Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kugelgewindetrieb. Bei derartigen
Kugelgewindetrieben wird eine drehende Bewegung zwischen der Gewindespindel und
der Spindelmutter in eine axiale Bewegung umgewandelt.
Aus DE 198 57 581 A1
ist ein Kugelgewindetrieb bekannt geworden, bei der die Spindelmutter an ihrer inneren
Mantelfläche eine schraubenförmige Kugelrille und die Gewindespindel eine
entsprechende schraubenförmige Kugelrille aufweist, wobei zwischen den Kugelrillen
Kugeln als tragende Wälzkörper angeordnet sind, wobei die beiden Enden
eines tragenden Kugelrillenbereichs über einen Rücklaufabschnitt für
die Kugeln miteinander verbunden sind. Der Rücklaufabschnitt ist von einem
Rücklaufkanal gebildet, der sich innerhalb der Spindel erstreckt. Dieser Rücklaufkanal
umfasst ein zur Gewindespindel koaxial angeordnetes Rücklaufrohr, das sich
über mehrere Windungen der Kugelrillen hin erstreckt, sowie zwei Umlenkstücke,
die jeweils an ein Ende des Rücklaufrohres angeschlossen sind. Auf diese Weise
ist ein Kugelgewindetrieb gebildet, bei dem die Kugeln über eine Vielzahl von
Schraubenwindungen hinweg in den Rücklaufabschnitt rückgeführt werden
können.
Bei derartigen Kugelgewindetrieben liegt ein sehr hoher Schiebewiderstand
vor, da die im Lastabschnitt abwälzenden Kugeln eine Vielzahl von Kugeln durch
den Rücklaufabschnitt hindurch schieben müssen. Zudem ist die Montage
dieses aus mehreren Teilen gebildeten Rücklaufabschnitts sehr aufwendig und
verteuert somit derartige Kugelgewindetriebe.
Ferner ist bei derartigen Kugelgewindetrieben nachteilig, dass die
Gewindespindel mit einer zentralen Bohrung zur Aufnahme des Rücklaufrohres
versehen sein muss.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Kugelgewindetrieb
nach den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 anzugeben, der einfach herstellbar
ist und leichtgängig arbeitet.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst,
dass die Gewindespindel an ihrem Umfang mit einer Ausnehmung zur Aufnahme des Einsatzes
versehen ist, wobei der Rücklaufabschnitt als zur Spindelmutter geöffnete
rillenförmige Nut an dem Einsatz ausgebildet ist. Anders als bei den bekannten
Kugelgewindetrieben ist hier keine rohrförmig geschlossene Kugelbahn erforderlich.
Bei dem erfindungsgemäßen Kugelgewindetrieb ist die rillenförmige
Nut lediglich derart abgesenkt, dass die Kugel über die Gewindeflanke der an
der Spindelmutter ausgebildeten Kugelrille geführt werden kann. Eine zentrale
Bohrung in der Gewindespindel entfällt ebenfalls. Derartige Einsätze können
kostengünstig aus Kunststoff im Spritzverfahren in Massenfertigung hergestellt
werden. Diese Einsätze brauchen lediglich in eine vorbereitete Nut der Gewindespindel
eingesetzt zu werden.
Eine besonders vorteilhafte erfindungsgemäße Weiterbildung
sieht vor, dass die rillenförmige Nut einen Anfang und ein Ende einer gemeinsamen
Windung des Lastabschnittes endlos miteinander verbindet. Das bedeutet, dass bei
mehreren Windungen des Kugelkanals im Kugelgewindetrieb eine Vielzahl von in sich
geschlossenen Umläufen gebildet ist. Das bedeutet ferner, dass die Anzahl der
in der rillenförmigen Nut angeordneten Kugeln minimiert ist. Nur wenige Kugeln
befinden sich zu einem Zeitpunkt im Rücklaufabschnitt in der rillenförmigen
Nut, so dass der Verschiebewiderstand gegenüber bekannten Kugelgewindetrieben
mit Umlenkung der Kugeln an der Gewindespindel deutlich reduziert ist. Bei derartigen
erfindungsgemäß weitergebildeten Kugelgewindetrieben kann eine Vielzahl
von Einsätzen mit jeweils einer rillenförmigen Nut über den Umfang
der Gewindespindel verteilt angeordnet sein. Allerdings ist es auch möglich,
anstelle einer Vielzahl von Einsätzen lediglich ein oder zwei Einsätze
vorzusehen, die jeweils mit der bereits beschriebenen rillenförmigen Nut als
Rücklaufabschnitt für je einen endlosen Kugelkanal versehen sind.
Vorzugsweise sind die bereits erwähnten Einsätze mit Spiel
in der Ausnehmung aufgenommen. Das Spiel ist soweit ausgelegt, dass beispielsweise
Verspannungen aufgrund von Toleranzschwankungen oder auch Positionsfehler der Nut
zum Spindelgewinde ausgeglichen werden können.
Die rillenförmige Nut als Rücklaufabschnitt ist zwischen
ihrem Eingang und ihrem Ausgang für die Kugeln mit einem krümmungsstetigen
Verlauf versehen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Kugeln nur sanfte
Verzögerungen und Beschleunigungen erfahren.
Um sicherzustellen, dass die Kugeln in dem Rücklaufabschnitt
einwandfrei über die Gewindeflanke der an der Spindelmutter vorgesehenen Kugelrille
gehoben werden können, sieht eine erfindungsgemäße Weiterbildung
vor, dass die rillenförmige Nut einen Abschnitt mit einer lichten Öffnungsweite
aufweist, die kleiner als der Kugeldurchmesser ist. Die rillenförmige Nut begrenzende
Nutwände umgreifen demzufolge die Kugeln zumindest dort um mehr als die Hälfte
des Kugeldurchmessers, wo die Kugeln über die erwähnte Gewindeflanke der
Spindelmutter gehoben werden, um wieder zu dem Beginn der gemeinsamen Windung zu
gelangen.
Die Spindelmutter kann beispielsweise durch eine Hülse mit Innengewinde
gebildet sein. Der Einsatz ist vorzugsweise als Umlenkstück
so geformt, dass es aus einem thermoplastischen Kunststoff kostengünstig und
großserientauglich ohne Hinterschnitt in einem Spritzwerkzeug hergestellt werden
kann. Alternativ kann auch das Umlenkstück aus einem metallischen Werkstoff
geschmiedet, gesintert, geprägt oder gepresst sein. Einfach herzustellende
Umlenkstücke sind mit einer rillenförmigen Nut ausgestattet, die durchgängig
zur Spindelmutter hin geöffnet ist. Zur leichgängigen Durchführung
der Wälzkörper durch das Umlenkstück kann zumindest die rillenförmige
Nut mit einem Gleitmittel zur Verringerung der Reibung zwischen dem Umlenkstück
und der Kugel beschichtet oder imprägniert sein.
Nachstehend wird die Erfindung anhand von zwei in insgesamt zehn Figuren
abgebildeten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
1 einen erfindungsgemäßen Kugelgewindetrieb,
teilweise geschnitten,
2 eine Einzelheit des erfindungsgemäßen Kugelgewindetriebes
aus 1 in vergrößerter Darstellung,
3 die Einzelheit aus 2,
jedoch aus einer anderen Perspektive,
4 ein Umlenkstück des erfindungsgemäßen
Kugelgewindetriebes in vergrößerter Darstellung,
5 einen Ausschnitt der Gewindespindel des erfindungsgemäßen
Kugelgewindetriebes,
6 einen Querschnitt durch ein Einzelteil des erfindungsgemäßen
Kugelgewindetriebes,
7 das Einzelteil aus 6,
jedoch im Längsschnitt,
8 einen weiteren erfindungsgemäßen Kugelgewindetrieb,
jedoch ohne Spindelmutter,
9 eine Einzelheit des erfindungsgemäßen Kugelgewindetriebes
gemäß 8,
10 die Einzelheit aus 9,
jedoch in perspektivischer Darstellung.
Der in den 1–7
abgebildete erfindungsgemäße Kugelgewindetrieb weist eine auf einer Gewindespindel
1 über Kugeln 2 drehbar gelagerte Spindelmutter
3 auf. Die Spindelmutter 3 ist an ihrem Innenumfang mit einer
schraubenförmig gewundenen Kugelrille 4 versehen, die um die Längsachse
des Kugelgewindetriebes herum gewunden ist. Die Gewindespindel 1 ist an
ihrem Außenumfang mit einer schraubenförmig um die Längsachse des
Kugelgewindetriebes gewundenen Kugelrille 5 versehen. Die Kugeln
2 wälzen an den Kugelrillen 4, 5 ab. Die Gewindespindel
ist mit mehreren über dem Umfang verteilt angeordneten Einsätzen
6 versehen, die jeweils in einer an der Gewindespindel 1 vorgesehenen
Ausnehmung 7 (siehe 5) eingesetzt sind. In
diesem Ausführungsbeispiel sind die Einsätze 6 als Umlenkstücke
8 ausgebildet. Die Umlenkstücke 8 verbinden Anfang und Ende
einer gemeinsamen Windung, die von den Kugelrillen 4, 5 der Gewindespindel
1 und der Spindelmutter 3 gebildet sind; auf diese Weise bildet
jede Windung einen endlosen Kugelkanal 9, in dem die Kugeln 2
endlos umlaufen, wobei die Kugeln 2 vom Ende zu dem Anfang einer gemeinsamen
Windung in dem Umlenkstück 8 umgelenkt werden. Der Kugelkanal
9 umfasst einen Lastabschnitt 9a und einen Rücklaufabschnitt
9b. Der Lastabschnitt 9a ist von den Kugelrillen 4,
5 begrenzt. Der Rücklaufabschnitt 9b ist an dem Umlenkstück
8 gebildet.
Die Umlenkung ist deutlich den 2 und
3 zu entnehmen. Insbesondere der 2
ist zu entnehmen, dass die Kugeln 2 entlang ihres Laufs durch den Kugelkanal
9 in dem jeweiligen Umlenkstück 8 aus ihrer durch die Kugelrillen
4, 5 vorgeschriebenen schraubenförmigen Kreisbahn radial
einwärts verlagert werden, wobei diese Absenkung innerhalb des Umlenkstückes
so gebildet ist, dass die Kugeln 2 über die Gewindeflanke
10 gehoben oder geführt werden können, die an der Spindelmutter
3 einander benachbart angeordnete Kugelrillen 4 trennt. Zu diesem
Zweck ist jedes Umlenkstück mit einer rillenförmigen Nut 11 versehen,
wie insbesondere den 4, 6
und 7 zu entnehmen ist. Diese rillenförmige Nut
11 ist durchgängig zur Spindelmutter 3 hin geöffnet.
Die Kugeln 2 werden von einem Eintritt 11a zu einem Austritt
11b der rillenförmigen Nut 11 geführt, wobei sie von
dem Ende zu dem Anfang des gemeinsamen Kugelkanals geführt werden. Zwischen
dem Eintritt 11a und dem Austritt 11b ist eine Absenkung
11c ausgebildet, um die Kugeln 2 in der beschriebenen Weise absenken
zu können.
6 zeigt das Umlenkstück 8 im Querschnitt,
wobei hier deutlich zu erkennen ist, dass das Umlenkstück 8 eine lichte
Öffnungsweite 12 aufweist, die kleiner als der Kugeldurchmesser ist.
Nutwände 11d der Nut 11 umgreifen im Bereich der Absenkung
11c die Kugeln 2 über mehr als den halben Kugelumfang. Auf
diese Weise ist sichergestellt, dass die Kugeln 2 einwandfrei über
die weiter oben beschriebene Gewindeflanke 10 der Spindelmutter
3 gehoben werden können. Auf diese Weise kann zum Beispiel auch ein
Kontakt der Kugel 2 mit der Gewindeflanke 10 vermieden werden.
Demzufolge werden auch Klappergeräusche im Umlenkstück 8 vermieden.
Der 7 ist deutlich die Zone der größten
Absenkung 11c zu entnehmen, das heißt dort, wo die Kugeln
2 über die Gewindeflanke 10 der Spindelmutter 3
gehoben werden.
In den 8 bis 10
ist ein weiteres erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Kugelgewindetriebes
abgebildet. Dieser Kugelgewindetrieb unterscheidet sich von dem aus dem zuvor beschriebenen
Ausführungsbeispiel im wesentlichen dadurch, dass ein modifizierter Einsatz
12 vorgesehen ist, der ebenfalls als Umlenkstück 13 ausgebildet
ist. 8 zeigt lediglich die Gewindespindel
1 mit einem Umlenkstück 13, das in eine Ausnehmung
14 der Gewindespindel 1 eingesetzt ist.
Dieses Umlenkstück 13 ist mit drei rillenförmigen
Nuten 15 versehen, wobei jede rillenförmige Nut 15 als Rücklaufabschnitt
einen Anfang und ein Ende eines Lastabschnittes endlos miteinander verbindet, wobei
ein endloser Kugelkanal 16 durch den Lastabschnitt und durch den Rücklaufabschnitt
gebildet ist. Auf diese Weise sind drei endlose Kugelkanäle 16 gebildet,
in denen die hier nicht abgebildeten Kugeln endlos abwälzen. Bei diesem erfindungsgemäßen
Kugelgewindetrieb genügt es, ein einziges Umlenkstück 13 mit
einer Vielzahl von rillenförmigen Nuten 15 vorzusehen, so dass beispielsweise
ein Kugelgewindetrieb mit drei endlosen Kugelkanälen 16 geschaffen
ist, in dem die Kugeln endlos umwälzen.
9 zeigt das Umlenkstück 13 in einem Schnitt,
wobei hier ebenso wie bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel die lichte
Öffnungsweite 17 kleiner als der Kugeldurchmesser ist. Demzufolge
ist auch bei diesem erfindungsgemäßen Kugelgewindetrieb sichergestellt,
dass die Kugeln in der rillenförmigen Nut 15 des Umlenkstückes
13 einwandfrei über die hier nicht abgebildete Gewindeflanke der Spindelmutter
gehoben werden können.
- 1
- Gewindespindel
- 2
- Kugel
- 3
- Spindelmutter
- 4
- Kugelrille
- 5
- Kugelrille
- 6
- Einsatz
- 7
- Ausnehmung
- 8
- Umlenkstück
- 9
- Kugelkanal
- 9a
- Lastabschnitt
- 9b
- Rücklaufabschnitt
- 10
- Gewindeflanke
- 11
- Nut
- 11a
- Eintritt
- 11b
- Austritt
- 11c
- Absenkung
- 11d
- Nutwand