Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gasphasenoxidation,
bei dem man einen gasförmigen Strom, der einen aromatischen Kohlenwasserstoff
und molekularen Sauerstoff umfasst, durch zwei oder mehrere Katalysatorlagen leitet.
Eine Vielzahl von Carbonsäuren und/oder Carbonsäureanhydriden
wird technisch durch die katalytische Gasphasenoxidation von aromatischenKohlenwasserstoffen,
wie Benzol, den Xylolen, Naphthalin, Toluol oder Durol, in Festbettreaktoren hergestellt.
Man kann auf diese Weise z. B. Benzoesäure, Maleinsäureanhydrid, Phthalsäureanhydrid,
Isophthalsäure, Terephthalsäure oder Pyromellithsäureanhydrid erhalten.
Im Allgemeinen leitet man ein Gemisch aus einem sauerstoffhaltigen Gas und dem zu
oxidierenden Ausgangsmaterial durch Rohre, in denen sich eine Schüttung eines
Katalysators befindet. Zur Temperaturregelung sind die Rohre von einem Wärmeträgermedium,
beispielsweise einer Salzschmelze, umgeben.
Obgleich die überschüssige Reaktionswärme
durch das Wärmeträgermedium abgeführt wird, kann es in der Katalysatorschüttung
zur Ausbildung lokaler Temperaturmaxima (Hot Spots) kommen, in denen eine höhere
Temperatur herrscht als im übrigen Teil der Katalysatorschüttung. Diese
Hot Spots führen zu Nebenreaktionen, wie der Totalverbrennung des Ausgangsmaterials,
oder zur Bildung unerwünschter, vom Reaktionsprodukt nicht oder nur mit großem
Aufwand abtrennbarer Nebenprodukte.
Außerdem kann der Katalysator ab einer bestimmten
Hot Spot-Temperatur irreversibel geschädigt werden. Daher muss beim Anfahren
des Verfahrens die Beladung des gasförmigen Stroms mit dem zu oxidierenden
Kohlenwasserstoff anfangs sehr niedrig gehalten werden und kann nur langsam gesteigert
werden. Der endgültige Produktionszustand wird oft erst nach einigen Wochen
erreicht.
Zur Abschwächung dieser Hot Spots wurden verschiedene
Maßnahmen getroffen. Insbesondere wurde, wie in der
DE-A 40 13 051
beschrieben, dazu übergegangen, unterschiedlich aktive Katalysatoren
schichtweise in der Katalysatorschüttung anzuordnen, wobei in der Regel der
weniger aktive Katalysator zum Gaseintritt hin und der aktivere Katalysator zum
Gasaustritt hin gelegen ist.
Die
DE 198 23 262
beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid
mit mindestens drei in Lagen übereinander angeordneten Schalenkatalysatoren,
wobei die Katalysatoraktivität von Schicht zu Schicht von der Gaseintrittsseite
zur Gasaustrittsseite ansteigt.
Die
EP-A 1 063 222
beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid,
welches in einem oder mehreren Festbettreaktoren durchgeführt wird. Die Katalysatorbetten
in den Reaktoren weisen drei oder mehr als drei individuelle, im Reaktor aufeinander
folgende Katalysatorlagen auf. Nach Durchgang durch die erste Katalysatorlage unter
den Reaktionsbedingungen sind 30 bis 70 Gew.-% des eingesetzten o-Xylol, Naphthalins
oder des Gemisch aus beiden umgesetzt. Nach der zweiten Lage sind 70 Gew.-% oder
mehr umgesetzt.
Die
EP 326 536
beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Maleinsäureanhydrid
durch Gasphasenoxidation geeigneter nichtaromatischer Kohlenwasserstoff an einem
Phosphor-Vanadium-Mischoxidkatalysator. Durch Mischen des Katalysators mit einem
inerten festen Material wird der Ausbeuteabfall pro Monat bei langfristigem Betrieb
vermindert.
Die
WO 2005/063673
beschreibt ein Verfahren zur Herstellung ungesättigter Aldehyde und/oder
Carbonsäuren durch Partialoxidation an einem Katalysatorfestbett, wobei in
der Reaktionszone eine Lage inaktives Material an der Stelle eingeschoben ist, an
der die Lage des HotSpots erwartet wird. Der stromabwärts und stromaufwärts
zur inaktiven Materiallage angeordnete Katalysator ist identisch.
Die Aktivität der zur Gasphasenoxidation eingesetzten
Katalysatoren bzw. Katalysatorsysteme nimmt mit zunehmender Betriebsdauer ab. Es
gelangt ein höherer Anteil nicht umgesetzter Kohlenwasserstoffe oder teiloxidierter
Intermediate in weiter stromabwärts gelegene Bereiche der Katalysatorschüttung.
Die Reaktion verlagert sich zunehmend zum Reaktorausgang und der Hot Spot wandert
stromabwärts. Man kann der Katalysatordeaktivierung in begrenztem Umfang durch
Erhöhung der Temperatur des Wärmeträgermediums entgegenwirken. Die
Erhöhung der Temperatur des Wärmeträgermediums und/oder die Verschiebung
des Hot Spots führen bei mehrlagigen Katalysatorsystemen dazu, dass die Temperatur,
mit der das Gasgemisch in eine nachgelagerte Katalysatorlage eintritt, steigt. Da
nachgelagerte Katalysatorlagen in der Regel zwar aktiver aber weniger selektiv sind,
nehmen unerwünschte Überoxidation und andere Nebenreaktionen zu. Insgesamt
sinkt mit der Betriebsdauer die Produktausbeute bzw. Selektivität.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren
bereitzustellen, das es gestattet, die gewünschten Oxidationsprodukte über
längere Zeiträume in hoher Ausbeute zu erhalten.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Gasphasenoxidation,
bei dem man einen gasförmigen Strom, der wenigstens einen aromatischen Kohlenwasserstoff
und molekularen Sauerstoff umfasst, durch wenigstens zwei in Strömungsrichtung
des gasförmigen Stroms hintereinander angeordnete Katalysatorlagen leitet,
wobei die Aktivität der Katalysatoren in aneinandergrenzenden Katalysatorlagen
voneinander verschieden ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei in Strömungsrichtung
des gasförmigen Stroms hintereinander angeordneten Katalysatorlagen eine Moderatorlage
angeordnet ist, wobei die Moderatorlage katalytisch weniger aktiv als die stromaufwärts
und stromabwärts angrenzenden Katalysatoren oder katalytisch inaktiv ist.
Als Katalysatorlage wird vorliegend die Schüttung
eines Katalysators mit im Wesentlichen einheitlicher Aktivität angesehen, d.
h. mit im Wesentlichen einheitlicher Zusammensetzung der Aktivmasse, Aktivmasseanteil
und Packungsdichte (abgesehen von unvermeidlichen Fluktuationen beim Befüllen
des Reaktors). Aufeinanderfolgende Katalysatorlagen unterscheiden sich somit in
der Aktivität der enthaltenen Katalysatoren. Dem Fachmann sind verschiedene
Maßnahmen zur Steuerung der Katalysatoraktivität bekannt, wie weiter unten
ausgeführt. Innerhalb einer Katalysatorlage sind die Katalysatorteilchen nicht
durch Teilchen eines inerten Materials verdünnt.
Unter Aktivität eines Katalysators bzw. einer Katalysatorlage
wird der Umsatz verstanden, der unter identischen Bedingungen (insbesondere hinsichtlich
Katalysatorvolumen, volumenbezogener Raumgeschwindigkeit (gas hourly space velocity
GHSV) bzw. Luftmenge, Temperatur des Wärmeträgermediums, Kohlenwasserstoff-Beladung
des gasförmigen Stroms) in einer Testanlage gemessen wird. Je höher der
Umsatz eines Katalysators bzw. einer Katalysatorlage desto höher ist dessen/deren
Aktivität. Diese Methode ist insbesondere zum Vergleich von Aktivitäten
bzw. zur Bestimmung relativer Katalysatoraktivitäten geeignet.
Die Erfindung sieht eine oder mehrere Moderatorlagen vor,
die so zwischen zwei Katalysatorschüttungen angeordnet sind, dass sie vom gasförmigen
Strom, der die stromaufwärts gelegene Katalysatorschüttung verlässt,
passiert wird, bevor dieser in die stromabwärts gelegene Katalysatorschüttung
eintritt.
Die Moderatorlage besteht zweckmäßigerweise aus
einer Schüttung eines teilchenförmigen Materials. Im Hinblick auf ein
leichtes Befüllen des Reaktors und einen gleichmäßigen Druckverlust
weist das teilchenförmige Material zweckmäßigerweise ähnliche
Dimensionen auf wie die Katalysatorteilchen.
Die Moderatorlage kann katalytisch inaktiv sein. In diesem
Fall besteht sie aus einem inerten Material, wie es z. B. auch als Katalysatorträger
verwendet wird. Geeignete Trägermaterialien sind beispielsweise Quarz (SiO2),
Porzellan, Magnesiumoxid, Zinndioxid, Siliciumcarbid, Rutil, Tonerde (Al2O3),
Aluminiumsilikat, Steatit (Magnesiumsilikat), Zirkoniumsilikat, Cersilikat oder
Mischungen dieser Trägermaterialien. Die Moderatorlage kann auch Gewebe, Gestricke
oder Gewirke aus Fasern oder Metalldrähten umfassen.
Die Moderatorlage kann auch katalytische Aktivität
aufweisen. In diesem Fall ist die Moderatorlage sowohl weniger katalytisch aktiv
als die stromaufwärts gelegene Katalysatorschüttung als auch weniger katalytisch
aktiv als die stromabwärts gelegene Katalysatorschüttung. Dies kann durch
einen hohen Gehalt deaktivierender Zusätze, geringen Aktivmasseanteil, Verdünnung
eines Katalysators mit inertem Material und/oder andere Maßnahmen, die dem
Fachmann geläufig sind, erreicht werden.
Die Moderatorlage ist zwischen zwei aufeinander folgenden
Katalysatorlagen angeordnet, wobei die stromaufwärts gelegene Katalysatorschüttung
und die stromabwärts gelegene Katalysatorschüttung unterschiedliche Aktivität
aufweisen. In der Regel weist die stromabwärts zur Moderatorlage gelegene Katalysatorschüttung
eine höhere Aktivität auf als die stromaufwärts zur Moderatorlage
gelegene Katalysatorschüttung. Das Verhältnis des Volumens der Moderatorlage
zum Volumen der stromaufwärts zur Moderatorlage gelegenen Katalysatorlage beträgt
vorzugsweise 0,05 bis 0,35, insbesondere 0,1 bis 0,25.
Der Anteil des Volumens der Moderatorlagen am Gesamtvolumen
von Katalysator- und Moderatorlagen beträgt im Allgemeinen nicht mehr als 40
%.
In bevorzugten Ausführungsformen leitet man den gasförmigen
Strom durch wenigstens drei in Strömungsrichtung des gasförmigen Stroms
hintereinander angeordnete Katalysatorlagen, z. B. durch drei, vier oder fünf
Katalysatorlagen.
Wenn mehrere Katalysatorlagen zum Einsatz kommen, sind
verschiedene Konfigurationen der Aktivitätsabstufung möglich. In einer
bevorzugten Ausführungsform nimmt die Aktivität der Katalysatoren in Strömungsrichtung
des gasförmigen Stroms von der am nächsten zum Gaseinritt gelegenen Katalysatorlage
zu der am nächsten zum Gasaustritt gelegenen Katalysatorlage von einer Katalysatorlage
zur nächsten stetig zu. Dabei ist vorzugsweise zumindest zwischen der in Strömungsrichtung
vorletzten und letzten Katalysatorlage eine Moderatorlage angeordnet.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform leitet
man den gasförmigen Strom durch mehr als drei in Strömungsrichtung des
gasförmigen Stroms hintereinander angeordnete Katalysatorlagen; dabei nimmt
die Aktivität der Katalysatoren über eine Abfolge von wenigstens drei
der Katalysatorlagen in Strömungsrichtung des gasförmigen Stroms von einer
Katalysatorlage zur nächsten zu. So ist es möglich, als am meisten stromaufwärts
gelegene Katalysatorlage eine relativ kurze, hochaktive Katalysatorlage vorzusehen,
an die sich stromabwärts eine weniger aktive Katalysatorlage anschließt,
wobei sich an diese weniger aktive Katalysatorlage weitere Lagen mit stufenweise
steigender Aktivität anschließen können.
Die erfindungsgemäß vorgesehene(n) Moderatorlage(n)
bewirkt (bewirken) eine Abkühlung des gasförmigen Stroms, bevor dieser
in die Schüttung des stromabwärts zur Moderatorlage angeordneten Katalysators
eintritt. Die Abkühlung ist aus dem Temperaturprofil, d. h. einer Auftragung
der Temperatur in Abhängigkeit von der Katalysatorbettlänge, ersichtlich.
Das Temperaturprofil kann mittels Thermoelementen, die in Thermorohren in verschiedenen
Höhen, z. B. äquidistant, angeordnet sind, oder mit einem in der Höhe
verschiebbaren Thermoelement leicht bestimmt werden.
Vorzugsweise ist die Temperatur an der stromabwärtigen
Grenze einer Moderatorlage um wenigstens 2 K, insbesondere um wenigstens 4 K, niedriger
als der aus dem stromaufwärts zur Moderatorlage gelegenen Katalysator extrapolierte
Temperaturverlauf. Der extrapolierte Temperaturverlauf kann durch die Gleichung
berechnet werden, worin aT für die Steigung des Temperaturprofils an der Grenze
des stromaufwärts zur Moderatorlage gelegenen Katalysators zur Moderatorlage
steht und x für die Länge der Moderatorlage in Strömungsrichtung
steht. Die Steigung des Temperaturprofils kann durch Anlegen einer Tangente an das
Temperaturprofil an der Grenze des stromaufwärts zur Moderatorlage gelegenen
Katalysators ermittelt werden.
Bevorzugt beträgt der Temperaturabfall über die
Moderatorlage wenigstens 4 K, insbesondere wenigstens 6 K, und besonders bevorzugt
wenigstens 8 K. Als Temperaturabfall wird hier die aus dem Temperaturprofil ermittelbare
Differenz zwischen der Temperatur an der stromaufwärtigen und der stromabwärtigen
Grenze der Moderatorlage betrachtet.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders
zur Gasphasenoxidation aromatischer C6- bis C10-Kohlenwasserstoffe,
wie Benzol, den Xylolen, Toluol, Naphthalin oder Durol (1,2,4,5-Tetramethylbenzol)
zu Carbonsäuren und/oder Carbonsäureanhydriden wie Maleinsäureanhydrid,
Phthalsäureanhydrid, Benzoesäure und/oder Pyromellithsäuredianhyrid.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid
aus o-Xylol und/oder Naphthalin.
Bevorzugt umfasst die katalytisch aktive Masse aller Katalysatoren
zumindest Vanadiumoxid und Titandioxid. Maßnahmen zur Steuerung der Aktivität
von Gasphasenoxidationskatalysatoren auf Basis von Vanadiumoxid und Titandioxid
sind dem Fachmann an sich bekannt.
So können in der katalytisch aktiven Masse Verbindungen
enthalten sein, die als Promotoren die Aktivität und Selektivität des
Katalysators beeinflussen.
Als aktivitäts- bzw. selektivitätsbeeinflussende
Faktoren seien beispielhaft Alkalimetallverbindungen, insbesondere Cäsiumoxid,
Lithium-, Kalium-, Natrium- und Rubidiumoxid, sowie phosphor- oder schwefelhaltige
Verbindungen genannt.
Eine weitere Möglichkeit der Aktivitätssteuerung
besteht in der Variation des Anteils der Aktivmasse oder des V2O5-Gehalts
am Gesamtgewicht des Katalysators, wobei höhere Aktivmassen- oder V2O5-Gehalte
eine höhere Aktivität bedingen und umgekehrt.
Bei den im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
Katalysatoren handelt es sich im Allgemeinen um Schalenkatalysatoren, bei denen
die katalytisch aktive Masse schalenförmig auf einem inerten Träger aufgebracht
ist. Die Schichtdicke der katalytisch aktiven Masse beträgt in der Regel 0,02
bis 0,2 mm, vorzugsweise 0,05 bis 0,1 mm. Im Allgemeinen weisen die Katalysatoren
eine schalenförmig aufgebrachte Aktivmasseschicht auf einem inerten Träger
auf.
Als inertes Trägermaterial können praktisch alle
Trägermaterialien des Standes der Technik, wie sie vorteilhaft bei der Herstellung
von Schalenkatalysatoren für die Oxidation aromatischer Kohlenwasserstoffe
zu Aldehyden, Carbonsäuren und/oder Carbonsäureanhydriden eingesetzt werden,
Verwendung finden, beispielsweise Quarz (SiO2), Porzellan, Magnesiumoxid,
Zinndioxid, Siliciumcarbid, Rutil, Tonerde (Al2O3), Aluminiumsilikat,
Steatit (Magnesiumsilikat), Zirkoniumsilikat, Cersilikat oder Mischungen dieser
Trägermaterialien. Das Trägermaterial ist in der Regel nicht-porös.
Als vorteilhafte Trägermaterialien sind insbesondere Steatit und Siliciumcarbid
hervorzuheben. Die Form des Trägermaterials ist für die erfindungsgemäßen
Präkatalysatoren und Schalenkatalysatoren im Allgemeinen nicht kritisch. Beispielsweise
können Katalysatorträger in Form von Kugeln, Ringen, Tabletten, Spiralen,
Röhren, Extrudaten oder Splitt verwendet werden. Die Dimensionen dieser Katalysatorträger
entsprechen denen üblicherweise zur Herstellung von Schalenkatalysatoren für
die Gasphasenpartialoxidation von aromatischen Kohlenwasserstoffen verwendeten Katalysatorträgern.
Bevorzugt wird Steatit in Form von Kugeln mit einem Durchmesser von 3 bis 6 mm oder
von Ringen mit einem äußeren Durchmesser von 5 bis 9 mm und einer Länge
von 4 bis 7 mm verwendet.
Die Aufbringung der einzelnen Schichten des Schalenkatalysators
kann mit beliebigen an sich bekannten Methoden erfolgen, z. B. durch Aufsprühen
von Lösungen oder Suspensionen in der Dragiertrommel oder Beschichtung mit
einer Lösung oder Suspension in einer Wirbelschicht. Dabei können der
katalytisch aktiven Masse organische Binder, bevorzugt Copolymere, vorteilhaft in
Form einer wässrigen Dispersion, von Vinylacetat/Vinyllaurat, Vinylacetat/Acrylat,
Styrol/Acrylat, Vinylacetat/Maleat, Vinylacetat/Ethylen sowie Hydroxyethylcellulose
zugesetzt werden, wobei mit Vorteil Bindermengen von 3 bis 20 Gew.-%, bezogen auf
den Feststoffgehalt der Lösung der Aktivmassenbestandteile, eingesetzt werden.
Wird die katalytisch aktive Masse ohne organische Bindemittel auf den Träger
aufgetragen, so sind Beschichtungstemperaturen über 150°C von Vorteil.
Bei Zusatz der oben angegebenen Bindemittel liegen die brauchbaren Beschichtungstemperaturen
je nach verwendetem Bindemittel zwischen 50 und 450 °C. Die aufgetragenen Bindemittel
brennen nach dem Einfüllen des Katalysators und Inbetriebnahme des Reaktors
innerhalb kurzer Zeit aus. Der Binderzusatz hat zudem den Vorteil, dass die Aktivmasse
gut auf dem Träger haftet, so dass Transport und Einfüllen des Katalysators
erleichtert werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit drei Katalysatorlagen weisen die Katalysatoren folgende Zusammensetzung
auf (wobei die erste Lage die in Strömungsrichtung des Gasstroms am weitesten
stromaufwärts angeordnete Lage ist):
- für die erste Lage:
- 7 bis 10 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 6 bis 11 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 1,2 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0,1 bis 1 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
enthält und als Rest auf 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 5 bis 30 m2/g
- für die zweite Lage:
- 7 bis 12 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 5 bis 13 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 0 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0 bis 0,4 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
- 0 bis 0,4 Gew.-% Phosphorpentoxid (berechnet als P)
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 10 bis 40 m2/g
- für die dritte Lage:
- 8 bis 12 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 5 bis 30 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 0 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0 bis 0,3 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
0,05 bis 0,4 Gew.-% Phosphorpentoxid (berechnet als P)
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 15 bis 50 m2/g.
Das Verhältnis der von der ersten, zweiten und dritten
Lage eingenommenen Volumina beträgt vorzugsweise 100 bis 200 : 40 bis 100 :
40 bis 100.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit vier Katalysatorlagen weisen die Katalysatoren folgende Zusammensetzung
auf (wobei die erste Lage die in Strömungsrichtung des Gasstroms am weitesten
stromaufwärts angeordnete Lage ist):
- für die erste Lage:
- 7 bis 10 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 6 bis 11 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 1,2 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0,1 bis 1 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 5 bis 30 m2/g
- für die zweite Lage:
- 7 bis 10 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 4 bis 15 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 0 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0,1 bis 1 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
- 0 bis 0,4 Gew.-% Phosphorpentoxid (berechnet als P)
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 10 bis 35 m2/g
- für die dritte Lage:
- 7 bis 10 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 5 bis 13 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 0 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0 bis 0,4 Gew.-% eines Alkali (berechnet als Alkalimetall), insbesondere Cäsiumoxid
- 0 bis 0,4 Gew.-% Phosphorpentoxid (berechnet als P)
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 15 bis 40 m2/g
- für die vierte Lage:
- 8 bis 12 Gew.-% Aktivmasse bezogen auf den gesamten Katalysator, wobei diese
Aktivmasse:
- 10 bis 30 Gew.-% Vanadiumpentoxid
- 0 bis 3 Gew.-% Antimontrioxid
- 0,05 bis 0,4 Gew.-% Phosphorpentoxid (berechnet als P)
enthält und als Rest zu 100 Gew.-% Titandioxid, vorzugsweise in Anatasmodifikation
mit einer BET-Oberfläche von 15 bis 50 m2/g.
Das Verhältnis der von der ersten, zweiten, dritten
und vierten Lage einegenommenen Volumina beträgt vorzugsweise 80 bis 160 :
30 bis 100 : 30 bis 100 : 30 bis 100.
Gewünschtenfalls kann man für die Phthalsäureanhydridherstellung
noch einen nachgeschalteten Finishing-Reaktor vorsehen, wie er beispielsweise in
der
DE-A 198 07 018
oder
DE-A 20 05 969
A beschrieben ist. Als Katalysator verwendet man dabei im Vergleich zum
Katalysator der letzten Lage vorzugsweise einen noch aktiveren Katalysator.
Die Katalysatoren werden üblicherweise in Reaktionsrohre
gefüllt, die in von außen auf die Reaktionstemperatur, beispielsweise
mit einem Wärmeträgermedium, z. B. einer Salzschmelze, thermostatisiert
sind. Über die so bereitete Katalysatorschüttung wirdder gasförmige
Strom bei Temperaturen von im allgemeinen 300 bis 450 °C, vorzugsweise von
320 bis 420 °C und besonders bevorzugt von 340 bis 400 °C und bei einem
Überdruck von im allgemeinen 0,1 bis 2,5 bar, vorzugsweise von 0,3 bis 1,5
bar mit einer Raumgeschwindigkeit von im allgemeinen 750 bis 5000 h-1
geleitet.
Das dem Katalysator zugeführte Reaktionsgas wird im
allgemeinen durch Vermischen von einem molekularen Sauerstoff enthaltenden Gas,
das außer Sauerstoff noch geeignete Reaktionsmoderatoren und/oder Verdünnungsmittel,
wie Dampf, Kohlendioxid und/oder Stickstoff, enthalten kann, mit dem zu oxidierenden,
aromatischen Kohlenwasserstoff erzeugt, wobei das molekularen Sauerstoff enthaltende
Gas im allgemeinen 1 bis 100 mol-%, vorzugsweise 2 bis 50 mol-% und besonders bevorzugt
10 bis 30 mol-% Sauerstoff, 0 bis 30 mol-%, vorzugsweise 0 bis 10 mol-% Wasserdampf
sowie 0 bis 50 mol-%, vorzugsweise 0 bis 1 mol-% Kohlendioxid, Rest Stickstoff,
enthalten kann. Zur Erzeugung des Reaktionsgases wird das molekularen Sauerstoff
enthaltende Gas im allgemeinen mit 30 g bis 150 g je Nm3 Gas, vorzugsweise
60 bis 120 g je Nm3, des zu oxidierenden Kohlenwasserstoffs beschickt.
Man kann zwei oder mehr Zonen, vorzugsweise zwei Zonen
der im Reaktionsrohr befindlichen Katalysatorschüttung auf unterschiedliche
Reaktionstemperaturen thermostatisieren, wozu beispielsweise Reaktoren mit getrennten
Salzbädern eingesetzt werden können. Alternativ kann die Gasphasenoxidation
auch ohne Aufteilung in Temperaturzonen bei einer Reaktionstemperatur durchgeführt
werden.
Die Erfindung wird durch die beigefügte Figur und
die folgenden Beispiele näher veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt das Temperaturprofil eines zweilagigen Katalysatorsystems
bei der Gasphasenoxidation von o-Xylol zu Phthalsäureanhydrid (ohne Moderatorlage).
Fig. 2 zeigt das Temperaturprofil eines zweilagigen Katalysatorsystems
bei der Gasphasenoxidation von o-Xylol zu Phthalsäureanhydrid mit katalytisch
inaktiver Moderatorlage zwischen erster und zweiter Katalysatorlage.
Beispiele
Vergleichsbeispiel
Man verwendete ein käufliches zweilagiges Katalysatorsystem,
das aus zwei Katalysatoren unterschiedlicher Aktivität bestand. Der stromaufwärts
gelegene Katalysator mit niedrigerer Aktivität wird als Selektivkatalysator,
der stromabwärts gelegene Katalysator als Aktivkatalysator bezeichnet. Die
Aktivmasse beider Katalysatoren enthielt Titandioxid und Vanadiumoxid. Die Aktivmasse
war auf Steatitträger aufgebracht.
Von unten nach oben wurden in einen Reaktor, bestehend
aus einem Eisenrohr mit einer lichten Weite von 25 mm und einer Länge von 360
cm, 130 cm Aktivkatalysator und 170 cm Selektivkatalysator eingefüllt. Das
Eisenrohr war zur Temperaturregelung von einer Salzschmelze einer Temperatur von
350 °C umgeben. Durch das Rohr wurden stündlich von oben nach unten 4
Nm3 Luft pro Rohr mit Beladungen an 98,5gew.-% igem o-Xylol von 80 g/Nm3
Luft geleitet.
Das Temperaturprofil dieses Katalysatorsystems nach 18
Monaten Betriebszeit ist in Figur 1 dargestellt. Man erkennt, dass der gasförmige
Strom mit einer Temperatur von etwa 385 °C in die Lage des Aktivkatalysators
eintritt. Die Ausbeute betrug nach dieser Betriebszeit 113,5 kg Phthalsäureanhydrid
pro 100 kg eingesetztem o-Xylol (bezogen auf reines o-Xylol).
Erfindungsgemäßes Beispiel
Das Vergleichsbeispiel wurde wiederholt, wobei jedoch die
Schüttungslängen des Katalysatorsystems zugunsten einer Moderatorlage
modifiziert wurden. Die Moderatorlage bestand aus Steatitringen (7 mm Aussendurchmesser,
7mm Höhe, 4 mm Innendurchmesser). Man füllte nacheinander 125 cm Aktivkatalysator,
15 cm Moderatorlage und 170 cm Selektivkatalysator in die Rohre.
Das Temperaturprofil dieses Katalysatorsystems nach 18
Monaten Betriebszeit bei einer Salzbadtemperatur von 350 °C ist in Figur 2
dargestellt. Man erkennt, dass der gasförmige Strom mit einer Temperatur von
etwa 368 °C in die Lage des Aktivkatalysators eintritt, d. h. mit einer gegenüber
dem Vergleichsbeispiel um etwa 17 °C tieferen Temperatur. Die Ausbeute betrug
nach dieser Betriebszeit 114,3 kg Phthalsäureanhydrid pro 100 kg eingesetztem
o-Xylol (bezogen auf reines o-Xylol).