Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen von Solarzellenmodulen
mit mehreren, in Serie geschalteten Solarzellen mittels eines Messgeräts und
dem Schritt des Beleuchtens einer der mehreren Solarzellen mit einem Lichtpunkt.
Die Erfindung betrifft auch eine Prüfvorrichtung für Solarzellenmodule
zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einer, einen
Lichtpunkt erzeugenden Lichtquelle und einem Messgerät.
Solarzellenmodule enthalten in der Regel mehrere, in Serie geschaltete
Solarzellen und sind so verkapselt, dass lediglich die Anschlüsse des gesamten
Moduls, nicht aber die einzelnen Solarzellen mehr zugänglich sind. Dies ist
beispielsweise auch bei Dünnschichtsolarzellen der Fall, bei denen eine Serienschaltung
nicht mehr über Leiterbahnen zwischen einzelnen Solarzellenwafern, sondern
bereits während des Herstellungsprozesses durch geeignete Gestaltung der Vorderseitenkontakte
und Rückseitenkontakte realisiert wird. Solche Dünnschichtsolarzellenmodule
sind beispielsweise zwischen zwei Glasscheiben verkapselt und die einzelnen Solarzellen
sind elektrisch nicht mehr zugänglich.
Bei bekannten Messverfahren für Solarzellen und Solarzellenmodule
wird eine der Solarzellen in dem Modul mittels eines Lichtpunkts beaufschlagt und
der durch den Lichtpunkt erzeugte Photostrom wird im Kurzschluss an den zugänglichen
Anschlüssen des Moduls gemessen. Beispielsweise wird ein Laserstrahl verwendet,
mit dem eine Solarzelle des Solarzellenmoduls abgerastert wird. Aus dem in Kurzschlusskonfiguration
gemessenen Strom können beispielsweise die Generation und Rekombination/Sammlung
der Solarzelle ortsaufgelöst bestimmt werden. Dieses Messverfahren wird mit
LBIC (Light/Laser Beam Induced Current) bezeichnet.
Problematisch bei der Messung in der Kurzschlusskonfiguration ist,
dass der in der zu messenden Solarzelle erzeugte Photostrom durch alle Solarzellen
des Moduls nach außen geführt werden muss. Dadurch kann eine über
die zu messende Solarzelle getroffene Aussage verfälscht werden. Beispielsweise
reicht es nicht aus, in der Kurzschlusskonfiguration über alle Solarzellen
des Moduls eine Spannung von 0V anzulegen, um an jeder einzelnen Solarzelle 0V anliegen
zu haben. Beispielsweise kann an einer der Zellen eine kleine positive Spannung
abfallen, die dann von einer negativen Spannung an einer anderen Solarzelle kompensiert
wird.
Nicht nur bei sogenannten CIS-Dünnschichtsolarzellen (Kupfer,
Indium, Selenid) oder CIGS-Dünnschichtsolarzellen (Kupfer, Indium, Gallium,
Selenid) ist die Messung von Eigenschaften einzelner Solarzellen in einem verkapselten
Solarzellenmodul in der Kurzschlusskonfiguration problematisch.
Mit der Erfindung sollen ein Prüfverfahren und eine Prüfvorrichtung
für Solarzellenmodule bereitgestellt werden, mit denen zuverlässige Aussagen
über einzelne Solarzellen auch dann getroffen werden können, wenn nicht
mehr die elektrischen Anschlüsse einer einzelnen Solarzelle, sondern lediglich
die Anschlüsse des gesamten Solarzellenmoduls zugänglich sind.
Erfindungsgemäß ist hierzu ein Verfahren zum Prüfen
von Solarzellenmodulen mit mehreren, in Serie geschalteten Solarzellen mittels eines
Messgeräts mit folgenden Schritten vorgesehen: Beleuchten einer der mehreren
Solarzellen mit einem Lichtpunkt, Ableiten des in der mit dem Lichtpunkt belichteten
Solarzelle erzeugten Photostroms in der belichteten Solarzelle selbst und gleichzeitiges
Messen der über das Solarzellenmodul abfallenden Spannung.
Indem der in der zu prüfenden Solarzelle erzeugte Fotostrom in
der belichteten Solarzelle selbst abgeleitet wird, fließt praktisch kein Strom
über die übrigen Solarzellen des Moduls ab, so dass deren Eigenschaften
die erfindungsgemäß vorgesehene Spannungsmessung auch nicht wesentlich
beeinflussen können. Erreicht wird die interne Ableitung des erzeugten Photostroms
dadurch, dass das an die Ausgangsanschlüsse des Solarzellenmoduls geschaltete
Spannungsmessgerät einen gegenüber dem Innenwiderstand des Solarzellenmoduls
ausreichend großen Innenwiderstand hat. Wesentlich für das erfindungsgemäße
Verfahren ist, dass der durch Beleuchten mit dem Lichtpunkt in der zu prüfenden
Solarzelle des Moduls erzeugte Strom nicht über die übrigen Solarzellen
des Moduls abfließt und dadurch das Messergebnis verfälscht. Im allgemeinsten
Fall muss der komplexe Innenwiderstand des Spannungsmessgeräts groß gegenüber
dem komplexen Innenwiderstand des Solarzellenmoduls sein. Die am Solarzellenmodul
anliegende Spannung ist dann die von dem in der belichteten Solarzelle erzeugten
Photostrom und dessen Ableitung über den Innenwiderstand dieser Solarzelle
erzeugte Spannung. Diese Spannung, die außen am Modul gemessen werden kann,
lässt wertvolle Rückschlüsse über die Eigenschaften der belichteten
Solarzelle zu. Dies gilt insbesondere bei sogenannten CIS- und CIGS-Dünnschichtsolarzellen,
da der bei bekannter Lichtintensität erzeugte Photostrom nicht so stark wie
der Innenwiderstand dieser Dünnschichtsolarzellen schwankt. Selbst wenn sich
also der über einen Lichtpunkt mit bekannter Lichtintensität erzeugte
Photostrom ändern sollte, so lässt die dann am Solarzellenmodul gemessene
Spannung immer noch wertvolle Rückschlüsse über die Eigenschaften
der gerade belichteten Solarzelle zu, da der Innenwiderstand von solchen Dünnschichtsolarzellen
bei Defekten oder Unregelmäßigkeiten wesentlich stärker
als der erzeugte Photostrom schwankt. Das erfindungsgemäße Verfahren lässt
es daher problemlos zu, bei vernachlässigbarem Stromfluss durch die übrigen
Solarzellen des Moduls hindurch mittels einer Spannungsmessung am Modul Aussagen
über die Eigenschaften einer gerade belichteten Solarzelle im Modul zu machen.
Die Genauigkeit des Ergebnisses hängt dabei auch davon ab, welcher Wert für
den induzierten Fotostrom, der ja nicht gemessen wird, angenommen wird. Wie bereits
erwähnt wurde, zeigt die Erfahrung aber, dass dieser Wert für Solarzellen
eines bestimmten Typs nur wenig schwankt. Für qualitativ gutes, d.h. verkaufsfähiges
Material schwankt der Wert für den bei einer bestimmten Intensität induzierten
Fotostrom praktisch nur im einstelligen Prozentbereich. Parallelwiderstände
der Solarzelle hingegen können um mehrere Größenordnungen variieren,
bis Auswirkungen auf das Schwachlichtverhalten der Module zu beobachten sind. Fehler
durch die ungenügende Kenntnis des induzierten Fotostroms sind im Allgemeinen
daher völlig unbedeutend. Auch Schwankungen der Kapazität der Zelle, die
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren diagnostiziert werden können,
übersteigen die Unsicherheit bei der Abschätzung des induzierten Fotostroms
bei weitem. Trotz des nur indirekten Einflusses des Fotostroms auf den gemessenen
Spannungswert lässt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren aber
durch Abtasten der Solarzellenoberfläche sogar ein relatives Profil der Fotogeneration
erstellen. Diesem Profil überlagert ist zwar ein Profil, das durch laterale
Inhomogenitäten des Parallelwiderstands der Zelle entsteht. Durch den geringen
seriellen Widerstand, mit dem die einzelnen Abschnitte der Solarzelle durch den
Frontkontakt und Rückkontakt verbunden sind, entsteht hier aber nur dann ein
merkliches überlagertes Profil, wenn die Solarzelle lokale Kurzschlüsse
enthält.
In Weiterbildung der Erfindung ist das Abscannen der Solarzellenoberfläche
mit dem Lichtpunkt und fortlaufendes Erfassen der über das Solarzellenmodul
abfallenden Spannung vorgesehen.
Durch Abscannen der Solarzellenoberfläche mit dem Lichtpunkt
lassen sich Aussagen über lokale Defekte der gerade belichteten Solarzelle
treffen, beispielsweise über lokale Kurzschlüsse zwischen Vorderseitenkontakt
und Rückseitenkontakt.
In Weiterbildung der Erfindung wird das Licht des Lichtpunkts zum
Beaufschlagen der Solarzelle moduliert.
Durch Modulation des Lichts des Lichtpunkts und entsprechend angepasste
Auswertung der am Solarzellenmodul abfallenden Spannung können Störungen,
beispielsweise durch Umgebungslicht, ausgefiltert werden.
In Weiterbildung der Erfindung ist das Beaufschlagen des Solarzellenmoduls
mit Hintergrundbeleuchtung vorgesehen.
Durch Hintergrundbeleuchtung kann gezielt eine Kennlinie der Solarzelle
für gewünschte Beleuchtungsverhältnisse angefahren werden, auf der
dann die Messung mittels des Lichtpunktes erfolgt.
In Weiterbildung der Erfindung ist das Einprägen eines konstanten
Stroms in das Solarzellenmodul und das gleichzeitige Beaufschlagen der Solarzelle
mit einem Lichtpunkt mit intensitätsmoduliertem Licht zum Messen des differentiellen
Widerstandes der Solarzelle vorgesehen.
Durch Einprägen eines konstanten Stroms kann ein bestimmter Arbeitspunkt
auf der I/U-Kennlinie der Solarzelle angefahren werden. Durch die Serienschaltung
aller Solarzellen des Solarzellenmoduls fließt durch alle Solarzellen des Moduls
der gleiche Strom. Indem lediglich eine der Solarzellen des Moduls dann mit dem
Lichtpunkt belichtet wird, kann auch bei Einprägen eines konstanten Stroms
eine Aussage über die elektrischen Eigenschaften der mit dem Lichtpunkt belichteten
Solarzelle getroffen werden. Speziell kann durch Belichten mit einem Lichtpunkt
mit moduliertem Licht der differentielle Widerstand an dem durch Einprägen
des konstanten Stroms angefahrenen Arbeitspunkt der I/U-Kennlinie bestimmt werden.
Durch Einprägen unterschiedlicher Ströme in das Solarzellenmodul kann
dadurch die I/U-Kennlinie einer Solarzelle bestimmt werden. Zusätzlich kann
beispielsweise Hintergrundlicht vorgesehen sein, um auch bei unterschiedlicher Beleuchtung
die I/U-Kennlinien der Solarzelle zu bestimmen.
In Weiterbildung der Erfindung ist das Beaufschlagen der Solarzelle
mit einem Lichtpunkt mit Licht vorgesehen, das mit veränderbarer Frequenz moduliert
ist, und gleichzeitig wird der komplexe Widerstand der Solarzelle bestimmt.
Durch diese Maßnahmen kann beispielsweise der Frequenzgang des
komplexen Innenwiderstandes einer Solarzelle in dem Solarzellenmodul bestimmt werden.
Die Bestimmung des Frequenzgangs lässt beispielsweise wichtige Aussagen über
die Sperrschichtkapazität der geprüften Solarzelle zu.
In Weiterbildung der Erfindung wird die Lichtintensität des Lichtpunktes
so schwach eingestellt, dass der Widerstand des belichteten Abschnitts der Solarzelle
größer oder gleich zum Widerstand des nicht belichteten Abschnitts dieser
Solarzelle ist.
Durch diese Maßnahmen wird das elektrische Verhalten der gerade
belichteten Solarzelle nicht durch den belichteten Abschnitt, sondern durch die
restlichen, nicht vom Lichtpunkt belichteten Abschnitte der Solarzelle bestimmt.
Dadurch ist beispielsweise eine Aussage über das Schwachlichtverhalten der
gemessenen Solarzelle möglich.
In Weiterbildung der Erfindung wird die Lichtintensität des Lichtpunkts
so stark eingestellt, dass der Widerstand des belichteten Abschnitts der Solarzelle
gegenüber den nicht belichteten Abschnitten dieser Solarzelle klein ist.
Bei einer solchen Einstellung der Lichtintensität des Lichtpunktes
ist gegenüber dem belichteten Abschnitt der Rest der Solarzelle vernachlässigbar.
Auch eine solche Messung kann wichtige Aussagen über die Eigenschaften der
belichteten Solarzelle ermöglichen. Beispielsweise kann im Rahmen eines automatisierten
Messprogramms zunächst eine Messung mit schwacher Lichtintensität und
darauffolgend eine Messung mit starker Lichtintensität durchgeführt werden.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird auch durch eine Prüfvorrichtung
für Solarzellenmodule zum Durchführen des erfindungsgemäßen
Verfahrens gelöst, wobei die Prüfvorrichtung eine, einen Lichtpunkt erzeugende
Lichtquelle und ein Messgerät aufweist, wobei das Messgerät als Spannungsmessgerät
zum Erfassen der über ein zu prüfendes Solarzellenmodul abfallenden Spannung
ausgebildet ist und einen gegenüber dem Innenwiderstand des Solarzellenmoduls
wesentlich größeren Innenwiderstand aufweist.
Bei einer derartigen Ausbildung des Spannungsmessgeräts fließt
ein vernachlässigbar kleiner Strom von der gerade belichteten Solarzelle des
Solarzellenmoduls durch dessen übrige Zellen nach außen ab, so dass der
durch die Belichtung erzeugte Photostrom praktisch vollständig in der gerade
belichteten Solarzelle selbst abgeleitet wird. Die Spannungsmessung an den Außenanschlüssen
des Solarzellenmoduls lässt dadurch wichtige Rückschlüsse auf die
gerade belichtete Solarzelle selbst zu, da die übrigen Solarzellen des Moduls
lediglich als Leitungswiderstand wirken und ihr Einfluss auf die am Solarzellenmodul
gemessene Spannung aufgrund des vernachlässigbaren Stromflusses vernachlässigbar
ist. Vorteilhafterweise beträgt der Innenwiderstand des Spannungsmessgeräts
wenigstens das Zehnfache des Widerstands des Solarzellenmoduls. Das Verhältnis
der Innenwiderstände von Solarzellenmodul und äußerer Beschaltung
des Solarzellenmoduls muss für den jeweils betrachteten Frequenzbereich und
allgemein für die komplexen Innenwiderstände gelten.
In Weiterbildung der Erfindung gibt die punktförmige Lichtquelle
moduliertes Licht ab, wobei insbesondere eine Modulationsfrequenz des modulierten
Lichts einstellbar ist.
In Weiterbildung der Erfindung sind Mittel zum Einprägen eines
konstanten Stroms in das Solarzellenmodul vorgesehen, wobei insbesondere unterschiedliche
konstante Ströme eingeprägt werden können.
Durch Einprägen eines konstanten Stroms in das Solarzellenmodul
können unterschiedliche Arbeitspunkte auf der I/U-Kennlinie einer Solarzelle
angefahren und dann an diesem Arbeitspunkt Messungen durchgeführt werden. Dies
kann beispielsweise durch Modulieren des Lichts des Lichtpunkts erreicht werden.
In Weiterbildung der Erfindung ist eine zentrale Steuereinheit vorgesehen,
wobei eine Intensität der den Lichtpunkt erzeugenden Lichtquelle, eine Modulationsfrequenz
des Lichts des Lichtpunkts, eine Einstellung eines in das Solarzellenmodul eingeprägten
Stroms, eine Intensität einer Hintergrundbeleuchtung und/oder eine Position
des Lichtpunkts auf dem Solarzellenmodul mittels der zentralen Steuereinheit vorgebbar
ist.
Mittels einer solchen zentralen Steuereinheit lassen sich beispielsweise
automatisierte Messprogramme mit ebenfalls automatisierter Auswertung einrichten.
Beispielsweise können die einzelnen Solarzellen eines Moduls mittels des Lichtpunktes
abgerastert werden und zu jeder Rasterstellung wird ein Spannungswert an den Außenanschlüssen
des Solarzellenmoduls erfasst. Weitergehende Auswertungen können dann die Beurteilung
des sich ergebenden Rasterbildes sein. Es ist aber beispielsweise auch möglich,
mittels der zentralen Steuereinheit die Modulationsfrequenz des Lichtpunktes zu
verändern und auf diese Weise einen Frequenzgang einer Solarzelle im Modul
zu erfassen. Weiterhin ist es möglich, durch Einprägen unterschiedlicher
konstanter Ströme verschiedene Arbeitspunkte einer I/U-Kennlinie einer Solarzelle
anzufahren und an diesen Arbeitspunkten jeweils den differentiellen Widerstand der
Solarzelte zu bestimmen.
Weiterhin kann mittels der zentralen Steuereinheit beispielsweise
die Intensität einer Hintergrundbeleuchtung verändert werden, um unterschiedliche
Kennlinien der Solarzelle bei unterschiedlicher Beleuchtung wenigstens abschnittsweise
zu erfassen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung im Zusammenhang mit
den Zeichnungen. Einzelmerkmale der dargestellten Ausführungsformen können
dabei in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden, ohne den Rahmen der Erfindung
zu überschreiten. In den Zeichnungen zeigen:
1 ein Prinzipschaltbild eines Serienkreises aus einem
Solarzellenmodul und einem Spannungsmessgerät zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einer ersten Ausführungsform,
2 zwei I/U-Kennlinien für einen mit einem Lichtpunkt
belichteten Abschnitt einer Solarzelle bzw. einen nicht mit dem Lichtpunkt belichteten
Abschnitt der Solarzelle,
3 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen
Prüfvorrichtung,
4 ein Diagramm des sich bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren ergebenden Spannungssignals beim Abscannen eines Solarzellenmoduls mit
mehreren Solarzellen,
5 eine räumliche Darstellung des sich bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren ergebenden Spannungssignals beim Abscannen
eines Solarzellenmoduls mit mehreren Solarzellen,
6 einen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
gemessenen Frequenzgang einer Solarzelle,
7 ein Prinzipschaltbild zur Erläuterung einer
zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens und
8 eine I/U-Kennlinie einer Solarzelle zur Verdeutlichung
der zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
In der Darstellung der 1 ist eine Serienschaltung
eines Solarzellenmoduls 10 mit einem Spannungsmessgerät
12 dargestellt. Das Solarzellenmodul 10 besteht aus mehreren in
Serie geschalteten Solarzellen S1, S2, ... Sn-1,
Sn. Zu jeder Solarzelle S1, ... Sn ist das stark
vereinfachte, für die Zwecke der Erfindung aber ausreichend genaue elektrische
Ersatzschaltbild mit eingezeichnet. Auch bei dem Spannungsmessgerät
12 ist das elektrische Ersatzschaltbild mit eingezeichnet.
Jede Solarzelle S1, ... Sn zeigt im Ersatzschaltbild
eine Diode D1, ... Dn, einen ohmschen Widerstand R1,
... Rn und eine Kapazität C1, ... Cn. Das
Ersatzschaltbild des Spannungsmessgeräts 12 zeigt die Parallelschaltung
aus einem idealen Spannungsmesser 14 mit unendlichem Innenwiderstand, einem
ohmschen Widerstand RL und einer Kapazität CL.
Der Innenwiderstand RL des Spannungsmessgerätes
12 ist dabei wesentlich größer als die Summe der Innenwiderstände
R1, ... Rn der einzelnen Solarzellen S1, ... Sn.
Beispielsweise ist der Widerstand RL wenigstens zehnmal so groß
wie die Summe der Innenwiderstände R1, ... Rn. Auf diese
Weise ist der Spannungsabfall an den übrigen Solarzellen, verursacht durch
den Stromfluss durch das Messgerät 12, vernachlässigbar. Bei
Belichtung einer der Solarzellen S1, ... Sn mit einem Lichtpunkt
dessen Abmessungen kleiner oder gleich sind als die Gesamtfläche einer jeweiligen
Solarzelle S1, ... Sn, wird in der durch den Lichtpunkt beaufschlagten
Solarzelle ein Photostrom erzeugt. Da der Innenwiderstand RL des Spannungsmessgeräts
12 aber wesentlich größer ist als die Summe der Innenwiderstände
R1, ... Rn der Solarzellen S1, ... Sn,
kann dieser erzeugte Photostrom nicht durch die benachbarten Solarzellen abfließen,
sondern wird in der gerade belichteten Solarzelle selbst abgeleitet. Beispielsweise
wird bei Beaufschlagung der Solarzelle S2 mit einem Lichtpunkt der an
der Diode D2 erzeugte Photostrom über den Innenwiderstand R2 abgeleitet.
Dadurch fällt aber über die Solarzelle S2 eine Spannung ab,
die aufgrund des vernachlässigbaren Stromflusses durch die übrigen Solarzellen
S1 sowie S3 bis Sn an den Außenanschlüssen
18, 16 des Solarzellenmoduls 10 abgegriffen werden kann.
Im Gleichstromfall lässt die an den Anschlüssen 16,
18 gemessene Spannung dadurch einen Rückschluss auf den Widerstand
R2 der Solarzelle S2 zu. Dies ist im übrigen auch für
niederfrequente Messungen bis etwa 50 Hz der Fall, so dass bei Modulation des Lichtes
des Lichtpunktes mit Frequenzen von weniger als 50 Hz eine Aussage über den
sogenannten Shunt-Widerstand einer jeweiligen Solarzelle und damit über deren
Schwachlichtverhalten gemacht werden kann. Bei Modulation des Lichts des Lichtpunktes
mit Frequenzen von mehr als 50 Hz kann der komplexe Widerstand einer jeweiligen
Solarzelle, entsprechend der Parallelschaltung aus Innenwiderstand und Sperrschichtkapazität,
bestimmt werden. Bei Bestimmung eines Frequenzganges lassen sich dadurch wichtige
Aussagen über die Sperrschichtkapazität einer jeweiligen Solarzelle und
damit über den inneren Aufbau treffen.
Bei Bestimmung eines Frequenzganges ist es dabei von Bedeutung, dass
die Summe der Kehrwerte der einzelnen Kapazitäten C1 ... Cn
der einzelnen Solarzellen S1, ... Sn wesentlich kleiner ist
als der Kehrwert der Kapazität CL des Messgeräts
12. Allgemein muss die Summe der komplexen Widerstände Zn
der einzelnen Solarzellen S1, ... Sn wesentlich kleiner sein
als der komplexe Widerstand ZL des Messgeräts 12. Im einzelnen
lauten die Bedingungen, unter denen das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt
werden kann daher wie folgt:
- – &Sgr; Rn << RL
- – &Sgr; 1/Cn << 1/CL
- – &Sgr; Zn << ZL.
Das erfindungsgemäße Prüfverfahren soll weiter anhand
der 2 erläutert werden. Jede der in
1 dargestellten Solarzellen S1, S2,
... Sn kann zum Durchführen des erfindungsgemäßen Prüfverfahrens
mit einem Lichtpunkt vollständig beleuchtet werden, vorteilhafterweise wird
aber die Ausdehnung eines Lichtpunktes wesentlich kleiner als die Fläche einer
Solarzelle S1, ... Sn gewählt, um erforderlichenfalls
auch Aussagen über die räumliche Anordnung eventueller Defektstellen auf
der gerade geprüften Solarzelle S1, ... Sn machen zu
können. Wird die Ausdehnung des Lichtpunktes deutlich kleiner als die Ausdehnung
der Fläche der gerade belichteten Solarzelle gewählt, so liegt elektrisch
gesehen eine Parallelschaltung aus zwei unterschiedlich beleuchteten Solarzellen
vor. Streng genommen tritt dabei eine Vermischung von Kennlinien für unterschiedliche
Beleuchtung auf, die schwierig auszuwerten ist. Einfacher fällt dies, wenn
entweder die Kennlinie für den belichteten Abschnitt der Solarzelle oder die
Kennlinie für den nicht belichteten Abschnitt der Solarzelle vernachlässigt
werden kann. Dies kann bei dem erfindungsgemäßen Prüfverfahren ohne
weiteres gemacht werden, wie nachfolgend anhand der Betrachtung zweier Grenzfälle
verdeutlicht werden soll.
Zunächst sei der Fall mit einer sehr großen Lichtintensität
des Lichtpunktes betrachtet. In diesem Fall wird der Durchgangswiderstand des belichteten
Abschnitts der Solarzelle klein, wohingegen der Widerstand des nicht belichteten
Abschnitts der Solarzelle im Vergleich hierzu groß bleibt. Der nicht belichtete
Abschnitt der Solarzelle kann dadurch in elektrischer Hinsicht vernachlässigt
werden und die an den Ausgangsanschlüssen 16, 18 des Solarzellenmoduls
abgegriffene Spannung macht somit eine Aussage über die Eigenschaften des gerade
belichteten Abschnitts der Solarzelle möglich. Durch die starke Belichtung
liegt der Arbeitspunkt bei einer solchen Messung aber immer im gekrümmten Teil
der Kennlinie der Solarzelle und es ist dadurch keine Aussage über das Schwachlichtverhalten
möglich.
Im zweiten betrachteten Grenzfall wird die Intensität des Lichtpunktes
so schwach gewählt, dass sich auch der durch den Lichtpunkt belichtete Abschnitt
der Solarzelle noch fast im dunklen Bereich der Kennlinie befindet, also noch in
dem annähernd parallel zur Spannungsachse verlaufenden Teil der Kennlinie,
wie diese in 2 dargestellt sind. In diesem Fall bleibt
der Widerstand auch des belichteten Abschnitts der Solarzelle groß und in elektrischer
Hinsicht dominiert der nicht belichtete Abschnitt der Solarzelle. Wenn beispielsweise
eine Ausdehnung des Lichtpunktes von 0,1 mm2 und die zu prüfende
Solarzelle eine Fläche von 1 cm2 hat, so liegen Größenverhältnisse
von etwa 1000:1 vor und aufgrund der wesentlich größeren Fläche dominiert
der nicht belichtete Abschnitt der Solarzelle.
Die Darstellung der 2 zeigt im oberen
Teil die Verhältnisse für den vom Lichtpunkt getroffenen Abschnitt der
Solarzelle und im unteren Teil die Verhältnisse für den Rest der Solarzelle.
Wie im oberen Teil der 2 dargestellt
ist, bewegt sich durch die Belichtung mit dem Lichtpunkt der Arbeitspunkt des belichteten
Abschnitts der Solarzelle entlang dem Doppelpfeil 24 von der Kennlinie
20, die dem Zustand der Solarzelle ohne Belichtung durch den Lichtpunkt
entspricht, auf die Kennlinie 22. Die Kennlinie 20 entspricht
dabei nicht der Dunkelkennlinie der Solarzelle, da eine Hintergrund- oder Bias-Beleuchtung
vorgesehen ist, die mittels des Pfeiles 24 angedeutet ist.
Für den nicht belichteten Abschnitt der Solarzelle sind die Verhältnisse
im unteren Teil der 2 dargestellt. Auf den nicht durch
den Lichtpunkt beleuchteten Abschnitt der Solarzelle wirkt lediglich die Bias-Beleuchtung,
so dass sich ein Arbeitspunkt für den nicht belichteten Abschnitt der Solarzelle
stets auf der Kennlinie 20 bewegen wird.
Der belichtete Abschnitt der Solarzelle liefert nun einen Photostrom
IPh, wobei dieser Photostrom I proportional dem Produkt aus der Lichtpunktintensität,
beispielsweise die Intensität eines Laserstrahls, mit der Quantenausbeute ist.
Der nicht belichtete Abschnitt der Solarzelle bildet eine elektrische Last und der
erzeugte Photostrom, der in dem Fall mit schwacher Beleuchtung im Wesentlichen über
die gesamte Fläche der Solarzelle abgeleitet wird, führt zu einer Verschiebung
des Arbeitspunktes entlang der Kennlinie 20. Dies ist im unteren Teil der
2 durch einen Doppelpfeil 26 dargestellt.
Wie bereits ausgeführt wurde, liegt damit streng genommen die Überlagerung
zweier unterschiedlicher Kennlinien vor, da die Beleuchtung aber so schwach gewählt
wird, dass der Widerstand des belichteten Abschnitts der Solarzelle, der sich aus
dem Quotienten aus Flächenwiderstand und Fläche berechnet, größer
oder gleich dem Widerstand des nicht belichteten Abschnitts der Solarzelle ist,
kann die Verschiebung entlang dem Doppelpfeil 24 von der Kennlinie
20 auf die Kennlinie 22 im belichteten Abschnitt der Solarzelle
vernachlässigt werden.
Letztendlich kann also durch die Belichtung mit einem Lichtpunkt mit
intensitätsmoduliertem Licht eine Aussage über den differentiellen Widerstand
im gerade vorliegenden Arbeitspunkt getroffen werden, da gemäß dem Doppelpfeil
26 die an den Ausgangsanschlüssen 16, 18 des Solarzellenmoduls
abgegriffene Spannung den durch den Doppelpfeil 26 abgedeckten Teil der
Kennlinie 20 beschreibt. Neben dem ohmschen Widerstand der Solarzelle ist
dabei auch die kapazitive Last zu berücksichtigen, da die Messfrequenz in diesem
Fall größer als 0 ist.
Für Messfrequenzen von weniger als 50 Hz, also die Modulationsfrequenz
für die Lichtintensität des für die Belichtung verwendeten
Lichtpunkts, kann jedoch näherungsweise von Gleichstromverhältnissen ausgegangen
werden und die Bestimmung des Shunt-Widerstandes der gerade geprüften Solarzelle
im Solarzellenmodul ist möglich. Bei Modulationsfrequenzen von mehr als 50
Hz kann der komplexe Widerstand der gerade geprüften Solarzelle ermittelt werden
und bei hohen Frequenzen dominiert die Kapazität der Solarzelle.
Die Darstellung der 3 zeigt eine erfindungsgemäße
Prüfvorrichtung, mit der das Solarzellenmodul 10 geprüft werden
soll. Das Solarzellenmodul 10 kann mittels Lampen 28,
30 mit einer Hintergrund-Beleuchtung oder Bias-Beleuchtung beaufschlagt
werden. Zusätzlich wird eine zu prüfende Solarzelle in dem Solarzellenmodul
10 mit einem Lichtpunkt beaufschlagt, der durch Auftreffen eines Lichtstrahls
32 auf das Solarzellenmodul 10 entsteht. Die Querschnittsfläche
des Lichtstrahls 32 und somit des Lichtpunkts auf der zu prüfenden
Solarzelle ist wesentlich kleiner als die Ausdehnung der zu prüfenden Solarzelle.
Der Lichtstrahl 32 wird von einer Laserdiode 34 erzeugt und wird
über eine Optik 36 und einen Galvanometer-Scannerkopf 38
umgelenkt. Der Galvanometer-Scannerkopf 38 wird über eine Treiberelektronik
40 angesteuert und kann den Lichtstrahl 32 so ablenken, dass das
gesamte Solarzellenmodul 10 abgescannt werden kann.
Ein Lock-in-Verstärker 42 mit D/A-Ausgängen ist
einerseits über einen Bus 44 an einen Personal Computer
46 zur Steuerung und Datenverwaltung angeschlossen und andererseits mit
Leitungen zur Treiberelektronik 40, zur Laserdiode 34 und zu den
Ausgangsanschlüssen 16, 18 des Solarzellenmoduls
10 versehen.
Unter Steuerung des PCs 46 können automatisierte Mess-
und Auswerteprogramme durchgeführt werden, bei denen beispielsweise die einzelnen
Solarzellen des Solarzellenmoduls 10 mit dem Lichtstrahl 32 abgerastert
werden und parallel dazu die an den Anschlüssen 16, 18 anliegenden
Spannungen erfasst und ausgewertet werden. Mittels einer Stromquelle 60
kann unter Steuerung des PCs 46 auch ein Strom in das Solarzellenmodul
10 eingeprägt werden. Dies wird nachfolgend noch detailliert erläutert.
Das Diagramm der 4 zeigt die an den Anschlüssen
16, 18 aufgenommene Spannung beim Abrastern des Solarzellenmoduls
10. Insgesamt enthält das Solarzellenmodul 10 zwölf
Zellen und, wie der in 4 eingetragenen Kurve zu entnehmen
ist, ist die bei Belichtung der einzelnen Solarzellen abfallende Spannung stark
unterschiedlich. Die Messung der 4 wurde bei niedriger
Modulationsfrequenz durchgeführt, so dass der gemessene Signalpegel proportional
zum Gleichstromparallelwiderstand der gemessenen Solarzelle ist. Der Normalpegel
für die einzelnen Solarzellen des Solarzellenmoduls 10 liegt bei 10
mV und, wie aus der Kurve von 4 zu erkennen ist, weisen
die Solarzellen 2, 4, 5, 8, 9 und
11 in etwa diesen Signalpegel von 10 mV auf. Eine wesentlich geringere
Spannung ist bei den Zellen 1, 3, 6, 7,
10 und 12 zu beobachten. Es ist davon auszugehen, dass diese Solarzellen
lokale Kurzschlüsse aufweisen und bei Ableitung des erzeugten Photostroms lediglich
eine geringe Spannung abfällt.
Die Darstellung der 5 zeigt eine räumliche
Darstellung der an den Anschlüssen 16, 18 des in diesem Fall
stark fehlerhaften Solarzellenmoduls 10 abfallenden Spannung, wobei das
Diagramm der 10 durch Abscannen des Solarzellenmoduls
10 mit dem Lichtstrahl 32 entstanden ist. Die einzelnen Solarzellen
erstrecken sich mit ihrer Längsrichtung dabei parallel zur X-Achse und die
Ausdehnung der einzelnen Zellen in Y-Richtung ist beispielsweise anhand der Bereiche
50, 52 und 54 zu erkennen. Der Bereich 50 zeichnet
sich durch eine gemessene Spannung von annähernd 0 mV aus und es ist damit
davon auszugehen, dass im Bereich dieser Solarzelle ein vollständiger Kurzschluss
vorliegt, beispielsweise durch elektrischen Kontakt zwischen dem Vorderseitenkontakt
und dem Rückseitenkontakt an der Grenzlinie zwischen zwei Solarzellen, so dass
sich auch bei Belichtung keine Spannung ausbilden kann. In gleicher Weise liegt
der Bereich 54 bei etwa 0mV, so dass auch hier davon auszugehen ist, dass
die entsprechende Solarzelle kurzgeschlossen ist. Im Bereich 52 zwischen
den beiden kurzgeschlossenen Solarzellen bildet sich eine, wenn auch niedrige Spannung
aus. Es ist daher davon auszugehen, dass diese Solarzelle keinen Kurzschluss aufweist.
Eine normal hohe Spannung ist im Bereich 56 zu beobachten,
der am Außenrand des Solarzellenmoduls liegt. Insgesamt ist anhand der Darstellung
der 5 zu erkennen, dass auch bei schwacher Belichtung,
d.h. mit einer Intensität des Lichtstrahls 32, bei der der Widerstand
des belichteten Abschnitts der Solarzelle größer oder gleich dem Widerstand
des nicht belichteten Abschnitts ist, durchaus Aussagen über die räumliche
Verteilung von Kurzschlüssen und die Stromgeneration, auch innerhalb einer
Solarzelle, gemacht werden können. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Aussagen
bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens über einzelne Solarzellen
im Solarzellenmodul 10 gemacht werden können, obwohl ja lediglich
die Außenanschlüsse 16, 18 des Solarzellenmoduls
10 zugänglich sind.
Die Darstellung der 6 zeigt den aufgenommenen
Signalpegel über der Modulationsfrequenz des Lichtstrahls 32. Anhand
der Kurve der 6 ist zu erkennen, dass der Lichtstrahl
32 während der Messung auf ein- und demselben Punkt auf dem Solarzellenmodul
10 gehalten wird und die Modulationsfrequenz allmählich
hochgefahren wird. In der logarithmischen Darstellung der 6
ist dadurch der Frequenzgang der gerade geprüften Solarzelle zu erkennen. Bis
zu einer Frequenz von etwa 100 Hz wird der Signalpegel durch den ohmschen Shunt-Widerstand
der Solarzelle bestimmt. Im Bereich bis etwa 10 kHz spielt dann die Kapazität
der Solarzelle eine zunehmend dominierende Rolle, so dass ein komplexer Widerstand
zu berücksichtigen ist. Bei hohen Frequenzen ab etwa 10 kHz wird dann die Kapazität
der Solarzelle dominierend und kann aus der Kurve der 6
bestimmt werden. Im einzelnen liegt eine Fläche der geprüften Solarzelle
bei A = 0,5 cm2. Bei bekannter Intensität des Lichtstrahls
32 kann davon ausgegangen werden, dass der Photostrom IPh bei
3,2 &mgr;A liegt. Wie bereits ausgeführt wurde, schwankt von Solarzelle zu
Solarzelle der bei bekannter Intensität erzeugte Photostrom IPh
nur gering, in jedem Fall schwankt die Größe des Photostroms bedeutend
weniger als die Veränderung des komplexen Widerstandes dieser Solarzelle durch
lokale Defekte. Es kann daher ohne weiteres für die Bestimmung des Shunt-Widerstandes
und der Kapazität der Solarzelle davon ausgegangen werden, dass der Photostrom
den sich durch die eingestrahlte Intensität und die Fläche des Lichtpunkts
ergebenden Wert von 3,2 &mgr;A aufweist.
Im niederfrequenten Bereich kann man dadurch den Shunt-Widerstand
zu 42 k&OHgr; berechnen und anhand der gemessenen Spannung von 0,3 mV bei 100 kHz
ergibt sich die Kapazität der Solarzelle zu 34 nF/cm2. Diese Kapazität
entspricht im Wesentlichen der Sperrschichtkapazität und die Bestimmung des
Frequenzganges gemäß 6 lässt dadurch
wichtige Rückschlüsse auf den Schichtaufbau der Solarzelle zu.
Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens soll anhand der 7 erläutert werden.
Parallel zu dem Solarzellenmodul 10 und parallel zu dem Spannungsmessgerät
12 ist zusätzlich eine ideale Stromquelle 60 zugeschaltet,
mittels der in das Solarzellenmodul 10 ein konstanter Strom eingeprägt
werden kann. Der von der Stromquelle 60 abgegebene definierte Strom fließt
ausschließlich durch das Solarzellenmodul 10, aufgrund seines hohen
Innenwiderstandes aber nicht über das Spannungsmessgerät 12.
Anhand der Darstellung der 3 wurde bereits erläutert,
dass das Einprägen eines konstanten Stroms mittels der Stromquelle
60 erfolgen kann. Durch Einprägen unterschiedlich großer konstanter
Ströme mit der idealen Stromquelle 60 in das Solarzellenmodul
10 können nun unterschiedliche Arbeitspunkte auf der Kennlinie einer
jeweiligen zu prüfenden Solarzelle S1, S2, ... Sn
angefahren werden. In dem angefahrenen Messpunkt kann dann durch Modulieren der
Intensität des Lichtstrahls 32 und Erfassen der an den Ausgangsanschlüssen
16, 18 des Solarzellenmoduls abfallenden Spannung der differentielle
Widerstand der Solarzelle an diesem Arbeitspunkt der Kennlinie ermittelt werden.
Dies ist anhand der 8 zu erkennen. Ein
erster Arbeitspunkt P1 kann durch Einprägen eines konstanten Stromes
I1 erreicht werden. Wie durch den vom Punkt P1 ausgehenden
Doppelpfeil verdeutlicht ist, bewegt sich die an den Anschlüssen
16, 18 des Solarzellenmoduls 10 abgegriffene Spannung
dann um den Punkt P1 herum entlang der Kennlinie 20. Bei Einprägen
eines konstanten Stromes I2 gelangt man zum Arbeitspunkt P2
auf der Kennlinie 20 und bei Einprägen eines Stromes I3
gelangt man dem Arbeitspunkt P3. Erkennbar lässt sich dadurch der
Kennlinienverlauf der Kennlinie 20 in den Punkten P1, P2
und P3 und damit auch der differentielle Widerstand der gerade geprüften
Solarzelle in den jeweiligen Arbeitspunkten P1, P2 und P3
bestimmen.