Technisches Sachgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der faseroptischen Kommunikationssysteme
und insbesondere auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern der Verstärkung
eines Raman-Verstärkers.
Hintergrund der Erfindung
In faseroptischen Kommunikationssystemen sind optische Signale, die
sich über eine Lichtleitfaser ausbreiten, einer Signaldämpfung ausgesetzt,
die durch die Absorption und Streuung in Lichtleitfasern entsteht. Infolgedessen
müssen optische Signale bei einer Übertragung über große Entfernungen
regelmäßig verstärkt werden, was entweder mit elektrischen Repeatern
oder mit optischen Verstärkern bewerkstelligt werden kann. Bekannte optische
Verstärker sind erbiumdotierte Faserverstärker (Erbium-Doped Fiber Amplifiers,
EDFAs), optische Halbleiterverstärker und Raman-Verstärker. Wegen seiner
gleichmäßigen Verstärkung über einen weiten Wellenlängenbereich
hat der Raman-Verstärker in der jüngsten Vergangenheit zunehmendes Interesse
als idealer Verstärkerkandidat für die Übertragung von Signalen nach
dem Wellenlängenmultiplex-Verfahren (Wavelength Division Multiplex, WDM) auf
sich gezogen.
Die Raman-Verstärkung basiert auf dem Raman-Effekt, bei dem es
sich um einen nichtlinearen Prozeß handelt, der nur bei hohen optischen Intensitäten
auftritt, und bei dem Licht, das sich durch das nichtlineare Medium hindurch ausbreitet,
mit Schwingungsmoden des Mediums gekoppelt wird und bei einer anderen Wellenlänge
zurückgestrahlt wird. Das zu einer höheren Wellenlänge verschobene
zurückgestrahlte Licht wird gemeinhin als Stokes-Linie bezeichnet, während
Licht, das zu einer niedrigeren Wellenlänge hin verschoben ist, als Anti-Stokes-Linie
bezeichnet wird. Der Raman-Effekt wird durch die Quantenmechanik als Streuung von
Photonen an Molekülen beschrieben, die dabei einen Übergang ihres Schwingungszustands
durchlaufen. Die Raman-Verstärkung ist mit einer stimulierten Raman-Streuung
verbunden, bei welcher der einfallende Strahl, der eine höhere optische Frequenz
hat und häufig als Pumpstrahl bezeichnet wird, zum Verstärken des Strahls
mit einer niedrigeren Frequenz verwendet wird, der häufig als Stokes-Strahl
oder als Signalstrahl durch den Raman-Effekt bezeichnet wird.
Im Gegensatz zu EDFAs, bei denen die Verstärkungseigenschaften
nur vom EDFA-Modul abhängig sind, wird die Übertragungsleitung selbst
als Verstärkungsmedium eines verteilten Raman-Verstärkers verwendet, weshalb
die Verstärkungseigenschaften wie die Verstärkung und die Entzerrung des
Verstärkungsgangs eng mit dem Typ, den Eigenschaften und den Besonderheiten
der verwendeten Faser sowie mit dem Faserzustand verbunden sind. In einer Quarzglasfaser
beispielsweise tritt die stärkste Raman-Streuung, d.h. die maximale Raman-Verstärkung,
bei einer Frequenzverschiebung von ungefähr 13,2 THz auf, was einer Wellenlängenverschiebung
von etwa 50–100 nm für Pumpwellenlängen zwischen etwa 1 und 1,5
&mgr;m entspricht. Es ist nicht möglich, das Betriebsverhalten eines Raman-Verstärkers
einschließlich der Verstärkung, der Entzerrung des Verstärkungsgangs
und des Rauschspektrums exakt vorherzusagen, ohne genaue Kenntnis von den Fasertypen,
Eigenschaften und Besonderheiten sowie vom Zustand der verwendeten Faser entlang
der optischen Übertragungsleitung zu haben.
Eine verteilte Raman-Verstärkung ist typisch gekennzeichnet durch
die Ein-Aus-Verstärkung, also das Verhältnis zwischen der am ausgangsseitigen
Ende der Faser bei eingeschalteten Pumpquellen gemessenen Signalleistung und der
Signalleistung bei ausgeschalteten Pumpquellen. Zum Betreiben eines bestimmten Raman-Verstärkers
muß die Verstärkungscharakteristik der zugehörigen Faserverbindung
bekannt sein, damit die Pumpleistung richtig eingestellt werden kann. Prinzipiell
wäre es möglich, eine vorläufige Kalibrierung des Raman-Wirkungsgrades
verschiedener Fasertypen in Abhängigkeit von der Pumpleistung im Labor vorzunehmen
und diese Werte dann für die eigentliche Installation im Feld zu verwenden.
Tatsächlich aber hängt die Raman-Verstärkung stark vom Verlust der
Faser bei der Pumpwellenlänge ab, und zudem ist das eigentliche Dämpfungsverhalten
einer installierten Faserverbindung nicht im voraus bekannt, sondern muß vor
Ort ermittelt werden. Hinzu kommt, daß sich lokale Verluste beispielsweise
aufgrund von Faserspleißen nicht exakt vorhersagen lassen und die installierte
Faser unter Umständen nicht denselben Raman-Wirkungsgrad hat wie die Faser
des Typs, der zuvor im Labor kalibriert wurde. Mit Verfahren, die sich nur auf die
Nenneigenschaften von Fasern stützen, lassen sich daher nur Genauigkeiten von
bestenfalls ±20% erreichen. Es ist deshalb unumgänglich, die Raman-Verstärkung
im Feld zu steuern.
In US 6,734,954 werden ein
System und ein Verfahren zur automatischen Steuerung der Raman-Verstärkung
mittels eines geschlossenen Regelkreises beschrieben, bei dem Informationen über
das Systemwellenlängenprofil verwendet werden, um eine exakte
Ableitung der Raman-Verstärkung in einem faseroptischen Streckenabschnitt zu
erhalten. Es werden optische Spektrumanalysatoren zum Überwachen von Wellenlängenprofilen
eingesetzt, was die Abbildung von Sende- und Empfangsprofilen innerhalb eines Streckenabschnitts
gestattet. Diese Abbildungsinformationen werden anschließend an einer zentralen
Stelle gesammelt, so daß die Raman-Verstärkung in dem Streckenabschnitt
abgeleitet werden kann. Die Messung eines ganzen Verstärkungsspektrums ist
allerdings mühsam und auch unnötig, da sie in mehr Informationen resultiert
als für die Einstellung der Verstärkungskurve nötig sind.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht also darin, ein vereinfachtes
Verfahren und eine zugehörige Vorrichtung zum Steuern der Verstärkungscharakteristik
eines verteilten Raman-Verstärkers vorzusehen.
Zusammenfassende Beschreibung der Erfindung
Diese und andere nachstehend erwähnte Aufgaben werden gelöst,
indem die Verstärkungskurve eines Raman-Verstärkers in einer Simulation
abgeschätzt wird, Datenkanäle für eine Online-Messung ausgewählt
werden und Verstärkungs-Zielwerte für die ausgewählten Kanäle
anhand der simulierten Verstärkungskurve festgelegt werden. Die Anzahl der
ausgewählten Kanäle entspricht der Anzahl der Pumpwellenlängen.
Insbesondere besteht das Verfahren zum Steuern der Verstärkung
eines Raman-Verstärkers (Raman Amplifier, RA) in einem faseroptischen Kommunikationssystem,
das eine Lichtleitfaser (F) beinhaltet, aus folgenden Schritten:
- a) Einspeisen von Np Pumplichtsignalen mit unterschiedlichen Pumpwellenlängen
in die besagte Faser (F), wobei Np eine ganze Zahl größer 1
ist,
- b) Abschätzen der Verstärkungskurve als lineare Kombination aus Np
zuvor festgelegten Verstärkungsverlaufskurven entsprechend den Np
besagten Pumplichtsignalen,
- c) Auswählen von Np Signalwellenlängen auf dieser Kurve
und Registrieren ihrer Zielwerte,
- d) Messen der Signalleistung der besagten Np Signalwellenlängen
und
- e) Variieren der Leistung mindestens eines der besagten Pumplichtsignale zum
Minimieren einer Leistungsdifferenz zwischen dem gemessenen Leistungswert eines
beliebigen der besagten Np Signalkanäle und seinem geschätzten
Verstärkungs-Zielwert.
Ein Controller für einen Raman-Verstärker in einem faseroptischen
Kommunikationssystem wird mit den Verstärkungs-Zielwerten der ausgewählten
Np Kanäle konfiguriert, vergleicht gemessene Werte mit den Np
Verstärkungs-Zielwerten und variiert die Leistung mindestens eines der besagten
Pumplichtsignale, um eine Leistungsdifferenz zwischen dem gemessenen Leistungswert
eines beliebigen der besagten Np Signalkanäle und seinem geschätzten
Verstärkungs-Zielwert zu minimieren.
Die Erfindung erfordert das Messen der Verstärkung von lediglich
Np Kanälen für einen Rückkopplungsprozeß, nicht aber
das Messen der Verstärkung des gesamten Signalspektrums. Somit sind nur Np
Signalfilter und Np Fotodioden für die Signaldetektion nötig.
Überdies erfordert die Erfindung keinerlei Kenntnis über den Raman-Wirkungsgrad
der installierten Lichleitfaserverbindung, sondern es genügt die Kenntnis des
normalisierten Raman-Wirkungsgrades, d.h. der Kurvenform. Dies ist ein sehr interessantes
Merkmal, da Lichtleitfasern üblicherweise sehr eng beieinander liegende Verläufe
des Raman-Wirkungsgrades aufweisen, d.h. solche, die sich nur um einen Verhältniskoeffizienten
unterscheiden. Des weiteren wird keine Information über die Dämpfung der
Faser bei der Pumpwellenlänge benötigt, und es brauchen keine Raman-Wechselwirkungen
zwischen den Pumpquellen berechnet zu werden. Infolgedessen ist der vorgeschlagene
Steuerungsalgorithmus schnell und einfach zu implementieren.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Es werden nun bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung
unter Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben, von welchen
einen Raman-Verstärker mit Np
Pumpen zeigt, die in einem faseroptischen Kommunikationssystem installiert sind,
einen weiteren Raman-Verstärker mit Np
Pumpen zeigt, die in einem faseroptischen Kommunikationssystem installiert sind,
bei dem ein Rückwärts-Pumpverfahren angewandt wird,
eine Abschätzung der Verstärkungskurve
zeigt, die aus einer linearen Kombination von Np zuvor festgelegten Verstärkungsverlaufskurven
entsprechend den Np Pumpen abgeleitet wurden,
den Verstärkungsverlauf nach dem Feinabgleich
unter Verwendung von Np Signalkanälen zeigt und
einen Vergleich mit einer Verstärkungskurve
ohne Anwendung der Erfindung zeigt.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
Ein faseroptisches Kommunikationssystem mit Raman-Verstärker
ist in dargestellt. Es beinhaltet eine Lichtleitfaser
S, die eine Anzahl von Signalkanälen mit unterschiedlichen Wellenlängen
&lgr;i transportiert. Es sind drei Pumplaser P1–P3 installiert,
die Pumplichtsignale mit den Wellenlängen &lgr;Pi, &lgr;P2
beziehungsweise &lgr;P3 emittieren. Die Pumplichtsignale werden über
einen Multiplexer MX und einen Raman-Multiplexer RM in die Faser S eingespeist,
wo sie eine Verstärkung der Signalkanäle durch stimulierte Raman-Streuung
bewirken.
Um die gewünschte Verstärkungscharakteristik zu erreichen,
müssen die Leistungswerte der Pumplaser P1-P3 richtig eingestellt werden. Daher
werden drei ausgewählte Kanäle exemplarisch gemessen und ihre Signalenergien
miteinander verglichen. Dazu extrahiert ein Verzweigungskoppler (Tap Coupler, TC)
einen Teil des Signallichts aus der Faser S. Ein mit dem Verzweigungskoppler TC
gekoppelter Demultiplexer DMX extrahiert die drei ausgewählten Signalwellenlängen
&lgr;i, &lgr;2 und &lgr;3, die anschließend
den entsprechenden Fotodetektoren PD1, PD2 beziehungsweise PD3 zugeführt werden.
Der Demultiplexer DMX enthält die auf die ausgewählten Signalwellenlängen
&lgr;i, &lgr;2 und &lgr;3 abgestimmten Filter.
Die gemessenen Werte werden über Rückkopplungskanäle
einem Controller CTR zugeführt, der die gemessenen Werte mit Verstärkungs-Zielwerten
vergleicht, daraus ermittelt, ob die Pumpleistung eines der Laser verringert oder
erhöht werden muß, und anschließend die Pumpleistungen entsprechend
einstellt. Der Controller CTR kann am selben Ort wie die Raman-Pumpen P1–P3
installiert sein, aber auch an einem zentralen Punkt im Netz oder auf seiten der
Detektoren. Die Pumpeinheit kann entweder aus Np einzelnen Pumplasern P1–P3
mit unterschiedlichen Punpwellenlängen (&lgr;P1, &lgr;P2,
&lgr;P3) bestehen, aber alternativ auch ein einziger Raman-Faserlaser
sein, der die Np Pumpsignale emittiert.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform kommt ein Raman-Rückwärtspumpverfahren
zur Anwendung, so daß der Controller CTR am selben Ort wie das Mittel, mit
dem die Ausgangssignalleistung gemessen wird, und die Pumpeinheit angeordnet ist.
Dies ist in dargestellt.
Das Verfahren zum Einstellen der Verstärkung der Raman-Pumpen
P1–P3 wird wie folgt durchgeführt: In einer Vorbereitungsphase wird
das Verstärkungs-Zielprofil anhand einer Simulation abgeschätzt, bei der
keinerlei Wechselwirkungen zwischen den Pumpen berücksichtigt werden. Diese
anfängliche Abschätzung erfordert lediglich die Kenntnis der Anzahl Np
der Raman-Pumpen (in dieser speziellen Ausführungsform also 3), der Wellenlängen
dieser Pumpen (d.h. &lgr;Pi, &lgr;P2 und &lgr;P3)
und des normalisierten Raman-Wirkungsgrades der Faser.
Der Kurvenverlauf des normalisierten Raman-Wirkungsgrades CR(&Dgr;v)
der Faser S, wobei &Dgr;v die Frequenzverschiebung zwischen Pumpe und Signal ist,
ist beispielsweise aus einer Offline-Messung, aus vordefinierten Fasercharakteristiken
oder aus theoretischen Berechnungen bekannt. Die Raman-Wirkungsgradkurven der einzelnen
Pumpen P1–P3 werden mit Gewichtungskoeffizienten a1, a2 beziehungsweise a3
gewichtet. Die resultierende Überlagerung wird durch die Funktion G(vs)
beschrieben (mit &ngr;i = c/&lgr;i):
G(&ngr;s) = a1 CR(&ngr;1 – &ngr;s)
+ a2 CR(&ngr;2 – &ngr;s) + a3 CR(&ngr;3
– &ngr;s)
G(&ngr;s) ist eine Funktion, die zu der in dB ausgedrückten gesamten
Ein-Aus-Ramanverstärkung proportional ist und die Form der Raman-Gesamtverstärkungskurve
definiert. Die Koeffizienten a1, a2 und 13 werden so eingestellt, daß die resultierende
Verstärkungskurve die gewünschte Form annimmt. In der bevorzugten Ausführungsform
ist die gewünschte Form ein flacher Verstärkungsverlauf. Es sind jedoch
auch andere Formen wie beispielsweise ein Anstieg möglich, was von der Wahl
und den individuellen Anforderungen des Anwenders abhängen kann.
Die Koeffizienten a, b und c haben für den Abgleich selbst keine
praktische Bedeutung. Sie definieren lediglich, wie die optimale
Verstärkungskurve aussehen würde, die theoretisch erreichbar ist, wenn
die Pumpleistungen richtig eingestellt werden. Aus dieser abgeschätzten Kurve
werden drei Np-Signalkanäle ausgewählt, die anschließend
als Basis für den eigentlichen Abgleich dienen. Diese Kanäle sind in der
bevorzugten Ausführungsform diejenigen Kanäle, deren optische Frequenz
&ngr;s lokalen Maxima von G zugeordnet sind. Die aus der Simulation
dieser Kanäle ermittelten G-Werte G(&ngr;s1), G(&ngr;s2)
und G(&ngr;s3) werden anschließend im Controller CTR als Zielwerte
für den Abgleich gespeichert.
Es sei darauf hingewiesen, daß diese Simulation lediglich ein
vorbereitender Schritt des Verfahrens ist und nicht notwendigerweise im Controller
CTR implementiert ist. Die Np-Zielwerte dagegen werden als feste externe
Parameter für den nachfolgenden Abgleich in den Controller geladen.
Der Controller CTR ist danach in der Lage, den eigentlichen Abgleich
der Pumpleistungen so durchzuführen, daß sich diese in die simulierte
Kurve einfügen. Der Abgleich kann von frei wählbaren Leistungswerten der
Np Pumpen ausgehend beginnen. Erfindungsgemäß werden nur die
ausgewählten Np Signalkanäle für den Online-Abgleich des
Raman-Verstärkungssystems verwendet. Der Abgleich wird anschließend durch
einen Rückkopplungsprozeß bewerkstelligt, bei dem die Pumpleistungen der
Np Pumpen so eingestellt werden, daß die gewünschten Ein-Aus-Verstärkungswerte
G(&ngr;s1), G(&ngr;S2) und G(&ngr;s3) erreicht
werden, die anhand der vorgenannten Simulation für diese Kanäle ermittelt
wurden. Durch Beobachten der Np Signalverstärkungen kann somit die
gesamte Raman-Verstärkungskurve gewonnen werden, die der simulierten G-Kurve
entspricht.
Ein Beispiel für die Art des Abgleichs der Pumpen P1–P3
durch den Controller CTR ist in den und
dargestellt. Die Pumpwellenlängen sind &lgr;p1
= 1425 nm, &lgr;p2 = 1436 nm und &lgr;p3 = 1463 nm. Die
diesen drei Wellenlängen entsprechenden Verstärkungs-Kurvenverläufe
sind im Diagramm von als die Kurven
21, 22 beziehungsweise 23 dargestellt. Der gewünschte
Verstärkungs-Kurvenverlauf ist eine möglichst flache Kurve über den
gesamten Wellenlängenbereich von 1530 bis 1570 nm. Die Koeffizienten a1, a2
und a3, d.h. das Verhältnis der Leistungswerte der drei Pumpen, werden zu a1
= 8, a2 = 10 beziehungsweise a3 = 30 abgeschätzt. Die resultierende Überlagerung
G ist als Kurve 24 dargestellt. G ist in frei gewählten Einheiten
dargestellt, jedoch proportional zur gesamten in dB ausgedrückten Ein-Aus-Ramanverstärkung.
Je nach den individuellen Anforderungen im faseroptischen Übertragungssystem
kann diese Verstärkung mit einem Faktor multipliziert werden, durch den sich
die erforderliche Verstärkung von z.B. 20 dB ergibt.
Die drei für den Abgleich ausgewählten Signalkanäle
sind die Wellenlängenkanäle &lgr;1 = 1532 nm, &lgr;2
= 1546 nm und &lgr;3 = 1560 nm. Die ausgewählten Kanäle entsprechen
in der bevorzugten Ausführungsform den Spitzen der Verstärkungskurve,
können aber auch unterschiedlich gewählt werden.
Es sei darauf hingewiesen, daß wegen der Raman-Wechselwirkung
zwischen den Pumpen die in simulierten Pumpleistungsverhältnisse
nicht die tatsächliche Verstärkung wiedergeben. Dies ist in
dargestellt: Die Pumpen-Wechselwirkungen induzieren
einen Leistungstransfer von den niedrigeren Pumpwellenlängen zu den höheren
Pumpwellenlängen, was in einem geneigten Verstärkungsprofil mit positiver
Steigung resultiert, das in als Kurve
31 dargestellt ist. Um die Verstärkungskurve so zu glätten, daß
sie mit der gewünschten Kurve übereinstimmt, muß im wesentlichen
die Pumpleistung der Pumpe mit der niedrigsten Wellenlänge erhöht werden,
während die Pumpleistung der Pumpe mit der höchsten Wellenlänge verringert
werden muß.
Dementsprechend wird der Abgleich der Leistungen der drei Pumpsignale
wie folgt durchgeführt:
- – Die Anfangswerte der Pumpleistung werden frei gewählt.
- – Die Verstärkungsdifferenz zwischen den drei Verstärkungs-Zielwerten
und den tatsächlich gemessenen Verstärkungswerten wird berechnet.
- – Die Leistung der Pumpe, die sich am stärksten auf die Signalwellenlänge
mit der größten Differenz zwischen dem Verstärkungs-Zielwert und
dem tatsächlichen Verstärkungswert auswirkt, wird eingestellt.
- – Die Verstärkungsdifferenz wird erneut gemessen.
- – Die Vorgänge in den letzten beiden Schritten werden wiederholt,
bis die gewünschte Verstärkung für die drei Signalkanäle erreicht
ist, d.h. bis der als Kurve 32 in
dargestellte Kurvenverlauf erreicht ist.
Ein Prinzip der Erfindung besteht darin, die Verstärkungskurve
in einer Simulation abzuschätzen, Datenkanäle für die Online-Messung
auszuwählen und anhand der simulierten Verstärkungskurve Verstärkungs-Zielwerte
für diese ausgewählten Kanäle zu bestimmen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise
läßt sich leicht anhand eines einfachen Beispiels im Vergleich zu dem
in gezeigten Beispiel demonstrieren. Es sei
angenommen, daß ohne die vorgenannte Simulation die zu messenden Kanäle
zu &lgr;1' = 1530 nm, &lgr;2' = 1552 nm und &lgr;3'
= 1570 nm gewählt werden. Ferner sei angenommen, daß der Verstärkungs-Zielwert
für alle drei Kanäle 20 dB beträgt – was
hoffentlich in einem flachen Verlauf der Verstärkungskurve resultieren würde.
Das Ergebnis des Abgleichs der Pumpleistungswerte auf 20 dB jedoch ist in diesem
Fall in dargestellt. Wie aus
ersichtlich, ist die Verstärkungsschwankung weitaus größer als in
dem optimierten Beispiel in und beträgt
3,5 dB statt 1 dB.
In einer Verbesserung der Erfindung werden bei den ausgewählten
Wellenlängen &lgr;1, &lgr;2 und &lgr;3
vom Sender Ersatzkanäle anstelle von realen Datenkanälen eingefügt,
um zu gewährleisten, daß diese Kanäle stets für das oben beschriebene
Online-Abgleichverfahren verfügbar sind, da Datenkanäle aufgrund einer
Fehlfunktion an irgendeinem Punkt im Netz unterbrochen werden oder verlorengehen
könnten.
Nach dieser Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung sei darauf hingewiesen, daß die Erfindung nicht auf die hier beschriebenen
Einzelheiten beschränkt ist, sondern daß auch verschiedene Modifikationen
vorgenommen werden können, ohne von den Prinzipien der in den beigefügten
Patentansprüchen beschriebenen Erfindung abzuweichen.
{Bildlegende Zeichnungen}
- Fig. – Abb.
- (arbitrary unit) – (frei wählbare Einheit)
- Wavelength – Wellenlänge
- Total On/off gain – Ein-Aus-Gesamtverstärkung