GEBIET DER ERFINDUNG
Diese Erfindung betrifft optische Kommunikationssysteme und, insbesondere,
ein optisches Kommunikationssystem, welches Basisbandsignale und Übertragungsbandsignale
optisch kombiniert und die kombinierten Signale über eine gemeinsame optische
Faser sendet.
ALLGEMEINER STAND DER TECHNIK
Ein beständig steigender Kommunikationsbedarf von heute besteht
darin, Multimediadienste wie etwa Sprach- und Datendienste, High-Speed-Internetzugang,
Video Conferencing, Video on Demand und Broadcast Television Video an kleine Unternehmen
und in Wohnungen zu liefern. Kosten sind das herausragende Thema für den Einsatz
derartiger Netze. Unter verschiedenen Technologien, die zur Zeit verfügbar
sind und eingesetzt werden, ist optische Faser, die bis zu Nutzern reicht –
Fiber To The Home (FTTH) – die bevorzugte Technologie, um gegenwärtigem
und zukünftigem Bedarf gerecht zu werden. Diensteanbieter nehmen Faser so weit
in ihre Netze hinein, wie deren Kosten erlauben.
Zwei unterschiedliche optische Faser-Kommunikationssysteme zum Tragen
von Information in digitalen Formaten in Haushalte und Unternehmen haben sich entwickelt.
Ein System liefert Information mittels einer digital modulierten Serie von Lichtimpulsen.
Diese werden als Basisbandsignale bezeichnet. Ein zweites System verwendet mehrere
nach Frequenz getrennte Träger. Jeder Träger ist moduliert, ein Digitalsignal
zu senden. Das sind Übertragungsbandsignale. Jedes System hat seine eigene
besondere Ausstattung, seinen eigenen physikalischen Aufbau und seine eigenen Standards.
1A zeigt schematisch ein Basisbandsystem
10, welches eine zentrale Stelle 11 umfaßt, welche mehreren
Haushalten 12 und Unternehmen 13 optische Faseranschlüsse
bietet. Optische Signale hoher Leistung einer einzigen oder mehrerer Wellenlänge(n)
werden über mehrere Zugangsfasern 15A, 15B, 15C
jeweils an optische Leistungsteiler und/oder Wellenlängen-Demultiplexer
16A, 16B, 16C gesendet, und an jedem Leistungsteiler
oder Demultiplexer, z.B. 16B, wird das Hochleistungssignal in mehrere Signale
niedriger Leistung oder getrennter Wellenlänge geteilt und über jeweils
mehrere Endnutzerfasern 17A und 17B gesendet. Diese Signale werden
Donwstream-Signale genannt. Die Downstream-Signale sind typischerweise eine digital
modulierte Basisbandserie von Lichtimpulsen mit Zentrum im Wellenlängenband
von 1,3 bis 1,6 &mgr;m. Signale von den Endnutzern zu der zentralen Stelle, genannt
Upstream-Signale, sind typischerweise digital modulierte Basisbandimpulse in demselben
Wellenlängenband von 1,3 bis 1,6 &mgr;m, doch von einer gegenüber der
Downstream-Wellenlänge unterschiedlichen Wellenlänge. Sie werden in umgekehrter
Richtung über dieselben Fasern gesendet. Die Upstrem-Signale können an
den Leistungsteilern, z.B. 16B zum Burst-Übertragen, gepuffert oder zeitmultiplexverarbeitet
werden. Da dieses System keine aktive elektronische oder optoelektronische Komponente
zwischen der zentralen Stelle und den Nutzern einsetzt, wird es ein Passives Optisches
Netz (PON) genannt.
1B zeigt ein vereinfachtes Basisband-Modulationsschema.
Typischerweise ist eine digitale 1 durch einen Lichtimpuls in der Serie dargestellt.
Eine digitale 0 durch das Fehlen eines Impulses in einer Impulsposition. Alternativ
kann das Signal umgekehrt werden, wobei ein Impuls eine digitale 0 darstellt, und
wobei sein Fehlen eine 1 darstellt.
2A zeigt schematisch ein Übertragungsbandsystem
20, welches einen Hub 21 und mehrere Fasern 22A,
22B, 22C umfaßt, welche den Hub mit jeweils mehreren Fiber
Nodes 23A, 23B, 23C verbinden. Jeder Node ist, mittels
mehrerer Fasern oder Koaxialkabel 24A und 24B, mit mehreren Haushalten
12 und Unternehmen 13 verbunden.
2B zeigt das Hochfrequenzspektrum eines typischen digital
modulierten Übertragungsbandsignals. Das Signal umfaßt mehrere unterschiedliche,
in Frequenz beabstandete Hochfrequenz(HF)-Träger (z.B. 6MHz Abstand im NTSC-System).
Jeder der Träger ist unter mehreren Zuständen moduliert, um ein Digitalsignal
höherer Ordnung zum Kodieren mehrere Bits für jeden Modulationszustand
zu tragen. Die Modulation kann Amplitudenmodulation, Frequenzmodulation, Phasenmodulation
oder eine Kombination davon sein.
Digitale Übertragungsbandsignale werden konventionell unter Verwendung
zweier HF-Träger gesendet, die frequenzeingerastet, jedoch 90 Grad phasenverschoben
sind. Man sagt, die beiden Träger sind in Quadratur. Die beiden Träger
sind getrennt amplitudenmoduliert (AM), und die modulierten Träger sind kombiniert,
um eine einzige HF-Ausgabe zu bilden, welche sowohl Amplitudeninformation entsprechend
deren Vektorsumme aufweist, als auch Phaseninformation, entsprechend deren Vektorwinkel.
Die Technik ist bekannt als Quadratur-Amplituden-Modulation oder QAM.
2C illustriert den einfachsten Fall von QAM, welcher
auftritt, wenn jeder der Träger nur zwei Zustände hat (z.B. +V und –V).
Ein Träger wird als der Referenzträger betrachtet und wird der Phasenkanal
genannt. Seine Amplitude ist entlang der horizontalen Achse der 2C
dargestellt. Der andere Träger, 90° phasenverschoben, wird der Quadraturkanal
genannt. Seine Amplitude ist entlang der vertikalen Achse dargestellt. Wie aus dem
Diagramm hervorgeht, gibt es dann, wenn jeder Träger zwei Zustände (+V,
–V) hat, vier mögliche kombinierte Ausgaben, von denen jede zwei Informationsbits
darstellen kann: (0,0), (0,1), (1,0), (1,1). Dieses einfache Modulationsschema ist
bekannt als Quadrature Phase Shift Keying (QPSK).
Ähnliche Modulationsschemen können auf Amplitudenmodulation
der Träger unter einer größeren Anzahl von Zuständen basieren.
Wenn zum Beispiel beide Träger unter vier Amplituden moduliert sein können,
kann die kombinierte Ausgabe 4 × 4 = 16 Zustände darstellen, und die Modulation
wird 16-QAM-Modulation genannt. Modulation unter Verwendung von 8 × 8 = 64
Zuständen heißt 64 QAM. Mit einer steigenden Anzahl von Modulationszuständen
steigt auch das erforderliche Signal/Rausch-Verhältnis.
In den vergangenen Jahren gab es ein internationales Bemühen
seitens der Diensteanbieter und Systemhersteller, gemeinsame Spezifizierungen zu
definieren, mit dem Ziel, die Faser bis hin zu Hauhalten und Unternehmen zu bringen,
um bestehende und zukünftige Dienste zu liefern. Diese Spezifikationen sind
nun Teil des Standards G.983.1 der Internationalen Fernmeldeunion (ITU).
Gemäß G.983.1 werden alle Dienste in Basisbandformat sowohl
in die Upstream- als auch in die Downstream-Richtung auf einem leistungsteilerbasierten
System transportiert. In einer Variante des Netzes wird ein aufgeteiltes 155-Mbps-Basisbandsignal
in dem 1,5-&mgr;m-Band downstream transportiert, und dieselbe Bitrate wird auf
einer einzigen Faser in dem 1,3-&mgr;m-Band upstream gesendet. Um Kosten niedrig
zu halten, können ein einziger Sender in der zentralen Stelle und eine einzige
Faser bis zu 32 Nutzer bedienen, wenn die Faser bis hin zu den Räumlichkeiten
des Nutzers reicht. Die Anzahl der Nutzer kann noch größer sein, wenn
sich der Empfänger an der Übergabestelle befindet, und elektrische Signale
an mehrere Wohnungen verteilt werden, Die Spezifikation nach G.983.1 fordert eine
logische Mindestreichweite von wenigstens 20 km und ein optisches Power-Budget,
das mit dieser Reichweite konsistent ist. Die spezifizierte Downstream-Empfängerempfindlichkeit
bei einer Bitfehlerrate von < 1010 beträgt –30 dBm für
Betrieb der Klasse B und –33 dBm für Klasse C.
Eine Downstream-Kapazität von 155 Mbps welche auf 32 Endnutzer
aufgeteilt wird, ist mehr als angemessen für interaktive Dienste, wie etwa
Sprach- und Datendienste oder interaktives Video, kann jedoch bei Multichannel Broadcast
Video ziemlich rasch erschöpft sein, besonders, wenn High Definition Tv (HDTV)
geliefert werden soll. Ein Ansatz nach G.983.1, welcher sich mit dem Liefern von
Broadcast Video befaßt, besteht darin, die Downstream-Bandbreite von 155 auf
622 Mbps zu erhöhen. Dieser Ansatz ist sehr teuer und gestaltet Videokanalschalten
kompliziert. Alternativ können Videosignale auf einer getrennten Faser unter
Verwendung eines getrennten Senders und eines getrennten Empfängers geliefert
werden. Dieser Ansatz ist noch teurer. Entsprechend besteht ein Bedarf an einem
neuen Ansatz, welcher die Performace erhöht und die Kosten senkt.
Ein optisches Kommunikationssystem, um sowohl Basisband- als auch
Übertragungsbandsignale auf einer gemeinsamen Faser auf ansprechende Weise
zu kombinieren, ist in der US-Patentanmeldung S.N. 09/450823 vom 29.11.1999 des
Anmelders mit dem Titel "Optical Communication System Combining Both Baseband and
Passband Signals" beschrieben. In diesem System sind die Basisband- und Übertragungsbandsignale
elektrisch kombiniert, und das kombinierte Signal moduliert ein optisches Ausgabesignal
an der zentralen Stelle. Das optische Signal kann über eine optische Faser
zu einem entfernten Leistungsteiler gesendet werden, wo es auf mehrere Fasern zu
jeweiligen Endnutzern passiv leistungsgeteilt wird. Innerhalb der Power-Budgets
nach ITU-T G.983.1 kann diese Architektur das QPSK Modulationsformat unterstützen,
das Satelliten-TV für Betrieb der Klasse B mit einem PIN-Dioden-Empfänger
oder Betrieb der Klasse C mit einem APD-Empfänger verwendet. Für terrestrisches
Senden digitaler Ausstrahlungsdienste verwenden die meisten Diensteanbieter, wie
etwa Anbieter von Kabel-TV oder drahtlosem Kabel-TV (MMDS-Diensten) 64 QAM oder
Modulation höherer Ordnung. Verglichen mit QPSK erfordert Liefern eines 64-QAMmodulierten
Signals ein um etwa 13 dB höheres Signal/Rausch-Verhältnis in der elektrischen
Domäne, das bedeutet 6,5 dBm mehr optische Leistung beim Empfänger. Alternativ
sollte der Empfänger um wenigstens 6,5 dB empfindlicher sein. Experimentelle
Daten zeigen, daß, um ein 64-QAM-moduliertes Übertragungsbandsignal über
einem 155-Mbps-Basisbandsignal in Klasse B nach G.983.1 zu liefern,
ein APD-basierter Empfänger erforderlich ist. Ein APD ist sehr viel teurer
als eine PIN-Diode. Der Betrieb des APD erfordert eine Zufuhr von typischerweise
mehr als 50V, bei sehr viel komplizierteren Schaltungen zum Stabilisieren von Spannung
und Temperatur, verglichen mit einer PIN-Diode, welche weniger als 5V und weitaus
einfachere Schaltungen erfordert.
Anbieter von Telekommunikations- und Kabel-TV-Diensten würden
es vorziehen, 64 QAM oder Modulation höherer Ordnung für digitale Ausstrahlungsdienste
zu verwenden, um ihre bestehende Infrastruktur zu nutzen und die Bandbreiteneffizienz
von 64 QAM auszunutzen, die bis zu 6 Bit pro Hertz liefern kann, im Gegensatz zu
einem Maximum von 2 Bit pro Hertz bei QPSK. Um 6,5 dBm mehr optische Leistung für
64 QAM zu liefern und innerhalb der Power-Budgets nach ITU-T G.983.1 für das
Basisbandsignal zu bleiben, besteht ein Bedarf an einer anderen Architektur (einem
anderen System), welches) Basisband- und Übertragungsbandsignale sogar bei
einem höheren Performance-Niveau kombinieren kann.
KURZDARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Diese Erfindung ist ein neues Kommunikationssystem, in welchem digitale
Mehrkanal-Broadcast-Dienste an jeden Nutzer verteilt werden, wobei das Signal der
Broadcast-Dienste in dem Übertragungsband über einem digitalen Basisbandsignal
fährt. Das System kann mehr als 1 Gbps zusätzlicher Bandbreite an jeden
Teilnehmer liefern. Die Bandbreite des Übertragungsbands wird Wachstum an Downstream-Diensten
aufnehmen, darunter Video on Demand, Webdownloads höherer Geschwindigkeit,
darunter verbessertes Streaming von Audio und Video, HDTV, interaktives Video und
personalisiertes Video. Die Erfindung erfordert nur einen einzigen Faserweg und
einen einzigen optischen Empfänger für jeden Nutzer oder jede Nutzergruppe.
Ein System mit einer einzigen Faser und einem einzigen optischen Empfänger
ist weit weniger teuer als zwei Systeme, eines zum Senden im Basisband, das andere
im Übertragungsband. Ein einziger Empfänger bringt wesentliche Kostenvorteile
für ein Schaffen von leistbarer Fiber To The Home.
Auch wenn das Resultat der Erfindung darin besteht, digitales Video
und andere bandbreitenintensive Dienste auf dem nach G.983.1 beschriebenen System
hinzuzufügen, kann sie auch in anderen Architekturen verwendet werden, wo Spezifikationen
oder Erfordernisse anders sind als nach G.983.1. Zum Beispiel können Upstream-
und Downstream-Datenraten und optische Wellenlängen sowie die erforderliche
Empfängerempfindlichkeit und die erforderlichen Bitfehlerraten entsprechend
der konkreten Anwendung variieren. Die Erfindung kann auch im Punkt-zu-Punkt-Senden
von Basisband- und Übertragungsbandsignalen auf einer einzigen Faser und einen
einzigen Empfänger verwendet werden. Ferner braucht sich der optische Empfänger
oder ONT nicht in den Räumlichkeiten des Kunden zu befinden. Er kann auch draußen
an der Übergabestelle sein. von der Übergabestelle können die Basisband-
und Übertragungsbanddienste an Teilnehmer geliefert werden, welche diesen ONT
über verdrillte Kupferdrähte oder Koaxialkabel teilen, in einer Architektur,
welche gemeinhin bekannt ist als Fiber To The Curb (FTTC). Was verdrillte Kupferdrähte
angeht, können die Dienste unter Verwendung jeder der konventionellen digitalen
Teilnehmerleitungstechniken geliefert werden.
Was Koaxialleitungen angeht, wird hybride Faser-/Koaxtechnologie (HFC)
verwendet.
In einem Ausführungsbeispiel umfaßt ein optisches Kommunikationssystem
einen ersten optischen Sender zum Erzeugen eines optischen Basisbandsignals, einen
zweiten optischen Sender zum Erzeugen eines optischen Übertragungsbandsignals,
einen optischen Leistungskoppler zum Kombinieren der Signale, eine Länge optischer
Sendefaser zum Senden des kombinierten optischen Signals und einen oder mehrere
optisch an die Faser gekoppelte Empfänger. In einem vorteilhaften System ist
ein optischer Leistungsteiler optisch an die Sendefaser gekoppelt, zum Leistungsteilen
des gesendeten Signals auf mehrere Endnutzerfasern, und für jeden Nutzer oder
jede Gruppe von Nutzern ist ein optischer Empfänger an die Nutzerfaser gekoppelt.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die Vorteile, die Beschaffenheit und verschiedene zusätzliche
Merkmale der Erfindung werden bei Betrachten der illustrativen Ausführungsformen,
welche im Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen beschrieben sind, umfassender
verdeutlicht. In den Zeichnungen zeigen:
1A und 1B Merkmale eines
typischen Basisband-Kommunikationssystems;
2A, 2B und 2C
Merkmale eines typischen Übertragungsband-Kommunikationssystems;
3 ein schematisches Blockdiagramm eines beispielhaften
optischen Kommunikationssystems, welches sowohl Basisband- als
auch Übertragungsbandsignale kombiniert;
4 ein schematisches Diagramm eines optischen Sender-/Empfängers
für das System der 3;
5 ein Diagramm eines Testsystems, welches sowohl Basisband-
als auch Übertragungsbandsignale kombiniert; und
6 bis 9 graphische Darstellungen der
Testergebnisse unter Verwendung des Systems der 5.
Hier ist zu bemerken, daß diese Zeichnungen Zwecken der Illustration
der Ideen der Erfindung dienen, und, mit Ausnahme der Kurven, nicht maßstäblich
sind.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG
1 und 2, welche konventionelle Basisband- und
konventionelle Übertragungsbandsysteme betreffen, sind bereits mit dem Allgemeinen
Stand der Technik beschrieben.
3 ist ein schematisches Blockdiagramm eines optischen
Kommunikationssystems 30 zum Kombinieren sowohl von Basisbandsignalen als
auch von Übertragungsbandsignalen auf einer oder mehreren optischen Sendefaser(n)
32. Im wesentlichen umfaßt das System 30 einen ersten optischen
Sender 40, welcher auf ein elektrisches Basisband-Eingabesignal von einer
Basisbandquelle 28 reagiert, und einen zweiten optischen Sender
41, welcher auf ein elektrisches Übertragungsband-Eingabesignal von
einer Übertragungsbandquelle 29 reagiert. Sender 40 kann
ein digitaler Sender (z.B. ein direkt modulierter digitaler Laser) sein, und Sender
41 kann ein analoger Sender (z.B. ein analoger Laser oder ein extern modulierter
digitaler Laser) sein. Die Sender 40, 41 erzeugen getrennt optische
Signale, welche die Information ihrer jeweiligen Eingabesignale enthalten. Die optischen
Signale werden danach in einem optischen Kombinierer, wie etwa einem optischen Leistungskoppler
42, optisch kombiniert, und das kombinierte optische Signal wird zu einem
oder mehreren optischen Empfänger(n) 35 gesendet. Wenigstens ein optischer
Empfänger 35 kann sowohl das Basisband- als auch das Übertragungsbandsignal
erfassen und demodulieren. Es ist denkbar, daß die Sender 40,
41 sich an einer zentralen Stelle befinden werden. Es ist auch möglich,
daß das Umwandeln des Übertragungsbandsignals von einem elektrischen in
ein optisches weiter drinnen im Netz geschieht, wobei ein optisches Übertragungsbandsignal
zu der zentralen Stelle gebracht wird.
In der bevorzugten Anordnung, welche in 3
gezeigt ist, umfaßt das Übertragungsbandsignal digitale Broadcast-Signale,
welche für alle Nutzer praktisch dieselben sind, wobei das Basisbandsignal
für eine bestimmte Nutzergruppe dediziert ist. Entsprechend kann es vorteilhaft
sein, das optische Übertragungsbandsignal in einem erbiumdotierten Faserverstärker
(EDFA) 43 zu verstärken und die verstärkte Ausgabe auf einen
optischen Leistungsteiler 44 zu bringen. Das ergibt mehrere optische Übertragungsbandsignale,
die mit anderen Basisbandsignalen, die für andere Nutzergruppen dediziert sind
(nicht gezeigt), kombiniert werden können.
In einer Ausführungsform ist das Basisbandsignal ein digital
moduliertes, zeitmultiplexverarbeitetes (TDM) 155-Mbps-Basisbandsignal, entsprechend
den Power-Budgets und anderen Spezifikationen nach dem ITU-Industriestandard G.983.1.
Das Übertragungsbandsignal ist ein in Quadrature Phase Shift Keying frequenzmultiplexverarbeitetes
(FDM) Signal, welches über 1 Gbps an Information trägt. Die Basisband-
und Übertragungsbandsignale werden von Senderlasern 40 und
41 in zwei verschiedene Wellenlängen in dem 1,5-&mgr;m-Band derart
umgewandelt, daß die optische Interaktion zwischen den beiden Wellenlängen
keine Verzerrung der Basisband- und Übertragungsbandsignale, welche in der
optischen Domäne kombiniert werden, verursacht. Auch wenn die bevorzugte Ausführungsform
dieser Erfindung einen einzigen optischen Empfänger sowohl für Basisband-
als auch für Übertragungsbandsignale verwendet, um Kosten niedrig zu halten,
kann eine Variante dieser Erfindung ein integriertes optisches Modul an dem Empfänger
verwenden, um das Übertragungsbandsignal zu trennen, zum Erfassen durch einen
getrennten O/E-Empfänger oder für das Liefern an einen anderen Ort über
eine getrennte Faser.
Ein bedeutender Vorteil dieses Systems besteht darin, daß die
optischen Sender 40 und 41 getrennt für ihre jeweiligen Signale
optimiert werden können. Derartiges Optimieren eliminiert eine senderbezogene
optische Leistungseinbuße von 1 bis 2 dB, zu welcher es käme, wenn ein
einziger Sender verwendet würde, und es verbessert die Performance des Systems.
Zum Beispiel kann der optische Weg für das Übertragungsbandsignal einen
zusätzlichen erbiumdotierten Faserverstärker 44 enthalten, um
das Übertragungsbandsenden zu optimieren.
4 stellt schematisch eine vorteilhafte optische Sende-/Empfangsanordnung
35 für Endnutzer dar. Die Anordnung empfängt das gesendete kombinierte
optische Signal von einer Faser 34 durch einen MUX 50. Das kombinierte
Signal wird auf ein empfangendes Element 51 aufgebracht, wie etwa eine
PIN-Diode, und das resultierende kombinierte elektrische Signal wird in einen Vorverstärker
52 geführt. Das vorverstärkte kombinierte elektrische Signal
wird dann von einem Diplexer 53 in seinen Basisbandabschnitt und seinen
Übertragungsbandabschnitt gesplittet.
Um Zweiwegekommunikation mit dem Endnutzer zu erlauben, kann der Sender-/Empfänger
35 vorteilhafterweise einen Senderlaser 54 zum Empfangen elektrischer
Signale von den Nutzern und Erzeugen eines optischen Rücksignals einer Wellenlänge,
welche sich von der des Eingabesignals unterscheidet, enthalten. Dieses Rücksignal
wird zu dem Multiplexer 50 gebracht und über Faser 34 zu
der zentralen Stelle zurückgesendet. Die Downstream-Eingabesignale liegen vorzugsweise
bei zwei beabstandeten Wellenlängen in dem Bereich von 1,48 bis 1,60 &mgr;m,
und die Upstream-Ausgabesignale liegen vorzugsweise bei 1,3 &mgr;m.
Die Erfindung kann nun durch Betrachten der folgenden konkreten Beispiele
und Tests besser verstanden werden. In den Beispielen und Tests, welche sich an
Fachkreise richten, sind die verwendeten Akronyme dort, wo sie zum ersten Mal vorkommen,
und in dem Definitionsabschnitt am Ende dieser Spezifikation ausgeschrieben.
Die folgenden Beispiele sind ausschließlich zum Zwecke der Illustration
vorgelegt. Die Beispiele sollten nicht als die Erfindung einschränkend aufgefaßt
werden.
BEISPIEL 1
Dieses Beispiel soll die Realisierbarkeit dieser Erfindung demonstrieren.
Im Detail des Versuchs, kombiniert mit der obigen Beschreibung, zeigen sich Vorteile
verschiedener möglicher Komponenten und Verfahren.
5 zeigt schematisch die Testvorrichtung, wobei ein
auf einen DFB-Lasersender 40 aufgebrachtes elektrisches Basisband-Modulationssignal
ein optisches Basisbandsignal erzeugt. Ein elektrisches von einem MMDS-Signal abgeleitetes
64-QAM-Übertragungsbandsignal wird in einem zweiten DFB-Laser 41 in
ein optisches Übertragungsbandsignal umgewandelt, und die optischen Basisband-
und Übertragungsbandsignale werden in einem optischen 2x2-Leistungskombinierer
42 kombiniert und über eine gemeinsame Faser 32 an einen
Leistungsteiler 33 gesendet. Ein Zweig 34 des Leistungsteilers
sendet einen Abschnitt des empfangenen optischen Signals an einen Endnutzerempfänger
35, welcher einen Diplexer 53 enthält. Der Empfänger
34 war ein Lucent Technologies 1319 O/E-Empfänger. Der Empfänger
umfaßt einen PIN-Detektor und einen Transimpedanzverstärker (TIA). Ein
Diplexer 53 wird verwendet, um das Basisband- und das Übertragungsbandsignal
an dem Ausgang des Empfängers zu trennen.
Zu dem besonderen verwendeten Übertragungsbandsignal und zu den
durchgeführten Tests (jedoch nicht zu den tatsächlichen Systemen, welche
die Erfindung verwenden) gehörige elektrische Schaltungen werden im Zusammenhang
mit diesen Tests beschrieben.
Wir haben ein 64-QAM-MMDS-Videosignal für das Übertragungsbandsignal
verwendet. Das Signal umfaßt 31 Träger mit 4 leeren Slots von
222 bis 408 MHz. Jeder Träger ist 6 MHz breit und trägt 5063 M Symbole/s.
An einem der leeren Slots, bei 279 MHz, fügten wir einen 6 MHz breiten 64-QAM-Testträger
für Bitfehlerraten- und Konstellationsuntersuchungen von einem Broadcom Modulator
ein. Der Leistungspegel des Testträgers wurde dem Pegel der MMDS-Träger
angepaßt. Das DAVIC-Schema wurde für Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC),
wie durch den Broadcom Modulator 60 geboten, verwendet. Für das Übertragungsbandsignal
verwendeten wir sowohl einen direkt modulierten digitalen DFB-Lasersender als auch
einen kommerziell verfügbaren Sender von Harmonics Lightwave, welcher für
analoge Signale optimiert ist.
Die Ausgaben des Empfängers 35 sind in 6(a),
6(b) und 6(c) gezeigt. 6(a) zeigt
das Kompositsignal an dem Ausgang des Empfängers. Dieses Kompositsignal enthält
sowohl die Basisband- als auch die Übertragungsbandsignale, mit einer erkennbaren
Trennung dazwischen.
6(b) zeigt die Hochfrequenzausgabe des Diplexers, welche die digitalen
MMDS-Videoträger von 222 bis 408 MHz umfaßt. Das macht das Übertragungsbandsignal
aus.
6(c) zeigt die Niederfrequenzausgabe des Diplexers, welche das
155-Mbps-Basisbandsignal ausmacht. Der Diplexer hat das Basisband- und das Übertragungsbandsignal
mit vernachlässigbarer Einfügungsdämpfung für jedes der Signale
getrennt.
7 vergleicht die System-Performance eines analogen
Senders, welcher für analoge Signale optimiert ist, mit einem digitalen Sender
für das Übertragungsbandsignal. Der analoge Sender wurde als ein kommerzielles
Produkt von Harmonic Lightwave erworben. Die Schaltung dieses Senders war für
optimale analoge Videomodulation entworfen worden. Der digitale Sender weist an
einem Lasertestaufbau einen DFB-Laser auf. 7 zeichnet
die Bitfehlerrate des empfangenen Signals versus der empfangenen optischen Leistung
auf. Die Messungen wurden auf dem 279-MHz-Testträger durchgeführt, wobei
alle MMDS-Träger vorhanden waren, das Basisbandsignal jedoch nicht vorhanden
war. Daten sind sowohl für den digitalen als auch für den analogen Sender
und vor und nach Vorwärtsfehlerkorrektur gezeigt. Die Vorwärtsfehlerkorrektur
in dem DAVIC-Schema bietet etwa 4 dB an optischem Codiergewinn für eine Bitfehlerrate
von 10–10. Der Codiergewinn sinkt mit steigender Bitfehlerrate.
Die Daten zeigen, daß der analoge Sender eine optische Leistungsverbesserung
um 2 dB in der System-Performance bringt, verglichen mit dem digitalen Sender.
Qualitativ wurde keine Beeinträchtigung in der Bildqualität
oder Tonqualität der 285-MHz-Kanäle im TV für eine Bitfehlerrate
des Testkanals von weniger als 5 × 10–3 vor Vorwärtsfehlerkorrektur
festgestellt. Das entspricht –26,5 dBm optischer Übertragungsbandleistung
am Empfänger. Nach FEC entspricht das etwa 10–10 BER. Es
wird angenommen, daß ein System, das für eine BER von 10–6
vor FEC gebaut ist, zu einem im wesentlichen fehlerlosen Signal nach FEC führen
wird. Das erfordert ein optisches Signal von etwa –24,5 dBm am Empfänger
bei Nichtvorhandensein eines Basisbandsignals.
8(a) bis 8(c) zeichnen die logarithmische Fehlerwahrscheinlichkeit
des Übertragungsbands bei Vorhandensein jeweils unterschiedlicher optischer
Basisbandleistungspegel auf. 8(a) ist mit –28 dBm optischer
Basisbandleistung gemessen, 8(b) mit –25 dBm und
8(c) mit –22 dBm optischer Leistung. Die optische Übertragungsband-Leistungseinbuße
aufgrund des Vorhandenseins des Basisbands variiert mit der Basisbandleistung. Die
optische Leistungseinbuße beträgt 0,2 dB, 0,6 dB und 0,75 dBm für
Basisbandleistung von jeweils –28 dBm, –25 dBm und –22 dBm.
9 zeigt die logarithmische Fehlerwahrscheinlichkeit
des Basisbands mit und ohne Vorhandensein eines Übertragungsbandsignals bei
–24 dBm und –25 dBm optischer Leistung. Auf Basis dieser Messungen
und anderer Messungen bei hoher optischer Übertragungsbandleistung wird angenommen,
daß das Vorhandensein eines Übertragungsbandsignals bei weniger als –11
dBm optischer Leistung vernachlässigbares Rauschen im Basisbandbereich hinzufügt.
Die Basisband-Leistungseinbuße beträgt weniger als 0,5 dB.
Wenn die optische Basisbandleistung über –22 dBm hinaus
ansteigt, steigt das Rauschen aufgrund von Basisband-Oberwellen im HF-Bereich des
Übertragungsbands. Das erhöht die Übertragungsband-Leistungseinbuße,
wie gezeigt in 8(a) bis 8(c). Daher sollten Basisband-Oberwellen
durch Filtern des Basisbandsignals und Bias-Einstellung des Basisbandlasers in einem
linearen Bereich minimiert werden. Das kann das Extinktionsverhältnis im Basisband
unter die für FSAN erforderlichen 10 dB reduzieren. Dennoch kann das System
bei weniger als –22 dBm für jeden der Signaltypen betrieben werden.
Diese Tests zeigen, daß ein digital moduliertes Übertragungsbandsignal
über dieselbe optische Faser gemeinsam mit einem Basisbandsignal geliefert
werden kann. Dieses System kann einen Großteil der bestehenden Sendeausstattung
und der Basisbandsende-Power-Budgets (z.B. ITU-T G.983.1) verwenden. Übertragungsraten
von etwa 1 bis 5 Gbps können kompatibel mit den bestehenden Komponenten erreicht
werden. Diese zusätzliche Bandbreite kann für Broadcast Video und Switched
Video sowie für andere bandbreitenintensive Dienste verwendet werden. Sie kann
auch verwendet werden, um einem Teilnehmer einen dedizierten Kanal gewünschter
Bandbreite zu bieten. Die vorgeschlagene Technik bietet auch eine ansprechende Aufwertung
derzeit installierter passiver optischer Netze, ohne bedeutende zusätzliche
Kosten oder Leistungseinbußen zu verursachen. Wenn einige Teilnehmer ausschließlich
Basisbanddaten empfangen wollen, und keine Sprach- oder anderen Übertragungsbanddienste,
ist das System mit ONU ausschließlich für Basisband bei vernachlässigbarer
Leistungseinbuße kompatibel.
Es wird in Fachkreisen klar sein, daß zahlreiche Modifikationen
und Variationen an den Ausführungsformen, wie sie beschrieben sind, vorgenommen
werden können, ohne im wesentlichen den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung
zu verlassen. Es besteht die Absicht, daß alle derartigen Modifikationen und
Variationen hiermit eingeschlossen sein sollen innerhalb des Schutzbereichs der
vorliegenden Erfindung, wie er in den beigelegten Ansprüchen dargelegt ist.
DEFINITIONEN
-
- AKRONYM
- BEDEUTUNG
- APD
- Avalanche-Photodetektor
- BER
- Bitfehlerrate
- DAVIC
- Digital Audio Visual Council
- DSS
- Digital Satellite Service
- EDFA
- erbiumdotierter Faserverstärker
- FDM
- Frequenzmultiplex
- FEC
- Vorwärtsfehlerkorrektur
- FTTC
- Fiber To The Curb
- FTTH
- Fiber To The Home
- FDM
- frequenzmultiplexverarbeitet
- Gbps
- Gigabit pro Sekunde
- HDTV
- High Definition Television
- ITU
- Internationale Fernmeldeunion
- LNB
- Low Noise Block
- Mbps
- Megabit pro Sekunde
- MMDS
- Multichannel Multipoint Distribution System
- O/E
- optisch/elektrisch
- OMD
- optische Modulationstiefe
- OMI
- optischer Modulationsindex
- ONT
- optischer Empfänger
- ONU
- Optical Network Unit
- PON
- Passives Optisches Netz
- QAM
- Quadratur-Amplituden-Modulation
- QPSK
- Quadrature-Phase-Shift-Keying
- RF/HF
- Hochfrequenz
- R-S coding
- Reed-Solomon-Codierung
- SNR
- Signal/Rausch-Verhältnis
- STB
- Set-Top-Box
- TDM
- Zeitmultiplexen