Stand der Technik
Die Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjektor mit einem kraftausgeglichenen
Steuerventil nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei einem hubgesteuerten Kraftstoffinjektor mit einem Einspritzventilglied,
das zum Öffnen und Schließen von Einspritzöffnungen eine axial verschiebbar
geführte Düsennadel aufweist, liegt an einem Bereich der in Öffnungsrichtung
wirkenden Druckfläche und an einer in Schließrichtung wirkenden Druckfläche
ein hoher Kraftstoffdruck an, wie er beispielsweise von einer Kraftstoff-Sammelleitung
eines Common-Rrail-Systems bereitgestellt wird. Zum Öffnen des Einspritzventilgliedes
wird der an der rückwärtigen Steuerfläche der Düsenadel anliegende
Kraftstoffdruck abgesenkt bis die in Öffnungsrichtung wirkende hydraulische
Druckkraft, resultierend aus den an der Düsennadel wirkenden Druckflächen,
die in Schließrichtung wirkende Kraft übersteigt. Dadurch wird die Düsennadel
vom Düsennadelsitz abgehoben und Kraftstoff mit dem Systemdruck der Kraftstoff-Sammelleitung
in den Brennraum einer Brennkraftmaschine eingespritzt. An der in Öffnungsrichtung
wirkenden Druckschulter der Düsennadel liegt somit ständig der Systemdruck
der Kraftstoff-Sammelleitung an. Die Einleitung der Kraftstoffeinspritzung wird
durch das Ansteuern eines Steuerventils durch den Hube eines Aktors bzw. Stellers
eingeleitet, wodurch diese Art von Kraftstoffinjektoren auch als hubgesteuerte Kraftstoffinjektoren
bezeichnet werden.
Aus DE 100 65 220 A1
ist ein Kraftstoffinjektor mit einem kraft- bzw. druckausgeglichene Steuerventil
bekannt, bei dem das Steuerventil einen Steuerkolben mit einem Ventilssitz aufweist.
Der Steuerkolben ist mit einer ersten, stellelementfernen Druckfläche einem
druckentlastbaren Steuerraum der Düsennadel und mit einer zweiten, stellelementseitigen
Druckfläche einem Ausgleichsraum ausgesetzt. Zur Druckentlastung wird der Steuerraum
durch Öffnen des Ventilsitzes des Steuerventils mit einer Leckölleitung,
die an ein Niederdruck-Rücklaufsystem angeschlossen ist, verbunden. Durch den
Steuerkolben des Steuerentils führt eine Ausgleichsbohrung, wodurch aufgrund
einer Durchmesserauslegung der stellelementfernen und der stellelementseitigen Druckfläche
eine Kraftstausgeglichenheit des Steuerkolbens erzielt wird, so dass das als Magnetsteller
ausgeführte elektromagnetische Stellelement zum Verstellen des Steuerventils
nur geringe Stellkräfte aufbringen muss. Der Magnetsteller ist mit einem Magnetanker
in einem mit dem Niederdrucksystem verbundenen Aufnahmeraum angeordnet. Dadurch
ist es notwendig, dass der mit Systemdruck beaufschlage Ausgleichsraum von dem mit
dem Niederdruckrücklaufsystem verbundenen Aufnahmeraum des Magnetankers hydraulisch
getrennt ist. Dazu ist eine Kolbenstange des Magnetankers zum Betätigen des
Steuerkolbens in einer im Wesentlichen hydraulisch dichten Führung geführt.
Vorteile der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen hubgesteuerten Kraftstoffinjektor
mit einem kraftausgeglichenen Steuerventil zu schaffen, das eine geringe Baugröße
aufweist und das schnelle Schaltzyklen realisiert.
Offenbarung der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Dadurch, dass der Magnetanker des Magnetstellers zusammen
mit der stellelementseitigen Druckfläche des Steuerkolbens gemeinsam einem
mit Systemdruck beaufschlagten Ausgleichsraum ausgesetzt ist, wird ein kraftausgeglichenes
Steuerventil mit geringer Baugröße und schnellen Schaltzyklen geschaffen,
das den Einsatz von kleinen, schnell schaltenden Magnetstellern ermöglicht
und darüber hinaus den Einsatz des Kraftstoffinjektors bei Systemdrücken
bis 2000 N erlaubt. Der Magnetanker schwimmt mit der Ankerplatte im Systemdruck,
wodurch keine hydraulisch dichtende Führung für eine Kolbenstange des
Steuerkolbens erforderlich ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Maßnahmen
der Unteransprüche möglich. Da der Magnetanker mit der Ankerplatte und
der Steuerkolben mit der Kolbenstange dem Systemdruck ausgesetzt ist, wird die dem
Ausgleichsraum ausgesetzte stellelementseitige Druckfläche des Steuerkolbens
vom Durchmesser des stellelementseitigen Kolbenabschnitts bestimmt. Dadurch können
zur Ausbildung des kraftausgeglichenen Steuerventils die zwei gegenüberliegenden
Durchmesser der Kolbenabschnitte des Steuerkolbens gleich groß ausgeführt
werden. Dazu ist ein Federraum zur Aufnahme eines als Schließfeder wirkenden
Federelements für den Magnetanker vorgesehen, wobei der Federraum mit dem Ausgleichsraum
hydraulisch verbundnen ist und wobei die Kolbenstange im Ausgleichsraum und im Federraum
dem gleichen Systemdruck ausgesetzt ist.
Zur Ausbildung des kraftausgeglichenen Steuerventils ist es vorteilhaft,
wenn der Steuerkolben eine Dichtkante aufweist, die mit dem Durchmesser d1 des stellelementseitigen
Kolbenabschnitts auf den Ventilsitz einwirkt, wenn der Ventilsitz einen ersten Ringraum
und einen zweiten Ringraum am Steuerkolben im geschlossenen Zustand der Düsennadel
trennt, und wenn einer der beiden Ringräume an die Leckölleitung angeschlossen
und der jeweils andere Ringraum mit einer mit Systemdruck beaufschlagte
Hochdruckleitung verbunden ist. Vorteilhaferweise ist der eine mit Systemdruck beaufschlagte
Ringraum über mindestens eine Zulaufdrossel mit dem Systemdruck verbunden.
Um das Steuerventil fertigungstechnisch vorteilhaft herzustellten,
ist vorgesehen, dass der Steuerkolben neben dem stellelementseitigen Kolbenabschnitt
mit dem Durchmesser d1 einen stellelementfernen Kolbenabschnitt mit einem kleineren
Durchmesser d2 aufweist, dass sich am Übergang vom stellelementseitigen Durchmesser
d1 zum stellelementfernen Durchmesser d2 die Dichtkante ausbildet, dass auf den
kleineren Durchmesser d2 des stellelementfernen Kolbenabschnitts eine Führungshülse
aufgesetzt ist, die in einer Führungsbohrung hydraulisch dicht geführt
ist, und dass die Führungshülse einen Außendurchmesser d3 aufweist,
der zumindest annähernd dem Durchmesser d1 des stellelementseitigen Kolbenabschnitts
entspricht.
Gemäße einer ersten Ausführungsform wirkt die stellelementferne
Druckfläche des Steuerkolbens unmittelbar auf den Steuerraum ein, dem die Düsennadel
mit einer Steuerfläche ausgesetzt ist, wobei der Steuerraum über eine
Ablaufdrossel mit dem mit Systemdruck beaufschlagten zweiten Ringraum verbunden
ist.
Bei einer zweiten Ausführungsform ist die stellelementferne Druckfläche
des Steuerkolbens einem Kopplerraum ausgesetzt, der mit der Hochdruckleitung in
Verbindung steht, wobei der Kopplerraum über eine Zulaufdrossel mit dem Steuerraum
in Verbindung steht, dem eine Steuerfläche der Düsennadel ausgesetzt ist,
und wobei der Steuerraum über eine Ablaufdrossel mit dem ersten Ringraum und
die Leckölleitung mit dem zweiten Ringraum verbunden ist. Zweckmäßigerweise
sind der Steuerraum und der Kopplerraum durch eine Drosselplatte getrennt, in der
die Zulaufdrossel und die Ablaufdrossel ausgebildet sind.
Eine dritte Ausführungsform besteht darin, dass zwischen Steuerraum
und Kopplerraum zumindest das Steuerventil positioniert ist und dass der Steuerkolben
des Steuerventils mit der anderen, stellelementfernen Druckfläche an der zum
Steuerraum abgewandten Seite auf den Kopplerraum einwirkt. Zum Befüllen des
Steuerraumes zweigt eine Verbindungsleitung mit einer Zulaufdrossel von der Hochdruckleitung
ab.
Fertigungstechnisch lässt sich der Kraftstoffinjektor günstig
herstellen, wenn das Gehäuse aus mehreren Gehäuseteilen aufgebaut ist.
Eine Dämpfung von auftretenden Druckschwingungen wird erzielt, wenn im Injektorgehäuse
ein Hochdruckraum als Druckspeicher vorgesehen ist, in den die Hochdruckleitung
führt.
Ausführungsbeispiele
Vier Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen
1 eine Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
2 eine Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
3 eine Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel und
4 eine Teilschnittdarstellung eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel.
Die in den 1 bis 4
dargestellten Kraftstoffinjektoren weisen ein Gehäuse mit einem Injektorkörper
10 und einem Düsenkörper 15 auf. Im Injektorkörper
10 ist ein als Magnetsteller 12 bezeichnetes elektromagnetisches
Stellelement und ein Steuerventil 13 angeordnet. Im Düsenkörper
15 ist eine Düsennadel 16 axial verschiebbar geführt.
Injektorkörper 10 und Düsenkörper 15 werden mittels
einer Spannmutter 17 hydraulisch dicht verspannt. Durch den Injektorkörper
10 sind eine Hochdruckleitung 18 und eine Leckölleitung
19 geführt. Die Hochdruckleitung 18 ist an ein nicht dargestelltes
Common-Rail-System eine Dieseleinspritzanlage angeschlossen. Die Leckölleitung
19 steht mit einem Niederdrucksystem in Verbindung, das an ein ebenfalls
nicht dargestelltes Rücklaufsystem angeschlossen ist.
Im Düsenkörper 15 sind an einer Kuppe Einspritzöffnungen
21 eingebracht. Den Einspritzöffnungen 21 ist am Düsenkörper
15 ein Düsennadelsitz 22 vorgelagert, auf dem die Düsennadel
16 mit einer Dichtfläche aufliegt. Dem Düsennadelsitz
22 ist im Düsenkörper 15 ein Düsennadeldruckraum
23 vorgelagert, dem die Düsennadel 16 mit einer oberen Druckschulter
24 und einer unteren Druckschulter 25 ausgesetzt ist. Die Düsennadel
16 weist ferner einen Düsennadelkolben 26 auf, der mit einer
Steuerfläche 20 in einen Steuerraum 27 weist.
Das Steuerventil 13 weist einen Steuerkolben 30
mit einem ersten, stellelementseitigen Kolbenabschnitt 31 mit einem Durchmesser
d1 und einem zweiten, stellelementfernen Kolbenabschnitt 32
mit einem Durchmesser d2 auf, wobei der Durchmesser d2 kleiner
ist als der Durchmesser d1. Zwischen den beiden Kolbenabschnitten 31,
32 verläuft eine kegelförmige Verjüngung, die am Durchmesser
d1 eine Dichtkante 33 ausbildet.
Im Injektorkörper 10 ist eine Stufenbohrung mit einem
ersten Führungsabschnitt 34 für den Durchmesser d1 des stellelementseitigen
Kolbenabschnitts 31, ein Bohrungsabschnitt 35 sowie eine zweite
Führungsbohrung 36 ausgebildet. Die zweite Führungsbohrung
36 weist einen Durchmesser d3 auf, der vorzugsweise gleich ist mit dem
Durchmesser d1 der ersten Führungsbohrung 34. In der zweiten Führungsbohrung
36 ist der Steuerkolben 30 mittels einer Führungshülse
37 geführt, die am stellelementfernen Kolbenabschnitt 32
befestigt ist. Zwischen der ersten Führungsbohrung 34 und dem Bohrungsabschnitt
35 ist eine Bohrungserweiterung ausgeführt, die einen den stellelementseitigen
Kolbenabschnitt 31 umschließenden ersten Ringraum 38 ausbildet.
Der zwischen dem ersten Ringraum 38 und der zweiten Führungsbohrung
36 liegende Bohrungsabschnitt 35 besitzt im Vergleich zum Durchmesser
d1 einen kleineren Durchmesser und bildet zwischen dem Injektorkörper
10 und dem zweiten Kolbenabschnitt 32 einen zweiten Ringraum
39 aus. Durch eine konische Verjüngung des ersten Ringraums
38 zum Bohrungsabschnitt 35 hin wird ein Ventilsitz
50 am Ventilkörper 10 ausgebildet, auf den die Dichtkante
33 des Steuerkolbens 30 drückt. Dadurch wird im geschlossenen
Zustand des Ventilsitzes 50 der erste Ringraum 38 vom zweiten
Ringraum 39 hydraulisch getrennt.
Im Injektorkörper 10 ist weiterhin eine Ausgleichsraum
40 mit einem angrenzenden Federraum 43 ausgebildet, wobei der
Ausgleichsraum 40 über einen Ausgleichskanal 44 mit der Hochdruckleitung
18 hydraulisch verbunden ist. Dadurch liegt im Ausgleichsraum
40 und im Federraum 43 der vom Raildruck gebildete Systemdruck
an.
Der Magnetsteller 12 weist einen Magentanker mit einer tellerförmigen
Ankerplatte 46 auf. Die Ankerplatte 46 ist an einer Kolbenstange
47 befestigt, die fest mit dem Steuerkolben 30 verbunden ist.
Dadurch bildet sich am ersten Kolbenabschnitt 31 des Steuerkolbens
30 eine stirnseitige Ringfläche 41.1 aus, die in den Ausgleichsraum
40 weist. Eine weitere Stirnfläche 41.2 der Kolbenstange
47 weist in den Federraum 43, so dass diese weitere Stirnfläche
41.2 ebenfalls dem Systemdruck ausgesetzt ist. Die nicht näher bezeichneten,
eventuell weiteren an der Kolbenstange 47 ausgebildeten Ringflächen,
die zusammen mit der Stirnfläche 41.1 in die gleiche Kraftrichtung
weisen, sind ebenfalls dem Systemdruck im Ausgleichsraum 40 ausgesetzt.
Dadurch entsteht eine auf den Steuerkolben 30 wirkende wirksame stellelementseitige
Druckfläche 41, die vom Durchmesser d1 des stellelementseitigen Kolbenabschnitts
31 gebildet wird. An einer gegenüberliegenden Stirnseite ist am Steuerkolben
30 eine stellelementferne Druckfläche 42 ausgebildet, die
zur stellelementseitigen Druckfläche 41 entgegengesetzt gerichtet
wirkt. Die stellelementferne Druckfläche 42 setzt sich zusammen aus
der Stirnfläche des zweiten Kolbenabschnitts 32 mit dem Durchmesser
d2 und der Stirnfläche der Führungshülse 37 mit dem Durchmesser
d3, so dass die wirksame stellelementferne Druckfläche 42 des Steuerkolbens
30 vom Durchmesser d3 gebildet wird.
Auf die Ankerplatte 46 drückt in Schließrichtung
des Steuerventils 30 ein im Federraum 43 angeordnetes erstes Federelement
48. Da die Ankerplatte 46 zweckmäßigerweise zum Ausgleichen
eines Überhubs verschiebbar an der Kolbenstange 47 angeordnet ist,
drückt ein zweites Federelement 49 entgegen der Druckrichtung des
ersten Federelements 48 die Ankerplatte 46 gegen einen an der
Kolbenstange 47 ausgebildeten Anschlag 51. Damit beide Seiten
der Ankerplatten 46 vom gleichen Systemdruck beaufschlagt sind, sind zweckmäßigerweise
Bohrungen 52 in die Ankerplatte 46 eingebracht, die bei einer
axialen Bewegung der Ankerplatte 46 eine Durchströmung des Kraftstoffs
von der einen Seite zur anderen Seite gewährleisten. Dadurch schwimmt die Ankerplatte
46 im mit System- bzw. Raildruck beaufschlagten Kraftstoff innerhalb des
Ausgleichsraums 40.
Bedingung für die vorliegende Erfindung ist es, dass die an den
gegenüberliegenden Stirnseiten des Steuerkolbens 30 wirkenden Druckkräfte
zumindest annähernd gleich groß sind. Erreicht wird dies dadurch, indem
die stellelementseitige Druckfläche 41 und die stellelementferner
Druckfläche 42 gleich groß sind. Da die in gleicher Richtung
wie die Ringfläche 41.1 am Steuerkolben 30 weisenden Druckflächen
41.2 an der Kolbenstange 47 ebenfalls dem Ausgleichsraum
40 und/oder dem Federraum 43 ausgesetzt sind, wird die stellelementseitige
Druckfläche 41 durch den Durchmesser d1 des stellelementseitigen Kolbenabschnitts
31 des Steuerkolbens 30 bestimmt. Dadurch ist es möglich,
dass die Führungsbohrungen 34 und 36 für die jeweiligen
Kolbenabschnitte 31 und 32 den gleichen Durchmesser (d1 = d3)
aufweisen können.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß 1
ist im Düsenkörper 15 eine weitere Hochdruckleitung
28 eingebracht, die die Hochdruckleitung 18 mit dem Düsennadeldruckraum
23 verbindet. Der Düsenkörper 15 weist dabei eine Führungsbohrung
29 auf, in der die Düsennadel 16 mit dem Düsennadelkolben
26 geführt ist. Der Steuerraum 27 wird beim Ausführungsbeispiel
in 1 an seinem Umfang vom Düsenkörper
15 begrenzt. Dem Steuerraum 27 ist bei Ausführungsbeispiel
in 1 neben der Steuerfläche
20 auch die stellelementferne Druckfläche 42 des Steuerkolbens
30 ausgesetzt. Beim Ausführungsbeispiel gemäß
1 weist der Steuerkolben 30 eine erste hydraulische
Verbindung 53 auf, die den Steuerraum 27 mit dem ersten Ringraum
39 verbindet. Die hydraulische Verbindung 53 ist durch eine Axialbohrung
54 und eine Querbohrung 55 realisiert. Zusätzlich weist die
hydraulische Verbindung 53 eine hydraulische Ablaufdrossel 56
auf. Das Ausführungsbeispiel in 1 weist weiterhin
eine erste hydraulische Verbindungsleitung 58 mit einer ersten Zulaufdrossel
58.1 und eine zweite hydraulische Verbindungsleitung 59 mit einer
zweiten Zulaufdrossel 59.1 auf. Die erste Verbindungsleitung
58 mit der ersten Zulaufdrossel 58.1 verbindet die Hochdruckleitung
18 mit dem Steuerraum 27. Die zweite Verbindungsleitung
59 mit der zweiten Zulaufdrossel 59.1 verbindet die Hochdruckleitung
18 mit dem zweiten Ringraum 39. Bei dem Ausführungsbeispiel
in 1 mündet die Leckölleitung 19
in den ersten Ringraum 38.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß 2
ist zwischen dem Injektorkörper 10 und dem Düsenkörper
15 eine Drosselplatte 60 angeordnet. Am Düsennadelkolben
26 ist eine Steuerraumhülse 61 geführt, die mittels
einer Druckfeder 62 vorgespannt ist und gegen eine düsennadelseitige
Stirnfläche der Drosselplatte 60 drückt. Dadurch wird ein Druckraum
vom umgebenden Hochdruckraum 23 abgetrennt, der den Steuerraum
27 ausbildet. Beim Ausführungsbeispiel gemäß 2
ist die stellelementferne Druckfläche 42 des Steuerkolbens
30 einem Kopplerraum 70 zugeordnet, der über einen zweiten
hydraulischen Verbindungskanal 71 mit der Hochdruckleitung 18
in Verbindung steht. Der Kopplerraum 70 ist weiterhin durch die weitere
Stirnfläche der Drosselplatte 60 begrenzt. In der Drosselplatte
60 ist eine erste hydraulische Verbindungsleitung 68 mit einer
Zulaufdrossel 68.1 und eine zweite hydraulische Verbindungsleitung
69 mit einer Ablaufdrossel 69.1 ausgebildet. Über die erste
Verbindungsleitung 68 mit der Zulaufdrossel 68.1 wird der Steuerraum
27 mit dem Kopplerraum 70 hydraulisch verbunden. Die zweite Verbindungsleitung
69 mit der Ablaufdrossel 69.1 verbindet den Steuerraum
27 über eine weitere hydraulische Verbindungsleitung 73 mit
dem ersten Ringraum 38. In der Drosselplatte 60 ist ferner eine
Hochdruckverbindung 74 angeordnet, die die Hochdruckleitung 18
mit dem Düsennadeldruckraum 23 verbindet. Beim Ausführungsbeispiel
gemäß 2 ist die Leckölleitung
19 mit dem zweiten Ringraum 39 verbunden. Außerdem weist
der Steuerkolben 30 eine hydraulische Verbindung 76 auf, die den
Kopplerraum 70 mit dem Ausgleichsraum 40 hydraulisch verbindet.
Vom der Verbindung 76 zweigt eine hydraulische Querverbindung
77 mit einer weiteren Zulaufdrossel 77.1 in den ersten Ringraum
38 ab, über die der erste Ringraum 38 befüllt wird.
Das Ausführungsbeispiel in 3 entspricht
vom Prinzip her dem Ausführungsbeispiel in 2,
insbesondere hinsichtlich des Aufbaus des Einspritzventilglieds und des Steuerventils
30 sowie der hydraulischen Anschlüsse. Zusätzlich weist das Ausführungsbeispiel
in 3 innerhalb des Injektorkörpers 10
einen Hochdruckraum 80 auf, in den die Hochdruckleitung 18 führt.
Der Hochdruckraum 80 bildet ein Speichervolumen innerhalb des Kraftstoffinjektors,
wodurch innerhalb des Kraftstoffinjektors auftretende Druckschwingungen reduziert
bzw. gedämpft werden. Weiterhin ist beim Ausführungsbeispiel gemäß
3 der Injektorkörper 10 aus Fertigungsgründen
aus zwei Teilkörpern 10.1 und 10.2 ausgeführt, die mittels
einer weiteren Spannmutter 81 verspannt sind. Der Hochdruckraum
80 ist im Teilkörper 10.1 angeordnet. Durch die Teilkörper
10.1 und 10.2 führen jeweils Hochdruckleitungen
18.1 und 18.2, die an den Hochdruckraum 80 angeschlossen
sind und zur weiteren Hochdruckverbindung 74 in der Drosselplatte
60 führen. Dadurch wird die Hochdruckleitung 18 über
den Hochdruckraum 80 mit dem Düsennadelnadeldruckraum 23
hydraulisch verbunden. Außerdem ist im Teilkörper 10.1 eine Verlängerungsleitung
19.1 für die Leckölleitung 19 angeordnet. Die Versorgung
des Kopplerraums 70 mit Systemdruck erfolgt beim Ausführungsbeispiel
in 3 über eine durch die Drosselplatte
60 geführte zusätzliche Verbindungsleitung 82. Weiterhin
ist bei diesem Ausführungsbeispiel eine im Teilkörper 10.2 angeordnete
Führungsscheibe 83 mit Durchströmöffnungen 84 zur
axialen Führung der Kobenstange 47 der Ankerplatte 46angeordnet.
Auch hier schwimmt die Ankerplatte 46 im Rail- bzw. Systemdruck, wobei
der Kraftstoff über einen Verbindungskanal 85, der die Funktion des
Verbindungskanals in den 1 bis 3
hat, beispielsweise von der Hochdruckleitung 18.1 abgezweigt und in einen
vorgelagerten Ausgleichsraum 86 geleitet wird, in dem sich die Ankerplatte
46 befindet. Der vorgelagerte Ausgleichsraum 86 steht mit dem
Ausgleichsraum 40 über die Durchströmöffnungen
84 in Verbindung. Die in der Drosselplatte 60 angeordneten Verbindungsleitungen
68 und 69 mit der Zulaufdrossel 68.1 und der Ablaufdrossel
69.1 führen wie beim Ausführungsbeispiel in 2
in den Kopplerraum 70 und in den ersten Ringraum 38. Beim Ausführungsbeilspiel
in 3 ist die hydraulische Verbindung 76 mit
einer Querbohrung 86 versehen, die die Verbindung 76 in den Ausgleichsraum
40 führt. Der erste Ringraum 38 wird hierbei auch über
die hydraulische Querverbindung 77 mit der weiteren Zulaufdrossel
77.1 befüllt.
Das Ausführungsbeispiel gemäß 4
entspricht vom Prinzip her ebenfalls dem Kraftstoffinjektor in 2
und 3. Der Unterschied besteht darin, das der Magnetsteller
12 und das Steuerventil 30 im Vergleich zu 2
und 3 auf dem Kopf stehend im Injektorkörper
10 angeordnet sind. Durch diese Ausführung kann die Drosselplatte
60 entfallen. Dazu ist der Kopplerraum 70 an
einer zum Steuerraum 27 entgegengesetzten Seite angeordnet, so dass zwischen
Steuerraum 27 und Kopplerraum 70 das Steuerventil 13
und der Magnetsteller 12 positioniert sind. Es ist aber auch denkbar, nur
das Steuerventil 13 mit dem Steuerkolben 30 zwischen dem Steuerraum
27 und dem Kopplerraum 70 anzuordnen. Der Kopplerraum
70 wird über einen weiteren Verbindungskanal 91 mit der Hochdruckleitung
18 verbunden. Vom Steuerraum 27 führt eine Verbindungsleitung
92 mit einer Ablaufdrossel 92.1 in den ersten Ringraum
38, wobei die Ablaufdrossel 92.1 der Ablaufdrossel 69.1
in 3 entspricht. Von der Hochdruckleitung
18 zweigt eine weitere Verbindungsleitung 93 mit einer weiteren
Zulaufdrossel 93.1 ab. Die weitere Zulaufdrossel 93.1 übernimmt
dabei die Funktion der Zulaufdrossel 68.1 in 3,
so dass über die Verbindungsleitung 93 und die Zulaufdrossel
93.1 der Steuerraum 27 befüllt wird. Die hydraulischen Verbindungen
am Steuerkolben 30 sind gegenüber 2 und
3 ebenfalls abgewandelt, wobei eine hydraulische Verbindung
94 über eine Querkanal 95 mit einer weiteren Zulaufdrossel
95.1 den Kopplerraum 70 mit dem ersten Ringraum 38 verbindet.
Alternativ kann die Verbindung 95 auch mittels einer weiterführenden
hydraulischen Verbindung 96 ausgeführt sein, so dass dann der Kopplerraum
70 und der Steuerraum 27 hydraulisch kurz geschlossen sind.
Der Kraftstoffinjektoren gemäß 1
funktioniert folgendermaßen: Durch Bestromung des Magnetstellers
12 wird die Ankerplatte 46 angezogen und der Steuerkolben
30 in Richtung Ausgleichsraum 40 bewegt. Dadurch öffnet der
Ventilsitz 50, so dass eine hydraulische Verbindung zwischen der an das
Rücklaufsystem angeschlossenen Leckölleitung 19 und dem zweiten
Ringraum 39 hergestellt wird. Da der zweite Ringraum 39 über
die hydraulische Verbindung 53 mit dem Steuerraum 27 gekoppelt
ist, wird über die Ablaufdrossel 56 der Druck im Steuerraum
27 entlastet. Dadurch sinkt die auf die Steuerfläche 20 der
Düsennadel 16 wirkende Schließkraft unter die auf die Druckschultern
24, 25 wirkende Öffnungskraft, die durch den Systemdruck
in dem Düsennadeldruckraum 23 bestimmt ist. Die Düsennadel
16 hebt vom Düsennadelsitz 22 ab und der Einspritzvorgang
erfolgt. Die Bewegung des Steuerkolbens 30 erfordert dabei lediglich eine
geringe Kraft, weil an der dem Ausgleichsraum 40 ausgesetzten stellelementseitigen
Druckfläche 41 und der dem Steuerraum 27 ausgesetzten stellelementfernen
Druckfläche 42 im geschlossenen Zustand des Ventilsitzes
80 der gleiche Druck anliegt. Zum Beenden des Einspritzvorganges wird die
Stromversorgung des Magnetkreises des Magnetstellers 12 unterbrochen, so
dass aufgrund der Kraft der Schließfeder 48 der Steuerkolben
30 wieder in den Ventilsitz 50 gestellt wird. Dabei wird der Steuerraum
27 wieder über die erste Zulaufdrossel 58.1 und zugleich
auch über die Ablaufdrossel 56 befüllt, wobei die Ablaufdrossel
56 die Befüllung über die zweite Zulaufdrossel 59.1
und den zweiten Ringraum 39 erhält. Im Steuerraum 27 liegt
wieder Systemdruck an und die Düsennadel 16 wird durch den Druckaufbau
im Steuerraum 27 und die in Schließrichtung wirkende Steuerfläche
20 in den Ventilnadelsitz 22 gestellt.
Der Kraftstoffinjektoren der Ausführungsbeispiele in
2 und 3 arbeiten folgendermaßen:
Im geschlossenen Zustand der Düsennadel 16 ist der Steuerkolben
30 in den Ventilsitz 50 gestellt. Zum Öffnen der Ventilnadel
16 wird der Magnetkreis des Magnetstellers 12 bestromt und die
Ankerplatte 46 gegen die Druckkraft der Schließfeder 48 bewegt.
Dadurch wird der Steuerkolben 30 vom Ventilsitz 50 abgehoben und die Ringräume
38 und 39 werden hydraulisch verbunden. Dadurch ist der erste
Ringraum 38 an die Leckölleitung 19 angekoppelt und mit dem
mit Niederdruck beaufschlagten Rücklaufsystem verbunden. Dadurch wird aufgrund
der hydraulischen Verbindung des Ringraums 38 über die Verbindungsleitungen
69, 73 und die Ablaufdrossel 69.1 der Druck im Steuerraum
27 entlastet. Die an den Druckschultern 24 und 25 wirkende
Öffnungskraft übersteigt die auf die Steuerfläche 20 des
Düsennadelkolbens 26 wirkende Schließkraft und die Düsennadel
16 wird vom Düsennadelsitz 22 abgehoben, so dass der Einspritzvorgang
erfolgt. Zum Schließen der Düsennadel 16 wird die Stromversorgung
des Magnetkreises des Magnetstellers 45 unterbrochen, wodurch aufgrund
der Kraft der Schließfeder 48 der Steuerkolben 30 wieder
in den Ventilsitz 80 gestellt wird. Dadurch wird der erste Ringraum
38 wieder von der Leckölleitung 19 abgekoppelt. Gleichzeitig
wird der Steuerraum 27 über die Zulaufdrossel 68.1 mit dem
im Kopplerraum 70 herrschenden Systemdruck beaufschlagt. Ebenfalls gleichzeitig
erfolgt über die weitere Zulaufdrossel 77.1 die Befüllung des
Ringraums 38, so dass auch dort Systemdruck anliegt. Dadurch schließt
der Steuerkolben 30 schnell, wodurch auch die Düsennadel
16 eine schnelle Schließbewegung ausführt. Im geschlossenen Zustand
des Steuerkolbens 30 sind alle Druckräume wieder mit Systemdruck druckausgeglichen.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass der Magnetsteller 12 leckagefrei
ist und dass durch die Verwendung von zwei Zulaufdrosseln 68.1 und
77.1 das Steuerventil 13 schnell arbeitet.
Der Kraftstoffinjektor gemäß 4
arbeitet ähnlich wie die Ausführungsbeispiele in 2
und 3. Zum Öffnen der Ventilnadel 16
wird der Magnetkreis des Magnetstellers 12 bestromt und die Ankerplatte
46 gegen die Druckkraft der Schließfeder 48 bewegt. Dadurch
wird der Steuerkolben 30 vom Ventilsitz 50 abgehoben und die Ringräume
38 und 39 werden hydraulisch verbunden. Dadurch ist der erste
Ringraum 38 an die Leckölleitung 19 angekoppelt und damit
mit dem mit Niederdruck beaufschlagten Rücklaufsystem verbunden.
Dadurch wird aufgrund der hydraulischen Verbindung des Ringraums 38 über
die Verbindungsleitung 92 und die Ablaufdrossel 92.1 der Druck
im Steuerraum 27 entlastet. Die an den Druckschultern 24 und
25 wirkende Öffnungskraft übersteigt die auf die Steuerfläche
20 des Düsennadelkolbens 26 wirkende Schließkraft und
die Düsennadel 16 wird vom Düsennadelsitz 22 abgehoben,
so dass der Einspritzvorgang erfolgt. Zum Schließen der Düsennadel
16 wird die Stromversorgung des Magnetkreises des Magnetstellers
12 unterbrochen, wodurch aufgrund der Kraft der Schließfeder
48 der Steuerkolben 30 wieder in den Ventilsitz 50 gestellt
wird. Dadurch wird der Ringraum 39 wieder von der Leckölleitung
19 abgekoppelt. Gleichzeitig wird der Steuerraum 27 über
die Zulaufdrossel 93.1 mit dem in der Hochdruckleitung 18 herrschenden
Systemdruck beaufschlagt. Ebenfalls gleichzeitig erfolgt über den Kopplerraum
70, die hydraulischen Verbindungen 94, 95 und die weitere
Zulaufdrossel 95.1 die Befüllung des ersten Ringraums 38,
so dass der dort herrschende Systemdruck über die Verbindungsleitung
92 und die Ablaufdrossel 92.1 zusätzlich in den Steuerraum
27 gelangt. Dadurch schließt der Steuerkolben 30 schnell,
wodurch auch hier die Düsennadel 16 eine schnelle Schließbewegung
ausführt. Im geschlossenen Zustand des Steuerkolbens 30 sind alle
Druckräume wieder mit Systemdruck druckausgeglichen.