Die vorliegende Erfindung betrifft Halbleiterbauelemente mit unterschiedlichen
Gateoxiddicken, insbesondere integriert mit Kondensatorstrukturen, und zugehörige
Herstellungsverfahren.
In der Halbleitertechnologie, insbesondere bei der Integration von
Halbleiterbauelementen wie zum Beispiel Hochvoltbauelementen, sind Oxidschichten
wichtig, die eine hohe Qualität aufweisen. Die Oxide werden unter anderem für
elektrische Isolationen verwendet. Dazu gehören zum Beispiel Oxidgräben
im Halbleitersubstrat zur elektrischen Trennung von Schaltungskomponenten, Gateoxide
zwischen der Gateelektrode und dem Kanalbereich von Feldeffekttransistoren und dielektrische
Schichten zwischen den Elektroden von Kondensatorstrukturen. Die Qualität der
Oxidschichten spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Ein durch Erhitzen des Bauelementes thermisch hergestelltes Oxid ist
vorteilhaft, weil es den Einsatz höchster Feldstärken im späteren
Betrieb des Bauelementes ermöglicht. Zur Herstellung eines solchen Oxids wird
allerdings ein relativ hohes thermisches Budget benötigt. Deswegen werden thermische
Oxidschichten größerer Dicke im Rahmen eines Standardherstellungsprozesses
vermieden. Oxidschichten können jedoch auch durch Abscheiden des Oxids hergestellt
werden. Damit erhält man aber Oxidschichten, die nur für geringere elektrische
Feldstärken geeignet sind.
Für unterschiedliche Bauelementtypen, zum Beispiel unterschiedliche
Transistortypen, die für verschiedene Bereiche der Betriebsspannungen ausgelegt
sind, oder unterschiedliche Kondensatortypen, deren Flächenkapazitäten
in verschiedenen Bereichen liegen, werden die Oxidschichten in unterschiedlicher
Dicke hergestellt. Durch eine bereichsweise Maskierung der Substratoberfläche
wird erreicht, dass das thermische Oxid bereichsweise unterschiedlich dick hergestellt
wird. Es stehen somit verschiedene Oxiddicken für verschiedene Bauelementtypen
zur Verfügung. Aufgrund des begrenzten thermischen Budgets ist dieser Herstellungsprozess
jedoch auf wenige verschiedene Oxiddicken begrenzt.
In der US 2003/0038313 A1 ist ein Bauelement mit Transistoren mit
unterschiedlich dicken Gateoxiden beschrieben. Zu den Zwischenisolationsschichten
eines Speichertransistors ist angegeben, dass eine erste Siliziumoxidschicht durch
thermische Oxidation und eine zweite Siliziumoxidschicht durch CVD hergestellt wird.
Zusammen mit diesen Schichten können Gateoxide unterschiedlicher Dicken hergestellt
werden. Es sind auch unterschiedliche Wertebereiche für die Dicken dieser Schichten
angegeben.
In der US 2005/0142816 A1 ist ein Herstellungsverfahren für Gate-Isolationsschichten
unterschiedlicher Dicken beschrieben. Bei diesem Verfahren werden vier unterschiedlich
dicke Gate-Dielektrika hergestellt, wobei zunächst ein erstes und ein zweites
Gateoxid unterschiedlicher Dicke erzeugt werden und anschließend jeweils auf
einen Teilbereich des ersten und des zweiten Gateoxids eine weitere Isolationsschicht
aufgebracht wird. Das Aufbringen von Gateleitern wird vor der Fertigstellung aller
Gate-Isolationsschichten nicht vorgesehen. Zwei von den Gate-Isolationsschichten
umfassen Oxidnitridschichten, die durch thermische Nitridation hergestellt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, anzugeben, wie eine größere
Anzahl von Bauelementtypen mit jeweiligen unterschiedlichen Oxidschichten auf demselben
Halbleiterchip einfach integriert werden kann. Außerdem sollen mit dem zugehörigen
Herstellungsverfahren auch die Qualitätsanforderungen an die Oxidschichten
erfüllt werden.
Diese Aufgabe wird mit dem Herstellungsverfahren mit den Merkmalen
des Anspruches 1 beziehungsweise mit dem entsprechend herzustellenden Halbleiterbauelement
mit den Merkmalen des Anspruches 6 gelöst. Ausgestaltungen ergeben sich aus
den jeweiligen abhängigen Ansprüchen.
Bei dem Halbleiterbauelement sind zur Ausbildung unterschiedlicher
Typen von Feldeffekttransistoren mindestens vier unterschiedlich dicke Gateoxide
vorhanden. Auf den Gateoxiden ist jeweils ein elektrischer Leiter als Gate-Elektrode
angeordnet. Die vier verschiedenen Schichtdicken der Gateoxide werden dadurch erreicht,
dass zunächst zwei unterschiedlich dicke Gateoxide z. B. durch eine thermische
Oxidation hergestellt werden. Danach wird eine weitere Oxidschicht abgeschieden,
so dass insgesamt vier verschieden dicke Gateoxidschichten gebildet werden. Das
wird erreicht, indem nach dem Herstellen der thermischen Gateoxide eine erste Leiterschicht,
zum Beispiel elektrisch leitfähig dotiertes Polysilizium, aufgebracht und strukturiert
wird, mit der die Gate-Elektroden der Transistortypen mit den ersten beiden Gateoxiddicken
hergestellt werden. Dann wird die weitere Oxidschicht abgeschieden, wodurch die
Dicken der Gateoxide unter den bereits hergestellten Gate-Elektroden nicht mehr
verändert werden. In den Bereichen, in denen das thermische Oxid durch das
abgeschiedene Oxid verstärkt worden ist, wird dann eine zweite Leiterschicht
aufgebracht und strukturiert, mit der Gate-Elektroden weiterer Transistoren eines
dritten und vierten Typs ausgebildet werden. Die zweite Leiterschicht kann zum Beispiel
elektrisch leitfähig dotiertes Polysilizium sein.
Mit dem abgeschiedenen Oxid können auch Kondensatorstrukturen
hergestellt werden. Dazu wird die erste Leiterschicht vorzugsweise auch zu unteren
Kondensatorelektroden strukturiert. Darauf wird die abgeschiedene Oxidschicht aufgebracht,
die als Kondensatordielektrikum vorgesehen ist. Aus der zweiten Leiterschicht werden
dann die oberen Kondensatorelektroden strukturiert. Hierbei kann vorgesehen werden,
Kondensatorstrukturen unterschiedlicher Kapazität dadurch auszubilden, dass
das abgeschiedene Oxid von einem Teil der unteren Kondensatorelektroden entfernt
wird. Es wird in diesem Fall dann noch eine weitere Oxidschicht abgeschieden, die
die erste abgeschiedene Oxidschicht bei denjenigen Kondensatoren verstärkt,
die noch über die erste abgeschiedene Oxidschicht verfügen, und in denjenigen
Kondensatoren, bei denen die erste abgeschiedene Oxidschicht entfernt wurde, das
gesamte Kondensatordielektrikum bildet. Das ergibt Kondensatortypen mit unterschiedlichen
Dicken des Kondensatordielektrikums.
Mit zwei abgeschiedenen Oxidschichten kann die Gesamtdicke der hergestellten
Gateoxide stärker verändert werden, als es mit nur einer abgeschiedenen
Oxidschicht möglich ist, so dass auf diese Weise Transistoren eines fünften
und sechsten Typs ausgebildet werden können, die sich von den Transistoren
der bereits genannten dritten und vierten Typen durch dickere Gateoxide unterscheiden.
Die Dicken der Gateoxide der Transistoren des fünften und sechsten Typs unterscheiden
sich von den thermisch gewachsenen Gateoxiden, zumindest bis auf Herstellungstoleranzen,
jeweils um die Summe der Dicken der beiden abgeschiedenen Oxidschichten, was wiederum
der Dicke des dickeren Kondensatordielektrikums entspricht.
Es folgt eine genauere Beschreibung von Beispielen des Halbleiterbauelementes
und eines Herstellungsverfahrens anhand der beigefügten Figuren.
Die 1 zeigt einen Querschnitt durch ein
Zwischenprodukt eines Ausführungsbeispieles nach dem Aufbringen und Strukturieren
einer ersten Leiterschicht und dem Abscheiden einer Oxidschicht.
Die 2 zeigt einen Querschnitt gemäß
der 1 nach dem teilweisen Entfernen der abgeschiedenen
Oxidschicht.
Die 3 zeigt einen Querschnitt gemäß
der 2 nach dem Abscheiden und teilweisen Entfernen
einer weiteren Oxidschicht.
Die 4 zeigt einen Querschnitt gemäß
der 3 nach dem Strukturieren der weiteren abgeschiedenen
Oxidschicht.
Die 5 zeigt einen Querschnitt gemäß
der 4 nach dem Aufbringen und Strukturieren einer zweiten
Leiterschicht.
Die 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem
Querschnitt durch ein Zwischenprodukt eines Ausführungsbeispiels mit einem
Substrat 1, an dessen Oberseite bereichsweise ein Feldoxid 2 ausgebildet
ist. Dazwischen befinden sich Schichten aus Oxid, die durch einen thermischen Prozess
hergestellt sind. Für verschiedene Transistortypen sind Gateoxidschichten unterschiedlicher
Dicke vorgesehen. Im linken Bereich der 1 ist ein erstes
Gateoxid GOX1 dargestellt und im rechten Bereich der 1
ein dickeres zweites Gateoxid GOX2. Eine erste Leiterschicht 3 wurde aufgebracht
und strukturiert, um Gate-Elektroden von Feldeffekttransistoren eines ersten und
zweiten Typs auszubilden, die in dem Querschnitt der 1
jedoch nicht dargestellt sind. Diese Gate-Elektroden sind in einer an sich bekannten
Weise auf dem ersten Gateoxid GOX1 beziehungsweise dem zweiten Gateoxid GOX2 angeordnet.
Bei dem in der 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
wurde die erste Leiterschicht 3 zusätzlich zu unteren Kondensatorelektroden
strukturiert, die in dem gezeigten Beispiel auf dem Feldoxid 2 angeordnet
sind. Es wird dann ganzflächig eine abgeschiedene Oxidschicht 4 aufgebracht,
die auch die erste Leiterschicht 3 bedeckt. Wenn jetzt anschließend
eine zweite Leiterschicht aufgebracht und strukturiert wird, können einerseits
die oberen Kondensatorelektroden der Kondensatorstrukturen auf der abgeschiedenen
Oxidschicht 4 ausgebildet werden und andererseits zwei weitere Transistortypen
mit Gate-Elektroden auf den durch die abgeschiedene Oxidschicht 4 verstärkten
thermischen Gateoxiden.
Die 2 zeigt in einem der 1
entsprechenden Querschnitt, dass die abgeschiedene Oxidschicht 4 zusammen
mit dem thermischen Oxid zwei neue Gateoxide bildet, die gegenüber dem ersten
Gateoxid GOX1 und dem zweiten Gateoxid GOX2 jeweils um die Dicke der abgeschiedenen
Oxidschicht 4 verstärkt sind. Es sind auf diese Weise ein drittes
Gateoxid GOX3 und ein viertes Gateoxid GOX4 ausgebildet. Unter den mit der ersten
Leiterschicht bereits aufgebrachten Gate-Elektroden wird jedoch die Dicke des jeweiligen
Gateoxids nicht mehr verändert. Wenn Gate-Elektroden auf dem dritten Gateoxid
GOX3 und dem vierten Gateoxid GOX4 angeordnet werden, erhält man entsprechend
den vier verschiedenen Gateoxiden vier verschiedene Transistortypen.
Die 2 zeigt außerdem an einem Beispiel,
dass die abgeschiedene Oxidschicht 4 bereichsweise von der ersten Leiterschicht
3 entfernt werden kann, womit man in der Folge unterschiedliche
Kondensatortypen herstellen kann. Auf der rechten Seite von 2
ist dargestellt, dass die abgeschiedene Oxidschicht 4 von der ersten Leiterschicht
3, die dort eine untere Kondensatorelektrode bildet, entfernt worden ist.
Das geschieht weitgehend selektiv zu dem Material der ersten Leiterschicht
3, die zum Beispiel elektrisch leitfähig dotiertes Polysilizium sein
kann und dabei allenfalls geringfügig abgetragen wird. Es wird hierbei eine
Maske verwendet, die die abgeschiedene Oxidschicht 4 in den übrigen
Bereichen bedeckt.
Der Querschnitt der 3 zeigt einen Querschnitt
gemäß der 2 nach dem Aufbringen einer weiteren
abgeschiedenen Oxidschicht 5. Die weitere abgeschiedene Oxidschicht
5 wird ganzflächig aufgebracht und verstärkt die bereits vorhandenen
Oxidschichten. Auf der linken Seite von 3 ist erkennbar,
dass das für die Kondensatorstruktur vorgesehene Kondensatordielektrikum an
dieser Stelle jetzt aus der abgeschiedenen Oxidschicht 4 und der weiteren
abgeschiedenen Oxidschicht 5 besteht, während auf der unteren Kondensatorelektrode
auf der rechten Seite der 3 nur die weitere abgeschiedene
Oxidschicht 5 vorhanden ist. Die Gateoxide im Bereich derjenigen Transistoren,
die noch nicht mit Gate-Elektroden versehen worden sind, werden ebenfalls durch
die weitere abgeschiedene Oxidschicht verstärkt.
Die 4 zeigt einen Querschnitt gemäß
der 3 nach einer Strukturierung der weiteren abgeschiedenen
Oxidschicht 5. Die weitere abgeschiedene Oxidschicht 5 ist jetzt
von den Flanken der verbliebenen Anteile der ersten Leiterschicht 3 entfernt
worden sowie gegebenenfalls von denjenigen Bereichen der Substratoberfläche,
die nicht für Transistoren vorgesehen sind. Durch das Aufbringen der abgeschiedenen
Oxidschicht 4 und der weiteren abgeschiedenen Oxidschicht 5 auf
den thermisch hergestellten Gateoxiden GOX1 und GOX2 sind jetzt ein fünftes
Gateoxid GOX5 und ein sechstes Gateoxid GOX6 gebildet worden. Das Abscheiden der
weiteren Oxidschicht 5 ermöglicht es somit, die Gateoxide für
weitere neue Transistortypen zu modifizieren.
Es kann dann gemäß dem Querschnitt der 5
eine zweite Leiterschicht 6 aufgebracht und strukturiert werden, die einerseits
die Gate-Elektroden der Feldeffekttransistoren auf dem fünften Gateoxid GOX5
und dem sechsten Gateoxid GOX6 bildet und andererseits die oberen Kondensatorelektroden
der Kondensatoren. Die Strukturierung der zweiten Leiterschicht 6kann in
einer an sich bekannten Weise mittels einer Maske geschehen. Wenn das Material der
zweiten Leiterschicht 6 zum Beispiel elektrisch leitfähig dotiertes
Polysilizium ist, lässt es sich im Wesentlichen selektiv bezüglich des
Oxids entfernen. Im Bereich außerhalb der strukturierten Leiterschichten bleiben
daher die Oxidschichten im Wesentlichen erhalten und werden allenfalls geringfügig
abgetragen. Unterhalb der zweiten Leiterschicht 6 wird die Oxiddicke ebenfalls
nicht verändert, so dass die Dicken der verschiedenen Gateoxide und der Kondensatordielektrika
durch die ursprüngliche Dicke der thermisch hergestellten Gateoxide sowie die
Dicken der abgeschiedenen Oxidschichten 4, 5 sehr genau eingestellt
werden können. Die verstärkten Gateoxide sind insbesondere zur Ausbildung
von Hochvolttransistoren geeignet.
Typische Schichtdicken sind für das thermisch hergestellte erste
Gateoxid GOX1 etwa 10 nm und das thermisch hergestellte zweite Gateoxid GOX2 etwa
40 nm. Die erste abgeschiedene Oxidschicht 4 ist typisch zum Beispiel etwa
80 nm dick und die weitere abgeschiedene Oxidschicht 5 typisch zum Beispiel
etwa 38 nm dick. Das fünfte Gateoxid GOX5 wird damit etwa 128 nm dick und das
sechste Gateoxid GOX6 158 nm. Mit diesen Gateoxiddicken ergibt sich die Möglichkeit,
Gatespannungen bis etwa 40 V beziehungsweise bis etwa 50 V vorzusehen. Die Verbindung
der beiden abgeschiedenen Oxidschichten 4, 5 liefert ein Kondensatordielektrikum
einer Dicke von etwa 118 nm, was für Spannungen am Kondensator von bis zu 40
V geeignet ist. Die Schichtdicken verschiedener Ausführungsbeispiele liegen
vorzugsweise in den folgenden Bereichen: GOX1 von 5 nm bis 20 nm, GOX2 von 30 nm
bis 50 nm, GOX5 von 100 nm bis 145 nm, GOX6 von 110 nm bis 190 nm.
Das bevorzugte Ausführungsbeispiel mit zwei abgeschiedenen Oxidschichten
ergibt zwei neue Feldeffekttransistoren mit erhöhten Gateoxiddicken sowie eine
neue Kondensatorstruktur mit erhöhter Betriebsspannung. Das bevorzugte Herstellungsverfahren,
wie es anhand der Figuren beschrieben worden ist, lässt sich besonders einfach
in bestehende Prozesse integrieren, da in vielen CMOS-Prozessen bereits ein abgeschiedenes
Oxid, entsprechend der weiteren abgeschiedenen Oxidschicht 5, als Kapazitätsoxid
verwendet wird. Mit diesem Dielektrikum werden typischerweise Niedervoltkapazitäten
(Poly/Poly Cap) realisiert. Die Verbindung aus thermisch gewachsenem Oxid und abgeschiedenem
Oxid ermöglicht eine hohe Oxidqualität bei gleichzeitig begrenztem thermischem
Budget.
- 1
- Substrat
- 2
- Feldoxid
- 3
- erste Leiterschicht
- 4
- abgeschiedene Oxidschicht
- 5
- weitere abgeschiedene Oxidschicht
- 6
- zweite Leiterschicht
- GOX1
- erstes Gateoxid
- GOX2
- zweites Gateoxid
- GOX3
- drittes Gateoxid
- GOX4
- viertes Gateoxid
- GOX5
- fünftes Gateoxid, erstes weiteres Gateoxid
- GOX6
- sechstes Gateoxid, zweites weiteres Gateoxid