Die Erfindung betrifft ein Proportional-Druckregelventil,
- – mit einem länglichen, zur Ausführung einer Steuerbewegung
axial beweglich in einem Ventilgehäuse angeordneten Steuerglied, das einenends
in eine mit der Atmosphäre kommunizierende Entlüftungskammer und andernends
in eine mit einem anzusteuernden Verbraucher verbindbare Arbeitskammer hineinragt,
wobei es eine zwischen diesen beiden Kammern liegende, mit einer Druckluftquelle
verbindbare Einlasskammer durchsetzt,
- – der in der Arbeitskammer liegende Endabschnitt des Steuergliedes weist
einen ersten Ventilteller auf, der einem ventilgehäusefesten ersten Ventilsitz
gegenüberliegt, der einen von dem Steuerglied durchsetzten Überströmkanal
zwischen der Einlasskammer und der Arbeitskammer umrahmt,
- – es sind Rückstell-Federmittel vorhanden, durch die das Steuerglied
in Richtung einer Schließstellung vorgespannt ist, in der es mit seinem ersten
Ventilteller durch Anliegen an dem ersten Ventilsitz den Überströmkanal
absperrt,
- – das Steuerglied ist von einem Entlüftungskanal durchsetzt, der
einenends in die Arbeitskammer und andernends axial in die Entlüftungskammer
mündet, wobei die der Entlüftungskammer zugeordnete stirnseitige Kanalmündung
von einem am Steuerglied angeordneten zweiten Ventilsitz umrahmt ist, der von einem
gegenüberliegenden zweiten Ventilteller beaufschlagbar ist, der dem antriebsmäßig
mit dem Steuerglied zusammenarbeitenden Betätigungsglied eines elektrischen
Proportional-Stellantriebes zugeordnet ist, und
- – an dem Steuerglied ist ein dessen Steuerbewegung mitmachendes Abdichtelement
angeordnet, das durch Zusammenwirken mit einer gehäusefesten Dichtfläche
verhindert, dass in der Schließstellung des Steuergliedes ein Fluidübertritt
zwischen der Einlasskammer und der Entlüftungskammer durch die diese beiden
Kammern verbindende und von dem Steuerglied durchsetzte Durchgangsöffnung hindurch
stattfindet.
Ein Proportional-Druckregelventil dieser Art wird von der Anmelderin
unter der Typenbezeichnung "MPPES" vertrieben und ist auf Seite 2/6. 1–15
der Produktinformation "Proportional pressure regulators MPPE/VPPE/MPPES", Products
2004/2005 der Anmelderin erwähnt. Es ermöglicht die Regelung eines in
der Arbeitskammer herrschenden Sekundärdruckes auf einen konstanten Wert. Die
Betätigung des Steuergliedes erfolgt mittels eines als Elektromagnet ausgebildeten
Proportional-Stellantriebes, dessen Betätigungsglied mit einer den Rückstell-Federmitteln
entgegenwirkenden Stellkraft auf das Steuerglied einwirken kann. Damit in der Schließstellung
keine Druckluft aus der Einlasskammer entweicht, ist diese zur Arbeitskammer hin
mittels eines ersten Ventiltellers abgesperrt und zur Entlüftungskammer hin
mittels eines Dichtungsringes, der auf dem Steuerglied sitzt und gleitverschieblich
an einer Dichtfläche anliegt, die vom Innenumfang eines Durchgangskanals definiert
ist, der sich zwischen der Einlasskammer und der Entlüftungskammer erstreckt.
Trotz zufriedenstellender Funktion erscheint das bekannte Proportional-Druckregelventil
unter anderem hinsichtlich seines Hystereseverhaltens verbesserungswürdig.
Aufgrund der Reibung zwischen dem Dichtungsring und der Dichtfläche tritt eine
unerwünschte Ansprechverzögerung auf.
Eine Aufgabe der Erfindung besteht folglich in einer Verbesserung
des Hystereseverhaltens des bekannten Proportional-Druckregelventils.
Um diese Aufgabe zu lösen, ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass das Abdichtelement von einem innerhalb der Einlasskammer an dem Steuerglied
angeordneten dritten Ventilteller gebildet ist, dem als zugeordnete Dichtfläche
ein die Durchgangsöffnung umrahmender gehäusefester dritter Ventilsitz
axial gegenüberliegt, an dem der dritte Ventilteller in der Schließstellung
des Steuergliedes dichtend anliegt, wobei die dem während der Schließstellung
in der Einlasskammer herrschenden Primärdruck ausgesetzten, einander entgegengesetzt
orientierten Primärdruck-Wirkflächen des ersten und dritten Ventiltellers
gleichgroß ausgebildet sind, und wobei der sich an den dritten Ventilsitz anschließende
Längenabschnitt der Durchgangsöffnung eine über einen Druckausgleichskanal
mit der Arbeitskammer verbundene Kompensationskammer bildet, wobei die dem während
der Schließstellung in der Arbeitskammer und folglich auch in der Kompensationskammer
herrschenden Sekundärdruck ausgesetzten, einander entgegengesetzt orientierten
Sekundärdruck-Wirkflächen des ersten und dritten Ventiltellers ebenfalls
gleichgroß ausgebildet sind.
Somit erfolgt die während der Schließstellung vorhandene
Abdichtung zwischen der Einlasskammer und einerseits der Arbeitskammer sowie andererseits
der Entlüftungskammer über je eine eigenständige Sitzventilkonfiguration.
Mit anderen Worten kann man von einer Doppelsitzausführung sprechen. Anders
als beim Stand der Technik rufen die für die Abdichtung verantwortlichen Mittel
aufgrund der axialen Abdichtung somit kaum mehr eine Reibung hervor, was für
ein optimiertes Ansprechverhalten sorgt. Das Steuerglied reagiert mit seinen Steuerbewegungen
sehr schnell auf etwaige Sekundärdruckänderungen. Durch das Wegfallen
der dynamischen Dichtungen ist die Reibung sehr klein, was die Genauigkeit des Sekundärdruckes
wesentlich erhöht. Gleichzeitig ist aufgrund der erwähnten Wirkflächenverhältnisse
nicht nur sekundärseitig, sondern auch primärseitig eine
Druckkompensation gegeben, die das Stellverhalten von primärseitigen Druckschwankungen
unabhängig macht.
Ein weiterer Vorteil der Anordnung liegt darin, dass der Durchmesser
des entlüftungsseitigen zweiten Ventilsitzes variiert werden kann, ohne die
Druckkompensation zu beeinflussen. Dadurch lässt sich die Stellkraft des Proportional-Stellantriebes
auch in Fällen geringer Betriebsdrücke sehr gut ausnutzen. Durch entsprechende
Vergrößerung des Ventilsitzdurchmessers kann die auf den zweiten Ventilteller
einwirkende, aus dem Sekundärdruck herrührende Rückwirkungskraft
in einen für den Proportional-Stellantrieb günstigen Arbeitsbereich angehoben
werden. Die Konstellation bei der Doppelsitzanordnung kann hierbei unverändert
beibehalten werden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
Die relative Justierbarkeit zwischen erstem und drittem Ventilteller
ermöglicht es, bei der Montage des Druckregelventils eine präzise Einstellung
dahingehend vorzunehmen, dass in der Schließstellung des Steuergliedes auch
tatsächlich beide am Steuerglied angeordneten Ventilteller mit dem ihnen zugeordneten
Ventilsitz in Dichtkontakt stehen. Eine einfache Justierung ist insbesondere dann
möglich, wenn der erste Ventilteller am Steuerglied aufgeschraubt ist.
In zweckmäßiger Ausgestaltung verfügt das Steuerglied
über einen von dem Entlüftungskanal koaxial durchsetzten rohrförmigen
Stößel, der den ersten und dritten Ventilteller trägt. Mit seinen
stirnseitigen Kanalmündungen kommuniziert der Entlüftungskanal zum einen
ständig mit der Arbeitskammer und zum anderen, durch den zweiten Ventilteller
gesteuert, mit dem Entlüftungskanal.
Die Rückstell-Federmittel, die das Steuerglied zweckmäßigerweise
koaxial umschließen, können platzsparend in der Einlasskammer untergebracht
sein. Hierbei können sie den dritten Ventilteller beaufschlagen.
Der für den sekundärseitigen Druckausgleich verantwortliche
Druckausgleichskanal erstreckt sich zweckmäßigerweise im Steuerglied.
Dies vereinfacht die Herstellung des umgebenden Ventilgehäuses.
Es ist von Vorteil, wenn der Entlüftungskanal zur Bildung des
Druckausgleichskanals beiträgt. So kann insbesondere der zur Arbeitskammer
ausmündende Längenabschnitt des Entlüftungskanals gleichzeitig einen
Längenabschnitt des Druckausgleichskanals bilden, der über eine oder mehrere,
das Steuerglied auf Höhe der Kompensationskammer durchquerende Querbohrungen
mit der Kompensationskammer kommuniziert.
Es ist zweckmäßig, während des Betriebs des Druckregelventils
sekundärseitig eine minimale, definierte Leckage vorzusehen. Diese sorgt dafür,
dass der Sekundärdruck ständig nachgeführt werden muss. Als Folge
hiervon wird der Arbeitspunkt des Ventils stets im unteren Bereich der Hysteresekurve
gehalten, was einen reproduzierbaren Druckwert ergibt.
Der für die geringfügige Leckage verantwortliche Leckagekanal
zweigt vorzugsweise von der Kompensationskammer ab, wobei er insbesondere von einem
Strömungsspalt gebildet sein kann, der radial zwischen dem Steuerglied und
der von diesem durchsetzten Durchgangsöffnung definiert ist. Der Spaltquerschnitt
kann hier, insbesondere durch eine Metallausführung der aneinander anliegenden
Flächen, sehr klein eingestellt werden, ohne die Leichtgängigkeit der
Steuerbewegung zu beeinträchtigen.
Um zu verhindern, dass der sich an die Entlüftungskammer anschließende
Proportional-Stellantrieb verschmutzt und/oder austrocknet, empfiehlt sich die Zwischenschaltung
einer elastischen, gasdichten Trennmembran, die einen Eintritt der bei der Entlüftung
entweichenden Druckluft ins Innere des Proportional-Stellantriebes verhindert. Um
auch bei hohen Drücken beziehungsweise hohen Durchflüssen eine Beschädigung
der Trennmembran zu vermeiden, kann dieser eine Abstützwand zugeordnet sein,
an die sie sich bei der Druckluftbeaufschlagung anlegen kann.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
1 einen Längsschnitt durch eine bevorzugte Bauform
des Proportional-Druckregelventils in der unbetätigten Grundstellung, wobei
das Steuerglied seine Schließstellung einnimmt,
2 eine Zwischenstellung bei bereits aktiviertem Proportional-Stellantrieb,
jedoch weiterhin eingenommener Schließstellung des Steuergliedes, und
3 in wiederum einer Längsschnittdarstellung eine
Arbeitsstellung des Druckregelventils bei in eine Offenstellung umgeschaltetem Steuerglied.
Das in seiner Gesamtheit mit Bezugsziffer 1 bezeichnete Proportional-Druckregelventil
enthält einen Ventilteil 2 mit Ventilgehäuse 3 und einen
Antriebsteil 4 mit einem Proportional-Stellantrieb 5. Die beiden
Teile 2, 4 sind unter Bildung einer Baueinheit lösbar aneinander
angebaut.
Das Ventilgehäuse 3 des Ventilteils 2 enthält
mehrere in Richtung einer Hauptachse 6 aufeinanderfolgend angeordnete Ventilkammern
7. Unter diesen Ventilkammern 7 befindet sich eine Einlasskammer
7a, die – in Richtung der Hauptachse 6 – diesseits
von einer Arbeitskammer 7b und jenseits von einer Entlüftungskammer
7c flankiert ist. Bei der beispielhaften Ausrichtung des Proportional-Druckregelventils
1 liegt die Entlüftungskammer 7c oberhalb und die Arbeitskammer
7b unterhalb der Einlasskammer 7a.
Die Einlasskammer 7a kommuniziert mit einem Einlasskanal
8, an den eine nicht weiter gezeigte Druckluftquelle anschließbar
ist. Ein von der Arbeitskammer 7b abgehender Arbeitskanal 9 ermöglicht
den Anschluss eines ebenfalls nicht weiter abgebildeten Verbrauchers, der mit Druckluft
eines bestimmten konstanten Druckes versorgt werden soll.
Die Entlüftungskammer 7c schließlich steht über
mindestens einen in einer anderen Ebene verlaufenden und daher nur gestrichelt angedeuteten,
das Ventilgehäuse 3 durchsetzenden Entlüftungskanal
10 mit der Atmosphäre in Verbindung.
Als Einsatzgebiet für das Ventil 1 kommt das gesamte
Pneumatikspektrum in Frage. Es eignet sich dabei auch besonders für mobile
Anwendungen, insbesondere in Kraftfahrzeugen. Hierbei kann es beispielsweise zur
Ansteuerung von Abgasturbolader, Motorbremse, Abgasrückführung, Retarderbremse
oder einem automatisierten Getriebe eingesetzt werden.
Einlasskanal 8 und Arbeitskanal 9 münden zur
Außenfläche des Ventilgehäuses 3 aus, wobei ihren Mündungen
beispielhaft als Anschlussgewinde ausgebildete Befestigungsmittel 13 zugeordnet
sind, die ein lösbares Anschließen von Druckluftleitungen ermöglichen.
Ein längliches Steuerglied 14, dessen Längsachse
mit der Hauptachse 6 zusammenfällt, erstreckt sich im Innern des Ventilgehäuses
3 zwischen der Arbeitskammer 7b und der Entlüftungskammer
7c, wobei es die dazwischen angeordnete Einlasskammer 7a durchsetzt.
Das Steuerglied 14 ist in Richtung der Hauptachse 6 unter Ausführung
einer durch einen Doppelpfeil angedeuteten linearen Steuerbewegung 15 hin
und her bewegbar.
Mit einem schaftförmigen Führungsabschnitt 16 durchgreift
das Steuerglied 14 eine die Einlasskammer 7a mit der Entlüftungskammer
7c verbindende bohrungsartige Durchgangsöffnung 17. Hierdurch
ergibt sich eine präzise Linearführung für das Steuerglied
14. Im Kontaktbereich sind der Außenumfang des Führungsabschnittes
16 und der Innenumfang der Durchgangsöffnung 17 insbesondere
metallisch ausgebildet, sodass sich eine reibungsarme Gleitpaarung ergibt. Dies
kann durch eine Metallbeschichtung oder durch eine Vollmetallausführung realisiert
werden.
Mit seinem entgegengesetzten Endabschnitt durchsetzt das Steuerglied
14 mit relativ großem radialem Zwischenraum einen die Einlasskammer
7a mit der Arbeitskammer 7b verbindenden Überströmkanal
18. Die der Arbeitskammer 7b zugewandte Mündung des Überströmkanals
18 ist dabei von einem gehäusefesten ersten Ventilsitz 22
umrahmt, der in Richtung der Hauptachse 6 zu der Arbeitskammer
7b hin orientiert ist.
Ein in der Arbeitskammer 7b angeordneter erster Ventilteller
23 ist Bestandteil des Steuergliedes 14 und liegt dem ersten Ventilsitz
22 axial gegenüber. Er macht die Steuerbewegung 15 des Steuergliedes
14 mit. Liegt er am ersten Ventilsitz 22 an, ist die Fluidverbindung
zwischen Einlasskammer 7a und Arbeitskammer 7b abgesperrt. Im
vom ersten Ventilsitz 22 abgehobenen Zustand ist diese Fluidverbindung
mehr oder weniger weit freigegeben.
Insbesondere koaxial durch das Steuerglied 14 hindurch erstreckt
sich ein Entlüftungskanal 24. Er mündet an den beiden einander
entgegengesetzten Stirnseiten des Steuergliedes 14 aus. Seitens der der
Arbeitskammer 7b zugewandten ersten Entlüftungskanalmündung
25 liegt unabhängig von der Position des Steuergliedes 14
eine ständige Fluidverbindung zwischen Entlüftungskanal 24 und
Arbeitskammer 7b vor.
Die entgegengesetzte, der Entlüftungskammer 7c zugewandte
zweite Entlüftungskanalmündung 26 ist von einem stirnseitig am
Steuerglied 14 angeordneten zweiten Ventilsitz 27 umrahmt. Dieser
weist in Richtung der Hauptachse 6 von der Einlasskammer 7a weg.
Ihm liegt ein bezüglich dem Steuerglied 14 gesonderter zweiter Ventilteller
28 gegenüber, der auch in Richtung der Hauptachse 6 beweglich
ist. Seine bei 32 durch einen Doppelpfeil verdeutlichte Bewegung kann aktiv
durch ein Betätigungsglied 33 des Proportional-Stellantriebes
5 hervorgerufen werden.
Der Proportional-Stellantrieb 5 ist im Bereich der Entlüftungskammer
7c an das Ventilgehäuse 3 angebaut. Er enthält ein bevorzugt
stößelartiges Betätigungsglied 33, dessen Längsachse
mit der Hauptachse 6 zusammenfällt und das durch Bestromung des Proportional-Stellantriebes
5 zu einer Linearbewegung in Richtung der Hauptachse 6 veranlasst
werden kann.
Bevorzugt handelt es sich bei dem Proportional-Stellantrieb
5 um einen sogenannten Proportionalmagnet, wobei das Betätigungsglied
33 vom beweglichen Anker eines Elektromagneten 31 gebildet ist.
Entsprechend der angelegten Spannung ergibt sich eine spezifische magnetische Stellkraft,
die auf das Betätigungsglied 33 einwirkt und dieses längs der
Hauptachse 6 positioniert.
Das Betätigungsglied 33 kann hierbei stirnseitig auf
das Steuerglied 14 einwirken. Dies geschieht unter Zwischenschaltung des
zweiten Ventiltellers 28, der zweckmäßigerweise fest mit dem
Betätigungsglied 33 verbunden oder unmittelbar von diesem gebildet
ist.
Wird das Betätigungsglied 33 in Richtung des Steuergliedes
14 verlagert, übt es über den zweiten Ventilteller
28 eine Stellkraft FS auf das Steuerglied 14 in Richtung
der Arbeitskammer 7b aus, wobei der zweite Ventilteller 28 durch
seinen Kontakt mit dem zweiten Ventilsitz 27 gleichzeitig die zweite Entlüftungskanalmündung
26 verschließt.
Eine bevorzugt in der Entlüftungskammer 7c angeordnete
mechanische Federeinrichtung 34 stützt sich zwischen dem Ventilgehäuse
3 und dem zweiten Ventilteller 28 ab und beaufschlagt diesen in
Richtung einer von dem zweiten Ventilsitz 27 abgehobenen Ausgangsstellung.
Diese Ausgangsstellung ist in 1 ersichtlich. Sie liegt
vor, wenn das Proportional-Druckregelventil die unbestromte Grundstellung einnimmt.
Die Stellkraft FS muss also die Federkraft der Federeinrichtung
34 überwinden, die allerdings relativ klein ist.
Ein die Steuerbewegung 15 mitmachender, zum Steuerglied
14 gehörender dritter Ventilteller 36 ist innerhalb der Einlasskammer
7a angeordnet und liegt einem dritten Ventilsitz 35 axial gegenüber,
der die Durchgangsöffnung 17 umrahmt. Der dritte Ventilsitz
35 hat die gleiche Orientierung wie der erste Ventilsitz 22 und
ist wie dieser gehäusefest angeordnet. Liegt der dritte Ventilteller
36 am dritten Ventilsitz 35 an, kann keine Druckluft aus der Einlasskammer
7a in die Durchgangsöffnung 17 überströmen. Die
primärseitige Druckluft ist dann eingesperrt.
Durch Rückstell-Federmittel 37 ist das Steuerglied
14 in eine aus 1 und 2
ersichtliche Schließstellung vorgespannt. In der Schließstellung liegen
gleichzeitig der erste und dritte Ventilteller 23, 36 am jeweils
zugeordneten ersten (22) beziehungsweise dritten (35) Ventilsitz
dichtend an und sperren die Einlasskammer 7a von sowohl der Arbeitskammer
7b als auch der Entlüftungskammer 7c ab. Bevorzugt sind die
Rückstell-Federmittel 37 platzsparend in der Einlasskammer
7aangeordnet, wobei sie sich steuergliedseitig 14 insbesondere
an dem dritten Ventilteller 36 abstützen können.
Als weitere Ventilkammer 7 ist im Ventilgehäuse
3 eine für eine sekundärseitige Druckkompensation sorgende Kompensationskammer
7d vorhanden, die von dem sich unmittelbar an den dritten Ventilsitz
35 anschließenden Längenabschnitt der Durchgangsöffnung
17 gebildet ist. Im Bereich der Kompensationskammer 7d hat die
Durchgangsöffnung 17 einen größeren Querschnitt als der
sich anschließende, mit dem Führungsabschnitt 16 kooperierende
Längenabschnitt.
Die Kompensationskammer 7d steht unabhängig von der
Stellung des Steuergliedes 14 über einen Druckausgleichskanal
38 ständig mit der Arbeitskammer 7b in Fluidverbindung. Bevorzugt
ist der Druckausgleichskanal 38 im Steuerglied 14 ausgebildet,
sodass auf eine entsprechende Kanalgestaltung im Ventilgehäuse 3 verzichtet
werden kann. Exemplarisch setzt sich der Druckausgleichskanal 38 zusammen
aus dem zu der Arbeitskammer 7b ausmündenden Längenabschnitt
des Entlüftungskanals 24 und einer oder mehreren Querbohrungen
42, die die Wandung des Steuergliedes 14 auf Höhe der Kompensationskammer
7d quer zu der Hauptachse 6 durchsetzen.
Somit erfüllt der das Steuerglied 14 längs durchsetzende
Kanal eine Doppelfunktion, indem er sowohl als Entlüftungskanal 24
als auch als Druckausgleichskanal 38 fungiert.
Aufgrund des Druckausgleichskanals 38 herrscht in der Kompensationskammer
7d zumindest in der Schließstellung des Steuergliedes 14
auch der in der Arbeitskammer 7b anstehende Sekundärdruck. Dieser
beaufschlagt im Übrigen auch die von dem zweiten Ventilsitz 27 umrahmte
Schließfläche 43 des zweiten Ventiltellers 28 und beaufschlagt
diesen mit einer von der Höhe des Sekundärdruckes abhängigen Rückführkraft
FR.
Der erste Ventilsitz 22 und der dritte Ventilsitz
35 umgrenzen die gleiche Querschnittsfläche. Dies hat zur Folge, dass
sowohl die dem in der Einlasskammer 7a herrschenden Primärdruck ausgesetzten
Primärdruck-Wirkflächen 44, 45 der beiden Ventilteller
23, 36 untereinander gleich sind als auch die an diesen Ventiltellern
23, 36 ausgebildeten, dem in der Arbeitskammer 7b herrschenden
Sekundärdruck ausgesetzten Sekundärdruck-Wirkflächen 46,
47.
Dies hat eine sowohl primärseitige als auch sekundärseitige
Druckkompensation zur Folge, wenn das Steuerglied 14 seine Schließstellung
einnimmt. Beide Drücke wirken sich daher nicht auf das Bewegungsverhalten des
Steuergliedes 14 aus.
Eine typische Betriebsweise des Proportional-Druckregelventils stellt
sich wie folgt dar.
Im stromlosen Zustand des Proportional-Stellantriebes 5 liegt
die aus 1 ersichtliche Grundstellung vor. Der zweite
Ventilteller 28 ist hier durch die Federeinrichtung 34 vom zweiten
Ventilsitz 27 des Steuergliedes 14 abgehoben, das durch die Rückstell-Federmmittel
37 in seiner Schließstellung gehalten ist. Die Druckluft ist folglich
primärseitig in der Einlasskammer 7a eingesperrt, und die Arbeitskammer
7b ist über den das Steuerglied 14 durchsetzenden Entlüftungskanal
38, die Entlüftungskammer 7c und den gehäuseseitigen
Entlüftungskanal 10 zur Atmosphäre entlüftet. Dieser Zustand
ist in 1 gezeigt.
Durch das Anlegen einer Spannung an den Proportional-Stellantrieb
5 verlagert sich das Betätigungsglied 33 zusammen mit dem
zweiten Ventilteller 28 in Richtung des axial in die Entlüftungskammer
7c hineinragenden zweiten Ventilsitzes 27, bis es an diesem dichtend
zur Anlage gelangt. Diese Zwischenstellung geht aus 2
hervor. Das Steuerglied 14 nimmt hierbei noch immer die Schließstellung
ein.
Der aus dem Proportional-Stellantrieb 5 resultierenden Stellkraft
FS des zweiten Ventiltellers 28 wirken die Federeinrichtung
34 und die Rückstell-Federmittel 37 entgegen sowie die aus
dem Sekundärdruck der Arbeitskammer 7b abgeleitete Rückführkraft
FR, die durch den Entlüftungskanal 24 hindurch auf die
Schließfläche 43 einwirkt.
Unmittelbar nach dem Einschalten des Proportional-Stellantriebes
5 ist wegen druckloser Arbeitskammer 7b noch keine Rückführkraft
FR vorhanden. Dies führt dann dazu, dass der zweite Ventilteller
28 das Steuerglied 14 in die aus 3
ersichtliche Offenstellung verlagert, in der gleichzeitig der erste Ventilteller
23 und der dritte Ventilteller 36 von den ihnen zugeordneten Ventilsitzen
22, 35 abgehoben werden. Durch den somit freigegebenen Überströmkanal
18 strömt nun unter dem Primärdruck stehende Druckluft aus der
Einlasskammer 7a in die Arbeitskammer 7b über und von dort
über den Arbeitskanal 9 zum zu versorgenden Verbraucher.
Die an dem Proportional-Stellantrieb 5 angelegte Spannung
entspricht dem angestrebten Sollwert für den Sekundärdruck. Mit zunehmendem
Druckanstieg in der Arbeitskammer 7b steigt die Rückführkraft
FR an, bis schließlich bei mit dem Sollwert übereinstimmendem
Istwert des Sekundärdruckes die Rückführkraft FR so groß
ist, dass die insgesamt an dem Steuerglied 14 angreifenden Kräfte
dieses in die Zwischenstellung gemäß 2 zurück
verlagern.
Steigt in der Folge der Luftbedarf in der Arbeitskammer
7b wieder an, stellt sich wegen der wieder abnehmenden Rückführkraft
FR neuerlich der Zustand aus 3 ein, wobei
Druckluft aus der Einlasskammer 7a in die Arbeitskammer 7b nachgeführt
wird.
Übersteigt der Sekundärdruck den Sollwert, wird der zweite
Ventilteller 28 durch die erhöhte Rückführkraft FR
von dem zweiten Ventilsitz 27 abgehoben, sodass sich eine mit der Grundstellung
aus 1 entsprechende Stellung ergibt. Diese bewirkt
einen sekundärseitigen Druckabbau über den geöffneten Entlüftungskanal
24 hindurch.
Dem Regelverhalten förderlich ist eine definierte Leckage an
der Sekundärseite, die zur Folge hat, dass der Sekundärdruck ständig
nachgeführt werden muss. Dadurch wird der Arbeitspunkt stets im unteren Bereich
der Hysteresekurve gehalten. Diese bewusste Leckage wird durch mindestens einen
Leckagekanal 48 gewährleistet, der eine ständige geringfügige
Leckage aus der Arbeitskammer 7b zur Atmosphäre zulässt.
Der Leckagekanal 48 geht vorzugsweise von der Kompensationskammer
7d ab. Es könnte sich bei ihm prinzipiell um einen kapillarähnlichen
Kanal minimalen Durchmessers handeln. Bevorzugt sind jedoch der Außendurchmesser
des Führungsabschnittes 16 und der Innendurchmesser der Durchgangsöffnung
17 so aufeinander abgestimmt, dass hier ein minimaler Strömungsspalt
verbleibt, der den Leckagekanal 48 bildet. Anders ausgedrückt wird
hier auf eine Weichdichtung verzichtet, und man greift auf eine den ungehinderten
Fluidaustritt verhindernde Spaltdichtung zurück, die die Eigenheit hat, einen
minimalen Luftaustritt zuzulassen.
Die Leckageströmung fließt also am Außenumfang des
Steuergliedes 14 vorbei in die Entlüftungskammer 7c und von
dort zur Atmosphäre.
Das Steuerglied 14 des Ausführungsbeispiels zeichnet
sich durch eine besonders vorteilhafte Bauweise aus. Es besteht aus einem von dem
Entlüftungskanal 24 koaxial durchsetzten rohrförmigen Stößel
52, an dem der erste Ventilteller 23 und der dritte Ventilteller
36 axial unbeweglich fixiert sind.
Während der dritte Ventilteller 36 exemplarisch auf
den Stößel 52 aufgepresst oder aufgeklebt ist, liegt zwischen
dem ersten Ventilteller 23 und dem Stößel 52 eine Schraubverbindung
53 vor, die bei der Montage des Proportional-Druckregelventils
1 eine axiale Justierung der Relativposition zwischen den beiden Ventiltellern
23, 36 ermöglicht.
Beispielhaft verfügt der Stößel 52 an seinem
in die Arbeitskammer 7b hineinragenden Endabschnitt über ein Außengewinde,
auf das der hülsenförmige erste Ventilteller 23 mit einem komplementären
Innengewinde aufgeschraubt ist. Die Aufschraubtiefe kann durch
einen Sicherungsring oder durch sonstige Sicherungsmittel gesichert werden.
Auf diese Weise ist eine Einstellung möglich, die garantiert,
dass die beiden Ventilteller 23, 36 stets gleichzeitig auf dem
ihnen zugeordneten Ventilsitz 22, 35 aufsitzen oder davon abgehoben
sind.
Prinzipiell könnte der Proportional-Stellantrieb 5 unmittelbar
eine Begrenzungswand der Entlüftungskammer 7c bilden, wobei die Abluft
dann auch in der Lage sein könnte, ins Innere des Proportional-Antriebes einzudringen.
Häufig ist die Abluft jedoch mit Schmutz oder Öl verunreinigt und/oder
weist eine erhöhte Temperatur auf. In diesem Fall können die Komponenten
des Proportional-Stellantriebes 5 in Mitleidenschaft gezogen werden. Beim
Ausführungsbeispiel ist die Entlüftungskammer 7c daher zu dem
sich anschließenden Proportional-Stellantrieb 5 hin durch eine elastische,
gasdichte Trennmembran 54 abgeschlossen, die mit ihrem äußeren
Rand am Ventilgehäuse 3 oder am Gehäuse des Proportional-Stellantriebes
5 abgedichtet fixiert ist und die mit ihrem inneren Rand an dem beweglichen
zweiten Ventilteller 28 unter Abdichtung befestigt ist. Sie ist also ringförmig
gestaltet. Aufgrund ihrer Flexibilität beeinträchtigt sie die Beweglichkeit
des Betätigungsgliedes 33 und des zweiten Ventiltellers
28 nicht. Sie verhindert jedoch einen Übertritt von Abluft in den
sich anschließenden Proportional-Stellantrieb 5.
Damit die Trennmembran 54 von der unter Umständen mit
noch relativ hohem Druck abströmenden Abluft nicht beschädigt wird, kann
der Proportional-Stellantrieb 5 an der der Entlüftungskammer
7c entgegengesetzten Rückseite der Trennmembran 54 eine Abstützwand
55 aufweisen, an der sich die Trennmembran 54 abstützen kann.
Die Abstützwand 55 kann hierbei eine Konkavität 56 aufweisen,
in die sich die Trennmembran 54 hineinschmiegen kann. Somit unterliegt
sie durch den abluftseitigen Überdruck keinen schädigenden Zugkräften.
Das Proportional-Druckregelventil 1 hat den Vorteil, dass
das Steuerglied 14 bei seinen Stellbewegungen nur minimaler Reibung ausgesetzt
ist, sodass bei den Einstellvorgängen eine nur geringe Hysterese auftritt.
Aufgrund der metallischen Gleitflächen ändert sich zudem das Reibungsverhalten
auch bei Temperaturänderungen nicht, sodass stets gleichbleibende Verhältnisse
vorliegen. Die Leckage im nicht betätigten Zustand ist sehr gering, gleichwohl
ermöglich die definierte Leckage durch den Leckagekanal 48 eine stets
korrekte Einstellung des Sekundärdruckes auf den Sollwert.
Das Steuerglied 14 ist durch den Primärdruck keiner
resultierenden Stellkraft ausgesetzt. Auch bei schwankendem Primärdruck kann
somit der Sekundärdruck problemlos konstant gehalten werden. Bei alledem ermöglicht
das Ventil hohe Durchflusswerte, was kurze Befüllzeiten und Entlüftungszeiten
ermöglicht.
Das beispielhafte Proportional-Druckregelventil hat die Funktionalität
eines 3/3-Wegeventils. Dadurch können die drei Grundfunktionen "Druck erhöhen",
"Druck senken" und "Druck halten" problemlos gewährleistet werden.
Durch den Entfall dynamischer Dichtungen im Bereich des Steuergliedes
14 ist die auftretende Reibung sehr klein, was die Genauigkeit des einzustellenden
Sekundärdruckes wesentlich erhöht.
Die Realisierung des Leckagekanals 48 als eine Art Spaltdichtung
zwischen dem Steuerglied 14 und der Durchgangsöffnung 17
vereinigt den Vorteil minimaler Reibung mit demjenigen einer einfachen Bereitstellung
einer für den Regelungsvorgang vorteilhaften Leckageströmung. Die Spaltbreite
beträgt nur einige Mikrometer.
Der dritte Ventilteller 23 sorgt im Zusammenwirken mit dem
zugeordneten dritten Ventilsitz 35 in der stromlosen Grundstellung des
Ventils 1 für die Abdichtung der Einlasskammer 7a vom Leckagekanal
48. Gleichzeitig garantiert er wegen seiner kompensierenden Wirkung die
Unabhängigkeit der Regelung vom Primärdruck.
Bei dem Stößel 52 kann es sich beispielsweise um
ein Aluminium-Drehteil handeln. Die Durchgangsöffnung 17 mit zugeordnetem
drittem Ventilsitz 35 wie auch der Überströmkanal 18
mit zugeordnetem erstem Ventilsitz 22 können jeweils Bestandteil eines
gesonderten Einsatzkörpers 57, 58 sein, der unter Abdichtung
in eine Aufnahme 62 des zu Montagezwecken vorzugsweise zweigeteilten Ventilgehäuses
3 einsetzbar ist.