Die Erfindung betrifft ein Gargerät gemäss Oberbegriff von
Anspruch 1.
Es sind verschiedene Gargeräte dieser Art bekannt, so zum Beispiel
konventionelle Backöfen mit Widerstandsheizung, Mikrowellenöfen oder Dampfgargeräte.
Diese sind in der Regel mit Temperatursensoren versehen, die die Temperatur des
Gases in der Muffel messen, und besitzen ferner einen Regelkreis, um die Temperatur
des Gases zu regeln.
Es stellt sich die Aufgabe, ein Gargerät dieser Art bereitzustellen,
welches einen grösseren Anwendungsbereich besitzt. Diese Aufgabe wird vom Gargerät
gemäss Anspruch 1 erfüllt.
Anspruchsgemäss ist also ein Temperatursensor vorgesehen, der
im direkten thermischen Kontakt mit dem Boden der Muffel steht. Zudem ist eine Steuerung
vorgesehen, die das Signal des Temperatursensors auswertet und so die Temperatur
des Bodens auf einen vorgegebenen Wert bzw. einen vorgegebenen Solltemperaturverlauf
regelt oder auf einem vorgegebenen Wert limitiert. Durch diese Massnahmen wird es
möglich, die Temperatur des Bodens auf einen definierten Wert zu bringen oder
zumindest sicherzustellen, dass ein vorgegebener Temperaturwert nicht überschritten
wird, was es seinerseits erlaubt, das Gargut oder ein das Gargut enthaltendes Gefäss
in direkten thermischen Kontakt mit dem Boden zu bringen.
Die erfindungsgemässe Massnahme erweitert die Anwendungsmöglichkeiten
eines Gargeräts wesentlich. Beispielsweise wird die Grundlage geschaffen, das
Gargut auf dem Boden zu grillen, zu braten, zu backen (auch Pizza), zu rösten,
zu schmoren, zu frittieren oder in anderer Weise über einen direkten thermischen
Berührungskontakt zu erwärmen.
Vorzugsweise umfasst die Heizanordnung des Geräts eine erste
Heizung zum selektiven Heizen des Bodens und eine zweite Heizung zum Heizen anderer
Bereiche der Muffel. Dies erlaubt es, die Temperatur des Bodens im Wesentlichen
unabhängig von der Temperatur der übrigen Muffel beziehungsweise des sich
in der Muffel befindlichen Gases zu steuern.
Dabei kann es sich bei der ersten Heizung beispielsweise um eine Widerstandsheizung
handeln, mit welcher der Boden direkt beheizt werden kann. Die erste Heizung kann
jedoch auch eine induktive Heizung sein, mit welcher ein ferromagnetisches Material
im Boden erhitzt werden kann.
Die zweite Heizung kann beispielsweise eine Mikrowellenheizung, ein
Heissluftheizung, einen Grill, eine Oberhitze und/oder eine Dampfheizung umfassen.
Die Erfindung bezieht sich auch auf das Verfahren zum Garen eines
Garguts in einem Gargerät, insbesondere einem Ofen, mit einer Muffel. Im Rahmen
dieses Verfahrens wird das Gargut oder ein das Gargut enthaltender Behälter
auf den Boden der Muffel gestellt und der Boden wird geheizt, um so das Gargut thermisch
zu behandeln. Zusätzlich hierzu kann der Innenraum der Muffel mit der zweiten
Heizung auch direkt geheizt werden.
Weitere bevorzugte Ausführungen und Anwendungen der Erfindung
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie aus der nun folgenden
Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:
1 einen schematischen Schnitt durch eine erste Ausführung
der Erfindung und
2 einen schematischen Schnitt durch eine zweite Ausführung
der Erfindung.
Bei dem in 1 schematisch dargestellten
Gerät handelt es sich beispielsweise um einen Backofen mit einer Muffel
10 zur Aufnahme des Garguts. Die Muffel 10 besitzt einen Boden
11, Seitenwände 12 und eine Decke 13. Gegen den
Benutzer hin ist sie in konventioneller Weise von einer Türe (nicht gezeigt)
geschlossen. Das Gerät besitzt weiter eine Steuerung 14 sowie geeignete
Bedienelemente (nicht gezeigt).
Zum Heizen der Muffel 10 ist eine Heizanordnung vorgesehen.
Beim vorliegenden Gerät umfasst die Heizanordnung zwei Heizungen. Eine erste
Heizung 15 dient zum Heizen des Bodens 11 und eine zweite Heizung
16 zum Heizen der übrigen Teile der Muffel 10.
In der Ausführung nach 1 ist die
erste Heizung 15 eine Widerstandsheizung, welche sich im direkten thermischen
Kontakt mit dem Boden 11 befindet. Beispielsweise ist sie als Heizschlange
ausgestaltet, welche im Boden 11 angeordnet oder von aussen am Boden
11 befestigt ist.
Die zweite Heizung 16 kann in verschiedener Weise ausgestaltet
sein. Beispielsweise kann es sich um eine Mikrowellenheizung, eine Heissluftheizung
oder eine Dampfheizung handeln, oder es können Kombinationen entsprechender
Heizungstypen vorgesehen sein. Die zweite Heizung 16 dient dazu, den Innenraum
der Muffel und insbesondere das sich dort befindliche Gas auf eine vorgegebene Temperatur
zu heizen.
Das in 1 gezeigte Gerät besitzt
mindestens zwei Temperatursensoren 17 und 18.
Der erste Temperatursensor 17 befindet sich im direkten thermischen
Kontakt mit dem Boden 11 der Muffel 10, beispielsweise indem er
in den Boden 11 eingelassen oder direkt an diesem befestigt ist. Er ist
mit einem ersten Regelkreis der Steuerung 14 verbunden, welcher seinerseits
die Leistung der ersten Heizung 15 so steuert, dass die Temperatur am ersten
Temperatursensor 17 einer vorgegebenen Bodentemperatur entspricht. Die
gewünschte Bodentemperatur kann beispielsweise vom Benutzer vorgegebenen werden
und liegt normalerweise in einem Bereich bis 300°C. Es ist auch denkbar, dass
die gewünschte Bodentemperatur zeitabhängig ist, d.h. dass sie sich, entsprechend
eines in der Steuerung 14 eingespeicherten Programms, über die Zeit
ändert.
Der zweite Temperatursensors 18 ist beispielsweise im Bereich
der zweiten Heizung 16 oder im Inneren der Muffel 10 angebracht.
Er misst die Temperatur des Gases im Innenraum der Muffel 10 und ist mit
einem zweiten Regelkreis der Steuerung 14 verbunden, welcher seinerseits
die Leistung der zweiten Heizung 16 so steuert, dass die Temperatur im
Innenraum der Muffel 10 einer vorgegebenen Muffeltemperatur entspricht.
Die gewünschte Muffeltemperatur kann beispielsweise vom Benutzer vorgegebenen
werden und liegt normalerweise in einem Bereich bis 300°C. Auch hier ist es
denkbar, dass eine zeitabhängige Temperatur vorgegeben wird.
Die beiden erwähnten Regelkreise können, je nach Vorgaben
des Benutzers, einzeln oder gemeinsam aktiviert werden.
Beispielsweise kann der Benutzer nur den zweiten Regelkreis aktivieren,
um den Innenraum der Muffel auf eine vorgegebene Temperatur zu heizen. In diesem
Fall wird das Gerät in konventioneller Weise betrieben und dient zum herkömmlichen
Zubereiten der Speisen. Da die Bodentemperatur in diesem Modus keinen gut definierten
Wert besitzt, wird das Gargut nicht direkt auf dem Boden abgelegt, sondern in bekannter
Weise auf einem Tablar oder Rost beabstandet vom Boden 11 gelagert.
Im erfindungsgemässen Betrieb des Geräts wird der erste
Regelkreis aktiviert. In diesem Fall wird die Temperatur des Bodens 11
auf einen vorgegebenen Wert geregelt, beispielsweise auf einen Wert zwischen 180–230°C.
Der Boden 11 kann nun beispielsweise als Grillfläche oder als Herdplatte
eingesetzt werden. Das Gargut 20 wird, wie in 1
angedeutet, beispielsweise direkt auf den Boden 11 gelegt, beispielsweise
um es anzubraten. Alternativ hierzu kann beispielsweise auch eine Pfanne
21 auf den Boden 11 gesetzt werden, welche ihrerseits das Gargut
enthält.
Somit kann der Boden 11 u.a. als Bratherd, Grill/Griddle,
Grosskochfeld oder Teppan Yaki eingesetzt werden. Wie in 1
durch Striche 22 angedeutet, kann der Boden 11 auch in mehrere,
einzeln heizbare Felder oder Zonen aufgeteilt sein, deren Temperaturen separat geregelt
werden können.
Wie ebenfalls aus 1 ersichtlich, ist
der Boden 11 vorzugsweise dicker ausgeführt als die Seitenwände
12 und die Decke 13, so dass er eine höhere Wärmekapazität
pro Oberfläche aufweist. Dadurch ist er schneller in der Lage, Wärme auf
das Gargut zu übertragen, wenn dieses auf den heissen Boden 11 eingebracht
wird.
Wie ebenfalls in 1 angedeutet, kann mindestens
ein Teil des Bodens 11 eine Vielzahl benachbarter Erhöhungen und/oder
Vertiefungen 23 aufweisen, ähnlich einer Grillplatte. Diese dienen
dazu, im Gargut ein Bratmuster beziehungsweise Grillmuster einzuprägen, und
sie lassen aus dem Gargut austretende Flüssigkeit besser abfliessen.
In der Ausführung nach 1 wird die
erste Heizung 15 von einer Widerstandsheizung gebildet. Grundsätzlich
kann der Boden 11 der Muffel auch in anderer Weise geheizt werden. Eine
besonders vorteilhafte Ausführung ist in 2 dargestellt,
wo die Heizung 15 eine induktive Heizung ist.
Damit die induktive Heizung 15 eine ausreichende Menge Energie
in den Boden 11 einkoppeln kann, muss mindestens ein Teil des Bodens
11 ferromagnetisch sein.
In der in 2 gezeigten Ausführung
ist die induktive Heizung 15 ausserhalb der Muffel 10 angeordnet.
Die so weit beschriebenen Ausführungsbeispiele erlauben es, wie
erwähnt, das Gargut direkt auf den Boden 11 der Muffel 10
aufzubringen und dort thermisch zu behandeln.
Damit der Boden 11 nicht verschmutzt wird oder zumindest
leicht gereinigt werden kann, ist er vorzugsweise antihaftbeschichtet. Er kann auch
aus Glaskeramik (Ceran) bestehen oder mit diesem Material beschichtet sein. Zusätzlich
oder alternativ hierzu kann das Gerät mit einer Pyrolysevorrichtung ausgestattet
werden, mit welcher der Boden 11 pyrolytisch gereinigt werden kann. Hierzu
kann beispielsweise die erste Heizung 15 so ausgestaltet werden, dass sie
den Boden 11 auf eine ausreichende Temperatur von beispielsweise über
450°C zu erwärmen vermag.
Es ist auch denkbar, dass am Boden 11 der Muffel
10 eine Platte unterschiedlichster Bauform angeordnet wird, welche lose
auf dem Boden 11 liegt oder mit diesem lösbar verbunden ist. Auf jeden
Fall sollte ein möglichst guter thermischer Kontakt zwischen
der Platte und dem Boden 11 sichergestellt sein. In diesem Fall wird das
Gargut auf die Platte und nicht direkt den Boden gelegt. Zum Reinigen kann die Platte
der Muffel 10 entnommen werden.
Im Verfahren gemäss vorliegender Erfindung kann das Gargut behandelt
werden, indem es direkt oder in einem geeigneten Behälter auf den Boden
11 der Muffel 10 gebracht wird. Der Boden 11 kann vorgeheizt
sein oder auch erst nach dem Aufbringen des Garguts erwärmt werden.
Vor- und/oder nach der Wärmebehandlung des Garguts auf dem Boden
11 können auch konventionelle Garschritte anschliessen. Auch während
der Wärmebehandlung des Garguts auf dem Boden 11 kann zusätzlich
die Muffel 2 mit der zweiten Heizung 16 erwärmt werden, und
zwar auf eine Temperatur, welche ungleich zur Temperatur des Bodens 11
sein kann.
In den soweit beschriebenen Ausführungen ist ein Regelkreis vorgesehen,
mit welchem die Temperatur des Bodens 11 auf einen vorgegebenen Wert reguliert
wird. Denkbar ist auch, die Steuerung so auszugestalten, dass sie lediglich sicherstellt,
dass die Temperatur des Bodens den vorgegebenen Wert nicht überschreitet und
hierzu nötigenfalls die Heizleistung reduziert. In diesem Fall kann (soweit
die vorgegebene Temperatur dabei nicht überschritten wird) z.B. die mittlere
Heizleistung für den Boden vorgegeben und entsprechend gesteuert werden, beispielsweise
über einen Leistungsschalter, eine Stufenschaltung oder einen Zeitschalter
(x% EIN, y% AUS).
In einer vorteilhaften Ausführung ist am Boden 11 ein
Abfluss 26 vorgesehen, wie er in 1 gestrichelt
angedeutet ist. Abfluss 26 kann von mit einem geeigneten Verschlussmechanismus
(z.B. einem Deckel) verschlossen werden. Er ist über einem Auffanggefäss
27 angeordnet, welches dem Gargerät entnommen und gereinigt werden
kann. Das Auffanggefäss kann auch unterhalb des Geräts angeordnet sein.
Dies erlaubt es, nach Öffnen des Abflusses 26 fliessfähige oder
lose Verschmutzungsreste zum Abfluss zu wischen und so zu entfernen.
Das vorliegende Gerät kombiniert also beispielsweise die Fähigkeiten
eines Backofens mit jenen eines Herds und erlaubt es darüber hinaus, neue Behandlungsmethoden
für das Gargut zu einzusetzen.