Die Erfindung betrifft ein industrielles Verfahren, das zur Nährstoffentfernung
von Stickstoff und Phosphor aus industriellen und öffentlichen Abwässern
genutzt wird.
Unterschiedliche Verfahren zur Entfernung biologischer Nährstoffe
aus Wasser und Abwasser haben herkömmlicherweise eine Kombination von Verfahren
durch Behandlung mit aktivierten, eingehängten Feststoffen oder Verfahren mit
befestigten Folien verwendet, wie sie in Büchern, Fachzeitschriften und –
magazinen beschrieben sind.
Bei der biologischen Stickstoffentfernung enthält das einlaufende
domestische unbearbeitete Abwasser Stickstoff in der Form industriellen Ammoniaks,
Harnstoffs oder Düngers. Während des Verfahrens wird zunächst Stickstoff
durch Bakterien, beispielsweise der Gattung Nitrosomonas, in Gegenwart von Sauerstoff
in Nitrite umgewandelt, woraufhin es durch Bakterien, beispielsweise der Gattung
Nitrobakter, in Nitrate umgewandelt wird. Um zu denitrifizieren, das bedeutet, Stickstoff
aus der Lösung zu entfernen, müssen die Nitrate einem Tank mit Sauerstoffmangel
zugeführt werden, in dem das Sauerstoffniveau niedriger als 0,5 mg/l ist. Denitrifizierende
Bakterien, beispielsweise der Gattung Pseudomonas, Aktomobakter und Bazillius, reduzieren
die Nitrate zu Stickstoffgas, indem sie organischen Kohlenstoff für ihren Metabolismus
nutzen.
In allen bekannten Fällen beinhaltet die biologische Entfernung
(insbesondere auf Basis von natürlich vorkommenden Bakterien zur Behandlung)
des Stickstoffs das Bauen von Tanks, die als anoxische Tanks oder Sauerstoffmangeltanks
bezeichnet werden und teilweise sauerstofffrei sind, und das Rückführen
eines Anteils nitrifizierter Ausflüsse in sie. Unter Sauerstoffmangelbedingungen
mit einer Kohlenstoffquelle werden natürlich vorkommende Bakterien das nitrifizierte
Abwasser entnitrifizieren, sodass Stickstoffgas entsteht.
Phosphor ist in domestischen Abwässern aufgrund des Einflusses
von Waschmitteln, Düngern und industriellen Ausflüssen enthalten. Biologische
Phosphorentfernung benötigt drei unterschiedliche Phasen. 1. Eine Sauerstoffmangelphase,
während welcher ein Anteil des eintretenden Polyphosphors durch Phosphor ansammelnde
Bakterien aufgenommen wird. 2. Eine anaerobe Phase (vollständig ohne Sauerstoff),
während welcher das Polyphosphor von den Bakterien wieder in Lösung zurückfließt
und während welcher flüchtige Fettsäuren, die durch gelöstes
verwesendes organisches Material entstehen, von den Bakterien in Form von Poly-Beta-Hexabutyrat
aufgenommen werden, welches die Verdauungsfähigkeiten der Bakterien für
die dritte Phase erhöht. 3. Eine Sauerstoffphase, beispielsweise in einem Sauerstoffanreicherungstank,
während welcher Phosphor ansammelnde Bakterien das gelöste wiederausgestoßene
Phosphor sowie jede andere verfügbare Form von gelöstem Phosphor in der
Form von Ortho-Phosphat aufnehmen.
Die gängigste der bekannten Technologien zur Entfernung von Stickstoff
aus Abwasser wird „das Bardenpho-Verfahren" genannt. Im Wesentlichen wechselt
dieses Verfahren eine aerobe Zone mit einer Sauerstoffmangelzone in verschiedenen
Tanks, um Stickstoffentfernung zu erreichen.
EP-A-302545 offenbart ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
EP-A-458760 offenbart ebenso ein Verfahren, in dem anaerobe und anoxische
Bedingungen existieren, aber die entsprechenden Umgebungen werden durch Aufteilen
eines Reaktionsgefäßes erzeugt.
WO-A09313023 beschreibt des Weiteren ein Verfahren, in dem Klärschlamm
aus einem abschließenden Klärschritt in anaerobe und anoxische Zonen zurückgeführt
wird.
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Behandlung
von Abwässern zur Entfernung von Stickstoff und Phosphor zu schaffen, das eine
reduzierte Anzahl an Schritten aufweist und sowohl kostengünstig als auch effizienter
ist.
Dieses Ziel wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 erreicht.
Weitere bevorzugte Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der folgenden Beschreibung und den abhängigen Ansprüchen.
Um das Verständnis der Erfindung zu unterstützen, werden
nun einige spezielle Ausführungsbeispiele derselben durch Beispiele und unter
Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, in welchen:
1 ein Flussdiagramm ist, das ein bekanntes Verfahren
zur Behandlung von Abwasser zeigt;
2 ein Flussdiagramm ist, das ein mögliches Layout
des Verfahrens der vorliegenden Erfindung zeigt;
3 einen Querschnitt des Ausgleichstanks im Layout des
Verfahrens nach 2 darstellt;
4 einen Querschnitt eines umgebauten primären
Absetztanks im Layout des Verfahrens nach 2 darstellt;
5 ein Flussdiagramm ist, das die Anwendung des Verfahrens
der vorliegenden Erfindung auf ein herkömmliches Belebtschlamm-Verfahren zeigt.
Mit Bezug auf 1 ist ein Flussdiagramm
eines bekanntes Verfahrens zur Behandlung von Abwässern dargestellt, welches
im Stand der Technik als „das Bardenpho-Verfahren" bekannt ist. Dieses Verfahren
umfasst ein Minimum von fünf getrennten Tanks oder Abteilungsphasen für
das Entfernen von Stickstoff. Rohe Abwässer oder primärer Ausfluss
1 wird einem Sauerstoffmangeltank 2 (auch anoxischer Tank genannt)
zugefügt, wo eine teilweise Denitrifikation ausgeführt werden kann, der
sekundäre Ausfluss 9 wird dann zur Behandlung einem aeroben Tank
3 zugeführt, wo sowohl Oxidation als auch Nitrifikation durchgeführt
werden, wobei in dieser Stufe einiges des tertiären Ausflusses 10,
wie bei 4 angedeutet, in den Sauerstoffmangeltank 2 zurückgeführt
werden kann, und der tertiäre Ausfluss 10 wird einem Sauerstoffmangeltank
5 zugeführt, wo die Denitrifikation ausgeführt wird. Da viel
organischer Kohlenstoff in den vorherigen Stufen entfernt wurde, kann es notwendig
sein, eine weitere Quelle von organischem Kohlenstoff zuzufügen, beispielsweise
Methanol, um den Denitrifikationsprozess zu beschleunigen. Der quaternäre Ausfluss
11 wird dann einer aeroben Zone 6 und schließlich einer sekundären
Kläreinrichtung 7 zugeführt, wonach der behandelte Ausfluss
8 das System verlässt.
Veröffentlichten Daten zufolge ist die maximale Denitrifikationsrate,
die mit „dem Badenpho-Verfahren" erreicht werden kann, unter nichtkohlenstoffbeschränkenden
Bedingungen im Bereich von 0,12 Kg.N/kg.VSS.d. Ein simuliertes Beispiel, das dieses
Verfahren verwendet, lieferte als Ergebnis eine Denitrifikationssrate von 0.23 mg.N/L.h.
für domestische Abfälle und 0,14 mg.N/L.h. für Abwässer mit
industriellem Verschmutzungsgrad. Für Abwässer desselben Verschmutzungsgrads,
das denselben Umgebungsbedingungen ausgesetzt war, wurde mit dem Verfahren gemäß
der vorliegenden Erfindung eine Denitrifikationssrate von 10.26 mg.N/L.h. für
domestischen Abfall und 10.95 mg.N/L.h. für Abwässer industriellen Verschmutzungsgrads
festgestellt. Dies stellt eine fast 100fache Verbesserung gegenüber bekannten
Verfahren dar. Die Vorteile der Denitrifikation umfassen Sauerstoffwiedergewinnung,
die Reduzierung der kohlestoffhaltigen Konzentration von Abwässern, die eine
Behandlung erfordern, und Basizitätsrückgewinnung. Dies führt dann
zu geringeren Leistungsanforderungen an das aerisierende Medium und geringeren Grundflächenanforderungen.
Es hat keine bekannten Nachteile. Die Wichtigkeit des Verfahrens gemäß
der vorliegenden Erfindung ist, dass Behandlungsanlagen nicht mehr so groß
oder so teuer sein müssen, wie sie es im Moment sind, um hochqualitativen Ausfluss
zu erreichen.
Es wird nun auf die 2 bis 4
Bezug genommen, in denen gleiche Elemente mit denselben Bezugszeichen bezeichnet
sind und die ein mögliches Layout des Verfahrens zur Behandlung von Abwasser
gemäß der vorliegenden Erfindung zeigen. Das System 12 umfasst
ein Minimum von drei Schritten oder ein Maximum von vier Schritten, die aus wenigstens
drei unterschiedlichen Tanks oder Abteilen bestehen. Dennoch kann offensichtlich
vorausgesehen werden, dass bei Anwendung des Verfahrens gemäß der vorliegenden
Erfindung auf ein existierendes System oder in Kombination mit anderen bekannten
Technologien zusätzliche Schritte zur Erfüllung zusätzlicher Funktionen
integriert werden können. Rohes Abwasser oder Abwasser 1 wird in den
ersten Schritt zugeführt, einen Ausgleichstank oder einen umgebauten primären
Absetztank 13. Wenn der erste Schritt einen Ausgleichstank 13
umfasst, wie in 3 dargestellt, ist der Ausgleichstank
13 so dimensioniert, dass eine Sauerstoffmangelzone (anoxische Zone) A
um den Eingangspunkt des rohen Abwassers oder Abwassers 1 entsteht, eine
anaerobe Zone B im umgebenden Bereich entsteht und eine Sauerstoffzone C in der
Oberflächenschicht entstehen kann, üblicherweise etwa 6 cm tief. Der Tank
13 muss so dimensioniert sein, dass diese Zonen entstehen können,
wobei, wo nur die Entfernung von Stickstoff benötigt wird, ein kleinerer Tank
13 mit lediglich einer Sauerstoffmangelzone A benutzt werden kann. Die
benötigte Größe des Tanks 13 hängt von den Eigenschaften
des unbearbeiteten Abwassers und dem Durchfluss ab.
In einer Alternative kann der erste Schritt einen umgebauten primären
Absetztank 13 umfassen, von welchem ein Beispiel in 4
dargestellt ist. In einem nicht umgebauten primären Absetztank fließt
das Abwasser 1 in den Tank 13, wobei die mittigen Umlenkeinrichtungen
19 in einer ausgefahrenen Stellung, wie durch die gepunktete Linie angedeutet,
sind und somit das Abwasser 1 wie durch die gepunkteten Pfeile
20 angedeutet nach unten zwingen, wobei sich Klärschlamm
21 am Boden absetzt und in regelmäßigen Abständen mittels
des Auslasses 22 entfernt wird, welcher einen Stophahn 23 aufweist.
Der Ausfluss zur weiteren Behandlung fließt über die obere Kante der Seiten
des Tanks, wie durch die gepunkteten Pfeile 24 angedeutet. In einem umgebauten
primären Absetztank 13 befinden sich die zentralen Umleiteinrichtungen
19 in einer niedrigen Position, sodass das Abwasser 1 über
sie fließen kann und eine Sauerstoffmangelzone A erzeugt wird, wo das Abwasser
1 in den Tank 13 einfließt. Die flüssige Oberflächenschicht
kann eine Sauerstoffzone C bilden und im Rest des Tanks 13 entsteht eine
anaerobe Zone B. Der sekundäre Ausfluss 14 zur Entfernung aus dem
Tank 13 zu einem zweiten Schritt im Tank 3 wird
durch den Auslass 22 entfernt, mit welchem ein Flusssteuerungsventil (nicht
gezeigt) verbunden sein kann. Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
kann zusätzlich einen ersten Schritt umfassen, der aus einem Ausgleichstank
13 besteht, dem ein nicht umgebauter primärer Absetztank folgt, was
insbesondere wünschenswert ist, wenn das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer existierenden Abwasserbehandlungsanlage verwendet werden soll.
Die folgenden biologischen Reaktionen können in dem Ausgleichstank
oder dem umgebauten primären Absetztank 13 erfolgen: In der Sauerstoffmangelzone
A treten die Nitrifikation und die Sauerstoffmangelphasen in der Phosphorentfernung
auf, während welcher ein Anteil des einströmenden Polyphosphors durch
Phosphor ansammelnde Bakterien aufgenommen wird; in der anaeroben Zone B tritt die
anaerobe Phase der Phosphorentfernung auf, während welcher das Polyphosphor
durch die Bakterien wieder in Lösung ausgestoßen wird und während
welcher flüchtige Fettsäuren, die durch gelöstes verwesendes organisches
Material entstehen, durch die Bakterien in Form von Poly-Beta-Hexabutyrat aufgenommen
werden.
Der sekundäre Ausfluss 14 wird dann einem Belüftungstank
oder einer Belüftungsabteilung 3 zugeführt, die eine aerobe Zone
darstellt, in welcher kombinierte Oxidation und Nitrifikation und die abschließende
Sauerstoffphase der Phosphorentfernung auftreten. Einiges des tertiären Ausflusses
oder der nitrifizierten gemischten Flüssigkeit 15 wird dann, wie bei
16 angedeutet, in den Ausgleichs-/primären Tank 13 zurückgeführt,
während der verbleibende tertiäre Ausfluss 15 der sekundären
Kläreinrichtung 7 zugeführt wird. Vorteilhafterweise wird die
nitrifizierte gemischte Flüssigkeit 15 nach der Prozessierung durch
den Tank, wie durch den gepunkteten Pfeil 16a angedeutet, entfernt. Weiteres
Absetzen findet in der sekundären Kläreinrichtung 7 statt und
ein Anteil des Klärschlamms, der Mikroorganismen umfasst, (bekannt rückzuführender
Belebtschlamm) kann, wie bei 17a angedeutet, in den Tank 3 zurückgeführt
werden, um die Bevölkerung von Mikroorganismen aufrecht zu halten, während
überschüssiger rückzuführender Belebtschlamm 17b als
Abfall aus dem System 12 entfernt werden kann. Der verbleibende behandelte
Ausfluss 18 wird aus dem System 12 entlassen.
In bekannten Verfahren zur Entfernung von Stickstoff kann die Anordnung
des Sauerstoffmangeltanks nach der Entstehung der Nitrate unterschiedlich sein.
In den meisten bekannten Verfahren wird ein zusätzlicher Tank nach dem abschließenden
Absetztank verwendet, wobei man der Tatsache vertraut, dass die denitrifizierenden
Bakterien den verbleibenden organischen Kohlenstoff in dem Ausfluss zur Denitrifikation
nutzen. Dennoch ist in der Praxis häufig nicht genügend Kohlenstoff im
System übrig, weshalb der Prozess der Denitrifikation sehr viel länger
als notwendig dauert. Um dieses Problem zu lösen nutzen bekannte Verfahren
eine externe Kohlenstoffquelle, beispielsweise Methanol, das in die Lösung
eingespritzt wird. Gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung jedoch
wird ein Anteil der gemischten Flüssigkeit mit den Nitraten 15, wie
bei 16 angedeutet, in den Ausgleichs- oder primären Tank
13 (der die größte Konzentration organischer Kohlenstoffe in
dem System aufweist) zurückgeführt, wodurch eine verringerte absolute
Stickstoffkonzentration in dem abschließenden Ausfluss 18 bewirkt
wird. Da die aktiven Bakterien einen beträchtlichen Anteil des organischen
Kohlenwasserstoffs zur Denitrifikation in der Sauerstoffmangelzone A des Verfahrens
gemäß der vorliegenden Erfindung nutzen, wird das kohlenstoffhaltige Material,
das weiterer Behandlung in der Belüftungszone 3 benötigt, verringert
und eine beträchtliche Verbesserung in der Qualität des abschließenden
Ausflusses erzielt.
Das Entfernen des Phosphors gemäß der vorliegenden Erfindung
beseitigt die Notwendigkeit eines Sauerstoffmangeltanks, der einem anaeroben Tank
vorgeschaltet ist.
Der Ausgleichstank 13 im Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung wird im Allgemeinen genutzt werden, um in ein Behandlungswerk einströmende
Flüsse auszugleichen und als biologischer Reaktor zu fungieren, der nitrifizierte
gemischte Flüssigkeit in große Nähe zu unbearbeitetem Abwasser zu
jeder Zeit bringt. Im Fall des Bardenpho-Verfahrens, wie es in 1
dargestellt ist, wird ein getrennter Tank oder ein getrenntes Abteil 2
so dimensioniert, dass es den Denitrifikationsanforderungen entspricht und die Sauerstoffmangelzone
definiert. Das beinhaltet, dass eine Grenze für die Wiederzuführungsrate
von nitrifizierter gemischter Flüssigkeit erreichbar ist. Im Falle des Verfahrens
gemäß der vorliegenden Erfindung wird nitrifizierte gemischte Flüssigkeit
bei einer optimalen Rate in den Ausgleichstank zurückgebracht, um die Anforderungen
des abschließenden Ausflusses zu erfüllen, das bedeutet, die Zurückführungsrate
ist veränderlich. Die Notwendigkeit, die Größe der zusätzlichen
Behandlungseinheit in Bardenpho-Verfahren zu begrenzen, begrenzt die Zurückführungsraten
auf etwa 1 Flussmenge bei trockenem Wetter (DWF-Dry Weather Flow). Werden Ausgleichstanks
benutzt, liegt die auszugleichende Flussänderung im allgemeinen zwischen 0,3
DWF und 3 DWF. Im Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung wird das
einströmende rohe Abwasser und Abwasser 1 als eine reiche Quelle kohlenstoffhaltigen
Materials, das zur Denitrifikation benötigt wird, verwendet. Daher besteht
diesem Tank nachgeschaltet keine Notwendigkeit für einen folgenden Wechsel
von Sauerstoffmangeltanks 5 und aeroben Tanks 6. Die Form und
Größe des Ausgleichs- oder primären Absetztanks
13, die benötigt wird, hängt von der gewünschten Qualität
des Ausflusses ab, aber grundsätzlich kann durch Zufuhr in den aeroben Reaktor
bei der Ausgleichszufuhrrate plus der Wiederzuführungsrate die notwendige Anforderung
des Ausgleichs einströmender Flüsse erhalten werden.
Bekannte Verfahren zur Behandlung von Abwässern sind so ausgelegt,
dass sie einen maximalen empfangenen Fluss handhaben können. Wenn ein Ausgleichstank
benutzt wird, da die Flussrate gesteuert wird, ist die benötigte Kapazität
von Behandlungseinheiten, Tanks oder Abteilen verringert. Der Vorgang des Ausgleichs
setzt die Ansammlung unbehandelten Abwassers im Ausgleichstank voraus. Gemäß
der vorliegenden Erfindung ist der Tank 13 so dimensioniert, dass zusätzlich
zur Funktion des Ausgleichs er auch sowohl als ein Sauerstoffmangel- als auch ein
anaerober Tank wirkt. Dies wird durch die konstante Wiederzuführung
16 von nitrifizierter gemischter Flüssigkeit oder nitrifiziertem gemischtem
Ausfluss ermöglicht, der den unmittelbaren Bereich um das Zuführrohr in
den Tank 13 in eine Sauerstoffmangelzone verwandelt und schließlich
zu anaeroben Bedingungen führt. Die Möglichkeit, diese drei Stufen in
einem einzigen Tank zu realisieren, erlaubt es, die Stickstoff- und die Sauerstoffentfernung
zu selben Zeit durchzuführen. Vorteilhafterweise bedeutet demnach die Entfernung
von sowohl Stickstoff als auch Phosphor im Ausgleichstank 13 eine Minimierung
der benötigten Grundfläche für das Verfahren gemäß der
vorliegenden Erfindung.
Es wird nun Bezug genommen auf die 5,
in der gleiche Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind und die ein
herkömmliches Belebtschlamm-Verfahren 25 zeigt, in dem unbearbeitetes
Abwasser oder Abwasser 1 in primäre Sedimentationstanks zur physikalischen
Trennung von Feststoffen 26 eingeleitet wird. Der Ausfluss wird dann zu
einem Belüftungstank 27 zur biologischen Oxidation von kohlenstoffhaltigem
Material und Nitraten weitergeleitet, wonach der Ausfluss in abschließende
Absetztanks 28 geleitet wird. Wenn das Verfahren der vorliegenden Erfindung
auf das herkömmliche Belebtschlamm-Verfahren 25 angewendet wird, wird
ein Ausgleichstank (nicht gezeigt) den primären Tanks 26 vorgeschaltet,
um einströmende Flüsse auszugleichen und als ein Sauerstoffmangel- oder
Sauerstoffmangel- und aerober Tank zu dienen. Im Betrieb wird dieser Tank immer
teilweise gefüllt sein. Der Ausfluss des Ausgleichstanks gelangt dann in die
primären Tanks 26, von wo primärer Klärschlamm entsorgt
wird. Ein Teil dieses Klärschlamms kann in den Belüftungstank
27 zurückgeführt werden, der eine aerobe Zone ist, um eine überlebensfähige
Bevölkerung an Mikroorganismen in dem aeroben Tank 27 zu erhalten,
was zusätzlich zum Wiederzuführen 17a von rückgeführtem
Belebtschlamm geschieht. Der Unterschied im Betrieb der Stickstoffentfernungsphase
und des Phosphorentfernungsmodus ist, dass ein Mixer in den primären Tanks
benötigt wird, um den Klärschlamm in Suspension zu halten, sodass die
Phosphor entfernenden Mikroorganismen die flüchtigen Fettsäuren, die in
den primären Tanks 26 gebildet werden, verspeisen können und
diese dann in den Belüftungsteil 27 zur Phosphorentfernung überführen
können. Die Abfallerzeugung aus den primären Tanks 26 wird minimal
sein und in Belebtschlamm-Anlagen mit ausgedehnter Belüftung, das heißt,
in denen ein primärer Tank 26 nicht vorhanden ist, wird der Ausgleichstank
so dimensioniert sein, dass alle Phasen im Ausgleichstank stattfinden.
Es ist ebenso klar, dass zahlreiche Veränderungen und Modifikationen
an dem obigen Verfahren durchgeführt werden können, ohne den Schutzbereich
der Erfindung zu verlassen, und dass die Erfindung auch auf anderen Arten der Abwasserbehandlung
anwendbar ist, beispielsweise SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) oder Anlagen
mit eingetauchten belüfteten Filtern. Durch Dimensionierung bestehender Ausgleichstanks
oder Umwandlung bestehender primärer Absetztanks oder septischer Tanks kann
das Verfahren der vorliegenden Erfindung in bekannten Systemen angewendet werden,
um das Entfernen von sowohl Stickstoff als auch Phosphor zu ermöglichen und
die Effizienz zu erhöhen, sowie die Kosten bekannter Systeme zu senken. Beispielsweise
kann das Verfahren der vorliegenden Erfindung in einem System mit eingetauchten
belüfteten Filtern verwendet werden, in dem der Belüftungstank
3 und die Kläreinrichtung 7 in ein einziges System kombiniert
sind, wobei in diesem Fall eine Anpassung durch Wiederzuführung des Klärschlamms
17a vom Boden der Kläreinrichtung 7 zum ersten Schritt
13 erforderlich wäre. Herkömmlicherweise wird in Systemen mit
belüfteten eingetauchten Filtern der Klärschlamm in regelmäßigen
Abständen abgelassen, jedoch kann bei Anwendung des Verfahrens gemäß
der vorliegenden Erfindung der Klärschlamm kontinuierlich entfernt werden.