Die Erfindung betrifft eine Doppeldifferentialanordnung für den
Einsatz im Antriebsstrang eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs. Mehrachsgetriebene
Kraftfahrzeuge lassen sich in solche mit automatisch zuschaltbarem Allradantrieb,
bei denen eine primäre Achse permanent angetrieben ist und eine sekundäre
Achse bei Bedarf zugeschaltet wird (Hang-on), und solche mit permanentem Allradantrieb,
bei denen beide Achsen permanent angetrieben sind, unterscheiden. Die konstruktive
Ausgestaltung des Antriebsstrangs wird maßgeblich durch die Anordnung des Motors
im Kraftfahrzeug beeinflußt, das heißt Front- oder Heckanordnung sowie
Längs- oder Quereinbau. Dabei ist der ständigen Forderung aus der Automobilindustrie
nach leichten und kompakten Lösungen Rechnung zu tragen.
Es sind bereits kombinierte Differentialanordnungen bekannt, die einerseits
Ausgleichsbewegungen zwischen den beiden Seitenwellen einer der beiden angetriebenen
Achsen, und andererseits zwischen den beiden angetriebenen Achsen untereinander
ermöglichen.
Aus der EP 043 806 B1
oder der EP 1 239 188 B1 sind kombinierte
Differentialanordnungen bekannt. Diese umfassen jeweils ein vom Motor angetriebenes
erstes Differential zur Aufteilung des Drehmoments auf die Vorder- und auf die Hinterachse
und ein hierzu in Reihe geschaltetes zweites Differential zur Aufteilung des Drehmoments
auf die beiden Seitenwellen der Vorderachse. Das erste Differential ist in Form
eines Planetendifferentials gestaltet, dessen Steg mit dem Korb des zweiten Differentials
fest verbunden ist.
Aus der DE 33 11 175 A1
ist eine ähnliche Differentialanordnung bekannt. Hier ist das erste Differential
als Planetendifferential oder Kegelraddifferential ausgebildet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kombinierte
Differentialanordnung zum Einsatz im Antriebsstrang eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs
vorzuschlagen, das kompakt aufgebaut ist und einfach und kostengünstig hergestellt
werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Doppeldifferentialanordnung,
insbesondere zum Einsatz im Antriebsstrang eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs,
gelöst, umfassend
ein erstes Differentialgetriebe mit einem Differentialkorb, der um eine Drehachse
A drehend antreibbar ist, mehreren ersten Differentialrädern, die im Differentialkorb
auf zur Drehachse A winklig verlaufenden Achsen B drehbar gehalten sind und gemeinsam
mit dem Differentialkorb um die Drehachse A umlaufen, sowie einem ersten Ausgangsrad
und einem zweiten Ausgangsrad, die koaxial zur Drehachse A angeordnet sind und mit
den ersten Differentialrädern kämmen;
ein zweites Differentialgetriebe mit einem Trägerelement, das mit dem ersten
Ausgangsrad des ersten Differentialgetriebes fest verbunden und von diesem um die
Drehachse A drehend antreibbar ist, mehreren zweiten Differentialrädern, die
im Trägerelement auf zur Drehachse A senkrechten zweiten Achsen C drehbar gehalten
sind und gemeinsam mit dem Trägerelement um die Drehachse A umlaufen, sowie
einem ersten Seitenwellenrad und einem zweiten Seitenweilenrad, die koaxial zur
Drehachse A angeordnet sind und mit den zweiten Differentialrädern kämmen.
Die erfindungsgemäße Doppeldifferentialanordnung hat den
Vorteil eines kompakten Aufbaus, der sich dadurch ergibt, daß zumindest eines
der beiden Differentialgetriebe, das heißt das erste oder zweite Differentialgetriebe,
in Form eines Kronenraddifferentials gestaltet ist. Als Kronenraddifferential wird
in diesem Zusammenhang ein Differentialgetriebe verstanden, bei dem die Differentialräder
in Form von zylindrischen Stirnrädern mit Stirnverzahnung gestaltet sind, die
mit Ausgangsrädern in Form von Kronenrädern mit Kronenverzahnung kämmen.
Ein besonders kompakter Aufbau ergibt sich, wenn das Trägerelement im Differentialkorb
angeordnet und gegenüber diesem drehbar gelagert ist. Damit sind der Differentialrädersatz
des ersten Differentialgetriebes und der Differentialrädersatz des zweiten
Differentialgetriebes gemeinsam in dem Differentialkorb aufgenommen. Zur Lagerung
des Trägerelements im Differentialkorb kann beispielsweise eine Gleitlagerung
vorgesehen werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß durch entsprechende
Wahl der Winkel zwischen den Achsen B und der Drehachse A die Aufteilung des Drehmoments
zwischen den beiden Ausgangsrädern bzw. zwischen der Vorder- und der Hinterachse
nach Bedarf festgelegt werden kann.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung ist das erste Differentialgetriebe
in Form eines Kronenraddifferentials gestaltet, wobei die Ausgangsräder als
Kronenräder und die ersten Differentialräder als zylindrische Stirnräder
gestaltet sind. Dabei verlaufen Mittellinien der Zahnflanken der Ausgangsräder
jeweils parallel zur Achse B der ersten Differentialräder. Alternativ oder
in Ergänzung hierzu ist das zweite Differentialgetriebe auch in Form eines
Kronenraddifferentials gestaltet, wobei die Seitenwellenräder als Kronenräder
und die zweiten Differentialräder als zylindrische Stirnräder gestaltet
sind. Dabei liegen die Mittellinien der Zahnflanken der Kronenräder in einer
zur Drehachse A normalen Ebene. Durch die Ausgestaltung der beiden Differentialgetriebe
als Kronenraddifferentiale wird eine besonders kompakte Bauform erreicht, da die
Kronenräder eine kurze axiale Baulänge aufweisen. Eine
besonders günstige Ausgestaltung im Sinne eines rationellen Gleichteilekonzepts
ergibt sich dadurch, daß die Differentialräder des ersten Differentialgetriebes
und die Differentialräder des zweiten Differentialgetriebes gleich gestaltet
sind. Hierdurch lassen sich Fertigungskosten reduzieren.
Nach einer ersten Ausgestaltung liegen die Winkel zwischen den Achsen
B und der Drehachse A zwischen 10° und 90°, so daß ein größerer
Drehmomentanteil auf die erste Querachse übertragen wird, als auf die zweite
Querachse. Dabei kann die erste Querachse beispielsweise die Vorderachse und die
zweite Querachse die Hinterachse des Kraftfahrzeugs sein. Es ist jedoch genauso
auch eine umgekehrte Anordnung denkbar, beispielsweise bei einem im Heck sitzenden
Motor. Zur ungleichen Drehmomentverteilung zwischen den beiden Achsen ist vorgesehen,
daß die beiden Ausgangsräder unterschiedliche Durchmesser haben, wobei
die Verzahnung des ersten Ausgangsrads auf einem kleineren Radius in Bezug auf die
Drehachse A liegt als die Verzahnung des zweiten Ausgangsrads. Besonders günstig
ist es, wenn 60% des in den Differentialkorb eingeleiteten Drehmoments auf das Trägerelement
und damit auf die Vorderachse übertragen werden, während die übrigen
40% auf das erste Ausgangsrad und damit die hiermit antriebsverbundene Hinterachse
entfallen. Nach einer zweiten Ausgestaltung betragen die Winkel zwischen den Achsen
B und der Drehachse A genau 90°, so daß eine symmetrische Drehmomentaufteilung
zwischen den zwei Ausgangsrädern und damit zwischen Vorder- und Hinterachse
erzeugt wird. In dieser Ausführungsform sind die beiden Ausgangsräder
gleich gestaltet. In einer dritten Ausgestaltung können die Winkel zwischen
den Achsen B und der Drehachse A auch größer als 90° sein, so daß
ein größeres Drehmoment auf das erste Ausgangsrad bzw. die Hinterachse
übertragen wird. Dabei hat das erste Ausgangsrad einen größeren Durchmesser
als das zweite Ausgangsrad.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung liegt die Verzahnung des zweiten
Ausgangsrads in Bezug auf die Drehachse A radial außerhalb der Verzahnung des
ersten Seitenwellenrads. Weiterhin liegt die Verzahnung des zweiten Ausgangsrads
in Bezug auf die Drehachse A vorzugsweise mit teilweiser axialer Überdeckung
zum ersten Seitenwellenrad. Durch die genannten Maßnahmen ergibt sich ein besonders
kompakter Aufbau der Doppeldifferentialanordnung.
Es ist nach einer günstigen Weiterbildung vorgesehen, daß
in dem Differentialkorb ein Einsatzteil mit einem zentralen Durchbruch koaxial zur
Drehachse A gehalten ist, das gegen den ersten Differentialkorb einerseits und gegen
das erste Seitenwellenrad andererseits axial abgestützt ist. Das Einsatzteil
kann somit von dem zweiten Differentialgetriebe ausgehende axiale Spreizkräfte
aufnehmen und in den Differentialkorb einleiten. Der zentrale Durchbruch dient zum
Durchtritt für eine mit dem ersten Seitenwellenrad drehfest zu verbindende
Seitenwelle. Vorzugsweise hat das Einsatzteil Bohrungen, in die Zapfen zur Lagerung
der ersten Differentialräder mit inneren Enden eingesteckt sind; dabei sind
die äußeren Enden der Zapfen in radialen Durchbrüchen des Differentialkorbs
aufgenommen. Somit sind die Zapfen radial innen und außen gelagert, so daß
die ersten Differentialräder in ihrer Position sicher gehalten sind. Das Einsatzelement
ist gegenüber dem Differentialkorb drehgesichert, damit auch die inneren Enden
der Zapfen gegenüber dem Differentialkorb in Umfangsrichtung abgestützt
sind.
Nach einer bevorzugten Ausgestaltung hat der Differentialkorb einen
innenzylindrischen Abschnitt, in dem das Trägerelement mit einer zylindrischen
Außenfläche gleitend gelagert ist. Dieses Merkmal trägt ebenfalls
zu einer kompakten Anordnung bei. Weiterhin sind das Trägerelement und das
zweite Ausgangsrad vorzugsweise einteilig gestaltet, was sich günstig auf die
Teilezahl auswirkt. Das Trägerelement ist vorzugsweise ringförmig gestaltet,
wobei es mit einer ersten Stirnfläche gegen eine Radialfläche des Differentialkorbs
axial abgestützt ist, wobei an einer entgegengesetzt gerichteten zweiten Stirnfläche
das zweite Ausgangsrad gebildet ist. Zwischen der ersten Stirnfläche des Trägerelements
und der Radialfläche des Differentialkorbs ist vorzugsweise ein Axialnadellager
zur drehbaren Lagerung vorgesehen. Das Trägerelement weist in einem Mantelabschnitt
radiale Bohrungen auf, in die Zapfen zur Lagerung der zweiten Differentialräder
eingesteckt sind. Dadurch, daß radial zwischen dem Trägerelement und dem
Differentialkorb allenfalls ein kleiner Ringspalt vorhanden ist, sind für die
Zapfen zur Lagerung der zweiten Differentialräder keine weiteren axialen Sicherungsmittel
nötig. Die Zapfen können sich nämlich unmittelbar an der Innenwandung
des Differentialkorbs in Bezug auf ihre Zapfenachse axial abstützen.
Zur radialen Abstützung der zweiten Differentialräder in
Bezug auf die Drehachse A ist vorgesehen, daß die Kronenräder des zweiten
Differentialgetriebes Naben aufweisen, die über Kopflinien der Kronenverzahnung
axial hinausragen und gegen welche die zweiten Differentialräder anlaufen können.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele ergeben sich nachstehend anhand
der Zeichnungsfiguren. Hierin zeigt
1 eine erfindungsgemäße Doppeldifferentialanordnung
in einer ersten Ausführungsform im Längsschnitt;
2 den Differentialrädersatz mit Einsatzteil der
Doppeldifferentialanordnung aus 1 in perspektivischer
Ansicht;
3 eine erfindungsgemäße Doppeldifferentialanordnung
in einer zweiten Ausführungsform im Längsschnitt;
4 die Doppeldifferentialanordnung aus 1
bzw. 3 als Prinzipdarstellung;
5 die Doppeldifferentialanordnung aus 4
mit eingezeichneten Drehmomentverläufen;
6 eine erfindungsgemäße Doppeldifferentialanordnung
in einer dritten Ausführungsform als Prinzipdarstellung;
7 eine erfindungsgemäße Doppeldifferentialanordnung
in einer vierten Ausführungsform als Prinzipdarstellung;
8 eine Antriebsachse eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs
mit der erfindungsgemäßen Doppeldifferentialanordnung aus 4;
Die 1 und 2
werden im folgenden gemeinsam beschrieben. Es ist eine erfindungsgemäße
Doppeldifferentialanordnung 2 für ein mehrachsgetriebenes Kraftfahrzeug
ersichtlich. Die Doppeldifferentialanordnung 2 umfaßt ein erstes Differentialgetriebe
3 zum Aufteilen eines eingeleiteten Drehmoments auf die Vorder- und die
Hinterachse des Kraftfahrzeugs und ein koaxial benachbart hierzu liegendes zweites
Differentialgetriebe 4 zum Aufteilen des auf die Vorderachse übertragenden
Drehmoments zwischen zwei Seitenwellen.
Das erste Differentialgetriebe 3 umfaßt einen Differentialkorb
5, der um eine Drehachse A drehend antreibbar ist, mehrere in dem Differentialkorb
5 auf zur Drehachse A winklig verlaufenden Achsen B drehbar gelagerte Differentialräder
6, die gemeinsam mit dem Differentialkorb um die Drehachse A umlaufen,
sowie ein erstes und ein zweites Ausgangsrad 7, 8, die mit den
Differentialrädern 6 in Verzahnungseingriff sind. Die Ausgangsräder
7, 8 sind im Differentialkorb 5 koaxial zur Drehachse
A drehbar gelagert und dienen zum Antreiben der Vorder- bzw. Hinterachse des Kraftfahrzeugs.
Das erste Differentialgetriebe 3 ist in Form eines Kronenraddifferentials
gestaltet, das heißt, die Differentialräder 6 sind als zylindrische
Stirnräder mit Stirnverzahnung gestaltet, und die Ausgangsräder
7, 8 sind als Kronenräder mit Kronenverzahnung gestaltet.
Dabei verlaufen die Berührlinien der Zahneingriffe zwischen den Kronenrädern
und den Stirnrädern jeweils parallel zur entsprechenden Achse B des Stirnrads.
Der Differentialkorb 5 ist zweiteilig aufgebaut und umfaßt
ein topfförmiges erstes Korbteil 9 und ein hiermit über eine
Flanschverbindung 10 verbundenes deckelförmiges zweites Korbteil
12. Die Flanschverbindung 10 umfaßt mehrere umfangsverteilte
Bohrungen 11, in die Schrauben einzustecken und zu verspannen sind. An
das erste und das zweite Korbteil 9, 12 sind an axial entgegengesetzt
gerichteten Enden des Differentialkorbs 5 hülsenförmige Ansätze
13, 14 zur Aufnahme von hier nicht dargestellten Lagermitteln
angeformt, die koaxial zur Drehachse A angeordnet sind. Die Lagermittel dienen zum
drehbaren Lagern des Differentialkorbs 5 in einem hier nicht dargestellten
Getriebegehäuse.
In dem ersten Korbteil 9 sind zu den Achsen B koaxiale Bohrungen
15 vorgesehen, in die jeweils ein Zapfen 16 mit einem radial außenliegenden
Ende eingesteckt ist. Zwischen den Achsen B und der Drehachse A ist jeweils ein
Winkel &agr; eingeschlossen, der in der vorliegenden Ausführungsform zwischen
45° und 90° liegt und etwa 70° beträgt. Hierdurch ergibt sich
eine asymmetrische Drehmomentverteilung zwischen dem ersten Kronenrad
7, das zum Antrieb der Hinterachse dient, und dem zweiten Kronenrad
8, das zum Antrieb der Vorderachse dient. Vorliegend hat die Kronenverzahnung
des ersten Kronenrads 7 einen kleineren Durchmesser als die Kronenverzahnung
des zweiten Kronenrads 8, so daß ein größeres Drehmoment
auf die Vorderachse übertragen wird. Dabei kann die Drehmomentverteilung durch
entsprechende Wahl des Winkels &agr; und damit der Durchmesser der Kronenverzahnungen
der Kronenräder 7, 8 definiert werden.
Auf jedem der Zapfen 16 ist ein zugehöriges Stirnrad
6 drehbar gelagert. Die Stirnräder 6 haben jeweils eine sphärische
Außenfläche 17, mit der sie gegen eine passende Innenfläche
18 des ersten Korbteils 9 radial abgestützt sind. Mit ihren
radial innenliegenden Enden sind die Zapfen 16 in Bohrungen 19
eines Einsatzelements 20 eingesteckt, das besonders gut in 2
zu sehen ist. Dabei sind Achsen B jeweils durch die Bohrungen 15 des Differentialkorbs
5 und die Bohrungen 19 im Einsatzelement 20 definiert.
Es ist ersichtlich, daß insgesamt drei Differentialräder 6 vorgesehen
sind, die jeweils auf einem zugehörigen Zapfen 16 drehbar gelagert
sind. Somit hat das Einsatzelement 20 auch drei Bohrungen 15,
in die die Zapfen 16 eingesteckt sind.
Das Einsatzelement 20 ist insgesamt ringförmig gestaltet
und hat einen zentralen Durchbruch 21, durch die eine hier nicht dargestellte
Seitenwelle hindurchtreten kann. Weiterhin weist das Einsatzelement 20
im Bereich der Bohrungen 15 sich in Umfangsrichtung erstreckende radiale
Ausnehmungen 48 auf, in denen die Differentialräder 6 Platz
finden. Zwischen zwei benachbarten Ausnehmungen 48 sind sich in Umfangsrichtung
erstreckende radiale Vorsprünge 49 ausgebildet, mit denen das Einsatzteil 20
in dem Differentialkorb 5 radial gehalten ist. In den Vorsprüngen
49 sind axial verlaufende Bohrungen 50 ersichtlich, in die jeweils
ein Bolzen 51 zur Verdrehsicherung gegenüber dem Differentialkorb
5 eingesteckt ist. Es sind insgesamt drei Bolzen 51 über
den Umfang vorgesehen, die in entsprechende Bohrungen im Differentialkorb
5 eingreifen. So sind das Einsatzteil 20 und der Differentialkorb
5 drehfest miteinander verbunden. Es ist weiter ersichtlich, daß das
Einsatzteil 20 an seinen Vorsprüngen 49 zylindrische Außenflächen
41 aufweist, mit denen es gegenüber einer innenzylindrischen Fläche
des Differentialkorbs 5 auf der Drehachse A zentriert ist.
Das zweite Differentialgetriebe 4 umfaßt ein Trägerelement
22, das einteilig mit dem zweiten Kronenrad 8 des ersten Differentialgetriebes
3 ausgebildet ist und als Differentialkorb für das zweite Differentialgetriebe
4 dient. Dabei ist das Trägerelement 22 ringförmig gestaltet
und hat eine zylindrische Außenfläche 23, mit der es gegenüber
einer zylindrischen Innenfläche 24 des Differentialkorbs
5 geführt bzw. gleitend gelagert ist.
Das zweite Differentialgetriebe 4 umfaßt neben dem Trägerelement
22 mehrere gemeinsam mit diesem um die Drehachse A umlaufende Differentialräder
25 sowie ein erstes und ein zweites Seitenwellenrad 26,
27. Die beiden Seitenwellenräder 26, 27 sind koaxial
zur Drehachse A einander gegenüberliegend im Trägerelement 22
angeordnet und kämmen mit den Differentialrädern 25. Das zweite
Differentialgetriebe 4 ist ebenfalls als Kronenraddifferential gestaltet,
das heißt, die Differentialräder 25 sind als zylindrische Stirnräder
mit Stirnverzahnung gestaltet, und die Seitenwellenräder 26,
27 sind als Kronenräder mit Kronenverzahnung gestaltet. Die beiden
Kronenräder 26, 27 haben jeweils eine Nabe 28,
29 mit einer Innenverzahnung 30, 31, in die hier nicht
dargestellte Seitenwellen drehfest eingesteckt werden können. Die Naben
28, 29 der Kronenräder 26, 27 stehen axial
über die Kronenverzahnung vor und bilden zylindrische Ansätze, die als
Anlauffläche 32, 33 für die Differentialräder
25 dienen. Die Differentialräder 25 haben radial außen
jeweils eine sphärische Außenfläche 34, mit der sie gegen
eine passende sphärische Innenfläche 35 des Trägerelements
22 in Bezug auf die Drehachse A radial abgestützt sind. Vorliegend
sind genau zwei Differentialräder 25 vorgesehen, die auf einem gemeinsamen
Zapfen 36 drehbar gelagert sind. Der Zapfen 36 weist schraubenförmig
umlaufende Schmiernuten 66 zur Schmierung der Lagerbereiche auf.
Bei Drehmomentübertragung vom Differentialkorb 5 auf
den Differentialrädersatz des ersten Differentialgetriebes 3 und den
Differentialrädersatz des zweiten Differentialgetriebes 4 entstehen
Spreizkräfte, die in Bezug auf die Drehachse A in axial entgegengesetzte Richtung
wirksam sind. Die am ersten Differentialgetriebe 3 wirksamen Spreizkräfte
werden einerseits über eine Radialfläche 59 des ersten Ausgangsrads
7 und andererseits über eine Radialfläche 60 des mit
dem zweiten Ausgangsrad 8 fest verbundenen Trägerelements
22 in das zweite Korbteil 12 eingeleitet. Die am zweiten Differentialgetriebe
4 wirksamen Spreizkräfte werden in die eine axiale Richtung über
eine Radialfläche 61 des ersten Seitenwellenrads 26, das
gegen eine radiale Stützfläche 62 des Einsatzelements
20 in Anlage ist, in den Differentialkorb 5 eingeleitet, gegen
den das Einsatzelement mit einer entsprechenden Radialfläche abgestützt
ist. Die in entgegengesetzte Richtung wirkenden Spreizkräfte des zweiten Differentialgetriebes
4 werden über eine Radialfläche 63 des zweiten Seitenwellenrads
27, das gegen eine entsprechende Stützfläche 64 abgestützt
ist, in den Differentialkorb 5 eingeleitet. Zwischen den Radialflächen
und den Stützflächen sind jeweils verschleißmindernde Anlaufscheiben
65 vorgesehen.
Die beiden Differentialgetriebe 3, 4 sind in Bezug
auf die Drehachse A axial nah zueinander angeordnet. Dabei liegen die Verzahnungseingriffe
zwischen den ersten Differentialrädern 6 und dem zweiten Ausgangsrad
8 radial außerhalb des ersten Seitenwellenrads 26 und mit
teilweiser axialer Überdeckung hierzu bezüglich der Drehachse A. Diese
Ausgestaltung ist besonders platzsparend, so daß das Gewicht der Differentialanordnung
gering ist. Weiterhin sind die Verzahnungseingriffe zwischen den ersten Differentialrädern
6 und dem ersten Ausgangsrad 7 etwa auf einem Durchmesser mit
den Kronenverzahnungen der Seitenwellenräder 26, 27. Insgesamt
hat das Doppeldifferential somit eine geringe radiale Baugröße in Bezug
auf die Drehachse A, was günstig für den Einsatz in einem mehrachsgetriebenen
Kraftfahrzeug mit quer eingebautem Motor ist. Die als Stirnräder gestalteten
Differentialräder 6, 25 der beiden Differentialgetriebe
3, 4 sind gleich gestaltet, so daß die Teilevielfalt reduziert
ist, was sich günstig auf die Fertigungskosten auswirkt.
2 zeigt den Differentialrädersatz des ersten Differentialgetriebes
3 und den Differentialrädersatz des zweiten Differentialgetriebes
4. Dabei ist das zweite Ausgangsrad des ersten Differentialgetriebes mit
einteilig angeschlossenem Trägerelement hier nicht dargestellt.
3 zeigt eine ähnliche Doppeidifferentialanordnung
2', die der in 1 gezeigten Anordnung weitestgehend
entspricht. Insofern wird auf die obige Beschreibung Bezug genommen, wobei gleiche
Bauteile mit gleichen Bezugsziffern, und abgewandelte Bauteile mit Bezugsziffern
mit gestrichenen Indizes versehen sind. Der einzige Unterschied besteht in der Anzahl
der Differentialräder der beiden Differentialgetriebe, die jeweils vier beträgt.
Dabei sind die vier Differentialräder 6 des ersten Differentialgetriebes
3' regelmäßig über den Umfang verteilt. Entsprechend sind
im Differentialkorb 5' vier Bohrungen 15' zur Aufnahme von vier
Zapfen 16' vorgesehen, die jeweils um 90° versetzt um die Drehachse
A angeordnet sind. Weiterhin ist auch das Einsatzteil 20' mit vier Bohrungen
19' ausgestattet, in die die Zapfen 16' mit ihren innenliegenden
Enden eingesteckt sind. Die vorliegende Doppeldifferentialanordnung mit vier Differentialrädern
6 eignet sich zur Übertragung höherer Drehmomente, als die obengenannte
Ausführungsform, da das vom Differentialkorb 5 auf die Ausgangsräder
7, 8 zu übertragende Drehmoment über insgesamt vier
Verzahnungseingriffe übertragen wird. Die Anzahl der Differentialräder
25 des zweiten Differentialgetriebes beträgt ebenfalls vier. Es sind
folglich zwei querverlaufende Zapfen 37 vorgesehen, die in eine zentrale
Durchgangsbohrung des Zapfens 36 eingesteckt sind und auf denen die zusätzlichen
beiden Differentialräder gelagert sind. Auch bei der vorliegenden Ausführungsform
sind die Differentialräder 6, 25 der beiden Differentialgetriebe
3', 4 gleich gestaltet, so daß die Teilevielfalt reduziert
ist.
4 zeigt die Doppeldifferentialanordnung aus
1 bzw. 3 als Prinzipbild.
Es sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugsziffern versehen. Zusätzlich zu
den Bauteilen in 1 ist vorliegend auch ein Eingangsrad
38 zur Einleitung des Drehmoments in den Differentialkorb 5 sowie
die Lagermittel 39, 40 zur Lagerung des Differentialkorbs
5 ersichtlich. Diese sind üblicherweise als Wälzlager gestaltet.
Weiterhin ist ein Winkeltrieb 42 zum Übertragen des für die Hinterachse
bestimmten Drehmoments von dem ersten Ausgangsrad 7 auf die Längsantriebswelle
43 des Kraftfahrzeugs vorgesehen. Der Winkeltrieb 42 umfaßt
ein drehfest mit dem ersten Ausgangsrad 7 verbundenes Tellerrad
44 und ein hiermit kämmendes Ritzel 45, das wiederum mit
der Längsantriebswelle 43 fest verbunden ist. Es sind ferner die Seitenwellen
46, 47 der Vorderachse gezeigt, die koaxial zur Drehachse A liegen.
In 5 sind die Drehmomentverläufe
vom Eingangsrad 38 zu den Seitenwellen 46, 47 der Vorderachse
und zur Längsantriebswelle 43 dargestellt. Das vom Motor über
das Eingangsrad 38 in das erste Differentialgetriebe 3 eingeleitete
Drehmoment wird hier aufgrund der unterschiedlichen Zähnezahlen der Ausgangsräder
7, 8 zu ungleichen Teilen verteilt. Daraus resultiert eine Winkellage
der Ausgleichsräder gegenüber der Drehachse A. Dabei sind die Winkel &agr;
der Achsen B so gewählt, daß etwa 40% des in den Differentialkorb
5 eingeleiteten Drehmoments auf das erste Ausgangsrad 7 über
den Winkeltrieb 42 auf die Hinterachse übertragen werden, während
60% des Drehmoments über das zweite Ausgangsrad 8 und das zweite Differentialgetriebe
3 auf die Vorderachse übertragen wird. Dabei wird das auf das zweite
Differentialgetriebe 3 übertragene Drehmoment wiederum auf die beiden
Seitenwellenräder 26, 27 zu gleichen Teilen aufgeteilt, so
daß auf jede der beiden Seitenwellen 46, 47 30% des in die
Doppeldifferentialanordnung eingeleiteten Drehmoments entfallen. Die beiden Seitenwellen
der Hinterachse werden entsprechend mit jeweils 20% des gesamten zur Verfügung
stehenden Drehmoments angetrieben.
6 zeigt eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Doppeldifferentialanordnung. Diese entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer
Funktionsweise weitestgehend den Ausführungsformen gemäß den
1 bis 4. insofern wird
auf obige Beschreibung Bezug genommen, wobei gleiche Bauteile mit gleichen und abgewandelte
Bauteile mit Bezugszeichen mit um zwei gestrichenen Indizes versehen sind. Die vorliegende
Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Differentialräder
6 des ersten Differentialgetriebes 3'' auf zur Drehachse A senkrechten
Achsen B'' gehalten sind. Durch diese Ausgestaltung ergibt sich eine Drehmomentverteilung
zu gleichen Teilen auf das erste und zweite Ausgangsrad 7'',
8'' bzw. die Hinterachse und die Vorderachse. Das erste Differentialgetriebe
3'' ist, wie auch bei der obigen Ausführungsform, als Kronenraddifferential
gestaltet, das heißt die Differentialräder 6 sind als zylindrische
Stirnräder gestaltet, und die Ausgangsräder 7'', 8''
sind als Kronenräder gestaltet. Dabei liegen die Kronenverzahnungen der Kronenräder
bei der vorliegenden Ausführungsform in Radialebenen zur Drehachse A. Auch
bei der vorliegenden Ausführungsform sind die ersten Differentialräder
6 und die zweiten Differentialräder 25 gleich gestaltet,
was sich günstig auf die Herstellung auswirkt.
7 zeigt eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Doppeidifferentialanordnung. Diese entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer
Funktionsweise weitestgehend den obigen Ausführungsformen. Insofern wird auf
obige Beschreibung Bezug genommen, wobei gleiche Bauteile mit gleichen und abgewandelte
Bauteile mit Bezugszeichen mit um drei gestrichenen Indizes versehen sind. Die Besonderheit
der vorliegenden Ausführungsform ist, daß die Winkel &agr;'', den die
Achsen B'' mit der Drehachse A einschließen größer sind als 90°
und etwa 110° betragen. So wird ein größeres Drehmoment auf das erste
Ausgangsrad 7'' bzw. die Hinterachse übertragen, als auf das zweite
Ausgangsrad 8'' bzw. die Vorderachse. Bei der vorliegenden Doppeldifferentialanordnung
sind die Zähnezahlen der Ausgangsräder 7'', 8'' so gewählt,
daß etwa 60% des in den Differentialkorb eingeleiteten Drehmoments auf die
Hinterachse übertragen werden, während etwa 40% auf die Vorderachse entfallen.
Beide Differentialgetriebe 3'', 4 sind, wie auch bei der obigen
Ausführungsform, als Kronenraddifferentiale gestaltet, das heißt, daß
die ersten und zweiten Differentialräder 6, 25 als zylindrische
Stirnräder gestaltet sind. Dabei sind die Stirnräder
des ersten und zweiten Differentialgetriebes gleich gestaltet. Die Kronenverzahnung
des ersten Ausgangsrads 7''' hat in der vorliegenden Ausführungsform
einen größeren Durchmesser als die Kronenverzahnung des zweiten Ausgangsrads
8''', das mit dem Trägerelement 22 fest verbunden ist.
8 zeigt die Vorderachse 52 eines hier nicht
weiter dargestellten mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs. Die Vorderachse
52 umfaßt eine Doppeldifferentialanordnung 2 gemäß
4 mit einem Winkeltrieb 42, zwei Seitenwellen
46, 47, zwei hieran angeschlossene Gelenkwellen 53,
54 und zwei Räder 55, 56. Die Doppeldifferentialanordnung
2 wird über ein Ritzel 57 von einer Motor-Getriebe-Einheit
58 angetrieben. Das Ritzel 57 ist mit dem Eingangsrad
38 in Verzahnungseingriff, das drehfest mit dem Differentialkorb
5 verbunden ist. Wie oben bereits gesagt, umfaßt die Doppeldifferentialanordnung
2 ein erstes Differentialgetriebe 3 zum Aufteilen des Drehmoments
auf die Vorder- und Hinterachse sowie ein koaxial hierzu angeordnetes zweites Differentialgetriebe
4 zum Aufteilen des auf die Vorderachse 52 übertragenen Drehmoments
zwischen den beiden Seitenwellen 46, 47. Dabei ermöglicht
das erste Differentialgetriebe 3 eine Ausgleichswirkung zwischen der Vorder-
und der Hinterachse, während das zweite Differentialgetriebe 4 eine
Ausgleichswirkung zwischen den beiden Seitenwellen 46, 47 hat,
um Verspannungen im Antriebsstrang zu vermeiden.
Selbstverständlich kann auch eines der erfindungsgemäßen
Doppeldifferentialanordnungen gemäß den 6
oder 7 in der gezeigten Vorderachse zum Einsatz kommen.
- 2
- Doppeldifferentialanordnung
- 3
- erstes Differentialgetriebe
- 4
- zweites Differentialgetriebe
- 5
- Differentialkorb
- 6
- Differentialrad
- 7
- erstes Ausgangsrad
- 8
- zweites Ausgangsrad
- 9
- erstes Korbteil
- 10
- Flanschverbindung
- 11
- Bohrung
- 12
- zweites Korbteil
- 13
- Ansatz
- 14
- Ansatz
- 15
- Bohrung
- 16
- Zapfen
- 17
- Außenfläche
- 18
- Innenfläche
- 19'
- Bohrung
- 20
- Einsatzelement
- 21
- Durchgangsbohrung
- 22
- Trägerelement
- 23
- Außenfläche
- 24
- Innenfläche
- 25
- Differentialräder
- 26
- Seitenwellenrad
- 27
- Seitenwellenrad
- 28
- Nabe
- 29
- Nabe
- 30
- Innenverzahnung
- 31
- Innenverzahnung
- 32
- Anlauffläche
- 33
- Anlauffläche
- 34
- Außenfläche
- 35
- Innenfläche
- 36
- Zapfen
- 37
- Zapfen
- 38
- Eingangsrad
- 39
- Lagermittel
- 40
- Lagermittel
- 41
- Außenfläche
- 42
- Winkeltrieb
- 43
- Längsantriebswelle
- 44
- Tellerrad
- 45
- Ritzel
- 46
- Seitenwelle
- 47
- Seitenwelle
- 48
- Ausnehmung
- 49
- Vorsprung
- 50
- Bohrung
- 51
- Bolzen
- 52
- Vorderachse
- 53
- Gelenkwelle
- 54
- Gelenkwelle
- 55
- Rad
- 56
- Rad
- 57
- Ritzel
- 58
- Motor-Getriebe-Einheit
- 59
- Radialfläche
- 60
- Radialfläche
- 61
- Radialfläche
- 62
- Stützfläche
- 63
- Radialfläche
- 64
- Stützfläche
- 65
- Anlaufscheibe
- 66
- Schmiernut
- A
- Drehachse
- B
- Achse
- C
- Achse
- &agr;
- Winkel