Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Bestimmung des Verhältnisses zweier Widerstände.
Verfahren aus dem Stand der Technik zur Bestimmung des Verhältnisses
zweier Widerstände werden beispielsweise bei der Temperaturbestimmung in Kühlgeräten,
Klimaanlagen, in Maschinen zur Überwachung beispielsweise der Öltemperatur
eingesetzt.
Die üblichen Verfahren verwenden eine Lade – Entladetechnik,
um das Verhältnis zweier Widerstände zu bestimmen. Üblicherweise
ist dabei einer der Widerstände ein temperaturabhängiges Element, z.B.
ein Thermistor, der mit einem bekannten Referenzwiderstand verglichen werden soll.
Ein Thermistor kann dabei je nach Verwendungszweck ein PTC oder ein
NTC sein. Abhängig von der Temperatur ändert sich der Widerstandswert.
Das Messprinzip basiert auf der Tatsache, dass die Spannung V am Kondensator
eine zeitabhängige Funktion ist, die von einer Zeitkonstante &tgr; abhängt.
Die Zeitkonstante &tgr; wiederum ist das Produkt aus Kapazität
und Entladewiderstand R.
Üblicherweise wird ein Kondensator auf eine Anfangsspannung Vi
geladen und anschließend bis zu einer bestimmten Schwellenspannung Vth
über den veränderlichen Widerstand entladen. Die hierfür erforderliche
Zeit tx wird gemessen und gespeichert. Es gilt nun der folgende Zusammenhang:
In einem zweiten Ladezyklus wird der Kondenstor erneut auf die Anfangsspannung
Vi geladen und anschließend über den Referenzwiderstand Rref
entladen. Die hierfür erforderliche Zeit tref wird gemessen und
gespeichert. Es gilt nun der Zusammenhang:
Da das Verhältnis von Vth und Vi in beiden
Messungen identisch ist, kann nun der Exponent verglichen werden. Hieraus folgt,
und mit &tgr; = R·C
dass durch Division der gemessenen Zeiten tx und t tref das
Widerstandsverhältnis zu
bestimmt werden kann.
Dieses Verfahren kann natürlich auch in ähnlicher Weise
angewendet werden, indem die Ladezeit anstatt der Entladezeit gemessen wird, jeweils
für den veränderlichen Widerstand und den Referenzwiderstand.
Dieses Verfahren kann sowohl in Software als auch in Hardware implementiert
werden. Jedoch erfordern sowohl das Lade-Entlade-Verfahren als auch das Entlade-Lader-Verfahren
die Bildung eines Verhältnisses, sei es durch einen Hardwaredividierer oder
durch eine Softwaredivision. Hardwaredividierer erfordern eine umfangreiche Logik,
die solche Einheiten teuer machen; Softwarelösungen erfordern einen erheblichen
Zeitaufwand.
Darüber hinaus ist bei einer digital nach analog Wandlung auch
das Least Significant Bit (LSB) und damit die Messauflösung eine Größe,
die von Vi, Vth, und der Kapazität C abhängt.
Verfahren und Vorrichtungen der vorbeschriebenen Art sind beispielsweise
aus der Deutschen Patentschrift DE 101 34
635 C1 bekannt.
Andere wie die aus der Deutschen Patentschrift DE
196 41 648 C1 bekannten Vorrichtungen und Verfahren erfordern den Einsatz
von zwei Referenzwiderstandseinheiten und einer komplizierten Berechnung, welche
zumindest eine Division und eine Exponentialfunktion erfordern.
Weitere Vorrichtungen und Verfahren, wie die aus der Deutschen Offenlegungsschrift
DE 101 57 529 A1 bekannte Vorrichtung,
stellen den Widerstand aus einer Nachführung eines Oszillators fest. Diese
Vorrichtung und das entsprechende Verfahren erfordern unter Umständen mehrere
Messzyklen bis das Messergebnis feststeht.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Bestimmung des
Verhältnisses zweier Widerstände zur Verfügung zu stellen, dass die
Nachteile bisheriger Verfahren vermeidet.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst,
bei dem keine Division nötig ist.
Wie in dem vorbeschriebenen Verfahren aus dem Stand der Technik wird
eine Kapazität C auf eine anfängliche Spannung Vi geladen.
Anschließend wird der Kondenstor C über einen unbekannten Widerstand Rx
bis zu einer Schwellspannung Vth entladen. Beim Entladen wird die Zeit
tx1 zum Entladen der Kapazität C gemessen und gespeichert.
In einem zweiten Zyklus wird der Kondensator C erneut auf die anfängliche
Spannung Vi geladen. Anschließend wird der Kondenstor C über
einen bekannten Referenzwiderstand Rref für eine vorbestimmte Zeit
tref auf eine Zwischenspannung Vref entladen.
Der Entladevorgang wird dann über den unbekannten Widerstand
Rx fortgeführt und der Kondensator C wird bis zur Schwellspannung
Vth entladen. Beim Entladen wird die Zeit tx2 zum Entladen
der Kapazität C von der Zwischenspannung Vref auf die Schwellenspannung
Vth gemessen und gespeichert.
Da das Verhältnis von Vth und Vi in beiden
Messungen identisch ist, kann nun der Exponent verglichen werden. Hieraus folgt,
und mit &tgr; = R·C
dass durch Subtraktion der gemessenen Zeiten tx und tref das
Widerstandsverhältnis zu
bestimmt werden kann.
Das vorbezeichnete erfinderische Verfahren kann natürlich auch
dahingehend abgewandelt werden, dass der Kondensator C nur auf die Referenzspannung
Vref geladen wird und anschließend nur noch bis zur Schwellenspannung
Vth entladen wird, da der Kondenstor C fest ist und damit auch die Referenzzeit
tref festgelegt ist.
Bei dem vorbeschriebenen Verfahren ist also durch geeignete Wahl von
Rref keinerlei Division mehr nötig. Dadurch kann das Verfahren sowohl
einfach in Hardware als auch erheblich schneller in Software implementiert werden.
Weiterhin vorteilhaft ist, daß das Least Significant Bit (LSB)
und damit die Messauflösung eine Größe ist, die ausschließlich
durch das Verhältnis von Rx/tref geeignet gewählt
wird.
Ferner kann das vorbeschriebene Verfahren natürlich auch in umgekehrter
Reihenfolge angewendet werden, so dass zuerst tx2 und anschließend
tx1 bestimmt wird.
Weiterhin kann das Verfahren auch anstatt mit einer Lade-Entladetechnik
auch mit einer Entlade-Lade-Technik verwendet werden. Die notwendigen Modifikationen
erschließen sich dem Fachmann ohne weiteres aus dem physikalischen Zusammenhang.
Dem Fachmann erschließen sich auch andere Anwendungsmöglichkeiten
zur Bestimmung des Verhältnisses zweier Widerstände, bei dem der veränderliche
Widerstand Rx kein thermisch variables Element ist.
Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Bestimmung des
Verhältnisses zweier Widerstände.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung weist auf Mittel zum
Laden eines Kondenstors C. Weiterhin weist die Vorrichtung Mittel zum Entladen des
Kondensators C mittels entweder eines bekannten Referenzwiderstands Rref
oder eines veränderlichen unbekannten Widerstandes Rx auf. Darüber
hinaus weist die Vorrichtung Mittel zur Bestimmung der Spannung am Kondensator C
und Mittel zur Bestimmung der abgelaufenen Zeit auf.
Die vorbezeichnete Vorrichtung kann zur Anwendung eines der vorbezeichneten
erfinderischen Verfahren eingesetzt werden.
Beispielsweise können die Mittel zum Laden und Entladen des Kondenstors
C geeignete Ein- bzw. Ausgänge eines TTL-Schaltkreises sein. Der entsprechende
Widerstand kann beispielsweise über einen Sequencer ausgewählt werden.
Weiterhin können die Mittel zur Bestimmung der Spannung als TTL-Schaltkreis
mit einer bestimmten Schwellspannung ausgeführt sein, z.B. ein Komperator.
Darüber hinaus können die Mittel zur Bestimmung der Zeit einfache Zähler
sein.
Werden beispielsweise Standard TTL Schaltlogiken verwendet, führt
die Laden-Entlade-Technik gegenüber der Entlade-Lade-Technik zu einer verbesserten
Auflösung. Alternative kann auch eine geringere Kapazität eingesetzt werden.
Eine derartige Vorrichtung lässt sich sowohl integriert als auch
diskret aufbauen.
Anspruch[de]
Verfahren zur Bestimmung des Verhältnisses zweier Widerstände
aufweisend die Schritte:
(1) Laden eines Kondensators C auf eine anfängliche Spannung Vi,
(2) Entladen eines Kondensators C mittels eines unbekannten Widerstandes Rx
auf eine Schwellenspannung Vth und Messen der dazu nötigen Zeit
tx1,
(3) Laden des Kondensators C auf die anfangliche Spannung Vi,
(4) Entladen des Kondensators C mittels eines bekannten Referenzwiderstands Rref
auf eine Referenzspannung Vref, die kleiner als die Spannung Vi
und größer als die Schwellenspannung Vth ist,
(5) Fortsetzen des Entladens des Kondensators C mittels des unbekannten Widerstands
Rx auf die Schwellenspannung Vth und Messen der dazu nötigen
Zeit tx2,
(6) Bilden der Differenz aus den beiden ermittelten Zeiten.Verfahren zur Bestimmung des Verhältnisses zweier Widerstände
aufweisend die Schritte:
(1) Entladen eines Kondenators C auf eine Schwellenspannung Vth,
(2) Laden eines Kondensators C mittels eines unbekannten Widerstandes Rx
auf eine anfängliche Spannung Vi und Messen der dazu nötigen
Zeit tx1,
(3) Entladen des Kondensators C auf eine Schwellenspannung Vth
(4) Laden des Kondensators C mittels eines bekannten Referenzwiderstands Rref
auf eine Referenzspannung Vref, die kleiner als die Spannung Vi
und größer als die Schwellenspannung Vth ist,
(5) Fortsetzen des Ladens des Kondensators C mittels des unbekannten Widerstands
Rx auf die anfängliche Spannung Vi und Messen der dazu
nötigen Zeit tx2,
(6) Bilden der Differenz aus den beiden ermittelten Zeiten.Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schritte (1) und (2) nach den Schritten (3) (4) und (5), aber vor Schritt
(6) ausgeführt werden.Vorrichtung zur Bestimmung des Verhältnisses zweier Widerstände,
mit der ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 durchgeführt wird.Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
integriert ausgeführt ist.