Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lösungsmittelbasierte
wasser- und ölabstoßende Zusammensetzung, die ein Pfropfcopolymer umfasst.
Stand der Technik
Im Hinblick auf Vorschriften für Fluorkohlenstoffverbindungen
und die entsprechenden Umweltprobleme werden die Lösungsmittel für wasser-
und ölabstoßende Produkte, z.B. Halogen-Lösungsmittel wie R113, durch
Petro-Lösungsmittel ersetzt. Allerdings entstehen dabei Probleme wie eine Verfestigung
oder Ausfällung von Produkten bei tiefen Temperaturen, sogar wenn lediglich
das Lösungsmittel ersetzt wird. Bei Verdünnung des wasser- und ölabstoßenden
Produkts mit Petro-Lösungsmitteln mit geringer Löslichkeit wie mit einem
Lösungsmittel mit nur einem kleinen Gehalt an aromatischen Verbindungen entstehen
Probleme wie eine Fällungs- oder Konzentrationsverteilung.
Wird die Fluorkonzentration in der Wirkkomponente des wasser- und
ölabstoßenden Mittels verringert, um eine hohe Produktstabilität
und eine hohe Verdünnungsstabilität der Zusammensetzung des wasser- und
ölabstoßenden Mittels zu verleihen, wird das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen
herabgesetzt.
JP 50 082/1982 offenbart ein wasser- und ölabstoßendes Mittel,
das ein Pfropfcopolymer umfasst, das durch eine Pfropfcopolymerisation erhalten
wird, wobei die Reaktivität einer OH-Gruppe genutzt wird. Allerdings weist
das Pfropfcopolymer ein nur ungenügendes Wasserabstoßvermögen auf,
weil eine Hydroxylgruppe im Polymer vorliegt.
JP 228 534/1994 offenbart ein wasser- und ölabstoßendes
Mittel aus einem fluorhaltigen Pfropfcopolymer. Allerdings weist das fluorhaltige
Pfropfcopolymer eine nur ungenügende Löslichkeit in einem Petro-Lösungsmittel
auf, weil die aus einem fluorhaltigen Monomer abgeleitete Wiederholungseinheit nur
im Hauptkettenpolymer des Pfropfcopolymer enthalten ist.
JP 95 516/1997 offenbart ein wasser- und ölabstoßendes Mittel
aus einem Copolymer eines Perfluoralkylvinylmonomer, das ein Säureanhydrid
enthält. Allerdings ist die Löslichkeit ungenügend, es sei denn,
dass der Fluorgehalt niedrig ist, weil das Copolymer kein Pfropfcopolymer ist.
Zusammenfassung der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein wasser- und ölabstoßendes
Mittel bereitzustellen, das ein verbessertes Wasserabstoßvermögen (insbesondere
gegenüber Cellulosefasern, wie Baumwollfasern) und eine verbesserte Löslichkeit
in einem Petro-Lösungsmittel (insbesondere in nicht-aromatischen Lösungsmitteln)
aufweist.
Die hier auftretenden Erfinder haben herausgefunden, dass sowohl eine
verbesserte Löslichkeit des wasser- und ölabstoßenden Mittels in
Petro-Lösungsmitteln durch eine hohe Löslichkeit, die durch eine Säureanhydrid-Struktur
herbeigeführt wird, als auch ein verbessertes Wasserabstoßvermögen,
das durch ein verbessertes Anhaften an Fasern wegen der Polarität, die durch
eine Säureanhydrid-Struktur herbeigeführt wird (Wechselwirkung zwischen
der Säureanhydrid-Struktur und den Hydroxylgruppen von Cellulosefasern wie
von Baumwollfasern), dem Lösungsmittelbasierten wasser- und ölabstoßenden
Mittel verliehen wird, indem die Säureanhydrid-Struktur in ein Pfropfcopolymer
eingeführt wird.
Durch die vorliegende Erfindung wird auch ein Pfropfcopolymer gemäß
Anspruch 1 bereitgestellt.
Durch die vorliegende Erfindung wird auch ein Lösungsmittelbasiertes
wasser- und ölabstoßendes Mittel gemäß Anspruch 3 bereitgestellt.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
Das Pfropfcopolymer weist ein Hauptkettenpolymer auf, umfassend:
(A) gegebenenfalls ein eingebautes Vinylmonomer mit einer Perfluoralkylgruppe,
(B) gegebenenfalls ein eingebautes fluorfreies Vinylmonomer,
(C) gegebenenfalls ein eingebautes polymerisierbares cyclisches Säureanhydrid
und
(D) ein Vinylmonomer, das eine Gruppe aufweist, die an ein Seitenkettenpolymer
gebunden wird, und ein Seitenkettenpolymer, umfassend:
(E) gegebenenfalls ein eingebautes Vinylmonomer mit einer Perfluoralkylgruppe,
(F) gegebenenfalls ein eingebautes fluorfreies Vinylmonomer und
(G) gegebenenfalls ein eingebautes polymerisierbares cyclisches Säureanhydrid,
worin mindestens eine der Komponenten (A) und (E) eine wesentliche Komponente und
mindestens eine der Komponenten (C) und (G) eine wesentliche Komponente sind, mit
der Maßgabe, dass das Seitenkettenpolymer mit der Fluoralkylgruppe nicht über
eine Bindung mit einer -C(=O)NH-Gruppe an das Hauptkettenpolymer gebunden wird.
Beispiele des Pfropfcopolymer schließen die folgenden ein:
(i) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit
der Perfluoralkylgruppe (A) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und ein Seitenkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(E) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G);
(ii) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit
der Perfluoralkylgruppe (A), aber nicht aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(G), aber nicht aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe (E);
(iii) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem polymerisierbaren
cyclischen Säureanhydrid (C), aber nicht aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(A) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(E), aber nicht aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G);
(iv) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit
der Perfluoralkylgruppe (A) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(E), aber nicht aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G);
(v) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem polymerisierbaren
cyclischen Säureanhydrid (C), aber nicht aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(A) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(E) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G);
(vi) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit
der Perfluoralkylgruppe (A), aber nicht aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe
(E) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G);
(vii) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer
mit der Perfluoralkylgruppe (A) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(G), aber nicht aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe (E);
(viii) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem Vinylmonomer
mit der Perfluoralkylgruppe (A) und aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
(C) und mit einem Seitenkettenpolymer aus dem fluorfreien Monomer (F), aber nicht
aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G) und nicht aus dem Vinylmonomer
mit der Perfluoralkylgruppe (E); sowie
(ix) ein Pfropfcopolymer mit einem Hauptkettenpolymer aus dem fluorfreien Vinylmonomer
(B), aber nicht aus dem Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe (A) und nicht aus
dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (C) und mit einem Seitenkettenpolymer
aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (G) und aus dem Vinylmonomer
mit der Perfluoralkylgruppe (E).
Die eine Perfluoralkylgruppe enthaltenden Vinylmonomeren (A) und (D),
welche das Hauptkettenpolymer und/oder das Seitenkettenpolymer aufbauen, können
ein (Meth)acrylat mit einer Perfluoralkylgruppe sein.
Das eine Perfluoralkylgruppe enthaltende (Meth)acrylat kann durch
die folgende allgemeine Formel dargestellt sein:
Rf-A2-OCOCR18=CH2,
worin Rf eine Perfluoralkylgruppe mit 3 bis 21 Kohlenstoffatomen, R18
Wasserstoff oder eine Methylgruppe und A2 eine zweiwertige organische
Gruppe sind.
Beispiele des eine Perfluoralkylgruppe enthaltenden (Meth)acrylats
schließen ein: Rf-(CH2)nOCOCR3=CH2Rf-O-Ar-CH2OCOCR3=CH2
worin Rf eine Perfluoralkylgruppe mit 3 bis 21 Kohlenstoffatomen, R1
Wasserstoff oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, R2
eine Alkylengruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, R3 Wasserstoff oder
eine Methylgruppe, Ar eine Arylengruppe, die gegebenenfalls eine Substituentengruppe
aufweist, und n eine ganze Zahl von 1 bis 10 sind.
Spezifische Beispiele des eine Perfluoralkylgruppe enthaltenden (Meth)acrylats
schließen die folgenden Verbindungen ein:
CF3(CF2)7(CH2) OCOCH=CH2,
CF3(CF2)6(CH2)OCOC(CH3)=CH2,
(CF3)2CF(CF2)6(CH2)2OCOCH=CH2,
CF3(CF2)7(CH2)2OCOC(CH3)=CH2,
CF3(CF2)7(CH2)2OCOCH=CH2,
CF3(CF2)7SO2N(CH3)(CH2)2OCOCH=CH2,
CF3(CF2)7SO2N(C2H5)(CH2)2OCOC(CH3)=CH2,
(CF3)2CF(CF2)6CH2CH(OCOCH3)CH2OCOC(CH3)=CH2,
(CF3)2CF(CF2)8CH2CH(OH)CH2OCOCH=CH2,
CF3C6F10(CF2)2SO2N(CH3)(CH2)2OCOCH=CH2
Selbstverständlich können mindestens 2 Typen der eine Fluoralkylgruppe
enthaltenden (Meth)acrylate in Kombination verwendet werden.
Das Vinylmonomer mit der Perfluoralkylgruppe kann auch ein weiteres
fluorhaltiges Monomer sein. Beispiele des weiteren fluorhaltigen Monomers schließen
ein fluorhaltiges Olefin (mit z.B. 3 bis 20 Kohlenstoffatomen) wie CF3(CF2)7CH=CH2
ein.
Beispiele des fluorfreien Vinylmonomer (B) und (F) schließen
einen (Meth)acrylatester ein. Der (Meth)acrylatester kann ein Ester aus (Meth)acrylsäure
und einem aliphatischen Alkohol wie einem mononhydrischen Alkohol und einem polyhydrischen
Alkohol (wie eines zweiwertigen Alkohols) sein.
Beispiele der fluorfreien Vinylmonomeren schließen ein: (Meth)acrylate,
wie 2-Ethylhexyl(meth)acrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat, Lauryl(meth)acrylat,
Stearyl(meth)acrylat, Hydroxyalkyl(meth)acrylat, Tetrahydrofurfuryl(meth)acrylat,
Polyoxyalkylen(meth)acrylat, 3-Chlor-2-hydroxypropyl(meth)acrylat, Glycidylacrylat,
N,N-Dimethylaminoethyl(meth)acrylat, N,N-Diethylaminoethyl(meth)acrylat, Benzyl(meth)acrylat,
Glycidylmethacrylat, Hydroxypropylmonomethacrylat, 2-Hydroxy-3-phenoxypropylacrylat,
2-Hydroxyethylacrylat, Glycerinmonomethacrylat, &bgr;-Acryloyloxyethylwasserstoffsuccinat,
&bgr;-Methacryloyloxyethylwasserstoffphthalat, 2-Acryloyloxyethylhexahydrophthalsäure,
2-Acryloyloxyethylphthalsäure, 2-Acryloyloxyethyl-2-hydroxyethylphthalsäure,
Methacrylsäurehydroxypropyltrimethylammoniumchlorid, Dimethylaminoethylmethacrylat,
Diethylaminoethylmethacrylat, saures 2-Acryloyloxyethylphosphat, Glycosylethylmethacrylat,
Methacrylamid, 2-Hydroxy-3-acryloyloxypropylmethacrylat, saures 2-Methacryloyloxyethylphosphat
und Hydroxypivalinsäureneopentylglykoldiacrylat, Styrole, wie Styrol und p-Isopropylstyrol,
(Meth)acrylamide, wie (Meth)acrylamid, Diaceton(meth)acrylamid, N-Methylol(meth)acrylamid,
N-Butoxymethylacrylamid und 2-Acrylamid-2-methylpropansulfonsäure, und Vinylether,
wie Vinylalkylether, ein.
Beispiele davon schließen ferner Ethylen, Butadien, Vinylacetat,
Chloropren, Vinylhalogenide wie Vinylchlorid, Vinylidenhalogenide, Acrylnitril,
Vinylalkylketon, N-Vinylcarbazol, Vinylpyrrolidon und (Meth)acrylsäure ein.
Das fluorfreie Vinylmonomer kann auch ein Siliziumenthaltendes Monomer
(z.B. ein eine (Meth)acryloylgruppe enthaltendes Alkylsilan, ein eine (Meth)acryloylgruppe
enthaltendes Alkoxysilan und ein eine (Meth)acryloylgruppe enthaltendes Polysiloxan)
sein.
Beispiele des Silizium enthaltenden Monomer schließen ein: (Meth)acryloxytrialkylsilan,
(Meth)acryloxytrialkoxysilan, (Meth)acryloxypolysiloxan, (Meth)acryloxypropyltrialkylsilan,
(Meth)acryloxypropyltrialkoxysilan, (Meth)acryloxypropylpolysiloxan, Allyltrialkylsilan,
Allyltrialkoxysilan, Allylpolysiloxan, Vinyltrialkylsilan, Vinyltrialkoxysilan und
Vinylpolysiloxan ein.
Das (Meth)acryloxypropylpolysiloxan kann sein:
worin R20 H oder CH3, R21 H oder CH3,
R22 H oder CH3, R23 H oder CH3 und n
1 bis 100 sind (z.B. (Meth)acryloxypropylpolydimethylsiloxan).
Mindestens 2 Typen der fluorfreien Vinylmonomeren können ebenfalls
in Kombination verwendet werden.
Die polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride (C) und (G) können
eine Verbindung mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung, die mit dem Vinylmonomer
copolymerisierbar ist (z.B. das eine Perfluoralkylgruppe enthaltende und/oder das
fluorfreie Vinylmonomer), und mit mindestens 1 intramolekularer cyclischer Carbonsäureanhydrid-Struktur
in 1 Molekül sein. Die Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung in den polymerisierbaren
cyclischen Säureanhydriden (C) und (G) können innerhalb oder außerhalb
einer cyclischen Carbonsäureanhydrid-Ringstruktur vorliegen.
Die polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride (C) und (G) mit
der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung innerhalb der cyclischen Carbonsäureanhydrid-Ringstruktur
können z.B. eine Verbindung der Formel sein:
worin R31 und R32 unabhängig ein Wasserstoffatom oder
eine gesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen
sind und R31 und R32 auch zur Bildung eines substituierten
oder unsubstituierten Rings mit 4 bis 30 Kohlenstoffatomen kombiniert sein können.
Spezifische Beispiele schließen Maleinsäureanhydrid (R31=H
und R32=H) und Zitraconsäureanhydrid (R31=H und R32=CH3)
ein.
Die polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride (C) und (G) mit
der Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung außerhalb der cyclischen Carbonsäureanhydrid-Ringstruktur
können z.B. eine Verbindung der Formel sein:
worin R33 und R34 zur Bildung eines substituierten (z.B. mit
einer Methylgruppe oder mit einer cyclischen Anhydridgruppe) oder eines unsubstituierten
Rings mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und 4 bis 30 Kohlenstoffatomen
kombiniert,
R35 und R36 ein Wasserstoffatom oder eine gesättigte
Kohlenwasserstoffgruppe (wie eine Alkylgruppe) mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen,
R37, R38, R39, R40, R41 und
R42 unabhängig ein Chloratom, ein Wasserstoffatom oder eine gesättigte
Wasserstoffgruppe (wie eine Alkylgruppe) mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen sind und
R37 und R39 zur Bildung einer (z.B. mit einem Halogenatom)
substituierten oder einer unsubstituierten zweiwertigen gesättigten Kohlenwasserstoffgruppe
mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen kombiniert sein können.
Spezifische Beispiele der polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride
(C) und (G) sind die folgenden: [Itaconsäureanhydrid][tetrabasisches maleiertes Methylcyclohexentetracarbonsäureanhydrid][Methyltetrahydrophthalsäureanhydrid][Endomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid][Methylendomethylentetrahydrophthalsäureanhydrid][Chlorendicanhydrid]
Die polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride (C) und (G) sind
vorzugsweise eine Verbindung mit einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung und
mit 1 intramolekularer cyclischer Carbonsäureanhydrid-Struktur, z.B. Maleinsäureanhydrid.
Die Bindungsgruppe im Vinylmonomer (D), die die Gruppe aufweist, die
an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, kann eine Glycidyl-, Säurechlorid-
und/oder eine Halomethylgruppe sein.
Das Vinylmonomer (D) mit der Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer
gebunden wird, kann ein eine Glycidyl- oder Säurechloridgruppe enthaltendes
Vinylmonomer sein. Die Glycidyl- oder die Säurechloridgruppe wird mit der aktiven
Wasserstoff enthaltenden Gruppe des Seitenkettenpolymers so zur Reaktion gebracht,
dass das Hauptkettenpolymer an das Seitenkettenpolymer gebunden wird.
Beispiele des Vinylmonomer mit der Glycidylgruppe schließen Glycidyl(meth)acrylat
ein.
Beispiele des Vinylmonomer mit der Säurechloridgruppe schließen
(Meth)acryloylchlorid ein.
Ist die Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, eine
Isocyanat-, Glycidyl- oder eine Säurechloridgruppe, kann das Seitenkettenpolymer
aus dem oben genannten Monomer und einem Kettenübertragungsmittel gebildet
werden. Die aktiven Wasserstoff enthaltende Gruppe des Seitenkettenpolymer, die
mit der Gruppe des Hauptkettenpolymer reagiert (d.h. mit der Isocyanat-, der Glycidyl-
oder mit der Säurechloridgruppe), die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird,
ist eine aktiven Wasserstoff enthaltende Gruppe des Kettenübertragungsmittels,
die an 1 Ende des Seitenkettenpolymer gebunden wird.
Das Kettenübertragungsmittel kann ein Kettenübertragungsmittel
mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe an beiden Enden, z.B. ein Alkylenthiol-Kettenübertragungsmittel
mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe oder ein Aryl-Kettenübertragungsmittel
mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe, einschließen. Beispiele
der aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe schließen OH, NH2, SO3H,
NHOH, COOH und SH ein. Die Zahl der Kohlenstoffatome der Alkylengruppe des Alkylenthiols
kann 1 bis 20 betragen.
Beispiele des Alkylenthiol-Kettenübertragungsmittels schließen
die folgenden ein:
HS(CH2)nOH [n ist 2, 4, 6 oder 11]
HSCH2COOH,
HSCH2CH(CH3)COOH,
HSCH2CH2SO3Na,
HSCH2CH2SO3H und
Beispiele des Aryl-Kettenübertragungsmittels schließen die
folgenden ein:
Die Menge des Kettenübertragungsmittels kann höchstens 0,7,
z.B. 0,05 bis 0,7 und insbesondere 0,1 bis 0,5 mol, bezogen auf 1 mol Seitenkettenmonomer,
betragen. Das Kettenübertragungsmittel kann an 1 Ende des Seitenkettenpolymer
gebunden werden, das durch Polymerisieren des Seitenkettenmonomer erhalten wird.
Das Kettenübertragungsmittel kann die Länge einer Kette des Seitenkettenpolymer
steuern.
Das Vinylmonomer (D) mit der Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer
gebunden wird, kann ein Vinylmonomer mit einer Halomethylgruppe (-CH2X
(X: ein Halogenatom)) sein. Das Hauptkettenpolymer kann an das Seitenkettenpolymer
durch Substituieren des Halogenatoms der Halomethylgruppe mit dem Seitenkettenpolymer
gebunden werden.
Das die Halomethylgruppe enthaltende Monomer kann ein Monomer mit
einer Halomethyl- und einer Styrolgruppe sein.
Das die Halomethylgruppe enthaltende Monomer kann eine Verbindung
der Formel sein:
worin R -CH3 oder H,
R' eine direkte Bindung oder eine C1-3-Alkylengruppe und X ein Halogenatom
sind.
Beispiele des die Halomethylgruppe enthaltenden Monomer schließen
Chlormethylstyrol, Brommethylstyrol und 1-Chlorethylstyrol ein. Das Halogenatom
in der Halomethylgruppe kann vorzugsweise ein Chloratom sein.
Das Hauptkettenpolymer und/oder das Seitenkettenpolymer weisen vorzugsweise
mindestens 2 Wiederholungseinheiten auf. Das Hauptkettenpolymer und/oder das Seitenkettenpolymer
können ein Blockpolymer oder ein statistisches Polymer sein.
Die Gesamtmenge der eine Perfluoralkylgruppe enthaltenden Vinylmonomeren
(A) und (B) kann 10 bis 75 und beispielsweise 10 bis 65 Gew.-Teile betragen,
die Gesamtmenge der fluorfreien Vinylmonomeren (B) und (F) kann 0 bis 89,8, z.B.
0 bis 89 und insbesondere 1 bis 50 Gew.-Teile betragen,
die Menge des Vinylmonomer (D) mit der Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer gebunden
wird, kann 0,1 bis 10 und beispielsweise 1 bis 10 Gew.-Teile und
die Gesamtmenge der polymerisierbaren cyclischen Säureanhydride (C) und (G)
kann 0,1 bis 89,9 und
beispielsweise 0,1 bis 50 Gew.-Teile betragen, bezogen auf 100 Gew.-Teile des Pfropfcopolymer.
Das Gewichtsverhältnis des Hauptkettenpolymer zum Seitenkettenpolymer
kann 5:95 bis 95:5, vorzugsweise 10:90 bis 90:10 und insbesondere 30:70 bis 70:30
ausmachen.
Das Hauptkettenpolymer kann 0 bis 75, z.B. 0 bis 65 und insbesondere
1 bis 50 Gew.-Teile der aus dem die Perfluoralkylgruppe enthaltenden Vinylmonomer
(A) abgeleiteten Wiederholungseinheit aufweisen, bezogen auf 100 Gew.-Teile des
Hauptkettenpolymer.
Das Hauptkettenpolymer kann 0,1 bis 89,9 und z.B. 0,1 bis 50 Gew.-Teile
der aus dem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid (C) abgeleiteten Wiederholungseinheit
aufweisen, bezogen auf 100 Gew.-Teile des Hauptkettenpolymer.
Das Seitenkettenpolymer kann 0 bis 75, z.B. 0 bis 65 und insbesondere
1 bis 50 Gew.-Teile der aus dem die Perfluoralkylgruppe enthaltenden Vinylmonomer
(E) abgeleiteten Wiederholungseinheit aufweisen, bezogen auf 100 Gew.-Teile des
Seitenkettenpolymer.
Das Seitenkettenpolymer kann 0 bis 75 und z.B. 0 bis 50 Gew.-Teile
der aus dem polymerisierbaren cyclischen Anhydrid (G) abgeleiteten Wiederholungseinheit
aufweisen, bezogen auf 100 Gew.-Teile des Seitenkettenpolymer.
Das Pfropfcopolymer kann ein zahlendurchschnittliches Molekulargewicht
von 5.000 bis 200.000 und vorzugsweise von 5.000 bis 100.000 (gemessen mit GPC in
THF, bezogen auf Styrol) aufweisen.
Das Verfahren zur Synthese des Pfropfcopolymer schließt ein Pfropfpolymerisationsverfahren
eines Makromonomer, ein Verfahren zur Reaktion eines Seitenkettenpolymer mit einer
aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe an 1 Ende, das durch Verwendung eines Kettenübertragungsmittels
mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe polymerisiert wird, mit einem
Hauptkettenpolymer mit einer Gruppe (mit einer NCO-Gruppe, einer Glycidyl- und einer
Säurechloridgruppe), die mit aktivem Wasserstoff reagiert,
ein Verfahren, wobei ein freies Lebendradikal in einem Hauptkettenpolymer mit einer
Halomethylgruppe durch einen Metallhalogenid-Katalysator erzeugt und das Halogenatom
durch ein Seitenkettenpolymer ersetzt wird, wie ein ATRP (Atomic Transfer Radical
Polymerization)-Verfahren, sowie ein Verfahren ein, wobei man ein Seitenkettenmonomer
unter Verwendung einer Kettenübertragungsinitiatorspezies, wie eines freien
Radikals, einer kationisch aktiven Spezies, einer anionisch aktiven Spezies und
eines Hydroperoxids in ein Hauptkettenpolymer einpolymerisiert
(siehe JP 50 082/1986). Im Hinblick auf das molekulare
Design zur Einstellung verschiedener Anwendungsformen sind die Pfropfpolymerisation,
wobei der Polymerisationsgrad des Seitenkettenpolymer gesteuert werden kann, das
Verfahren zur Reaktion des Seitenkettenpolymer mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden
Gruppe an 1 Ende, wobei unter Verwendung eines Kettenübertragungsmittels mit
einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe polymerisiert wird, mit einem Hauptkettenpolymer
mit der Gruppe (einer Glycidyl- und einer Säurechloridgruppe), die mit aktivem
Wasserstoff reagieren, sowie das Verfahren bevorzugt, wobei ein freies Lebendradikal
in einem Hauptkettenpolymer mit einer Halomethylgruppe durch einen Metallhalogenid-Katalysator
erzeugt und das Halogenatom durch das Seitenkettenpolymer ersetzt werden, wie das
ATRP-Verfahren.
Die Herstellung des zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung vorgesehenen
Pfropfcopolymer kann mit einem der folgenden Verfahren (A) und (B) durchgeführt
werden, wenn die Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, z.B. eine
COR-, eine Glycidyl- oder eine Säurechloridgruppe ist:
(A) mit einem Verfahren, wobei man ein Makromonomer, das durch mit einem Seitenkettenpolymer
durchgeführte Reaktion eines Vinylmonomer erhalten wird, das eine Gruppe aufweist,
die mit dem Seitenkettenpolymer gebunden wird, und ein copolymerisierbares Monomer
(ein Hauptkettenmonomer) copolymerisiert, um ein Hauptkettenpolymer zu bilden (ein
Verfahren zum Polymerisieren eines Hauptkettenmonomer in der Gegenwart eines Seitenkettenpolymer),
und
(B) ein Verfahren, wobei man ein Hauptkettenpolymer, das durch Copolymerieren
eines Vinylmonomer, das eine Gruppe aufweist, die an ein Seitenkettenpolymer gebunden
wird, und eines copolymerisierbaren Monomer erhalten wird, mit dem Seitenkettenpolymer
zur Reaktion bringt (ein Verfahren, wobei man ein Seitenkettenpolymer und ein Hauptkettenpolymer
getrennt polymerisiert).
Das Verfahren (A) umfasst die Stufen, wobei man:
(A-1) ein Monomer (Seitenkettenmonomer) und gegebenenfalls ein Kettenübertragungsmittel
polymerisiert, die Bestandteilskomponenten eines Seitenkettenpolymer sind, um ein
Seitenkettenpolymer zu ergeben,
(A-2) das entstandene Seitenkettenpolymer mit einem Vinylmonomer, das eine Gruppe
aufweist, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, zur Reaktion bringt, um
ein Makromonomer zu ergeben, und man
(A-3) das Makromonomer und ein Hauptkettenmonomer polymerisiert, um das Pfropfcopolymer
zu ergeben.
Das Verfahren (B) umfasst die Stufen, wobei man:
(B-1) ein Vinylmonomer, das eine Gruppe aufweist, die an ein Seitenkettenpolymer
gebunden wird, und ein copolymerisierbares Monomer, welche Bestandteilskomponenten
eines Hauptkettenpolymer sind, polymerisiert, um ein Hauptkettenpolymer zu ergeben,
das die Gruppe aufweist, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, und man
(B-2) ein getrennt synthetisiertes Seitenkettenpolymer auf das entstandene Hauptkettenpolymer
pfropft, um das Pfropfcopolymer zu ergeben.
Die Polymerisationsstufe (A-1) des Seitenkettenpolymer und die Polymerisationsstufen
(A-3) und (B-1) des Hauptkettenpolymer können in einem Lösungsmittel bei
einer Temperatur von 70 bis 80°C unter Verwendung eines Polymerisationsinitators
durchgeführt werden. Die Polymerisationszeit beträgt im Allgemeinen 2
bis 12 h.
Die Reaktionsstufen (A-2) und (B-2) zur Reaktion der aktiven Wasserstoff
enthaltenden Gruppe des Kettenübertragungsmittels, womit das Seitenkettenpolymer
aufgebaut wird, mit der Isocyanatgruppe, die im Monomer enthalten ist, womit das
Hauptkettenpolymer aufgebaut wird, kann in einem Lösungsmittel bei einer Temperatur
von 30 bis 65°C durchgeführt werden. Die Polymerisationszeit beträgt
im Allgemeinen 2 bis 24 h.
Als Polymerisationsinitiator werden z.B. Azobisisobutyronitril, Benzoylperoxid,
Di-t-butylperoxid, Laurylperoxid, Cumolhydroperoxid, t-Butylperoxidpivalat und Diisopropylperoxidicarbonat
verwendet. Die Menge des Polymerisationsinitiators beträgt vorzugsweise 1 bis
10 Gew.-Teile, bezogen auf 100 Gew.-Teile des Monomer.
Das Polymerisationslösungsmittel kann ein polares Lösungsmittel,
ein Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel oder eine Mischung dieser Lösungsmittel
sein. Bei Vorliegen einer Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird,
im Reaktionssystem (nämlich in den Stufen (A-2), (B-1) und (B-2)) kann ein
protisches Lösungsmittel mit einer aktiven Wasserstoff enthaltenden Gruppe
wie ein Alkohol-Lösungsmittel nicht verwendet werden.
Ist die Gruppe, die an das Seitenkettenpolymer gebunden wird, eine
Halomethylgruppe, kann die Herstellung des Pfropfcoplymer wie folgt durchgeführt
werden.
(C-1) Ein eine Halomethylgruppe enthaltendes Monomer (z.B. Chlormethylstyrol),
weitere Monomere, ein Lösungsmittel und ein Polymerisationsinitiator werden
verwendet, um ein Hauptkettenpolymer herzustellen. Das Lösungsmittel ist ein
halogen-freies organisches Lösungsmittel. Beispiele des Lösungsmittels
zur Herstellung des Hauptkettenpolymer sind die gleichen wie die Lösungsmittelbeispiele
für die nachfolgend diskutierte Herstellung des Seitenkettenpolymer. Ein typisches
Beispiel von Bedingungen zur Polymerisation des Hauptkettenpolymer betrifft eine
Polymerisationstemperatur von 110°C und eine Polymerisationszeit von 4 h. Ein
herkömmlicher Polymerisationsinitiator wie ein Peroxid kann als der Polymerisationsinitiator
verwendet werden.
(C-2) Ein Seitenkettenmonomer und ein Metallhalogenid-Katalysator werden zum
Hauptkettenpolymer gegeben, um ein Pfropfcopolymer zu ergeben, worin das Seitenkettenpolymer
an das Hauptkettenpolymer gebunden wird.
Im Reaktionsverfahren (C-2) wird das Seitenkettenpolymer an das Hauptkettenpolymer
unter Anwendung der Reaktivität der Halomethylgruppe (-CH2X (X:
Halogenatom)) im Hauptkettenpolymer gebunden. Es wird angenommen, dass eine freies
Lebendradikal durch den Metallhalogenid-Katalysator erzeugt und ein Halogenatom
in der Halomethylgruppe des Hauptkettenpolymer durch das Seitenkettenpolymer ersetzt
werden. Ein derartiges Reaktionsverfahren wird als "ATRP (Atomic Transfer Radical
Polymerization)-Verfahren" oder als "ATRA (Atom Transfer Radical Addition)-Verfahren"
bezeichnet, welche z.B. in J.S. Wang und K. Matyjaszewsky, Macromolecules, 29, 7572
(1955) offenbart sind.
Das Halogenatom im als Katalysator verwendeten Metallhalogenid ist
vorzugsweise Chlor. Beispiele des Metalls im Metallhalogenid sind Kupfer (Cu) und
ein Übergangsmetall der Gruppe VIII, z.B. Eisen (Fe) und Ruthenium (Ru). Beispiele
des Metallhalogenids sind somit CuCl, CuCl2, FeCl2, NiCl2
und RuCl2. Die Zugabemenge des Metallhalogenids (z.B. von CuCl) kann
0,1 bis 5, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 und bevorzugter 0,8 bis 1,2 mol betragen, bezogen
auf 1 mol des die Halomethylgruppe enthaltenden Monomer (z.B. von Chlormethylstyrol).
Ein Solubilisierungs- oder Dispergiermittel (d.h. ein Beschleunigungsmittel)
für das Metallhalogenid wird bevorzugt verwendet. Das Beschleunigungsmittel
ist vorzugsweise eine Verbindung, die das Metallhalogenid koordiniert, um einen
Ligand zu ergeben, und welche die Löslichkeit des Metallhalogenids in einem
Polymerisationslösungsmittel erhöht. Beispiele des Beschleunigungsmittels
sind eine organische Stickstoff-haltige Verbindung und eine organische Phosphor-haltige
Verbindung. Beispiele der organischen Stickstoff-haltigen Verbindung (z.B. eines
Amins) sind Bipyridyl (2,2'-Dipyridin), ein Derivat von 2,2'-Dipyridin wie 4,4'-Bis(5-nonyl)-2,2'-dipyridin,
Triphenylamin, Chinolin, Tetramethylendiamin, Trialkylamin mit C2-10-Alkylgruppen,
1,10-Phenanthrolin und eine Verbindung der Formel: (CH3)2N(C2H4N(CH3))nCH3
(worin n = 1, 2 oder 3). Beispiele der organischen Phosphor-haltigen Verbindung
sind P(C6H5)3, P(OC6H5)3,
P(C2H5)3 und P(OC2H5)3.
Die Menge des Beschleunigungsmittels kann höchstens 10, z.B. 0,5 bis 8, bevorzugter
1 bis 4 und noch bevorzugter 1,8 bis 3 mol betragen, bezogen auf 1 mol Metallhalogenid.
Die Temperatur der ATRP-Reaktion zur Bildung des Seitenkettenpolymer
kann 50 bis 250, vorzugsweise 60 bis 200 und bevorzugter 80 bis 150°C betragen.
Die Reaktionszeit kann höchstens 24 und z.B. 1 bis 12 h betragen.
Die Reaktion wird vorzugsweise in der Gegenwart eines Lösungsmittels
durchgeführt. Verschiedene fluorfreie Lösungsmittel können als Lösungsmittel
eingesetzt werden. Ein Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel, ein polares Lösungsmittel
und eine Mischung davon werden bevorzugt verwendet.
Das polare Lösungsmittel ist ein Lösungsmittel mit einer
polaren Gruppe im Molekül. Beispiele der polaren Gruppe schließen eine
Hydroxyl-, Carboxyl-, Ester-, Acyl- und eine Ethersauerstoffgruppe ein. Beispiele
des polaren Lösungsmittels schließen ein Alkohol-, Glycol-, Ester- und
ein Keton-Lösungsmittel ein.
Das Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel kann ein Lösungsmittel
sein, das nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammengesetzt ist. Das Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel
kann ein aliphatischer Kohlenwasserstoff sein. Beispiele des Kohlenwasserstoff-Lösungsmittels
schließen n-Heptan, n-Hexan, n-Octan, Cyclohexan, Methylcyclohexan, Cyclopentan,
Methylcyclopentan, Methylpentan, 2-Ethylpentan, Isoparaffin-Kohlenwasserstoff, flüssiges
Paraffin, Decan, Undecan, Dodecan, Mineralbenzin und Mineralterpentin ein. In einigen
Fällen kann ein aromatisches Lösungsmittel verwendet werden.
Beispiele des Alkohol-Lösungsmittels schließen Butyl- und
Isopropylalkohol ein. Beispiele des Glykol-Lösungsmittels schließen Propylenglykolmonomethylether,
Propylenglykolmonoethylether, Dipropylenglykolmonomethylether, Dipropylenglykolmonoethylether
und Acetate davon ein. Beispiele des Ester-Lösungsmittels schließen einen
monobasischen Säureester wie Methylacetat, Ethylacetat und Butylacetat, und
einen dibasischen Säureester wie Diethylsuccinat, Diethyladipat, Dibutylphthalat
und Dioctylphthalat ein. Beispiele des Keton-Lösungsmittels schließen
Methylisobutylketon (MIBK), Methylethylketon und Aceton ein.
Eine Mischung aus dem Kohlenwasserstoff- und dem polaren Lösungsmittel
kann ebenfalls herangezogen werden. Das Gewichtsverhältnis des Kohlenwasserstoff-Lösungsmittels
zum polaren Lösungsmittel kann 100:0 bis 0:100 und z.B. 5:95 bis 95:5 betragen.
Eine Lösung des Pfropfcopolymer in einem organischen Lösungsmittel
stellt die Zusammensetzung für das Lösungsmittel-basierte wasser- und
ölabstoßende Mittel dar.
Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung für das wasser-
und ölabstoßende Mittel kann weitere wasser- und ölabstoßende
Mittel und Additive, z.B. weich machende Mittel, antistatische Mittel, Vernetzungsmittel
und Mittel zur Verhinderung von Faltenbildungen, falls nötig, enthalten.
Das Substrat, das mit der Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung
des wasser- und ölabstoßenden Mittels behandelt wird, schließt verschiedene
Materialien ein. Beispiele des Substrats, das behandelt wird, schließen Textil,
Glas, Papier, Holz, Fell, Pelz, Asbest, Stein, Zement, Metall und Oxide, Keramik,
Kunststoff, überzogene Oberflächen und Gips ein. Beispiele der Textilien
schließen natürliche Fasern tierischen und pflanzlichen Ursprungs, wie
Baumwolle, Hanf, Wolle und Seide, Synthesefasern, wie aus Polyamid, Polyester, Polyvinylalkohol,
Polyacrylnitril, Polyvinylfluorid und aus Polypropylen, halbsynthetische Fasern,
wie aus Rayon und Acetat usw., und eine Mischung dieser Fasern ein. Die Zusammensetzung
der vorliegenden Erfindung des wasser- und ölabstoßenden Mittels kann
auf das Substrat mit einem Verfahren aufgebracht werden, wobei man die Zusammensetzung
auf die Oberfläche des Substrats, das behandelt wird, mit einem bekannten Verfahren
wie einem Tauchüberziehverfahren aufträgt und dann die Zusammensetzung
trocknet.
Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung des wasser- und ölabstoßenden
Mittels kann beispielsweise auch als Aerosol durch Zugabe von Treibmitteln zur Anwendung
gelangen. Beispiele bevorzugter Treibmittel schließen Fluoralkane oder Chlorfluoralkane
mit 1 oder 2 Kohlenstoffatomen, LPG-Gas, Dimethylether, Stickstoffgas und Kohlendioxidgas
ein. Typische Beispiele der Fluoralkane oder Chlorfluoralkane mit 1 oder 2 Kohlenstoffatomen
schließen Dichlordifluormethan, Trichlortrifluorethan, Chlordifluormethan,
Chlordifluorethan, Dichlortrifluorethan, Tetrafluorethan und eine Mischung von mindestens
2 Typen davon ein. Die Menge des Treibmittels beträgt vorzugsweise das 0,05-
bis 2-Fache des Gesamtgewichts der Oberflächenbehandlungsmittelzusammensetzung,
die das Lösungsmittel enthält.
Ein Behältnis mit einem Mechanismus zum Aufsprühen einer
im Behältnis enthaltenen Flüssigkeit, z.B. ein Aerosol- oder ein Sprüh-Behältnis,
werden mit dem Aerosol befüllt.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
Die vorliegende Erfindung wird nun noch weiter durch die folgenden
Beispiele erläutert, welche die vorliegende Erfindung nicht einschränken.
Charakteristische Eigenschaften wurden wie folgt bestimmt und ermittelt.
Wasser- und Ölabstoßvermögen
Eine Polymerlösung wird mit einem Mineralbenzin so verdünnt,
dass der Feststoffgehalt der verdünnten Lösung 0,8 Gew.-% beträgt,
und die Lösung wird dann über einen Stoff mit einem Handspray so gesprüht,
dass der Stoff hinreichend benetzt ist. Als Stoff werden ein Polyesterstoff, ein
gemischter Spinnstoff aus Polyester/Baumwolle und ein Baumwollstoff verwendet. Nach
Trocknung bei Raumtemperatur über 10 h werden das Wasser- und Ölabstoßvermögen
mit den folgenden Verfahren bewertet.
Das Wasserabstoßvermögen wird durch die Wasserabstoß-Nr.
(siehe die folgende Tabelle 1) ausgedrückt, welche mit dem Sprühverfahren
gemäß JIS (Japanischer Industriestandard-L-1092 (1998)) ermittelt wird.
Das Ölabstoßvermögen wird durch Tropfen einiger Tropfen
einer in Tabelle 2 angegebenen Testlösung auf 2 Positionen auf der Oberfläche
eines Teststoffs und dann durch Betrachten des Eindringzustands der Tropfen nach
30 s gemäß AATCC-TM118 ermittelt.
Tabelle 1
Tabelle 2
Produktstabilität
Nach Einstellung der Konzentration der Polymerlösung auf 15 Gew.-%
mit einem Petro-Lösungsmittel wird die Polymerlösung bei –5°C
1 Monat lang gelagert. Es wird bewertet, ob eine Verfestigung oder Ausfällung
auftritt oder nicht. Die Bewertung erfolgt durch Auflösen des Polymer in Mineralbenzin
für "in einem Aromat-haltigen Lösungsmittel" und in n-Decan für "in
einem nicht-aromatischen Lösungsmittel".
O:
Homogene Flüssigkeit bleibt erhalten.
x:
Verfestigung oder Ausfällung treten auf.
Verdünnungsstabilität
Die Polymerlösung wird mit n-Decan so verdünnt, dass der
Feststoffgehalt der verdünnten Lösung 0,8 Gew.-% beträgt, worauf
das Ganze bei –5°C 1 Monat gelagert wird. Es wird bewertet, ob Verfestigung
oder Ausfällung auftreten oder nicht.
O:
Homogene und durchsichtige Flüssigkeit bleibt erhalten.
&Dgr;:
Gewisse Trübung tritt auf, aber eine homogene Flüssigkeit bleibt zum
Gebrauch in der Praxis erhalten.
x:
Verfestigung oder Ausfällung treten auf.
Synthesebeispiel 1 (Bezugsbeispiel)(Synthese eines eine Isocyanatgruppe enthaltenden Vinylmonomer)
In einem 500 mL-Dreihalskolben mit Tropftrichter wurden
100 g 2,4-Tolylendiisocyanat,
100 g Ethylacetat und
0,1 g Dibutylzinndilaurat
gegeben. Unter Schütteln bei 60 bis 65°C wurden
90 g Hydroxyethylmethacrylat und
90 g Ethylacetat
durch den Tropftrichter 15 min lang zugetropft, worauf die Mischung 8 h zur Reaktion
gebracht wurde, um ein eine Isocyanatgruppe enthaltendes Vinylmonomer (a) zu ergeben,
das wie folgt angegeben wird:
Beispiel 1 (Bezugsbeispiel)
In ein 1.000 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß aus Glas wurden
die folgenden Bestandteile gegeben und in einer Stickstoff-Atmosphäre bei 75°C
8 h lang unter Schütteln zur Reaktion gebracht, um ein Seitenkettenpolymer
zu ergeben:
Mercaptoethanol3 gCF3CF2(C2F4)nC2H4OCOCH=CH2
(FA) [n = 3,5 im Durchschnitt]95 gStearylmethacrylat (StMA)5 gAzoisobutyronitril0,17 gEthylacetat120 g
Nach Beendigung der Reaktion ergab die Gaschromatografieanalyse, dass
100 % der Monomeren aufgebraucht waren. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis
(Molverhältnis) der jeweiligen Bestandteile im Polymer, nämlich das Verhältnis
von Mercaptoethanol:FA:StMA, 1,0:4,8:0,8 betrug.
Nach Erniedrigung der Temperatur auf 55 bis 60°C wurden 9 g 2-Isocyanatoethylmethacrylat
in Luft zugegeben, und es wurde die Reaktion bei 55 bis 60°C 8 h lang unter
Schütteln durchgeführt, um ein Makromonomer zu ergeben. Nach Beendigung
der Reaktion war der Absorptionspeak der NCO-Gruppe im IR-Spektrum nahezu vollständig
verschwunden.
Zum Makromonomer wurden die folgenden Bestandteile gegeben und die
Reaktion in einer Stickstoff-Atmosphäre bei 75°C 8 h lang unter Schütteln
durchgeführt, um ein Pfropfcopolymer zu ergeben:
2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)100 gMaleinsäureanhydrid (MAN)10 gEthylacetat515 gt-Butylperoxipivalat (PERBUTYL PV, hergestellt von NOF Corp.)9 g
Nach Beendigung der Reaktion ergab die Gaschromatografieanalyse, dass
100 % der Monomeren aufgebracht waren. Die GPC ergab, dass das zahlendurchschnittliche
Molekulargewicht des entstandenen Polymer 8.000 betrug.
Das Wasser- und Ölabstoßvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Beispiel 2 (Bezugsbeispiel)
In der gleichen Weise wie in Beispiel 1, mit der Ausnahme, dass 38
g der Lösung (50 Gew.-%) des eine Isocyanatgruppe enthaltenden Vinylmonomer
(a), hergestellt im Synthesebeispiel 1, anstatt 2-Isocyanatoethylmethacrylat verwendet
wurden, wurde die Synthese durchgeführt.
Bei der Herstellung jedes Seitenkettenpolymer und Pfropfpolymer wurden
100 % der Monomeren aufgebraucht. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis
(Molverhältnis) der jeweiligen Bestandteile Mercaptoethanol:FA:StMA 1,0:4,7:0,6
im Seitenkettenpolymer betrug.
Nach Beendigung der Reaktion zur Herstellung des Makromonomer verschwand
die NCO-Absorption im IR-Spektrum nahezu vollständig. Die GPC ergab, dass das
zahlendurchschnittliche Molekulargewicht des entstandenen Pfropfpolymer 8.000 betrug.
Das Wasser- und Abstoßvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Pfropfpolymerlösung
wurden ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Beispiele 3 bis 6 (Bezugsbeispiele)
Die gleiche Verfahrensweise wie in Beispiel 1 wurde wiederholt, mit
der Ausnahme, dass die in Tabelle 3 angegebenen Monomeren eingesetzt wurden.
Bei der Herstellung jedes Seitenkettenpolymer und Pfropfpolymer wurden
100 % der Monomeren aufgebraucht. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis
(Molverhältnis) der jeweiligen Bestandteile das folgende war:
Mercaptoethanol:FA:2-EHMA = 1,0:5,2:1,8 in Beispiel 4,
Mercaptoethanol:FA:MAN = 1,0:5,0:1,2 in Beispiel 5 und
Mercaptoethanol:FA:StMA = 1,0:5,8:1,9 in Beispiel 6.
Nach Beendigung der Reaktion zur Herstellung des Makromonoer war die
NCO-Absorption im IR-Spektrum nahezu vollständig verschwunden. Die GPC ergab,
dass das zahlendurchschnittliche Molekulargewicht der entstandenen Pfropfpolymeren
9.300 in Beispiel 3, 8.900 in Beispiel 4, 8.600 in Beispiel 5 und 8.200 in Beispiel
6 betrug.
Das Wasser- und Ölabstoßvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabililtät der entstandenen Polymerlösungen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Tabelle 3Eingesetzte Bestandteile (g)
Beispiel 7
Die folgenden Bestandteile wurden in ein 1000 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß
aus Glas gegeben und bei 75°C 8 h lang in einer Stickstoff-Atmosphäre
unter Schütteln zur Reaktion gebracht. Das Ethylacetat wurde abdestilliert,
um ein Seitenkettenpolymer zu ergeben:
Mercaptoessigsäure3 gFA95 gStearylmethacrylat (StMA)5 gAzoisobutyronitril0,09 gEthylacetat120 g
Bei der Herstellung des Seitenkettenpolymer betrug das durch Gaschromatografie
bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis 100 %. Die NMR-Analyse ergab, dass das
Zusammensetzungsverhältnis (Molverhältnis) der jeweiligen Bestandteile
Mercaptoessigsäure:FA:StMA im Polymer 1,0:6,1:1,3 betrug.
Zu einer Lösung des Seitenkettenpolymer, enthaltend 150 g Methylisobutylketon,
wurden 5 g Glycidylmethacrylat (GMA) und 1 g N,N-Dimethyllaurylamin in einer Luft-Atmosphäre
gegeben. Die Reaktion wurde bei 100°C 10 h lang unter Schütteln durchgeführt,
um ein Makromonomer zu ergeben. Nach der Reaktion betrug das durch Gaschromatografie
bestimmte Verbrauchsverhältnis des Glycidylmethacrylats 100 %.
Danach wurden die folgenden Bestandteile zu dem Makromonomer gegeben
und bei 75°C 8 h lang in einer Stickstoff-Atmosphäre unter Schütteln
zur Reaktion gebracht, um ein Pfropfcopolymer zu ergeben:
2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)100 gMaleinsäureanhydrid (MAN)10 gMethylisobutylketon465 gt-Butylperoxipivalat (PERBUTYL PV, hergestellt von NOF Corp.)9 g
Nach Beendigung der Reaktion betrug das durch Gaschromatografie bestimmte
Monomer-Verbrauchsverhältnis 100 %. Die GPC ergab, dass das zahlendurchschnittliche
Molekulargewicht des entstandenen Polymer 9.400 betrug.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Beispiele 8 bis 10
Die in Tabelle 4 angegebenen Monomeren wurden in der gleichen Weise
wie in Beispiel 7 polymerisiert.
Das Monomer-Verbrauchsverhältnis bei der Herstellung jedes Seitenkettenpolymer
und Pfropfcopolymer betrug 100 %. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis
(Molverhältnis) der jeweiligen Bestandteile
Mercaptoessigsäure:FA:2-EHMA 1,0:6,5:2,1 in Beispiel 8,
Mercaptoessigsäure: FA:MAN 1,0:6,9:1,6 in Beispiel 9 und
Mercaptoessigsäure:FA:StMA 1,0:7,1:2,2 in Beispiel 10
im Polymer betrug.
Nach Beendigung der Reaktion betrug das durch Gaschromatografie bestimmte
Monomer-Verbrauchsverhältnis des Glycidylmethacrylats 100 %. Die GPC ergab,
dass das zahlendurchschnittliche Molekulargewicht der entstandenen Polymeren 9.300
in Beispiel 8, 8.900 in Beispiel 9 und 8.600 in Beispiel 10 betrug.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösungen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Tabelle 4Eingesetzte Bestandteile (g)
Beispiel 11(Erste Stufe: Polymerisation eines Hauptkettenpolymer)
Die folgenden Bestandteile wurden in ein 500 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß
aus Glas gegeben und bei 80°C 8 h lang in einer Stickstoff-Atmosphäre
unter Schütteln zur Reaktion gebracht, um ein Hauptkettenpolymer zu ergeben:
Chlormethylstyrol (CMS)5 g2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)90 gMaleinsäureanhydrid (MAN)9 gDiethylsuccinat100 gt-Butylperoxipivalat (PERBUTYL PV, hergestellt von NOF Corp.)4 g
Nach Beendigung der Reaktion betrug das durch Gaschromatografie bestimmte
Monomer-Verbrauchsverhältnis 100 %.
(Zweite Stufe: Polymerisation eines Seitenkettenpolymer)
Dann wurden die folgenden Bestandteile zur Hauptkettenpolymerlösung
gegeben:
FA100 g2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)10 gKupferchlorid3 gBipyridyl10 gMineralterpentin100 g
Die Reaktion wurde bei 110°C 8 h lang in einer Stickstoff-Atmosphäre
unter Schütteln durchgeführt, um ein Pfropfcopolymer mit einem an das
Hauptkettenpolymer gebundenen Seitenkettenpolymer zu ergeben. Nach der Reaktion
betrug das durch Gaschromatografie bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis 100
%.
Die Mischung wurde durch Verdünnen mit Mineralterpentin auf einen
Feststoffgehalt von 15 Gew.-% eingestellt. 10 Gew.-% Aktivkohle wurden zur Lösung
gegeben. Nach Schütteln bei Raumtemperatur über 2 h wurde die Aktivkohle
über ein Filterpapier abfiltriert.
Das Emissionsspektrum mit einem induktiv gekoppelten Plasma (ICP)
ergab, dass kein Kupfer im entstandenen Filtrat zurückblieb. Die GPC ergab,
dass das zahlendurchschnittliche Molekulargewicht des entstandenen Pfropfpolymer
11.200 betrug.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 10 angegeben.
Beispiele 12 und 13
Die gleiche Verfahrensweise wie in Beispiel 11 wurde wiederholt, um
die in Tabelle 5 angegebenen Monomeren zu polymerisieren.
Das durch Gaschromatografie bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis
nach der Reaktion in jeder Stufe zur Herstellung des Hauptketten- und Seitenkettenpolymer
betrug 100 %.
Die GPC ergab, dass die entstandenen Pfropfpolymeren ein zahlendurchschnittlichen
Molekulargewicht von 9.600 in Beispiel 12 und von 10.900 in Beispiel 13 aufwiesen.
Tabelle 5Eingesetzte Bestandteile (g)
Vergleichsbeispiele 1 bis 4 (Bezugsbeispiele)
Die gleiche Verfahrensweise wie in den Beispielen 1 und 2 wurde wiederholt,
um die in Tabelle 6 angegebenen Monomeren zu polymerisieren.
Das durch Gaschromatografie bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis
nach der Reaktion in der Herstellstufe jedes Seitenkettenpolymer und Pfropfcopolymer
betrug 100 %. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis (Molverhältnis)
der jeweiligen Bestandteile:
Mercaptoethanol:FA:StMA 1,0:4,7:0,9 in Vergleichsbeispiel 1,
Mercaptoethanol:FA:StMA 1,0:4,8:0,6 in Vergleichsbeispiel 2,
Mercaptoethanol:FA:2-EHMA 1,0:5,1:1,5 in Vergleichsbeispiel 3 und
Mercaptoethanol:FA:StMA 1,0:4,8:0,7 in Vergleichsbeispiel 4
im Seitenkettenpolymer betrug.
Nach Beendigung der Reaktion zur Herstellung eines Makromonomer war
die NCO-Absorption im IR-Spektrum nahezu vollständig verschwunden. Die GPC
ergab, dass die entstandenen Pfropfpolymeren ein zahlendurchschnittlichen Molekulargewicht
von 8.600 in Vergleichsbeispiel 1, von 8.500 in Vergleichsbeispiel 2, von 8.000
in Vergleichsbeispiel 3 und von 9.400 in Vergleichsbeispiel 4 aufwiesen.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösungen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben. Tabelle 6Eingesetzte Bestandteile (g)
HEMA: Hydroxyethylmethacrylat
Vergleichsbeispiele 5 bis 7
Die gleiche Verfahrensweise wie in Beispiel 7 wurde wiederholt, um
die in Tabelle 7 angegebenen Monomeren zu polymerisieren.
Das durch Gaschromatografie bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis
nach der Reaktion in der Herstellstufe jedes Seitenkettenpolymer und Pfropfcopolymer
betrug 100 %. Die NMR-Analyse ergab, dass das Zusammensetzungsverhältnis (Molverhältnis)
der jeweiligen Bestandteile:
Mercaptoessigsäure:FA:StMA 1,0:6,0:1,3 in Vergleichbeispiel 5,
Mercaptoessigsäure:FA:-2-EHMA 1,0:6,4:2,2 in Vergleichsbeispiel 6 und
Mercaptoessigsäure:FA:StMA 1,0:6,9:1,5 in Vergleichsbeispiel 7
im Seitenkettenpolymer betrug.
Nach der Reaktion zur Herstellung des Makromonomer betrug das durch
Gaschromatografie bestimmte Reaktionsverhältnis des Glycidylmethacrylats 100
%. Die GPC ergab, dass die entstandenen Pfropfpolymeren ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 9.100 in Vergleichsbeispiel 5, von 8.600 in Vergleichsbeispiel
6 und von 8.900 in Vergleichsbeispiel 7 aufwiesen.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösungen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Tabelle 7Eingesetzte Bestandteile (g)
Vergleichsbeispiele 8 und 9
Die gleiche Verfahrensweise wie in Beispiel 11 wurde wiederholt, um
die in Tabelle 8 angegebenen Monomeren zu polymerisieren.
Das durch Gaschromatografie bestimmte Monomer-Verbrauchsverhältnis
nach der Reaktion in der Herstellstufe jedes Hauptketten- und Seitenkettenpolymer
betrug 100 %.
Die GPC ergab, dass die entstandenen Pfropfpolymeren ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 11.600 in Vergleichsbeispiel 8 und von 12.300 in Vergleichsbeispiel
9 aufwiesen.
Das Wasser- und Ölabstoßvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösungen wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Tabelle 8Eingesetzte Bestandteile (g)
Vergleichsbeispiel 10
1,0 Äquivalent 2-Isocyantoethylmethacrylat und 0,7 Äquivalente
Mercaptoethanol wurden in der Gegenwart von 0,1 Gew.-% Dibutylzinndilaurat in Ethylacetat
bei 50°C 12 h lang zur Reaktion gebracht.
Dann wurden 5,5 g des Reaktionsprodukts (des Produkts aus der Reaktion
zwischen dem eine Isocyanatgruppe enthaltenden Vinylmonomer und Mercaptoethanol)
und die folgenden Bestandteile in ein 1000 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß
aus Glas gegeben und in einer Stickstoff-Atmosphäre unter Schütteln bei
75°C 8 h lang zur Reaktion gebracht, um ein Polymer zu ergeben:
FA42,7 gStearylmethacrylat (StMA)2,3 g2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)45,0 gMaleinsäureanhydrid (MAN)4,5 gEthylacetat515 gt-Butylperoxipivalat9 g
Die GPC ergab, dass das entstandene statistische Polymer ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 15.000 aufwies.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Vergleichsbeispiel 11
Die gleiche Verfahrensweise wie in Beispiel 10 wurde wiederholt, um
die in Tabelle 9 angegebenen Monomeren zu polymerisieren.
Die GPC ergab, dass das entstandene statistische Polymer ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 13.400 aufwies.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Vergleichsbeispiel 12
1,0 Äquivalent 2-Glycidylmethacrylat und 0,7 Äquivalente
Mercaptoethanol wurden in der Gegenwart von 0,1 Gew.-% N,N-Dimethyllaurylamin in
Ethylacetat bei 50°C 12 h lang zur Reaktion gebracht.
Dann wurden 3,7 g des Reaktionsprodukts (des Produkts aus der Reaktion
zwischen Glycidylmethacrylat und Mercaptoessigsäure) und die folgenden Bestandteile
in ein 1.000 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß aus Glas gegeben und in
einer Stickstoff-Atmosphäre unter Schütteln bei 75°C 8 h lang zur
Reaktion gebracht, um ein Polymer zu ergeben:
FA43,5 gStearylmethacrylat (StMA)2,3 g2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)46,0 gMaleinsäureanhydrid (MAN)4,6 gEthylacetat515 gt-Butylperoxipivalat9 g
Die GPC ergab, dass das entstandene statistische Polymer ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 14.500 aufwies.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Vergleichsbeispiel 13
Die folgenden Bestandteile wurden in ein 1000 mL-Polymerisationsreaktionsgefäß
aus Glas gegeben und in einer Stickstoff-Atmosphäre unter Schütteln bei
75°C 8 h lang zur Reaktion gebracht, um ein Polymer zu ergeben:
FA46,7 g2-Ethylhexylmethacrylat (2-EHMA)46,7 gMaleinsäureanhydrid (MAN)4,3 gChlormethylstyrol (CMS)2,3 gEthylacetat515 gt-Butylperoxipivalat9 g
Die GPC ergab, dass das entstandene statistische Polymer ein zahlendurchschnittliches
Molekulargewicht von 13.600 aufwies.
Das Wasser- und Ölabstoßungsvermögen, die Produktstabilität
und die Verdünnungsstabilität der entstandenen Polymerlösung wurden
ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 11 angegeben.
Tabelle 9Eingesetzte Bestandteile (g)
Tabelle 10
Tabelle 11
Effekt der Erfindung
Das Pfropfcopolymer weist eine ausgezeichnete Löslichkeit in
einem Petro-Lösungsmittel und ausgezeichnetes Wasserabstoßvermögen
wegen des verbesserten Anhaftens an Fasern auf, das durch die durch die Anhydrid-Struktur
herbeigefügte Polarität verursacht wird, und zwar deshalb, weil das cyclische
Säureanhydrid in das Pfropfcopolymer eingebaut ist.
Anspruch[de]
Pfropfcopolymer für ein wasser- und ölstoßendes Mittel,
umfassend eine sich wiederholende Einheit, die aus einem Vinylmonomer mit einer
Perfluoralkylgruppe erhalten wird, und eine sich wiederholende Einheit, die aus
einem polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid erhalten wird, worin ein Haupt
kettenpolymer zusammengesetzt ist aus:
(A) einem gegebenenfalls vorhandenen Vinylmonomer mit einer Perfluoralkylgruppe,
(B) einem gegebenenfalls vorhandenen fluorfreien Vinylmonomer,
(C) einem gegebenenfalls vorhandenen polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid
und
(D) einem Vinylmonomer, das eine Gruppe aufweist, die an ein Seiten kettenpolymer
bindet,
und ein Seitenkettenpolymer zusammengesetzt ist aus:
(E) einem gegebenenfalls vorhandenen Vinylmonomer mit einer Perfluoralkylgruppe,
(F) einem gegebenenfalls vorhandenen fluorfreien Vinylmonomer und
(G) einem gegebenenfalls vorhandenen polymerisierbaren cyclischen Säureanhydrid,
worin zumindest eine der Komponenten (A) und (E) eine notwendige Komponente ist,
und zumindest eine der Komponenten (C) und (G) eine notwendige Komponente ist, und
vorausgesetzt, daß das Seitenkettenpolymer mit einer Fluoralkylgruppe nicht
an ein Hauptkettenpolymer durch eine Verknüpfung gebunden ist, die eine -C(=O)NH-Gruppe
aufweist.Pfropfcopolymer gemäß Anspruch 1, worin die Bindungsgruppe
in dem Vinylmonomer (D), das die Gruppe aufweist, die an das Seitenkettenpolymer
bindet, eine Glycidylgruppe, eine Säurechloridgruppe und/oder eine Halomethylgruppe
ist.Wasser- und Ölabstoßungsmittel auf Lösungsmittelbasis,
umfassend das Pfropfcopolymer gemäß Anspruch 1 oder 2.