Die Erfindung betrifft ein Gerät zum Erzeugen von Wasserstoff,
insbesondere ein Gerät, bei dem die Wasserstofferzeugung über die chemische
Reaktion zwischen Metall und sauerer bzw. alkalischer Lösung erfolgt und welches
unabhängig von der Einsatzstelle leicht zu transportieren ist.
Zur industriellen Wasserstoffherstellung kommen folgende Verfahren,
wie beispielsweise Elektrolyse, Kohlenwasserstoffspaltung, Dampfreformierung, Gasaufbereitung
usw. zum Einsatz. Zur Umsetzung der vorstehenden Verfahren ist jedoch eine große
Anlage bzw. eine Stromversorgung erforderlich, was die Folge hat, dass das Aufstellen
des Wasserstoffherstellgeräts nicht an beliebiger Einsatzstelle möglich
ist. Deswegen ist der gewonnene Wasserstoff meistens mittels Hochdruckgasflasche
zu transportieren oder zu speichern. Aufgrund der Sicherheit muss die Hochdruckgasflasche
eine gewisse Festigkeit zum Widerstehen eines von fremder Kraft ausgeübten
Stoßes oder des bestehenden Gasdrucks aufweisen. Folglich ist mit einer Zunahme
des Volumens und des Gewichtes zu rechnen. Tatsächlich ist das Volumen des
in einer Hochdruckgasflasche speicherbaren Wasserstoffes sehr gering. Obwohl der
darin gespeicherte Wasserstoff bis auf 150 bar verdichtet wird, beträgt die
Masse des in der Hochdruckgasflasche gespeicherten Wasserstoffes noch weniger als
1% der Masse der Hochdruckgasflasche. Dabei liegt die Speicherungseffizienz auf
niedrigem Niveau. Nach dem Aufbrauchen des in der Hochdruckgasflasche gespeicherten
Wasserstoffes muss die Gasflasche zum Nachfüllen zurück zur Herstellungsfabrik
bzw. Tankstelle geschickt werden und eine sofortige Versorgung ist nicht möglich,
was zum Unterbrechen der Arbeitsdurchführung führt und eine Umständlichkeit
für den Benutzer anrichtet.
Durch die Erfindung wird eine tragbare Wasserstoffmaschine geschaffen,
bei der eine direkte Wasserstoffgewinnung über die Reaktionslösung und
metallischen Werkstoff erfolgt. Die erfindungsgemäße Maschine zeichnet
sich durch bequemen Transport, einfache Einstellung aus, wobei eine ununterbrochene
Wasserstoffgewinnung durch wiederholte Zugabe von Reaktionslösung und metallischem
Werkstoff gewährleistet ist. Da eine leichte Nachfüllung sowie eine dauerhafte
Versorgung des Wasserstoffes erzielt ist, kommt die erfindungsgemäße Maschine
für den Einsatz in diversen Arbeitsplätzen bzw. für kombinierten
Einsatz mit diversen Anlagen, wie z.B. Brennstoffzelle, Schweißgerät usw.
in Frage.
Die Erfindung weist insbesondere die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale
auf. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Gemäß der Erfindung ist eine tragbare Wasserstoffmaschine
geschaffen, die aufweist:
einen Hauptkörper, der mit einem hohlen Reaktionsraum ausgestattet ist, der
eine Stoffzufuhröffnung sowie eine Abfuhröffnung aufweist, wobei die Stoffzufuhröffnung
dem Benutzer die Einspeisung von Reaktionslösung und metallischem Werkstoff
in den Reaktionsraum ermöglicht, um Wasserstoff mittels chemischer Reaktion
im Reaktionsraum zu erzeugen;
eine Druckermittlungseinheit, die zum Ermitteln des Druckzustandes des im Reaktionsraum
vorliegenden Gases einsetzbar ist;
eine Ermittlungseinheit der Reaktionslösung, die den Zustand der im Reaktionsraum
befindlichen Reaktionslösung ermittelt; sowie
eine Gasablasseinheit, die der Abfuhr von Wasserstoff aus dem Reaktionsraum dient.
Im Folgenden werden die Erfindung und deren Ausgestaltungen im Zusammenhang
mit den Figuren näher erläutert. Es zeigen:
1 eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Wasserstoffmaschine;
2 eine erste schematische Ablaufdarstellung einer erfindungsgemäßen
Wasserstoffmaschine;
3 eine zweite schematische Ablaufdarstellung einer
erfindungsgemäßen Wasserstoffmaschine;
4 eine dritte schematische Ablaufdarstellung einer
erfindungsgemäßen Wasserstoffmaschine; und
5 eine vierte schematische Ablaufdarstellung einer
erfindungsgemäßen Wasserstoffmaschine.
Gemäß 1 weist eine erfindungsgemäße
tragbare Wasserstoffmaschine hauptsächlich einen Hauptkörper
10, eine Druckermittlungseinheit 20, eine Ermittlungseinheit
30 der Reaktionslösung sowie eine Gasabfuhreinheit 40 auf.
Wie aus 1 bis 5
ersichtlich, ist der Hauptkörper 10 als hohlen Reaktionsraum
11 ausgeführt, dessen Wand aus säure- und alkalienbeständigem
Werkstoff gefertigt ist. Der weist eine Stoffzufuhröffnung 12 über
dem Abfuhröffnung 13 auf, wobei sich die Stoffzufuhröffnung
12 oben im Reaktionsraum 11 befindet, um eine einfache Einspeisung
von Reaktionslösung und metallischem Werkstoff durch die Stoffzufuhröffnung
12 in den Reaktionsraum 11 zu ermöglichen. Die Reaktionslösung
kann entweder sauer oder alkalisch sein, während der metallische Werkstoff
als Aluminiumwerkstoff ausgeführt ist, wobei entweder Aluminium mit hoher Reinheit
oder das aus Aluminium gefertigte Material aus der Rückgewinnung
zum Wasserstoffherstellen mittels chemischer Reaktion im Reaktionsraum
11 einsetzbar ist. Zum Verhindern des Entweichens des Wasserstoffes ist
die Stoffzufuhröffnung 12 mit einem Abdichtdeckel 121 versehen.
Darüber hinaus befindet sich die Abfuhröffnung 13 am Boden des
Reaktionsraums 11 und ist mit einem Ablassventil 131 ausgestattet,
das den Ablass der Reaktionslösung steuert.
Wie sich aus 1 und 5
ergibt, ist die Druckermittlungseinheit 20 mit einem Manometer
21 versehen, der zum Anzeigen des im Reaktionsraum 11 vorliegenden
Gasdruckes mit dem Reaktionsraum 11 verbunden ist. Außerdem weist
die Druckermittlungseinheit 20 noch ein automatisches Entspannungsgerät
22 auf, welches den Gasdruck im Reaktionsraum 11 beim Überschreiten
des voreingestellten Sicherheitsdrucks automatisch abbaut, um die Gefahr des Auftretens
eines Überdrucks zu vermeiden.
Bezugnehmend auf 1 bis 5,
weist die Ermittlungseinheit 30 der Reaktionslösung eine Anzeige
31 zum Anzeigen der Konzentration der Reaktionslösung auf, wobei die
Konzentration der Reaktionslösung oder der PH-Wert anzeigbar ist. Auf diese
Weise kann der Bediener über den aktuellen Zustand der Reaktionslösung
informiert werden. Ferner ist ein Thermometer 32 zum Ermitteln der Temperatur
der Reaktionslösung vorgesehen. Außerdem ist eine Füllstandanzeige
33 angeordnet, die ein mit Reaktionsraum 11 in Verbindung stehendes
Schaufenster 331 außerhalb des Hauptkörpers 10 der Wasserstoffmaschine
aufweist. Auf dem Schaufenster 331 ist eine Vielzahl von Skalenstrichen
vorgesehen, um den Füllstand der Reaktionslösung im Reaktionsraum
11 anzuzeigen.
Wie sich aus 1 und 5
ergibt, ist die Gasabfuhreinheit 40 hauptsächlich als Gasabfuhrleitung
41 ausgeführt, die der Abfuhr des im Reaktionsraum 11 befindlichen
Wasserstoffes zu dem entsprechenden Gerät dient. Ferner ist ein Gasvolumenzähler
42 in die Gasabfuhrleitung 41 eingebaut, der der Messung sowie
der Anzeige des Gasdurchflusses in der Gasabfuhrleitung 41 dient. Zum Anpassen
an den Bedarf des Benutzers ist ein Volumensteuerventil 43 zum flexiblen
Einstellen des Gasdurchflusses in die Gasabfuhrleitung 41 eingesetzt. Um
den im abgeführten Wasserstoff enthaltenen Dampf, Fremdkörper sowie anderes
Nichtwasserstoffgas abzuscheiden, ist ein Gasfilter 44 zum Filtern sowie
zum Verfeinern des abgeführten Wasserstoffes verwendet, in die verschiedenes
physikalisches bzw. chemisches Filtermaterial eingebaut ist. Mittels eines Anschlusses
45 lässt sich die Gasabfuhrleitung 41 an die anderen mit
Wasserstoff betriebenen Geräte, wie Brennstoffzelle, Brennstoffschneidgerät
sowie Wasserstofffüllgerät, anschließen.
Bezugnehmend auf 2 wird die Reaktionslösung
über die Stoffzufuhröffnung 12 in den Reaktionsraum
11 gefüllt, nachdem der oberhalb der Stoffzufuhröffnung
12 befindliche Abdichtdeckel 121 geöffnet worden ist. Der
Benutzer kann die Menge der befüllten Reaktionslösung durch die Füllstandanzeige
33 direkt ablesen und sich mittels der Anzeige 31 zum Anzeigen
der Konzentration der Reaktionslösung über die aktuelle Konzentration
bzw. den aktuellen PH-Wert der Reaktionslösung informieren.
Wie aus 3 ersichtlich, wird das Aluminium
nach dem Füllen der Reaktionslösung über die Stoffzufuhröffnung
12 zum Reaktionsraum 11 hinzugefügt. Danach ist der Abdichtdeckel
121 durch Drehen zu versiegeln. Eine chemische Reaktion geschieht zwischen
Aluminium und Reaktionslösung, die mit folgender Formel darstellbar ist:
- 1. Wasserstoff wird erzeugt, wenn Aluminium mit Alkali reagiert:
2 Al(s) + 2 OH– + 6 H2O ==> 2 Al(OH)4
– + 3H2(g) ↑
- 2. Wasserstoff wird erzeugt, wenn Aluminium mit Säure reagiert:
2 Al(s) + 6 H+ ==> 2 Al3
+ + 3 H2(g) ↑
Wie sich aus 4 ergibt, kann der Benutzer
auf dem Manometer 21 den Druckzustand des im Reaktionsraum 11
vorliegenden Gases ablesen, wenn das Aluminium zum Erzeugen des Wasserstoffes mit
der Reaktionslösung zu reagieren anfängt. Nachdem der Gasdruck im Reaktionsraum
11 den Effektdruck erreicht hat, kann der Benutzer das Volumensteuerventil
43 aufmachen und die Durchflussmenge des Gases mittels der Anzeige des
Gasvolumenzählers 42 einstellen, um den Wasserstoff zu den anderen
von Wasserstoff betriebenen Geräten zu führen.
Der Benutzer ist in der Lage, den aktuellen Verbrauchszustand der
Reaktionslösung an der Anzeige 31 zum Anzeigen der Konzentration der
Reaktionslösung abzulesen. Eine außergewöhnlich niedrige Konzentration
der Reaktionslösung weist auf ein baldiges Aufbrauchen hin. In diesem Fall
ist die benutzte Reaktionslösung [siehe 5] über
das geöffnete Ablassventil 131 abzulassen, nachdem der Druck auf dem
Manometer 21 auf normalen Druck reduziert worden ist. Dabei kann der Benutzer
ebenfalls mittels der Füllstandanzeige 33 feststellen, ob die alte
Reaktionslösung schon völlig abgelassen worden ist, um zu vermeiden, dass
die verbleibende alte Reaktionslösung die spätere Reaktionseffizienz beeinträchtigt.
Nachdem die benutzte Reaktionslösung vollständig abgelassen worden ist,
kann der Wasserstoff erneut gewonnen werden, indem neue Reaktionslösung und
neuer metallischer Werkstoff eingefüllt werden.
Während der Reaktion zwischen Aluminium und Reaktionslösung
kann der Benutzer aufgrund der Anzeige des Thermometers 32 beurteilen,
ob die aktuelle Reaktionsgeschwindigkeit in Ordnung ist. Ein rascher
Anstieg des vom Thermometer 32 angezeigten Temperaturwertes bedeutet, dass
die Reaktion zwischen Aluminium und Reaktionslösung zu heftig ist, was Gefahr
verursachen kann. Durch schnelles Öffnen des Ablassventils 131 unten
ist ein Teil von Reaktionslösung abzulassen, um die Reaktionsgeschwindigkeit
zu reduzieren und Gefahr zu vermeiden.
Zum Anpassen an die verschiedenen Reaktionsgeschwindigkeiten, die
von variablen Bedürfnissen verschiedener Geräte bestimmt sind, kann das
Aluminium in Blöcken, Platten, Streifen, Körnern oder in Pulver vorkommen.
Wenn eine größere Durchflussmenge des Wasserstoffes benötigt wird,
braucht der Benutzer lediglich ein Aluminium mit kleineren Körnern einzusetzen.
Auf diese Weise lässt sich die Reaktionsgeschwindigkeit der Wasserstoffgewinnung
leicht erhöhen und die Bedienungsmethode ist einfach und bequem.
Obwohl die Erfindung in Bezug auf ein Beispiel beschrieben wurde,
welches derzeit als praktikabelste und bevorzugteste Ausführungsform betrachtet
wird, versteht es sich, dass die Erfindung nicht auf das offenbarte Ausführungsbeispiel
beschränkt ist. Im Gegenteil sollen verschiedene Modifikationen und ähnliche
Anordnungen abgedeckt werden, die sich im Umfang der beigefügten Ansprüche
in deren breitesten Interpretation befinden.