Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Arsen aus Wasser, insbesondere in situ aus Grundwasser durch Ausfällung von Arsen nach Kontaktieren mit wässrigem Eisenhydroxid, das unter oxidierenden Bedingungen, d. h. einem hohen Redoxpotential, eine stabile Immobilisierung des Arsens auch in wässrigem Milieu erlaubt. Im Verfahren wird arsenhaltiges Wasser mit einer wässrigen Lösung von Eisen(II) und nachfolgend mit Sauerstoff-angereichtertem Wasser versetzt. Dieses Versetzen mit einer Fe2+-Lösung und separat dazu, zuvor oder anschließend, mit Sauerstoff-angereichertem Wasser wird wiederholt durchgeführt, optional mit zwischenzeitlichen Ruhephasen. Zur Elimination von Arsen einschließlich in organischen Verbindungen enthaltenen Arsens aus Grundwasser ist es aus möglich, das mit Sauerstoff angereicherte Wasser und die Fe2+-Lösung unmittelbar in wasserführende Bodenschichten einzuleiten.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entfernung von
Arsen aus Wasser, insbesondere in situ aus Grundwasser.
Generell setzt die vorliegende Erfindung die Ausfällung von Arsen
durch Kontaktieren mit wässrigem Eisenhydroxid ein, das unter oxidierenden
Bedingungen, d.h. einem hohen Redoxpotential, eine stabile Immobilisierung des Arsens
auch in wäßrigem Milieu erlaubt, vermutlich in der Form des schwerlöslichen
Eisenarsenats (FeAsO4).
Neben dem Verfahren zur Entfernung von Arsen aus arsenhaltigem Wasser,
vorzugsweise aus Grundwasser, wird eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
bereitgestellt.
Für die Zwecke der Erfindung wird die Verminderung der Konzentration
an im Wasser gelöstem Arsen durch die Fällung als im wesentlichen wasserunlösliche
Verbindung auch als Elimination bezeichnet.
Stand der Technik
Rott et al. beschreiben in Wasser und Abfall, 36–43 (2000)
die in situ-Aufbereitung arsenhaltigen Grundwassers durch Einbringen von mit Sauerstoff
angereichertem Wasser und vermuten, daß Arsen als FeAsO4 im Aquifer
ausfällt und dort stabil verbleibt.
Rott et al. (Wasser·Abwasser, 358–363, 1996) beschreiben,
daß bei der Oxidation von Fe2+ zu Fe3+-Verbindungen zur
Enteisenung von Grundwasser auch Arsen(III) zu Arsen(V) oxidiert. Das zu Arsen(V)
oxidierte anorganische Arsen ließ sich durch Fällung und Sorption mit
Fe3+-hydroxid entfernen, wobei angenommen wird, daß Arsen(V) an
der Oberfläche des Fe3+-hydroxids adsorbiert.
Die WO 98/57893 beschreibt ein Verfahren zur Elimination anorganischer
Arsenspezies durch Adsorption an metallischem Eisen, vorzugsweise in Gegenwart von
Sulfationen.
Die US 5 358 643 beschreibt
ein Verfahren zur Elimination von Arsen aus Wasser mit einer Mischung aus einem
Eisensalz, einem Oxidationsmittel im Sauren, gefolgt von der Zugabe einer Base zur
Einstellung eines basischen pH-Werts, woraufhin Arsen zusammen mit Eisen ausfällt.
Aufgabe der Erfindung
Angesichts der bekannten Verfahren zur Elimination von anorganischem
Arsen aus Grundwasser liegt eine Aufgabe der Erfindung darin, ein verbessertes Verfahren
zur Elimination von Arsen bereitzustellen.
Eine bevorzugte Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt dabei darin,
ein Verfahren bereitzustellen, mit dem auch Arsen, das in organischen Verbindungen
enthalten ist, aus Grundwasser eliminiert werden kann.
Eine weitere Aufgabe vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Elimination
von Arsen aus Wasser bereitzustellen.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Die Erfindung löst die vorgenannten Aufgaben durch ein Verfahren
zur Entfernung von Arsen aus arsenhaltigem Wasser, insbesondere aus Grundwasser,
wobei die Ausfällung des Arsens in Form einer schwerlöslichen Arsen-Eisen-Verbindung
ausgefällt wird, wobei das Verfahren die Schritte des Kontaktierens des arsenhaltigen
Wassers mit einer wäßrigen Lösung von Eisen(II) und des nachfolgenden
Kontaktierens mit Sauerstoff-angereichertem Wasser umfaßt. Die Schritte des
Kontaktierens mit einer Fe2+-Lösung und separat dazu, zuvor oder
anschließend, mit Sauerstoff-angereichertem Wasser, werden wiederholt durchgeführt,
optional mit zwischenzeitlichen Ruhephasen.
Zur Elimination von Arsen, einschließlich in organischen Verbindungen
enthaltenen Arsens aus Grundwasser ist es auch möglich, das mit Sauerstoff
angereicherte Wasser und getrennt davon, die Fe2+-Lösung, unmittelbar
in wasserführende Bodenschichten einzuleiten, d.h. in einen so genannten Aquifer.
In bevorzugter Ausführungsform wird zwischen einem Zyklus aus
Kontaktieren des arsenhaltigen Wassers mit einer Fe2+-Lösung
und anschließendem Kontaktieren mit sauerstoffhaltigem Wasser eine Durchmischung
vorgenommen. Diese Durchmischung kann bei der Verwendung zur Elimination von Arsen
aus Grundwasser in situ, d.h. innerhalb des Aquifers, durch Entnahme von Grundwasser
aus dem Brunnen erfolgen, der zur Infiltration der Fe2+-Lösung und
anschließend des mit Sauerstoff angereicherten Wassers eingesetzt wurde. Besonders
bevorzugt erfolgt die Entnahme von Grundwasser zwischen Zyklen des Kontaktierens
des Grundwassers im Aquifer, d.h. zwischen Zyklen des Einbringens einer Fe2+-Lösung
und, separat davon, von mit Sauerstoff angereichertem Wasser.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegt darin, daß durch das Kontaktieren des arsenhaltigen Wassers und das anschließende
Kontaktieren mit sauerstoffreichem Wasser eine effektivere Elimination des Arsens
erzielt wird, als durch den unmittelbaren Eintrag einer wäßrigen Lösung
von Fe3+ in das arsenhaltige Wasser. Dieser Effekt wird gegenwärtig
darauf zurückgeführt, daß der aufeinander folgende Eintrag von Fe2+
in wässriger Lösung, gefolgt von gelöstem Sauerstoff zur Bildung
feinverteilten Eisenhydroxids führt, das dann zur Reaktion mit dem Arsen zu
einer schwerlöslichen Arsenverbindung bereitsteht. Damit wird eine effizientere
Umsetzung des eingesetzten Fe2+ zur Ausfällung von Arsen aus Wasser
erreicht.
Die Kontaktierung des arsenhaltigen Wassers mit Sauerstoff-angereichertem
Wasser während einer ersten Phase führt zunächst dazu, daß eine
intensive Durchmischung des arsenhaltigen Wassers mit dem gelösten Sauerstoff
erfolgt, so daß in dem arsenhaltigen Wasser enthaltene Eisenionen zu Fe3+
oxidiert werden, fein verteiltes Eisenhydroxid bilden und schließlich zur Bildung
einer in Wasser schwer- bis unlöslichen Eisen-Arsen-Verbindung führen.
Hier wird zunächst der natürliche Eisengehalt des arsenhaltigen Wassers
genutzt, um das Arsen aus der Lösung auszufällen. Dabei hat sich überraschenderweise
gezeigt, daß dies nicht nur, wie aus dem Stand der Technik bekannt, zur Fällung
von Arsen(III) und Arsen(V) führt, sondern ebenfalls eine Anreicherung von
Arsen aus gelösten organischen Verbindungen erfolgt.
Das zur Anreicherung mit Sauerstoff vorgesehene Wasser, beispielsweise
durch Verteilung von Luft mittels Durchströmens einer Wasserstrahlpumpe, kann
das arsenhaltige Grundwasser sein, das aus einem Brunnen gefördert ist. Bei
Einleitung des sauerstoffreichen Wassers in das arsenhaltige Grundwasser wird durch
Oxidation von im Grundwasser vorhandenem Fe2+ zu Eisenhydroxid (Fe3+(OH)3)
die Reaktionskomponente für die Ausfällung von Arsen-Kationen und organisch
gebundenem Arsen bereitgestellt. Es wurde beobachtet, daß die Belastung des
Grundwassers mit Gesamtarsen auf einen Wert unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts
von 10 &mgr;g/l über einen längeren Zeitraum stabil abgesenkt werden
konnte, selbst wenn allein die Konzentration organisch gebundenen Arsens deutlich
oberhalb dieses Grenzwerts lag.
Während einer nachfolgenden zweiten Phase, die vorzugsweise durch
eine Unterbrechung von der Phase der Einleitung des sauerstoffhaltigen Wassers getrennt
ist, wird eine Fe2+-haltige Lösung mit dem arsenhaltigen Wasser
kontaktiert. Vorzugsweise wird zwischen der ersten und der zweiten Phase der Brunnen
mit unbehandeltem Wasser, das auch das arsenhaltige Wasser sein kann, mit dem zu
behandelnden arsenhaltigen Wasser oder bereits an Arsen angereichertem Wasser, gespült,
so daß in dem zur Infiltration eingesetzten Brunnen keine Durchmischung des
sauerstoffhaltigen Wassers mit dem Fe2+-haltigen Wasser stattfindet.
Das Fe2+-haltige Wasser, das eine wässrige Lösung
eines Salzes von Fe2+ ist, beispielsweise Eisen(II)-chlorid, Eisen(II)-sulfat
oder ein anderes wasserlösliches Eisen(II)-salz, wird durch Mischen, Einpumpen
oder Infiltration mittels eines Brunnens mit dem arsenhaltigen Wasser kontaktiert.
Erfindungsgemäß ist die Lösung des Fe2+-Salzes im wesentlichen
in sauerstofffreiem Wasser angesetzt. Sauerstofffreies Wasser wird in einer Vorrichtung
zur Elimination von Sauerstoff erzeugt, z.B. durch Austreiben von gelöstem
Sauerstoff durch Spülen mit Inertgas, Erwärmen auf eine Temperatur von
mindestens 60°C, bevorzugter mindestens 80°C, noch bevorzugter ca. 100°C,
oder durch Anlegen eines Unterdrucks zur Entgasung, beispielsweise durch Vakuumieren
mit einer Pumpe. Das zur Herstellung der Lösung des Fe2+-Salzes
verwendete Wasser kann das noch arsenhaltige, unbehandelte Wasser oder bereits von
Arsen abgereichtertes Wasser sein.
Alternativ kann die erste Phase mit der zweiten Phase vertauscht werden,
so daß weiterhin alternierend Fe2+ bzw. Sauerstoff, vorzugsweise
jeweils in wässriger Lösung, mit dem arsenhaltigen Wasser kontaktiert
wird, jedoch zu Beginn des Verfahrens zunächst Fe2+ in sauerstofffreier
wässriger Lösung eingetragen wird, und anschließend sauerstofflaltiges
Wasser.
Gegenüber dem bekannten Verfahren zeichnet sich das erfindungsgemäße
Verfahren durch den wiederholten Eintrag von Eisenionen und, zeitlich und/oder räumlich
getrennt davon, den Eintrag von Sauerstoff in das arsenhaltige Wasser aus. Dies
ist insbesondere bei der Verwendung zur Elimination von Arsen aus Grundwasser
vorteilhaft, da das alternierende Einbringen von Sauerstoff, beispielsweise als
sauerstoffhaltiges Wasser, in einer ersten Phase und einer Fe2+-haltigen
Lösung in einer zweiten Phase zu einer Elimination von Arsen führt, die
ausreicht, den gesetzlichen Grenzwert von 10 &mgr;g/L zu unterschreiten, selbst
wenn zwischen dem nacheinander folgenden Eintrag sauerstoffhaltigen Wassers und
einer Fe2+-Lösung, einfach oder zyklisch aufeinanderfolgend mehrfach,
der für die Infiltration verwendete Brunnen zur Entnahme des vom Arsen abgereichten
Wassers verwendet wird. Diese Elimination bzw. Abreicherung von anorganischem und
organisch gebundenem Arsen wird gegenwärtig darauf zurückgeführt,
daß der periodische Eintrag von Fe2+ bzw. Sauerstoff zu einer Verteilung
von feinverteiltem Eisenhydroxid in arsenhaltigem Grundwasser führt, und bei
der Entnahme aus dem zur Infiltration verwendeten Brunnen, das ursprünglich
arsenhaltige Grundwasser durch die Zone hindurchtreten gelassen wird, in der sich
das durch den nacheinander folgenden Eintrag sauerstoffhaltigen und Fe2+-haltigen
Wassers feinverteiltes Eisenhydroxid gebildet hat.
Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung die Verwendung dieses
Verfahrens zur Elimination von Arsen aus organischen Verbindungen bereit, d.h. neben
Arsen(III) und/oder Arsen(V) die Verwendung des Verfahrens zur Elimination von organisch
gebundenem Arsen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch zur Gewinnung
von Trinkwasser aus arsenhaltigem Grundwasser verwendet werden.
Genaue Beschreibung der Erfindung
Die Erfindung wird nun genauer mit Bezug auf die Figuren beschrieben,
in denen
1 ein schematisches Reaktionsschema zum erfindungsgemäßen
Verfahren zeigt,
2 schematisch eine Anlage mit einem Brunnen zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Verwendung zur Elimination von
Arsen aus Grundwasser zeigt,
3 schematisch eine Anlage mit 2 Brunnen zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Verwendung zur Elimination von
Arsen aus Grundwasser zeigt,
4 bis 7 schematisch die
Betriebszustände einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Eliminierung von Arsen aus Grundwasser zeigt und
8 eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
zur Entfernung von Arsen aus einer definierten Menge arsenhaltigen Wassers zeigt.
In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugsziffern jeweils gleiche Elemente.
In 1 ist schematisch der Eintrag von
Fe2+ in sauerstofffreier wässriger Lösung in einer vom Eintrag
von Sauerstoff in wässriger Lösung in jeweils getrennten Phasen gezeigt.
Entsprechend der bevorzugten Ausführungsform besteht das arsenhaltige Wasser
aus einem Grundwasserleiter, aus dem das Arsen zu eliminieren ist. Hier wird deutlich,
daß der Anteil von Fe2+ und, davon zumindest zeitlich getrennt,
Sauerstoff, jeweils in Lösung, in beliebiger alternierender Abfolge ablaufen
kann, also in einer ersten Phase der Eintrag von sauerstoffhaltigem Wasser und in
einer nachfolgenden zweiten Phase der Eintrag von Fe2+, bzw. in einer
ersten Phase der Eintrag von Fe2+ und in einer nachfolgenden zweiten
Phase der Eintrag von sauerstoffhaltigem Wasser.
Die erfindungsgemäße Trennung der Einleitung von Fe2+
bzw. Sauerstoff, jeweils in wässriger Lösung, in das arsenhaltige Wasser
kann alternativ zur zeitlich aufeinanderfolgenden Abfolge einer ersten und zweiten
Phase, wie dies bei Verwendung eines Brunnens zur Infiltration von Fe2+
und Sauerstoff erforderlich ist, auch durch Verwendung getrennter Zuführeinrichtungen
erfolgen, beispielsweise durch einen ersten Brunnen zur Einleitung von Fe2+-Lösung
und einen zweiten Brunnen zur Einleitung von sauerstoffhaltigem Wasser. Bevorzugt
wird jedoch mittels eines Brunnens aufeinanderfolgend Fe2+ und Sauerstoff,
jeweils in wäßriger Lösung, in das Grundwasser infiltriert, mit zwischenzeitlicher
Spülung durch Einpumpen sauerstofffreien Wassers. Bei einem Brunnen wird Grundwasser
im Anschluß an zumindest einem Zyklus der Infiltration von Fe2+
und Sauerstoff, jeweils in Lösung, gefördert. Bei zwei Brunnen wird mittels
eines ersten Brunnens Fe2+ und Sauerstoff infiltriert, während gleichzeitig
oder zeitlich versetzt ein zweiter Brunnen zur Förderung von Grundwasser eingesetzt
wird.
Die Reaktion des in sauerstofffreier Lösung eingetragenen Fe2+
mit dem separat eingebrachten gelösten Sauerstoff zu Eisenhydroxid erfolgt
hier innerhalb des Grundwasserleiters. Anschließend können sowohl anorganische
Arsenspezies wie Arsen(III) und Arsen(V), als auch organisch gebundenes Arsen zu
einer im wesentlichen in Wasser unlöslichen bzw. schwerlöslichen Arsen-Eisen-Verbindung
reagieren. In 1 ist dies durch immobilen, kristallinen
Eisenhydroxid-Arsen-Komplex angedeutet.
Es hat sich gezeigt, daß das Arsen bei einem pH-Wert von unterhalb
3,5 in Lösung gehen kann, so daß es bevorzugt ist, daß der pH-Wert
des arsenhaltigen Wassers nach der Einleitung der Lösung von Fe2+
bzw. Sauerstoff einen pH-Wert von oberhalb 3,5, vorzugsweise oberhalb 4,0 aufweist.
Bei der Durchführung des Verfahrens mit mehreren Zyklen des getrennten,
vorzugsweise des aufeinander folgenden Eintrags einer Fe2+-haltigen Lösung
und einer sauerstoffhaltigen Lösung hat sich gezeigt, daß sich kein signifikanter
Druckverlust bei der Entnahme von Wasser aus dem zur Infiltration verwendeten Brunnen
einstellt. Zum einen führt die getrennte Einleitung bzw. Infiltration von Fe2+
und Sauerstoff, insbesondere bei Einleitung mittels getrennter Leitungen oder Brunnen
oder mit zwischenzeitlicher Spülung einer für beide Einleitungen verwendeten
Leitung dazu, die Reaktion zu Eisenhydroxid in der Zuführleitung zu verhüten.
Zum anderen wird dies darauf zurückgeführt, daß eine Behinderung
der Strömungswege des Wassers durch die Bildung von gelartigem Eisenhydroxid
auch innerhalb des Aquifers nicht oder in wesentlich reduziertem Ausmaß stattfindet,
da das erfindungsgemäße Verfahren dazu führt, daß sich Eisenhydroxid
innerhalb des arsenhaltigen Wassers in feinverteilter Form bildet und daher eine
deutlich verringerte Tendenz zur Bildung von Gelen zeigt, und/oder weil kristalline
Präzipitate mit geringerem Volumen als Eisenhydroxidgel, beispielsweise Eisenarsenat
in kristalliner Form ausfällt, insbesondere nach einer gewissen Reaktionsdauer
bzw. Standzeit von 0,5 bis 1 Tag.
Nachfolgend wird das Verfahren anhand der Elimination von Arsen aus
arsenhaltigem Grundwasser dargestellt, wobei zur Durchführung des Verfahrens
geeignete Vorrichtungen mit einem oder zwei Brunnen eingesetzt werden.
2 zeigt allgemein einen Brunnen 10, der ein
Steigrohr 10 als Entnahmeleitung und ein Hangrohr 15 als Zuführleitung
aufweist. Der Packer 11 liegt unterhalb des Grundwasserspiegels
1. Die Pumpe 13 wird zur Förderung von Grundwasser eingesetzt,
das mittels des Steigrohrs 10, in das ein Rückschlagventil
14 und ein Durchflußmesser 16 eingebaut sind, über ein
4-Wegeventil zum Abschlag 22, in einen Vorratstank 24 und/oder
in einen Belüftungstank 17 geleitet werden kann. Der Belüftungstank
17 dient als Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff, vorliegend mittels
Durchströmen von Inertgas, z.B. Stickstoff, durch das Belüftungselement
18. Der Vorratstank 18 dient als Pufferbehälter für
gefördertes Grundwasser, um daraus mit Sauerstoff angereichertes Wasser oder
im wesentlichen sauerstofffreies Wasser zu erzeugen. Zur Erzeugung sauerstoffhaltigen
Wassers kann ebenfalls der Belüftungstank 17 eingesetzt werden, indem
technischer Sauerstoff oder Luft mittels eines Belüftungselements
18 durch das Wasser strömen gelassen wird.
In einer ersten Phase wird aus dem Brunnen 10 in den Vorratstank
24 gefördertes und arsenhaltiges Grundwasser im Belüftungstank
17 mit technischem Sauerstoff oder Luft durchspült. Zur Abscheidung
ungelösten Gases wird das mit Sauerstoff angereicherte Wasser in einen Entgasungstank
19 geleitet und daraus mittels einer Pumpe durch das Hangrohr
15 in das Grundwasser geleitet. Während dieser Phase wird kein Grundwasser
aus dem Steigrohr 12 entnommen.
Nach der ersten Phase wird das Hangrohr 15 mit entgastem,
sauerstofffreien Wasser gespült, das ebenfalls aus dem Vorratstank
14 entnommen wird und in einer Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff
behandelt wird. Vorliegend wird das Wasser aus dem Vorratstank 24 im Belüftungstank
17 mit Stickstoff gespült, was zum Austreiben von gelöstem Sauerstoff
führt. In einer zweiten Phase wird dann auf dieselbe Weise hergestelltes sauerstofffreies
Wasser mit einem Fe2+-Salz (z.B. Eisenchlorid oder Eisensulfat) aus dem
Vorratsbehälter 21 versetzt und mittels des Hangrohrs 15
in das Grundwasser infiltriert.
Im Anschluß an zumindest einen Zyklus, der das Infiltrieren von
sauerstoffhaltigem Wasser und das davon zeitlich getrennte Infiltrieren einer Fe2+-lösung
umfaßt, vorzugsweise nach einer Ruhephase von 1 h bis 10 Tagen, kann Grundwasser
mittels des Steigrohrs 12 gefördert werden. Aufgrund der Fällung
von anorganischem und organisch gebundenem Arsen innerhalb des Aquifers weist das
geförderte Grundwasser eine zumindest signifikant verminderte Konzentration
gelösten Arsens auf, so daß ein Teilstrom dem Abschlag 22 zugeführt
werden kann und zur Herstellung von Brauch- oder Trinkwasser nutzbar ist.
Nach der Förderung von Grundwasser, vorzugsweise bei Ansteigen
der Gesamtarsenkonzentration im Steigrohr 12 auf eine Konzentration von
oder unterhalb 10 &mgr;g/L wird der Zyklus aus Infiltration einer Fe2+-lösung
und sauerstoffhaltigem Wasser erneut durchgeführt.
3 zeigt allgemein eine Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens in der bevorzugten Ausführungsform,
nämlich bei der Verwendung zur Elimination von Arsen aus arsenhaltigem Grundwasser.
Der Grundwasserspiegel 1 des Aquifers unterhalb der Geländeoberfläche
2 ist durch einen ersten Brunnen 10 zugänglich. Der erste
Brunnen 10 ist durch einen Packer 11 nach oben abgedichtet. Der
Brunnen 10 weist eine Entnahmeleitung 12 auf, an der vorzugsweise
eine Tauchpumpe 13 angebracht ist, sowie ein Rückschlagventil
14. Ebenfalls im ersten Brunnen 10 enthalten ist eine Zuführleitung
15 zur alternierenden Einleitung von Lösungen von Fe2+
in wäßriger Lösung bzw. Sauerstoff.
Bei der Entnahme von arsenhaltigem Grundwasser durch die Entnahmeleitung
12 wird das Wasser zunächst einem Belüftungstank 17
zugeführt, in dem zur Lösung von Sauerstoff oder Luft zur Anreicherung
mit Sauerstoff durchströmt wird, schematisch durch das Belüftungselement
18 angedeutet. Mittels einer Verbindungsleitung wird mit Luftsauerstoff
angereichertes Wasser aus dem Belüftungstank 17 in den Entgasungstank
18 geleitet, um ungelöstes Gas austreten zu lassen, um den Eintrag
von Gas in ungelöster Form in den Aquifer zu vermeiden. In einer ersten Stellung
des Ventils 20 kann mittels einer Pumpe mit Sauerstoff angereichertes Wasser
in die Zuführleitung 15 des ersten Brunnens 10 eingeleitet
werden. Dieser Betriebszustand wird während einer so genannten ersten Phase
zur Einleitung des mit Sauerstoff angereicherten Wassers in das arsenhaltige Grundwasser
eingestellt.
In einer zweiten Stellung des Ventils 20 kann in Alternative
zur Einleitung des mit Sauerstoff angereicherten Wassers aus dem Entgasungstank
19 eine wässrige Lösung von Fe2+ aus einem Vorratsbehälter
21 zudosiert werden.
In einer ersten Ausführungsform dient allein ein erster Brunnen
10 mit einer Leitung 12 oder 15 zur Entnahme von Wasser
aus dem Aquifer, ein Belüftungstank 17 zur Belüftung dieses Wassers,
ein Entgasung im Entgasungstank 19 zur Abscheidung ungelösten Gases,
die Leitung 12 oder 15 zum Einbringen des sauerstoffhaltigen Wassers
in das arsenhaltige Wasser, sowie alternierend und zeitlich getrennt, zur Einbringung
von Fe2+, gelöst in sauerstofffreiem Wasser (nicht dargestellt).
In bevorzugter Ausführungsform weist der Brunnen 10
anstelle der einen Leitung 12, 15 eine Entnahmeleitung
12 sowie eine Zuführleitung 15 auf. Besonders bevorzugt weist
die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens einen zweiten Brunnen
10' auf, vorzugsweise ebenfalls mit einer Entnahmeleitung 12',
die über ein Rückschlagventil 14' eine Alternative zur Entnahmeleitung
12 des ersten Brunnens 10 darstellt. Auch die Zuführleitung
15' des zweiten Brunnens 10' ist eine alternative Zuführleitung
für sauerstoffhaltiges Wasser, bzw. alternierend dazu, für Fe2+-haltiges
Wasser, die gleichzeitig oder zeitlich versetzt an die Stelle der Zuführleitung
15 des ersten Brunnens 10 tritt. Die Entnahmeleitungen
12 bzw. 12' sind jeweils alternativ zur Entnahme von arsenhaltigem
Grundwasser verwendbar, ebenso sind die Zuführleitungen 15 bzw.
15' alternativ zur Einleitung von sauerstoffhaltigem Wasser und alternierend
dazu, von Fe2+-haltigem Wasser verwendbar.
Die Kombination eines ersten Brunnens 10 mit einem zweiten
Brunnen 10' als bevorzugte Ausführungsform ermöglicht es, den
zweiten Brunnen 10' zur Entnahme von Wasser aus dem Aquifer einzusetzen,
während der erste Brunnen 10 alternierend zum Eintrag des sauerstoffhaltigen
Wassers bzw. des Fe2+-haltigen sauerstofffreien Wassers eingesetzt wird.
Auf diese Weise kann das zur Infiltration des Aquifers benötigte
Wasser, nämlich zur Herstellung des mit Sauerstoff angereicherten Wassers und/oder
zur Herstellung der Fe2+-haltigen Wassers erforderliche Wasser, jeweils
aus einem Brunnen gefördert werden, während der andere Brunnen zur Infiltration
verwendet wird. Zu Beginn der Elimination von Arsen kann die Förderleistung
zur Entnahme gleich der Infiltrationsleistung von sauerstoffhaltigem und, alternierend
dazu, Fe2+-haltigem Wasser sein, bevorzugt auch gleich des Spülstroms.
Sobald die gemessene Gesamtkonzentration von Arsen, d.h. anorganisches Arsen zzgl.
organisch gebundenen Arsens unterhalb eines Grenzwerts, beispielsweise unterhalb
des gesetzlichen Grenzwerts von 10 &mgr;g/L liegt, kann die Förderleistung
die Infiltrationsleistung übertreffen, so daß ein Teil des geförderten
Wassers nach der Abreicherung des Arsens für die Produktion von Trinkwasser
und/oder Brauchwasser zur Verfügung steht.
In 4 ist schematisch der Ruhezustand
dargestellt, der vorzugsweise zwischen der ersten Phase der Einleitung sauerstoffhaltigen
Wassers und der zweiten Phase, nämlich der Einleitung von Fe2+-haltigem,
sauerstofffreien Wasser einstellen gelassen wird, beispielsweise durch Unterbrechen
der Infiltration und/oder der Förderung. In diesem Ruhezustand ist der Grundwasserspiegel
1 des Aquifers in seinem natürlichen Zustand, beispielsweise, wie
schematisch angedeutet, waagerecht.
5 zeigt schematisch den Betriebszustand, in dem zunächst
mit Fe2+ angereichertes Wasser in den Grundwasserleiter
infiltriert wird, während aus dem zweiten Brunnen 10' arsenhaltiges
Grundwasser gefördert wird. Das geförderte Grundwasser wird mit Fe2+
angereichert, beispielsweise durch Zudosierung einer konzentrierten Fe2+-Stammlösung,
oder durch dosierte Zugabe eines Fe2+-Salzes. Diese, hier zu Beginn der
Durchführung des Verfahrens vollzogene, so genannte zweite Phase erfolgt im
Anschluss an eine erste Phase, der Infiltration des arsenhaltigen Grundwassers mit
sauerstoffhaltigem Wasser. Dabei ist es bevorzugt, das geförderte arsenhaltige
Wasser mit Fe2+ zu versetzen und zur Infiltration zu verwenden, nachdem
es vom gelösten Sauerstoff befreit worden ist, beispielsweise durch Spülen
mit Inertgas. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn zuvor sauerstofflaltiges
Wasser durch den anschließend zur Entnahme verwendeten Brunnen in das Grundwasser
infiltriert wurde.
Optional kann vorgesehen sein, das Fe2+-haltige Wasser
anzusäuern, um die Lösung des Fe2+ zu stabilisieren.
Im Anschluss an eine zwischenzeitliche Ruhephase entsprechend des
in 3 dargestellten Betriebszustands, vorzugsweise mit
zwischenzeitlicher Spülung der Zuführleitung 15 mit aus dem zweiten
Brunnen 10' entnommenen Wasser, wird nun sauerstoffhaltiges Wasser in einer
ersten Phase durch den ersten Brunnen 10 in den Aquifer infiltriert. Schematisch
ist ein Ausbreitungsbereich um den ersten Brunnen 10 als Reaktionszone
angedeutet, in dem sich das während der zweiten Phase infiltrierte Fe2+
in Mischung mit dem arsenhaltigen Grundwasser mit dem infiltrierten sauerstoffhaltigen
Wasser mischt. Diese Mischung ergibt die erfindungsgemäße feinverteilte
Ausfällung des Arsens in Form einer schwerlöslichen Eisen-Arsen-Verbindung.
In einer anschließenden, so genannten Entnahmephase, schematisch
in 7 dargestellt, kann der zur alternierenden Infiltration
des Fe2+-haltigen Wassers bzw. des sauerstoffhaltigen Wassers verwendete
erste Brunnen 10 zur Förderung von Wasser eingesetzt werden, aus dem
ein wesentlicher Anteil des enthaltenen gesamten Arsens, einschließlich des
in organischen Verbindungen vorliegenden Arsens aus dem Wasser eliminiert wurde.
Denn durch die Bildung gut durchmischter Reaktionszonen, wie schematisch in
6 dargestellt ist, und die anschließende Entnahme
von Grundwasser wird das arsenhaltige Grundwasser vor dem Eintritt in die Entnahmeleitung
12 durch die Reaktionszone hindurchtreten gelassen, so daß dort eine
Elimination des Arsens stattfindet. Dieses vom Arsen abgereicherte Wasser kann nun
zur Produktion von Trinkwasser oder als Brauchwasser eingesetzt werden, so daß
das eliminierte Arsen in Form der unlöslichen Eisen-Arsen-Verbindung im Boden
verbleibt und sich beispielsweise an Sandkörner innerhalb des Aquifers anlagert.
Allgemein kann zur Elimination von Arsen, das in Form organischer
Arsenverbindungen im Grundwasser vorhanden ist, z.B. auf Geländen ehemaliger
chemische Produktions- oder Lagerstätten, die Elimination des Gesamtarsengehalts
von einer zunächst deutlich oberhalb des gesetzlichen Grenzwerts von 10 &mgr;g/L
liegenden Konzentration, beispielsweise von 1 bis 10 mg/L auf Werte von unterhalb
10 &mgr;g/L, beispielsweise 3 bis 5 &mgr;g/L erreicht werden.
Dazu kann eine Vorrichtung eingesetzt werden, wie sie schematisch
in 2 oder 3 dargestellt
ist. Mit Bezug auf 3 können der erste und zweite
Brunnen jeweils innerhalb des Aquifers angelegt werden. In einer ersten Betriebsweise,
wie oben mit Bezug auf die 4 bis 7
beschrieben, kann der erste Brunnen zur alternierenden Infiltration von mit Sauerstoff
gesättigtem Wasser und Fe2+-haltigen Wassers verwendet, wobei abhängig
von den Strömungsgeschwindigkeiten im Aquifer Zeitdauern von 1 bis 10 Tagen
Strömungsraten zur Infiltration von ca. 1,5 bis 5 L/s eingestellt werden können.
Das zur Herstellung des Sauerstoff gesättigtem Wasser einzusetzende
Wasser kann vorzugsweise aus dem zweiten Brunnen mit der selben Strömungsrate
gefördert werden, wobei sich der zweite Brunnen in einer Entfernung von ca.
10 bis 50 m vom ersten Brunnen befinden kann, um einen Austausch innerhalb des Aquifers
zwischen den Brunnen zu ermöglichen. Im Anschluss an den Eintrag des mit Sauerstoff
angereicherten Wassers kann das aus dem zweiten Brunnen geförderte Wasser unmittelbar
zur Infiltration mittels des ersten Brunnens eingesetzt werden, d.h. ohne zwischenzeitliche
Anreicherung mit Sauerstoff. Auf diese Weise wird der zur Infiltration eingesetzte
erste Brunnen gespült. Dieses Spülen kann bei gleich bleibender Strömungsrate
erfolgen, wofür Zeiten von ca. 30 min bis 10 Tagen ausreichen sollten. Als
Option kann eine zwischenzeitliche Ruhephase eingehalten werden, während derer
keine Infiltration vorgenommen wird. Im Anschluß an die zwischenzeitliche Ruhephase,
oder unmittelbar im Anschluss an die Spülung kann, vorzugsweise mit der zuvor
verwendeten Strömungsrate, Wasser, das durch Entgasen vom gelösten Sauerstoff
befreit worden ist, mit Fe2+-chlorid versetzt und mittels des ersten
Brunnens für eine Zeitdauer infiltriert, die vorzugsweise gleich der Zeitdauer
der Infiltration des sauerstoffhaltigen Wassers ist. Fe2+ kann z.B. auf
eine Endkonzentration von 1 bis 20 mg/L Fe2+, bestimmt als Eisen, zugesetzt
werden. Im Anschluss an die Infiltration des Fe2+-haltigen Wassers kann
der erste Brunnen durch Infiltration von Wasser, das aus dem zweiten Brunnen gefördert
und vorzugsweise entgast wurde, gespült werden. Im Anschluss an eine erneute
optionale zwischenzeitliche Ruhephase von 3 bis 72 h kann dann der zur Infiltration
während des ersten Zyklus verwendete erste Brunnen zur Förderung von Grundwasser
eingesetzt werden.
Im Anschluss an die Förderung von Grundwasser aus dem ersten
Brunnen oder gleichzeitig damit kann nun der zweite Brunnen für einen Zyklus
der Infiltration mit Fe2+-haltigem Wasser und, zeitlich getrennt davon,
mit sauerstoffhaltigem Wasser verwendet werden. Neben der Gewinnung von Grundwasser
aus dem ersten Brunnen, aus dem zumindest ein wesentlicher Anteil des gelösten
Arsens eliminiert worden ist, kann nun ein Teilstrom des aus dem ersten Brunnen
geförderten Grundwassers zur Infiltration von Fe2+ und Sauerstoff
in das Grundwasser mittels des zweiten Brunnens eingesetzt werden. Dies entspricht
einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei
der ein erster Brunnen zur alternierenden Infiltration sauerstoffhaltigen Wassers
und Fe2+-haltigen, sauerstofffreien Wassers verwendet wird, wobei das
zur Zubereitung des sauerstoffhaltigen Wassers bzw. der Fe2+-haltigen
Lösung verwendete Wasser aus einem zweiten beabstandeten Brunnen gefördert
wird und, im Anschluss an eine zwischenzeitliche Ruhephase, der erste zur Infiltration
verwendete Brunnen zur Entnahme von Grundwasser verwendet wird, wobei ein Teilstrom
des entnommenen Grundwassers zur Herstellung der für die Infiltration des arsenhaltigen
Grundwassers verwendeten sauerstoffhaltigen und Fe2+-haltigen Lösung
eingesetzt wird. Der übrige Teilstrom kann aufgrund der Abreicherung des Gesamtarsens
zur Erzeugung von Brauchwasser oder Trinkwasser eingesetzt werden. Die wechselseitige
Verwendung des ersten und zweiten Brunnens zur Förderung bzw. Infiltration
von Grundwasser, wobei jeweils ein Teilstroms des geförderten Grundwassers
aufgrund der Abreicherung von Arsen nicht zur Infiltration verwendet wird, kann
zur quasi-kontinuierlichen Produktion von Rohwasser für die spätere Aufbereitung
zu Trinkwasser oder als Brauchwasser eingesetzt werden.
Zudem bietet das erfindungsgemäße Verfahren den großen
Vorteil, unabhängig vom natürlichen Eisengehalt des arsenhaltigen Grundwassers,
eine quasi-kontinuierliche Produktion von Wasser zu realisieren, das einen signifikant
geringeren Gehalt an Arsen insgesamt aufweist.
Beispiel: Satzweise Elimination organisch gebundenen Arsens aus Wasser
In einer schematisch in 8 gezeigten Vorrichtung
mit einer Mischkammer 30 wurde in einem Behälter 31 gespeichertes
arsenhaltiges Wasser alternierend mit sauerstoffhaltigem Wasser und einer Lösung
von Eisenchlorid behandelt. Zur Erzeugung sauerstoffhaltigen Wassers wurde arsenhaltiges
Wasser aus dem Behälter 31 in den Belüftungstank 17
gepumpt und durch intensives Begasen mit Luft bis zur Sättigung mit Sauerstoff
angereichert. Alternierend zur Infiltration sauerstoffhaltigen Wassers aus dem Belüftungstank
17 in die Mischkammer 30 mit arsenhaltigem Wasser wurde eine Eisenchloridlösung,
die in entgastem Wasser angesetzt war, aus dem Vorratsbehälter 21
zudosiert. Am Entnahmeventil 32 gezogene Proben zeigten eine signifikante
Verminderung des Arsengehalts.
Die bei der Elimination von Arsen aus verschiedenen, mit Arsen kontaminierten
Grundwasserproben analysierten Werte sind in der nachfolgenden Tabelle 1 dargestellt.
Dazu wurden jeweils 200 mL arsenhaltiges Wasser im Belüftungstank
17 durch Durchströmen von Luft mit Sauerstoff angereichert und alternierend
zur Herstellung einer Fe2+-chloridlösung im Vorratsbehälter
21 eingesetzt.
Die in der Tabelle 1 nachfolgend dargestellten Werte wurden im Anschluss
an eine Versuchsdauer von insgesamt 24 h bestimmt, wobei anorganisches und organisches
Arsen jeweils ausschließlich aus der Lösung bestimmt wurden.
Gesamtarsen wurde mittels der induktiv gekoppelten Plasma-optischen
Emissionspektrometrie (ICP-OES) analysiert. Das dabei eingesetzte Plasma hat eine
extrem hohe Temperatur, so daß alle Probenbestandteile atomisiert und ionisiert
werden, unabhängig von dem Ursprung als anorganisches Arsen oder als Teil einer
organischen Verbindung, summarisch erfasst wird. Das verwendete die ICP-Spektrometer
(Modell Ciros) wurde auf eine Wellenlänge von 189,42 nm eingestellt, die Meßkammer
wurde mit Argon vor jeder Messung gespült. Zur selektiven Bestimmung von anorganischem
Arsen(III) bzw. V wurde die Atomabsorptionsspektrometrie von Arsenhydrid (AsH3)
eingesetzt.
Dazu wurden Proben mit saurer Kaliumjodidlösung reduziert. Dies
führt zur Reduktion anorganischen Arsens zu Arsen(III), während organische
Verbindungen unverändert bleiben. Das Arsen(III) wird mit Tetrahydroborat in
Salzsäurelösung zu Arsenhydrid umgesetzt. Arsenhydrid wird in der Atomabsorptionsspektroskopie
(Perkin Elmer Analyst 100) eingesetzt, wobei Arsenhydrid mittels einer PE-Membran
aus der Lösung abgetrennt und durch einen Argon-Trägergasstrom in das
Spektrometer transportiert wurden. Der Anteil des in organischen
Verbindungen enthaltenen Arsens ergibt sich als Differenz des Gesamtarsens zum anorganischen
Arsen.
Tabelle 1: Elimination von Arsen aus arsenhaltigem Grundwasser
Die Werte der Tabelle 1 zeigen, daß auch für verschiedene
Grundwasserproben eine signifikante Reduktion der Konzentrationen an anorganischem
(As(anorg.)), sowie an organisch gebundenem Arsen (As(org.)) erreicht wurde.
Als Alternative wurde die Mischkammer 30 mit Boden befüllt,
der mit Arsen kontaminiert war, darunter ein Anteil in Form organischer Arsenverbindungen.
Nach Befüllen der Anlage war im Behälter 31 mit Arsen kontaminiertes
Wasser, das wie zuvor mit Bezug auf arsenhaltiges Wasser beschrieben, im Belüftungstank
17 mit Sauerstoff gesättigte wurde, um sauerstoffhaltiges Wasser herzustellen.
Die Abreicherung des Arsens ist in Tabelle 2 dargestellt, wobei über die Versuchsdauer
alternierend das zirkulierende arsenhaltige Wasser aus dem Behälter
31 im Belüftungstank 17 mit Sauerstoff angereichert wurde,
bzw. ein Teilstrom des kontaminierten Wassers aus dem Behälter 31
in den Vorratsbehälter 21 zur Lösung von Fe2+-chlorid
eingesetzt wurde. Dieser Versuch zeigt, daß das erfindungsgemäße
Verfahren im Boden enthaltenes Arsen in eine wasserunlösliche Form zu überführen,
so daß das mit dem arsenhaltigen Boden in Kontakt stehende Wasser im wesentlichen
von Arsen befreit wird.
Tabelle 2: Elimination von aus Boden löslichem Gesamtarsen:
1
Grundwasserspiegel
2
Geländeoberfläche
10
erster Brunnen
10'
zweiter Brunnen
11, 11'
Packer
12, 12',
Steigohr oder Entnahmeleitung
13
Pumpe
14, 14'
Rückschlagventil
15, 15'
Hangrohr oder Zuführleitung
16
Durchflußmesser
17
Belüftungstank
18
Belüftungselement
19
Entgasungstank
20
Ventil
21
Vorratsbehälter
30
Mischkammer
31
Behälter
32
Entnahmeventil
22
Abschlag
23
Überlauf
24
Vorratstank
Anspruch[de]
Verfahren zur Elimination von Arsen aus Wasser durch Kontaktieren mit
Eisenhydroxid, gekennzeichnet durch
das Kontaktieren mit Sauerstoff und, getrennt davon,
das Kontaktieren mit Fe2+ in sauerstofffreier Lösung.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kontaktieren
mit Sauerstoff durch Einbringen von mit Sauerstoff versetztem Wasser erfolgt.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kontaktieren mit Sauerstoff in einer ersten Phase erfolgt und das Kontaktieren
mit Fe2+ in einer zeitlich späteren zweiten Phase erfolgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kontaktieren mit Fe2+ in einer ersten Phase erfolgt und
das Kontaktieren mit Sauerstoff in einer zeitlich späteren zweiten Phase erfolgt.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das zu eliminierende Arsen in Form organischer Verbindungen vorliegt.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Kontaktieren mit Sauerstoff und das Kontaktieren mit Fe2+
abwechselnd nacheinander mehrfach durchgeführt wird.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das arsenhaltige Wasser Grundwasser ist und das Kontaktieren mit Sauerstoff
und Fe2+ durch alternierende Infiltration mittels eines Brunnens in das
Grundwasser erfolgt.Verfahren nach einem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Brunnen zwischen der Phase des Kontaktierens mit Sauerstoff und der Phase des
Kontaktierens mit Fe2+ mit sauerstofffreiem Wasser gespült wird.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen aufeinander folgenden Zyklen, die jeweils das Einbringen von Sauerstoff
und von Fe2+ umfassen, aus dem Brunnen, der zur Infiltration verwendet
wird, Wasser entnommen wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch kennzeichnet,
daß aus einem zweiten Brunnen (10') Grundwasser entnommen wird, von
diesem ein Teilstrom mit Sauerstoff angereichert wird und durch den ersten Brunnen
(10) in das Grundwasser infiltriert wird, und alternierend der Teilstrom
von Sauerstoff befreit wird und mit einem Fe2+-salz versetzt wird und
durch den ersten Brunnen in das Grundwasser infiltriert wird.Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sauerstofffreies Wasser durch Vakuumieren und/oder Durchströmen mit
Inertgas sauerstoffhaltigen Wassers erzeugt wird.Vorrichtung zur Eliminierung von Arsen aus arsenhaltigem Grundwasser
mit einem Brunnen (10) mit einer Entnahmeleitung (12) und einer
Zuführleitung (15), gekennzeichnet durch einen mit der Entnahmeleitung
(12) verbundenen Vorratstank (24), einen mit dem Vorratstank (24)
verbundenen Belüftungstank (17), einen mit dem Belüftungstank
(17) verbundenen Entgasungstank (19), der mit der Zuführleitung
(15) verbunden ist, sowie eine mit dem Belüftungstank (17)
verbindbare Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff aus Wasser, die
mit der Zuführleitung (15) verbindbar ist, wobei ein Vorratsbehälter
(21) zur Zudosierung von Fe2+ zwischen der Vorrichtung zur Elimination
von Sauerstoff aus Wasser und dem Brunnen (10) mit der Zuführleitung
(15) verbindbar ist.Vorrichtung zur Eliminierung von Arsen aus arsenhaltigem Grundwasser
mit einem ersten Brunnen (10), gekennzeichnet durch
einen beabstandeten zweiten Brunnen (10'),
einen Belüftungstank (17) und einen damit verbindbaren Entgasungstank
(19),
eine erste Entnahmeleitung (12) des ersten Brunnens (10), die
mit dem Belüftungstank (17) verbindbar ist und
eine Zuführleitung (15') innerhalb des zweiten Brunnens (10')
zur Infiltration sauerstoffhaltigen Wassers in das Grundwasser,
sowie eine Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff, die alternativ zu dem Belüftungstank
(17) mit der ersten Entnahmeleitung (12) verbindbar ist, und eine
stromabwärts angeordnete Dosiervorrichtung zur Zugabe von Fe2+,
die alternativ zu dem Belüftungstank (17) mit der zweiten Zuführleitung
(15') des zweiten Brunnens (10') verbindbar ist, um Fe2+-haltiges,
im Wesentlichen sauerstofffreies Wasser durch den zweiten Brunnen (10')
in das Grundwasser zu infiltrieren.Vorrichtung nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch eine zweite Entnahmeleitung
(12') des zweiten Brunnens (10'), die mit dem Belüftungstank
(17) und alternativ mit der Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff
und der Dosiervorrichtung für Fe2+ verbindbar ist, sowie eine erste
Zuführleitung (15) innerhalb des ersten Brunnens (10), die
mit dem Belüftungstank (17) oder der Dosiervorrichtung für Fe2+
verbindbar ist, zur alternierenden Infiltration von Fe2+ und Sauerstoff
in das Grundwasser mittels des ersten Brunnens (10).Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 oder 14, gekennzeichnet
durch ein Belüftungselement (18) des Belüftungstanks (17)
zum Eintrag von Luftsauerstoff oder technischem Sauerstoff.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, gekennzeichnet
dadurch, daß die Vorrichtung zur Elimination von Sauerstoff vom Belüftungstank
(17) gebildet wird, der eine Begasungseinrichtung zum Eintrag von Inertgas
in Wasser aufweist.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, gekennzeichnet
dadurch, daß die Entnahmeleitung (12) und die Zuführleitung (15)
innerhalb eines Brunnens dasselbe Rohr sind.