Die vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen Spreizspektrum-Empfänger
und insbesondere Verfahren zur Optimierung der Entzerrung eines Spreizspektrumsignals,
das über mehrfach auflösbaren Schwundstreckenkanal übertragen worden
ist. Die vorliegende Erfindung ist für die Verwendung bei Anwendungen bezüglich
W-CDMA-Übertragungstechniken geeignet und es wird zweckmäßig sein,
die Erfindung in Bezug auf dieses Anwendungsbeispiel zu beschreiben.
Beschreibung des Standes der Technik
In W-CDMA-Kommunikationssystemen sind Multicode-Signale am Sender
rechtwinklig zueinander. Diese Rechtwinkligkeit geht jedoch verloren, wenn die Signale
sich durch einen Mehrweg-Fadingkanal ausbreiten. In dem W-CDMA-Empfänger wird
ein Chip-Entzerrer verwendet, um die Rechtwinkligkeit des Signals wieder herzustellen
und dadurch die Empfängerleistung zu verbessern.
Typischerweise sind Chip-Entzerrer als ein FIR (nicht-rekursives)-Filter
implementiert. Der Chip-Entzerrer versucht, die Mehrweginterferenz durch Invertieren
des Kanals zu kompensieren. Ein bekanntes Verfahren zum Berechnen der optimalen
Filterkoeffizienten des Chip-Entzerrers, bei dem ein Direktumkehr-Matrixverfahren
verwendet wird, enthält eine Schätzung der Matrix G aus dem Ausdruck G
= HHH + &bgr;I, wobei HHH die Kanalkorrelationsmatrix ist,
I die Einheitsmatrix ist und &bgr; der skalare Rauschfaktor in einem W-CDMA-System
ist.
Das Verfahren zur Kanalschätzung zur Erzielung der Kanalkorrelationsmatrix
ist üblicherweise geradlinig und die Matrix kann basierend auf dem gemeinsamen
Pilot-Signal in den W-CDMA-Systemen geschätzt werden. In dem W-CDMA-System
wurde jedoch nicht ein optimales Verfahren zum Berechnen eines Schätzwerts
des skalaren Rauschfaktors in Betracht gezogen oder war durch dieses begrenzt. Ein
Chip-Entzerrer, der nur das Wissen der Kanalschätzung verwendet und nicht die
Rauschvarianz in Rechnung stellt, führt verglichen mit einem Empfänger,
der beide Faktoren in Rechnung stellt, zu einer suboptimalen Leistung.
Ein Verfahren zum Berechnen eines Parameters, der für das Kanalrauschen
repräsentativ ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
JIANZHONG ZHAN et al., INSTITUTE OF ELECTRICAL AND ELECTRONICS ENGINEERS: "Efficient
linear equalization for high data rate downlink CDMA signaling", CONFERENCE RECORD
OF THE 37th ASILOMAR CONFERENCE ON SIGNALS, SYSTEMS, & COMPUTERS, PACIFIC GROOVE,
CA., 9.–12. NOVEMBER 2003, ASILOMAR CONFERENCE ON SIGNALS, SYSTEMS AND COMPUTERS,
NEW YORK, NY: IEEE, US, VOL. 1 DER 2. KONF. 37, 9. November 2003 (2003-11-09), Seiten
141–145, XP010701443, ISBN: 0-7803-8104-1 bekannt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum
Entzerren des empfangenen Chip-Signals, welches durch mehr Wege gestört ist,
zu schaffen, bei dem der eine oder mehrere Nachteile des Standes der Technik verbessern
oder überwunden sind.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Rauschfaktorberechnung für einen Chip-Entzerrer in einem Spreizspektrum-Empfänger
zu schaffen, bei dem die Entzerrung des empfangenen Chip-Signals optimiert ist.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Rauschfaktorberechnung für einen Chip-Entzerrer in einem Spreizspektrum-Empfänger
zu schaffen, das einfach und praktisch zu implementieren ist.
Diese Aufgaben werden durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen
angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die vorstehenden und weitere Aufgabe, Vorteile und Merkmale der vorliegenden
Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung anhand der begleitenden Zeichnungen
hervor, in welchen zeigt:
1 eine schematische Darstellung eines Spreizspektrum-Empfängers
gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
und
2 ein schematisches Schaltbild eines Chip-Entzerrers,
der einen Teil eines Entspreizer-Blocks bildet, welcher einen Teil des Spreizspektrum-Empfängers
gemäß 1 bildet.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Die folgende Beschreibung bezieht sich im Einzelnen auf die verschiedenen
Merkmale der Erfindung. Um ein Verständnis der Erfindung zu erleichtern, wird
in der Beschreibung auf die begleitenden Zeichnungen Bezug genommen, in welchen
ein Verfahren zur Rauschfaktorberechnung für einen Chip-Entzerrer in einem
Spreizspektrum-Empfänger in einer bevorzugten Ausführungsform dargestellt
ist. Es ist jedoch selbstverständlich, dass die Erfindung nicht auf die in
den Zeichnungen dargestellte bevorzugte Ausführungsform begrenzt ist.
Nunmehr mit Bezug auf 1 zeigt diese allgemein
einen Spreizspektrum-Empfänger 10 mit einer Antenne 12 zum
Empfangen von Spreizspektrum-Signalen, einem Demodulator 14 zum Demodulieren
der Spreizspektrum-Signale, die an der Antenne 12 empfangen worden sind,
und einen Analog/Digital-Wandler 16 zur Digitalisierung der demodulierten
Signale. Der Spreizspektrum-Empfänger 10 verwendet eine kohärente
Demodulation, um das demodulierte Signal unter Verwendung einer lokal erzeugten
Code-Sequenz von einem Code-Generator 20 in Verbindung mit einem Entspreizer
18 zu entspreizen. Um in der Lage zu sein, den Entspreizvorgang durchzuführen,
muss der Spreizspektrum-Empfänger 10 nicht nur die Kanalisierungscodesequenz,
die zum Spreizen des Signals verwendet worden ist, sondern auch die Codes des empfangenen
Signals kennen und der lokal erzeugte Code muss synchronisiert sein. Der Code-Synchronisations/Verfolgungsblock
22 führt diesen Vorgang durch. Nach dem Entspreizen werden in einer
Datenmodulation und einem Kanalcodierblock 24 Datensymbole demoduliert
und der Kanal decodiert, um Informationsdaten zu erhalten.
Der Entspreizerblock 18 in einem herkömmlichen Rake-Empfänger
besteht aus einer Anzahl von Entspreizblöcken, jeweils zum Empfangen eines
unterschiedlichen Mehrwegsignals. In jedem Finger ist das empfangene Signal durch
einen Spreizcode korreliert, der mit der Verzögerung des Mehrwegsignals zeitausgerichtet
ist. Für jeden Mehrweg wird das entspreizte Signal dann mit dem komplexen Kehrwert
des Kanalschätzwerts multipliziert (gewichtet) und durch einen RAKE-Kombinierer
kohärent summiert, um das Ausgangssignal zu bilden.
2 zeigt den Entspreizerblock 18, in welchem
die Chip-Entzerrfunktion durchgeführt wird und verschiedene Rechenblöcke
des Entspreizerblocks 18. Die Hauptfunktion des Chip-Entzerrers ist es,
Koeffizienten zur Verwendung durch das FIR-Filter 40 zu schätzen,
um das Eingangssignal zu filtern und die Rechtwinkligkeit der Multicode-Signale
wieder herzustellen. Die Ausgangsdaten von einem Ein-Codesignal werden dann zum
Entspreizblock 41 geschickt. Im Fall des Multicode-Signalempfangs wird
der Ausgang des FIR-Filters 40 mehreren Entspreizblöcken
41 zugeleitet, um entsprechende Multicode-Ausgangsdaten zu bilden. Um die
FIR-Filterkoeffizienten zu schätzen, werden ein Mehrwegkanal-Schätzblock
42, ein Rauschfaktor-Rechenblock 44 und ein Koeffizienten-Rechenblock
46 benötigt.
Der Mehrwegkanal-Schätzblock 42 dient zum Berechnen
von Kanal- und Rauschvarianzschätzwerten für mehrfach auflösbare
Schwundstrecken der Chip-Signale, die an dem Spreizspektrum-Empfänger empfangen
werden. Der Block 42 leitet von der I-ten Schwundstrecke einen Kanalschätzwert
h^I, durch Mittelwertbildung einer Anzahl von entspreizten Pilotsymbolen
des Wegs gemäß der Gleichung (5) ab:
wobei p(k)* der komplexe Kehrwert eines Pilotsymbols ist und |p(k)| = 1 ist, K gleich
die Anzahl der Pilotsymbole ist, die für die Schätzung verwendet werden,
yl(k) das entspreizte Pilotsymbol des I-ten Wegs ist.
Der entzerrte Schätzwert der Rauschvarianz
&sgr;^2l
am Ausgang des I-ten Entspreizers wird durch den Mehrwegschätzblock
42 gemäß der Gleichung (6) berechnet:
Der Rauschfaktorrechenblock 44 hat einen stärksten Kanalschätzblock
48, einen Kanalleistungsrechenblock 50, einen Chip-Energieschätzblock
52 und einen Rechenblock 54 für den skalaren Rauschfaktor.
Um den skalaren Rauschfaktor &bgr; basierend auf Statistiken des I-ten Wegs zu
schätzen, wurden die folgenden Überlegungen bei der Gestaltung der Chip-Entzerrer
berücksichtigt. Als Erstes kann die mittlere empfangene Chip-Energie Echip
aus der Gleichung (7) erhalten werden:
wobei M die Anzahl der Chips ist, die bei der Schätzung verwendet werden und
r(m) ein Chip ist.
Zweitens kann die Summe P^ der Leistung der Kanalschätzwerte und der Index m der Schwundstrecke
mit der stärksten Kanalschätzleistung aus den Gleichungen (8) und (9)
berechnet werden:
wobei h^l der Kanalschätzwert der I-ten Schwundstrecke ist.
Schließlich kann der Rauschfaktorschätzwert &bgr;^ unter Verwendung der Gleichung (10) geschätzt werden:
wobei SF der Spreizfaktor des Pilotsignals ist, das an dem Spreizspektrum-Empfänger
empfangen worden ist.
Demgemäß berechnet der Mehrwegkanalschätzblock
42 des Chip-Entzerrers einen Kanalschätzwert
und einen Rauschvarianzschätzwert
&sgr;^2l
gemäß den vorstehend angegebenen Gleichungen 5 und 6. Die Kanalschätzwerte
und Rauschvarianzschätzwerte für jede der mehrfach auflösbaren Schwundstrecken
der Chipsignale werden dem Kanalleistungsrechenblock 50 bereitgestellt,
wo die Summe P^ der Leistung der Kanalschätzwerte aus den Kanalschätzwerten
h^I einfach erhalten wird. Die Summe der Leistung der Kanalschätzwerte
wird dann dem Beta-Rechenblock 54 bereitgestellt. Der Chip-Energieschätzblock
52 leitet die geschätzte Chip-Energie E^chip aus dem Eingang von I/Q Chip-Abtastungen in Übereinstimmung
mit der Gleichung 7 ab.
Es ist vorzuziehen, dass der Rauschfaktor durch Wählen der Kanal-
und Rauschvarianzschätzwerte von der Schwundstrecke mit der größten
Leistung berechnet wird. In dieser Hinsicht dient der stärkste Kanalschätzblock
48 zum Ableiten der Kanal- und Rauschvarianzschätzwerte
h^m und &sgr;
2m
aus der Schwundstrecke mit der größten Leistung.
Der Kanalschätzwert h^m und der Rauschvarianzschätzwert &sgr;
2m
werden dann dem Rechenblock 54 für den skalaren Rauschfaktor bereitgestellt,
der dann den Chip-Energieschätzwert, den Kanal- und Rauschvarianzschätzwert
der stärksten Schwundstrecke, die Summe der Leistung der Kanalschätzwerte
und den Spreizfaktor des Pilotsignals verwendet, um einen Schätzwert für
den Rauschfaktor zur Verwendung bei der Berechnung der Filterkoeffizienten abzuleiten.
In dem Filterkoeffizienten-Rechenblock 46 ist die Verstärkungsfaktormatrix
G = HHH + &bgr;I aufgebaut, um die Filterkoeffizienten des FIR-Filters
zu berechnen, wobei HHH die Kanalkorrelationsmatrix ist, I die Einheitsmatrix
ist und &bgr; der Skalarrauschfaktor in einem W-CDMA-System ist.
Die verschiedenen Rechenblöcke des Chip-Entzerrers, die in der
2 gezeigt sind, sowie auch die anderen Elemente des
Spreizspektrum-Empfängers, wie in der 1 gezeigt,
können unter Verwendung von digitalen Signalverarbeitungstechniken realisiert
sein.
Anspruch[de]
Verfahren zum Berechnen (54) eines Parameters, der ein Kanalrauschen
repräsentiert, in Entzerrungsalgorithmen zur Verwendung in einem Chip-Entzerrer,
der einen Spreizspektrumempfänger (10) bildet, wobei das Verfahren
die Schritte aufweist:
Berechnen (42) von Kanal- und Rauschvarianzschätzwerten für mehrfach
auflösbare Schwundstrecken von Chip-Signalen, die an dem Spreizspektrumempfänger
(10) empfangen werden;
Berechnen (50) der Summe der Leistung der Kanalschätzwerte;
Schätzen (52) der Chip-Energie der Chip-Signale; und
Berechnen (54) des Parameters, der das Kanalrauschen repräsentiert,
aus dem Chip-Energieschätzwert, den Kanal- und Rauschvarianzschätzwerten,
der Summe der Leistung der Kanalschätzwerte, und einem Spreizfaktor eines Pilotsignals,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt Berechnen (54) des für
das Kanalrauschen repräsentativen Parameters dadurch ausgeführt wird,
dass die Kanal- und Rauschvarianzschätzwerte aus der Schwundstrecke mit der
größten Leistung gewählt werden.Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Schritt Berechnen (42)
der Kanal- und Rauschvarianzschätzwerte durchgeführt wird, indem ein Despread-Pilotsignal
entsprechend jeder Schwundstrecke verwendet wird.Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Schritt Berechnen (50)
der Summe P^ der Leistung der Kanalschätzwerte gemäß der Gleichung (1)
durchgeführt wird:
wobei h^l der Kanalschätzwert der I-ten Schwundstrecke ist.Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Schritt des Wählens der Schätzwerte
des Kanals h^m und der Rauschvarianz &sgr;
2m
aus der Schwundstrecke mit der größten Leistung gemäß der Gleichung
(2) durchgeführt wird:
wobei m ein Index der Schwundstrecke mit der größten Leistung ist und
h^l der Kanalschätzwert der I-ten Schwundstrecke ist.Verfahren nach Anspruch 4, wobei der Schritt Berechnen (54)
des für das Kanalrauschen repräsentativen Parameters &bgr; in Übereinstimmung
mit der Gleichung (3) durchgeführt wird:
wobei E^c die geschätzte Chip-Energie der Chip-Signale ist, h^m der Kanalschätzwert der Schwundstrecke mit der stärksten
Leistung ist,
&sgr;
2m
der Rauschvarianzschätzwert der Schwundstrecke mit der stärksten Leistung
ist, SF der Spreizfaktor des Pilotsignals ist, welches an dem Spreizspektrumempfänger
(10) empfangen wird und P^ die Summe der Leistung der Kanalschätzwerte ist.Verfahren zum Bestimmen der Filterkoeffizienten zur Verwendung in einem
Chip-Entzerrer-FIR (Finite Impulse Response) – Filter, das einen Spreizspektrumempfänger
(10) bildet, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass es aufweist:
Berechnen (54) des Parameters, der für das Kanalrauschen repräsentativ
ist, unter Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5;
Aufbauen einer Matrix G gemäß der Gleichung (4):
G = HHH + &bgr;I(4)
wobei HHH eine Kanalkorrelationsmatrix ist, I die Einheitsmatrix und
&bgr; ein Skalarparameter ist, der das Kanalrauschen repräsentiert; und
Berechnen (46) der Filterkoeffizienten basierend auf der Matrix G.Chip-Entzerrer zur Verwendung in einem Spreizspektrumempfänger
(10), mit einem oder mehreren Rechenblöcken zur Implementierung eines
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5.