Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung
eines automatisierten Schaltgetriebes gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
Automatisierte Schaltgetriebe werden seit geraumer Zeit in unterschiedlichen
Kraftfahrzeugtypen genutzt. Ein solches automatisiertes Schaltgetriebe wird dazu
von einer Steuerungsvorrichtung mittels geeigneter Aktuatoren betätigt. Hierfür
bildet die Steuerungsvorrichtung auf der Grundlage einer Bewertung von Fahrerwünschen
und des Fahrzeugverhaltens in Bezug auf motorische Eingangsgrößen Gangwechselbefehle,
und legt den Zeitpunkt für den durchzuführenden Gangwechsel fest.
In der Praxis werden beispielsweise die Geschwindigkeit des Fahrzeugs,
die Motordrehzahl, die Motorleistung, das Drehmoment oder ähnliche Parameter,
die Stellung eines Fahrpedals und gegebenenfalls von Gangwahlbedienelementen eingelesen,
und auf der Grundlage des momentanen Zustandes oder vereinzelt auch auf der Basis
der zeitlichen Entwicklung der Parameter daraufhin überwacht, ob ein Gangwechsel
erfolgen soll. Dementsprechend kann ein Gangwechsel stets als Strategie zur Vermeidung
oder zur Abhilfe eines Mangels in Form eines nicht optimalen Fahrgangs aufgefasst
werden.
Bei üblichen Getriebesteuerungsvorrichtungen werden letztlich
jeweils Grenzwerte überwacht, bei deren Erreichen oder Überschreiten eine
durch die Grenzwerte und die Art derer Über- bzw. Unterschreitung eine definierte
Aktion in Form z.B. eines Gangwechsels in einen bestimmten Gang, ausgelöst
wird. Diese Aktion wird dann bei bekannten Steuerungssystemen „sofort" –
also im Sinne von unter den technischen Gegebenheiten und im Rahmen vernünftiger
technischer Lösungen ohne weitere Verzögerung – durchgeführt.
Verbesserte Varianten einer derartigen Steuerungsvorrichtung mögen
eine vorausschauendere Festlegung bzw. Vorbereitung eines anstehenden Gangwechsels
beinhalten. Dies ändert jedoch nichts an dem grundsätzlichen Ablauf, dass
vor Einleitung einer Schaltsequenz auf der Basis der eingelesenen Daten bei Erreichen
bzw. Passieren von Schwellwerten eine konkrete Schaltsequenz, beispielsweise ein
Schalten in den nächsthöheren Gang, festgelegt wird. Dies geschieht bei
verbesserten Getriebesteuerungsverfahren lediglich zu einem vergleichsweise früheren
Zeitpunkt und auf Grundlage von z.B. mathematisch-technischen Modellen, die eine
Prognose für in naher Zukunft wahrscheinliche Betriebszustände ermöglichen.
Auch bei solchen Verfahren steht bei der Einleitung eines Gangwechsels stets schon
fest, in welchen Gang geschaltet werden soll.
Obwohl sich eine derartige Steuerung automatisierter Schaltgetriebe
in der Vergangenheit vielfach bewährt hat, ist sie dennoch mit Mängeln
behaftet.
So ist ein entscheidendes Kriterium für die Wahl eines Fahrganges
oder einen durchzuführenden Gangwechsel aktuell die abgeforderte Leistung des
Fahrzeugmotors. Diese Leistung wird bisher zumeist auf der Grundlage von Tabellen
oder Modellen der Motorsteuerung aus einer Vielzahl direkt messbarer oder sonst
wie bekannter Parameter, wie etwa der Motordrehzahl, dem Zündwinkel, der Kraftstoff-Einspritzmenge
und dem Kraftstoff-Einspritzzeitpunkt ermittelt.
In Kombination mit bekannten Daten, z.B. über die Übersetzungsverhältnisse
aktuell alternativer Fahrgänge und der Fahrzeuggeschwindigkeit, ermittelt die
Steuerungsvorrichtung des automatisierten Getriebes daraufhin einen oder mehrere
Grenzwerte, bei deren Erreichung das Schalten in einen anderen Getriebegang Vorteile
in Bezug auf jeweils definierte Zielgrößen, wie etwa den Kraftstoffverbrauch,
die Motorabnutzung, die maximale Beschleunigungsfähigkeit oder die Schalthäufigkeit
bietet.
Alternativ dazu können nach einem vereinfachten Verfahren auch
wesentliche Motorparameter auf eine Erreichung von Grenzwerten überwacht und
z.B. bei Erreichen einer Drehzahlgrenze ein entsprechender Gangwechsel durchgeführt
werden.
Die tatsächlich an den Fahrzeugrädern benötigte Leistung
unter Einbeziehung des tatsächlichen Fahrzeuggewichtes, der Steigung, der Rollwiderstände
und des Luftwiderstandes wird bei den vorstehend beschriebenen Verfahren allenfalls
auf umständliche, rechenintensive und fehlerbehaftete Weise ermittelt bzw.
berücksichtigt.
Dies ist insbesondere bei Fahrzeugen für den Gütertransport
besonders relevant, da sich bei diesen die Zuladung und damit der aktuelle Leistungsbedarf
in Abhängigkeit von der Fahrbahnsteigung und dem Rollwiderstand stark ändert,
sowie gleichzeitig ein relativ großer Luftwiderstand in Verbindung mit der
auf das Fahrzeug aktuell wirkenden Windgeschwindigkeit und Windrichtung einen erheblichen
Einfluss auf einen optimalen Gangwechsel ausüben kann.
So kann es bei bisherigen Getriebesteuerungen vorkommen, dass beispielsweise
bei einem schwer beladenen Lastkraftwagen an einer Steigung mit dem Erreichen einer
bestimmten Drehzahlgrenze oder anderer Parameter ein Schalten in den nächsthöheren
Gang ausgelöst wird. Durch die bei fast allen Getriebearten beim Gangwechsel
unvermeidliche Zugkraftunterbrechung kann der zuvor festgelegte
Zielgang aufgrund einer zwischenzeitlich erheblich verlangsamten Fahrgeschwindigkeit
nicht mehr optimal und die Beschleunigungsfähigkeit des Fahrzeugs aufgrund
der sich ergebenden geringen Motordrehzahl sehr gering sein.
In sehr ungünstigen Betriebssituationen kann es insbesondere
im Baustellenverkehr oder an steilen Rampen vorkommen, dass der Zielgang entweder
gar nicht mehr eingelegt werden kann, da z.B. die minimale Drehzahl des Antriebsmotors
unterschritten würde, oder dass die durch den Antriebsmotor im Zielgang bereitstellbare
Leistung nicht ausreicht, um die Geschwindigkeit des Lastkraftwagens wenigstens
zu halten. In diesen Fällen erfolgt entweder ein sofortiger erneuter Gangwechsel
oder ein Abbruch des Schaltvorganges mit einer entsprechend verlängerten Zugkraftunterbrechung.
In beiden Fällen kann es insbesondere an steilen Rampen und bei hoher Beladung
vorkommen, dass eine Rückschaltung in den ursprünglichen Gang zu diesem
Zeitpunkt nicht mehr ausreichend ist.
Im günstigsten Fall wird dies durch die Getriebesteuerungseinheit
erkannt und von Beginn an um wenigstens zwei Gänge zurückgeschaltet. Im
ungünstigsten Fall erfolgt ein erneuter Schaltversuch, der aufgrund der zwischenzeitlich
eingetretenen weiteren Verlangsamung des Fahrzeugs wiederum abgebrochen werden muss,
und letztlich das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremsen oder sogar zurückrollen
fassen kann. Ein dann durchzuführendes Anfahren unter voller Beladung an einer
steilen Rampe ist auch für moderne und robuste Kupplungen mit einem erheblichen
und kostspieligen Verschleiß verbunden.
Zur Vermeidung dieser Problematik wurden bisher hauptsächlich
so genannte Patch-Lösungen vorgeschlagen, die entweder mit Hilfe von häufig
kostspieligen weiteren Sensoren für die Erfassung der Beladung und der Fahrbahnsteigung
in bestimmten Fällen ein abgewandeltes Schaltverhalten erzwingen, oder auf
ein rechtzeitiges manuelles Eingreifen des Fahrers angewiesen sind, indem dieser
beispielsweise manuell ein Schalten in einen höheren Gang unterbindet.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Steuerungsverfahren für ein automatisiertes Schaltgetriebe vorzustellen, mit
dem auf einfache Weise eine Berücksichtigung der tatsächlich für
eine Konstanthaltung der Fahrgeschwindigkeit benötigten Antriebsleistung für
die Ermittlung des zu wählenden Ganges herangezogen wird. Weiter liegt der
Erfindung die Aufgabe zu Grunde, die Auswahl eines Zielganges zeitlich von einer
Auslösung eines Gangwechsels zu entkoppeln, und so eine höhere Flexibilität
sowie eine zeitnähere und damit sachgerechtere Auswahl eines Zielganges zu
ermöglichen.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen des Hauptanspruchs,
während vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung den
Unteransprüchen entnehmbar sind.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich die zur Konstanthaltung
der Fahrzeuggeschwindigkeit benötigte Antriebsleistung auf einfache Weise ausreichend
genau ermitteln lässt, wenn die Leistung des Antriebsmotors definiert verringert
oder auf den Wert Null reduziert und die resultierende Geschwindigkeitsänderung
des Fahrzeugs ermittelt wird.
Diese zur Konstanthaltung der Fahrgeschwindigkeit benötigte Leistung
wird im Folgenden auch kurz als so genannte „Konstantleistung" bezeichnet
und ist eine fahrwiderstandsproportionale Größe. Diese Konstantleistung
ermöglicht eine sachgerechtere sowie zeitlich spätere Auswahl eines einzulegenden
Zielgangs und ermöglicht so ein gemäß den gewählten Zielgrößen
optimiertes Schaltverhalten.
Diese Konstantleistung braucht dabei keine Leistung im physikalischen
Sinne zu sein, sondern lediglich in einem bekannten und möglichst einfachen
Verhältnis zu der physikalisch benötigten Leistung zur Konstanthaltung
der Geschwindigkeit zu stehen. An Stelle einer ermittelten Arbeit pro Zeiteinheit
kann beispielsweise auch eine Arbeit je Streckeneinheit ermittelt werden, die aufgrund
der bekannten Fahrgeschwindigkeit entweder leicht in eine Arbeit pro Zeiteinheit
umgerechnet oder in einem entsprechenden Programm auch direkt verarbeitet werden
kann. Daneben sind auch weitere Parametrisierungen der Konstantleistung denkbar,
denen jedoch gemein ist, dass ihnen die Geschwindigkeitsabnahme des Fahrzeugs in
Folge einer definierten Verringerung der Antriebsleistung und die Einwirkung des
aktuellen Fahrwiderstandes zu Grunde liegt.
Demnach geht die Erfindung aus von einem Verfahren zur Steuerung eines
automatisierten Schaltgetriebes, bei dem eine Getriebesteuerungseinrichtung vorgesehen
ist, welche auf der Grundlage von Eingangssignalen an geeignete Aktuatoren Stellsignale
ausgibt, die eine Schaltsequenz des automatisierten Schaltgetriebes auslösen.
Zur eindeutigen Bestimmung des beanspruchten Schutzumfanges sollen
im Folgenden einige für die Beschreibung der Erfindung zentrale Begriffe näher
bestimmt werden:
Die vorstehend erwähnten Aktuatoren umfassen neben den direkt an der Einstellung
des Übersetzungsverhältnisses des automatisierten Schaltgetriebes beteiligten
Aktuatoren zumeist auch weitere Aktuatoren, mit deren Hilfe eine
Drehmomentübertragung zwischen dem Antriebsmotor und den angetriebenen Rädern
des Fahrzeugs gesteuert werden kann, sowie Aktuatoren, welche die Leistungsabgabe
des Antriebsmotors gezielt verändern können.
Es ist dabei im Rahmen dieser Erläuterungen unerheblich, ob beispielsweise
ein Kupplungsaktuator für eine Reibkupplung zwischen Antriebsmaschine und automatisiertem
Schaltgetriebe direkt durch ein Signal der Getriebesteuerungseinrichtung angesteuert
wird, oder diese lediglich ein Signal an eine weitere Steuerungseinrichtung ausgibt,
welche dieses Signal umwandelt sowie gegebenenfalls mit Hilfe weiterer Eingangsgrößen
aufbereitet, und dann ihrerseits ein Signal an den Kupplungsaktuator ausgibt. Dies
gilt in noch stärkerem Maße für Aktuatoren, welche die Leistungsabgabe
des Antriebsmotors gezielt verändern können. Diese Aktuatoren, die beispielsweise
die Stellung einer Drosselklappe oder die Einspritzmenge eines Kraftstoffes festlegen,
werden üblicherweise von einem separaten Motorsteuerungsgerät angesteuert.
Im Rahmen dieser Druckschrift soll es jedoch lediglich auf die – in diesem
Fall indirekte – Ausgabe von Signalen zur Beeinflussung der Stellgräßen
der Aktuatoren ankommen, gleichgültig, ob diese Signalerzeugung direkt oder
über beliebige Zwischenstufen und gegebenenfalls unter Berücksichtigung
weiterer Parameter erfolgt.
Der Begriff des Aktuators ist hier entsprechend weit zu fassen. Direkt
am automatisierten Schaltgetriebe angreifende Aktuatoren weisen meistens Elektromotore
oder hydraulische oder pneumatische Geber, wie Kolben-Zylinder-Anordnungen auf,
die auf der Grundlage eines Eingangssignals unter Verwendung von Fremdenergie eine
gerichtete Kraft aufbringen und eine mechanische Bewegung herbeiführen. Im
Rahmen dieser Druckschrift soll unter einem Aktuator allgemein eine Einrichtung
verstanden werden, die auf der Grundlage eines Informationssignals mit Hilfe von
Fremdenergie eine Veränderung einer mechanischen Größe bewirkt. Daher
gilt eine Verstelleinrichtung für einen Zündwinkel oder eine Einrichtung
zur Verstellung der Einspritzmenge oder des Einspritzzeitpunktes als ein Aktuator,
da diese die abgegebene Leistung des Antriebsmotors auf der Basis eines Informationssignals
und unter Verwendung von Fremdenergie direkt beeinflussen können.
Unter einer Schaltsequenz ist in den weitaus häufigsten Fällen
das Auslegen eines Getriebeganges und das nachfolgende Einlegen eines Ganges zu
verstehen. Dabei durchlaufen übliche automatisierte Schaltgetriebe eine Zugkraftunterbrechung,
insbesondere eine Auftrennung des Antriebsstranges durch ein Öffnen einer Reibkupplung,
und einen Zustand der Neutralstellung des Getriebes, in dem kein Getriebegang aktiviert
ist und dementsprechend keine Momentenübertragung durch das automatisierte
Schaltgetriebe stattfindet.
Eine Schaltsequenz umfasst üblicherweise in einer ersten Teilsequenz
die Ansteuerung des Antriebsmotors zur Verringerung dessen Antriebsleistung, ein
Trennen des Antriebsstranges durch das Öffnen einer Reibkupplung, das Auslegen
des zuvor aktiven Ganges und damit das Schalten des Getriebes in dessen Neutralstellung.
In einer zweiten Teilsequenz wird ausgehend von der Neutralstellung ein Gang eingelegt
und die Antriebsmaschine z.B. so angesteuert, dass eine Synchrondrehzahl im Getriebe
erreicht oder eine gewünschte Leistung bereitgestellt werden kann, und die
Reibkupplung dann geschlossen.
Im dieser Druckschrift kann eine Schaltsequenz aber auch aus einer
dieser ersten und zweiten Teilsequenzen bestehen, etwa wenn ein antriebsloses Rollen
des Fahrzeugs entweder mit geöffneter Kupplung und/oder mit dem Getriebe in
seiner Neutralstellung gewünscht ist, oder dieser Zustand beendet werden soll.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist verfahrensgemäß
vorgesehen, dass die Getriebesteuerungseinrichtung zunächst auf der Grundlage
von Eingangssignalen entscheidet, ob eine Zugkraftreduzierung der angetriebenen
Räder des Fahrzeugs ausgelöst werden soll. Sofern dies der Fall ist, gibt
sie Signale aus, die eine definierte Zugkraftreduzierung der angetriebenen Räder
zur Folge haben. Dies Kann wie bereits angedeutet zumeist am einfachsten durch das
Öffnen der Kupplung oder durch ein Schalten des Getriebes in dessen Neutralstellung
erreicht werden, wobei in beiden Fällen eine Verringerung der Leistung des
Antriebsmotors zu veranlassen ist, die auch ohne eine Kupplungsöffnung oder
eine Schaltung des Getriebes in dessen Neutralstellung ausreichend sein kann.
Die Getriebesteuerungseinrichtung liest dann Zugkraftreduzierungsdaten
ein, aus denen eine Veränderung der Fahrzeuggeschwindigkeit als Reaktion auf
die Zugkraftreduzierung abgeleitet werden kann. Dies können beispielsweise
die Drehgeschwindigkeit eines Fahrzeugrades, die bei geschlossener Kupplung und
eingelegtem Gang sich einstellende Drehzahl des Antriebsmotors als Reaktion auf
eine Reduzierung der Antriebsleistung oder eine Veränderung einer anderen geeigneten
Drehzahl im Antriebsstrang bzw. deren jeweilige zeitlichen Veränderungen sein.
Die Getriebesteuerungseinrichtung bildet daraus eine mit dem aktuellen
Fahrwiderstand des Fahrzeugs direkt korrelierende Fahrwiderstandsgröße,
beispielsweise die genannte Konstantleistung, und zieht diese Fahrwiderstandsgröße
anschließend zur Auswahl eines einzulegenden Zielganges heran.
Dabei ist es, wie ähnlich bereits für die Konstantleistung
ausgeführt, nicht notwendig, dass eine physikalisch als Fahrwiderstand definierte
Größe ermittelt wird. Aus Gründen der Anschaulichkeit sei jedoch
im Folgenden angenommen, dass die Getriebesteuerungseinrichtung eine direkt den
Fahrwiderstand ausdrückende Größe in Form einer am Getriebeeingang
aufzubringenden Leistung zur Konstanthaltung der Fahrgeschwindigkeit – also
eine Konstantleistung – ermittelt.
Die Vorteile des beschriebenen Verfahrens liegen vor allem darin begründet,
dass die Getriebesteuerungseinrichtung auf einfache Weise und mit minimalem Aufwand
eine mit dem aktuellen Fahrwiderstand korrelierende Größe ermittelt, die
direkt zur Wahl des einzulegenden optimalen Zielganges herangezogen werden kann.
Die Fahrwiderstandsgröße berücksichtigt dabei so unterschiedliche
Faktoren wie die momentane Fahrzeugbeladung, die Steigung der Straße sowie
den momentanen Luft- und Rollwiderstand, der wiederum von der Bereifung, der Fahrgeschwindigkeit,
der Beladung und dem Straßenzustand abhängig ist.
Dabei ist es zwar möglich, dass zur Verringerung der Gesamtschaltzeit
bereits vor oder mit Einleitung der ersten Teilsequenz des Schaltvorganges der wahrscheinlich
zu wählende Zielgang schaltungsbezogen vorbereitet wird. Entscheidend ist jedoch,
dass die Getriebesteuerungseinrichtung die tatsächliche Entscheidung über
den einzulegenden Zielgang erst auf der Grundlage oder zumindest unter Einbeziehung
der ermittelten Konstantleistung bzw. des ermittelten Fahrwiderstandswertes trifft.
Auf diese Weise ist es in den weiter oben geschilderten Situationen
beispielsweise bei hoher Zuladung und auf einer steilen Rampe durchaus möglich,
dass auf der Basis der notwendigen extrem hohen Konstantleistung umgehend wieder
der zuvor aktive Gang eingelegt oder aufgrund der zwischenzeitlichen Verlangsamung
des Fahrzeugs sogar ein im Vergleich zu dem vormals aktiven Gang niedrigerer Gang
gewählt wird.
Ebenso kann die Getriebesteuerungseinrichtung auf diese Weise bei
einer bescheunigenden Fahrt auf einer abschüssigen Straße aus dem geringen
Fahrwiderstand oder sogar negativen Fahrwiderstand beispielsweise ein Hochschalten
um zwei Gangstufen veranlassen, obwohl dies auf einer ebenen Straße unter den
gleichen Bedingungen nicht ratsam wäre.
Eine erste Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sieht vor, dass die Zugkraftreduzierung eine vollständige oder eine nahezu
vollständige Zugkraftunterbrechung ist. Dies ist besonders einfach durch ein
Öffnen der Reibkupplung zwischen Antriebsmotor und automatisiertem Schaltgetriebe
oder auch durch ein Schalten des automatisierten Schaltgetriebes in seine Neutralstellung
erreichbar. Dies ermöglicht eine Bestimmung des Fahrwiderstandes auf eine besonders
einfache Weise, da bei der Berechnung desselben aus der zeitlichen Änderung
der Fahrzeuggeschwindigkeit keine zusätzlichen Momente des Antriebsmotors berücksichtigt
zu werden brauchen, die oft ohnehin nicht genau bekannt sind und z.B. bei Anlaufen
eines Zusatzaggregates während einer Schaltsequenz großen kurzfristigen
Schwankungen unterliegen können.
Alternativ zum Öffnen einer Reibkupplung oder zum Schalten des
automatisierten Schaltgetriebes in seine Neutralstellung kann die Getriebesteuerungseinrichtung
die Zugkraftreduzierung durch Veranlassung einer Verringerung der pro Zeit einer
Antriebsmaschine zugeführten Energiemenge auslösen. Dies ermöglicht
eine besonders frühe Ermittlung des Fahrwiderstandes bzw. der Konstantleistung
und zudem eine besonders schnelle Reaktion auf eine mögliche starke Verzögerung
des Fahrzeugs. Hierfür ist natürlich sicherzustellen, dass eine Drehzahlübertragung
zwischen den angetriebenen Rädern und der Abtriebswelle des Antriebsmotors
in einem bekannten Übersetzungsverhältnis vorliegt, also insbesondere
die Reibkupplung geschlossen und das automatisierte Schaltgetriebe nicht in seine
Neutralstellung geschaltet ist.
Insbesondere wenn die Antriebsmaschine eine Verbrennungskraftmaschine
im Sinne eines Dieselmotors oder Ottomotors ist, und die Verringerung der pro Zeiteinheit
zugeführten Energiemenge durch eine Reduzierung der zugeführten Kraftstoffmenge
erfolgt, kann die Zugkraftreduzierung innerhalb kürzester Zeit durch eine Erhöhung
der Einspritzmenge wieder aufgehoben werden. Auf diese Weise ist sichergestellt,
dass die Geschwindigkeitsverringerung während der Zugkraftverringerung bei
Bedarf minimiert werden kann, und z.B. bei einem Betrieb des Fahrzeugs in einem
Gang mit für eine Konstanthaltung der Geschwindigkeit gerade noch genügender
Leistung keine Rückschaltung aufgrund einer zu starken Verlangsamung notwendig
wird.
Die Getriebesteuerungseinrichtung kann die Zugkraftreduzierung der
Antriebsmaschine besonders einfach durch eine Verstellung des Zündwinkels und/oder
durch eine Veränderung der Einspritzzeit und/oder durch eine Veränderung
der Anzahl der befeuerten Zylinder auslösen. Diese Möglichkeiten sind
zumeist ohnehin in der Motorsteuerung vorgesehen und bedürfen daher meistens
nur einer entsprechenden Anforderung durch die Getriebesteuerungseinrichtung.
Eine andere Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die Getriebesteuerungseinrichtung
die Zugkraftreduzierung der Antriebsmaschine durch das Öffnen
der schaltbaren Kupplung zwischen der Antriebsmaschine und dem automatisierten Schaltgetriebe
des Fahrzeugs bewirkt. Dies schließt eine Einflussnahme durch eingeleitete
Momente des Antriebsmotors zuverlässig aus. Zudem genügt es in diesem
Fall, wenn die Getriebesteuerungseinrichtung lediglich auf die ohnehin anzusteuernden
Aktuatoren der Reibkupplung zwischen Antriebsmotor und Getriebe einwirkt und –
sofern diese Aufgabe nicht automatisch durch die Motorsteuerung übernommen
wird – eine entsprechende Veränderung der Ansteuerung des Antriebsmotors
veranlasst.
Eine genaue Ermittlung und Berücksichtigung eines durch den Antriebsmotor
geleisteten oder abgenommenen Momentes kann dabei unterbleiben. Nicht zuletzt ermöglicht
diese Variante eine besonders späte und damit sehr aktuelle Ermittlung einer
fahrwiderstandsproportionalen Größe, die Einfluss auf den zu wählenden
optimalen Getriebegang hat. Dies garantiert auch bei stark wechselnden Betriebsbedingungen,
wie sie etwa auf Baustellen anzutreffen sind, eine besonders aktuelle Auswahl des
Zielgangs.
Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens gemäß der Erfindung
sieht vor, dass die Getriebesteuerungseinrichtung als Zugkraftreduzierungsdaten,
aus denen eine Veränderung der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs als Reaktion
auf die Zugkraftreduzierung abgeleitet werden kann, eine Differenzdrehzahl zwischen
einem ersten Zeitpunkt kurz vor Einleitung der Zugkraftreduzierung und einem zweiten
Zeitpunkt bei erfolgter Zugkraftreduzierung ermittelt. Diese Drehzahldifferenz kann
grundsätzlich an einer beliebigen Welle abgenommen werden, solange diese für
den relevanten Zeitraum ein zumindest weitgehend zur Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs
proportionales Verhalten aufweist.
Da für den Antriebsmotor stets ohnehin hochwertige Sensoren zur
Ermittlung der Drehzahl vorhanden sind, ist es unter dem Gesichtspunkt der Mehrfachnutzung
von Sensoren vorteilhaft, wenn die Getriebesteuerungseinrichtung die Differenzdrehzahl
an einer zur Motordrehzahl in einem festen Drehzahlverhältnis stehenden Welle
ermittelt. Dabei ist es selbstverständlich unerheblich, ob die konkret ermittelte
Drehzahl die einer z.B. Kurbelwelle, einer Nockenwelle, einer Abtriebswelle des
Antriebsmotors oder eines mit der Abtriebswelle gekoppelten Kupplungsbauteils ist.
Durch die unmittelbare oder mittelbare Berücksichtigung der Veränderung
der Motordrehzahl kann jedenfalls die Ermittlung der Geschwindigkeitsreaktion des
Fahrzeugs auf eine Zugkraftreduzierung besonders früh beginnen, und deshalb
bei zeitkritischen Schaltvorgängen die Gesamtschaltzeit verkürzen.
Zur Bestimmung möglichst aktueller Drehzahl-Differenzwerte ist
es dabei wünschenswert, dass die Getriebesteuerungseinrichtung als ersten Zeitpunkt
einen Zeitpunkt unmittelbar vor der Einleitung der Zugkraftreduzierung und als zweiten
Zeitpunkt einen Zeitpunkt unmittelbar vor dem Öffnen einer zwischen Antriebsmotor
und automatisiertem Schaltgetriebe befindlichen Kupplung wählt. Dabei wird
der Begriff des Zeitpunktes unmittelbar vor dem Öffnen der Kupplung so verstanden,
dass die ermittelte Drehzahl zum Zeitpunkt des Öffnens der Kupplung die notwendige
eindeutige Beziehung zu der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs aufweist. Bei einer
nicht nur unwesentlich durchrutschenden Kupplung ist dies zwar grundsätzlich
möglich, erfordert aber einen in den meisten Fällen unverhältnismäßig
großen Berechnungsaufwand.
Neben der Bildung eines arithmetischen Mittelwertes zwischen einer
Start- und einer Enddrehzahl ist es in jedem Fall möglich und häufig zur
Verbesserung des Ergebnisses auch sinnvoll, wenn die Getriebesteuerungseinrichtung
die Differenzdrehzahl unter Berücksichtigung des zeitlichen Verlaufes der Drehzahl
ermittelt. Dies kann durch eine einfache Integration über die Zeit oder auch
durch eine über die Zeit veränderliche Gewichtung erfolgen.
Insbesondere eine stärkere Gewichtung zeitlich jüngerer
Messwerte erscheint zur Ermittlung möglichst optimaler Zielgänge bei sich
schnell ändernden Betriebsbedingungen vorteilhaft zu sein. Zur Verbesserung
der Genauigkeit des Verfahrens wird daher vorgeschlagen, dass die Getriebesteuerungseinrichtung
die Differenzdrehzahl unter Berücksichtigung eines zeitlichen Verlaufes der
Drehzahl ermittelt und/oder regelbasierte Korrekturen vornimmt. Beispielsweise kann
so eine verlängerte Schaltzeit bei bestimmten Schaltvorgängen durch eine
entsprechende Korrektur der Berechnungsvorschriften für eine gewichtete Differenzdrehzahl
berücksichtigt werden.
Im Folgenden wird eine Getriebesteuerungseinrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gemäß zumindest einer der vorhergehend beschriebenen Ausführungsformen
vorgestellt.
Diese Getriebesteuerungseinrichtung weist neben den üblicherweise
bei Getriebesteuerungen anzutreffenden Elementen und Verbindungen, die hier nicht
weiter erläutert werden müssen, zur Erfüllung der zugedachten und
zuvor beschriebenen Funktion zumindest einen Signal-Ausgang zur Auslösung einer
Zugkraftreduzierung und zumindest einen Signal-Eingang zur Ermittlung einer fahrgeschwindigkeitsproportionalen
Größe auf. Weiter ist eine Ermittlungsvorrichtung zur Ermittlung einer
mit dem Fahrwiderstand des Fahrzeugs direkt korrelierenden Fahrwiderstandsgröße
vorgesehen. Schließlich ist die Getriebesteuerungseinrichtung
so aufgebaut, dass die ermittelte Fahrwiderstandsgröße bei der Wahl des
zu aktivierenden Ganges von der Getriebesteuerungseinrichtung herangezogen wird.
Dabei ist es möglich und wird bevorzugt, dass die Getriebesteuerungseinrichtung
nach der Ermittlung des Fahrwiderstandes einen Gang wählt, welcher z.B. eine
um einen bestimmten Faktor über der Konstantleistung liegende Motorleistung
bei der dann vorliegenden Drehzahl des Antriebsmotors liefern kann, und zudem weitere
Randbedingungen erfüllt, wie z.B. einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch
oder eine möglichst geringe Lärm- oder Schadstoffemission.
Zur Minimierung der Gesamtzeit der Zugkraftreduzierung kann jedoch
auch vorgesehen sein, dass schon vor dem Auslösen der Zugkraftreduzierung ein
Zielgang auf herkömmliche Weise ausgewählt und eventuell auch zum Schalten
vorbereitet wird. In diesem Fall dient die Ermittlung des Fahrwiderstandes der Überprüfung
bzw. Verifizierung des ausgewählten Ganges.
Zur Ermittlung der benötigten Daten über die Geschwindigkeitsänderung
des Fahrzeugs als Reaktion auf die Reduzierung oder Unterbrechung der Zugkraft bieten
sich drei unterschiedliche Bereiche an, die jeweils spezifische Vorteile bieten.
Diese werden im Folgenden näher erläutert.
In einer ersten Variante der erfindungsgemäßen Getriebesteuerungseinrichtung
ist vorgesehen, dass der Signal-Eingang zur Ermittlung einer fahrgeschwindigkeitsproportionalen
Größe mit einem Drehzahlsensor verbunden ist, der eine Drehzahl in einem
Bereich zwischen einer antriebsmotorzugewandten Seite einer zwischen einem Antriebsmotor
sowie dem automatisierten Schaltgetriebe befindlichen Kupplung und einer Abtriebswelle
eines Antriebsmotors ermitteln sowie an die Getriebesteuerungseinrichtung ausgeben
kann.
Dies ermöglicht eine Erfassung der Verzögerung des Fahrzeugs
beispielsweise direkt über die Änderung der Motordrehzahl. Weiter ist
eine Erfassung der Geschwindigkeitsreaktion zu einem sehr frühen Zeitpunkt
möglich, so dass für eine Ermittlung des optimalen Zielganges besonders
viel Zeit verbleibt, ohne dass sich die Schaltzeit insgesamt verlängert. Schließlich
kann die Zeitspanne der Zugkraftreduzierung bei Bedarf, etwa wenn eine unerwartet
starke Verzögerung festgestellt wird, sehr kurz gehalten werden.
Eine zweite Variante sieht vor, dass der Signal-Eingang zur Ermittlung
einer fahrgeschwindigkeitsproportionalen Größe mit einem Drehzahlsensor
verbunden ist, der eine Drehzahl in einem Bereich zwischen einer getriebezugewandten
Seite einer zwischen dem Antriebsmotor und dem automatisierten Schaltgetriebe befindlichen
Kupplung sowie einer Eingangswelle des automatisiertem Schaltgetriebe ermitteln
und an die Getriebesteuerungseinrichtung ausgeben kann.
Dies ermöglicht eine vollständige Zugkraftunterbrechung
durch z.B. ein Öffnen der Kupplung und somit eine sehr einfache Ermittlung
der tatsächlich auf den Fahrwiderstand zurückzuführenden Verlangsamung
des Fahrzeugs.
Eine dritte Variante sieht schließlich vor, dass der Signal-Eingang
zur Ermittlung der fahrgeschwindigkeitsproportionalen Größe mit einem
Drehzahlsensor verbunden ist, der eine Drehzahl in einem Bereich zwischen einer
Ausgangswelle des automatisierten Schaltgetriebes sowie einem angetriebenen Rad
des Fahrzeugs ermitteln und an die Getriebesteuerungseinrichtung ausgeben kann.
Dies bietet neben den vorstehend beschriebenen Vorteilen die Möglichkeit,
ohnehin im Rahmen z.B. eines ABS-Systems vorhandene Drehzahlsensoren zu nutzen,
und zudem auch noch zu einem besonders späten Zeitpunkt relevante Informationen
über die Änderung der Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu ermitteln und auszuwerten.
So ist es im Extremfall möglich, dass sogar während des Einlegens eines
zuvor ermittelten Zielganges aufgrund einer eingetretenen Änderung der Fahrzeugverzögerung
ein anderer als der ursprünglich gewählte Zielgang ausgewählt wird.
Für alle drei Varianten ist der Vollständigkeit halber zu
erwähnen, dass die gewählten Ortsbezeichnungen für die Anordnung
des Drehzahlsensors selbstverständlich im Sinne der technischen Funktionen
der Bauteile zu verstehen sind. Wenn etwa von einem Bereich bis zu einer Abtriebswelle
des Antriebsmotors oder des automatisierten Schaltgetriebes die Rede ist, so sollen
selbstverständlich Drehzahlveränderungen von Elementen, die zu diesen
Wellen in einem festen und bekannten Verhältnis stehen, mit in den Schutzbereich
fallen. Beispielsweise ist die Verwendung einer Nockenwellendrehzahl eine zur Verwendung
der Kurbelwellendrehzahl äquivalente Lösung.
Abschließend sei angemerkt, dass das erfindungsgemäße
Verfahren und die entsprechende Vorrichtung hierfür vorteilhaft bei allen Straßenfahrzeugen
angewendet werden können. Dies schließt auch Kettenfahrzeuge und andere
Fahrzeugtypen mit ein. Besondere Vorteile bietet die Erfindung dabei immer dort,
wo sie zur Steuerung eines automatisierten Schaltgetriebes eines Fahrzeugs mit einer
bei voller Zuladung geringen maximalen auf das Fahrzeuggewicht bezogenen Leistung
vorgesehen ist. Insbesondere bei Schwerlastfahrzeugen im Baustellenbetrieb
stellt das eingangs beschriebene Problem einer Zugkraftunterbrechung an einer starken
Steigung mit anschließender Fehlschaltung ein erhebliches Problem dar, das
mit Hilfe der hier vorgestellten Erfindung auf einfache und elegante Weise gelöst
werden kann.
Eine Kombination der vorliegenden Erfindung mit bekannten weiteren
Steuerungsverfahren und Vorrichtungen, insbesondere eine Kombination mit den vielfältigen
bekannten Möglichkeiten der Einbeziehung verschiedener weiterer Parameter,
insbesondere des Antriebsmotors und der Fahrpedalstellung bzw. deren zeitlicher
Verläufe liegen selbstverständlich im Rahmen der Erfindung.
Die Erfindung lässt sich anhand eines Ausführungsbeispiels
weiter erläutern. Dazu ist der Beschreibung eine Zeichnung beigefügt.
Diese zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens in stark
vereinfachter Form. Es sei hier von einer Drehzahlmessung an der Abtriebswelle des
Antriebsmotors ausgegangen.
Im Verfahrensschritt S1 überprüft die Getriebesteuerungseinrichtung,
ob eine Schaltentscheidung ansteht. Sofern ein diesbezüglicher Kennwert auf
den Wert 1 gesetzt ist, bedeutet dies, dass eine Schaltung vorgenommen werden soll.
Eine diesbezügliche Bejahung der Abfrage „Schaltentscheidung" kann aufgrund
von Überschreitungen von absoluten Grenzwerten der Fall sein, etwa wenn die
Drehzahl eines Verbrennungsmotors eine obere oder untere Drehzahlgrenze überschreitet.
Neben diesen absoluten Grenzwerten kommen hier selbstverständlich auch abgeleitete
Grenzwerte in Betracht, die sich beispielsweise aus der Stellung des Fahrpedals
in Relation zur Fahrgeschwindigkeit oder zu dem vom Antriebsmotor bereitstellbaren
Drehmoment ergeben.
Daneben kann der Kennwert der Variable „Schaltentscheidung"
beispielsweise auch auf Grund einer manuellen Eingabe eines Gangwechselwunsches
oder beim Vorliegen bestimmter anderer Bedingungen auf den Kennwert = 1 gesetzt
werden. Es ist sogar möglich, dass die Variable „Schaltentscheidung"
in bestimmten Betriebsbereichen des Antriebsmotors, für die nicht für
alle Fahrwiderstände ein optimaler Gang angegeben werden kann, nach Ablauf
einer bestimmten Zeitspanne auf den Kennwert = 1 gesetzt wird.
Wenn die Variable „Schaltentscheidung" den Kennwert = 1 besitzt,
wird im Schritt S2 das Motordrehmoment reduziert. Hierfür werden zunächst
die relevanten aktuellen Werte abgespeichert. Diese erlauben unter anderem eine
schnelle Rückkehr zum Ausgangszustand. Dabei wird zumindest die Drehzahl des
Antriebsmotors n_mot = n_mot_start, die Fahrpedalstellung und die aktuelle Getriebeübersetzung
abgespeichert.
Anschließend wird in Schritt S3 das Getriebe dafür vorbereitet,
in die Neutralstellung geschaltet zu werden.
Sobald Sensoren die Neutralstellung des Getriebes melden oder die
Getriebesteuerung aus anderen Gründen – im einfachsten Fall nach Verstreichen
einer gewissen Zeitspanne – davon ausgehen kann, dass sich das Getriebe in
der Neutralstellung befindet, wird in Verfahrensschritt S4 die Differenzdrehzahl
delta_n_mot zwischen der in Schritt S2 gespeicherten Motordrehzahl n_mot_start zum
Zeitpunkt des Starts der Drehmomentreduzierung und der Motordrehzahl n_mot_end zum
Zeitpunkt unmittelbar vor der Rückmeldung des Getriebes über die Trennung
der Drehmomentverbindung zwischen den angetriebenen Rädern des Fahrzeugs und
dem Antriebsmotor gebildet, der hier als Zeitpunkt Neutral = 1 bezeichnet ist.
Auf der Grundlage dieser Drehzahldifferenz delta_n_mot ermittelt die
Getriebesteuerungseinrichtung den einzulegenden Zielgang. Dabei werden selbstverständlich
weitere übliche Parameter berücksichtigt. Hierzu zählen insbesondere
die Position des Fahrpedals alpha_Fahrpedal als Ausdruck eines Geschwindigkeits-
bzw. Beschleunigungswunsches des Fahrers, und beispielsweise Daten über die
Übersetzungsverhältnisse der einzelnen Gänge sowie Kennfelder oder
sonstige Daten über Kraftstoffverbrauch, Drehzahl und Drehmoment des Antriebsmotors
bei der Auswahl des jeweiligen Ganges bzw. unter den sich jeweils einstellenden
Motordrehzahlen und geforderten Motordrehmomenten.
Es sei darauf hingewiesen dass unter der Voraussetzung, dass die Getriebesteuerungseinrichtung
letztlich nicht den ursprünglich eingelegten Gang erneut aktiviert, keine im
Vergleich zu einem herkömmlichen automatisierten Gangwechsel zusätzliche
oder verlängerte Zugkraftreduzierung auftritt. Für den Fall, dass der
ursprünglich aktive Gang als Zielgang gewählt wird, wäre jedoch bei
herkömmlichen Getriebesteuerungseinrichtungen mit einer erheblich längeren
Zugkraftunterbrechung durch mehrmaliges Schalten zu rechnen.
- S1-S5
- Schritte im Ablaufplan
- n_mot
- Drehzahl der Abtriebswelle des Antriebsmotors
- n_mot_start
- Drehzahl der Abtriebswelle des Antriebsmotors zum Zeitpunkt von Schritt S2
- n_mot_end
- Drehzahl der Abtriebswelle des Antriebsmotors zum Zeitpunkt Neutral = 1
- delta_n_mot
- Drehzahldifferenz zwischen n_mot_start und n_mot_end
- alpha_Fahrpedal
- Auslenkung des Fahrpedals
- Y
- Yes; Bedingung erfüllt
- N
- No; Bedingung nicht erfüllt