Stand der Technik
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern
einer Brennkraftmaschine gemäß den Oberbegriffen der unabhängigen
Ansprüche.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung einer Brennkraftmaschine
sind aus der DE 195 48 278 bekannt. Dort
werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung des Drucks in einen Druckspeicher
bei einem Common-Rail-System beschrieben. Üblicherweise wird bei solchen Common-Rail-Systemen
die Ansteuerdauer der Injektoren abhängig von der einzuspritzenden Kraftstoffmenge
und dem Druck im Speicher vorgegeben. Hierzu wird der Druck im Speicher drehzahlsynchron
erfaßt. Die Druckregelung erfolgt in einem festen Zeitraster. Hierzu wird der
bereits drehzahlsynchron erfaßte Raildruck zeitsynchron abgetastet. Dies kann
unter ungünstigen Betriebszuständen zu erheblichen Totzeiten bei der Druckregelung
führen. Dies führt dazu, daß der Druckregler sehr langsam appliziert
werden muß. Dies ist im Hinblick auf eine schnelle Störgrößenausregelung
eine unerwünschte Randbedingung.
Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Verfahren und
Vorrichtung zur Steuerung einer Brennkraftmaschine der eingangs genannten Art die
Totzeit im Druckregelkreis zu minimieren. Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen
Ansprüchen gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Vorteile der Erfindung
Mit der erfindungsgemäßen Vorgehensweise kann die Totzeit
beim Druckregelkreis wesentlich verringert werden. Vorteilhafte und zweckmäßige
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
gekennzeichnet.
Zeichnung
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsformen erläutert. Es zeigen 1
ein Blockdiagramm der erfindungsgemäßen Vorrichtung, 2
den Druck über der Zeit t aufgetragen, 3 eine
detaillierte Darstellung der Druckerfassung und 4 und
5 jeweils ein Flußdiagramm des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
In 1 sind die für das Verständnis
der Erfindung erforderlichen Bauteile einer Ausführungsform eines Kraftstoffversorgungssystems
einer Brennkraftmaschine mit Hochdruckeinspritzung dargestellt. Das dargestellte
System wird üblicherweise als Common-Rail-System bezeichnet und ist nur beispielhaft
dargestellt.
Mit 100 ist ein Kraftstoffvorratsbehälter bezeichnet.
Dieser steht über ein ersten Filter 105, einer regelbaren Vorförderpumpe
110 und einem zweiten Filtermittel 115 in Verbindung. Vom zweiten
Filtermittel 115 gelangt der Kraftstoff über eine Leitung zu einem
Ventil 120. Die Verbindungsleitung zwischen dem Filtermittel
115 und dem Ventil 120 steht über ein Niederdruckbegrenzungsventil
145 mit dem Vorratsbehälter 100 in Verbindung. Das Ventil
120 steht über eine Hochdruckpumpe 125 mit einem Rail
130 in Verbindung. Das Rail wird auch als Speicher bezeichnet und steht
über Kraftstoffleitungen mit verschiedenen Injektoren 131 in Kontakt.
Über ein Druckregelmittel, insbesondere ein Druckregelventil 135 ist
das Rail 130 mit dem Kraftstoffvorratsbehälter 110 verbindbar.
Das Druckregelventil 135 ist mittels einer Spule 136 steuerbar.
Die Leitungen zwischen dem Ausgang der Hochdruckpumpe 125
und dem Eingang des Druckregelventils 135 werden als Hochdruckbereich bezeichnet.
In diesem Bereich steht der Kraftstoff unter hohem Druck. Der Druck im Hochdruckbereich
wird mittels eines Sensors 140 erfaßt. Die Leitungen zwischen dem
Tank 100 und der Hochdruckpumpe 125 werden als Niederdruckbereich
bezeichnet.
Mit 150 ist eine Steuerung bezeichnet. Diese beaufschlagt
die Injektoren 131 mit Ansteuersignalen A und steuert die Spule
136 des Druckregelventils 135 an. Hierzu wird das Ausgangssignal
P des Drucksensors 140 und verschiedene Ausgangssignale weiterer Sensoren
160, wie beispielsweise eines Drehzahlsensors, ausgewertet.
Die Steuerung 150 umfaßt eine Druckberechnung
151, der das Ausgangssignal des Drucksensors 140 zugeleitet wird.
Die Druckberechnung 151 beaufschlagt eine Mengenberechnung 152und
einen Verknüpfungspunkt 154 mit Signalen. Am zweiten Eingang des Verknüpfungspunktes
154 steht das Ausgangssignal PS einer Sollwertvorgabe 153. Die
Sollwertvorgabe verarbeitet das Ausgangssignal N eines Drehzahlsensors
160 sowie der Mengenberechnung 152. Die Mengenberechnung beaufschlagt
die Injektoren mit Ansteuersignalen A und die Druckberechnung mit einem Signal QK,
das anzeigt, daß eine Einspritzung erfolgt. Mit dem Ausgangssignal des Verknüpfungspunktes
154 wird ein Druckregler 155 beaufschlagt, der wiederum die Spule
136 des Druckregelventils ansteuert.
Diese Einrichtung arbeitet wie folgt: Der Kraftstoff,
der sich im Vorratsbehälter befindet, wird von der Vorförderpumpe
110 durch die Filtermittel 105 und 115 gefördert.
Ausgangsseitig der Vorförderpumpe 110 ist der Kraftstoff mit einem
Druck zwischen einem und ca. 3 bar beaufschlagt. Wenn der Druck im Niederdruckbereich
des Kraftstoffsystems einen vorgebbaren Druck erreicht hat, öffnet das Ventil
120 und der Eingang der Hochdruckpumpe 125 wird mit einem bestimmten
Druck beaufschlagt. Dieser Druck hängt von der Ausführung des Ventils
120 ab. Üblicherweise ist das Ventil 120 so ausgestaltet,
daß es bei einem Druck von ca. 1 bar die Verbindung zur Hochdruckpumpe
125 freigibt.
Steigt der Druck im Niederdruckbereich auf unzulässig hohe Werte
an, so öffnet das Niederdruckbegrenzungsventil 145 und gibt die Verbindung
zwischen dem Ausgang der Vorförderpumpe 110 und dem Vorratsbehälter
100 frei. Mittels des Ventils 120 und dem Niederdruckbegrenzungsventil
145 wird der Druck im Niederdruckbereich auf Werte zwischen ca. 1 und 3
bar gehalten.
Die Hochdruckpumpe 125 fördert den Kraftstoff vom Niederdruckbereich
in den Hochdruckbereich. Die Hochdruckpumpe 125 baut im Rail
130 einen sehr hohen Druck auf. Üblicherweise werden bei Systemen
für fremdgezündete Brennkraftmaschinen Druckwerte von etwa 30 bis 100
bar und bei selbstzündenden Brennkraftmaschinen Druckwerte von etwa 1000 bis
2000 bar erzielt. Über die Injektoren 131 kann der Kraftstoff unter
hohem Druck den einzelnen Zylinder der Brennkraftmaschine zugemessen werden.
Mittels des Sensors 140 wird der Druck im Rail bzw. im gesamten
Hochdruckbereich erfaßt. Mittels des Druckregelventils 135, das mit
einer Spule 136 ansteuerbar ist, kann der Druck im Hochdruckbereich geregelt
werden. Abhängig von der an der Spule 136 anliegenden Spannung bzw.
des durch die Spule 136 fließenden Stromes öffnet das Druckregelventil
135 bei unterschiedlichen Druckwerten.
Zur Regelung des Druckes P im Hochdruckbereich können auch weitere
Stellglieder eingesetzt werden. Dies ist sind eine in der Fördermenge verstellbare
elektrische Vorförderpumpe 110 oder eine steuerbare Hochdruckpumpe
125. Zusätzlich zum Druckregelventil 135 kann auch ein Druckbegrenzungsventil
vorgesehen sein, das bei einem vorgegebenen Druck die Verbindung zwischen Hochdruckbereich
und Niederdruckbereich freigibt.
Die Druckerfassung 151 bereitet das Signal, das vom Drucksensor
140 bereitgestellt wird, auf und stellt es zum einen der Mengenberechnung
152 und zum anderen dem Vergleichspunkt 154 zur Druckregelung
zur Verfügung. Die Mengenberechnung 152 berechnet abhängig vom
Druck P und der gewünschten einzuspritzenden Kraftstoffmenge die Ansteuersignale
A zur Beaufschlagung der Injektoren 131.
Die Sollwertvorgabe 153 berechnet ausgehend von verschiedenen
Betriebsparametern wie beispielsweise der Drehzahl N der Brennkraftmaschine und
der einzuspritzenden Kraftstoffmenge einen Sollwert PS für den Kraftstoffdruck
im Speicher 130. Dieser Sollwert PS wird im Verknüpfungspunkt
154 mit dem Istwert PI, der von der Druckerfassung 151 bereitgestellt
wird, verglichen. Abhängig von diesem Vergleich berechnet der Druckregler
155 das Ansteuersignal zur Beaufschlagung des Druckregelventils.
Die Berechnung der Ansteuersignale abhängig vom Druck P erfolgt
vor jeder Einspritzung. Diese Berechnung erfolgt also drehzahlabhängig mit
variablem Zeitabstand. Der Abstand zwischen diesen Berechnungen hängt stark
von der Drehzahl ab. Die Berechnung des Ansteuersignals für das Druckregelventil
im Druckregler 155 erfolgt in einem festen Zeittakt. Dieser Zeittakt ist
so gewählt, daß der Regler umgehend auf sich ändernde Sollwerte PS
reagieren kann und sich der neue Sollwert möglichst schnell einstellen kann.
Erfindungsgemäß wird der Druck zur Istwerterfassung zeitsychron
mit einem sehr kleinen Zeittakt von ca. vorzugsweise 10 ms erfaßt. Die Druckwerte
werden in einem vorgebenen, vorzugsweisen festen Zeitabständen erfaßt.
Parallel hierzu erfolgt die winkelsynchrone oder drehzahlsynchrone Auswertung des
Drucks zur Berechnung des Ansteuersignals A. Problematisch hierbei ist nun, daß
wie in 2 dargestellt, der Druck P während der
Einspritzung sehr stark schwankt.
In 2 ist der Druck P über der Zeit
t aufgetragen. Zu den Zeitpunkten t1, t2 und t3 beginnt jeweils eine Einspritzung.
Dies führt dazu, daß der Druck rasch abfällt und anschließend
wieder auf seinen ursprünglichen Wert ansteigt. Zu den Zeitpunkten t1', t2'
und t3' endet jeweils die Einspritzung.
Die Schwankungen des Drucks während der Einspritzung können
von der Druckregelung nicht ohne weiteres ausgeglichen werden. Werden diese Schwankungen
bei der Istwerterfassung berücksichtigt, so führt dies dazu, daß
das Ausgangssignal des Druckreglers unerwünschten starken Schwankungen unterliegt.
Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, daß während der Einspritzung,
das heißt, zwischen den Zeiträumen t1 und t1', sowie t2 und t2' sowie
t3 und t3' keine Druckwerte für die Druckregelung erfaßt werden.
Die Zeitpunkte der zeitsynchronen Druckerfassung, bei denen die Druckerfassung
zur Druckregelung erfolgt, sind in der 2 mit Kreisen
markiert. Die Zeitpunkte zur winkelsynchronen Druckerfassung, bei
denen die Druckerfassung erfolgt, um die Ansteuersignale A für die Injektoren
zu berechnen, sind mit Kreuzen markiert.
Bei dem dargestellten Beispiel wird bei der Druckerfassung unmittelbar
vor er Einspritzung der Wert sowohl zur Druckregelung als auch zur Steuerung der
Injektoren A verwendet.
In 3 ist eine Ausführungsform zur
Realisierung dieser Vorgehensweise dargestellt. Bereits in 1
beschriebene Elemente sind mit entsprechenden Bezugszeichen bezeichnet. Die Elemente
400, 410 und 420 stellen die wesentlichen Elemente der
Druckerfassung 151 dar, die den Wert PI bereitstellen. Das Ausgangssignal
P des Drucksensors 140 gelangt über ein erstes Schaltmittel
400 zu einem Wechselschaltmittel 420. Das Ausgangssignal des Wechselschaltmittels
420 gelangt als Istwert PI zum Verknüpfungspunkt 154.
Das Schaltmittel 400 wird von einem Taktgeber 410
mit einer vorgegebenen Taktfrequenz angesteuert. Bei jedem Takt wird das Schaltmittel
400 geschlossen und sein Eingang an den Ausgang weitergeleitet. Das Schaltmittel
420 ist in der Regel in seinem geschlossenen Zustand. Dies bedeutet, in
durch den Taktgenerator 410 vorgegebenen Zeitabständen wird das Signal
P des Sensors 140 als Istwert PI dem Verknüpfungspunkt 154
weitergegeben.
Liefert die Mengensteuerung 152 ein Signal A, das eine Einspritzung
anzeigt, so wird das Schaltmittel 420 in seine zweite Position geschaltet.
Dies bewirkt, daß das Ausgangssignal des Schaltmittels 420 auf seinem
alten Wert bleibt. Das Signal QK liegt zwischen den Zeitpunkten t1 und t1' sowie
t2 und t2' und t3, t3' an.
In 4 ist eine Ausführungsform anhand
eines Flußdiagrammes dargestellt. In einem ersten Schritt 500 wird
ein Zeitzähler t auf 0 gesetzt. Im anschließenden Schritt 510
wird der Zeitzähler t um einen bestimmten Wert &Dgr;t erhöht. Die Abfrage
520 überprüft, ob der Zeitzähler t größer als
ein Wert St ist. Dieser Wert St bestimmt den Abstand zwischen der Meßwerterfassung.
Ist dies nicht der Fall, so erfolgt erneut Schritt 510. Ist dies der Fall,
überprüft die Abfrage 530, ob ein Ansteuersignal A für die
Injektoren vorliegt. Ist dies nicht der Fall, so wird im Schritt 540 der
Wert P2 erfaßt und als Istwert PI verwendet.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn jeweils noch eine gleitende Mittelwertbildung
über wenigstens zwei zeitsynchron erfaßte Druckwerte erfolgt. Dies bedeutet,
daß neben dem in Schritt 540 aktuell erfaßten Wert P2 wird zusätzlich
der alte Wert P1, der im vorhergehenden Programmdurchlauf erfaßt wurde, berücksichtigt.
Den zur Druckregelung verwendete Wert P berechnet sich im Schritt 550 durch
Mittelwertbildung aus den Werten P1 und P2. Anschließend wird in Schritt
560 der alte Wert P1 mit dem neuen Wert P2 überschrieben. Dies ist
beispielhaft in 4 mit gestrichelt eingezeichneten Blöcken
dargestellt. Vorteilhaft ist es, wenn eine Mittelung über mehr als zwei Meßwerte
erfolgt.
Zur Erfassung des Drucks zur Bereitstellung an die Mengenberechnung
wird wie folgt vorgegangen: In einem ersten Schritt 600 wird ein Winkelwert
W auf 0 gesetzt. Im anschließenden Schritt 610 wird der Winkelwert
W um &Dgr;W erhöht. Anschließend überprüft die Abfrage
620, ob der Winkel W größer als ein Schwellwert SW ist. Dieser
Schwellwert SW ist so gewählt, daß er der Umdrehung der Kurbelwelle seit
der letzten Berechnung entspricht. Ist dies nicht der Fall, so folgt erneut Schritt
610. Ist dies der Fall, wird in Schritt 630 der Druckwert P erfaßt
und an die Mengenberechnung weitergegeben. Der Schwellwert SW ist so gewählt,
daß diese winkelsynchrone Erfassung der Druckwerte unmittelbar vor dem Beginn
und/oder vor dem Ende der Einspritzung erfolgt. Vorzugsweise wird der Schwellwert
abhängig von den Betriebsbedingungen entsprechend vorgegeben.