Die vorliegende Erfindung betrifft ein Polymersystem mit definiert
einstellbarer Ladungsträgerbeweglichkeit aus Poly(3-alkylthiophen) mit einer
Ladungsträgerbeweglichkeit im Bereich von 10–8 bis 1 cm2/Vs
und mindestens einem hierin gebundenem organischen Dotiermolekül als Akzeptor
und/oder Donator. Verwendung finden derartige Polymersysteme, Copolymere und/oder
Polymerblends in elektronischen Bauelementen, insbesondere organischen Feldeffekttransistoren,
polymeren Diodenstrukturen, organischen Leuchtdioden und photovoltaischen Zellen
auf Basis von halbleitenden Polymeren.
Für die Anwendung von organischen Materialien in elektronischen
Bauelementen sind in der Regel hochreine, definierte Materialien, die frei von ionischen
Verunreinigungen sein müssen, notwendig. Ionische Verunreinigungen, die aus
der Synthese der Materialien oder Reinigungsprozessen stammen können, führen
zu einer unkontrollierten Störstellenleitung ähnlich einer nicht beabsichtigten
Dotierung im anorganischen Halbleiter. Die elektronischen Eigenschaften der Bauelemente
werden dann nicht nur von den intrinsischen Materialparametern sondern auch von
den Verunreinigungen bestimmt. Diese Verunreinigungen besitzen keine definierten
Ladungstransportzustände. Deshalb sind reproduzierbare Ergebnisse nur mit hochreinen
Materialien zu erzielen. Um die Beweglichkeit der Ladungsträger, d.h. Elektronen,
Löcher, in den elektronischen Bauelementen trotzdem zu erhöhen, ist es
notwendig, die Materialien gezielt mit Störstellen zu beeinflussen, d.h. zu
dotieren.
Poly(3-alkylthiophene) (P3HT) zählen zu einer Klasse von Polymeren
mit Ladungsträgerbeweglichkeiten bis zu 10–2 cm2/Vs,
die in organischen Feldeffekttransistoren eingesetzt werden, vgl. Z. Bao, A. Dodabalapur,
A.J. Lovinger, Appl. Phys. Lett., Vol. 69 (26) Dezember 1996, S. 4108-4110 und H.
Sirringhaus, P.J. Brown, M.M. Nielsen, K. Bechgaard, B.M.W. Langeveld-Voss, A.J.H.
Spiering, R.A.J. Jansson, E.W. Meijer, P. Herwig, D.M. de Leeuw, Nature, Vol. 401,
Oktober 1999, S. 685-688. Die bisher kommerziell verfügbaren und dem Stand
der Technik entsprechenden P3HTs weisen bisher deutliche Verunreinigungen durch
Metall- und Halogenidionen auf, deren Gehalt sich von Charge zu Charge deutlich
unterscheiden kann. Für die Anwendung in elektronischen Bauelementen ist das
ein entscheidender Nachteil, weil die Verunreinigungen, auch im ppm-Bereich zu sehr
unterschiedlichen Materialeigenschaften führen und zusätzlich die Lebensdauer
der Bauelemente nachteilig beeinflussen können. Die Aufreinigung führt,
wie in der DE 103 24 554 ausgeführt,
zu reproduzierbaren Ergebnissen. Bei unseren Untersuchungen wurde festgestellt,
dass im Vergleich zum nicht aufgereinigten P3HT die Ladungsträgerbeweglichkeiten
um ca. eine Größenordnung absinken. Um diese Verringerung wieder auszugleichen,
wird vorgeschlagen, eine gezielte Dotierung vorzunehmen. Die Dotierung kann sowohl
durch die einfache Einmischung als auch durch den Einbau von Dotiermolekülen
in eine polymere Kette erreicht werden. Die Dotierung durch Einmischung kann dadurch
realisiert werden, dass als Dotiermittel starke organische Elektronenakzeptoren
(wie z.B. 2,3-Dichlor-5,6-dicyanbenzochinon, 7,7,8,8-Tetracyanochinodimethan oder
auch 7,7,8-Tetracyan-2,3,5,6-tetrafluorchinodimethan) p-halbleitenden Materialien
definiert zugesetzt werden, vgl. S. Badriya, B. Eccleston, I. Liversedge, M. Raja,
N. Sedghi, 54th ISE, San Pedro, Brasilien 2003, Abstract 127. Berichtet
wurde, dass durch eine Einmischung von zirka 0,5 bis 10 Gewichtsprozent eines organischen
Akzeptors eine um ein bis zwei Größenanordnungen höhere Löcherbeweglichkeit
erreicht wird. Das Problem solcher Mischungen oder Blends besteht darin, dass durch
Diffusionsprozesse der organischen Moleküle in der Polymermatrix die Lebensdauer
des realisierten Bauteils beeinträchtigt wird.
Die WO 2004/058740 betrifft Oligothiophene mit elektrischen Halbleitereigenschaften.
Die Oligothiophene umfassen zwischen 2 und 11 Thiophenringen, wobei an den endständigen
Thiophengruppen in 2- bzw. 5-Stellung ein Substituent mit Elektronendonatoreigenschaften
angeordnet ist.
Weiterhin beschreibt die WO 00/60612 ein Verfahren zur Herstellung
eines konjugierten Polymers, das mit einem Dotierungsmittel dotiert ist, wobei das
Dotierungsmittel zu einer Lösung des entsprechenden konjugierten Polymers oder
einem Vorläufer davon gegeben wird und gegebenenfalls ein weiteres Polymer
zugegeben wird, wobei die Dotierungseinheit des Dotierungsmittels an das konjugierte
Polymer oder dessen Vorläufer oder das zweite Polymer anbinden kann; weiterhin
erfolgt eine Vernetzung des Dotierungsmittels mit dem konjugierten Polymer.
Aus der DE 103 07 125 geht
ein dotiertes organisches Halbleitermaterial mit erhöhter Ladungsträgerdichte
und effektiver Ladungsträgerbeweglichkeit hervor, das durch Dotierung eines
organischen Halbleitermaterials mit einer chemischen Verbindung, bestehend aus einer
oder mehreren organischen molekularen Gruppen mit mindestens einem weiteren Verbindungspartner
hervorgeht, wobei die gewünschte Dotierwirkung nach Abspaltung mindestens einer
organischen molekularen Gruppe, aus der die chemische Verbindung durch wenigstens
eine organische molekulare Gruppe oder durch das Produkt einer Reaktion wenigstens
einer molekularen Gruppe mit einem anderen Atom oder Molekül
erhalten wird.
Polythiophene mit hohen Ladungsträgerbeweglichkeiten gehen ebenso
aus der DE 101 52 939 hervor. Die Polymere
weisen eine hohe Beweglichkeit der Ladungsträger auf, weshalb sie sich für
die Herstellung elektronischer Bauelemente, beispielsweise Feldeffekttransistoren,
eignen.
Weitere gattungsgemäße Materialien, sind beispielsweise
in G. Zerza, J. Phys. Chem. A (2001), 105(17), 4172-4176 oder L. Tan et al., Chemistry
of Materials (2003), 15(11), 2072-2279 erwähnt.
Ausgehend hiervon war es daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
halbleitende Polymere, Copolymere und/oder Polymerblends derart zu modifizieren,
um Diffusionsprozesse zu unterbinden und gleichzeitig eine Erhöhung der Ladungsträgerbeweglichkeiten
zu erreichen.
Diese Aufgabe wird durch das Polymersystem mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und ein das erfindungsgemäauf. In Anspruch 9 wird die Verwendung der erfindungsgemäßen
Polymersysteme beschrieben.
Erfindungsgemäß wird ein Polymersystem mit definiert einstellbarer
Ladungsträgerbeweglichkeit aus Poly(3-alkylthiophen) mit einer Ladungsträgerbeweglichkeit
im Bereich von 10–8 bis 1 cm2/Vs und mindestens einem
im Polymer kovalent gebundenem organischen Dotiermolekül als Akzeptor mit einem
Reduktionspeakpotential von 0,2 bis –1,0 V vs. SCE, d. i. eine gesättigte
Kalomelelektrode, und/oder Donator mit einem Oxidationspeakpotential von 0,2 bis
1,0 V vs. SCE bereitgestellt. Die genannten Potentiale werden dabei cyclovoltammetrisch
bzw. polarographisch bestimmt. Hinsichtlich des Messverfahrens wird auf F. Beck.,
Elektroorganische Chemie, VCH Wiley, 1974, S. 64 ff. Bezug genommen.
Durch die erfindungsgemäße Einführung von Molekülen
mit definierten elektronischen Eigenschaften, d.h. Akzeptoren und Donatoren, können
die Ladungsträgerbeweglichkeiten nun gezielt eingestellt werden.
Das Dotiermolekül ist vorzugsweise ein Akzeptor, der aus der
Gruppe der dihalogen-substituierten Chinone, Tetrafluorbenzole und Tetracyanodimethane
ausgewählt ist. Besonders bevorzugt sind dabei Dotiermoleküle, die aus
der Gruppe der Verbindungen mit den allgemeinen Formeln I bis VII
mit Hal = Cl und/oder Br ausgewählt sind.
Besonders geeignet sind als Akzeptormoleküle dihalogen-substituierte
Moleküle, die sich unter Ausnutzung von metallkatalysierten Polymerisationsverfahren,
z.B. gemäß McCullogh, Yamamoto oder Suzuki, in die halbleitenden
Polymere einbauen lassen.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Dotiermolekül
ein dihalogen-substituierter Donator. Donormoleküle müssen in der Lage
sein, Elektronen an das halbleitende Material zu übergeben. Dadurch entstehen
im Halbleiter zusätzliche Elektronen als freie Ladungsträger.
Als Donator sind vor allem dihalogen-substituierte Donormoleküle
bevorzugt. Besonders bevorzugt ist das Dotiermolekül eine Verbindung der allgemeinen
Formel VIII
mit R = unabhängig voneinander, H, verzweigter oder geradkettiger Alkyl- oder
Alkoxyrest und Hal = Cl und/oder Br.
Vorzugsweise ist das mindestens eine Dotiermolekül in einer Konzentration
von 0,4 bis 20 Gew.-%, besonders bevorzugt von 1 bis zu 10 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtsystem, enthalten.
Vorzugsweise besteht das erfindungsgemäße Polymersystem
aus Poly(3-alkylthiophen) mit einer Ladungsträgerbeweglichkeit von größer
10–5 cm2/Vs.
Verwendung finden derartige Polymersysteme in elektronischen Bauelementen,
insbesondere organischen Feldeffekttransistoren, polymeren Diodenstrukturen, organischen
Leuchtdioden und photovoltaischen Zellen auf Basis von halbleitenden Polymeren.
Anhand der nachfolgenden Figuren und Beispiele soll der anmeldungsgemäße
Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hierin beschriebenen
speziellen Ausführungsvarianten einschränken zu wollen.
1 zeigt ein 13C-NMR-Spektrum eines Poly(3-Hexylthiophens)
mit eingebauten 4,3 mol-% des 9-Dicyanomethanfluorens.
2 zeigt einen Vergleich der Ausgangskennlinien von Transistoren
mit undotiertem bzw. dotiertem Poly(3-Hexylthiophen).
3 zeigt Transferkennlinien der Transistoren von undotiertem
bzw. dotiertem Poly(3-Hexylthiophen).
4 zeigt die Ergebnisse von Schwellspannungsuntersuchungen von undotiertem
bzw. dotiertem Poly(3-Hexylthiophen).
Beispiel 1Synthese des Dotiermoleküls
Der Einbau der Dotiermoleküle in das halbleitende Polymer erfordert
zunächst die Bereitstellung eines entsprechenden bi-funktionalisierten Dotiermoleküls.
Durch eine Knoevennagel-Kondensation wurde das 2,7-Dibrom-9-fluorenon
mit Malondinitril zu dem organischen Akzeptormolekül 2,7-Dibrom-9-dicyanomethanfluoren
umgesetzt.
2 g (5,92 mmol) 2,7-Dibrom-9-fluorenon werden in 40 ml Benzol gelöst.
Dazu werden 0,4 ml Piperidin und 1 ml Eisessig gegeben. Alles zusammen wird 5 min
gerührt und anschließend werden 0,42 g (6,36 mmol) Malondinitril dazugegeben.
Die gesamte Reaktionslösung wird 3,5 h in Gegenwart eines Wasserabscheiders
auf Rückflug erhitzt. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt zweimal mit
Benzol gewaschen und aus Chloroform umkristallisiert.
Ausbeute: 2,2 g (96 %) 2,7-Dibrom-9-dicyanomethanfluoren
Einbau eines funktionalisierten Dotiermoleküls in das halbleitende
Polymer
Die Harstellung von regioregularen P3HTs ohne Dotiermoleküle
mittels Grignard Metathesn ist bereits aus der EP
1 028 136 A2 und der US 6,166,172
bekannt.
Grignard Metathese mit Akzeptoreinbau in die polymere Hauptkette.
Durch Zusatz verschiedener Konzentrationen des 2,7-Dibrom-9-dicyanomethanfluoren
während der Polymerisation des 2,5 Dibrom-3-hexylthiophens mittels Grignard
Metathese wurden regioregulare Poly(3-hexylthiophene) mit unterschiedlichen Gehalten
an dem Akzeptormolekül des 9-Dicyanomethanfluorens in der polymeren Hauptkette
erhalten.
Tabelle 1 zeigt Poly(3-hexylthiophene) mit unterschiedlichen Gehalten
an fest eingebundenen Akzeptormolekülen (Akzeptor: 2,7-Dibrom-9-dicyanomethanfluoren).
Tabelle 1
Die Polymere wurden folgendermaßen hergestellt:
2,5 g (0,00765 mol) des 2,5-Dibrom-3-hexylthiophens werden in 45 ml trockenem THF
vorgelegt und 8 ml (0,0080 mol) einer 0,1 molaren Methylmagnesiumbromidlösung
in Dibutylether zugetropft. Diese Lösung wird eine Stunde Rückfluss erhitzt.
Anschließend werden in diese Reaktionslösung unter Rühren das 2,7-Dibrom-9-dicyanomethanfluoren
z.B. 0,225 g (0,583 mmol; 7,1 mol% bezogen auf das 2,5-Dibrom-3-hexylthiophen) und
42 mg (0,0775 mmol) des [1,3-Bis(-diphenylphosphino)propan]-dichlor-Ni (II) als
Katalysator zugeben und die Reaktionslösung unter Rühren 24 h Rückfluss
erhitzt. Die Reaktionslösung wurde abgekühlt auf Raumtemperatur und in
Aceton bzw. Methanol ausgefällt. Das abgetrennte Polymer (0,85 g = 67% Rohausbeute)
wurde wieder in Chloroform (100 ml) aufgenommen und mittels ammoniakalischer EDDTA-Lösung
(110 ml EDDTA + 50 ml NH3-Lösung) 4 h ausgerührt. Die organische
Phase wurde neutral gewaschen und über eine Kieselgelsäure filtriert.
Die organische Phase wurde auf ca. 20 ml eingeengt und wiederholt in Methanol ausgefällt.
Nach dem Trocknen im VHS bei 40°C waren noch 550 mg (43%) an Polymer vorhanden,
vgl. Angaben Versuch 2 in der Tabelle).
In 1 ist ein 13C-NMR-Spektrum
eines Poly(3-hexylthiophens) mit eingebauten 4,3 mol% des 9-Dicyanomethanfluorens
dargestellt.
Die Signale bei 108 ppm im 13C-NMR-Spektrum lassen sich
dem Kohlenstoffatom aus der CN-Gruppe definiert zuordnen. Aus diesem Grund kann
man dann über das Integral genau die eingebaute Menge an dem Akzeptormolekül
(Dicyanmethanfluoren) bestimmen.
Beispiel 3Physikalische Charakterisierung in OFET Strukturen
Es wurden Feldeffekttransistoren (OFET) aufgebaut um zu testen, wie
erfolgreich der Einbau von Dotiermolekülen (hier Akzeptor) die Eigenschaften
des polymeren Halbleiters verbessert hat. Eine „bottom-gate" Transistor-Konfiguration
wurde angewendet, mit Silizium Gate-Elektrode, SiO2-Isolatorschicht (Kapazität
14,6 nF/cm2) und Gold Source-Drain Elektroden. Es wurden zwei Typen von
Proben – eine mit dem gereinigten Poly(3-hexylthiophen) (P3HT) als aktive
Schicht und eine mit dem gereinigten Poly(3-hexylthiophen) (P3HT) mit eingebauten
Dotiermolekülen. Die Polymerschichten wurden durch spin-coating auf die Transistorstrukturen
in einer inerten Atmosphäre (Glove-Box) aufgebracht. Die typischen Polymerschichtdicken
betragen ca. 100 nm.
Die elektrische Charakterisierung der Transistorproben wurde ebenfalls
in einer Glove Box-Atmosphäre durchgeführt. Die Ausgangskennlinien der
Transistoren mit den unterschiedlichen aktiven Schichten sind in 2
dargestellt.
2a zeigt dabei Ausgangskennlinien der Transistoren
mit dem gereinigten Poly(3-hexylthiophen) und 2b Poly(3-hexylthiophen)
mit 1,8 mol% fest eingebauten Akzeptormolekülen in der Hauptkette.
Nach den Ausgangskennlinien wurden die Transferkennlinien der Transistoren
im Sättigungsbereich gemessen. Ein Vergleich zwischen den Ergebnissen für
die beiden Transistor-Typen ist in 3 dargestellt. In
diesem Plot sind die Quadratwurzeln der Sättigungsströme zwischen den
Source-Drain Elektroden als Funktion der Gatespannungen aufgebracht.
3 zeigt Transferkennlinien der Transistoren mit dem
gereinigten Poly(3-hexylthiophen) und Poly(3-hexylthiophen mit 1,8 mol% fest eingebauten
Akzeptormolekülen in der Hauptkette.
Aus den Transferkennlinien wurden die Sättigungsmobilitäten
der Polymeren bestimmt. Die Ergebnisse für zwei unterschiedliche Transistorkanallängen
sind in der Tabelle 2 zusammengefasst. Diese zeigt die Beweglichkeiten der Transistor-Proben
auf Basis der Poly(3-hexylthiophene) (P3HT) des dotiermolekülhaltigen Polymers
mit 1,8 mol% fest eingebauten Akzeptormolekülen in der Hauptkette. Hauptsächlich
sind die nachgewiesenen Mobilitätswerte bei dem akzeptorhaltigen Polymer um
eine Größenordnung erhöht im Vergleich zu dem aufgereinigten P3HT.
Eine weitere Eigenschaft der dotiermolekülhaltigen Polymeren
zeigt sich hinsichtlich der Stabilität der Transistor-Transferkennlinien. In
4a und b sind drei nacheinander gemessene Transferkennlinien
jeweils bei den beiden Transistor-Typen dargestellt. Wie die Figur zeigt, findet
bei der Probe mit Poly(3-hexylthiophen) eine Verschiebung der Kennlinien um etwa
10 Volt statt. Die gleichartige Messprozedur führt bei dem dotiermolekülhaltigen
Polymer zu keinen Schwellspannungsänderungen.
4 zeigt dabei Schwellspannungsuntersuchungen des gereinigten Poly(3-hexylthiophens)
a) und des Poly(3-hexylthiophens) mit 1,8 mol% fest eingebauten Akzeptormolekülen
in der Hauptkette b).
Die Dotierung führte demnach zu einer Erhöhung der Ladungsträgerbeweglichkeiten
und zur Stabilisierung der Transistorkennlinien.
Anspruch[de]
Polymersystem mit definiert einstellbarer Ladungsträgerbeweglichkeit
aus Poly(3-alkylthiophen) mit einer Ladungsträgerbeweglichkeit von größer
10–8 cm2/Vs und mindestens einem in der Hauptkette
des Polymers, Copolymers und/oder Polymerblends kovalent gebundenem, bifunktionalisiertem
organischen Dotiermolekül als Akzeptor mit einem Reduktionspeakpotential von
0,2 bis –1,0 V vs. SCE und/oder Donator mit einem Oxidationspeakpotential
von 0,2 bis 1,0 V vs. SCE.Polymersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens
eine Dotiermolekül ein Akzeptor ausgewählt aus der Gruppe der dihalogen-substituierten
Chinone, Tetrafluorbenzole und Tetracyanodimethane ist.Polymersystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dotiermolekül
ausgewählt ist aus der Gruppe der Verbindungen mit den allgemeinen Formeln
I bis VII
mit Hal = Cl und/oder Br.Polymersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Dotiermolekül ein dihalogensubstituierter Donator
ist.Polymersystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Dotiermolekül
eine Verbindung der allgemeinen Formel VIII
mit R = unabhängig voneinander H, verzweigter oder geradkettiger Alkyl- oder
Alkoxyrest und Hal = Cl und/oder Br ist.Polymersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das mindestens eine Dotiermolekül in einer Konzentration
von 0,4 bis zu 20 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtsystem, enthalten ist.Polymersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens
eine Dotiermolekül in einer Konzentration von 1 bis zu 10 Gew.-%, bezogen auf
das Gesamtsystem, enthalten ist.Polymersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass das Poly(3-alkylthiophen) eine Ladungsträgerbeweglichkeit
von größer 10–5 cm2/Vs besitzt.Verwendung des Polymersystems nach einem der Ansprüche 1 bis 8
in elektronischen Bauelementen.Verwendung nach Anspruch 9 in organischen Feldeffekttransistoren, polymeren
Diodenstrukturen, organischen Leuchtdioden und photovoltaischen
Zellen auf Basis von halbleitenden Polymeren.