Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kryogenen Speicherung
und Förderung von Kraftstoff, insbesondere zur Versorgung einer ein Kraftfahrzeug
antreibenden Brennkraftmaschine, nach dem Oberbegriff des ersten Anspruchs. Zum
technischen Umfeld wird neben der DE 37 41
145 C2 auf die DE 40 41 170 C1
verwiesen.
Kraftstoffe zum Antrieb von Kraftfahrzeugen, wie bspw. Wasserstoff
oder Erdgas oder dgl. können auf relativ günstige Weise praktisch nur
verflüssigt und somit stark abgekühlt gespeichert werden. Bei dieser kryogenen
Kraftstoffspeicherung verdampft jedoch durch Wärmeeintrag in den Kraftstoff-Tank
kontinuierlich eine geringe Menge von flüssigem Kraftstoff. Dadurch erhöht
sich der Druck im Kraftstoff-Tank, bis der für diesen eingestellte Grenzwert,
auch Boil-Off-Druck genannt, erreicht ist und der weiter verdampfende Kraftstoff
als so genanntes Boil-Off-Gas aus dem Kraftstoff-Tank abgeblasen werden muss. Insbesondere
wenn kein Verbraucher für den Kraftstoff in Betrieb ist, d.h. insbesondere
dann, wenn die Brennkraftmaschine außer Betrieb ist, steigt als Folge des Wärmeeintrags
ohne Entnahme der Tank-Innendruck an. Aus Sicherheitsgründen muss dieser Druck
durch Öffnen von Ventilen begrenzt werden. Im allgemeinen wird dabei das Boil-Off-Gas
über Abblaseleitungen, in denen die besagten Ventile vorgesehen sind, in die
Umgebung abgegeben. Die Wahl des Betriebsdrucks im Kraftstoff-Tank und des Druckhubs
zwischen Betriebsdruck und Boil-Off Druck bestimmen neben der Größe des
Wärmeeintrags maßgeblich die verlustfreie Druckaufbauzeit.
Der tiefkalte, flüssige Wasserstoffvorrat wird im Fahrzeug im
siedenden oder nahe dem siedenden Zustand in dem thermisch sehr gut isolierten,
druckdichten Behälter gespeichert. Die physikalische Dichte des siedenden Wasserstoffs
wird dabei durch Lagerung bei einer Temperatur wenig über der Siedetemperatur
bei Umgebungsdruck, ca. 20 K, maximal. In den heute technisch umgesetzten Vorratsbehältern
liegt der Wasserstoff typischerweise bei Temperaturen von ca. 21 K bis ca. 27 K
und den damit korrespondierenden Siededrücken von ca. 2 bar (abs.) bis ca.
5 bar (abs.) vor. Im unteren Teil des Vorratsbehälters liegt der siedende Wasserstoff
als massedichtere flüssige Phase (LH2) und darüber liegend als gasförmige
Phase (GH2) vor. Es ist sowohl eine gasförmige als auch eine flüssige
Entnahme des Wasserstoffs aus dem Speicherbehälter möglich und sinnvoll.
Durch Wasserstoffentnahme im Betrieb des Speichers bei Versorgung der Brennkraftmaschine
nach einer Druckaufbauphase wird der Speicherdruck bis zum Erreichen des Speicher-Betriebsdrucks
ohne gezielten Wärmeeintrag abgebaut. Wegen der bei Flüssigentnahme geringeren
Enthalpieabfuhr ist hierfür eine Entnahme aus der Gasphase (Gasentnahme) sinnvoll.
Die unmittelbare Förderung des Wasserstoffs aus dem Vorratsbehälter
in eine Vorlaufleitung hin zu einem Konditionierer oder Verbraucher erfolgt also
im einfachsten Fall über das zwischen Tankinnerem und der Umgebung anliegende
statische Druckgefälle oder durch eine gezielte Bedrückung des Vorratsbehälters.
Dabei besteht grundsätzlich die Möglichkeit durch die geometrische Gestaltung
der im Tankinneren beginnenden Vorlaufleitung, vorrangig LH2 oder nur GH2 zu fördern.
Die Wasserstoffbereitstellung in Masse und Druck erfolgt also durch den Eigendruck
des Wasserstoffs im Tankbehälter und wird dem Antriebsaggregat durch Öffnen
verschiedener Ventile unter Entnahme-/Volumenstrom-abhängigen Druckverlusten
zugeführt. Eine Temperaturkonditionierung erfolgt in einem Wärmetauscher
außerhalb des isolierten Speicherbehälters. Ein durch die Entnahme von
Wasserstoff im Betrieb der Kraftstoffversorgungsanlage entstehender Druckeinbruch
im Tankbehälter wird durch gezielten Wärmeeintrag, entweder mittels Rückführung
eines Teilstroms des entnommenen aufgewärmten Wasserstoffs in eine in den Tankbehälter
führende geschlossene Innentankwärmetauscherschleife und dort stattfindenden
Wärmetausch mit anschließender Re-Konditionierung und Bereitstellung für
das Antriebsaggregat, oder mittels eines entnahmeunabhängigen Heizkreislaufs
(z.B. elektrischer Heizer) verhindert.
Aus der eingangs genannten DE
40 41 170 C1 ist eine Einrichtung zur Verringerung der Boil-Off-Gase mittels
eines gekühlten Strahlungsschilds bekannt, das den Wärmeeinfall in den
Behälter mit dem kryogen gespeicherten Kraftstoff verzögert. Ferner ist
in der DE 37 41 145 C2 ein Entnahmesystem
für Flüssigwasserstoff beschrieben, mit einer außerhalb eines Speichertanks
befindlichen Fördereinheit, deren Förderpumpe einen Kühlspeichermantel
aufweist, der vom druckseitig aus der Förderpumpe austretenden Wasserstoff
gebildet wird.
Darüber hinaus ist bekannt, dass zur Erhöhung der Druckaufbauzeit
und zur Reduktion der Abdampfrate die thermisch wirksame Masse innerhalb der isolierten
Tankstruktur entlang der Wärmeein- und -ausströmpfade erhöht werden
kann. Diese Maßnahme kann auch kombiniert werden z.B. mit einer im isolierten
Bereich liegenden Einrichtung zur Kühlung, entsprechend DE
40 41 170 C1, die ebenfalls dem Zweck dient, die zur Erwärmung des
abströmenden GH2 bis maximal auf Umgebungstemperaturniveau erforderliche Enthalpie
zu speichern und als lokale Wärmesenke für in den Tank eindringende Wärmemengen
aufzubrauchen. Zur Verlängerung der verlustfreien Druckaufbauzeit kann also
eine Wärmesenke Anwendung finden, die im Entnahmebetrieb durch den über
die vorhandene Entnahmeleitung angekoppelten, kalt entnommenen
Wasserstoff gekühlt wird und Wärme aus dem angekoppelten Kühlschild
aufnimmt.
Allgemein bekannt ist, dass die Förderung von Wasserstoff –
insbesondere, falls diese Förderung unter gleichzeitiger Druckerhöhung,
z.B. zur Erzielung eines für den Betrieb eines H2-Verbraucher vorteilhaft hohen
Förderdruckes, erfolgt – dann mit vergleichsweise geringem Leistungsbedarf
für den Antrieb der Fördereinrichtung erfolgen kann, wenn H2 in Form von
LH2 gefördert wird. Die Antriebsleistung für die Förderung von GH2
ist demgegenüber deutlich erhöht. Allgemein bekannt ist weiterhin, dass
z.B. industrielle H2-Fördereinrichtungen von LH2 oder GH2 auf kryogenem Temperaturniveau
beim Hochlaufen vom Betriebsstillstand auf einen Förderbetriebszustand eine
nicht vernachlässigbare Kaltfahrzeit benötigen, in der die Fördereinrichtung
durch das strömende LH2 (oder das kalte GH2) erst auf eine Betriebstemperatur
abgekühlt wird, die zum Anfahren der maximalen Förderleistung benötigt
wird.
Die beschriebenen Verfahren, Speicherbehälter für kryogene
Fluide durch Selbstkühlung vor Wärmeeintrag und vor der resultierenden
Verdampfung der flüssigen Phase, sowie dem damit verbundenem Druckaufbau im
Speicherbehälter zu schützen, sind nicht ausreichend, um die Zielvorgaben
für verlustfreie Druckaufbauzeiten, das heißt, die Zeit vom Moment des
Abstellens des mit kryogenem Kraftstoff gefüllten Speichers bis zum Erreichen
eines Maximaldrucks, der zur Druckentlastung durch Abblasen führt und Standzeiten,
das heißt, die Zeit vom befüllten Abstellen bis zum Moment, zu dem der
Kraftstoffbehälter durch das druckbedingte Abblasen (Boil-Off) nur noch eine
festzulegende nutzbare Kraftstoff-Restmenge beinhaltet, für einen mobilen kryogenen
Versorgungsspeicher für flüssigen Wasserstoff oder sich ähnlich verhaltender
Fluide zu erreichen.
Die Ursachen hierfür liegen in einer wegen des hohen Temperaturgradienten
zwischen Umgebung und dem kryogenen Speicherinhalt nicht ausreichenden Isolationswirkung
der Behälterisolation und in der mangelnden Wärmeaufnahmefähigkeit
des selbstkühlenden kryogenen Fluids. Wasserstoff im Besonderen weist physikalisch
eine hohe gravimetrische Energiedichte (Energie pro Masse), aber eine niedrige volumetrische
Energiedichte (Energie pro Volumen) auf. Dies führt zu hohen Speichervolumina
für eine definierte zu speichernde Energiemenge. Dabei weist Wasserstoff seine
höchste volumetrische Energiedichte bei kryogenen Temperaturen in der flüssigen
Phase oder bei extrem hohen Drücken in der Gasphase auf. Bei flüssiger
kryogener Speicherung ist ein möglichst niedriger Speicherdruck von Vorteil,
da die Dichte des flüssigen gesättigten Wasserstoffs mit sinkendem Druck
zunimmt. Bei Drücken nahe dem Umgebungsdruck ließe sich daher die bestmögliche
realisierbare Speicherdichte und damit die höchste volumetrische Energiedichte
erreichen und zudem der Druckhub zwischen Speicherdruck bei Start einer Betriebspause
und dem nach langer Betriebspause durch Wärmeeintrag erreichten Boil-Off Druck
erhöhen. Ein kryogener Speicherbehälter mit vorgegebenem Speichervolumen
kann daher bei niedrigem Druck die maximale Kraftstoffmenge (Energiemenge) flüssigen
Wasserstoffs speichern und eine vergleichsweise lange verlustfreie Druckaufbauzeit
erreichen.
Einem gewünschten niedrigen Druck des flüssigen Wasserstoffs
im Speicher steht allerdings die Druckanforderung der Brennkraftmaschine gegenüber,
die bei Eigendruckbereitstellung aus dem Speicher (ohne zusätzliche Druckerzeugung)
den minimal möglichen Speicherdruck festlegt.
Sicherheitsleitungen in der Gasphase, im oberen Speicherbereich, mitsamt
Sicherheits-Überdruckventilen zur Vermeidung von Überdrücken in Fehlerfällen
geraten im Falle einer Überkopflage in die flüssige Phase und können
durch die niedrigere Enthalpie der Flüssigphase nicht ausreichend schnell große
Mengen Kraftstoff abführen. Um diesem Problem gerecht zu werden, sind große
Durchmesser in den Sicherheitsleitungen vorzusehen, die mit einem erhöhten
Wärmeeintrag in Betriebspausen verbunden sind.
Eine Abhilfemaßnahme für die geschilderte Problematik aufzuzeigen,
ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen sind Inhalt der Unteransprüche.
Nach der Erfindung umfasst eine Vorrichtung zur kryogenen Speicherung
und Förderung von Kraftstoff, zur Versorgung eines Verbrauchers, insbesondere
einer ein Kraftfahrzeug antreibenden Brennkraftmaschine, mindestens einen Kryotank,
bestehend mindestens aus einem Innenbehälter zur Aufnahme des kryogenen Mediums,
der wärmeisoliert in einem Außenbehälter gehalten wird und einen,
insbesondere vakuumisolierten, Armaturenbehälter, der kalte Armaturen zum Befüllen
und Entleeren des Kryotanks enthält. Die Erfindung ist gekennzeichnet durch
eine Fördereinrichtung wenigstens zur Entnahme von flüssigem kryogenem
Medium aus dem Kryotank, die im Armaturenbehälter untergebracht ist und durch
einen ersten Wärmetauscher gekühlt wird.
Durch den Einsatz einer kalten Fördereinrichtung im Armaturenbehälter
mit Flüssigentnahme wird eine Bereitstellung von Drücken bis ca. 20bara
für eine Brennkraftmaschine bei gleichzeitig niedrigem Druck
im gespeicherten Wasserstoff möglich. Dies erlaubt eine effiziente Versorgung
der Brennkraftmaschine bei Bedarf (z.B. im Volllastbetrieb) und gleichzeitig eine
durch den niedrigeren Speicherdruck erhöhte Wasserstoffmasse im Speicher (bei
niedrigerem Befüllenddruck), sowie eine durch den wachsenden Druckhub zwischen
dem Speicherdruck und Boil-Off Druck erhöhte verlustfreie Druckaufbauzeit.
Der erste Wärmetauscher kann zum Beispiel durch Ankopplung des Gehäuses
der Fördereinrichtung an mindestens eine kryogenes Medium führende Leitung
gebildet werden.
Eine weiterhin für die Druckerhöhung vorteilhafte Ausführung
der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Wärmetauscher vorgesehen
ist, der zwischen Armaturenbehälter und Verbraucher geschaltet ist.
Wenn dann ein Druckspeicher für gasförmiges kryogenes Medium
vorgesehen ist, der so, insbesondere in Verbraucherrichtung nach dem zweiten Wärmetauscher,
zwischen Armaturenbehälter und Verbraucher geschaltet ist, dass aus dem Druckspeicher
sowohl der Verbraucher, als auch der Kryotank mit unter Druck stehendem gasförmigen
kryogenen Medium versorgt werden kann, hat das den Vorteil, dass eine Dämpfung
von Druckschwankungen durch den Einsatz der Förderpumpe und den Wechsel zwischen
den Betriebsmodi Gasentnahme und Flüssigentnahme mit Druckbereitstellung durch
die Förderpumpe stattfindet. Zudem kann der Druckspeicher zusammen mit einem
zusätzlichen Pufferbereich im Ausgang der Kaltleitung des Armaturenbehälters
dazu dienen, eine Restmenge Wasserstoff zu speichern, mit dem bei fehlender Verfügbarkeit
einer Wasserstoffkonditionierung (z.B. fehlende Wärme beim Kaltstart) ein Starten
der Brennkraftmaschine gewährleistet werden kann.
Dass der Kryotank mit unter Druck stehendem gasförmigen kryogenen
Medium versorgt werden kann hat weiterhin den Vorteil, dass durch Erzeugung von
gezielten Ungleichgewichtszuständen im Innenbehälter Bedrückungseffekte
auf die Flüssigphase und damit eine Unterkühlung des Wasserstoffs rund
um die Flüssigentnahmevorrichtung gefördert werden. Dies verbessert die
flüssige Beschickung der Förderpumpe. Die Bedrückungseffekte können
insbesondere auch während des Kaltfahrens von Teilen der Kraftstoffversorgungsanlage
in Betriebspausen vor Betriebsbeginn genützt werden. Sehr von Vorteil ist in
dieser Hinsicht eine Ausführungsform der Erfindung, bei der die Leitung zur
Bedrückung des flüssigen kryogenen Mediums am Leitungsende im Kryotank
mit einem Diffusor versehen ist.
Erst der Einsatz einer Förderpumpe zur Überwindung des Druckgefälles
bei der Rückführung eines Teilstromes von Warmgas zur Tankdruckerhaltung
während der Druckhaltephasen ermöglicht den Betrieb eines Diffusors anstelle
einer geschlossenen Innentankwärmetauscherschleife. Dies erspart eine Rückleitung
und damit Wärmeeintrag in Betriebspausen, was zu längeren Druckaufbauzeiten
führt. Gleichzeitig weist die Erfindung nur mehr einen zentralen Zugang von
unten in den Innenbehälter auf, was zusätzliche Wärmebrücken
vermeidet, thermische Schichtung mindert und nur noch eine lösbare Zentralkupplung
erforderlich macht.
Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass zum
Entleeren und Befüllen des Kryotanks mindestens drei Leitungen vorgesehen sind,
die vom Innenbehälter aus dem Außenbehälter heraus in den Armaturenbehälter
geführt sind, wobei die erste Leitung für die Entnahme von kryogenem Medium
vorwiegend in flüssiger Form aus dem unteren Bereich des Kryotanks, die zweite
Leitung für die Entnahme von kryogenem Medium vorwiegend in gasförmiger
Form aus dem oberen Bereich des Kryotanks und die dritte Leitung für die Rückführung
des Mediums als Warmgas in den oberen Bereich des Kryotanks vorgesehen sind. Dabei
ist die zweite Leitung an den ersten Wärmetauscher angeschlossen, um die Fördereinrichtung
zu kühlen.
Die Verfügbarkeit der vollen Förderleistung der Fördereinrichtung
hängt von einem ausreichend hohen Anteil der flüssigen Wasserstoffphase
bei Eintritt in die Fördereinrichtung und Vermeidung von Verdampfung durch
Eigenwärme der Fördereinrichtung ab. Die Kühlung der Fördereinrichtung
in ihren Betriebspausen während der Gasentnahme oder im Boil-Off wird dabei
durch Ankopplung der Gasentnahmeleitung an die Fördereinrichtung über
einen Wärmetauscher gesichert. Dabei ist von weiterem Vorteil, wenn die Fördereinrichtung
in einer weiteren bevorzugten Ausführung eine Förderpumpe ist, die eine
geringe Wärmekapazität besitzt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
steht die erste Leitung und/oder die zweite Leitung oder die Zusammenführung
aus erster und zweiter Leitung in Verbraucherrichtung nach der Fördereinrichtung
oder nach dem ersten Wärmetauscher mit dem zweiten Wärmetauscher in Wärme
übertragendem Kontakt. Ferner ist die dritte Leitung zum Befüllen des
Kryotanks über eine Befüllleitung mit einer Betankungskupplung verbunden.
Durch eine solche vorteilhafte Verschaltung der Leitungen kann der
Diffusor für die Befüllung und für die Druckhaltung durch Warmgasrückführung
genutzt werden. Während der Betankung dient der Diffusor zur gezielten Verteilung
des eingefüllten Flüssigwasserstoffs und im Flüssigentnahmebetrieb
wird zur Druckerhaltung im Kryotank rückgeführtes angewärmtes Wasserstoffgas
im Gasraum verteilt, um so eine Versorgung der Förderpumpe
mit unterkühltem flüssigen Wasserstoff zu gewährleisten.
Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und die zweite Leitung in Verbraucherrichtung nach der Fördereinrichtung
oder nach dem ersten Wärmetauscher zusammengeführt sind und dass zwischen
der Befüllleitung und einer Rückgasleitung eine Verbindungsleitung besteht,
die die Befüllleitung mit der Rückgasleitung verbindet, wenn die Betankungskupplung
nicht zur Betankung benutzt wird.
Der Einsatz der so angeschlossenen kalten Förderpumpe ermöglicht
das Kaltfahren des Befüllstranges einschließlich des Einfüllrohrs
und der Befüllkupplung durch Rückführung von kryogenem Medium in
den Innenbehälter und dadurch ohne Notwendigkeit zur Verwendung oder Abfuhr
des für das Kaltfahren benötigten kryogenen Mediums. Das beschriebene
Kaltfahren verkürzt die Befüllzeit und kann die beim Befüllen anfallenden
Rückgasverluste verringern. Der beschriebene Kaltfahrvorgang kann vorteilhafterweise
ebenso dazu benutzt werden, die Förderpumpe selbst kalt zu fahren.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, dass die zweite Leitung in Verbraucherrichtung nach dem ersten Wärmetauscher
und vor einer Zusammenführung mit der ersten Leitung eine Abzweigleitung in
die Betankungskupplung besitzt, die während einer Betankung als Rückgasleitung
aus dem Kryotank durch dessen Befüllung verdrängtes gasförmiges kryogenes
Medium zur Betankungskupplung führt.
Durch Verwendung der zweiten Leitung, der Gasentnahmeleitung, als
Rückgasleitung während des Befüllvorgangs wird wegen deren thermischer
Ankopplung über den ersten Wärmetauscher an die Fördereinrichtung
eine verbesserte Verfügbarkeit der vollen Förderleistung nach einem Betankungsvorgang
gewährleistet.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung
steht die zweite Leitung mit der Wärmeenergiespeichereinrichtung, einer Wärmesenke,
in Wärme übertragendem Kontakt, um unter Wärmeaufnahme den Wärmeeintrag
aus der Umgebung in den Innenbehälter zu minimieren. Dabei ist besonders zur
Minimierung des Wärmeeintrags während der Betriebspausen in der verlustfreien
Druckaufbauzeit von Vorteil, wenn die Wärmesenke mit einem zwischen Außenbehälter
und Innenbehälter befindlichen Kühlschild wärmeübertragend verbunden
ist.
Durch die alleinige Ankopplung der zweiten Leitung, der Gasentnahme-
und Boil-Off Leitung, an die Wärmesenke, wird deren Kühlung während
der Gasentnahme, während des Boil-Offs und während der Betankung (durch
Rückgas) gewährleistet. Dies dient in Betriebspausen zur Verlängerung
der verlustfreien Druckaufbauzeit und zur Verlängerung der damit und mit der
Größe des das Kühlschild kühlenden Boil-Off Massenstroms verbundenen
Standzeit bis zur fast völligen Entleerung des Speichers. Dies kann direkt
durch Ankopplung der zweiten Leitung, der Gasentnahmeleitung, an das Kühlschild
oder via eines Puffers in Form einer Wärmesenke geschehen.
Die erste Leitung, die Flüssigentnahmeleitung unterliegt durch
nicht-Ankopplung an die Wärmesenke keinem den optimalen Betrieb der Förderpumpe
störenden Wärmeeintrag aus der Wärmesenke und dem angekoppelten Kühlschild.
Die kombiniert nutzbare Befüll- und Rückgasleitung zur Druckerhaltung,
die dritte Leitung, ist ebenfalls nicht an die Wärmesenke angekoppelt. Dies
garantiert eine schnellere Befüllung durch verminderte Wärmeeinträge
in die Befüllleitung während des Befüllens und verhindert eine störende
Erwärmung der Wärmesenke während der Warmgasrückführung
zur Druckerhaltung.
Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind dadurch
gekennzeichnet, dass an die zweite Leitung, in Verbraucherrichtung, nach dem ersten
Wärmetauscher eine Abzweigleitung zu einem Druckentlastungsventil angeschlossen
ist, das beim Erreichen eines Grenzdrucks, dem Boil-off-Druck, zum Abblasen gasförmigen
Mediums aus dem Kryotank, öffnet. Außerdem ist an die zweite Leitung,
insbesondere in Verbraucherrichtung vor dem ersten Wärmetauscher, eine Abzweigleitung
zu einem ersten Überdruck-Sicherheitsventil angeschlossen, das beim Erreichen
eines Grenzdrucks über dem Boil-off-Druck, zum Abblasen gasförmigen Mediums
aus dem Kryotank, öffnet. Zusätzlich kann an die erste Leitung, insbesondere
in Verbraucherrichtung vor der Fördereinrichtung, eine Abzweigleitung zu einem
zweiten Überdruck-Sicherheitsventil angeschlossen sein, das beim Erreichen
eines Grenzdrucks über dem Boil-off-Druck, zum Abblasen von kryogenem Medium
aus dem Kryotank, öffnet.
Durch die Verfügbarkeit von Sicherheitsventilen an der Gasentnahmeleitung
und an der Flüssigentnahmevorrichtung wird vorteilhafterweise die sichere Abführung
von ausreichenden Wasserstoffmengen im Fehlerfall/Sicherheitsfall (z.B. starke Degradation
der Isolation) auch in Überkopflagen verbessert, ohne die Leitungsquerschnitte
der in den Innenbehälter führenden Leitungen vergrößern zu müssen.
Dies führt zu einer Verringerung des Wärmeeintrags in Betriebspausen und
damit zur einer erhöhten verlustfreien Druckaufbauzeit.
Weitere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind dadurch
gekennzeichnet, dass die Flüssigentnahmeleitung an eine Umschalteinrichtung
angebunden ist, die bis zum weitgehenden Entleeren des Kryotanks
für eine Entnahme flüssigen Wasserstoffs sorgt. Solche an sich bekannten
Entnahmeeinrichtungen sind vorteilhaft bei Kraftstoffverlagerungen der flüssigen
Phase zum Beispiel aufgrund auftretender Fliehkräfte oder Neigung des Kraftfahrzeugs
im unebenen Gelände.
Wenn der Armaturenbehälter so platziert ist, dass sich die Fördereinrichtung
unterhalb oder auf gleicher Höhe von Leitungsöffnungen für die flüssige
Entnahme im unteren Bereich des Kryotanks befindet, wirkt sich dies vorteilhaft
bezüglich der Förderung von Kraftstoff in flüssiger Phase aus. Es
fördert die flüssige Beschickung der Fördereinrichtung und erspart
einen Schwelltopf bzw. vermeidet Kavitation.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
weiter erläutert. Die einzige Figur zeigt einen schematisch dargestellten Längsschnitt
eines erfindungsgemäßen Behälters zur Speicherung eines kryogenen
Mediums mit einer erfindungsgemäßen Entnahme- und Befülleinrichtung.
Erfindungswesentlich können sämtliche näher beschriebenen Merkmale
sein. Die gesamte Kraftstoffversorgungsanlage für kryogenen Wasserstoff (und
ähnliche Fluide) besteht aus einem isolierten Speicherbehälter mit Kühlschild
und Wärmesenke inklusive einer an die Wärmesenke angebundenen Gasentnahmeleitung
sowie einer Vorrichtung für Flüssigentnahme und einer als Diffusor ausgeführten
kombinierten Betankungs- und warmen Rückgasleitung zur Druckerhaltung im Entnahmebetrieb,
mit einem sekundären Vakuummodul inklusive Absperrventilen und einer kühlbaren
kryogenen Förderpumpe zur Druckbereitstellung, mit einem Wärmetauschermodul
zur Temperierung des entnommenen druckkonditionierten Wasserstoffs, mit einem Nebensystemmodul
inklusive Pufferbehälter gegen Druckspitzen, mit Sicherheitsleitungen an Flüssig-
und Gasentnahmeleitung und mit einem vor dem Befüllvorgang kühlbaren Einfüllrohr
mitsamt Befüllkupplung.
In einem nicht gezeichneten Kraftfahrzeug ist ein Kryotank
40 zur Speicherung von Flüssigwasserstoff LH2 eingebaut. Dieser dient
als Kraftstoff zur Versorgung einer das Kraftfahrzeug antreibenden, nicht gezeichneten,
Brennkraftmaschine, angekoppelt an einen Antriebsaggregatseingang 14. Der
Kryotank 40 ist ein Behälter, bestehend aus einem druckfesten Innenbehälter
1, gelagert über eine nicht gezeichnete Lagerungseinrichtung in einem
Außenbehälter 4, mit dazwischen liegender Isolationsschicht und
einem in dieser eingebetteten Kühlschild 2. Mit dem Kühlschild
2 ist eine Wärmesenke 3 als Wärmespeichereinrichtung
thermisch leitend verbunden, die als Pufferspeicher für die durch die Isolation
eindringende Wärme aus der Umgebung dient. Die Wärmesenke 3 befindet
sich in der primären Isolationszone, in einer Ausnehmung 41 des Innenbehälters
1, in die auch alle Zugänge zum Innenbehälter 1 münden,
die von dort über eine am Außenbehälter 4 angebrachte, lösbare
Zentralkupplung 5 aus diesem herausgeführt werden. Über die Zentralkupplung
5 ist ein vakuumisolierter Armaturenbehälter 6, als sekundäres
isoliertes Kaltmodul, an den Außenbehälter 4 angekoppelt, und
die Zugänge zum Innenbehälter 1 werden über die Zentralkupplung
5 aus dem Außenbehälter 4 heraus in den Armaturenbehälter
6 hinein geführt.
Es sind zum Befüllen und Entleeren des Kryotanks 40
drei Zugänge zum Innenbehälter 1 vorgesehen. Diese drei Leitungen
sind vom Innenbehälter 1, aus dem Außenbehälter
4 heraus, in den Armaturenbehälter 6 geführt, wobei
eine erste Leitung 43 der Entnahme von kryogenem Medium vorwiegend in flüssiger
Form aus dem unteren Bereich des Kryotanks 40 dient. Eine zweite Leitung
20 dient der Entnahme von kryogenem Medium vorwiegend in gasförmiger
Form aus dem oberen Bereich des Kryotanks 40 und eine dritte Leitung
42, deren Leitungsende im Kryotank 40 mit einem Diffusor
18 versehen ist, dient zur Rückführung des Mediums als Warmgas
in den oberen Bereich des Kryotanks 40 und während der Befüllung
des Kryotanks 40 als Befüllleitung.
Aus dem Kryotank 40 wird, über einen Flüssigentnahmeumschalter
7, bei Volllastanforderung durch die Brennkraftmaschine oder im Teillastbetrieb,
bei Unterschreiten des für die Brennkraftmaschine notwendigen niedrigsten Versorgungsdrucks
im Kryotank 40, kryogen gespeicherter Wasserstoff in flüssiger Phase
LH2 über die erste Leitung 43 entnommen und an der Wärmesenke
3 vorbei, über ein im Armaturenbehälter 6 sitzendes
Kaltventil 8 zu einer kalten Förderpumpe 9 für vorwiegend
flüssigen Wasserstoff geführt. Diese komprimiert den flüssigen Wasserstoff
LH2 auf das für die Brennkraftmaschine bei Volllast- bzw. Teillastbetrieb vorgesehene
Druckniveau. Der komprimierte Wasserstoff wird über eine Hauptentnahmeleitung
22 durch ein Puffervolumen 31 in einen zweiten Wärmetauscher
10 geführt, dort temperiert und über einen in einer Nebensystemkapsel
11 sitzenden Druckspeicherbehälter 12, der der Dämpfung
von Druckschwankungen dient, und ein Absperrventil 13 zum Antriebsaggregatseingang
14 geführt.
Bei unzulässigem Unterschreiten eines Mindestdrucks im Innenbehälter
1, wird durch Öffnen eines Regelventils 16 eine über
eine Drossel 15 geregelte Menge des aufgewärmten Entnahmemassenstroms
in eine Befüllleitung 17 eingeleitet und dort über die Zentralkupplung
5, durch eine dritte Leitung 42, vorbei an der Wärmesenke
3, in den im Innenbehälter 1 befindlichen, für Befüllung
und Druckerhaltung durch Rückführung genutzten Diffusor 18 geführt,
der den warmen gasförmigen Wasserstoff GH2 im Innenbehälter
1 verteilt und dem Kryotank 40 so die zum Druckerhalt notwendige
Wärme zuführt. Die Anordnung des Diffusors 18 im oberen Bereich
des Innenbehälters 1, der mehrheitlich von der Gasphase des gespeicherten
Wasserstoffs GH2 eingenommen wird, dient einer gezielten Herstellung eines Ungleichgewichts
im gespeicherten Wasserstoff und führt so idealerweise durch Druckanstieg zu
einer Unterkühlung des flüssigen Wasserstoffs LH2 im Bereich der Flüssigentnahmevorrichtung.
Die entstehende Unterkühlung kann dazu beitragen, dass der der kalten Förderpumpe
9 zugeführte Wasserstoff trotz Wärmeaufnahme in den Zuleitungen
zur Förderpumpe 9, die Förderpumpe 9 in weitgehend flüssigem
Zustand erreicht und so zu einem effizienten Betrieb der Förderpumpe
9 beiträgt. Des weiteren trägt das so erzeugte Ungleichgewicht
im gespeicherten Wasserstoff zu Beginn von Betriebspausen zu einem Druckabfall durch
erst verzögert einsetzende langsame Annäherung an den Sättigungszustand
(Vermischung) und sich einstellendem Gleichgewicht bei und erhöht so idealerweise
den Druckhub und damit die verlustfreie Druckaufbauzeit im Kryotank 40,
bis zum Erreichen eines Grenzdrucks, dem Boil-off-Druck, bei dem gasförmiges
Medium GH2 aus dem Kryotank 40 abzublasen ist.
Im Teillastbetrieb der Brennkraftmaschine, bei Drücken im Innenbehälter
1 oberhalb des niedrigsten Versorgungsdrucks für Teillastbetrieb ist
eine Wasserstoffentnahme in gasförmiger Phase GH2 vorgesehen, um wegen der
bei Gasentnahme höheren Enthalpieabfuhr aus dem Innenbehälter
1 den Druck im Innenbehälter 1 bis zum Mindestdruck reduzieren
zu können. Dafür wird durch Öffnen eines im Armaturenbehälter
6 befindlichen Kaltventils 19, gasförmiger Wasserstoff GH2,
getrieben durch den Druck im Innenbehälter 1, über die in den
Innenbehälter 1 ragende zweite Leitung 20 für Gasentnahme
aus dem Innenbehälter 1 entnommen, durch die Wärmesenke
3 und die Zentralkupplung 5 in den Armaturenbehälter
6 geführt. Dort kühlt der gasförmige Wasserstoff GH2 durch
einen ersten Wärmetauscher 21 die sich bei Gasentnahme nicht in Betrieb
befindliche, kalt zu haltende Förderpumpe 9 und wird nach dem Kaltventil
19, stromabwärts der Förderpumpe 9, der Hauptentnahmeleitung
22 zugeführt. Weiter im zweiten Wärmetauscher 10 temperiert
und via Druckspeicherbehälter 12 und Absperrventil 13 in
der Nebensystemkapsel 11 zum Antriebsaggregatseingang 14 geleitet.
Das Befüllen des Kryotanks 40 mit kryogen gespeichertem
Wasserstoff wird über eine Betankungskupplung 24 am Armaturenbehälter
6 durchgeführt. Vor einem Befüllvorgang wird mit Hilfe der kalten
Förderpumpe 9 der komplette Befüllstrang inklusive Diffusor
18, Befüllleitung 17, Einfüllrohr 23 und Betankungskupplung
24 durch Kreisförderung „kalt gefahren", um so den anschließenden
Befüllvorgang zu beschleunigen und Rückgasverluste zu verringern. Dazu
werden die Kaltventile 8 und 25 geöffnet und die Förderpumpe
9 in Betrieb genommen. Dadurch wird Wasserstoff aus der flüssigen
Phase LH2 über die erste Leitung 43 aus dem Kryotank 1 über
die Zentralkupplung 5 und das Kaltventil 8, durch die Förderpumpe
9 und die Verbindungsleitung 45 zwischen Rückgasleitung
26 und betankungskupplungsseitiger Befüllleitung 27, dann
über das Kaltventil 25 und die Befüllleitung 17, zurück
in den Innenbehälter 1 gefördert.
Ein ähnlicher Kaltfahrvorgang kann dazu benutzt werden, die Förderpumpe
9 bei Bedarf selbst kalt zu fahren. Dazu wird wie im Falle des Kaltfahrens
des Betankungsstrangs das Kaltventil 8 geöffnet und die Förderpumpe
9 in Betrieb genommen. Anstatt des Kaltventils 25 wird aber das
Kaltventil 19geöffnet und das aus der Förderpumpe 9
austretende Gas über den ersten Wärmetauscher 21 und die zweite
Leitung 20 zurück in den Innenbehälter 1 geführt.
Der Befüllvorgang selbst, über die Betankungskupplung
24 und das Einfüllrohr 23, wird eingeleitet durch Ankoppeln
einer füllstationsseitigen Kupplung an die Befüllkupplung 24
am Armaturenbehälter 6, wodurch die Rückgasleitung
26 und die betankungskupplungsseitige Befüllleitung 27 von
einander getrennt werden, indem die Verbindungsleitung 45 unterbrochen
wird. Durch Öffnen des Kaltventils 25 zur Befüllung und des Kaltventils
19 für Rückgas wird kryogen gespeicherter Wasserstoff in flüssiger
Form LH2 von der Befüllstation durch die betankungskupplungsseitige Befüllleitung
27, über Kaltventil 25, Befüllleitung 17, Zentralkupplung
5 und Diffusor 18 im Innenbehälter 1 verteilt. Gleichzeitig
wird über die zweite Leitung 20 für Gasentnahme, die Wärmsenke
3, die Zentralkupplung 5, den ersten Wärmetauscher
21, das Kaltventil 19 und die Rückgasleitung 26
Rückgas zur Druckabsenkung im Innenbehälter 1 an die Befüllstation
rückgeführt. Dabei wird über das durch den ersten Wärmetauscher
21 strömende Rückgas die Förderpumpe 9 gekühlt.
Dies dient einer schnellen Verfügbarkeit der vollen Förderleistung nach
Beendigung des Befüllvorgangs bei Inbetriebnahme der Wasserstoffversorgungsanlage
zur Versorgung der Brennkraftmaschine im Volllastbetrieb.
Während längerer Betriebspausen der Wasserstoffversorgungsanlage
steigt der Druck im Innenbehälter 1 durch stetigen Wärmeeintrag
aus der Umgebung über den Außenbehälter 4, die Isolation,
das Kühlschild 2 und den Innenbehälter 1 in den dort
gespeicherten flüssigen Wasserstoff LH2, der die Wärme in Verdampfung
umsetzt. Bei Erreichen des Boil-Off Drucks öffnet ein Druckentlastungsventil
28 und gasförmiger Wasserstoff GH2 wird über die zweite Leitung
20 zur Gasentnahme, die Wärmsenke 3, die Zentralkupplung
5 und den ersten Wärmetauscher 21 in eine
Boil-Off Leitung 32 abgeführt. Dabei kühlt der abgeführte
Wasserstoff neben der Wärmesenke 3 auch die Förderpumpe
9 über den ersten Wärmetauscher 21. Dies dient einer
schnellen Verfügbarkeit der vollen Förderleistung nach einer Betriebspause,
bei Inbetriebnahme der Wasserstoffversorgungsanlage zur Versorgung der Brennkraftmaschine
im Volllastbetrieb.
Im Falle eines plötzlichen starken Wärmeeintrags in den
Innenbehälter 1, durch Beschädigung der Isolation oder andere
Fehlerfälle, steigt der Druck im Innenbehälter 1 durch zunehmende
Verdampfung flüssigen Wasserstoffs LH2 stark an. Da in einem solchen Fall die
Abfuhr einer ausreichenden Menge Wasserstoffs durch die Boil-Off Leitung
32 nicht möglich ist, öffnen die Überdruck-Sicherheitsventile
29 und 30 bei Erreichen des jeweiligen Druckniveaus für das
jeweilige Sicherheitsventil 29, 30. Dabei ist das zuerst ansprechende
Sicherheitsventil 29 an die zweite Leitung 20, die Gasentnahmeleitung,
angekoppelt und das Sicherheitsventil 30 an die erste Leitung
43 der Flüssigentnahmevorrichtung. So wird garantiert, dass auch im
Falle einer Überkopflage, mit flüssigem Wasserstoff LH2 im Bereich der
Öffnung der zweiten Leitung 20, der Gasentnahmeleitung, ausreichend
gasförmiger Wasserstoff GH2 aus der dann im Bereich der Flüssigentnahmevorrichtung
vorliegenden Gasphase über das Sicherheitsventil 30 abgeführt
werden kann.