Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Prozesskontrolle beim Walzen
von Metallen, insbesondere Aluminium oder Aluminiumlegierungen sowie ein Walzgerüst
mit Arbeitswalzen zum Walzen von Metallen, insbesondere von Aluminium oder Aluminiumlegierungen
und Mitteln zur Durchführung einer Prozesskontrolle des Walzprozesses.
Beim Warmwalzen sowie beim Kaltwalzen ist es wünschenswert das
gewalzte Band mit einer möglichst konstanten Dicke zu fertigen. Unvermeidbare
Unrundheiten der Walzen, insbesondere der Stützwalzen, verursachen jedoch während
des Walzbetriebes periodische Schwankungen der tatsächlichen Auslaufdicke des
Bandes. Zur Steuerung der Banddicke werden Banddickenregelsysteme verwendet, welche
üblicherweise darauf basieren, die Banddicke am Einlauf der Arbeitswalzen sowie
am Auslauf der Arbeitswalzen zu messen, über Modellrechnungen Stellgrößen
zu bestimmen und über entsprechende Stellbefehle das Anstellsystem des Walzgerüstes
zu steuern. Es hat viele verschiedene Versuche gegeben, die periodischen Schwankungen
der Banddicke während des Walzen zu eliminieren. Beispielsweise ist aus der
deutschen Offenlegungsschrift DE 33 31 822
A1 ein Verfahren zur Regelung der Banddicke bekannt, bei welchem über
die Walzenanstellung, die Walzkraft und die Federkonstante des Walzgerüst indirekt
die Größe des Walzspaltes ermittelt wird. Die ermittelte Größe
des Walzspaltes wird mit direkt ermittelten und zeitlich verzögerten Banddickenmesswerten
korrigiert. Die so ermittelte Größe für den Walzspalt wird zur Steuerung
der Walzenanstellung der Arbeitswalzen und damit zur Prozesskontrolle des Walzens
verwendet. Weitere Verfahren zur Prozesskontrolle beim Walzen von Metallen sind
aus der deutschen Offenlegungsschrift DE
103 27 663 A1 bekannt. Da die Prozessparameter im Walzspalt bisher nur
indirekt bestimmt werden konnten, war eine Eliminierung der Schwankungen der Banddicke
nicht möglich, da alle bekannten Verfahren nicht schnell genug Schwingungen
des Walzgerüsts ausregeln konnten. Zudem fehlte die Möglichkeit wichtige
Parameter für die Prozesskontrolle, beispielsweise das Spannungsprofil der
Arbeitswalzen zeitnah zu bestimmen und der Prozesskontrolle zuzuführen.
Insbesondere beim Walzen von Aluminium treten zusätzlich Materialablagerungen
und Materialanhaftungen auf den Arbeitswalzen auf, welche zu Fehlern auf dem gewalzten
Band führen. Bisher hat hierzu ein Bediener des Walzgerüstes eine Sichtkontrolle
der Arbeitwalzen und des gewalzten Bandes durchgeführt und den Walzprozess
beim Vorhandensein eines Oberflächenfehlers auf der Arbeitswalze gestoppt.
Da auch Fehler im Millimeterbereich zu Ausschussbändern führen, wurden
derartige Fehler häufig zu spät entdeckt, so dass aufgrund der hohen Walzgeschwindigkeiten
bereits große Mengen fehlerhafte Bänder produziert worden sind.
Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Prozesskontrolle beim Walzen von Metallen,
insbesondere Aluminium oder Aluminiumlegierungen sowie ein Walzgerüst mit Arbeitswalzen
zum Walzen von Metallen und Mitteln zur Durchführung einer Prozesskontrolle
des Walzprozesses zur Verfügung zu stellen, mit welchem Prozessparameter des
Walzspaltes während des Walzens direkt ermittelt werden können, so dass
der Einfluss von Schwingungen des Walzgerüstes auf die Banddicke reduziert
und gleichzeitig der Anteil an Ausschussbändern gesenkt werden kann.
Gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung wird
die oben aufgezeigte Aufgabe für ein Verfahren zur Prozesskontrolle beim Walzen
von Metallen dadurch gelöst, dass unter Verwendung mindestens einer Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
Prozessparameter während des Walzens ermittelt werden, wobei Ultraschallwellen
durch mindestens einen Ultraschallsender in die Arbeitswalzen in Richtung des Walzspaltes
eingekoppelt werden und die eingekoppelten Ultraschallwellen mit mindestens einem
Ultraschallempfänger wieder empfangen werden.
Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass über die Einkopplung
von Ultraschalwellen in die Arbeitswalzen wichtige Prozessparameter gewonnen werden
können, um die Prozesskontrolle beim Walzen zu verbessern. Für Ultraschallwellen
sind massive Körper wie die Arbeitswalzen zwar durchlässig. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit
der Ultraschallwellen sowie deren Reflektion oder Transmission an Medienübergängen
sind jedoch von den spezifischen Umgebungsbedingungen im Metall der Arbeitswalze
bzw. an dem entsprechenden Materialübergang abhängig. Daher können
durch eine Messung der eingekoppelten Ultraschallwellen mit einem Ultraschallempfänger
unmittelbar Rückschlüsse auf Walzbedingungen oder Walzparameter ermittelt
und zur Prozesskontrolle verwendet werden. Darüber hinaus ermöglicht die
Verwendung der Ultraschallwellen eine einfache und sichere Überwachung des
Walzvorgangs.
Vorzugsweise wird gemäß einer ersten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens das Impuls-Echo-Verfahren verwendet. Bei diesem Verfahren werden sehr
kurze Ultraschallimpulse mit hoher Frequenz in die Arbeitswalze eingeleitet und
nach deren Reflektion am Walzspalt wieder empfangen. Aus den Laufzeitunterschieden
zwischen Senden und Empfangen des Ultraschall-Impulses sowie aus der Amplitude eines
reflektierten Impulses können Prozessparameter für die Prozesskontrolle
beim Walzen gewonnen werden. Üblicherweise werden hierzu Ultraschallimpulse
mit einer Frequenz von 0,1 bis 100 MHz, die mit einer Wiederholfrequenz von bis
zu 50 kHz emittiert werden. Die sehr hohe Impulsfrequenz dient zur Verbesserung
der Ortsauflösung, da diese der halben Wellenlänge der Ultraschallwellen
entspricht. Über die Wiederholfrequenz kann das Messsignal zur besseren Auswertung
stabilisiert werden.
Gemäß einer nächsten vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird unter Verwendung mindestens der
einen Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung die Banddicke des gewalzten Bandes
im Walzspalt gemessen und zur Prozesskontrolle beim Walzen verwendet. Es hat sich
gezeigt, dass die in die Arbeitswalze eingekoppelten Ultraschallwellen nicht nur
am Übergang der Arbeitswalze zum Bandmaterial reflektiert werden, sondern auch
in das Bandmaterial eindringen und an der gegenüberliegenden Seite der Arbeitswalze
reflektiert werden. Misst man den Laufzeitunterschied zwischen den direkt am Übergang
der Arbeitswalze zum Bandmaterial reflektierten Ultraschallwellen und den an der
gegenüberliegenden Arbeitswalze reflektierten Ultraschallwellen, kann auf einfache
Weise über trigonometrische Überlegungen die Dicke des Walzspaltes, welche
dann der Banddicke im Walzspalt entspricht, ermittelt werden. Daher besteht die
Möglichkeit eine unmittelbar beim Walzen gemessene Banddicke zur Prozesskontrolle
zu verwenden. Die hieraus resultierende kurze Antwortzeit zur Steuerung der Anstellelemente
des Walzgerüst gewährleistet, dass Schwankungen der Banddicke aufgrund
von Schwingungen des Walzgerüstes deutlich reduziert werden können.
Unter Ausnutzung des akustoelastischen Effekts kann, gemäß
einer nächsten weitergebildeten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens, unter Verwendung der mindestens einen Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
das Spannungsprofil der Arbeitswalze gemessen werden. Aufgrund des akustoelastischen
Effekts verändert sich die Schallgeschwindigkeit von Ultraschallwellen in Abhängigkeit
vom Spannungszustand im Werkstoff linear bis zum Erreichen der Dehngrenze des Werkstoffes.
In den Bereichen der Arbeitswalze, welche besonders unter Spannung stehen, weisen
die Ultraschallwellen besonders hohe Geschwindigkeiten auf, so dass proportional
zum Spannungszustand in der Arbeitswalze eine Veränderung der Laufzeit der
Ultraschallwellen erfolgt. Damit ist es möglich, den Spannungszustand einer
Arbeitswalze während des Walzens durch Laufzeitunterschiede der Ultraschallwellen
zu bestimmen. Dieser gibt Auskunft darüber, an welchen Stellen die Arbeitswalze
besonders belastet ist. Die Daten des Spannungsprofils können dann beispielsweise
zur gezielten Ansteuerung der Stützwalzen und/oder der Walzenkühlung verwendet
werden.
Vorzugsweise wird unter Verwendung der Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
der Walzölfilm im Walzspalt überwacht. Beim Übergang der Ultraschallwellen
von einem Medium in das andere, beispielsweise von der Arbeitswalze in den Walzölfilm
und das Walzgut im Walzspalt, tritt eine Reflektion auf, dessen Reflektionskoeffizent
R sich wie folgt bestimmt:
R = (Z2 – Z1)2/(Z2 + Z1)2
wobei für den Schallwellenwiderstand in den einzelnen Medien 1 und 2 gilt:
Z1/2 = C1/2·&zgr;1/2.
Dabei ist c1/2 die Schallgeschwindigkeit in den Medien
und &zgr;1/2 die Dichte. Der Schallwellenwiderstand ist proportional
zur Schallgeschwindigkeit in dem Medium und die Reflektion steigt mit steigendem
Unterschied in der Schallgeschwindigkeit der Medien.
Da die Schallgeschwindigkeiten in Öl ca. 1800 m/s und Stahl etwa
5920 m/s beträgt, ist die Reflektion beim Austritt der Ultraschallwellen in
den Walzspalt bei vorhandenem Walzölfilm relativ groß und nur ein kleiner
Teil des Ultraschallimpulses tritt in den Walzspalt ein. Die Amplitude des an diesem
Übergang reflektierten Ultraschallimpulses ist entsprechend hoch. Haftet beispielsweise
Aluminiummaterial an einer Stelle an der Arbeitswalze an und ist ein Walzölfilm
an dieser Stelle nicht mehr vorhanden, so bricht die Amplitude des reflektierten
Ultraschallimpulses jedoch ein. Dies liegt daran, dass in Aluminium die Schallgeschwindigkeit
ähnlich hoch wie in Stahl ist, nämlich etwa 6300 m/s, so dass lediglich
ein geringer Unterschied in dem Schallwellenwiderstand am Übergang vorliegt.
Damit kann schnell und automatisiert während des Walzens festgestellt werden,
dass an der Arbeitswalze Material anhaftet bzw. der Walzölfilm nicht mehr vorhanden
ist. Die bisher nahezu nicht mögliche Überwachung des Walzölfilms
im Walzspalt wird durch das erfindungsgemäße Verfahren erstmals ermöglicht.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich
nicht nur beim Warm-, sondern auch beim Kaltwalzen von Metallen, da das erfindungsgemäße
Verfahren eine direkte Bestimmung von Walzparametern ermöglicht und somit eine
besonders schnelle Regelung des Walzspaltes erzielbar ist, die auch Schwingungen
des Walzgerüstes berücksichtigen kann.
Weist die Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung eine Mehrzahl
an Ultraschallsendern und -empfängern auf, welche in axialer Richtung entlang der
Arbeitswalzen angeordnet sind, kann der Walzspalt, das Spannungsprofil und der Walzölfilm
der Arbeitswalze über die gesamte Breite der Arbeitswalze bestimmt bzw. überwacht
werden und einer entsprechenden Prozesskontrolle zugeführt werden. Denkbar
ist jedoch auch, dass eine einzige Kombination aus Ultraschallsender und -empfänger
verwendet wird, die beispielsweise bewegbar an der Arbeitswalze angeordnet ist und
diese periodisch überwacht.
Vorzugsweise sind die Ultraschallsender und -empfänger über
ein flüssiges Medium, insbesondere über eine Walzemulsion, an die Arbeitswalzen
angekoppelt, so dass die Verluste beim Austritt bzw. beim Eintritt der Ultraschallwellen
in die Arbeitswalzen möglichst gering gehalten werden kann. Die Verwendung
von Walzemulsion ist besonders vorteilhaft, da diese im Walzprozess allgegenwärtig
ist und beispielsweise ein einfaches Abstreifen der Walzemulsion von der Arbeitswalze
zur Beseitigung ausreicht.
Sind die Ultraschallsender und -empfänger der Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
in axialer Richtung der Arbeitswalze gesehen v-förmig angeordnet, kann durch
eine einfache Anordnung der Ultraschallsender und -empfänger der Walzspalt
der Arbeitswalzen vermessen werden. Bei dieser Anordnung kann der Ultraschall vom
Ultraschallsender direkt in die Arbeitswalze eingekoppelt werden. Es ist jedoch
auch denkbar, einen kombinierten Sender und Empfängerkopf als Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
zu verwenden.
Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird
die oben hergeleitete Aufgabe für ein Walzgerüst dadurch gelöst,
dass eine Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung vorgesehen ist, welche mindestens
einen Ultraschallsender und -empfänger aufweist, wobei mit dem Ultraschallsender
Ultraschallwellen durch mindestens eine Arbeitswalze in Richtung des Walzspaltes
emittierbar und mit dem Ultraschallempfänger die vom Ultraschallsender emittierten
und am Walzspalt und/oder vom Material im Walzspalt reflektierten Ultraschallwellen
empfangbar sind.
Wie bereits zu dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben,
ermöglicht das erfindungsgemäße Walzgerüst, über die Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
den Walzspalt und zur Prozesskontrolle des Walzens benötigte Parameter, wie
beispielsweise das Vorhandensein eines Walzölfilmes, direkt zu messen. Entsprechend
ausgerüstete Walzgerüste ermöglichen damit eine besonders gute Prozesskontrolle,
da bisher im Wesentlichen nur indirekte Messwerte, beispielsweise in Bezug auf die
Größe des Walzspaltes, zur Prozesskontrolle verwendet wurden.
Umfasst die Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung eine Mehrzahl
an Ultraschallsendern und -empfängern, welche in axialer Richtung der Arbeitswalzen
angeordnet sind, kann die Arbeitswalze im Walzgerüst über ihre gesamte
Arbeitslänge überwacht und der Walzspalt über die gesamte Arbeitslänge
eingestellt werden.
Eine in axialer Richtung der Arbeitswalzen gesehen v-förmige
Anordnung der Ultraschallsender und -empfänger gewährleistet eine minimale
Anzahl an Medienübergängen der Ultraschallwellen oder Ultraschallimpulsen
vom Sender zum Empfänger. Aufgrund der hieraus resultierenden maximalen Signalstärke
im Ultraschallempfänger, wird die Messgenauigkeit verbessert.
Zum gleichen Zweck dienen auch die vorzugsweise vorgesehenen Mittel
zur akustischen Ankopplung der Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung an die
Arbeitswalze. Beispielsweise können die Ultraschallsender und -empfänger
der Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung in einem Walzemulsionsstrahl angeordnet
sein, welcher den Ultraschallsender bzw. -empfänger vollständig umgibt
und kontinuierlich gegen die Arbeitswalze gerichtet ist. Darüber hinaus ist
auch eine Anordnung vorstellbar, bei welchem die Arbeitswalze in einer Wanne mit
Walzemulsion eintaucht, in welchem ein Ultraschallsender oder -empfänger angeordnet
ist.
Schließlich weisen der/die Ultraschallsender- und/oder -empfänger
akustische Linsen zur Ein- bzw. zur Auskopplung der Ultraschallwellen auf. Ultraschallwellen
lassen sich durch einfache geometrische Körper, häufig aus Kunststoff,
bündeln und fokussieren. Durch die Bündelung und Fokussierung kann unter
Berücksichtigung der Brechung der Ultraschallwellen beim Medienübergang
gezielt ein Strahlungsfeld in der Walze eingestellt werden, welches zu besonders
guten Messergebnissen führt. Beispielsweise sollte die Einkopplung der Ultraschallwellen
dazu führen, dass das in die Arbeitswalze eintretende Strahlenbündel möglichst
wenig divergiert, so dass am Walzspalt eine möglichst hohe Intensität
reflektiert wird.
Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten das erfindungsgemäße
Verfahren zur Prozesskontrolle beim Walzen sowie das erfindungsgemäße
Walzgerüst weiterzubilden und auszugestalten. Hierzu wird verwiesen einerseits
auf die den Patentansprüchen 1 und 10 nachgeordneten Patentansprüche,
andererseits auf die Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung. Die Zeichnung zeigt in
1a) in einer schematischen, radialen Schnittansicht die Arbeitswalzen
gemäß eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes,
1b) in einer schematischen, radialen Schnittansicht die Arbeitswalzen
gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes,
2 in einer radialen Schnittansicht den Strahlengang
der Ultraschallimpulse im Bereich des Walzspaltes im Ausführungsbeispiel aus
1a),
3 in einer schematischen, radialen Schnittansicht den
Strahlengang der Ultraschallwellen bei der Spannungsprofilvermessung des Ausführungsbeispiels
aus 1a),
4 in einem Zeit-Amplituden Diagramm einen typischen
Signalverlauf bei der Vermessung des Spannungsprofils aus 3,
5a), b) Ankopplungsmittel der Ultraschallsender und -empfänger
gemäß eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes und
6a, b) verschiedene Linsengeometrien von Ultraschallsendern und
-empfängern.
Eine schematische, radiale Schnittansicht die Arbeitswalzen
1, 2 eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Walzgerüstes 3 zeigt 1a). Das erfindungsgemäße
Walzgerüst 3 weist eine Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
4, 5 und nicht dargestellte Mittel zur Prozesskontrolle auf. Der
Ultraschallsender 4 koppelt in die Arbeitswalze 1 Ultraschallwellen
6, beispielsweise in Form von Impulsen, ein. Die Ultraschallimpulse weisen
beispielsweise Frequenzen im Bereich von 0,1 bis 100 MHz auf.
Üblicherweise werden die Ultraschallimpulse mit einer Wiederholfrequenz
von bis zu 50 kHz emittiert, um die Messung des reflektierten Signals zu stabilisieren.
Der Ultraschallimpuls 6 wird vom Ultraschallsender 4 in die Arbeitswalze
1 eingekoppelt, verlässt die Arbeitswalze 1 im Bereich des
Walzspaltes und wird an der gegenüberliegenden Arbeitswalze 2 erneut
reflektiert, um anschließend in die Arbeitswalze 1 einzukoppeln und
vom Ultraschallempfänger 5 als Ultraschallimpuls 7 gemessen
zu werden. In der 1a) ist darüber hinaus eine Stützwalze
9 dargestellt, über welche die Lastverteilung der Arbeitswalzen
1 eingestellt werden kann.
Ein gegenüber dem Ausführungsbeispiel aus 1a)
vereinfachtes, zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Prozesskontrolle beim Walzen zeigt 1b). Das Walzgerüst
in 1b) umfasst keine Stützwalzen, so dass die Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
4a die Ultraschallwellen senkrecht in Richtung Walzspalt in die Arbeitswalze
1a einkoppeln kann. Die Laufzeit des eingekoppelten und am Materialübergang
vom Walzgut in die zweite Arbeitswalze 2a reflektierte Ultraschalimpulses
6a ist damit unmittelbar proportional zur Dicke des gewalzten Bandes
8a. Bei diesem Ausführungsbeispiel kann die Ultraschall-Sender-Empfänger-Anordnung
4a aus einem einzigen Sender-Empfänger-Prüfkopf bestehen.
In 2 ist der Bereich des Walzspaltes
10 aus 1a) noch einmal vergrößert dargestellt.
Der Ultraschallimpuls 6 koppelt im Walzspalt in das Walzgut 8
ein und wird an der Arbeitswalze 2 zurückreflektiert. Der zurückreflektierte
Ultraschallimpuls 7 wird dann vom Empfänger 5, welcher in
2 nicht dargestellt ist, wieder empfangen. Aus der
Laufzeit, welche der Ultraschallimpuls 6, 7 im Bereich des Walzgutes
benötigt, kann über einfache trigonometrische Berechnungen die Dicke des
Walzgutes h und damit der Walzspalt selber berechnet werden. Allerdings kann der
reflektierte Ultraschallimpuls 7 nur dann gemessen werden, wenn das Walzgut
8 über einen, nicht dargestellten Walzölfilm an die Arbeitswalze
1 angebunden ist, d.h. das kein Luftspalt zwischen Arbeitswalze und Walzgut
8 besteht. Ein Luftspalt würde aufgrund des großen Schallwellenwiderstandunterschiedes
zu einer kompletten Reflektion des Ultraschallimpulses 6 am Walzspalt führen.
Im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren zur Bestimmung des
Walzspaltes, kann unter Verwendung der Ultraschallmesstechnik die Größe
des Walzspaltes direkt aus Laufzeitunterschieden unter Anwendung einfacher geometrischer
Überlegungen ermittelt werden. Es steht mit diesem Messwert ein Ist-Wert der
Walzspaltgröße zur Verfügung, welcher ideal als Stellgröße
zur Prozesskontrolle verwendet werden kann.
Die 3 zeigt in einer axialen, schematischen
Schnittansicht den Verlauf der Ultraschallwellen 6, 7, welche
an dem Übergang zwischen Arbeitswalze 1 und Walzgut 8 reflektiert
werden. Die Laufzeit des emittierten Ultraschallimpulses 6 und des reflektierten
Ultraschallimpulses 7 hängt aufgrund des akustoelastischen Effektes
und der elastischen Walzenverformung insbesondere auch von dem Spannungszustand
der Arbeitswalze ab. Durch eine in axialer Richtung fortlaufende Anordnung von Ultraschallsendern
und -empfängern 4, 5 wird ermöglicht, ein Spannungsprofil
der gesamten Arbeitswalze über die gesamte Arbeitsbreite der Walzen zu bestimmen.
Der akustoelastische Effekt besagt, dass im Bereich der elastischen Verformung eines
Werkstoffes die Schallgeschwindigkeit proportional mit zunehmender Spannung ansteigt.
Aufgrund der hohen Kräfte, welche über die Arbeitswalzen 1 auf
das Walzgut ausgeübt werden, erhöht sich auch die Schallgeschwindigkeit
in den Bereichen, welche besonderen Spannungen unterliegen, deutlich. Unterschiedliche
Spannungszustände der Arbeitswalzen machen sich daher durch
unterschiedliche Laufzeiten für den Ultraschallimpuls 6,
7 bemerkbar.
Zwar ist die Schallgeschwindigkeit in Festkörpern, beispielsweise
in Stahl, darüber hinaus abhängig von der Temperatur des Materials. Allerdings
steigt auch hier die Schallgeschwindigkeit mit zunehmender Temperatur linear an,
wobei der Temperaturanstieg pro Temperaturzunahme um zwei Größenordnungen
geringer ist als der akustoelastische Effekt. Damit ist sichergestellt, dass auch
bei Korrektur der Schallgeschwindigkeit aufgrund einer Temperaturkompensation der
Arbeitswalzen der Spannungszustand der Arbeitswalzen prozesssicher gemessen werden
kann.
Aus dem Spannungsprofil können leicht Parameter für die
Prozesskontrolle des Walzens, insbesondere für die Walzenkühlung aber
auch für die Ansteuerung der Arbeits- und/oder Stützwalzen 1,
2 und 9 gewonnen werden, welche eine gleichmäßige Lastverteilung
auf den Arbeitswalzen und damit eine über die Breite der Arbeitswalzen gleichmäßige
Ausbildung des Walspaltes gewährleisten sollen.
Wie bereits oben beschrieben, findet an Medienübergängen,
analog zu den Brechungsgesetzen der Optik, eine Reflektion an den Grenzflächen
statt. So ergibt sich aus dem vom Ultraschallsender 4 emittierten Ultraschallimpuls
6, 7 eine am Ultraschallempfänger 5 messbare Amplitude,
welche von der Reflektion des Ultraschallimpulses am Übergang zwischen der
Arbeitswalze 1 und dem Walzgut 8 abhängig ist. Ist an einer
Stelle der Arbeitswalze 1 kein ausreichender Walzölfilm vorhanden
und haftet Material, beispielsweise Aluminium, an dieser Stelle an der Arbeitswalze
1 an, so findet nahezu keine Reflektion an dem Übergang zwischen Arbeitswalze
und Materialanhaftung statt, da Aluminium und Stahl ähnliche Schallwellenwiderstände
aufweisen. Die Amplitude des reflektierten Ultraschallimpulses 7 sinkt
damit deutlich ab. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es daher möglich,
das Anhaften von Material an der Arbeitswalze unmittelbar festzustellen, sobald
am Walzspalt nur eine geringe Reflektion des Ultraschallimpulses 6 stattfindet.
Die Amplitude des reflektierten Ultraschallimpulses 7 kann also verwendet
werden, um das Vorhandensein eines ausreichenden Walzölfilms zu überwachen
bzw. Materialanhaftungen zu detektieren. Dabei ergibt sich die charakteristische
Amplitude bei vorhandenem Walzölfilm aus dem deutlichen Unterschied des Schallwellenwiderstandes
beider Materialien. Bisher konnten derartige Materialanhaftungen lediglich durch
Fehler im gewalzten Band festgestellt werden, so dass häufig große Mengen
an Ausschussmaterial gefertigt wurden, bevor die Fehler erkannt wurden.
Sowohl die gewonnenen Daten über das Spannungsprofil der Arbeitswalze
1 als auch die Daten über die Überwachung des Walzölfilms
können an die nicht dargestellten Mittel zur Prozesskontrolle des Walzens weitergeleitet
werden, um beispielsweise eine automatische Überwachung von Materialanhaftungen
zu erzielen oder die Größe des Walzspaltes unmittelbar zu steuern.
Einen beispielhaften Signalverlauf bei der Auswertung der empfangenen
Ultraschallimpulse 6, 7 zeigt das Diagramm aus 4.
Auf der x-Achse ist in 4 die Zeit aufgetragen und auf
der y-Achse die gemessenen Amplituden. Das Diagramm in 4
zeigt zwei Amplitudenwerte a0 und a1 zu den Zeitpunkten t0 und t1. Die Zeitachse
t ist mit dem Ultraschallsender 4 synchronisiert, so dass der Ultraschallimpulse
t0 der Amplitude a0 dem am Walzspalt reflektierten Ultraschallimpuls 6,
7 entspricht. Die Amplitude a0 kann daher als Maß für das Vorhandensein
eines Walzölfilms verwendet werden. Der Zeitpunkt t0 dagegen kann als Laufzeit
zur Bestimmung des Spannungsprofils verwendet werden. Die Zeitdifferenz zwischen
t0 und t1 gibt dann ein Maß für die Größe des Walzspaltes h
an.
Zur akustischen Ankopplung der Ultraschallempfänger und -sender
4, 5 an die Arbeitswalze 1 sind in 5a)
und b) zwei verschiedene prinzipielle Ausführungsformen in einer Schnittansicht
dargestellt. Die Schnittansichten zeigen die Arbeitswalze 1 sowie den hier
beispielhaft dargestellten Ultraschallsender 4. In 5a)
ist der Ultraschallsender 4 in einem Behälter 11 beinhaltend
ein Ankopplungsmedium, beispielsweise eine Walzemulsion, angeordnet. Der Behälter
11 ist so angeordnet, dass die Arbeitswalze 1 in das überlaufende
Ankopplungsmedium 12 eintaucht und so eine akustische Ankopplung des Ultraschallsenders
4 an die Arbeitswalze 1 gewährleistet. In 5b)
weist der Behälter 11 eine Düse auf, aus welcher das Ankopplungsmedium
12 in einem Strahl austritt. Die Verwendung einer Düse, wie in
5b) dargestellt, ermöglicht die Ankopplung an die Arbeitswalzen
1 von einer beliebigen Stelle.
Schließlich zeigt 6 in einer Schnittansicht
verschiedene Ausführungsformen eines Ultraschallsenders 4 zur Einkopplung
von Ultraschallwellen oder Ultraschallimpulsen in die Arbeitswalze 1. Wie
aus dem Vergleich der 6a) und 6b) deutlich wird,
kann durch die Wahl der akustischen Linse 13 die Einkopplung und die Divergenz
des Strahlenbündels 14 eingestellt werden. Üblicherweise wird
ein möglichst enges Strahlenbündel eingestellt, so dass trotz des langen
Strahlenganges innerhalb der Arbeitswalze 1 eine ausreichende Signalstärke
vom Ultraschallempfänger 5 empfangen werden kann.