Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Differenzialdruckventil,
gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Solche Differenzialdruckventile sind zweckmäßig bei kupplungslosen
Kompressoren mit variabler Verdrängung in Klimaanlagen von Automobilen.
In einer Klimaanlage eines Automobils nutzt der Kompressor den Motor
des Automobils als Antriebsquelle. Da dann die Drehzahl des Kompressors abhängig
von der Fahrkondition in einem weiten Bereich variiert, wird ein Kompressor mit
variabler Verdrängung eingesetzt. Zwischen dem Kompressor und dem Motor kann
eine elektromagnetische Kupplung vorgesehen sein.
Wegen der elektromagnetischen Kupplung nimmt das Gewicht des Fahrzeugs
zu und werden die Herstellungskosten des Fahrzeugs erhöht. Ferner wird im Betrieb
der Kupplung, erhebliche elektrische Leistung verbraucht. Deshalb werden auch Kompressoren
mit variabler Verdrängung, jedoch des sogenannten kupplungslosen Typs verwendet,
d. h. der Kompressor wird direkt mit dem Motor des Fahrzeugs verbunden. Wenn die
Klimaanlage nicht eingeschaltet ist, wird der Kompressor in einen Zustand gesteuert
in welchem seine Verdrängung ein Minimum wird. Jedoch ist bei der minimalen
Verdrängung dennoch eine kleine Verdrängung unvermeidlich und zirkuliert
eine kleine Menge Kältemittel im Kühlkreis. Da dann auch das Verdampfer-Gebläse
steht, wird im Verdampfer kein Wärmeaustausch durchgeführt und gelangt
kaltes Kältemittel in den Verdampfer. Der Verdampfer kein vereisen und ist
fallweise abzutauen. Obwohl das Kältemittel Kompressoröl enthält,
verbleibt im Betriebszustand mit minimaler Verdrängung Öl im Kondensator,
im Verdampfer, etc., ohne zum Kompressor zurückgeführt zu werden, was
zum Fressen des Kompressors führen kann.
Bei einem Kompressor mit variabler Verdrängung des kupplungslosen
Typs kann, wie bekannt, in einer Passage, in die aus der Abgabekammer des Kompressors
Kältemittel eingeführt wird, ein Differenzialdruckventil mit einer Rückschlagventilstruktur
vorgesehen werden. Ein Ventilelement des Rückschlagventils an einer Stromabseite
eines Ventilsitzes wird durch eine sehr schwache Feder in Ventilschließrichtung
beaufschlagt, um Druckverluste bei der Strömung des Kältemittels in Ventilöffnungsrichtung
zu minimieren. Im Gegensatz dazu ist im Differenzialdruckventil eine wesentlich
stärkere Feder verwendet. Das Differenzialdruckventil schließt, wenn der
Abgabedruck niedrig ist; beispielsweise wenn die Klima anlage nicht in Betrieb ist,
und öffnet, sobald der Abgabedruck gleich oder höher wird als ein bestimmter
Druckwert. Wenn der Kompressor mit minimaler Verdrängung betrieben wird, und
der Auslassanschluss der Abgabekammer vom Differenzialdruckventil verschlossen ist,
dann nimmt der Druck in der Abgabekammer progressiv zu, bis die Feder überwunden
wird. Kältemittel strömt durch das Differenzialdruckventil ab. Der Druck
in der Abgabekammer sinkt, sodass das Differenzialdruckventil wieder schließt.
Dieser Vorgang wiederholt sich, wobei ein Hunting-Phänomen auftritt und das
Ventilelement wiederholt auf den Ventilsitz schlägt und Vibrationsgeräusche
und andere Geräuscheerzeugt.
Bei dem aus JP-A-2000-346217 [0019] bis [0046] bekannten Differenzialdruckventil
wird beim Öffnen der Öffnungsquerschnitt verringert, wodurch verhindert
wird, dass der Druck in der Abgabekammer zu rasch abfällt, und das Auftreten
des Hunting-Phänomens unterdrückt wird.
Die vorliegende Erfindung ist eine Verbesserung des aus JP-A-2000-346217
bekannten Differenzialdruckventils, das in 5 bis
8 gezeigt wird.
Ein Ventilelement 100 des konventionellen Differenzialdruckventils
hat in 5 drei Öffnungen 100a bis
100c als Ausschnitte eines vorstehenden Bereiches des Ventilelements
100. Die Öffnungen 100a bis 100c werden in Richtung
zum vordersten Ende des Ventilelementes größer. Durch Kombinieren des
Ventilelements 100 mit einem hohlen zylindrischen Ventilsitz
103 kann die erwähnte Strömungsratensteuerung in JP-A-2000-346217
realisiert werden.
6 zeigt das bekannte Differenzialdruckventil geschlossen.
Das Ventilelement 100 ist durch eine Spiralfeder 102 gegen eine
Sitzfläche 103a des Ventilsitzes 103 in einem Gehäuse
101 gepresst. Komprimiertes Kältemittel wird durch einen Einlassanschluss
104 eingeführt. Das Ventilelement 100 besitzt den hohlen
zylindrischen und vorstehenden Bereich 106, der sich um eine Dichtungsfläche
105 erstreckt, die auf die Sitzfläche 103a aufgesetzt ist.
In dem Bereich 106 fungiert eine äußere periphere Fläche
103b des Ventilsitzes 103 als eine Führungsfläche, wenn
sich das Ventilelement 100 axial bewegt.
7 zeigt in Draufsicht das Positions-Verhältnis
zwischen den drei Öffnungen 100a bis 100c des Ventilelements
100. Die Öffnungen 100a bis 100c haben in Umfangsrichtung
dieselbe Größe und sind auch in gleichen Intervallen von jeweils 120 Grad
angeordnet.
Da jedoch, sobald das Ventilelement 100 geringfügig
geöffnet hat, der Druck radiale Kräfte auf den Bereich 106 erzeugt,
die in Querrichtung gleichförmig wirken, d. h. in Querrichtung ausgeglichen
sind, bewegt sich das Ventilelement 100 manchmal aus irgendwelchen
Gründen ungleichförmig seitlich, sodass der Bereich 106 gegen
die äußere periphere Fläche 103b schlägt und Geräusche
erzeugt.
Auch kann die Spiralfeder 102 wegen der Windungssteigung
das Ventilelement 100 nicht immer gleichförmig gegen die Sitzfläche
103 pressen. Es kann die dichtende Fläche 105 einseitig stärker
angedrückt werden. Wenn wie in 8 das Ventilelement
100 unter dem anstehenden Druck öffnet, wird es gekippt und werden
die Öffnungsquerschnitte der Öffnungen 100a bis 100c
aufgrund der Schrägstellung verschieden, sodass das Ventilelement
100 zu taumeln beginnt und wiederholt gegen den Ventilsitz 103
schlägt, was in weiter gesteigertem Geräusch resultiert.
Es ist ein Gegenstand der Erfindung ein Differenzialdruckventil ohne
Arbeitsgeräusche anzugeben, insbesondere für einen Kompressor mit variabler
Verdrängung.
Dieser Gegenstand wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erzielt.
Im Differenzialdruckventil wird beim Öffnen eine Querlast generiert,
die den hohlen zylindrischen und vorstehenden Bereich des Ventilelements gegen die
äußere Umfangsfläche des Ventilsitzes presst, sodass das Ventilelement
stets an dem an dem Ventilsitz gleiten muss. Dies verhindert, dass das Ventilelement
bei wiederholtem Öffnen und Schließen gegen den Ventilsitz schlägt.
Eine Geräuschbildung wird somit unterdrückt.
Es zeigen:
1 eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen
Differenzialdruckventils in geschlossenem Zustand,
2 die Gestalt eines Ventilelements des erfindungsgemäßen
Differenzialdruckventils,
3 in Draufsicht Öffnungen im Differenzialdruckventil
gemäß der Erfindung,
4 einen schematischen Querschnitt zum Erklären
eines Status, in welchem am Ventilelement eine Querlast generiert wird,
5 perspektivisch die Gestalt eines Ventilelements eines
konventionellen Differenzialdruckventils,
6 das konventionelle Differenzialdruckventil in geschlossenem
Zustand,
7 in Draufsicht positionsbezogene Verhältnisse
zwischen drei Öffnungen des Ventilelements des konventionellen Differenzialdruckventils,
und
8 Druckeinwirkungen im konventionellen Differenzialdruckventil.
Das erfindungsgemäße Differenzialdruckventil 1
weist in den 1 bis 4 ein
Gehäuse 2, einen Körper 3, ein Ventilelement
4 und eine Spiralfeder 5 auf. Das Gehäuse 2, das
beispielsweise aus Messing besteht, ist z. B. in eine Passage eingepasst, die zu
einer Abgabekammer eines Kompressors führt. Zentral ist im Gehäuse
2 ein Einlassanschluss 6 geformt, der mit einem hohlen zylindrischen
Ventilsitz 7 integral ist. Am unteren Ende des Ventilsitzes 7
ist eine Sitzfläche 8 angeformt, die dem Ventilelement 4
gegenüber liegt. Außen wird der Ventilsitz von einer zylindrischen Fläche
begrenzt. Der Körper 3 der beispielsweise aus einem Kunstharz hergestellt
ist, ist mit dem Gehäuse 2 durch Verstemmen oder Bördeln verbunden,
und besitzt mehrere Auslassanschlüsse 9 entlang des Umfangs eines
Bodens des Körpers 3. Am Boden ist ein hohler zylindrischer Bereich
10 vorgesehen, der sich nach oben erstreckt, und einen hohlen Zylinder
11 an der Unterseite des Ventilelements 4 in axialer Richtung
führt. Der hohle zylindrische Bereich 10 und der Zylinder
11 am Ventilelement 4 formen miteinander eine Dämpferkammer,
um das Ventilelement zu hindern, in axialer Richtung zu vibrieren. Im Boden des
Körpers 3 verhindert eine Ölablassöffnung 12, dass
sich im Kältemittel enthaltenes Kühler-Öl in der Dämpferkammer
sammelt.
Das Ventilelement 4 hat ferner außen einen hohlen zylindrischen
und vorstehenden Bereich 14, der integral außerhalb einer dichtenden
Fläche 13 gebildet ist, die auf die Sitzfläche 8 des
Ventilsitzes 7 aufsetzbar ist. Der Bereich 14 umgibt die zylindrischen
Peripherie des Ventilsitzes 7 von außen und bewirkt, dass sich das
Ventilelement 4 unter Verwendung der Peripherie des Ventilsitzes
7 als Führungsfläche axial bewegt (Hülsenventilfunktion).
Die Spiralfeder 5 ist auf den hohlen zylindrischen Bereich
10 des Körpers 3 aufgesetzt und steht mit ihrem oberen Ende
in Kontakt mit einer unteren Fläche des Ventilelements 4. Die Spiralfeder
5 beaufschlagt das Ventilelement 4 in Ventilschließrichtung.
Solange der Druck des Kältemittels im Einlassanschluss unterhalb
der Kraft der Spiralfeder 5 liegt, wird kein Kältemittel zu den Auslassanschlüssen
9 geliefert.
Wie in 2 gezeigt, sind im hohlen zylindrischen
und vorstehenden Bereich 14 des Ventilelementes 4 zwei Fenster
15 und 16 ausgebildet, die Öffnungen gleicher Größen
sind.
Der hohle zylindrische und vorstehende Bereich 14 hat eine
Höhe etwa entsprechend der Länge des Ventilsitzes 7. Die Fenster
15 und 16 weisen axiale Seitenflächen 15a und
16a, mit einem vorbestimmten Winkel, schräggestellte Flächen
15b und 16b, und Grundflächen 15c und
16c, parallel zu der dichtenden Fläche 13 auf. Die Querschnittsgrößen
der Öffnungen variiert in Relation zu der ebenen Sitzfläche
8 in axialer Richtung progressiv, wenn das Ventilelement 4 abhebt
oder aufsetzt.
Wie in 3 gezeigt, sind die Fenster
15 und 16 um die Achse des Ventilelementes 4 unregelmäßig
verteilt, und zwar so, dass die Mitten der Grundflächen 15c und
16c voneinander einerseits um 150° separiert sind und andrerseits
um 210°.
Wenn das Ventilelement 4 zu öffnen beginnt, nimmt die
Querschnittsgröße der Öffnung der dann relativ zur Sitzfläche
8 gebildeten Kältemittelpassage progressiv zu. Wenn hingegen das Ventilelement
4 schließt, nimmt diese Querschnittsgröße progressiv ab.
Die Bereiche der inneren Wandflächen des hohlen zylindrischen
und vorstehenden Bereichs 14 des Ventilelementes 4, welche bei
geöffnetem Ventil den in den Einlassanschluss 6 eingeführten
Kältemitteldruck in radialer Richtung aufnehmen, sind aufgrund der verschiedenen
Umfangsabstandsintervalle von 150° und 210° zwischen den Fenstern
15, 16, unterschiedlich groß.
Die aus der radialen Druckeinwirkung resultierende Querkraft oder
Last ist somit für das Ventilelement einseitig und presst den Bereich
14 gegen den Ventilsitz 7.
Wenn der Druck P im Einlassanschluss 6 das Ventilelement
4 nach unten in 4 abhebt, beginnt Kältemittel
entlang der gesamten Peripherie durch einen Spalt zwischen dem Ventilelement
4 und dem Ventilsitz 7 durchzuströmen. Auf die innere Umfangsflächen
des hohlen zylindrischen und vorstehenden Bereiches 14 des Ventilelementes
4 übt der Druck dann eine Querkraft oder Last.
Die Flächen von Regionen des Bereichs 14, die durch
die Fenster 15 und 16 separiert sind, sind in Umfangsrichtung
ungleichförmig groß. Die durch die Fenster 15 und 16
separierte, in Umfangsrichtung längere Region (210°) hat eine größere
druckaufnehmende Fläche als die in Umfangsrichtung kürzere Region (150°),
sodass eine größere Querlast (in 4 eine Last
in einer Richtung nach links) auf der in Umfangsrichtung längeren Region generiert
wird. Das Ventilelement 4 wird bei einer axialen Öffnungs- oder Schließoperation
in Querrichtung gegen den hohlen zylindrischen Ventilsitz 7 gepresst, sodass
es an dem Ventilsitz 7 gleitet. Das Ventilelement 4 kann deswegen
nicht seitlich gegen den Ventilsitz 7 schlagen und auch keine Geräusche
erzeugen.
Spezifisch ist es bei dem erfindungsgemäßen Differenzialdruckventil
nur erforderlich, am Ventilelement 4 eine Querlast zu generieren, solange
das Ventil offen ist. Es könnten auch drei Öffnungen oder mehr oder nur
eine im hohlen zylindrischen und vorstehenden Bereich 14 vorgesehen sein.
Es ist nur erforderlich, keine regelmäßige Verteilung vorzusehen.
Dieselben vorteilhaften Effekte könnten auch mit einer Feder
erreicht werden, die den hohlen zylindrischen und vorstehenden Bereich
14 gegen die äußere Peripherie des Ventilsitzes 7 presst.
Es könnte beispielsweise eine Blattfeder entweder mit dem hohlen zylindrischen
und vorstehenden Bereich integral ausgebildet oder von diesem separat geformt und
an der inneren peripheren Oberflächenseite des hohlen zylindrischen und vorstehenden
Bereiches 14 angeordnet werden, um die Querlast am Ventilelement zu generieren.
Dieses Differenzialdruckventil kann sowohl in einem Kompressor mit
variabler Verdrängung des kupplungslosen Typs oder mit einer Kupplung eingesetzt
werden, und auch in anderen technischen Gebieten, wenn es bei einem Druck nicht
kleiner als ein vorbestimmter Differenzialdruck öffnen soll.