Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe mit einer eine
Turbo-Molekularpumpe enthaltenden Pumpeneinheit und einem einen Wechselrichter enthaltenden
Steuergerät, welches den Motorstrom für die Pumpeneinheit liefert.
Turbo-Molekularpumpen, wie sie beispielsweise in
US 6,184,640 B1
oder in
EP 0 836 009 B1
beschrieben sind, bestehen aus einer Pumpeneinheit und einem daran angeschlossenen
Steuergerät. Die zur Pumpeneinheit gehörende Turbo-Molekularpumpe hat
eine hohe Betriebsdrehzahl von über 10.000 U/min. Der Rotor dieser Pumpe hat
also im Betrieb eine sehr hohe kinetische Energie. Im Fehlerfall, insbesondere bei
einem Rotor-Stator-Kontakt, werden Teile des Rotors nach außen geschleudert.
Dies kann zum Bersten des Gehäuses der Turbo-Molekularpumpe führen und
ein Lösen der gesamten Pumpe von der Befestigung zur Folge haben. Bei größeren
Turbo-Molekularpumpen mit entsprechend großem Rotor-Trägheitsmoment ist
es praktisch unmöglich, alle denkbaren Gefahrenmomente durch entsprechend stark
ausgelegte Gehäusekomponenten auszuschließen.
Eine wesentliche Gefahrenquelle bildet ein Versagen oder
eine Fehlfunktion des Wechselrichters, der die Betriebsströme für den
Pumpenmotor erzeugt. Der Pumpenmotor ist in der Regel ein bürstenloser Gleichstrommotor,
dessen Rotor mit Permanentmagneten ausgestattet ist. Der Stator enthält Wicklungen,
in denen ein um die Achse rotierendes Magnetfeld erzeugt wird. Ein fehlerhafter
Wechselrichter kann dazu führen, dass die Pumpe mit einer zu hohen Drehzahl
betrieben wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine aus einer
Pumpeneinheit und einem Steuergerät bestehende Vakuumpumpe zu schaffen, bei
der eine zuverlässige redundante Drehzahlüberwachung unter ständiger
Prüfung der Signalwege mit geringem Aufwand erfolgt.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß
mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen. Hiernach enthält die Pumpeneinheit
einen Überwachungs-Mikrocontroller, dem die Signale des Drehzahlsensors der
Pumpeneinheit zugeführt werden und der im Falle des Überschreitens einer
vorgespeicherten maximalen Drehzahl den Wechselrichter abschaltet. Außerdem
ist vorgesehen, dass der im Steuergerät enthaltene Steuer-Mikrocontroller und
der in der Pumpeneinheit vorgesehene Überwachungs-Mikrocontroller zum Datenabgleich
miteinander kommunizieren.
Dadurch, dass der Überwachungs-Mikrocontroller in
der Pumpeneinheit angeordnet ist, kann er zwei unterschiedliche Funktionen erfüllen,
nämlich einerseits die Speicherung der Pumpenparameter, zu denen unter anderem
die höchstzulässige Pumpendrehzahl gehört, und zum anderen die Überwachungs-
und Abschaltaufgabe. Der Überwachungs-Mikrocontroller führt mit dem Steuer-Mikrocontroller
einen Dialog zum Datenabgleich. Dadurch werden zugleich die Datenwege überprüft.
Das Signal des Drehzahlsensors, das die aktuelle Pumpendrehzahl repräsentiert,
wird beiden Mikrocontrollern zugeführt, so dass in beiden Mikrocontrollern
jeweils unabhängig beurteilt wird, ob die Pumpendrehzahl im zulässigen
Bereich liegt. Sofern die maximale Pumpendrehzahl von der Betriebstemperatur der
Pumpe abhängig ist, kann außerdem das Signal eines Temperatursensors an
die Mikrocontroller geliefert werden.
Wenn der Steuer-Mikrocontroller versagt und daher die Pumpendrehzahl
über den zulässigen Wert ansteigt, wird dies von dem Überwachungs-Mikrocontroller
erkannt und dieser bewirkt über einen eigenen Kanal die sofortige Abschaltung
des Wechselrichters.
Wenn bei der Kommunikation der beiden Mikrocomputer während
des Datenabgleichs festgestellt wird, dass die zu vergleichenden Daten voneinander
abweichen, folgt eine Fehlermeldung bzw. eine Beendigung des Pumpenbetriebes.
Dadurch, dass der Überwachungs-Mikrocontroller in
der Pumpeneinheit angeordnet ist und außer der Überwachungsfunktion auch
die Funktion der Speicherung der Pumpendaten und ihre Übertragung an den Steuer-Mikrocontroller
wahrnimmt, hat der Überwachungs-Mikrocontroller eine Doppelfunktion. Üblicherweise
werden für die drei Funktionen Steuerung, Überwachung und Speicherung
drei Mikrocontroller eingesetzt. Demgegenüber sind bei der erfindungsgemäßen
Vakuumpumpe für die genannten drei Funktionen nur zwei Mikrocontroller erforderlich.
Ein Mikrocontroller im Sinne der vorliegenden Erfindung
ist ein Mikroprozessor mit den zugehörigen Speichern und anderen Hilfskomponenten,
also ein kompletter Computer, der imstande ist, eine Speicherung und Verarbeitung
von Daten selbständig vorzunehmen und einen Dialog mit anderen Rechnern zu
führen.
Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die einzige Figur
der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
In der Zeichnung ist ein schematisches Blockschaltbild
der Vakuumpumpe dargestellt.
Die Vakuumpumpe weist eine Pumpeneinheit 10 auf, die eine
Turbo-Molekularpumpe 11 enthält. Die Turbo-Molekularpumpe 11 besteht aus einem
Motor 12, der hier als bürstenloser Gleichstrommotor ausgebildet ist, und einem
Pumpenteil 13. Der Motor 12 treibt den Pumpenteil 13 direkt an, also ohne Zwischenschaltung
eines Übersetzungsgetriebes. Der Motor 12 ist ein schnelllaufender Motor mit
Drehzahlen über 10.000 U/min.
Ein Drehzahlsensor 14 ermittelt die Drehzahl des Motors
12 bzw. die Drehzahl des Rotors des Pumpenteils 13. Der Drehzahlsensor 14 ist beispielsweise
eine Spule, die auf einen mit der Welle rotierenden Magneten anspricht und bei jedem
Durchlauf des Magneten einen Impuls erzeugt. Ferner ist ein Temperatursensor 15
vorgesehen, der die Temperatur T des Pumpenteils 13 misst.
Die Pumpeneinheit 10 enthält ferner einen Überwachungs-Mikrocontroller
16. Dieser empfängt die Signale des Drehzahlsensors 14 und des Temperatursensors
15. Er enthält einen Speicher, in dem Kenndaten der Turbo-Molekularpumpe 11
gespeichert sind, wie die höchstzulässige Drehzahl, das Herstellungsdatum,
die Maschinennummer und ähnliches. Außerdem werden in dem Speicher Ereignisse
gespeichert, wie das Auftreten einer Überdrehzahl, die Wartungsdaten des Gerätes
oder auch Angaben über das Steuergerät, mit welchem die Pumpeneinheit
kombiniert wurde.
Der Betrieb der Pumpeneinheit wird von dem Steuergerät
20 gesteuert, das auch die Stromversorgung liefert. Das Steuergerät ist über
Kabel mit der Pumpeneinheit verbunden. Das Kabel enthält eine dreiphasige Versorgungsleitung
21 sowie Daten- oder Signalleitungen 22,23.
Das Steuergerät 20 enthält einen Wechselrichter
25, der die für den Betrieb des Motors 12 erforderlichen Phasenspannungen der
entsprechenden Frequenz liefert, und einen Steuer-Mikrocontroller 26. Der Steuer-Mikrocontroller
26 empfängt über eine Leitung 27 ein Signal über die aktuelle Frequenz
der Motor-Betriebssignale, also ein Signal, das der Soll-Drehzahl entspricht. Über
die Leitung 23 erhält der Steuer-Mikrocontroller 26 das Ist-Signal der Motordrehzahl
n. Weichen diese beiden Signale voneinander ab, dann bewirkt der Steuer-Mikrocontroller
26 über eine Leitung 28 die Abschaltung des Wechselrichters 25.
Der Überwachungs-Mikrocontroller 16 kann über
die Leitung 24 ebenfalls den Wechselrichter 25 ausschalten. Dies geschieht beispielsweise
dann, wenn die vom Drehzahlsensor 14 gemessene Drehzahl über der maximal zulässigen
Drehzahl liegt.
Auf der Leitung 22 können die Mikrocontroller 16 und
26 bidirektional untereinander kommunizieren. Beispielsweise teilt der Überwachungs-Mikrocontroller
16 dem Steuer-Mikrocontroller 26 die maximal zulässige Drehzahl der Turbo-Molekularpumpe
11 mit. Die Datenübertragung erfolgt unter Anwendung üblicher Sicherheitstechniken
mit Fehlererkennung, beispielsweise nach dem CRC-Verfahren (Cyclic Redundancy Check).
Dadurch wird die Datenübertragung insbesondere auf der Leitung 22 gesichert.
Der Überwachungs-Mikrocontroller 16 überwacht
den Steuer-Mikrocontroller 26 und prüft außerdem, ob die Datenwege intakt
sind. Wird ein Fehler festgestellt, so schaltet der Überwachungs-Mikrocontroller
16 über Leitung 27 den Wechselrichter 25 ab und bewirkt eine Alarmerzeugung.
Ferner wird in gewissen Zeitabständen der Wechselrichter für kurze Zeit
(einige Millisekunden) abgeschaltet und geprüft, ob und mit welcher Charakteristik
der Motorstrom absinkt.
Die Überprüfung der Datenwege erfolgt in der
Weise, dass das Ausbleiben von Daten auf einer der Leitungen 22,23 zu einer Abschaltung
führt. Auf diese Weise werden sowohl Unterbrechungen als auch Signalverfälschungen
oder abnorme Situationen sicher festgestellt.