Die Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren für eine elektronische
Schaltung in einer Package-on-Package-Konfiguration nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ein elektronisches Bauelement in einer solchen Konfiguration nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 11.
Aus dem Stand der Technik bekannte Package-on-Package-Konfigurationen
bestehen aus aufeinander aufgesetzten, elektrisch miteinander kontaktierten Baugruppen,
den so genannten Packages. Die untere Baugruppe wird dabei als Bottom-Package bezeichnet,
die auf der unteren Baugruppe aufsitzende und aufkontaktierte Baugruppe bildet das
Top-Package.
Die untere Baugruppe umfasst ein eingehäustes erstes Halbleiterelement,
insbesondere einen Halbleiterchip vom Flip-Chip-Typ, auf einem Verdrahtungsträger.
Der Verdrahtungsträger ist oft als ein Ball-Grid-Array-Substrat (BGA-Substrat)
in Verbindung mit einer Umverdrahtungsleiterplatte, dem so genannten Interposer,
ausgebildet.
Auf diese untere Baugruppe ist die obere Baugruppe aufgelötet.
Diese umfasst ein eingehäustes zweites Halbleiterelement, ebenfalls in der
Regel einen Halbleiterchip, auf einem weiteren BGA-Substrat mit einer Pressmassenumhüllung,
dem so genannten Moldcompound.
Derartige zur Kontaktierung und zur Baugruppenbefestigung verwendete
BGA-Substrate weisen auf ihrer Unterseite regelmäßige Anordnungen aus
Lötbällen auf. Diese Lötbälle werden bei einem Lötverfahren
in einem auf die erforderliche Temperatur geheizten Ofen angeschmolzen und stellen
dabei die elektrische und mechanische Verbindung mit der jeweils darunter befindlichen
Kontaktierungsfläche her. Bei der oberen Baugruppe der Package-on-Package-Konfiguration
ist dies vor allem die Verbindung zwischen deren Substrat und der Umverdrahtungsleiterplatte
der unteren Baugruppe. Die untere Baugruppe ist in gleicher Weise mit einer Leiterplatte
kontaktiert, auf der die gesamte Package-on-Package-Konfiguration letztlich verankert
werden soll.
Zum Ausführen derartiger Lötprozesse wird auf die Fläche,
auf die das BGA-Substrat aufgesetzt werden soll, zunächst ein pastöses
Flussmittel gestempelt, oder es wird eine Lötpaste aus einem Flussmittel und
darin eingebetteten kleinen Lötkügelchen eingesetzt. Die Lötkügelchen
gleichen dabei Unebenheiten in der jeweiligen Unterlage elektrisch leitfähig
aus. Die erforderliche Löttemperatur beträgt in der Regel ca. 220–240°C
für bleihaltige Lote bzw. ca. 260°C für bleifreie Lote.
Bei Package-on-Package-Gehäusekonfigurationen werden auf die
Umverdrahtungsleiterplatte zunächst das Flussmittel und dann auf das Flussmittel
in einem weiteren Verfahrensschritt die Lötbälle aufgestempelt. Die Lötbälle
halten zunächst durch die Klebekraft des Flussmittels, bis sie im nachfolgenden
Schmelzprozess mit den Lötflächen des Interposers bzw. mit denjenigen
auf der Oberfläche des Leadframes als Verdrahtungsträger des Bottom-Packages
verschmelzen.
Bei derartigen aus dem Stand der Technik gebräuchlichen Verbindungstechniken
ist es jedoch problematisch, die untere von der oberen Baugruppe zu trennen. Wird
nämlich auf eine zusätzliche Klebeverbindung zwischen der Oberfläche
des Halbleiterelementes in der unteren Baugruppe und der Unterseite der Umverdrahtungsleiterplatte
verzichtet, ist es nicht möglich, vorab genau zu bestimmen, ob bei diesem Trennvorgang
tatsächlich die untere von der oberen Baugruppe gelöst oder die untere
Baugruppe an den Verbindungsstellen zwischen der Umverdrahtungsleiterplatte und
dem Leadframe auseinander gerissen wird. Auf eine Klebverbindung zwischen dem Halbleiterelement
und der Umverdrahtungsleiterplatte der unteren Baugruppe kann aus diesem Grunde
nicht verzichtet werden.
Diese Klebeverbindung bringt andererseits zusätzliche Fertigungsprobleme
mit sich. Zum Kleben werden bislang Standardkleber verwendet, die beim Verbringen
in den Lötofen sogleich thermisch aushärten und eine starre mechanische
Verbindung ausbilden. Dadurch kommt es häufig zu einem nur ungenügenden
Kontakt zwischen den erwähnten Lötbällen und den ihnen zugeordneten
Lötflächen. Die Umverdrahtungsleiterplatte ist in ihrer Lage praktisch
nicht mehr beweglich und es kann kein Ausgleich von Höhentoleranzen oder Unebenheiten
mehr erfolgen. Dies führt vielfach zu mangelhaften Lötverbindungen zwischen
der Umverdrahtungsleiterplatte und dem Leadframe.
DE 10 2004 009 056 A1 beschreibt
eine Package-on-Package Konfiguration, die auf der Rückseite des Halbleiterchips
eine Adhäsionsschicht vorsieht, die mit dem Aufeinanderlöten der Außenkontakte
gleichzeitig aushärtet.
Aus US 6 025 648 A
ist ein halbleitendes Bauelement bekannt, bei dem ein Dämpfungsmaterial aus
einem Harz zwischen der Oberseite des Chips und dem Substrat verwendet wird. Dieses
Material wird aufgebracht, teilweise ausgehärtet und erst beim Reflow der Lotbälle
vollständig ausgehärtet.
WO 03/032370 A2 betrifft eine Package-on-Package Konfiguration, wobei
zwischen Chiprückseite und angrenzendem, nächstem Substrat eine Hitzetransferschicht
aus einem Gel, Öl, Thermoplast oder einem unausgeheilten oder
einem teilweise ausgeheilten Epoxy verwendet wird, wobei nach dem Stapeln ein Reflow
der Lote erfolgt.
In EP 0 611 129 A2
wird einerseits einen Coploymer Mischung aus Epoxy/Polyimide als Haftschicht auf
dem Montageband für die Chips und andererseits eine Vergussmasse aus Thermoplasten,
Duroplasten und Mischungen aus Polymeren verwendet, welche mittels Einstrahlung
oder Wärme ausgeheilt werden kann.
EP 1 308 179 A1 betrifft die Herstellung
eines medizinischen Gerätes zur Verabreichung von Medikamenten, wozu ein Plastikkörper
aus polymerem Material hergestellt wird, das aus thermoplastischem Material bestehet,
und mit einem Vernetzer wie Triallylisocyanurate und durch Einstrahlen von UV Licht,
energetischen Elektronen oder &ggr;-Strahlen ausheilt.
Es besteht somit die Aufgabe, ein verbessertes Herstellungsverfahren
für eine elektronische Schaltung in einer Package-on-Package-Konfiguration
anzugeben, welches die Herstellung von allen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsanforderungen
erfüllenden Bauelementen mit hoher Ausbeute ermöglicht. Des weiteren soll
eine entsprechend verbesserte Bauelementstruktur angegeben werden.
Die Aufgabe wird zum einen mit einem Herstellungsverfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei die Unteransprüche zweckmäßige
bzw. vorteilhafte Ausgestaltungen des Herstellungsverfahrens enthalten. Sie wird
in ihrem Vorrichtungsaspekt mit einem elektronischen Bauelement in einer Package-on-Package-Konfiguration
mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst, wobei die Unteransprüche zweckmäßige
bzw. vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung beinhalten.
Die Erfindung schließt den wesentlichen Gedanken ein, dass im
Rahmen des vorgeschlagenen Verfahrens eine spezielle Art von Klebverbindung zwischen
dem Halbleiterelement in der unteren Baugruppe und der Umverdrahtungsleiterplatte
ausgebildet wird. Diese soll hinreichend lange eine Lagekorrektur der Umverdrahtungsleiterplatte
bei allen nachfolgenden Fertigungsschritten, insbesondere dem Lötprozess der
BGA-Substrate, erlauben und eine hinreichend feste Verbindung zwischen Halbleiterelement
und Interposer so ermöglicht, dass ein definiertes Entfernen der oberen von
der unteren Baugruppe erfolgen kann, ohne dass das Risiko besteht, dass dabei die
untere Baugruppe auseinander gerissen und zerstört wird. Hierdurch ist ein
wesentlich leichteres Rework einer PoP-Konfiguration, d.h. der Austausch fehlerhafter
Teile oder eine Ergänzung einer bestehenden Konfiguration, möglich.
Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren zeichnet sich
durch folgende Schritte aus:
Als erstes erfolgt ein Aufbringen eines strahlungsvernetzenden thermoplastischen
Klebers auf eine Oberseite des ersten Halbleiterelementes oder eine zum ersten Halbleiterelement
zeigende Seite des ersten Gehäuses der unteren Baugruppe. Im Anschluss daran
erfolgt ein Aufsetzen des ersten Gehäuses mit der Umverdrahtungsleiterplatte
auf das erste Halbleiterelement mit einer Benetzung einer Kontaktfläche zwischen
beiden mit dem Kleber.
Im Anschluss daran erfolgt ein Auflöten der oberen Baugruppe
auf die Umverdrahtungsleiterplatte bei einem nicht aushärtenden Zustand des
Klebers. Schließlich wird die so gebildete Anordnung mit einer zur Aushärtung
des Klebers geeigneten Strahlung bestrahlt. Durch die Bestrahlung wird eine Härtung
des Klebers bewirkt und eine zugfeste Klebverbindung zwischen dem ersten Halbleiterelement
und dem ersten Gehäuse ausgebildet.
Ein grundlegender Gedanke des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens
ist es somit, den Lötprozess zwischen der oberen und der unteren Baugruppe
einerseits und das Aushärten des Klebers zwischen dem Gehäuse der unteren
Baugruppe und dem ersten Halbleiterelement im Herstellungsprozess vollständig
voneinander zu entkoppeln, d.h. zu verschiedenen, prinzipiell frei wählbaren
Zeitpunkten und bei unterschiedlichen Fertigungsschritten auszuführen.
Dies gelingt durch die Verwendung des erwähnten Klebemittels.
Das Klebemittel ist so beschaffen, dass die Klebeverbindung zwischen dem ersten
Halbleiterelement und der Umverdrahtungsleiterplatte bei den Temperaturen des Lötprozesses
in einem pastös-zähflüssigen weichen Zustand verbleibt. Die Härtung
des Klebemittels und die dadurch bewirkte feste Klebeverbindung erfolgt zu einem
prinzipiell beliebigen anderen Zeitpunkt mittels einer Bestrahlung in einem gesonderten
Fertigungsschritt.
Das Aufbringen des Klebemittels kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen.
Bei einer vorwiegend zähflüssigen oder pastösen Konsistenz erfolgt
ein Aufdrucken oder ein Aufdispensen. Bei einer vorwiegend festen Appkikationsform
des Klebemittels ist ein Folientransfer vorteilhaft.
Sowohl das Aufdrucken bzw. das Aufdispensen, als auch der Folientransfer
können dabei eine besondere Formgebung des Klebegebietes berücksichtigen.
So erfolgt das Aufdrucken vorwiegend bei flächigen Klebestrukturen, während
das Aufdispensen besonders bei Klebepunkten oder -linien vorteilhaft ist. Der Folienstransfer
wiederum eignet sich sowohl für flächige als auch für punktförmige
Strukturen.
Es ist zweckmäßigerweise eine Schichtdicke des Klebemittels
zwischen dem ersten Halbleiterelement und dem Gehäuse vorzusehen, bei der während
des Auflötens durch Kapillarkräfte ein Ausfließen des erweichenden
Klebemittels aus dem Kontaktbereich verhindert wird. Dadurch wird gleichzeitig eine
homogene Benetzung der Verbindungsfläche und eine Kontaminierung der Umgebung
des ersten Halbleiterelementes mit dem Klebstoff vermieden.
Das strahlungsvernetzende thermoplastische Klebemittel ist insbesondere
ein im wesentlichen zweikomponentiger Mischklebstoff mit einer thermoplastischen
Komponente und einer strahlungsvernetzenden Komponente.
Als thermoplastische Komponente wird vorzugsweise ein thermoplastischer
Kunststoff, beispielsweise Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS), Polymetylmethacrylat
(PMMA), Polycarbonat oder verschiedene Polyamide, insbesondere PA6, verwendet. Derartige
Stoffe haben sich als thermoplastische Kunststoffe in weiten Anwendungsbereichen
bewährt.
Als strahlungsvernetzende Komponente wird insbesondere auf Triallylisocyanat
(TAIC) mit einem Anteil von 0,5 bis 10 Prozent, vorzugsweise 1 bis 5 Prozent, zurückgegriffen.
TAIC ist mit den erwähnten thermoplastischen Kunststoffen mischbar und härtet
diese Kunststoffe durch die Ausbildung einer polymeren Netzstruktur unter Bestrahlung.
Die Bestrahlung kann zu einem beliebigen Zeitpunkt während oder
nach dem Auflöten erfolgen. Der Zeitpunkt, an dem die Klebeschicht verhärtet,
kann somit vollständig frei geplant werden.
Zur Bestrahlung wird radioaktive Teilchenstrahlung, vorzugsweise &bgr;+-
oder &bgr;–-Strahlung, verwendet. Hierfür steht eine große
Auswahl einschlägig bekannter kommerziell erhältlicher radioaktiver Präparate
zur Verfügung.
Eine Bestrahlung in einer abgeschirmten Strahlenkammer durch Beaufschlagung
mit hochenergetischer elektromagnetischer Strahlung, insbesondere Röntgenstrahlung
oder &ggr;-Strahlung, ist ebenso möglich. Die von außen einwirkende
Strahlung muss lediglich ein hinreichend hohes Durchdringungsvermögen aufweisen,
um mit einer ausreichend hohen Intensität im Bereich der Klebstoffschicht einen
vernetzenden und damit aushärtenden Effekt zu bewirken. Zudem sollten Strahlungsart
und -dosis sowie ggf. auch die Ausrichtung der Strahlung derart gewählt werden,
dass unbeabsichtigte Schädigungen der Halbleiterstruktur der fertigen Halbleiterelemente
ausgeschlossen sind.
Ein erfindungsgemäßes elektronisches Bauelement in einer
Package-on-Package-Konfiguration, umfassend eine untere Baugruppe mit einem eingehäusten
ersten Halbleiterelement auf einem ersten Verdrahtungsträger, insbesondere
einem BGA-Substrat, und einer ersten Umverdrahtungsleiterplatte mit einem auf die
Umverdrahtungsleiterplatte aufgelöteten oberen Baugruppe, zeichnet sich durch
eine die Unterseite der Umverdrahtungs-Leiterplatte mit einer Oberseite des ersten
Halbleiterelementes verbindende Klebeschicht aus einem thermoplastischen, unter
Bestrahlung aushärtenden Klebstoff aus.
Der Klebstoff ist zweckmäßigerweise als ein Mischklebstoff
aus einer thermoplastischen, bei höheren Temperaturen, insbesondere bei Löttemperaturen,
aufweichenden Komponente und einer unter Bestrahlung vernetzenden, den Mischklebstoff
aushärtenden Komponente ausgeführt.
Das erste Halbleiterelement ist bei einer zweckmäßigen Ausführungsform
ein Halbleiterchip vom Flip-Chip-Typ. Derartige Halbleiterchips werden bei Package-on-Package-Konfigurationen
bevorzugt verwendet.
Die thermoplastische Komponente des Mischklebstoffs ist aus einem
Polyamidwerkstoff, insbesondere Polyamid-6, ausgebildet. Die strahlungsvernetzende
Komponente besteht aus Triallylisocyanurat (TAIC) mit einem Anteil von 0,5 bis 10
Prozent, vorzugsweise 1 bis 5 Prozent.
Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren und das erfindungsgemäße
elektronische Halbleiterelement sollen im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
näher beschrieben werden. Zur Verdeutlichung dient die beigefügte Figur.
Diese zeigt schematisch ein elektronisches Bauelement 10 in einer Package-on-Package-Konfiguration
mit der beschriebenen Klebeverbindung.
Die Figur zeigt ein eine untere Baugruppe in Form eines Bottom-Packages
10a mit einem ersten Halbleiterelement 11, das insbesondere als
ein Flip-Chip ausgebildet ist. Der Flip-Chip ist auf einem ersten Verdrahtungsträger
12 auf kontaktiert. Der erste Verdrahtungsträger ist in dem hier gezeigten
Beispiel ein Ball-Grid-Array-Substrat (BGA-Substrat). Die Oberseite des Bottom-Packages
10 wird durch eine Umverdrahtungsleiterplatte 13 gebildet, die
auch als Interposer bezeichnet wird. Das BGA-Substrat und der Interposer bilden
das Gehäuse für den Flip-Chip.
Die elektrische Kontaktierung des Bottom-Packages 10a mit
einer in der Figur nicht dargestellten, darunter befindlichen Leiterplatte erfolgt
über Lotbälle 14 auf der Unterseite des BGA-Substrates, d.h.
dem Verdrahtungsträger 12.
Auf der Oberseite des Bottom-Packages ist ein Top-Package
15 auf kontaktiert und befestigt. Das Top-Package weist ein zweites Halbleiterelement
16, beispielsweise einen weiteren Flip-Chip, auf. Dieser ist auf einem
zweiten Verdrahtungsträger 15a befestigt und elektrisch kontaktiert.
Der zweite Verdrahtungsträger ist bei der dargestellten Ausführungsform
ebenfalls als ein BGA-Substrat mit Lotbällen 14 ausgebildet. Diese
stellen eine elektrisch leitfähige Verbindung zwischen einer Reihe von Kontaktstellen
17 auf der Umverdrahtungs-Leiterplatte 13 des Bottom-Packages
10a und dem Verdrahtungsträger 15a des Top-Packages
15 her. Die Lotbälle 14 werden auch als Lotbumps, die Kontaktstellen
17 als Landpads bezeichnet.
Die Oberseite des ersten Halbleiterelements 11 im Bottom-Package
10 ist mit der Unterseite der Umverdrahtungsleiterplatte 13 über
eine Klebeverbindung 18 verbunden. Dies stellt sicher, dass das Entfernen
des Top-Packages 15 entlang der Trennlinie A zwischen dem Verdrahtungsträger
15a und der Umverdrahtungs-Leiterplatte 13 erfolgt. Die Klebeverbindung
verhindert insbesondere, dass ein etwa erforderliches Abnehmen des Top-Packages
zu einem Aufreißen des Bottom-Packages 10 zwischen der Umverdrahtungsleiterplatte
13 und dem ersten Verdrahtungsträger 12 entlang der Trennlinie
B und somit zu einer Zerstörung des Bottom-Packages führt.
Wie bereits eingehend erläutert, erfolgt das Verbinden der Komponenten
des Top-Packages und des Bottom-Packages durch einen Lötprozess mit einem Anschmelzen
der Lotbälle 14 in einem Ofenprozess.
Erfindungsgemäß wird die Klebeverbindung 18 unter
Verwendung eines thermoplastischen und strahlungsvernetzenden Klebemittels, insbesondere
eines Mischklebstoffs ausgeführt. Der Klebstoff ist dabei unter den Temperaturbedingungen
des Lötprozesses weich bis fließfähig und härtet erst durch
eine von außen einwirkende Bestrahlung aus.
Bei der in der Figur gezeigten beispielhaften Package-on-Package-Konfiguration
erfolgt der Fertigungsprozess auf folgende Weise:
Zunächst wird das erste Halbleiterelement 11 auf dem ersten Verdrahtungsträger
12 elektrisch leitend befestigt. Die Oberseite des ersten Halbleiterelementes
oder die Unterseite der Umverdrahtungsleiterplatte 13 wird sodann mit einer
Beschichtung des Klebstoffes versehen. Der Klebstoff besteht aus einer mindestens
zweikomponentigen Mischung aus einem thermoplastischen Kunststoff mit einer Beimengung
der strahlungsvernetzenden Komponente TAIC und optional einem leicht flüchtigen
Lösungsmittel und/oder Weichmacher. Bei Zimmertemperatur weist der Klebstoff,
je nach konkreter Formulierung, eine feste, weiche, pastöse oder zähflüssige
Konsistenz auf.
Bei einem Festklebstoff erfolgt das Aufbringen zweckmäßigerweise
mittels eines Folientransfers. Dabei wird ein Endlosband über das erste Halbleiterelement
oder die Umverdrahtungsleiterplatte geführt, im entsprechenden Bereich mit
der Oberfläche in Kontakt gebracht und der auf dem Endlosband als Schicht aufgetragene
Klebstoff übertragen. Das Übertragen kann mittels eines Stempels oder
eine hinter dem Endlosband abrollenden Walze mit einer hinreichend großen Druckkraft
erfolgen. Dabei können Stempel und/oder Walze den Kontaktbereich des Endlosbandes
mit der Oberfläche des Halbleiterelementes gegebenenfalls erwärmen, um
ein besseres und homogeneres Übertragen des Klebstoffes zu gewährleisten.
Zähflüssige oder pastöse Klebstoffzubereitungen können
auch über einen erwärmten Dispenser- oder Druckkopf abgesetzt werden.
Dabei empfiehlt sich das Dispens-Verfahren vorwiegend zum Absetzen punktförmiger
Klebstoffmengen mit kreisförmigen oder elliptischen Grundflächen, während
mit einem Druckkopf prinzipiell beliebige Druckflächen erzeugt werden können.
Nach dem Aufbringen des Klebstoffes kann der Klebstoff zunächst
in der pastösen oder fließfähigen Konsistenz verbleiben oder unter
Zimmertemperatur einen festen, allerdings nicht ausgehärteten Zustand annehmen.
Anschließend wird die Umverdrahtungsleiterplatte (Interposer)
13 aufgesetzt. Wie aus der Figur zu erkennen ist, kann auch die Umverdrahtungs-Leiterplatte
mindestens abschnittsweise eine BGA-Struktur mit den bekannten Lotbällen
14 aufweisen. Das Aufsetzen der Umverdrahtungsleiterplatte 13
erfolgt unter den Bedingungen einer herkömmlichen Lotball-Kontaktierung, d.h.
es kommen die üblichen Flussmittelbeschichtungen am Verdrahtungsträger
12 zum Einsatz, die eine vorübergehende Haftung und Lagefixierung
der Umverdrahtungsleiterplatte bewirken. Hieran schließt sich ein erster Lötvorgang
an, bei dem die Umverdrahtungsleiterplatte fest mit dem Verdrahtungsträger
12 verlötet wird. Dabei wird das Bottom-Package 10a erzeugt.
Es ist darauf hinzuweisen, dass bei diesem Fertigungsschritt kein
Aushärten der Klebstoffschicht erfolgt. Vielmehr nimmt die Klebstoffschicht
eine weiche, nachgiebige Konsistenz an und passt sich etwaigen Unebenheiten der
Umverdrahtungsleiterplatte 13 an.
Das Aufsetzen des Top-Packages 15 auf die Umverdrahtungsleiterplatte
13 kann nun erfolgen. Hierzu wird wiederum auf die Lotball-Kontaktierung mit
den entsprechenden Vorbereitungsschritten und den bekannten Betriebsparametern im
Lötofen zurückgegriffen. Auch unter diesen Bedingungen härtet der
Klebstoff nicht aus. Vielmehr erfolgt eine weitere Anpassung der weichen Klebstoffschicht
an die nunmehr unter dem Einfluss des aufsitzenden Top-Packages ggf. leicht veränderte
Position der Umverdrahtungsleiterplatte, während die Klebstoffschicht während
des Auflötens des Top-Packages keinen nennenswerten mechanischen Widerstand
bewirkt.
Das Top- und das Bottom-Package sind an diesem Punkt des Herstellungsverfahrens
fest miteinander verlötet, während die Klebstoffschicht nachträglich
ausgehärtet wird. Hierzu erfolgt nunmehr eine Bestrahlung der Klebstoffschicht
zum Erzeugen eines vernetzten und den Klebstoff somit aushärtenden inneren
Gefüges.
Zum Aushärten wird auf &bgr;-Strahlung aus handelsüblichen
Strahlungsquellen, beispielsweise einer Ni-&bgr;-Quelle, zurückgegriffen.
Anstelle der &bgr;-Strahlung ist auch die Verwendung einschlägig bekannter
&ggr;-Quellen, wie beispielsweise 60Co, möglich. Alternativ kann
auch eine Bestrahlung mit Röntgenstrahlung erfolgen. Die Verwendung von &bgr;-
oder &ggr;-Strahlung mit der entsprechenden Wahl der Strahlungsquelle richtet
sich nach dem Durchdringungsvermögen der Strahlung und dem Aufbau der Package-on-Package-Konfiguration,
aber auch von der zur Verfügung stehenden Fertigungstechnik unter der Berücksichtigung
des Strahlenschutzes.
&bgr;-Strahlung kann relativ leicht abgeschirmt werden, verliert
aber einen beträchtlichen Teil ihrer Energie beim Durchdringen des Top- bzw.
Bottom-Packages. &ggr;-Strahlung tritt weist ein hohes Durchdringungsvermögen
auf und erfordert allerdings eine stärkere Abschirmung. Der Anteil der vernetzenden
Komponente im Klebstoff und die Bestrahlungszeit sind dazu entsprechend zu planen.
Sie beträgt in der Regel fünf bis zehn Sekunden, wonach die Klebeschicht
vollkommen vernetzt und somit ausgehärtet ist und eine anschließende Ruhezeit
nicht erforderlich ist.
Es ist zu betonen, dass die Bestrahlung zum Aushärten des Klebstoffs
grundsätzlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt während des Fertigungsprozesses
erfolgen kann und unabhängig von der Temperatureinwirkung während des
Lötprozesses ist. Zweckmäßigerweise erfolgt das Aushärten des
Klebstoffes nach Abschluss des letzten Lötprozesses, d.h. nach dem Auflöten
des Top-Packages oder in Kombination damit. Der dafür benötigte Lötofen
kann für diesen Zweck als eine kombinierte Heiz- und Bestrahlungskammer ausgebildet
sein. Von Vorteil ist ein timing, bei dem jedenfalls in der Abkühlphase nach
Verlassen des Lötofens durch die Klebeverbindung eine hinreichende mechanische
Steifigkeit der Konfiguration geliefert wird.
Es ist aber auch möglich, das Bestrahlen und Aushärten des
Klebstoffes zu einem viel späteren Zeitpunkt, beispielsweise nach dem Verbinden
der Package-on-Package-Konfiguration auf einem übergeordneten Träger,
auszuführen.
Weitere Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Es können im Rahmen fachmännischen Handelns eine Reihe von Veränderungen
an den gezeigten Ausführungsbeispielen erfolgen, ohne den erfindungsgemäßen
Grundgedanken zu verlassen.
- 10
- Package-on-Package-Konfiguration
- 10a
- untere Baugruppe
- 11
- erstes Halbleiterelement
- 12
- Verdrahtungsträger
- 13
- Umverdrahtungs-Leiterplatte (Interposer)
- 14
- Lotbälle, Lotbumps
- 15
- obere Baugruppe
- 15a
- zweiter Verdrahtungsträger
- 16
- zweites Halbleiterelement
- 17
- Kontaktstellen, Landpads
- 18
- Klebeverbindung