Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjektor nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Kraftstoffinjektoren der hier interessierenden Art dienen zur Steuerung
des Kraftstoffes, welcher in den Brennraum in einer Verbrennungskraftmaschine eingespritzt
wird. Sie sind im Wesentlichen aus einem Magnetventil sowie einem Miniservoventil
aufgebaut, und betätigen eine Düsennadel, deren Öffnungs- und Schließstellung
durch das Magnetventil steuerbar ist, so dass Einspritzbohrungen im Injektor zum
Einspritzen des Kraftstoffs geöffnet und geschlossen werden.
Ein derartiger Kraftstoffinjektor ist aus der DE
101 59 003 A1 bekannt. Hierin ist ein Kraftinjektor offenbart, welcher
mit einem Magnetventil zur Steuerung des Miniservoventils mit einem Anker ausgeführt
ist, der auf einen Ventilsitz im unteren Ankerraum aufbringbar ist. Der untere Ankerraum
steht über Bohrungen mit einem Steuerdruckraum in fluidischer Verbindung, wobei
über zumindest eine Rücklaufbohrung auftretende Leckmengen über dem
unteren Ankerraum in einen Tank zurückgeführt werden können. Um beim
Schließen des Ventilsitzes durch den Anker Druckschwingungen bzw. Druckschwankungen
im System der Rücklaufbohrungen unterhalb des Ventilsitzes zu vermeiden, sind
Mittel zur Reduzierung dieser Druckschwingungen im unteren Ankerraum vorgesehen.
Die Mittel zur Reduzierung von Druckschwankungen umfassen dabei im unteren Ankerraum
einzuarbeitende Ausnehmungen oder Einbauten sowie ein vergrößertes Volumen
der Rücklaufbohrungen oder des unteren Ankerraums. Somit können bestimmte
von der Rückführung der Leckmengen betroffene Abschnitte im Magnetventil
sowie im Einspritzventil in ihrem Volumen vergrößert ausgebildet sein.
Eine solche Vergrößerung des Volumens bewirkt mit einem definierten Abflussquerschnitt
eine deutliche Reduzierung von Druckschwingungen, jedoch ist das dafür notwendige
injektornahe Volumen nicht im vorhandenen Bauraum darstellbar.
Ein wesentlicher Nachteil der bekannten Ausführungen von Kraftstoffinjektoren
sind solche Druckschwingungen, die zu unterschiedlichem Öffnungsverhalten des
Miniservoventils und damit zu Mengenschwankungen des eingespritzten Kraftstoffs
führen können. Druckschwingungen, die sich über Verbindungsbohrungen
in den angrenzenden Magnetventilraum und den Magnetfederraum fortpflanzen, verursachen
eine Mengenkennfeldwelligkeit, welche auch mittels der vergrößerten fluidischen
Volumina nicht zufriedenstellend verringert bzw. vermieden werden können. Weiterhin
verursacht ein hohes Druckniveau im Kraftstoffrücklauf unzulässig hohe
Beanspruchungen in Kraftstoffrücklaufschläuchen bzw. erhöhte Kosten
für hochdruckfeste Schläuche. In der Leckagebohrung des Injektorkörpers
treten Kavitationsschäden auf, die durch Druckschwingungen und hohe Strömungsgeschwindigkeiten
verursacht werden.
Zur Vermeidung von Drucküberhöhungen und dem Prellverhalten
des Ankers, welches ein sauberes Schließverhalten der Einspritzlöcher
durch die Düsennadel stört, wird ein unsauberes Einspritzen des Kraftstoffes
in der Schlussphase des Öffnungszyklus hervorgerufen, welches ein negatives
Emissionsverhalten der Brennkraftmaschine zur Folge hat.
Aus der DE 102 21 383 A1
sind Druckbegrenzungseinrichtungen zur Limitierung auftretender Spitzendruckwerte
im fluidischen System eines Kraftstoffinjektors bekannt. Diese betreffen einen Kraftstoffinjektor,
welcher eine Kraftstoffhochdruckpumpe mit einem in einer Hubbewegung angetriebenen
Pumpenkolben aufweist, der einen Pumpenarbeitsraum begrenzt, der mit wenigstens
einem Kraftstoffinjektor verbunden ist, durch den Kraftstoff in den Brennraum der
Brennkraftmaschine eingespritzt wird. Hierbei wird durch ein elektrisch betätigtes
Steuerventil zumindest eine Verbindung des Pumpenarbeitsraums mit einem Entlastungsbereich
gesteuert. Durch die Druckbegrenzungseinrichtung wird bei Überschreiten eines
vorgegebenen Druckes im Pumpenarbeitsraum eine Verbindung des Pumpenarbeitsraums
mit einem Entlastungsbereich geöffnet. Die Druckbegrenzungseinrichtung weist
eine elastisch verformbare Membran auf, die von dem im Pumpenarbeitsraum herrschenden
Druck beaufschlagt ist und die bei Überschreiten des vorgegebenen Druckes im
Pumpenarbeitsraum durch deren elastische Verformung die Verbindung des Pumpenarbeitsraums
zum Entlastungsbereich öffnet.
Ein Nachteil der vorgeschlagenen Druckbegrenzungseinrichtung ist jedoch
das Abfließen des Kraftstoffes in einen Entlastungsbereich, welcher die Ausbildung
eines geschlossenen Systems, d.h. die Integration der Druckbegrenzungseinrichtung
im geschlossenen fluidischen System der Rücklaufbohrungen ohne Leckagestrom
nicht ermöglicht.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Kraftstoffinjektor
mit Mitteln zur Reduzierung von Druckschwingungen in der wenigstens einen Rücklaufleitung
zu schaffen, welche ohne Leckagestrom arbeitet und eine einfache sowie wirkungsvolle
Funktion aufweist.
Offenbarung der Erfindung
Diese Aufgabe wird ausgehend von einem Kraftstoffinjektor gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 in Verbindung mit dessen kennzeichnenden
Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
Die Erfindung schließt die technische Lehre ein, dass die Mittel
zur Reduzierung von Druckschwingungen zumindest eine Membrandose umfassen, welche
in einer Aussparung aufgenommen ist, die fluidisch mit der wenigstens einen Rücklaufbohrung
in Verbindung gebracht ist.
Durch die Integration einer Membrandose und die fluidische Verbindung
mit der Rücklaufbohrung wird der Vorteil erreicht, dass der maximale Kraftstoffdruck
auf das Niveau des maximalen Membranspanndruckes begrenzt wird, wodurch die Druckschwingungen
reduziert werden können. Damit wird aufgrund des von der Membrandose aufgenommenen
bzw. abgegebenen Volumens die Strömungsgeschwindigkeit in der Rücklaufbohrung
begrenzt, wodurch kleinere Querschnitte der Rücklaufbohrungen realisiert werden
können. Steigt der Druck in der Aussparung an, verringert sich aufgrund der
Durchbiegung der Membranschalen der Membrandose das innere Volumen. Durch diesen
Effekt wird der Maximaldruck während der Druckschwingungen begrenzt. Sinkt
der Kraftstoffdruck in dem System der Rücklaufleitungen, so dehnen sich die
Membranschalen aufgrund des Innendrucks innerhalb der Membrandose und zusätzlich
aufgrund der elastischen Rückstellkraft der Membranschalen wieder aus, so dass
insgesamt eine Glättung der Druckschwankungen und damit eine Glättung
der Mengenkennfeldwelligkeit erreichbar ist.
Die Rücklaufbohrungen erstrecken sich vom unteren Bereich des
Flachsitzes bis in den Bereich des Magnetventils hinein, wobei der Abschnitt der
Rücklaufbohrung in Richtung des Magnetventils als Verbindungsleitung in den
Magnetfederraum dient. Durch die verringerten Druckschwingungen kann das Prellverhalten
des Ankers des Miniservoventils verringert bzw. vermieden werden, was eine verbesserte
Dosierung der in den Brennraum eingespritzten Kraftstoffmenge ermöglicht, und
das Schließverhalten des Kraftstoffinjektors in der Schlussphase des Einspritzzyklus
wird optimiert. Durch die damit erzielbare verbesserte Quantifizierung der eingespritzten
Kraftstoffmenge aufgrund des minimierten bzw. vermiedenen Prellverhaltens ist eine
verbesserte Verbrennung des Kraftstoffs aufgrund der optimierten Zerstäubung
des Kraftstoffs in den Brennraum erreichbar, was eine Verringerung der Schadstoffemissionen
zur Folge hat.
Eine vorteilhafte Ausführung der vorliegenden Erfindung sieht
vor, dass die Aussparung im Injektorkörper eingebracht ist, so dass die Membrandose
in den Injektorkörper integrierbar ist. Die Aussparung zur Aufnahme der Membrandose
ist als kreisförmige Vertiefung in der Wandung des Injektorkörpers ausgeführt,
so dass die Membrandose einfach von der Außenseite in die als Vertiefung ausgebildete
Aussparung eingebracht werden kann. Ein Verbindungskanal ermöglicht die fluidische
Verbindung zwischen der Rücklaufbohrung und der Aussparung, um eine fluidische
Kommunikation zwischen der Aussparung sowie der Rücklaufbohrung zu schaffen.
Vorteilhafterweise ist die Aussparung mittels eines Verschlusselementes
druckdicht abgedichtet, wobei in der Aussparung benachbart zur Membrandose ein Vorspannelement
angeordnet ist, welches die Membrandose auf dem Fügeumfang der Membranschalen
gegen das Verschlusselement mechanisch verspannt. Das Verschlusselement dichtet
in Form eines Deckels die Aussparung zur Außenseite im Injektorkörper
ab, wobei das Verschlusselement als kreisscheibenförmiger Deckel ausgebildet
sein kann, welcher mittels eines Wellensicherungsringes mechanisch im Injektorkörper
gesichert ist und mittels einer Ringdichtung fluidisch druckdicht angedichtet ist.
Das Vorspannelement kann als elastisches, tellerfederartiges, kreisscheibenförmiges
Element aus einem dünnen Blechmaterial hergestellt sein, so dass die Druckdose
im Bereich ihres Umfangs durch das Vorspannelement gegen die Innenseite des Verschlusselementes
verspannt wird. Die Membrandose ist dabei aus zwei kreisförmigen Membranschalen
aufgebaut, welche druckdicht radial umlaufend aneinander gefügt sind.
Die Fügeverbindung kann Vorteilhafterweise als Schweißverbindung
ausgeführt sein, wobei die Membrandose radial umlaufend im Bereich der Schweißnaht
der beiden Membranschalen zwischen dem Vorspannelement und der Innenseite des Verschlusselementes
radial positioniert und vorgespannt wird. Dadurch wird bei einem Druckabfall im
Innenraum der Aussparung die Schweißverbindung zwischen beiden Membranschalen
der Membrandose entlastet.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass
die Aussparung zur Aufnahme der Membrandose in einem separaten Dämpfergehäuse
aufgenommen ist, wobei das Dämpfergehäuse am Injektorgehäuse angeordnet
und fluidisch mit der Rücklaufleitung verbunden ist. In Abhängigkeit von
den geometrischen Verhältnissen des Konstruktionsraumes des Kraftstoffinjektors
sowie der fehlenden Integrierbarkeit der Membrandose in den Injektorkörper
bietet die Ausführung der Mittel zur Reduzierung von Druckschwingungen in einem
separaten Dämpfergehäuse die Möglichkeit, die Membrandose außerhalb
des Injektorkörpers anzuordnen, und die Aussparung, in welcher die Membrandose
aufgenommen ist, fluidisch mit dem System der Rücklaufbohrungen
zu verbinden. Ähnlich wie die im Injektorkörper ausgebildete Aussparung
umfasst das Dämpfergehäuse einen Innenraum, welcher mittels eines Verschlusselementes
zu einer geschlossenen Aussparung zur Aufnahme der Membrandose ausgebildet ist,
wobei Anschläge vorgesehen sind, welche die Membrandose auf dem Umfang der
Schweißnaht aufnehmen und radial zentrieren. Am Verschlusselement sowie am
Anschlag selber sind Anschlagflächen vorgesehen, die den Hub der Membranschalen
der Membrandose begrenzen. Damit kann eine Überlastung, d.h. eine plastische
Verformung der Membranschalen vermieden werden. Das Vorspannelement ist im Ausführungsbeispiel
des Dämpfergehäuses verstellbar ausgeführt, so dass der Anschlag,
welcher am Vorspannelement angeformt ist, verstellbar ist.
Vorteilhafterweise weisen die kreisförmigen Membranschalen eine
konzentrische Wellenstruktur auf, um die Nachgiebigkeit zu erhöhen. Durch die
Wellenstruktur kann der Wert der Membranschalendurchbiegung aufgrund der niedrigeren
Nachgiebigkeit und damit des ausgedehnteren elastischen Bereiches erhöht werden,
um die maximale Volumendifferenz zwischen einem Maximaldruck und einem Minimaldruck
innerhalb der Aussparung zu maximieren. Die Volumendifferenz betrifft dabei das
maximale bzw. minimale Volumen des Innenraums der Membrandose. Die Wellenstruktur
verläuft konzentrisch um die Mittelachse der kreisförmig ausgebildeten
Membrandose und kann beispielsweise vier Wellenberge bzw. Wellentäler umfassen.
Betreffend die Anordnung der Membranschalen zur Bildung der Membrandose zueinander
ist zum einen die Möglichkeit geboten, die zwei kreisförmigen Membranschalen
spiegelbildlich zueinander anzuordnen, so dass die Wellenstruktur der Membranschalen
gegeneinander verläuft und die Membrandose eine symmetrische Ausbildung aufweist.
Hingegen besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die zwei kreisförmigen
Membranschalen zur Bildung der Membrandose parallel, d.h. in gleicher Richtung zueinander
angeordnet sind, so dass die Wellenstruktur der Membranschale gleichgerichtet verläuft
und die Membrandose eine asymmetrische Ausbildung aufweist.
Im ersten Fall der symmetrischen Ausbildung der Membrandose können
die Membranschalen gleich zueinander ausgebildet sein, so dass eine geringe Teilevarianz
erreichbar ist. Die Membranschalen können in der zueinander gewandten Anordnung
geschweißt werden, so dass die Membrandose aufgrund ihrer Symmetrie keine bevorzugte
Einbaurichtung erforderlich macht. Hingegen ergibt sich basierend auf der symmetrischen
Anordnung der Membranschalen ein Mindestabstand, welcher zu einer Mindestdicke der
Membrandose führt und ein relativ großes Volumen innerhalb der Membrandose
umfasst.
Es ist jedoch bekannt, dass bei einem kleineren Volumen innerhalb
der Membrandose der Enddruck bei gegebenen Schluckvolumen, d.h. der Volumendifferenz
bei Maximaldruck und Minimaldruck innerhalb der Rücklaufbohrung, nur gering
ansteigt, wenn das Ausgangsvolumen groß ist. Die durch den Bauraum in ihrem
Außendurchmesser begrenzte Membrandose kann jedoch unter Lebensdauerbedingungen
nur ein begrenztes Schluckvolumen aufnehmen. Aus der typischen Außendruck-Schluckvolumenkennlinie
des vorliegenden Kraftstoffinjektors kann entnommen werden, das der Schluckvolumenbedarf
mit zunehmenden Außendruck sinkt. Die Reduzierung des Ausgangsvolumens bewirkt
eine steilere Kennlinie des Außendruckes über dem Schluckvolumen, wodurch
beim gegebenen Schluckvolumen ein höherer Außendruck erreicht werden kann.
Dadurch wird auch bei kleinen Schluckvolumina einen sichere Funktion erreicht. Somit
ist die Möglichkeit gegeben, das die Kontur der Membranen im gesamten Federbereich
einen geringen Abstand aufweisen, was durch eine asymmetrische Anordnung der Membranschalen
ermöglicht ist. Durch das geringe Ausgangsvolumen in der Membrandose und die
dadurch steilere Druckvolumenkennlinie reduziert sich beim Absenken des Außendruckes
die Druckkraft, welche die Membrandose nach außen aufwölbt, sehr schnell,
wodurch eine geringere Belastung der Membranschalen und der Schweißnaht im
unverbauten Zustand bzw. außerhalb des Betriebes der Membrandose gegeben ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung der vorliegenden Erfindung
sieht vor, dass die Membrandose mit Helium gefüllt ist und einen Gasdruck aufweist,
der größer ist als der Rücklaufdruck in der Rücklaufleitung
bzw. in der mit der Rücklaufleitung verbundenen Aussparung. Wird als Gas, welches
die Membrandose füllt, Helium gewählt, ist das Dichtschweißen der
Membranschalen prozesssicher möglich und führt gleichzeitig zu günstigeren
Eigenschaften der Gaszustandsänderung. Helium weist einen hohen adiabaten Exponenten
auf, wobei bei hochdynamischen Vorgängen eine steilere Druckanstiegskennlinie
gegenüber der Isothermen Grundauslegung entsteht.
Vorteilhafterweise weist die Membrandose eine Hubbegrenzung auf, welche
innenseitig in der Membrandose eingebracht ist. Die Hubbegrenzung umfasst dabei
Bügelelemente, welche ineinandergreifend angeordnet sind, so dass diese sowohl
eine die Membranschalen zusammenführende Membranschalendurchbiegung als auch
eine die Membranschalen auseinanderführende Membranschalendurchbiegung begrenzt.
Die Bügelelemente können innenseitig in die Membranschalen eingeschweißt
sein, und weisen eine C-förmige Profilstruktur auf, die jeweils
gegenüberliegend ineinander greifen. Wölben sich die Membranschalen nach
außen, so wird die Biegebewegung der Außenwölbung durch ein Eingreifen
der C-förmigen Profile der Bügelelemente begrenzt, wobei die Bügelelement
ein Höhe über der Membranschaleninnenseite aufweisen, die eine Durchbiegung
der Membranschalen nach innen ebenfalls begrenzen. Somit ist durch einfache Mittel
die Möglichkeit geschaffen, eine Hubbegrenzung sowohl als Durchbiegung nach
innen als auch eine Auswölbung der Membranschalen nach außen zu begrenzen,
ohne externe Elemente an der Membrandose vorzusehen. Die Bügelelemente in der
jeweiligen Membranschale können gleich zueinander ausgebildet sein, um auch
in diesem Fall die Teilevarianz zu minimieren, wobei auch eine asymmetrische Ausbildung
der Elemente der Hubbegrenzung innerhalb der Membranschalen möglich ist.
Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend
gemeinsam mit der Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand von Figuren näher dargestellt.
Ausführungsbeispiele
Es zeigt:
1: ein Querschnitt eines Kraftstoffinjektors mit Mitteln
zur Druckbegrenzung, wobei die Mittel als Membrandose ausgebildet sind, die innerhalb
des Injektorkörpers integriert sind;
2: einen Querschnitt eines Ausschnitts der Membrandose
aus 1, welche innerhalb des Injektorkörpers Integriert
ist;
2a: einen Querschnitt eines Ausschittes der Dämpferbaugruppe
gemäß eines weiteren Ausführungsbeispiels;
3: einen Querschnitt eines Kraftstoffinjektors mit
Mitteln zur Druckbegrenzung, wobei die Mittel als Membrandose ausgebildet sind,
die in einem außerhalb des Injektorkörpers angeordneten Dämpfergehäuse
integriert sind;
4: eine Membrandose gemäß vorliegenden Erfindung,
welche eine innenseitig eingebrachte symmetrische Hubbegrenzung aufweist;
5: ein weiteres Ausführungsbeispiel der Membrandose
mit innenseitig eingebrachter Hubbegrenzung, wobei die Hubbegrenzung asymmetrisch
ausgebildet ist;
6a: ein erstes Ausführungsbeispiel der Membrandose,
welche eine symmetrische Anordnung der Membranschalen aufweist; und
6b: ein weiteres Ausführungsbeispiel der Membrandose,
welche eine asymmetrische Anordnung der Membranschalen aufweist.
Der in 1 dargestellte Kraftstoffinjektor
umfasst ein Magnetventil 1 sowie ein Miniservoventil 2. Das Magnetventil
1 umfasst einen Anker 3 sowie einen Ventilsitz 4, wobei
dieser einen Ankerraum 5 von einem Steuerraum des Miniservoventils
2 trennt. Wird die Magnetspule des Magnetventils 1 bestromt, bewegt
sich der Anker 3 in vertikaler Richtung nach oben, so dass sich der Ventilsitz
4 im unteren Ankerraum 5öffnet. Dieser Ventilsitz
4 steht seinerseits über eine oder mehrere Bohrungen in Fluidverbindung
mit einem Steuerdruckraum des Miniservoventils 2. Bei einem Öffnen
des Ventilsitzes 4 baut sich der Druck im Steuerdruckraum des Miniservoventils
ab, wobei Fluid über die Bohrungen in Richtung des Ventilsitzes 4
von dort in den unteren Ankerraum 5 strömt. Bei einem sinkenden Druck
im Steuerraum wird die Düsennadel (hier nicht dargestellt) des Kraftstoffinjektors,
die ständig einem in Öffnungsrichtung wirkenden Kraftstoffhochdruck ausgesetzt
ist, in Bewegung gesetzt, wodurch die Einspritzbohrungen geöffnet werden und
der Kraftstoffinjektor Kraftstoff in den Brennraum einspritzen kann. Im Injektorkörper
7 sind Rücklaufbohrungen 8 eingebracht, wobei das System
der Rücklaufbohrungen 8 an einen Flachsitz 6 anschließen,
und wobei durch die Öffen- bzw. Schließbewegung des Flachsitzes
6 Druckschwingungen innerhalb der Rücklaufbohrung 8 auftreten
können. Daher sind diese fluidisch mit einer Aussparung 10 verbunden
und wirken auf eine Membrandose 9, welche innerhalb der Aussparung
10 eingebracht ist. Die Aussparung 10 ist außenseitig im
Injektorkörper 7 angeordnet, und mittels eines Verschlusselementes
12 druckdicht verschlossen. Entlastet nun der Injektor am Flachsitz
6 des Miniservoventils 2 die Steuerleitung von Raildruck auf Rücklaufdruck,
so entsteht zunächst ein hoher Volumenstrom innerhalb der Rücklaufbohrung
8. Dieser wird zu der Aussparung 10 weitergeleitet, so dass die
Membrandose 9 druckbeaufschlagt wird und die Membranschalen nach innen
gewölbt werden. Dadurch verringert sich das innere Volumen der Membrandose
9, und auftretende Druckspitzen innerhalb Rücklaufbohrungen
8 werden verringert. Sinkt hingegen der Druck innerhalb der Rücklaufbohrung
8, so dehnen sich die Membranschalen der Membrandose 9 wieder
aus, so dass insgesamt die Druckschwankungen geglättet werden. Die Membrandose
9 ist zwischen dem Verschlusselement 12 und einem Vorspannelement
13 angeordnet, welche die Membranschalen der Membrandose jeweils aufeinander
drücken, um die Schweißnaht zwischen den Membranschalen zu entlasten.
2 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt der
Aussparung 10 innerhalb des Injektorkörpers 7. Über
die Rücklaufbohrung 8 ist die Aussparung 10
mit dem Bereich unterhalb des Flachsitzes (siehe 1)
verbunden. Innerhalb der Aussparung 10 ist die Membrandose 9 angeordnet,
welche aus einer ersten Membranschale 14 und einer zweiten Membranschale
15 ausgebildet ist. Strömt nun der Kraftstoff durch die Rücklaufbohrung
8 in die Aussparung 10, so gelangt diese zunächst in einen
ersten Raum 21, was durch Aussparungen 29 und 30 innerhalb
des Injektorkörpers 7 bzw. des Verschlusselementes 12 möglich
ist. Ein zweiter Raum 22 wird ebenfalls mit Kraftstoffdruck beaufschlagt,
welcher direkt mit der Rücklaufbohrung 8 verbunden ist. Steigt nun
der Druck innerhalb der Räume 21, 22 an, so wölben sich
die Membranschalen 14 und 15 zueinander gerichtet nach innen,
so dass sich das Volumen innerhalb der Membrandose 9 verringert. Die Durchbiegung
der Membranschalen 14 und 15 wird durch eine Hubbegrenzung
16 begrenzt, welche aus einem ersten Bügelelement 17 sowie
einem zweiten Bügelelement 18 besteht. Die Bügelelemente weisen
ein C-förmiges Profil auf, so dass sie jeweils gegenüberliegend an die
Innenseite der Membranschalen 14, 15 anstoßen und dadurch
die Hubbewegung begrenzen. Hingegen greifen die Bügelelemente 17 und
18 ineinander, wenn der Druck in den Räumen 21,
22 sinkt, und sich die Membranschalen 14 und 15 nach
außen wölben. Die Membrandose 9 ist zwischen einem Vorspannelement
13 sowie dem Verschlusselement 12 eingespannt, wobei die Einspannung
radial umlaufend auf der Höhe der Schweißnaht 19 erfolgt, um
diese aufgrund der Vorspannung zwischen dem Vorspannelement 13 und dem
Verschlusselement 12 zu entlasten. Zur deutlicheren Darstellung ist in
der 2 das Vorspannelement 13 in einem fliegenden
und nicht vorgespannten Zustand gezeigt. Das Verschlusselement 12 ist mittels
eines Dichtelementes 20 gegenüber der Außenseite des Injektorkörpers
7 abgedichtet, welches beispielsweise aus einem O-Ring besteht. Um eine
Begrenzung der Wölbungsbewegung der Membranschalen 14 und
15 zu schaffen, sind sowohl im Injektorkörper 7 als auch
im Verschlusselement 12 Anschläge 23 und 24 vorgesehen,
an die die Membranschalen 14 und 15 bei einer Wölbung der
Membranschalen 14, 15 nach außen anstoßen. Somit legen
die vorgespannten Anschläge 23, 24 der Hubbegrenzung den
Loslaufdruck fest und begrenzen nach außen die Membranschalendurchbiegung.
Die innere Hubbegrenzung 16 und die äußere Hubbegrenzung mit
den Anschlägen 23 und 24 sind zur gleichzeitigen Darstellung
beide in der 2 gezeigt, wobei für eine technische
Umsetzung der Anordnung eine der beiden Hubbegrenzungen hinreichend ist. Die Anschläge
werden wahlweise durch das Gehäuse 7 und das Verschlusselement
12 oder durch das Vorspannelement 13 und das Aufnahmeelement
28 gebildet (siehe 3).
2a zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel zur
Aufnahme, Begrenzung und Vorspannung der Membrandose 9. Das Vorspannelement
13a hat zumindest drei Ausstellungen 32, welche durch elastische
Vorspannung die Schweißnaht 19 entlasten und gleichzeitig die Membrandose
9 in ihrer Position halten. Durch die Ausstellungen 32 bildet
sich in der Umfassung 31 eine Aussparung, wodurch der Raum 22
direkt und der Raum 21 über die Aussparung 29a mit der Rücklaufbohrung
8 kommuniziert. Am verschlussdeckelseitigen Ende der Umfassung
31 ist eine Verrastung 33 ausgebildet, die vorzugsweise in die
Dichtringnut des Verschlusselementes 12a eingreift und eine formschlüssige
Verbindung herstellt. Am Vorspannelement 13a ist ein Anschlag
24a ausgebildet, der mit dem am Verschlusselement 12a ausgebildeten
Anschlag 23a zusammenwirkt und sowohl zur Loslaufdruckvorspannung als auch
zur Hubbegrenzung eingesetzt werden kann. Die Verrastung 33 ist durch die
Begrenzung der Umfassung 31 in der Aussparung 10 gesichert. Die
vom Injektorkörper 7 unabhängige Membranbefestigung ermöglicht
eine genaue Vorspann- und Loslaufdruckeinstellung und Hubbegrenzung nach Außen.
Die Dämpferbaugruppe 34 ergibt eine hohe Prozesssicherheit, da die
Montage nicht verdeckt erfolgt, keine Kollisionskonturen im Injektorkörper
vorhanden sind und ein Fehlen z.B. der Membrandose 9 sicher erkannt wird.
Die vergleichsweise empfindliche Membrandose 9 ist in der Dämpferbaugruppe
34 geschützt und unabhängig prüfbar. Die Dämpferbaugruppe
34 besteht aus dem Verschlusselement 12a, der Membrandose
9, dem Vorspannelement 13a und dem Dichtelement 20 und
ist in der Aussparung 10 des Injektorkörpers 7 nach außen
druckdicht aufgenommen, wobei die Membrandose allseitig fluidisch mit der Rücklaufbohrung
8 in Verbindung steht. Das kreisscheibenförmige Vorspannelement
13a übernimmt sowohl die Vorspannung zur Entlastung der Schweißnaht
29 als auch die Funktion der Loslaufdruckvorspannung und Hubbegrenzung.
Die elastische Vorspannung erfolgt durch mindestens drei ausgestellte Bereiche,
welche schweißnahtnah auf der Membrandose aufliegen.
3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Mittel
zur Reduzierung von Druckschwingungen, wobei diese eine Membrandose 9 umfassen,
die innerhalb eines Dämpfergehäuses 11 angeordnet ist. Das Dämpfergehäuse
11 ist wiederum am Injektorkörper 7 angeordnet, und fluidisch
sowie mechanisch mit diesem verbunden. Die mechanische Verbindung umfasst gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Schraubverbindung, wobei die fluidische
Verbindung über innenliegende Kanäle in die Aussparung 10 innerhalb
des Dämpfergehäuses 11 mit dem System der Rücklaufbohrung
8 erfolgt. Die Membrandose 9 ist innerhalb des Dämpfergehäuses
11 aufgenommen und mittels eines Verschlusselementes 12 in diesem
fest angeordnet. Gegenüberliegend vom Verschlusselement 12 ist ein
Aufnahmeelement 28 vorgesehen, welches ebenfalls kreisscheibenförmig
ausgebildet ist und mittig einen Anschlag 25 aufweist. Innerhalb des Verschlusselementes
12
ist wiederum ein weiteres Vorspannelement 27 vorgesehen,
welches endseitig in Richtung der Membrandose 9 einen gegenüberliegenden
Anschlag 26 besitzt. Damit kann die Hubbewegung der Membranschalen
14 und 15 der Membrandose 9 durch den Anschlag
25 sowie 26 begrenzt werden. Das Verschlusselement 12
ist innerhalb des Dämpfergehäuses 11 eingeschraubt und mittels
Dichtungen druckdicht verschlossen. Das Vorspannelement 27 ist innerhalb
des Verschlusselementes 12 zentrisch angeordnet und als eine Art Schraube
ausgeführt, um dieses durch eine Schraubbewegung in Richtung der Membrandose
9 bzw. entfernt zu dieser zu verstellen. Der zentrisch angeordnet Anschlag
25 ist am Aufnahmeelement 28 ausgebildet und wirkt entgegen des
Anschlags 26 des Vorspannelementes 27. Damit ist die maximale
Auswölbung der Membranschalen 14 und 15 begrenzbar.
In und
sind jeweils verschiedene Ausbildungen der Hubbegrenzung 16 in der Membrandose
9 dargestellt. In weist die Hubbegrenzung
16 C-förmige Bügelelemente 17 und 18 auf, die
derart ineinander greifen, dass sowohl eine nach innen gerichtete Membrandurchbiegung
als auch eine nach außen gerichtete Membrandurchbiegung begrenzbar ist. Hingegen
ist die Hubbegrenzung in 5 asymmetrisch ausgebildet,
welche ein weiteres Ausführungsbeispiel derselben darstellt. Diese umfasst
ein T-förmiges Bügelelement 17 sowie jeweils klammerförmige
Bügelelemente 18, welche ebenfalls derart ineinander greifen und eine
nach innen gerichtete sowie eine nach außen gerichtete Durchbiegung der Membranschalen
14 und 15 begrenzen. Die Membranschalen 14 und
15 sind durch eine radial umlaufende Schweißnaht 19 miteinander
gefügt.
Die 6a und 6b
zeigen jeweils eine symmetrische sowie einen asymmetrische Ausbildung der Membrandose
9. In 6a sind die Membranschalen
14 und 15 gleich zueinander ausgebildet, so dass diese spiegelbildlich
jeweils um 180° verdreht zueinander angeordnet sind und aufeinander verschweißt
sind. Hingegen weisen die Membranschalen 14 und 15 gemäß
6b eine asymmetrische Ausbildung auf, so dass die Wellenstruktur
innerhalb der Membranschalen gleichförmig verlaufen und die Bauhöhe in
der Membrandose 9 insgesamt verringert ist. Die Membranschalen
14 und 15 weisen jeweils drei Wellen auf, welche konzentrisch
um die Mittelachse der Membrandosen 9 ausgebildet sind, wobei auch eine
andere Anzahl von Wellen in die Membranschalen eingebracht werden können, was
vom Durchmesser der Membrandose und der Dicke des Blechmaterials der Membranschalen
abhängig ist. Die Wellenstruktur vergrößert den elastischen Bereich
zur Durchbiegung der Membranschalen 14 und 15, und vermeiden im
Wesentlichen eine Beschädigung bzw. eine Überlastung der Membranschalen
(14, 15) und der Schweißnaht 19.
Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht
auf das vorstehend angegebene bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist
eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der dargestellten Lösung auch
bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch macht.