Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer strukturierten
Schichtfolge auf einem Substrat.
Bei dem Substrat kann es sich bspw. um ein formstabiles oder ein flexibles
Substrat, d.h. Flächenelement, aus elektrisch isolierendem Material handeln.
Eine strukturierte und registerhaltige Aufbringung von partiellen
Schichten auf einem Substrat ist insbesondere dann nur sehr schwierig möglich,
wenn die entsprechende Schicht eine niedrige Viskosität besitzt, so dass die
besagte niedrigviskose Schicht in unerwünschter Weise leicht verlaufen kann
und beispielsweise Register-Marken oder partiell auf das Substrat aufgebrachte Flächenbereiche
nicht positions- und/oder größengenau dargestellt werden können.
Da die Funktionsfähigkeit und Effizienz eines gesamten Schichtenaufbaus auf
einem Substrat, d.h. die strukturierte Schichtenfolge, jedoch sehr stark von der
Registerhaltigkeit der einzelnen strukturierten Schichten – sowie von deren
exakten Flächenabmessungen – abhängt, ist es bislang schwierig,
einen üblichen Weg der Schichtenapplikation zu wählen.
Deshalb liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art zu schaffen, mit welchem die genannten Mängel mit einfachen
Mitteln eliminiert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Anspruches 1, d.h. dadurch gelöst, dass auf das Substrat partiell eine Ablöseschicht
gedruckt wird, dass anschließend nach der Trocknung der Ablöseschicht
das Substrat ganzflächig mit mindestens einer ein- oder mehrlagigen Aktivschicht
aus einem niedrigviskosen und leicht verlaufenden Schichtmedium bedruckt wird, und
dass nach der Trocknung der Aktivschicht ein Prägevorgang durchgeführt
wird, bei dem die partiell gedruckte Ablöseschicht mit der mindestens einen
auf ihr befindlichen Aktivschicht vom Substrat entfernt werden. Bei der mindestens
einen ein- oder mehrlagigen Aktivschicht kann es sich um eine niedrigviskose, leicht
verlaufende Lack-, Farb- oder Lösungsschicht handeln.
Als Prägevorgang zum Entfernen der partiell gedruckten Ablöseschicht
mit der mindestens einen auf ihr befindlichen Aktivschicht kommt vorzugsweise ein
Heißprägevorgang zur Anwendung.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also zur positions-
und größengenauen Strukturierung der mindestens einen ein- oder mehrlagigen
Aktivschicht aus niedrigviskosem und leicht verlaufendem Schichtmedium in einem
vorbereitenden Arbeitsgang auf das Substrat partiell eine Ablöseschicht gedruckt.
Diese Ablöseschicht kann in vorteilhafter Weise im Register gedruckt werden.
Nach dem Aufbringen der partiellen Ablöseschicht erfolgt die ganzflächige
Aufbringung der mindestens einen dünnflüssigen, leicht verlaufenden ein-
oder mehrlagigen Aktivschicht. Mittels des nachfolgenden Prägevorgangs, vorzugsweise
Heißprägevorgangs, erfolgt dann die register- d.h. positions- und größengenaue
Strukturierung der mindestens einen ein- oder mehrlagigen Aktivschicht, d.h. die
registergenaue Strukturierung einer gewünschten Schichtenfolge auf dem Substrat.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann nach dem Trocknen
der mindestens einen ganzflächigen, ein- oder mehrlagigen Aktivschicht auf
diese eine Kleberschicht, mit der partiell gedruckten Ablöseschicht deckungsgleich,
gedruckt werden, und kann der Prägevorgang, vorzugsweise Heißprägevorgang,
nach dem Trocknen der Klebeschicht durchgeführt werden, bei dem die partiell
gedruckte Ablöseschicht mit der mindestens einen auf ihr befindlichen ein-
oder mehrlagigen Aktivschicht und der mit der Ablöseschicht deckungsgleichen
Kleberschicht vom Substrat entfernt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise bei der
Herstellung von Polymersolarzellen, z.B. durch Tiefdruck, zur Anwendung gelangen,
wobei auf dem Substrat in einem ersten Verfahrensschritt voneinander beabstandet
erste Elektrodenflächen vorgesehen werden, in einem daran anschließenden
zweiten Verfahrensschritt auf einen ersten Randabschnitt der ersten Elektrodenflächen
Kontaktsperren gedruckt werden, und nach dem Trocknen der Kontaktsperren die Ablöseschicht
partiell derartig gedruckt wird, dass sie jeweils eine Kontaktsperre und den der
Kontaktsperre zugewandten zweiten Randabschnitt der benachbarten ersten Elektrode
und den dazwischen liegenden freien Flächenbereich des Substrates bedeckt.
Diese Druckvorgänge können beispielsweise durch Tiefdruck erfolgen.
Bei der Herstellung von Polymersolarzellen wird die mindestens eine
ein- oder mehrlagige Aktivschicht von Halbleiterschichten gebildet. Bei diesen Halbleiterschichten
handelt es sich z.B. mitunter um eine PEDOT/PSS (Poly (3,4-ethylendioxythiophen)poly(styrenesulfonat)-Schicht
und um eine SC (semi conductor)-Schicht.
Nach dem Prägen, vorzugsweise Heißprägen, zum Entfernen
der partielle aufgebrachten Ablöseschicht kann auf dem Substrat eine zweite
Elektrodenschicht vorgesehen werden, die derartig strukturiert ist/wird, dass die
auf den ersten Elektroden vorgesehenen Aktivschichtflächen bedeckt sind und
sich über die Kontaktsperren und den jeweiligen freien Flächenbereich
des Substrates bis zum jeweils daran angrenzenden zweiten Randabschnitt der benachbarten
ersten Elektrode, von der mindestens einen Aktivschicht beabstandet, erstrecken.
Bei dem zuletzt erwähnten erfindungsgemäßen Verfahren
kann die zweite Elektrodenschicht ganzflächig auf das Substrat aufgebracht
und anschließend strukturiert werden. Diese Strukturierung kann beispielsweise
mit Hilfe eines an sich bekannten Fotolithografieverfahrens o.dgl. erfolgen. Eine
andere Möglichkeit besteht darin, dass die zweite Elektrodenschicht auf das
Substrat strukturier gedruckt wird. In diesem Fall kann auf einen Strukturierverfahrensschritt
also verzichtet werden.
Erfindungsgemäß kann nach dem Aufbringen der zweiten Elektrodenschicht
auf dem Substrat mindestens eine Decklage aufgebracht werden, die das verfahrensgemäß
hergestellte Schichtengebilde gegen Einwirkungen von außen schützt. Dabei
hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn die mindestens eine Decklage
mittels einer Kleberschicht auf dem Substrat angebracht wird.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von in der Zeichnung schematisch und nicht maßstabgetreu verdeutlichten
aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Es zeigen:
1 in einer Seitenansicht einen Abschnitt eines Substrates
aus elektrisch isolierendem Material,
2 eine Seitenansicht des Abschnittes des Substrats
mit ersten Elektroden,
3 abschnittweise in einer Seitenansicht einen an den
Verfahrensschritt gemäß 2 anschließenden
Verfahrensschritt,
4 in einer den 1 bis
3 entsprechenden abschnittweisen Seitenansicht einen
an den Verfahrensschritt gemäß 3 anschließenden
Verfahrensschritt,
5 abschnittweise in einer Seitenansicht den an den
Verfahrensschritt gemäß 4 anschließenden
Verfahrensschritt,
5A abschnittweise in einer Seitenansicht einen Verfahrensschritt,
der sich an den in 5 gezeichneten Verfahrensschritt
wahlweise anschließen kann,
6 den an den Verfahrensschritt gemäß
5 oder 5a anschließenden
Verfahrensschritt in einer Seitenansicht,
7 abschnittweise in einer Seitenansicht den an den
Verfahrensschritt gemäß 6 anschließenden
Verfahrensschritt, und
8 das Gebilde gemäß 7
nach dem Anbringen einer Decklage.
1 zeigt längsgeschnitten einen Abschnitt eines
Substrates 10 bspw. aus elektrisch isolierendem Material.
2 zeigt abschnittweise das Substrat 10, wobei
auf der einen Hauptfläche 12 des Substrates 10 voneinander
beabstandet erste Elektroden 14 vorgesehen werden. Bei diesen ersten Elektroden
14 kann es sich um Dünnschichten, Dickschichten, Foliengebilde o.dgl.
handeln.
3 verdeutlicht den Verfahrensschritt, bei dem auf einen
ersten Randabschnitt 16 der ersten Elektroden 14 jeweils eine
Kontaktsperre 18 gedruckt wird.
4 verdeutlicht in einer den 1
bis 3 entsprechenden abschnittweisen Seitenansicht
den an den Verfahrensschritt gemäß 3 anschließenden
Verfahrensschritt, bei dem nach dem Trocknen der Kontaktsperren 18 das
Substrat 10 partiell mit einer Ablöseschicht 20 bedruckt
wird, die jeweils eine Kontaktsperre 18 und den der jeweiligen Kontaktsperre
18 zugewandten zweiten Randabschnitt 22 der benachbarten ersten
Elektrode 14 und den zwischen der jeweiligen Kontaktsperre 18
und dem dieser zugewandten zweiten Randabschnitt 22 der ersten Elektrode
14 vorgesehenen freien Flächenbereich 24 des Substrates
10 bedeckt.
5 verdeutlicht abschnittweise den an den Verfahrensschritt
gemäß 4 anschließenden Verfahrensschritt,
bei welchem das Substrat 10 auf der die ersten Elektroden 14,
die Kontaktsperren 18 und die strukturierten Ablöseschichten
20aufweisenden Seite vollflächig mindestens eine ein- oder mehrlagige
Aktivschicht 26 vorgesehen wird. Diese mindestens eine ein- oder mehrlagige
Aktivschicht 26 kann aus einem niedrigviskosen und leicht verlaufenden
Schichtmedium bzw. aus unterschiedlichen Schichtmedien bestehen, weil es durch die
strukturierte Ablöseschicht 10 problemlos möglich ist, die mindestens
eine exakt strukturierte ein- oder mehrlagige Aktivschicht 26 zu realisieren.
Zu diesem Zwecke wird nach der Trocknung der mindestens einen ein- oder mehrlagigen
Aktivschicht 26 ein Prägevorgang, vorzugsweise ein Heißprägevorgang,
durchgeführt, der in 5 durch die geschlungenen
Klammerlinien mit den zugehörigen Pfeilen 28 angedeutet ist, bei welchem
die partiell gedruckte Ablöseschicht 20 mit der mindestens einen auf
ihr befindlichen ein- oder mehrlagigen Aktivschicht 26 vom Substrat
10 entfernt werden, was in 6 abschnittweise
verdeutlicht ist.
Vor Durchführung des Prägevorgangs, insbesondere Heißprägevorgangs,
kann auf die mindestens eine ganzflächige ein- oder mehrlagige Aktivschicht
26 eine Kleberschicht 30, mit der partiell gedruckten Ablöseschicht
20 deckungsgleich, gedruckt werden. Das ist in 5A
abschnittweise verdeutlicht. Nach dem partiellen Aufbringen und Trocknen der Kleberschicht
30 kann dann der durch die geschwungenen Klammern und die zugehörigen
Pfeile 28 angedeutete Prägevorgang, insbesondere Heißprägevorgang,
durchgeführt werden, um die partiell strukturierte Ablöseschicht
20 mit der mindestens einen auf ihr befindlichen ein- oder mehrlagige Aktivschicht
26 und der Kleberschicht 30 vom Substrat 10 zu entfernen.
Dieser Zwischenschritt des Verfahrens ist in 6 verdeutlicht.
In dem an den Verfahrensschritt gemäß 6
anschließenden Verfahrensschritt wird – wie aus 7
ersichtlich ist – auf dem Substrat 10 eine zweite Elektrodenschicht
32 vorgesehen. Bei dieser zweiten Elektrodenschicht 32 kann es
sich um eine Dünnschicht oder um eine Dickschicht handeln. Bei der zweiten
Elektrodenschicht 32 kann es sich um eine strukturierte oder um eine zu
strukturierende Elektrodenschicht handeln, die die auf den ersten Elektroden
14 vorgesehenen Flächen der mindestens einen ein- oder mehrlagigen
Aktivschicht 26 bedeckt und sich über die jeweils zugehörige
Kontaktsperre 18 und den daran anschließenden freien Flächenbereich
24 bis zum jeweils daran angrenzenden zweiten Randabschnitt 22
der benachbarten ersten Elektrode 14, von der mindestens einen auf dieser
vorgesehenen ein- oder mehrlagigen Aktivschicht 26 um einen Abstand A beabstandet,
erstreckt. Auf diese Weise ergibt sich eine Reihenschaltung der einzelnen durch
eine erste Elektrode 14 und eine zweite Elektrodenschicht 32 und
die mindestens eine zwischen diesen vorgesehene ein- oder mehrlagige Aktivschicht
26 gebildeten Einzelelemente 34, bei denen es sich z.B. um Polymer-Solarzellen
– Einzelelemente handelt, die durch die strukturierte zweite Elektrodenschicht
32 miteinander in Reihe geschaltet sind.
8 verdeutlicht das Gebilde gemäß
7, auf welchem mittels einer Kleberschicht
36 eine Decklage 38 angebracht ist.
Gleiche Einzelheiten sind in den 1 bis
8 jeweils mit denselben Bezugsziffern bezeichnet, so
dass es sich erübrigt, in Verbindung mit allen Figuren alle Einzelheiten jeweils
detailliert zu beschreiben.
- 10
- Substrat
- 12
- Hauptfläche (von 10)
- 14
- erste Elektroden (an 12)
- 16
- erster Randabschnitt (von 14)
- 18
- Kontaktsperre (an 16)
- 20
- Ablöseschicht (zwischen 18 und 22)
- 22
- zweiter Randabschnitt (von 14)
- 24
- freier Flächenbereich (zwischen 18 und 22)
- 26
- Aktivschicht(en) (zwischen 14 und 32)
- 28
- bogenförmige Klammer mit Pfeil/Prägevorgang (für 26)
- 30
- Kleberschicht (auf 20)
- 32
- zweite Elektrodenschicht
- 34
- Einzelelemente (zwischen 14, 32 und 26)
- 36
- Kleberschicht (zwischen 10 und 38)
- 38
- Decklage