Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten
Schichtenfolge auf einem Substrat.
Bei dem Substrat kann es sich beispielsweise um ein formstabiles oder
um ein flexibles Substrat, d.h. Flächenelement, aus einem elektrisch isolierendem
Material handeln.
Eine strukturierte und registerhaltige Aufbringung von partiellen
Schichten auf einem Substrat ist insbesondere dann nur sehr schwierig möglich,
wenn die Medien, aus welchen die entsprechende Schicht besteht, eine niedrige Viskosität
besitzen, so dass die besagten niedrigviskosen Medien in unerwünschter Weise
leicht verlaufen können und beispielsweise Register-Marken oder partiell auf
das Substrat aufgebrachte Flächenbereiche nicht positions- und/oder größengenau
dargestellt werden können. Bei den besagten Medien kann es sich bspw. um Lacke,
Lösungen o. dgl. handeln. Da die Funktionsfähigkeit und Effizienz eines
gesamten Schichtenaufbaus auf einem Substrat, d.h. die strukturierte Schichtenfolge,
jedoch sehr stark von der Registerhaltigkeit der einzelnen strukturierten Schichten
– sowie von deren exakten Flächenabmessungen – abhängt,
ist es bislang schwierig, einen üblichen Weg der Schichtenapplikation zu wählen.
Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art zu schaffen, mit welchem die genannten Mängel mit einfachen
Mitteln eliminiert werden und mit dem es bspw. möglich ist, preisgünstig
Polymer-Solarzellen herzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruches 1, d.h. dadurch gelöst, dass auf dem mit voneinander beabstandeten
ersten Elektroden versehenen Substrat in einem ersten Verfahrensschritt an einem
ersten Randabschnitt jeder ersten Elektrode eine Kontaktsperre gedruckt wird, dass
in einem anschließenden zweiten Verfahrensschritt nach dem Trocknen der Kontaktsperren
partiell eine Lift-Off-Lackschicht gedruckt wird, die sich von der jeweiligen Kontaktsperre
über den freien Flächenbereich zwischen benachbarten ersten Elektroden
bis zu dem daran angrenzenden zweiten Randbereich der benachbarten ersten Elektrode
erstreckt, dass in einem anschließenden dritten Verfahrensschritt nach dem
Trocknen der partiellen Lift-Off-Lackschicht das Substrat ganzflächig mit mindestens
einer mindestens einlagigen Aktivschicht aus einem niedrigviskosen und leicht verlaufenden
Schichtmedium bedruckt wird, und dass in einem daran anschließenden vierten
Verfahrensschritt nach dem Trocknen der mindestens einen mindestens einlagigen Aktivschicht
das Substrat ganzflächig mit einer ersten Metallschicht bedeckt wird, wonach
die partiell gedruckte Lift-Off-Lackschicht mit den entsprechenden Flächenabschnitten
der Metallschicht durch Abwaschen vom Substrat entfernt wird.
Bei den auf dem Substrat voneinander beabstandeten ersten Elektroden
kann es sich um Dünnschichten, Dickschichten, Folien o. dgl. handeln. Die Kontaktsperren
können durch Siebdrucken hergestellt werden. Die Kontaktsperren können
beispielsweise auch in einem Walzendruckverfahren wie z.B. einem Tiefdruckverfahren
realisiert werden. Das Substrat kann aus einem formstabilen oder aus einem flexiblen
Material bestehen. Entsprechendes kann für die auf dem Substrat aufzubringende
partielle Lift-Off-Lackschicht und für die mindestens eine mindestens einlagige
Aktivschicht gelten. Auch diese können bspw. durch Siebdrucken, Tiefdrucken
o. dgl. hergestellt werden. Bei der mindestens einen Aktivschicht kann es sich um
ein Halbleitermaterial handeln, wenn mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
beispielsweise Solarzellen realisiert werden sollen. Die das Substrat ganzflächig
bedeckende erste Metallschicht kann z.B. als Dünnschicht durch Kathodenzerstäubung,
Vakuumbedampfung o. dgl. realisiert sein.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann nach dem Entfernen
der partiell gedruckten Lift-Off-Lackschicht auf dem Substrat eine zweite Metallschicht
vorgesehen werden, die derartig strukturiert ist/wird, dass sie die jeweilige erste
Metallschicht über die zugehörige Kontaktsperre und den daran anschließenden
freien Flächenbereich zwischen benachbarten ersten Elektroden mit dem daran
anschließenden zweiten Randbereich der benachbarten ersten Elektrode, von der
auf dieser ersten Elektrode vorgesehenen, mindestens einen mindestens einlagigen
Aktivschicht und der ersten Metallschicht beabstandet, elektrisch leitend verbindet.
Auf diese Weise ergibt sich durch die strukturierte zweite Metallschicht eine Reihenschaltung
der Einzelzellen, die jeweils durch eine erste Elektrode, die zugehörige erste
Metallschicht und die zwischen diesen befindliche mindestens eine Aktivschicht gebildet
sind. Handelt es sich bei der mindestens einen Aktivschicht um eine Halbleiterschicht
zur Realisierung von Polymersolarzellenelementen, so ergibt sich durch die besagte
Reihenschaltung eine Summierung der elektrischen Spannungen der Einzelzellen. Bei
Polymersolarzellenelementen kommen als Aktivschichten z.B. eine PE DOT/PSS (Poly
(3,4-ethylendioxthiophen) poly(styrenesulfonat))-Schicht und ein SC(semiconductor)-Schicht
zur Anwendung, wobei es sich versteht, dass die Aktivschichten hierauf nicht beschränkt
sind.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich, dass vor dem Entfernen
der partiell gedruckten Lift-Off-Lackschicht die erste Metallschicht im Bereich
zwischen den partiell gedruckten Lift-Off-Lackschichten mit einer Resistschicht
versehen wird. Bei einer derartigen Verfahrensweise wird die Resistschicht nach
dem Entfernen der partiell gedruckten Lift-Off-Lackschicht wieder entfernt. Nach
dem Entfernen der Resistschicht wird auf dem Substrat dann eine zweite Metallschicht
vorgesehen, die derartig strukturiert ist/wird, dass sie die jeweilige erste Metallschicht
über die zugehörige Kontaktsperre und den daran anschließenden freien
Flächenbereich zwischen benachbarten ersten Elektroden mit dem daran anschließenden
zweiten Randbereich der benachbarten ersten Elektrode, von der auf dieser ersten
Elektrode vorgesehenen mindestens einen mindestens einlagigen Aktivschicht und der
auf dieser vorgesehenen ersten Metallschicht beabstandet, elektrisch leitend verbindet.
Auch auf diese Weise ergibt sich wiederum eine Reihenschaltung einzelner Zellen.
Zum Schutz des erfindungsgemäß hergestellten Schichtengebildes
ist es zweckmäßig, wenn nach dem Aufbringen der zweiten Metallschicht
auf dem Substrat mindestens eine Decklage angebracht wird. Diese mindestens eine
Decklage kann mittels einer Kleberschicht auf dem Substrat angebracht werden. Durch
die mindestens eine Decklage ergibt sich ein Schutz des auf dem Substrat ausgebildeten
Schichtgebildes gegen mechanische und/oder chemische Einwirkungen von außen.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung zweiter in der Zeichnung schematisch und nicht maßstabgetreu verdeutlichter
Verfahren zur Herstellung einer strukturierten Schichtenfolge auf einem Substrat.
Es zeigen:
1 abschnittweise in einer Seitenansicht eine Schichtenfolge
auf einem Substrat,
2 abschnittweise in einer Seitenansicht das fertige
Schichtengebilde nach Durchführung weiterer Verfahrensschritte an dem Gebilde
gemäß 1,
3 eine der 1 ähnliche
Seitenansicht eines anderen erfindungsgemäßen Verfahrens,
4 in einer Seitenansicht einen an den Verfahrensschritt
gemäß 3 anschließenden Verfahrensschritt,
und
5 eine der 2 ähnliche
Darstellung des fertig hergestellten Schichtengebildes gemäß den in den
3 und 4 dargestellten
Verfahrensschritten.
1 verdeutlicht ein Substrat 10 aus einem elektrisch
isolierenden Material. Das Substrat 10 kann formstabil ebenflächig
ausgebildet sein oder aus einem flexiblen Material bestehen.
Das Substrat 10 ist an einer Hauptfläche 12
mit ersten Elektroden 14 versehen, die voneinander beabstandet sind. Die
ersten Elektroden 14 können von Dünnschichten, Dickschichten,
Metallfolien o. dgl. gebildet sein.
In einem ersten Verfahrensschritt werden an einem ersten Randabschnitt
16 der ersten Elektroden 14 Kontaktsperren 18 gedruckt.
Nach dem Trocknen der Kontaktsperren 18 wird partiell eine Lift-Off-Lackschicht
20 gedruckt, die sich von der jeweiligen Kontaktsperre 18 bis
zu dem daran angrenzenden zweiten Randbereich 22 der benachbarten ersten
Elektrode 14 erstreckt und somit den freien Flächenbereich
24 zwischen benachbarten ersten Elektroden 14, d.h. zwischen der
jeweiligen Kontaktstelle 18 und dem dieser zugewandten zweiten Randbereich
22 der benachbarten ersten Elektrode 14, bedeckt.
Nach dem Trocknen der partiellen Lift-Off-Lackschicht 20
wird das Substrat 10 ganzflächig mit mindestens einer mindestens einlagigen
Aktivschicht 26, die aus einem niedrigviskosen, leicht verlaufenden und
somit schwer zu bedruckenden Medium bestehen kann, bedeckt. Das kann durch Walzen,
Drucken oder dergleichen erfolgen. Nach dem Trocknen der mindestens einen mindestens
einlagigen Aktivschicht 26 wird das Substrat 10 ganzflächig
mit einer ersten Metallschicht 28 bedeckt. Bei dieser Metallschicht
28 kann es sich z.B. um eine Dünnschicht handeln, die durch Kathodenzerstäubung,
Vakuumbedampfen o. dgl. hergestellt wird.
In einem an das Aufbringen der ersten Metallschicht 28 anschließenden
Verfahrensschritt wird die partiell gedruckte Lift-Off-Lackschicht 20 mit
dem auf ihr befindlichen Flächenabschnitt der Metallschicht 28 vom
Substrat 10 entfernt. Das ist in 1 durch die
bogenförmigen Klammern mit Pfeil 30 schematisch verdeutlicht. Dieses
Entfernen der partiell gedruckten Lift-Off-Lackschicht 20 erfolgt durch
Abwaschen. Dabei wird nicht nur die partielle Lift-Off-Lackschicht 20 vom
Substrat 10 entfernt, sondern auch der jeweilige auf der Lift-Off-Lackschicht
20 vorgesehene Abschnitt der mindestens einen mindestens einlagigen Aktivschicht
26 und der ersten Metallschicht 28. Auf dem Substrat
10 verbleiben dann also die voneinander beabstandeten ersten Elektroden
14, die auf den ersten Elektroden 14 vorgesehenen Flächenabschnitte
der mindestens einen mindestens einlagigen Aktivschicht 26 und die auf
diesen vorgesehene erste Metallschicht 28, die am ersten Randabschnitt
16 der jeweiligen ersten Elektrode 14 durch die zugehörige
Kontaktsperre 18 begrenzt sind, und die gegen den zweiten
Randbereich 22 der jeweiligen ersten Elektrode 14 – der
Lift-Off-Lackschicht 20 entsprechend – flächig zurückgesetzt
sind.
Nach dem Entfernen der partiellen Lift-Off-Lackschicht 20
vom Substrat 10 kann dann auf dem Substrat 10 eine zweite Metallschicht
32 vorgesehen werden, die derartig strukturiert ist bzw. wird, dass sie
die jeweilige erste Metallschicht 28 über die zugehörige Kontaktsperre
18 und den daran anschließenden freien Flächenbereich
24 zwischen benachbarten ersten Elektroden 14 mit dem daran anschließenden
zweiten Randbereich 22 der benachbarten ersten Elektrode 14, von
der auf dieser ersten Elektrode 14 vorgesehenen mindestens einen mindestens
einlagigen Aktivschicht 26 und der mit dieser deckungsgleich vorgesehenen
ersten Metallschicht 28 beabstandet, elektrisch leitend verbindet. Diese
Beabstandung ist in 2 mit A bezeichnet. Mit Hilfe der
strukturierten zweiten Metallschicht 32 ergibt sich somit eine Reihenschaltung
von Einzelelementen 34, die jeweils von einer ersten Elektrode
14, der zugehörigen mindestens einen mindestens einlagigen Aktivschicht
26, und der auf dieser vorgesehenen ersten Metallschicht 28 gebildet
sind.
3 verdeutlicht ein anderes erfindungsgemäßes
Verfahren, wobei vor dem Entfernen der partiell gedruckten Lift-Off-Lackschicht
20 die erste Metallschicht 28 im Bereich 36 zwischen
den partiell gedruckten Lift-Off-Lackschichten 20 mit einer Resistschicht
38 versehen wird. Danach wird die partiell gedruckte Lift-Off-Lackschicht
20 vom Substrat 10 abgewaschen, d.h. entfernt, was in
3 – wie in 1 –
durch die bogenförmige Klammer mit Pfeil 30 angedeutet ist. Nach dem
Ablösen der strukturierten Lift-Off-Lackschicht 20 ergibt sich das
Schichtenzwischengebilde, wie es in 4 verdeutlicht
ist. Nach dem Ablösen der partiellen Lift-Off-Lackschicht 20 wird
die noch verbleibende strukturierte Resistschicht 38 wieder entfernt. Das
ist in 4 durch die bogenförmige Klammer mit Pfeil
40 angedeutet. In einem daran anschließenden Verfahrensschritt wird
auf dem Substrat 10 – wie oben in Verbindung mit 2
ausgeführt worden ist, eine strukturierte Metallschicht 32 vorgesehen,
um eine Reihenschaltung der Einzelelemente 34 zu verwirklichen.
Nach dem Aufbringen der strukturierten zweiten Metallschicht
32 wird auf dem Substrat 10 mittels einer Kleberschicht
42 mindestens eine Decklage 44 (siehe die 2
und 5) angebracht.
Gleiche Einzelheiten sind in den 1,
2 und 3 bis
5 jeweils mit denselben Bezugsziffern bezeichnet, so
dass es sich erübrigt, in Verbindung mit allen Figuren alle Einzelheiten jeweils
detailliert zu beschreiben.
- 10
- Substrat
- 12
- Hauptfläche (von 10)
- 14
- erste Elektroden (an 12)
- 16
- erster Randabschnitt (von 14)
- 18
- Kontaktsperre (an 16)
- 20
- Lift-Off-Lackschicht (zwischen 18 und 22)
- 22
- zweiter Randbereich (von 14)
- 24
- freier Flächenbereicht (zwischen 18 und 22)
- 26
- Aktivschicht (auf 10)
- 28
- erste Metallschicht (auf 10 bzw. 26)
- 30
- bogenförmige Klammer mit Pfeil – Prägevorgang (für 20)
- 32
- strukturierte zweite Metallschicht (von 10)
- 34
- Einzelelemente (auf 10)
- 36
- Bereich (zwischen 20 und 20)
- 38
- Resistschicht (an 36)
- 40
- bogenförmige Klammer mit Pfeil/Ablösung (von 38)
- 42
- Kleberschicht (für 44)
- 44
- Decklage (auf 10)