Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umsetzen von Hexafluorpropylenoxid
(HFPO) mit Perfluoracylfluoriden gemäß der Formel X-Rf-COF,
um das Monoadditionsprodukt gemäß der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF
mit hoher Verwertung der Reaktionsteilnehmer selektiv herzustellen.
Reaktionen von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) mit Perfluoracylfluoriden,
bei denen ein Gemisch von Reaktionsprodukten entsteht, die sich in der Anzahl der
HFPO-Einheiten unterscheiden, die sie beinhalten, sind bekannt. Bei der praktischen
Durchführung dieser Reaktionen kann eine sorgfältige Fraktionierung des
Produktgemisches erforderlich sein, um unerwünschte Nebenprodukte, wie z.B.
Produkte, die mehr als eine HFPO-Einheit beinhalten, zu entfernen.
US 4,749,526 offenbart Herstellungsweisen
für fluoraliphatischen Ether enthaltende Carbonylfluorid-Verbindungen durch
Umsetzen einer fluorierten Carbonylverbindung mit Hexafluorpropylenoxid in der Gegenwart
mindestens eines Katalysators, ausgewählt aus Kaliumiodid, Kaliumbromid, Cäsiumiodid,
Cäsiumbromid, Rubidiumiodid und Rubidiumbromid. US-A-3,250,808 offenbart Fluorkohlenstoffether,
die von Hexafluorpropylenepoxid abgeleitet sind.
Kurz dargestellt, stellt die vorliegende Erfindung ein kontinuierliches
oder Repeated-Batch-Verfahren zum Herstellen einer Verbindung gemäß Formel
(I) bereit: X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF, wobei X- für
F-, FOC- oder FSO2- steht und wobei -Rf- eine lineare, verzweigte
oder cyclische Fluoralkengruppe mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist, die hochfluoriert
ist und Ether- und tertiäre Amingruppen beinhalten kann, umfassend die Schritte:
a) Bereitstellen eines Gemisches aus X-Rf-COF (II), wobei X- und -Rf-
wie für Formel (I) definiert sind, einem Fluoridsalz und einem polaren Lösemittel,
b) Zugeben von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) in einer solchen Menge, dass X-Rf-COF
in einem mindestens 10%igen molaren Überschuss gegenüber HFPO bleibt,
und Umsetzen von X-Rf-COF mit HFPO, c) Abtrennen von nicht umgesetztem
X-Rf-COF aus einem Gemisch von Additionsprodukten von Hexafluorpropylenoxid
(HFPO) und X-Rf-COF und d) Wiederholen von Schritt a) unter Benutzung
von nicht umgesetztem X-Rf-COF, das in Schritt c) abgetrennt wurde.
Unter einem anderen Gesichtspunkt stellt die vorliegende Erfindung
ein Verfahren zum Umsetzen von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) mit Perfluoracylfluoriden
gemäß der Formel X-Rf-COF (II) bereit, wobei X- und -Rf-
wie oben beschrieben sind, um ein Gemisch von Additionsprodukten zu bilden, welches
das Monoadditionsprodukt gemäß der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF
(I) umfasst, wobei die molare Menge an dem Monoadditionsprodukt in dem Gemisch von
Additionsprodukten 90 % oder mehr der kombinierten molaren Menge an dem Monoadditionsprodukt
und einem Biadditionsprodukt gemäß der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)
CF2-O-CF(CF3)COF (III) beträgt. Noch typischer beträgt
die molare Menge an dem Monoadditionsprodukt in dem Gemisch von Additionsprodukten
95 % oder mehr der kombinierten molaren Menge an dem Monoadditions- und dem Biadditionsprodukt.
Das, was in dem Fachgebiet jedoch nicht beschrieben worden ist und
von der vorliegenden Erfindung bereitgestellt ist, ist ein industriell nützliches
Verfahren zum Umsetzen von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) mit Perfluoracylfluoriden,
das für hohe Selektivität für das Monoadditionsprodukt sorgt und,
wenn überschüssiges Perfluoracylfluorid wiederverwertet wird, für
die Verwertung beider Reaktionsteilnehmer, HFPO und Perfluoracylfluorid, sorgt,
die sich dem Grad der Selektivität nähert, d.h. mehr als 90 % und noch
typischer mehr als 95 %.
In dieser Anmeldung bedeutet „hochfluoriert", Fluor in einer
Menge von 40 Gew.% oder mehr, typischerweise 50 Gew.% oder mehr und noch typischer
60 Gew.% oder mehr, enthaltend.
Es ist ein Vorteil der vorliegenden Erfindung, dass sie ein industriell
vorteilhaftes Verfahren zum Umsetzen von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) mit Perfluoracylfluoriden
bereitstellt, das für die Verwertung beider Reaktionsteilnehmer, HFPO und Perfluoracylfluorid,
sorgt, die sich 90 % oder mehr nähert.
Die vorliegende Erfindung stellt ein kontinuierliches oder Repeated-Batch-Verfahren
zum Herstellen einer Verbindung gemäß Formel (I) bereit: X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF,
wobei X- für F-, FOC- oder FSO2- steht und wobei -Rf-
eine lineare, verzweigte oder cyclische Fluoralkengruppe mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen
ist, die hochfluoriert ist und Ether- und tertiäre Amingruppen beinhalten kann,
umfassend die Schritte: a) Bereitstellen eines Gemisches aus X-Rf-COF(II),
wobei X- und -Rf- wie für Formel (I) definiert sind, einem Fluoridsalz
und einem polaren Lösemittel, b) Zugeben von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) in
einer solchen Menge, dass X-Rf-COF in einem mindestens 10%igen molaren
Überschuss gegenüber HFPO bleibt, und Umsetzen von X-Rf-COF
mit HFPO, c) Abtrennen von nicht umgesetztem X-Rf-COF aus einem Gemisch
von Additionsprodukten von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) und X-Rf-COF
und d) Wiederholen von Schritt a) unter Benutzung von nicht umgesetztem X-Rf-COF,
das in Schritt c) abgetrennt wurde. In der erfindungsgemäßen Reaktion
umfasst das Gemisch von Additionsprodukten das Monoadditionsprodukt gemäß
der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF (I), das durch
1 : 1-Kombination von HFPO und X-Rf-COF entsteht, ein Biadditionsprodukt
gemäß der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)
COF (III), das durch die 2:1-Kombination von HFPO und X-Rf-COF entsteht,
und möglicherweise Produkte, die durch Additionsgrade von 3:1, 4:1 und höher
entstehen. Typischerweise ist die erfindungsgemäße Reaktion selektiv für
das 1:1-Produkt. Typischerweise beträgt die molare Menge an dem Monoadditionsprodukt
90 % oder mehr der kombinierten molaren Menge an dem Monoadditions-(1:1)-Produkt
und dem Biadditions-(2:1)-Produkt und noch typischer 95 % oder mehr.
Der Reaktionsteilnehmer Perfluoracylfluorid ist eine Verbindung gemäß
der Formel:
X-Rf-COF(II)
wobei X- für F-, FOC- oder FSO2- steht und wobei -Rf-
eine lineare, verzweigte oder cyclische Fluoralkengruppe, typischerweise eine lineare
Gruppe mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, typischerweise 1 bis 10 Kohlenstoffatomen
und noch typischer 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, die hochfluoriert, typischerweise
perfluoriert, ist und die Ether- und tertiäre Amingruppen beinhalten kann,
typischerweise jedoch keine tertiären Amingruppen beinhaltet, noch typischer
keine Ether- oder tertiären Amingruppen beinhaltet.
Jedes geeignete Reaktionsgefäß, das für ein kontinuierliches
oder Batch-Verfahren geeignet ist, kann benutzt werden. Das Verfahren ist typischerweise
ein kontinuierliches oder ein Repeated-Batch-Verfahren, das die Rückgewinnung
und Wiederbenutzung des Reaktionsteilnehmers Perfluoracylfluorid in nachfolgenden
Wiederholungen der Reaktion ermöglicht. Der Reaktionsteilnehmer Perfluoracylfluorid
wird mit einem Fluoridsalz in einem polaren Lösemittel vermischt, um ein Reaktionsvorgemisch
zu bilden. Jedes geeignete Fluoridsalz kann benutzt werden, einschließlich
Salzen von ein- oder mehrwertigen Kationen und Salzen von vielatomigen Kationen
oder, noch typischer, einatomigen Kationen, am typischsten KF. Bezogen auf die Menge
des Reaktionsteilnehmers Perfluoracylfluorid wird das Salz typischerweise in einer
Menge von 0,1 bis 10 Gew.%, noch typischer von 1 bis 5 Gew.% und am typischsten
von 2 bis 4 Gew.%, bereitgestellt. Jedes geeignete polare Lösemittel kann benutzt
werden. Bezogen auf die Menge des Reaktionsteilnehmers Perfluoracylfluorid wird
das Lösemittel typischerweise in einer Menge von 10 bis 200 Gew.%, noch typischer
von 20 bis 40 Gew.% und am typischsten von 20 bis 30 Gew.%, bereitgestellt.
Hexafluorpropylenoxid (HFPO) wird zugegeben, um ein Reaktionsgemisch
zu bilden. HFPO wird in einer solchen Menge zugegeben, dass X-Rf-COF
in einem mindestens etwa 10%igen, noch typischer in einem mindestens etwa 20%igen
und am typischsten in einem mindestens etwa 30%igen, molaren Überschuss gegenüber
HFPO bleibt. Typischerweise liegt nach der Zugabe des gesamten HFPO X-Rf-COF
in einem nicht mehr als 50%igen molaren Überschuss gegenüber HFPO vor.
Das Reaktionsgemisch kann bei einer beliebigen geeigneten Temperatur
und unter einem beliebigen geeigneten Druck gehalten werden. Typischerweise wird
das Reaktionsgemisch bei einer Temperatur zwischen –25 °C und 40 °C,
noch typischer zwischen –25 °C und 25 °C und am typischsten zwischen
–20 °C und 0 °C, gehalten. Typischerweise wird das Reaktionsgemisch
unter einem Druck zwischen Vakuum und 300 kPa, noch typischer zwischen 20 und 110
kPa, gehalten. HFPO kann beliebig rasch zugegeben werden, vorausgesetzt, dass die
Temperatur nicht so sehr ansteigt, dass eine bedeutende unerwünschte Oligomerisation
von HFPO bewirkt wird. Wenn zweckmäßige Kühlvorrichtungen benutzt
werden, kann HFPO sehr schnell zugegeben werden.
Nach der Beendigung der Reaktion wird das nicht umgesetzte X-Rf-COF
typischerweise mithilfe eines beliebigen geeigneten Mittels, einschließlich
Trennung mittels Lösemittel und Destillation, von dem Gemisch von Additionsprodukten
abgetrennt. Typischerweise wird das nicht umgesetzte X-Rf-COF, das auf
diese Weise zurückgewonnen wurde, in einer nachfolgenden Reaktion benutzt.
Das Additionsproduktgemisch umfasst das Monoadditionsprodukt gemäß
der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF (I), das durch
1:1-Kombination von HFPO und X-Rf-COF entsteht, ein Biadditionsprodukt
gemäß der Formel X-Rf-CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)COF
(III), das durch die 2 : 1-Kombination von HFPO und X-Rf-COF entsteht,
und möglicherweise, jedoch nicht typischerweise, Produkte, die durch Additionsgrade
von 3:1, 4:1 und höher entstehen. Das Produktgemisch kann auch niedrige Gehalte,
typischerweise < 1 %, an Dimer, Trimer und höheren Oligomeren von HFPO aufweisen.
Die erfindungsgemäße Reaktion ist für das 1:1-Produkt
selektiv, derart, dass die molare Menge an dem Monoadditionsprodukt typischerweise
90 % oder mehr, noch typischer 95 % oder mehr, der kombinierten molaren Menge an
dem Monoadditions-(1:1)-Produkt und dem Biadditions-(2:1)-Produkt beträgt.
HFPO, ein wertvoller Reaktionsteilnehmer, wird produktiv in einer Menge verbraucht,
die der Reaktionsselektivität nahe kommt, jedoch geringer ist, da bei der Polyaddition
von HFPO eine überproportionale Menge an HFPO verbraucht wird. Wenn überschüssiges
Perfluoracylfluorid wiederverwertet wird, nähert sich zudem die Verwertung
von Reaktionsteilnehmer Perfluoracylfluorid ebenfalls der Reaktionsselektivität.
Die Möglichkeit der Wiederbenutzung von nicht umgesetztem Reaktionsteilnehmer
Perfluoracylfluorid, die hohe Verwertung beider Reaktionsteilnehmer, annähernd
90 % oder höher, und die Vermeidung oder Verminderung der Aufreinigung des
Monoadditionsproduktes machen das erfindungsgemäße Verfahren in industriellen
Anwendungen in hohem Maße nützlich.
Diese Erfindung ist nützlich zur industriellen Synthese von HFPO-Perfluoracylfluorid-Addukten.
Durch die folgenden Beispiele werden Aufgaben und Vorteile dieser
Erfindung weiter veranschaulicht; die jeweiligen Materialien und Mengen, die in
diesen Beispielen angegeben sind, sowie andere Bedingungen und Einzelheiten sollten
jedoch nicht so aufgefasst werden, dass sie diese Erfindung in unangemessener Weise
beschränken.
Beispiele
Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden alle Reagenzien erhalten
bzw. sind erhältlich von der Aldrich Chemical Co., Milwaukee, WI oder können
mittels bekannter Verfahren synthetisiert werden.
Beispiel 1
113 g KF und 1.960 g Diglyme wurden in einen 2-Gallonen-(7.571-ml)-Reaktor
aus rostfreiem Stahl gefüllt und gerührt und auf –17 °C abgekühlt.
3.240 g (11,7 mol) 4-(Fluorsulfonyl)hexafluorbutyrylfluorid, FSO2CF2CF2CF2COF
(MG 280,1), hergestellt durch elektrochemische Fluorierung von 1,4-Butansulton,
wie beschrieben in der US-Patentschrift Nr. 2,732,398, wurden mittels Vakuum in
den Reaktor gefüllt und während 30 Minuten gerührt (das Gewicht von
3.240 g war das Nettogewicht von 5.807 g Material mit 55,8%iger Reinheit). 1.485
g (8,95 mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0) wurden während einer Stunde
zugegeben, wobei die Reaktionstemperatur auf –4 °C und der Druck auf
28 kPa anstiegen. Das molare Verhältnis betrug 11,7/8,95 = 1,29. Das Reaktionsgemisch
wurde während 30 Minuten gerührt und sich auf Raumtemperatur erwärmen
lassen. 7.350 g einer fluorchemischen Bodenphase wurden zurückgewonnen, die
10 Gew.% nicht umgesetztes Säurefluorid, 45 Gew.% des 1:1-Additionsproduktes,
Perfluor-4-(fluorsulfonyl)butoxypropionylfluorid, FSO2-CF2CF2CF2CF2-O-CF(CF3)COF,
und 1,8 Gew.% des 2 : 1-Additionsnebenproduktes, FSO2-CF2CF2CF2CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)COF,
enthielt. Dieses Ergebnis stellt eine 83%ige Ausbeute auf Basis von HFPO (Molzahl
1:1-Additionsprodukt/Molzahl Reaktionsteilnehmer HFPO) und eine gewünschte
Selektivität für das 1:1-Additionsprodukt von 96 % (Molzahl 1:1-Additionsprodukt/Molzahl
1:1-und 2:1-Produkt) dar.
Beispiel 1C (Vergleich)
9 g KF und 200 ml Diglyme wurden in einen 600-ml-Reaktor aus rostfreiem
Stahl gefüllt und gerührt und auf 0 °C abgekühlt. 180 g (0,64
mol) 4-(Fluorsulfonyl)hexafluorbutyrylfluorid, FSO2CF2CF2CF2COF
(MG 280,1), wurden mittels Vakuum in den Reaktor gefüllt und während 30
Minuten gerührt (das Gewicht von 180 g war das Nettogewicht von 400 g Material
mit 45%iger Reinheit). 107 g (0,64 mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0)
wurden während zweieinhalb Stunden zugegeben. Das molare Verhältnis betrug
0,64 / 0,64 = 1,00. Das Reaktionsgemisch wurde während 30 Minuten gerührt
und die fluorchemische Bodenphase destilliert; es wurde eine Fraktion von 210 g
mit einem Siedepunkt von höher als 110 °C erhalten, die 75 Gew.% des 1:1-Additionsproduktes,
23 Gew.% des 2:1-Additionsnebenproduktes und 2 Gew.% des 3:1-Additionsnebenproduktes
enthielt. Dieses Ergebnis stellt eine 55%ige Ausbeute auf Basis von HFPO, jedoch
eine Selektivität für das 1:1-Additionsprodukt von 77 %, 1:1- und 2:1-Additionsprodukt
vergleichend, dar.
Beispiel 2
73 g KF und 3.386 g Diglyme wurden in einen 2-Gallonen-(7.571-ml)-Reaktor
aus rostfreiem Stahl gefüllt und auf –5 °C abgekühlt. 1.693
g (7,3 mol) Perfluormethoxypropionylfluorid, CF3-O-CF2CF2COF
(MG 232,0), hergestellt, wie in der US-Patentschrift Nr. 6,482,979 beschrieben,
wurden mittels Vakuum in den Reaktor gefüllt und während 30 Minuten gerührt.
848 g (5,11 mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0) wurden
während fünfzehn Minuten zugegeben und weitere 15 Minuten reagieren lassen.
Das molare Verhältnis betrug 7,30/5,11 = 1,43. Die untere fluorchemische Phase
wurde destilliert und ergab 1.099 g Vorfraktion, die 26,2 % Ausgangs-Säurefluorid
und 16 % des gewünschten 1:1-Additionsproduktes, Perfluormethoxypropoxylpropionylfluorid,
CF3-O-CF2CF2-CF2-O-CF(CF3)COF,
enthielt. Die Produktfraktion von 1.533 g enthielt 90 Gew.% des gewünschten
1:1-Additionsproduktes, und die Endfraktion von 141 g war zu 66 % 2:1-Nebenprodukt.
Dieses Ergebnis stellt eine 77%ige Ausbeute auf Basis von HFPO und eine gewünschte
Selektivität für das 1:1-Additionsprodukt von 94 % dar.
Beispiel 2C (Vergleich)
4,3 g KF und 188 g Diglyme wurden zusammen mit 112 g (0,48 mol) Perfluormethoxypropionylfluorid,
CF3-O-CF2CF2COF (MG 232,0), in einen 600-ml-Reaktor
aus rostfreiem Stahl gefüllt, und das Gemisch wurde auf 0 °C abgekühlt.
80,2 g (0,48 mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0) wurden bei 10 °C
während einer Stunde zugegeben. Das molare Verhältnis betrug 0,48/0,48
= 1,00. Nach der Phasentrennung wurden 182 g fluorchemische Phase aufgefangen, die
78 % des gewünschten 1:1-Additionsproduktes und 23 % des 2:1-Nebenproduktes
enthielt, bei einer 74%igen Ausbeute auf Basis von HFPO und einer Selektivität
von nur 78 %.
Beispiel 3
22 g KF und 300 g Diglyme wurden zusammen mit 1.000 g (3,40 mol) Perfluoradipoylfluorid,
FOC-CF2CF2CF2CF2-COF (MG 294,0), hergestellt
durch elektrochemische Fluorierung von Dimethyladipat, wie beschrieben in der US-Patentschrift
Nr. 6,482,979, in einen 2-Liter-Dreihalsrundkolben gefüllt, und das Gemisch
wurde während 30 Minuten gerührt und auf –17 °C abgekühlt.
480 g (2,89 mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0) wurden während einer
Stunde bei 5 °C zugegeben, und das Reaktionsgemisch wurde während weiterer
30 Minuten gerührt. Das molare Verhältnis betrug 3,40/2,89 = 1,18. 1.490
g einer fluorchemischen Bodenphase wurden zurückgewonnen, die 69 Gew.% des
gewünschten 1:1-Additionsproduktes, Perfluor-6-(fluoracyl) hexoxypropionyl
fluorid, FOC-CF2CF2CF2CF2CF2-O-CF(CF3)COF,
und 8,8 Gew.% des 2:1-Additionsnebenproduktes, FOC-CF2CF2CF2CF2CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)COF,
enthielt. Dieses Ergebnis stellt eine 78%ige Ausbeute auf Basis von HFPO und eine
gewünschte Selektivität für das 1:1-Additionsprodukt von 89 % dar.
Beispiel 3C (Vergleich)
33 g KF und 2.140 g Diglyme wurden zusammen mit 1.043 g (3,55 mol)
Perfluoradipoylfluorid, FOC-CF2CF2CF2CF2-COF
(MG 294,0), in einen 5-Liter-Dreihalsrundkolben gegeben, und das Gemisch wurde während
30 Minuten gerührt und auf 0 °C abgekühlt (das Gewicht von 1.043
g war das Nettogewicht von 1.257 g Material mit einer 83%igen Reinheit). 587 g (3,54
mol) Hexafluorpropylenoxid (HFPO) (MG 166,0) wurden während drei Stunden bei
Raumtemperatur zugegeben. Das molare Verhältnis betrug 3,55/3,54 = 1,00. Das
Gemisch wurde destilliert und ergab 1.470 g eines Gemisches, das 74 Gew.% des gewünschten
1:1-Additonsproduktes und 26 Gew.% des 2:1-Additionsnebenproduktes umfasste. Dieses
Ergebnis stellt eine 67%ige Ausbeute auf Basis von HFPO, jedoch eine gewünschte
Selektivität für das 1:1-Additionsprodukt von nur 74 %, dar.
Die Reaktionsbedingungen für Beispiel 1, 1C, 2, 2C, 3 und 3C
sind in Tabelle I und die Ergebnisse in Tabelle II zusammengefasst. „NG"
bedeutet „nicht gemessen".
Es ist leicht ersichtlich, dass das erfindungsgemäße Verfahren
für eine bedeutend verbesserte Selektivität für das 1:1-Additions-(Monoadditions-)-Produkt
sorgt, oftmals bei größerer Ausbeute. Zudem kann wertvoller nicht umgesetzter
Reaktionsteilnehmer Perfluoracylfluorid zur Wiederbenutzung zurückgewonnen
werden, was das erfindungsgemäße Verfahren in industriellen Anwendungen,
wie z.B. kontinuierlichen oder Repeated-Batch-Verfahren, in hohem Maße nützlich
macht. Wenn überschüssiges Perfluoracylfluorid wiederverwertet wird, nähert
sich die Verwertung des Reaktionsteilnehmers Perfluoracylfluorid dem Grad der Reaktionsselektivität.
Da HFPO, ebenfalls ein wertvoller Reaktionsteilnehmer, produktiv in einer Menge
verbraucht wird, die geringfügig kleiner als die Reaktionsselektivität
ist, nähert sich die Verwertung beider Reaktionsteilnehmer, HFPO und Perfluoracylfluorid,
der Selektivitätsstufe, d.h. mehr als 90 % und noch typischer mehr als 95 %.
Anspruch[de]
Kontinuierliches oder Repeated-Batch-Verfahren zum Herstellen einer
Verbindung gemäß Formel (I)
X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF(I),
wobei X- für F-, FOC- oder FSO2- steht und wobei -Rf-
eine lineare, verzweigte oder cyclische Fluoralkengruppe mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen
ist, die hochfluoriert ist und die Ether- und tertiäre Amingruppen beinhalten
kann, umfassend die Schritte:
a) Bereitstellen eines Gemisches aus
X-Rf-COF(II),
wobei X- und -Rf- wie für Formel (I) definiert sind, einem Fluoridsalz
und einem polaren Lösemittel,
b) Zugeben von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) in einer solchen Menge, dass X-Rf-COF
in einem mindestens 10%igen molaren Überschuss gegenüber HFPO bleibt,
und Umsetzen von X-Rf-COF mit HFPO,
c) Abtrennen von nicht umgesetztem X-Rf-COF aus einem Gemisch von Additionsprodukten
von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) und X-Rf-COF,
d) Wiederholen von Schritt a) unter Benutzung von nicht umgesetztem X-Rf-COF,
das in Schritt c) abgetrennt wurde.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Gemisch von Additionsprodukten
ein Monoadditionsprodukt gemäß Formel (I)
X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF(I)
und ein Biadditionsprodukt gemäß Formel (III)
X-Rf-CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)COF(III)
umfasst, wobei die molare Menge an Monoadditionsprodukt in dem Gemisch von Additionsprodukten
90% oder mehr der kombinierten molaren Menge an Monoadditionsprodukt und Biadditionsprodukt
beträgt.Verfahren nach Anspruch 2, wobei die molare Ausbeute an dem Monoadditionsprodukt,
bezogen auf die Molzahl von HFPO, die in Schritt b) zugegeben wurde, 75% oder mehr
beträgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei Schritt b) ohne
Zugabe eines von Fluoridsalz verschiedenen Katalysators durchgeführt wird.Verfahren zum Umsetzen von Hexafluorpropylenoxid (HFPO) mit einem Perfluoracylfluorid
gemäß der Formel
X-Rf-COF(II),
wobei X- für F-, FOC- oder FSO2- steht und wobei -Rf-
eine lineare, verzweigte oder cyclische Fluoralkengruppe mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen
ist, die hochfluoriert ist und die Ether- und tertiäre Amingruppen enthalten
kann, zum Bilden eines Gemisches von Additionsprodukten, welches das Monoadditionsprodukt
gemäß der Formel
X-Rf-CF2-O-CF(CF3)COF(I)umfasst, wobei die molare Menge des Monoadditionsproduktes 90%
oder mehr der kombinierten molaren Menge des Monoadditionsproduktes und eines Biadditionsproduktes
gemäß der Formel
X-Rf-CF2-O-CF(CF3)CF2-O-CF(CF3)COF(III)
in dem Gemisch von Additionsprodukten beträgt.Verfahren nach Anspruch 5, wobei die molare Menge des Monoadditionsproduktes
90% oder mehr der kombinierten molaren Menge des Monoadditionsproduktes und des
Biadditionsproduktes in dem Gemisch von Additionsprodukten beträgt.Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, wobei die molare Ausbeute an dem Monoadditionsprodukt,
bezogen auf die Molzahl von zugegebenem HFPO, 75% oder mehr beträgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, das ohne Zugabe eines
von Fluoridsalz verschiedenen Katalysators durchgeführt wird.