anschließend wurden die Vorneigungswinkel der in den Beispielen 1 und 2 und
in Vergleichsbeispiel 1 hergestellten Flüssigkristallzellen gemessen bzw. verglichen
(siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Vergleich der Vorneigungswinkel (I)
Wie in obiger Tabelle 1 gezeigt, konnte klar belegt werden, daß
der Vorneigungswinkel um so größer ist, je höher der Gehalt an Polyimid-Polymer
ist.
Beispiel 3: Herstellung einer Flüssigkristallzelle (III)
Die Flüssigkristallzelle wurde in ähnlicher Weise wie in
Beispiel 1 hergestellt, außer daß Poly(pyromellithsäure-dianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan)-4,4'-oxydiamin),
enthaltend 7 Mol-% 2,2-Bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]-hexafluorpropan (PMDA-BDAF07-ODA)
mit einem Molekulargewicht von 50 kDa, anstelle von PMDA-BDAF17-ODA eingesetzt wurde.
Beispiel 4: Herstellung einer Flüssigkristallzelle (IV) (nicht erfindungsgemäß)
Die Flüssigkristallzelle wurde in ähnlicher Weise wie in
Beispiel 1 hergestellt, außer daß Poly(pyromellithsäuredianhydridoxydiamin)
(PMDA-ODA) mit einem Molekulargewicht von 50 kDa anstelle von PMDA-BDAF17-ODA
eingesetzt wurde. Anschließend wurden die Vorneigungswinkel der in den Beispielen
1, 3 und 4 (nicht erfindungsgemäß) hergestellten Flüssigkristallzellen
gemessen bzw. verglichen (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Vergleich der Vorneigungswinkel (II)
Wie in obiger Tabelle 2 gezeigt, konnte klar belegt werden, daß
der Vorneigungswinkel der Flüssigkristallzelle bei Verwendung des Polyimid-Polymers
PMDA-BDAF17-ODA mit 17% (Gew./Gew.) Fluor 3,0° beträgt; im Falle von PMDA-BDAF07-ODA
der Winkel 1,2° und im Falle des kein Fluor enthaltenden PMDA-ODA der Winkel
0,8° beträgt. Das heißt, im Falle der Flüssigkristallzelle unter
Verwendung des gleichen Gehalts an Polyimid-Polymer ist der Vorneigungswinkel um
so größer, je höher der Gehalt an Fluor ist.
Beispiel 5: Bestimmung der thermischen Stabilität
Jede der in den Beispielen 1 und 3 hergestellten Flüssigkristallzellen
wurde 10 Minuten lang bei 100°C, 150°C bzw. 200°C stehengelassen.
Anschließend wurde bei jeder der Flüssigkristall-Orientierungsschichten
die Dicke der Néel-Barriere gemessen, um die azimutale Haftenergie abzuschätzen
und mit derjenigen vor der Wärmebehandlung zu vergleichen (siehe Tabelle 3).
Tabelle 3: Vergleich der azimutalen Haftenergie (J/m2)
Wie in obiger Tabelle 3 gezeigt, konnte klar belegt werden, daß
die in den Beispielen 1 und 3 hergestellten Flüssigkristallzellen eine gleichbleibende
Energie auch nach der Wärmebehandlung mit 200°C beibehalten. Berücksichtigt
man, daß die Wärmebehandlung mit 200°C bei einer Flüssigkristallzelle
unter Einsatz von Flüssigkristall-Orientierungsschichten niedriger thermischer
Stabilität zu einer Herabsetzung der azimutalen Haftenergie bis zu einem numerischen
Wert nahe Null führt, erklären die Ergebnisse in Tabelle 3 die Beziehung
zwischen der thermischen Stabilität der Flüssigkristallschichten und der
azimutalen Haftenergie, wobei deutlich wird, daß die erfindungsgemäßhergestellte
Flüssigkristall-Orientierungsschicht eine ausgezeichnete thermische Stabilität
besitzt.
Wie vorstehend klar beschrieben und aufgezeigt, stellt die vorliegende
Erfindung eine Polymermischung aus einem Cinnamat-Polymer und einem Polyimid-Polymer,
die photoreaktive Polymere sind, zur Herstellung von Flüssigkristall-Orientierungsschichten
mit großem Vorneigungswinkel bei der Photoorientierung bereit, sowie ein Verfahren
zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht durch Einsatz der
Mischung. Weiterhin ist beschrieben eine mit Hilfe dieses Verfahrens hergestellte
Flüssigkristall-Orientierungsschicht und eine durch Einsatz der Flüssigkristall-Orientierungsschicht
hergestellte Kristallzelle. Die erfindungsgemäße Polymermischung zur Herstellung
der Flüssigkristall-Orientierungsschicht umfaßt 10 bis 90% (Gew./Gew.)
Cinnamat-Polymer und 10 bis 90% (Gew./Gew.) Polyimid-Polymer. Die durch Einsatz
der erfindungsgemäßen Polymermischung hergestellte Flüssigkristall-Orientierungsschicht
weist ausgezeichnete Orientierungseigenschaften und thermische Stabilität auf,
wodurch deren breite Anwendung bei der Entwicklung von LCDs ermöglicht wird.
Anspruch[de]
Polymermischung zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht,
umfassend 10 bis 90% (Gew./Gew.) Cinnamat-Polymer und 10 bis 90% (Gew./Gew.) Polyimid-Polymer,
wobei das Polyimid-Polymer, das ein durchschnittliches Molekulargewicht von 10 bis
300 kDa aufweist, ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis(4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(1,2,3,4-cyclobutantetracarbonsäure-2,2-bis-[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropan-dianhydrid-4,4'-oxydiamin), Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropan-dianhydrid-2,2-bis(4-aminophenoxyphenyl)propan),
Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan)-4,4'-oxydiamin)
und einem Copolymer aus mehr als zweien dieser Polymere.Polymermischung zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
nach Anspruch 1, wobei das Cinnamat-Polymer, das ein durchschnittliches Molekulargewicht
von 10 bis 500 kDa und 1 bis 20 Kohlenstoffatome aufweist, ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus Polyvinylcinnamat, Polyalkoxycinnamat, Polyvinylfluorcinnamat,
Polyvinylalkoxyfluorcinnamat und einer Mischung und einem Copolymer dieser Polymere.Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht,
umfassend die Schritte:
(i) Mischen von Cinnamat-Polymer und Polyimid-Polymer in einem Verhältnis von
1:9 bis 9:1 (Gew./Gew.) und Lösen der gemischten Polymere in einem organischen
Lösungsmittel;
(ii) Rotationsbeschichten der gelösten Polymere auf einer Glasplatte;
(iii) Erhitzen der Polymere, um eine Orientierungsschicht zu erhalten; und,
(iv) Bestrahlen der Orientierungsschicht mit Ultraviolett-Licht, um die Kristalle
in einer Vorzugsrichtung auszurichten,
wobei das Polyimid-Polymer, das ein durchschnittliches Molekulargewicht von 10 bis
300 kDa aufweist, ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis(4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(1,2,3,4-cyclobutantetracarbonsäure-2,2-bis-[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropan-dianhydrid-4,4'-oxydiamin), Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan),
Poly(2,2-bis(3,4-dicarboxyphenyl)hexafluorpropandianhydrid-2,2-bis(4-aminophenoxyphenyl)propan),
Poly(pyromellithsäuredianhydrid-2,2-bis[4-(4-aminophenoxy)phenyl]hexafluorpropan)-4,4'-oxydiamin)
und einem Copolymer aus mehr als zweien dieser Polymere.Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
nach Anspruch 3, wobei das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus N-Methyl-2-pyrrolidon, Dimethylsulfoxid, Dimethylacetat,
m-Cresol, n-Butylacetat und Diethylether.Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
nach Anspruch 3, wobei das Rotationsbeschichten bei 1000 U/min bis 3000 U/min über
10 Sekunden bis 10 Minuten durchgeführt wird.Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
nach Anspruch 3, wobei das Erhitzen bei einer Temperatur von 100°C bis 300°C
über 10 Sekunden bis 10 Minuten durchgeführt wird.Verfahren zur Herstellung einer Flüssigkristall-Orientierungsschicht
nach Anspruch 3, wobei Ultraviolettlicht durch Einwirkenlassen eines polarisierten
und/oder unpolarisierten Strahls in einem Winkel von 0° bis 89° bezogen
auf eine Normale der Schichtoberfläche eingestrahlt wird.