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Dokumentenidentifikation DE102006027741A1 20.12.2007
Titel Multifunktionsrollator
Anmelder Wenk, Johannes, 01920 Panschwitz-Kuckau, DE
Erfinder Wenk, Bianka, 01920 Panschwitz-Kuckau, DE
Vertreter Kaufmann, S., Doz., Dr.-Ing., habil., Pat.-Anw., 01309 Dresden
DE-Anmeldedatum 16.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006027741
Offenlegungstag 20.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.12.2007
IPC-Hauptklasse A61H 3/04(2006.01)A, F, I, 20060616, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61G 5/00(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   D06F 57/00(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   A47G 25/02(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   A47G 29/00(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   B62B 1/10(2006.01)A, L, I, 20060616, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Multifunktionsrollator mit einem Fahrwerk und einem Bügelgriff, der zum Führen des Multifunktionsrollator in Wirkverbindung mit dem Fahrwerk steht, sowie mit einem Behälter, der eine Sitzfläche und mindestens ein Standelement zum Abstützen des Behälters auf einer Standfläche aufweist, wobei das Fahrwerk wenigstens ein Basisrad aufweist, dessen Radachse eine vom Schwerpunkt und dem Standelement des Multifunktionsrollators beabstandete Schwenkachse bildet, um die der Multifunktionsrollator wahlweise zwischen einer selbsttätigen Standposition und einer geführten Fahrposition schwenkbar ist. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Gebrauchseigenschaften des Multifunktionsrollators zum Zwecke einer Alltragsnutzung im Wohnbereich zu verbessern. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Fahrwerk (7) am Behälterboden (6) angeordnet ist und der Bügelgriff (3) mit dem Behälter (1) verbunden ist (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Multifunktionsrollator mit einem Fahrwerk und einen Bügelgriff, der zum Führen des Multifunktionsrollator in Wirkverbindung mit dem Fahrwerk steht, sowie mit einem Behälter, der eine Sitzfläche und mindestens ein Standelement zum Abstützen des Behälters auf einer Standfläche aufweist, wobei das Fahrwerk, wenigstens ein Basisrad aufweist, dessen Radachse eine vom Schwerpunkt und dem Standelement des Multifunktionsrollators beabstandete Schwenkachse bildet, um die der Multifunktionsrollator wahlweise zwischen einer selbsttätigen Standposition und einer geführten Fahrposition schwenkbar ist.

Multifunktionsrollator dieser Art sind zum Beispiel als Einkaufs-Trolley oder kombinierte Transport- und Gehhilfen für vornehmlich gehbehinderte Personen bekannt. Sie dienen zur erleichternden Fortbewegung und gleichzeitig dem Transport von Gepäck oder Einkaufswaren u. Ä. im mitgeführten Behälter. Der Multifunktionsrollator gibt insbesondere älteren und schwächeren Personen größere Sicherheit im Alltag und ermöglicht ihnen mehr Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

Aus der Druckschrift DE 85 20 217 U1 ist ein gattungsgemäßer Multifunktionsrollator, darin als Sitz-Stütz-Trageroller bezeichnet, in Konstruktion und Funktionen näher beschreiben. Der Sitz-Stütz-Trageroller verfügt über ein Fahrgestell, bei dem ein Bügelgriff 1 über ein Rahmengestell 2 auf ein Fahrwerk wirkt, das aus einer Radachse mit zwei Laufrädern 3 besteht. Im rechten Winkel zum Rahmengestell 2 ist ein Auflagerahmen 4 mit bodenseitig angeordneten Standelementen (Standbügel 5) befestigt. Der Sitzbehälter 6 lagert auf dem Auflagerahmen 4 und ist außerdem in das Rahmengestell 2 eingehängt. Der Schwerpunkt des Sitz-Stütz-Tragerollers befindet sich aufgrund des Gewichtes und der Lage des Sitzbehälters 6 den Laufrädern 3 in Richtung der Standelemente (Standbügel 5) vorgelagert. Mit dieser Konstruktion kann der Multifunktionsrollator aus der Standposition, bei der dieser mittels der Standelemente (Standbügel 5) auf der Standfläche abgestützt ist, durch geringfügiges Verschwenken des Bügelgriffs 1 nach unten in eine Fahrposition gebracht werden und in dieser Fahrposition mittels der Laufräder 3 voraus geschoben oder hinterher gezogen werden. Wird der Bügelgriff 1 losgelassen oder aufwärts bewegt, nimmt der Multifunktionsrollator aufgrund der von der Radachse der beiden Laufrädern 3 beabstandeten Schwerpunktlage des Multifunktionsrollators die Standposition selbständig wieder ein. Dieses einfache Konstruktionsprinzip ist leicht bedienbar und benötigt aufgrund der selbsttätigen Standfunktion keine weiteren Bremseinrichtungen.

Der Multifunktionsrollator nach der vorbeschriebenen Art dient dem Benutzer in der Standposition zusätzlich als Stütze und insbesondere als Sitzmöglichkeit. Dazu ist der Sitzbehälter 6 dem Zweck entsprechend stabil ausgeführt und der Behälterdeckel als Sitzfläche gestaltet. Die Standelemente (Standbügel 5) des Auflagerahmens 4 stützen den Sitzbehälter 6 auf der Standfläche ab. Das ermöglicht es der benutzenden Person, in der Standposition des Multifunktionsrollators sich auf den Sitzbehälter 6 zu setzen und auszuruhen.

Aus der DE 197 57 441 C2 ist ein gattungsgemäßer Multifunktionsrollator für eine zusätzliche Nutzbarkeit im Wohnbereich bekannt, bei dem der Sitzbehälter zum einen ansprechender und wohnlicher gestaltet ist und zum anderen leichter vom Fahrgestell getrennt aufstellbar ist. Dazu ist der Behälter als leicht konisch geformte Sitztonne 6 ausgebildet, wobei die Standelemente direkt am Behälterboden der Sitztonne 6 angeordnet sind und dadurch ein Auflagerahmen mit gesonderten Standbügeln überflüssig wird. Die Sitztonne 6 steht sowohl in der Standposition des Multifunktionsrollators als auch in der vom Fahrgestell getrennten Aufstellung auf diesen Standelementen. Die Auflage der Sitztonne 6 am Fahrgestell erfolgt lediglich auf kleinen Auflageklötzchen, die mit Schellen 2 am unteren Ende des Fahrgestells 8 befestigt sind. Zusätzlich ist die Sitztonne 6 rückseitig mit dem Fahrgestell 8 verbunden, indem die am Fahrgestell 8 befindlichen Ösen 1 durch die Schlitzöffnungen 5 der Sitztonne 6 eingeschoben und mit Einsteckbügeln 3 an der Sitztonne 6 gesichert werden. Damit ist die Sitztonne leicht abnehmbar und auch in der Wohnung vielseitig nutzbar, z. B. als Hocker für Tätigkeiten im Sitzen und/oder als Sammelbehälter für Altpapier und -glas und/oder als Stauraum für Haushaltgegenstände und Wäsche usw. Gekoppelt mit dem Fahrgestell wird zusätzlich der Transport der Haushaltsgegenstände auch innerhalb der Wohnung insbesondere für gehbehinderte Personen erleichtert. Diese Gestaltung des Multifunktionsrollators erweitert somit seine Einsatzmöglichkeiten auch auf den Wohnbereich.

Nachteilig am bekannten Stand der Technik ist, dass das sichtbare Fahrgestell deutlich auf die eigentliche zentrale Funktion des Multifunktionsrollators als Transport- und Gehhilfe hinweist, mit dem jeder Normalverbraucher eine Gehbehinderung des Benutzers verbindet und somit der Multifunktionsrollator dem Benutzer unweigerlich eine Gebrechlichkeit zuspricht. Andererseits stehen bei einer vom Fahrgestell getrennten Nutzung des Behälters die Gebrauchseigenschaften als Transport- und Gehhilfe wiederum nicht unmittelbar zur Verfügung und sind erst mit gewissen Aufwand wieder herzustellen. Demzufolge ist trotz der bekannten Gebrauchsuniversalität des Multifunktionsrollators seine Akzeptanz und Verbreitung für die Alltagsnutzung im Wohnbereich gering.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Gebrauchseigenschaften des Multifunktionsrollators zum Zwecke einer Alltagsnutzung im Wohnbereich zu verbessern.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß damit gelöst, dass das Fahrwerk am Behälterboden angeordnet ist und der Bügelgriff mit dem Behälter verbunden ist. Das Fahrgestell besteht hierbei lediglich aus dem Fahrwerk, das unter Verzicht auf den bekannten, verbindenden Rahmen nur mittelbar mit dem Bügelgriff verbunden ist. Die Krafteinwirkung auf den Bügelgriff zum Führen des Multifunktionsrollators wird erfindungsgemäß über den Behälterkorpus auf ein oder mehrere Basisräder des Fahrwerkes wirksam übertragen. Der Materialbedarf des Fahrgestells ist somit auf ein Minimum reduziert und zugleich ist es als solches nicht sichtbar. Das Prinzip der Anordnung der Radachse des Basisrades und des Standelementes zueinander und im Verhältnis zum Schwerpunkt des Behälters ist auf die Anordnung derselben am Behälterboden derart übertragen, dass mit dem erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator ebenso eine selbsttätige Standposition und eine geführte Fahrposition realisierbar ist. Wird der Bügelgriff mit einer Handbewegung nach unten gedrückt, verschwenkt der Behälter geringfügig mit dieser Bewegungsrichtung mit und wird vorderseitig leicht ausgehoben, so dass das Standelement den Bodenkontakt verliert. In dieser Fahrposition kann der Behälter mittels des oder der Basisräder voraus geschoben oder hinterher gezogen werden. Mit Loslassen des Bügelgriffs kippt der Behälter selbsttätig zurück in die Standposition, bei der der Behälter mittels ein oder mehrerer Standelemente auf der Standfläche abgestützt wird. Der Behälter kann jegliche Formgebung annehmen, sofern das Anordnungsprinzip des Fahrwerkes und der Standelemente am Behälterboden zueinander und zum Schwerpunkt des Behälters, wie vorbeschrieben eingehalten ist. Mit dieser Gestaltung wird der erfindungsgemäße Multifunktionsrollator vorrangig als mobiles Sitzmöbel mit Behälter präsentiert, wogegen die außerdem wirksamen Funktionen als Stütz- und Gehhilfe visuell in den Hintergrund treten.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Höhe und/oder die Befestigung des Standelementes derart ausgeführt, dass in der Standposition der Abstand des Behälterbodens zur Standfläche am Standelement geringer als am Basisrad. Damit nimmt der Behälter in der Standposition des Multifunktionsrollators eine leichte Neigung nach vorn in Richtung des Standelementes ein, wobei der Schwerpunkt des Behälters sowohl im leeren Zustand und insbesondere im befüllten Zustand weiter von der Schwenkachse entfernt verlagert wird. Das Füllgut rutscht auf dem schräg verlagerten Behälterboden vor. Das verleiht dem Behälter eine größere Standsicherheit in der Standposition.

Die Standsicherheit bei dieser geneigten Standposition wird weiter erhöht, wenn mehrere Standelemente von unterschiedlicher Höhe vorgesehen sind, wobei die Höhe mit der Entfernung von der Schwenkachse A linear abnimmt. So erzielen alle Standelemente gleichermaßen Bodenkontakt auf der Standfläche und die höhere Auflagelast auf den Standelementen wird gleichmäßig verteilt.

Werden die Standelemente zusätzlich gummiert ausgeführt, wird ein Verrutschen des Behälters auf glatten Untergründen vermieden und gleichzeitig der Untergrund geschont.

In einer vorzugsweisen Ausgestaltung weist das Fahrwerk mindestens ein entgegen der Standelemente von der Schwenkachse beabstandet angeordnetes Stützrad auf. Mit dem Stützrad kann der Multifunktionsrollator in der Fahrposition besser geführt werden. Zudem ist durch das Stützrad der Schwenkbereich des Multifunktionsrollator nach hinten begrenzt, so dass bei intensiverem Druck nach unten auf den Bügelgriff der Behälter nicht nach hinten kippen kann. Das gibt insgesamt dem Benutzer einen sicheren Halt beim Fortbewegen mit dem Multifunktionsrollator.

Ist die Größe und/oder die Befestigung des Stützrades derart ausgeführt, dass in der Fahrposition der Abstand des Behälterbodens zur Standfläche am Stützrad geringer als am Basisrad ist, nimmt der Behälter in der Fahrposition dementsprechend eine leichte Neigung nach hinten ein. Das verlagert den möglichen Schwenkbereich des Multifunktionsrollators zwischen Stand- und Fahrposition so, dass die Standelemente des Behälters weiter angehobenen und besser an Hindernissen, wie Türschwellen, vorbeigeführt werden können. Außerdem verlagert sich dadurch der Schwerpunkt des Multifunktionsrollators insbesondere im befüllten Zustand in Richtung des Basisrades und des Stützrades – das Füllgut rutscht auf dem schräg verlagerten Behälterboden nach hinten- und erleichtert so das Führen des Multifunktionsrollators beim Fahren.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Radachse des Stützrades drehbar gelagert mit dem Behälterboden verbunden ist. Somit ist der Multifunktionsrollator beim Fahren gut in engeren Kurven lenkbar und kann so bequem z.B. an häusliche Hindernissen vorbei geführt werden.

In einer weiterführenden Ausgestaltung ist der Bügelgriff schwenkbar gelagert, wobei er in mindestens einer Schwenkposition feststellbar ist. Mit schwenkbarer Lagerung und Feststellmöglichkeit kann der Bügelgriff verschiedene Stellungen am Behälter einnehmen, z. B. zur Platzgewinnung im ungenutzten Zustand an den Behälter angelegt werden oder in Anpassung an den jeweiligen Benutzer in seinem Winkelstellung verändert werden. Mit einer Feststellfunktion kann in jeder beliebigen Schwenkposition des Bügelgriffs die auf den Bügelgriff ausgeübte Kraft über den Behälter auf das Fahrwerk zum Führen des Multifunktionsrollators übertragen werden.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Behälterdeckel zum Verschluss einer Behälteröffnung derart am Bügelgriff befestigt, dass mit dem Verschwenken des Bügelgriffs eine Öffnungs- und eine Schließstellung des Behälterdeckels realisierbar ist, wobei der Bügelgriff, vorzugsweise in der Schließstellung des Behälterdeckels, feststellbar ist. Damit kann mit Verschwenken des Bügelgriffs in einem Handgriff gleichzeitig ein Behälterdeckel betätigt werden. Des Weiteren kann der Behälterdeckel, auf einem Rand der Behälteröffnung aufliegend, einen Anschlag für den Bügelgriff bilden. So ist der Bügelgriff in der Schließstellung des Behälterdeckels für das Führen des Multifunktionsrollators ohne zusätzlichen Aufwand festgestellt. Ist zudem der Behälterdeckel so mit dem schwenkbar gelagerten Bügelgriff verbunden, dass sich der Schwerpunkt des Behälterdeckels außerhalb der Schwenkachse des Bügelgriffs befindet, lässt sich der Bügelgriff selbsttätig in die vorgegebene Feststellposition bringen. So ist gewährleistet, dass der Bügelgriff beim Loslassen immer eine gewünschte Stellung, vorzugsweise die Schließstellung des Behälterdeckels, einnimmt, in der der Behälterdeckel als Sitzfläche oder Ablage nutzbar ist.

In einer zweckmäßigen Ausführung weist der Behälter zumindest teilweise eine umlaufende Reling auf, an der beispielsweise Kleidung oder Handtücher angehängt werden können. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Bügelgriff zugleich als Reling dient. Das erhöht die Funktionalität des Multifunktionsrollators mit wenigen Mitteln.

Weitere Gebrauchsvorteile ergeben sich, wenn die Sitzfläche zumindest teilweise von der Behälteröffnung beabstandet angeordnet ist. So hat der Benutzer auch im Sitzen über die zugängliche Behälteröffnung Zugriff auf den Behälterinnenraum, unabhängig davon, ob die Behälteröffnung mit einem Behälterdeckel verschließbar ist. Der geschaffene Abstand zwischen der Behälteröffnung und der Sitzfläche gewährleistet einen Freiraum, der auch für die Betätigung eines Behälterdeckels zur Verfügung steht. Ist z. B. ein mit dem schwenkbar gelagerten Bügelgriff verbundener Behälterdeckel vorgesehen, kann durch Verschwenken des Bügelgriffs auch aus der Sitzposition der Behälterdeckel betätigt werden.

Weitere Vorteile zum Zwecke der Verbesserung der Gebrauchseigenschaften des Multifunktionsrollators im Wohnbereich werden mit den gestalterischen Ausführungsmerkmalen der Unteransprüche 14-20 erzielt.

Der erfindungsgemäße Multifunktionsrollator wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die zugehörigen Zeichnungen in schematischen Darstellung zeigen in

1 in einer Seitenansicht den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in Fahrposition,

2 in einer Seitenansicht den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in Standposition,

3 den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in einer Draufsicht,

4 den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in einer Unteransicht,

5 den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in einem Nutzungsbeispiel als Transport- und Gehhilfe,

6 den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in einem Nutzungsbeispiel als An- und Auskleidehilfe,

7 den erfindungsgemäßen Multifunktionsrollator in einem Nutzungsbeispiel als Wäschesammelbox.

Aus 1 bis 4 sind die technischen Details des erfindungsgemäßen Multifunktionsrollators in einer beispielhaften Ausführung ersichtlich. In dieser Ausführung besteht dieser im Wesentlichen aus einer Wäschetonne 1 mit einem Tonnendeckel 2, einem als Reling geformten Bügelgriff 3, an dem der Tonnendeckel 2 befestigt ist. Des Weiteren besteht der Multifunktionsrollator aus einer an einem oberen Rand 4 der Wäschetonne 1 geneigt angeordneten Sitzfläche 5 sowie aus einem am Tonnenboden 2 befestigten Fahrwerk 7 und ebendort angeordneten gummierten Stoppern 8, 9. Die Tonnenwandung 10 bildet einen den Tonnenboden 6 überragenden, umlaufenden Steg 11, der das Fahrwerk 7 und die Stopper 8, 9 zum Teil verdeckt und damit einen Sichtschutz bietet.

Der gegenüber dem oberen Rand 4 abgestufte untere Rand 12 der Wäschetonne 1, der den Tonnendeckel 2 aufnimmt, ist in seinem Verlauf zweidimensional gekrümmt. Der Tonnendeckel 2 ist dieser Kontur des unteren Randes 12 angepasst und bildet somit eine Mulde. Der untere Rand 12 und die mit dem oberen Rand 4 verbundene Sitzfläche 5 begrenzen die Öffnung 13 der Wäschetonne 1. Der Bügelgriff 3 ist mittels Lagerbolzen 14 drehbar gelagert mit der Wäschetonne 1 verbunden. Wird der Bügelgriff 3 nach oben gedrückt, wird gleichzeitig der Tonnendeckel 2 vom unteren Rand 12 der Wäschetonne 1 in einen Öffnungsstellung angehoben (s. auch 7). Der Schwerpunkt des Bügelgriffs 3 mit dem Tonnendeckel 2 liegt von den Drehachsen der Lagerbolzen 14 entfernt, so dass der Tonnendeckel 2 beim Loslassen des Bügelgriffs 3 selbstständig schließt und die Auflage des Tonnendeckels 2 auf den unteren Rand 12 der Wäschetonne 1 (Schließstellung) einen Anschlag zur Feststellung des Bügelgriffs 3 bildet.

Das am Tonnenboden 6 befestigte Fahrwerk 7, gut sichtbar in 4, besteht aus zwei von einander beabstandeten Basisrädern 15, 16 mit feststehenden Radachsen und zwei Stützrädern 17, 18 mit drehbar gelagerten Radachsen. Die feststehenden Radachsen der Basisräder 15, 16 bilden eine Schwenkachse A, die sowohl vom Schwerpunkt des Multifunktionsrollators – näherungsweise als projizierter Punkt S am Mittelpunkt des Tonnenbodens 6 dargestellt – als auch von den Stoppern 8, 9 beabstandet ist. Die Stützräder 17, 18 sind so montiert, dass sie gleichfalls von der Schwenkachse A beabstandet sind aber dabei den Stoppern 8, 9 gegenüberliegen. Die Stützräder 17, 18 wie auch die Stopper 8, 9, sind mit einer entsprechend geringeren Höhe im Vergleich zur Höhe der Basisräder 15, 16 am Tonnenboden 6 befestigt, so dass die Wäschetonne 1 sowohl in der Fahrposition (1) als auch in der Standposition (2) eine geringfügige Neigung gegenüber der Standfläche 19 einnimmt.

Für die Verlagerung des Multifunktionsrollators aus der Standposition in die Fahrposition wird der Bügelgriff 3 in Pfeilrichtung D, wie in 1 dargestellt, mit Handkraft nach unten gedrückt. Diese Druckkraft D wird über den Anschlag des Tonnendeckels 2 am unteren Rand 12 auf die Wäschetonne 1 übertragen, so dass diese um die Schwenkachse A bis zum Aufliegen der Stützräder 17, 18 auf der Standfläche 19 verschwenkt, wobei vorderseitig die Stopper 8, 9 den Kontakt zur Standfläche 19 verlieren. In dieser Fahrposition kann die Wäschetonne 1 auf den Basis- und Stützrädern 15, 16, 17, 18 rollend voraus geschoben oder hinterher gezogen werden (s. auch 5). Mit Loslassen des Bügelgriffs 3 kippt die Wäschetonne 1 aufgrund der Gewichtsverteilung am Multifunktionsrollators selbsttätig zurück in die Standposition (2), in der wiederum die Stopper 8, 9 die Wäschetonne 1 auf der Standfläche 19 abstützen.

Der Multifunktionsrollator nach dem Ausführungsbeispiel ist insbesondere für geschwächte oder gehbehinderte Benutzer als Alltagshilfe bei der Körperpflege und beim An- und Auskleiden geeignet. Über der Reling 3 und auf dem Tonnendeckel 2kann der Benutzer Kleidung oder Handtücher ablegen und damit z. B. zum Bad oder Schlafraum fahren, während der Multifunktionsrollator eine Stütze für den Benutzer bietet (5). In der Standposition des Multifunktionsrollators kann der Benutzer zum Waschen oder An- und Auskleiden sich bequem auf die geneigten Sitzfläche 5 setzen oder sich anlehnen, wobei die Wäschetonne 1 sicher auf den gummierten Stoppern 8, 9 steht (6). Getragene Kleidung kann in der Wäschetonne 1 gesammelt werden (7) und schließlich fahrend zur Waschmaschine befördert werden (5). Lüftungsschlitze 20 in der Tonnenwandung 10 sorgen für eine zusätzliche Durchlüftung der gelagerten Wäsche. Mit Hilfe in der Wäschetonne 1 integrierter Innenwände (nicht dargestellt) kann die getragene Wäsche auch vorsortiert gelagert werden.

1
Behälter, Wäschetonne
2
Behälterdeckel, Tonnendeckel
3
Bügelgriff, Reling
4
oberen Rand der Wäschetonne
5
Sitzfläche
6
Behälterboden, Tonnenboden
7
Fahrwerk
8
Stopper, Standelement
9
Stopper, Standelement
10
Behälterwandung, Tonnenwandung, Umfassungswände
11
umlaufender Steg
12
unterer Rand der Wäschetonne
13
Behälteröffnung, Öffnung der Wäschetonne
14
Lagerbolzen
15
Basisrad
16
Basisrad
17
Stützrad
18
Stützrad
19
Standfläche
20
Lüftungsschlitze
A
Schwenkachse
S
Schwerpunkt
D
Richtung der Druckkraft


Anspruch[de]
Multifunktionsrollator mit einem Fahrwerk und einen Bügelgriff, der zum Führen des Multifunktionsrollator in Wirkverbindung mit dem Fahrwerk steht, sowie mit einem Behälter, der eine Sitzfläche und mindestens ein Standelement zum Abstützen des Behälters auf einer Standfläche aufweist, wobei das Fahrwerk, wenigstens ein Basisrad aufweist, dessen Radachse eine vom Schwerpunkt und dem Standelement des Multifunktionsrollators beabstandete Schwenkachse bildet, um die der Multifunktionsrollator wahlweise zwischen einer selbsttätigen Standposition und einer geführten Fahrposition schwenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrwerk (7) am Behälterboden (6) angeordnet ist und der Bügelgriff (3) mit dem Behälter (1) verbunden ist. Multifunktionsrollator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe und/oder die Befestigung des Standelementes (8) derart ausgeführt ist, dass in der Standposition der Abstand des Behälterbodens (6) zur Standfläche (19) am Standelement (8) geringer ist als am Basisrad (15, 16). Multifunktionsrollator nach 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Standelemente (8, 9) von unterschiedlicher Höhe vorgesehen sind, wobei die Höhe mit der Entfernung von der Schwenkachse A linear abnimmt. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Standelement (8, 9) gummiert ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrwerk (7) mindestens ein entgegen der Standelemente (8, 9) von der Schwenkachse A beabstandet angeordnetes Stützrad (17, 18) aufweist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe und/oder die Befestigung des Stützrades (17, 18) derart ausgeführt ist, dass in der Fahrposition der Abstand des Behälterbodens (6) zur Standfläche (19) am Stützrad (17, 18) geringer ist als am Basisrad (15, 16). Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Radachse des Stützrades (17, 18) drehbar gelagert mit dem Behälterboden (6) verbunden ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügelgriff (3) schwenkbar gelagert ist, wobei der Bügelgriff (3) in mindestens einer Schwenkposition feststellbar ist. Multifunktionsrollator nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Behälterdeckel (2) zum Verschluss einer Behälteröffnung (13) derart am Bügelgriff (3) befestigt ist, dass mit Verschwenken des Bügelgriffs (3) eine Öffnungs- und eine Schließstellung des Behälterdeckels (2) realisierbar ist, wobei der Bügelgriff (3), vorzugsweise in der Schließstellung des Behälterdeckels (2), feststellbar ist. Multifunktionsrollator nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügelgriff (3) selbsttätig feststellbar ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) zumindest teilweise eine umlaufende Reling aufweist. Multifunktionsrollator nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügelgriff (3) als Reling ausgebildet ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (5) zumindest teilweise von der Behälteröffnung (13) beabstandet angeordnet ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Sitzfläche (5) gegenüber dem Behälterboden (6) geneigt anordenbar ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) kreiszylindrisch oder ovalzylindrisch geformt ist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälterdeckel (2) eine konkave Krümmung aufweist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälterboden (6) einen umlaufenden Steg (11) aufweist. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfassungswände (10) des Behälters (1) aus Kunststoff, Holz oder Metall bestehen. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfassungswände (10) des Behälters (1) Lüftungsöffnungen (20) aufweisen. Multifunktionsrollator nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) Innenwände oder Innentaschen zur Unterteilung aufweist.






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