Die Erfindung betrifft ein aktiv abgeschirmtes, supraleitendes Magnetsystem,
insbesondere für ein hochauflösendes Spektrometer der magnetischen Resonanz,
mit einem im wesentlichen zylinderförmigen Kryostaten mit einer axialen Raumtemperaturbohrung
zur Aufnahme einer Probe und eines Hochfrequenz-Sende- und Detektionsystems mit
einer im Betrieb supraleitend kurzgeschlossenen Magnetspule, die aus einer Hauptspule
und einer diese radial umgebenden Abschirmspule besteht, welche Magnetspule sich
in einem Bereich innerhalb des Kryostaten in einem Heliumtank auf einem tiefen Temperaturniveau
befindet und die Probe in der Raumtemperaturbohrung umgibt und am Probenort im Betrieb
ein homogenes, zeitlich stabiles Magnetfeld erzeugen soll, das den Anforderungen
zur Aufnahme eines hochauflösenden Spektrums der magnetischen Resonanz genügt
und das im Außenraum ein gegenüber einem nicht-aktiv-abgeschirmten Magnetsystem
ein stark reduziertes magnetisches Streufeld aufweist.
Beispielsweise bekannt aus supraleitenden Magnetsystemen von NMR-Spektrometern
der Anmelderin sind Einrichtungen zur Stabilisierung des im Messvolumen eines hochauflösenden
Magnetresonanz-Spektrometers durch eine in einem Kryostaten befindliche supraleitend
kurzgeschlossene Hauptspule erzeugten Magnetfeldes, insbesondere eines hochauflösenden
NMR-Spektrometers, wobei die Einrichtungen eine oder mehrere Kompensationsspulen
umfassen, die derart dimensioniert und platziert sind, dass sie in ihrer Gesamtheit
geeignet sind, Felddriften der supraleitend kurzgeschlossenen Hauptspule im Messvolumen
weitgehend ausgleichen.
Hochauflösende NMR-Spektrometer müssen neben einer extrem
guten Magnetfeldhomogenität über das Probenvolumen auch eine ebenso gute
zeitliche Stabilität des Magnetfeldes aufweisen. Zu diesem Zweck ist die supraleitende
Hauptspule des Magneten im Betrieb supraleitend kurzgeschlossen. An die Eigenschaften
des supraleitenden Kurzschlussschalters, die Qualität der supraleitenden Drähte
der Spule und der supraleitenden Verbindungen (Joints) zwischen einzelnen Drahtabschnitten
(Sektionen) der Spule sind daher extreme Anforderungen gestellt. Insgesamt müssen
im Kurzschlussbetrieb Abklingzeiten des supraleitenden Spulenstroms von mehreren
10000 Jahren gewährleistet werden.
Kurzfristige Schwankungen des Magnetfelds am Probenort können
durch ein sog. Lock-System ausgeglichen werden. Dazu wird vom Spektrometer, i.a.
in einem dafür vorgesehenen Frequenzband ein separates NMR-Signal einer Lock-Substanz
(i.a. Deuterium) gemessen und dessen Frequenz über einen Rückkoppelkreis
mittels einer kleinen, resistiven Kompensationsspule (Lock-Spule) in der Raumtemperaturbohrung
des Magnetsystems stabilisiert.
Eine supraleitend kurzgeschlossene Magnetspule hält den magnetischen
Fluss durch ihre Bohrung konstant, d.h. der supraleitende Strom ändert sich
spontan, wenn z.B. ein externes Störfeld einwirkt, in der Art, dass sich der
Gesamtfluss durch die Spule nicht ändert. Dies bedeutet in der Regel nicht,
dass das Feld im Arbeitsvolumen absolut homogen und konstant bleibt, da die räumliche
Feldverteilung einer Störung und der Hauptmagnetspule nicht übereinstimmen.
Es gibt im Stand der Technik Vorschläge, diese Abweichungen durch Auslegung
der Hauptspulengeometrie, durch supraleitende Zusatzspulen oder durch aktive Regelmaßnahmen
zu kompensieren (US 4 974 113 A;
US 4 788 502 A; US
5 278 503 A).
In den supraleitenden Magneten der hochauflösenden NMR werden
i.a. supraleitende Shimspulensätze verwendet, um in einem ersten Schritt das
Feld am Probenort zu homogenisieren. Im Betrieb sind die einzelnen Spulensätze
mit einem Korrekturstrom beaufschlagt und supraleitend kurzgeschlossen. Die Shimspulensätze
können auch eine sogenannte B0-Spule mit umfassen, die in der Lage
ist, ein hinreichend homogenes, kleines Zusatzfeld am Probenort zu erzeugen. Damit
kann, ohne den supraleitenden Stromkreis der Hauptspule zu öffnen, das Feld,
bzw. die Protonenfrequenz, exakt auf einen vorgewählten Wert fein eingestellt
werden. Darüber hinaus hat man aber bereits früh erkannt, dass über
die kurzgeschlossene B0-Spule in gewissen Grenzen auch eine Drift der
Hauptspule kompensiert werden kann. Dazu muss die B0-Spule so platziert
und dimensioniert sein, dass der Feldabfall der Hauptspule einen Gegenstrom in der
B0-Spule induziert, der gerade dazu führt, dass am Probenort das
Feld konstant bleibt. Die Grenzen dieses Verfahrens liegen darin, dass der Strom
durch die B0-Spule nicht zu groß werden darf. Einerseits kann dies
durch den verwendeten Draht begrenzt sein. Auf jeden Fall muss jedoch der Beitrag
der (wenig homogenen) B0-Spule so klein bleiben, dass die Feldhomogenität
über die Probe nicht beeinträchtigt wird. Zudem kann es durch die notwendige
induktive Kopplung der B0-Spule an die Hauptspule im Quenchfall zu einem
Überladen der B0-Spule und deren Zerstörung kommen. Dagegen
müssen Schutzeinrichtungen eingeführt werden, was aber zusätzlichen
Aufwand bedeutet.
Die Produktion von supraleitenden Hochfeldmagneten für hochauflösende
NMR-Spektrometer (oder auch ICR-Spektrometer) hat ein sehr hohes Qualitäts-
und Zuverlässigkeitsniveau erreicht. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass
eines der sehr teuren Magnetsysteme die spezifizierten Grenzen
der Drift zwar deutlich überschreitet aber ansonsten durchaus stabil ist. Eine
Kompensation der Drift über die Lockspule oder eine B0-Spule des
Shimsystems würde sehr schnell an die oben genannten Grenzen stoßen, so
dass die Intervalle für ein Nachregeln des Gesamtfeldes (mit dem damit verbundenen
Öffnen des supraleitenden Hauptstromkreises, Einführen von Stromstäben,
Heliumverlust, usw.) unzumutbar kurz würden.
Es besteht daher der Bedarf nach einem supraleitenden Magnetsystem
der eingangs genannten Art, das in der Lage ist, Driften, die etwa eine Größenordnung
über den maximal spezifizierten liegen, über lange Zeiten zu kompensieren
ohne dabei die Homogenität und Stabilität des Magnetfeldes am Probenort
unzulässig zu verschlechtern. Vorzugsweise soll es auch möglich sein,
bereits gefertigte, driftende Hauptspulen zu verwenden.
Aus der US 2002/101240 B1 ist es bekannt, innerhalb des Kryostaten
in einem radial außen liegenden Gebiet auf verglichen mit der supraleitenden
Magnetspule erhöhter Temperatur eine oder mehrere supraleitende Driftkompensationsspulen
anzubringen, die ganz oder zeitweise supraleitend kurzgeschlossen sein können
oder auch über ein äußeres Netzgerät ständig betrieben
werden.
Eine supraleitende Kompensationsspule, insbesondere aus hochtemperatursupraleitendem
Material, kann entsprechend der US 2002/101240 B1 auf einem Temperaturniveau oberhalb
der Hauptspule radial außerhalb der Hauptspule angebracht sein, insbesondere
in einem Stickstofftank des Magnetkryostaten bzw. in thermischem Kontakt mit einer
Refrigeratorstufe des Kryostaten im Temperaturbereich zwischen 20 K und 100 K, in
der ein Kompensationsstrom fließt, der am Probenort den Abfall des Magnetfeldes
durch die Drift der Hauptspule kompensiert. Bei größerer Entfernung vom
Probenort ist es einfacher, das Kompensationsfeld z.B. bereits durch eine angepasste
Helmholtzanordnung hinreichend homogen zu halten.
Die Verwendung eines supraleitenden Drahtes gewährleistet, dass
ein hinreichend großer Strom erzeugt werden kann.
Der Vorteil dieser Anordnung z.B. im Stickstofftank gewährleistet,
dass die supraleitende Magnetspule nicht verändert werden muss und auch am
Heliumtank sind keine Ein- oder Umbauten nötig.
In der US 6 624 732 B2
wird dagegen vorgeschlagen, eine leicht driftende Magnetspule derart zu betreiben,
dass sie nicht vollständig supraleitend kurzgeschlossen ist sondern über
einen sehr kleinen Widerstand. Von einem externen Netzgerät wird im Betrieb
der immer der volle Spulenstrom zugeführt bzw. genau genommen ein etwas höherer
Strom, der so bemessen ist, dass der Spannungsabfall über dem kleinen Widerstand
gerade ausreicht, die Drift der Magnetspule auszugleichen. Auf diese Weise wird
zwar der volle Strom in den Kryostaten eingebracht, allerdings ist das in die Magnetspule
übertragene Rauschen des Netzgeräts wegen des fast vollständigen
Kurzschlusses über den kleinen Widerstand vernachlässigbar gering.
Aus DE 100 60 284 A1
ist eine Magnetanordnung mit einem aktiv abgeschirmten supraleitenden Magnetspulensystem
und einem zusätzlichen supraleitenden Strompfad zur Streufeldunterdrückung
im Quenchfall bekannt. Der zusätzliche Strompfad kann als Driftkompensation
des magnetischen Feldes der Magnetanordnung im Arbeitsvolumen dienen. Dazu ist jedoch
eine Kopplung des supraleitenden zusätzlichen Strompfads mit der Hauptspule
notwendig. Die bekannte Magnetanordnung kann daher nicht gleichzeitig zur Driftkompensation
und als Quenchschutz verwendet werden.
Da NMR-Hochfeldmagnetspulen extrem teuer sind und eine Spule, deren
Drift nicht behoben werden kann, nahezu wertlos wird, besteht insbesondere im extremen
Hochfeldbereich ein andauernder Bedarf nach kostengünstigen und im Betrieb
tolerierbaren Lösungen des Driftproblems.
Die letztgenannte Variante birgt die Problematik, dass dauernd ein
Hochstromnetzgerät betrieben werden muss, das unter anderem Wärme in den
Kryostaten einbringt. Die Variante nach der US 2002/101240 B1 führt wesentlich
geringere Ströme zu und wird räumlich getrennt von der Magnetspule angeordnet.
Es ist aber durchaus vorteilhaft, die Driftkompensation mechanisch
und damit auch thermisch mit der Magnetspule zu verbinden um unter anderem z. B.
Störungen durch Vibrationen der Driftspule im Feld der Magnetspule zu vermeiden.
Dabei sollen aber möglichst viele der Vorteile einer Anordnung außerhalb
der Magnetspule erhalten bleiben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß auf ebenso überraschend
einfache wie wirkungsvolle Weise dadurch gelöst, dass die Driftkompensationsspule
oder Teilspulen derselben mechanisch und thermisch mit der Abschirmspule oder deren
Teilspulen fest verbunden ist (sind), wobei die Driftkompensationsspule von der
Magnetspule magnetisch entkoppelt ist, d.h. der magnetische Fluss durch die Driftspule,
der von der Hauptspule in Kombination mit der Abschirmspule erzeugt wird, verschwindet,
dass sie zumindest zeitweise mit einer externen Stromquelle verbunden ist, die den
in die Driftkompensationsspule eingespeisten Strom nach einem vorgegebenen
Programm derart steuert oder regelt, dass das Feld am oder in der Nähe des
Probenortes nur innerhalb eines vorgegebenen Bereichs von einem Sollwert abweicht.
Die Driftkompensationsspule ist vorzugsweise auf die Abschirmspule
aufgewickelt.
Bei einer aktiven Regelung entsteht kein weiterer supraleitend kurzgeschlossener
Stromkreis, der sich unkontrolliert aufladen könnte. Bei abgeschalteter Stromquelle
fließt kein Kompensationsstrom mehr. Andererseits ist durch die Verwendung
eines Supraleiters, insbesondere eines relativ dünnen Drahts, der bei niedrigem
Strom und hoher Ladespannung der Driftkompensationsspule(n) betrieben wird, der
Wärmeeintrag in den Kryostaten vernachlässigbar gering. Die bei gleichem
erzeugtem Feld höhere Induktivität einer Driftkompensationsspule aus dünnem
Draht spielt keine Rolle.
Die Feinregelung erfolgt bevorzugt durch einen Lock-Kreis, ggf. zusätzlich
und in Ergänzung zum bereits vorhandenen resistiven Lock. Dabei kann es genügen,
die Kompensation relativ grob, ggf. in zeitlich lang anhaltenden Stufen nachzustellen.
Zeitweise kann die Driftkompensationsspule auch supraleitend kurzgeschlossen werden.
Man beachte dabei aber, dass diese dann eine weiter fortschreitende Drift gerade
nicht mehr kompensiert. Die Feinregelung und zeitweise Driftkompensation übernimmt
dabei das (resistive) Lock-System. Dadurch, dass der Beitrag des Kompensationsfeldes
zum Gesamtfeld sehr klein ist (bis etwa 10–5), kann auch im hochauflösenden
Spektrometer das dadurch notwendigerweise eingebrachte Rauschen toleriert werden,
da dies ohne Schwierigkeiten unter 10–6 gehalten werden kann.
Die induktive Kopplung der Driftkompensationsspule mit dem supraleitenden Kreis
der Hauptspule ist eliminiert und die mit dem Shimsystem sollte entweder in der
Anordnung ebenfalls eliminiert oder bei der Auslegung berücksichtigt sein.
In einer Ausführungsform weist die Driftkompensationsspule einen
supraleitenden Schalter auf und ist im Betrieb zumindest zeitweise supraleitend
kurzgeschlossen. In dieser Phase liefert sie nur einen konstanten Feldbeitrag, der
dann von Zeit zu Zeit nach öffnen des Schalters mittels eines vergrößerten
Kompensationsstroms durch das externe Netzgerät auf den Sollwert (oder darüber)
gebracht werden.
Aktiv abgeschirmte Magnetsysteme von modernen NMR- oder ICR-Spektrometer
bestehen aus zwei in Serie geschalteten Teilspulen (Hauptspule und Abschirmspule),
die entgegengesetzte Felder erzeugen, so dass das Gesamtdipolmoment der Anordnung
und damit weitgehend das Streufeld verschwindet. Darüber hinaus sind, wie bereits
eingangs erwähnt, üblicherweise resistive und/oder supraleitende Kompensationsanordnungen
vorgesehen, die den Einfluss externer Störungen am Probenort minimieren sollen.
Die vorliegende Erfindung wird vorzugsweise in Kombination mit diesen Maßnahmen
eingesetzt, wobei immer zu beachten ist, dass die unterschiedlichen Abschirm- und
Kompensationsmaßnahmen miteinander wechselwirken. Dies muss entweder partiell
unterbunden werden (Kopplung Null) oder man muss das Gesamtverhalten der Apparatur
bei der Auslegung explizit berücksichtigen.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung im folgenden näher erläutert.
Es zeigen:
1 äußerst schematisch den Kryostaten einer
Kernspinresonanzapparatur mit einer Hauptspule und einer Abschirmspule mit einer
darauf aufgewickelten Driftkompensationsspule im Heliumtank;
2 den zeitlichen Verlauf
- a) des (driftenden) Hauptmagnetfeldes (&Dgr;B0) am Probenort,
- b) des durch die Driftkompensationsspule(n) erzeugten Kompensationsfeldes (&Dgr;Bkomp),
- c) des durch die Feinregelung (Locksystem) erzeugten Feldes (&Dgr;Block)
für den Fall der Driftkompensation in zeitlich beabstandeten Stufen;
3 den zeitlichen Verlauf
- a) des (driftenden) Hauptmagnetfeldes (&Dgr;B0) am Probenort,
- b) des durch die Driftkompensationsspule(n) erzeugten Kompensationsfeldes (&Dgr;Bkomp),
- c) des durch die Feinregelung (Locksystem) erzeugten Feldes (&Dgr;Block)
für den Fall der Driftkompensation in linearer Approximation, die in zeitlichen
Abständen aktualisiert wird.
Im einzelnen zeigt 1 schematisch einen
Schnitt durch den im wesentlichen rotationszylinderförmigen Kryostaten des
supraleitenden Magnetsystems 1 z.B. einer hochauflösenden NMR-Apparatur.
In einem Heliumtank 3 des Kryostaten 2 ist die im Betrieb supraleitend
kurzgeschlossene Magnetspule 4 angeordnet, die aktiv abgeschirmt ist, d.h.
aus zwei gegenläufigen Teilspulen 4a (Hauptspule) und 4b
(Abschirmspule) besteht. Der Kryostat 2 weist entlang seiner Zylinderachse
5 eine Raumtemperaturbohrung 6 auf, innerhalb der im Zentrum der
Magnetspule 4 in einem Messbereich 7 eine Probe 8 angeordnet
ist, die von einer HF-Sende- und Empfangsspulenanordnung 9 (Probenkopf)
umgeben ist.
Ebenfalls innerhalb der Raumtemperaturbohrung 6, ggf. in
den Probenkopf 9 integriert, befindet sich zur Feinkorrektur des Magnetfeldes
im Messbereich eine sog. Lockspule 10. Diese Lockspule
10 koppelt mit der Magnetspule 4 entweder gar nicht oder nur schwach.
Der Korrekturstrom durch die Lockspule 10 wird bei NMR-Spektrometern i.a.
über ein NMR-Locksignal einer der Probe 8 beigemischten Locksubstanz
so über die NMR-Konsole 21 geregelt, dass die NMR-Frequenz der Locksubstanz
(z.B. Deuterium) und damit das Magnetfeld am Probenort konstant bleibt. Solche Lockanordnungen
sind Stand der Technik und sehr präzise. Allerdings ist der verfügbare
Hub gering und sie sind für die Korrektur von Schwankungen um den Sollwert
ausgelegt und zur Korrektur von anhaltenden Felddriften ungeeignet.
Der Heliumtank 3 des Kryostaten 2 ist von einem
Stickstofftank 11 umgeben.
Auf die Abschirmspule 4b aufgewickelt und damit mechanisch
und thermisch mit dieser starr verbunden sind im Heliumtank 3 Driftkompensationsspulen
12 angeordnet, die von einem Netzgerät 13, das von einem
Steuergerät 14 gesteuert wird, mit Strom versorgt werden. Die feste
Verbindung von Magnetspule 4 und Driftkompensationsspule 12 bewirkt,
dass diese nicht relativ zueinander schwingen und dadurch Störungen verursachen
können. Die Driftkompensationsspulen 12 bestehen aus dünnem Supraleiterdraht
und müssen daher trotz verhältnismäßig hoher erreichbarer Stromdichte
nur einen verhältnismäßig geringen Strom tragen (bei entsprechend
erhöhter Spannung beim Betrieb durch das Netzgerät 13), ohne
den Heliumtank 3 und die darin enthaltene Magnetspule 4 durch
ihre Zuleitungen übermäßig zu erwärmen. Es ist erforderlich,
dass die Driftkompensationsspulenanordnung 12 weitgehend von der Magnetspule
4 und möglichst auch von der Lockspule 10 entkoppelt ist,
was die Regelung vereinfacht und die Betriebssicherheit erhöht. Falls nun die
Hauptspule 4 im kurzgeschlossenen Betrieb driftet, kann dies von der Driftkompensationsspule
12 aufgefangen werden. Es genügt dabei, die Drift nur grob zu kompensieren,
z.B. in Stufen oder in einer linearen Approximation, die jeweils von Zeit zu Zeit
kontrolliert und angepasst wird. Die Feinregelung übernimmt das Locksystem,
d.h. die Driftkompensation muss nur dafür sorgen, dass die Abweichung vom Sollwert
so gering bleibt, dass der maximal zulässige Hub für das Locksystem nicht
überschritten wird. Ein Indikator dafür ist natürlich der Regelstrom
durch die Lockspule 10. Bei einem länger dauernden Experiment wird
man also zunächst einen recht großen negativen Strom durch die Driftkompensationsspule
12 schicken, der mit fortschreitender Drift der Hauptspule 4 reduziert
wird und schließlich das Vorzeichen wechselt. Der maximal zulässige Strom
durch die Driftkompensationsspule 12 und die Stärke der Drift geben
dabei eine maximale Zeit für ein Experiment mit konstantem Magnetfeld vor.
Das Maximalfeld der Driftkompensationsspule 12 am Probenort ist zwar um
Größenordnungen höher als das der Lockspule 10 aber immer
noch sehr klein im Vergleich zu dem der Hauptspule 4, so dass dieses Kompensationsfeld
hinreichend homogen gehalten werden kann und auch das durch das Netzgerät
13 eingebrachte Rauschen noch in akzeptablen Grenzen liegt. Das Anbringen
der Driftkompensationsspule(n) 12 auf der Abschirmspule 4b hat
den Vorteil, dass dies sowohl vorab vorsorglich leicht möglich ist als auch
nachträglich durch Aufwickeln auf die bereits fertiggestellte Magnetspule
4. Gegenüber dem Anbringen im Stickstofftank 11 hat dies
den Vorteil, dass (abgesehen von der Lockspule 10 und ggf. einem Raumtemperatur-Shimsystem)
die magnetfelderzeugenden Spulen starr miteinander verbunden sind und eine kompakte
Einheit bilden, die insgesamt von außen über i.a. weitgehend gemeinsam
geführte Zuleitungen für supraleitende Shimspulen, Schalterheizungen und
Sensoren versorgt werden.
Eine alternative Betriebsart zu der dauernd aktiv durch das Netzgerät
13 gesteuerten Driftkompensationsspule 12 ist es, diese ebenfalls
zeitweise supraleitend kurzzuschließen, obwohl sie von der Magnetspule
4 entkoppelt ist und daher im kurzgeschlossenen Zustand deren weitere Drift
nicht auffangen kann. In diesem Fall übernimmt die geregelte Lockspule die
Driftkompensation solange die Driftkompensationsspule 12 kurzgeschlossen
bleibt oder man benutzt die Bo-Spule des supraleitenden Shimspulensatzes. Grundsätzlich
können auch mehrere unabhängige Driftkompensationsspulensätze
12 vorgesehen werden, die jeweils nach erreichen eines Maximalstroms supraleitend
kurzgeschlossen werden, wonach der zugeführte Strom wieder reduziert werden
kann und keine thermische Belastung mehr darstellt. Danach wird der nächste
Satz angeschlossen und mit fortschreitender Drift der Magnetspule 4 geladen.
In 2 ist für den Fall der Driftkompensation
in zeitlich beabstandeten Stufen der zeitliche Verlauf des (driftenden) Hauptmagnetfeldes
am Probenort, des durch die Driftkompensationsspule(n) erzeugten Kompensationsfeldes
sowie des durch die Feinregelung (Locksystem) erzeugten Feldes dargestellt was letztlich
insgesamt zu einem konstanten Gesamtfeld am Probenort führt. Eine durch eine
externe Störung verursachte Fluktuation S wird durch das Locksystem mittels
eines entgegengerichteten Feldpulses – S ausgeregelt.
In 3 ist entsprechend für den Fall
der Driftkompensation in linearer Näherung der zeitliche Verlauf des (driftenden)
Hauptmagnetfeldes am Probenort, des durch die Driftkompensationsspule(n) erzeugten
Kompensationsfeldes sowie des durch die Feinregelung (Locksystem) erzeugten Feldes
dargestellt was letztlich mit kleinerer Belastung der Lockspule insgesamt zu einem
konstanten Gesamtfeld am Probenort führt.
Die Drift kann auch durch andere Näherungen ausgeglichen werden,
im Allgemeinen wird jedoch die lineare ausreichend sein und eine Nachkorrektur der
Steigung wird nur in recht großen zeitlichen Abständen notwendig sein.
Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränkt ist, sondern auch in Abwandlungen Verwendung finden kann. Insbesondere
lässt sie sich mit der Vielzahl der im Stand der Technik bekannten Kompensationsmaßnahmen
für interne Driften und externe Störungen vorteilhaft kombinieren. Insbesondere
ist dabei immer die Kopplung der gesteuerten, geregelten oder kurzgeschlossenen
Spulenkreise zu beachten.