Die Erfindung betrifft eine Randabschlußstruktur für Transistoren
hoher Spannungen, die den Flächenbedarf für die elektrische Isolation,
z.B. zu benachbarten Bauelementen verringert und eine Integration von Transistoren
hoher Spannungen in Smart-Power-Schaltkreise erleichtert.
1 dient zur näheren Erläuterung des Standes
der Technik. Ein in der Leistungselektronik eingesetzter vertikaler MOS-Leistungstransistor
(10) besteht üblicherweise aus einer Vielzahl parallel geschalteter
Einzeltransistorzellen (12), jeweils mit Sourcekontakt und Gate, einem
Anschlußkontakt für die Gateelektrode (14) und einer den kompletten
Transistor umgebenden Randstruktur (16). Eine solche Struktur ist beispielsweise
in der Patentschrift US 5,844,277,
2A bis D sowie 5–7
beschrieben. Eine gleiche Struktur findet man in der Schrift US
5,763,914. Die Gateelektode (14) dient im Fall des diskreten Transistors
zum elektrischen Anschluß mittels Drahtbonden oder ähnlicher Verfahren.
Für einen z.B. in sogenannten Smart-Power-Schaltkreisen integrierten Transistor
entfällt eine einzelne Elektrode (14) und wird durch entsprechende
Metallleitungen ersetzt. Bei dem in 1 gezeigten Beispiel
handelt es sich um einen diskreten vertikalen Transistor, bei dem die Drainkontakte
auf der Rückseite liegen. Es gibt aber auch laterale Transistoren mit den gängigen
Randabschußstrukturen, deren Anschlüsse für Source und Drain sich
auf der Vorderseite befinden.
Allen Ausführungsformen ist gemeinsam das Vorhandensein einer
Randabschlußstruktur (16), die aus einer mehr oder weniger aufwändigen
Kombination von entsprechend ausgeführten Dotierungsgebieten im Silizium und/oder
leitfähigen Plattenstrukturen besteht, um einen frühzeitigen elektrischen
Durchbruch an der Oberfläche des Transistors zu verhindern.
Die meisten der bekannten Randstrukturen benutzen eine mehr oder weniger
aufwändige Kombination von entsprechend ausgeführten Dotierungsgebieten
im Silizium und/oder leitfähigen Feldplattenstrukturen. Eine Übersicht
der gängigsten Varianten ist zu finden in M. Metzel, Analyse, Entwurf und Optimierung
von diskreten vertikalen IGBT-Strukturen, Ilmenau, Techn. Univ. Diss. 1999.
Darüber hinaus finden sich Randstrukturen bei denen Gräben
verwendet werden:
In US 6,940,145 82, z.B. S2 Z37ff, wird
eine Randstruktur (1) für einen Trenchgate MOSFET (2) beschrieben,
die u.a. einen Graben innerhalb der Randstruktur enthält. Der Randstrukturgraben
(12) liegt dabei innerhalb eines Gebiets mit zum Substratmaterial entgegengesetzter
Dotierung und reicht bis in eine Tiefe unterhalb dieser (vor dem Graben eingebrachten)
Dotierungsgebiete. Der Randstrukturgraben wird mit den gleichen Prozessschritten
hergestellt wie der Gategraben. Mittels des Randstrukturgrabens wird ein Kanalstopper
in das Silizium eingebracht der störende Leckströme verhindern soll. Dabei
werden sowohl unter den Fußpunkt des Grabens als auch oberflächennah in
die Grabenseitenwände geeignete Dotierungsgebiete eingebracht. Oberhalb des
Randstrukturgrabens werden metallische Äquipotentialringe erzeugt.
Der Randstrukturgraben selbst dient in dieser Struktur jedoch nicht
als Randstruktur im eigentlichen Sinne sondern ermöglicht das Einbringen der
dotierten Kanalstoppergebiete im Scheibenprozess gleichzeitig mit der Dotierung
der Sourcegebiete der Transistoren.
In der Schrift US 6,921,699
B2 wird eine Randstruktur beschrieben, bei der der Randabschluss als großes,
abgesenktes Gebiet ausgeführt ist, d.h. es wird großflächig Material
weggeätzt. Es handelt sich dabei nicht um einen Graben im eigentlichen Sinn,
siehe u.a, in den 1a und 2c–u. Die Absenkung
erfolgt dabei auf eine Tiefe innerhalb einer N-Schicht weit oberhalb der darunter
liegenden N+ Schicht. Die abgesenkten Gebiete werden großflächig oxidiert,
über diese erste Oxidschicht wird eine Polysiliziumschicht abgeschieden sowie
eine LTO (Low Temperature Oxide) Schicht und eine sog. Source Kontaktschicht (vermutlich
Metall).
In der Patentschrift US 6,635,944
B2 wird für einen vertikalen pn-Übergang, bestehend aus Substrat
und entgegengesetzt dotierter Wanne, eine Randstruktur beschrieben, die aus einem
oberflächennahen, dem Substrat entgegengesetzt dotierten Gebiet besteht. Dieses
oberflächennahe dotierte Gebiet schließt sich lückenlos an die Wanne
des aktiven pn-Überganges an und ist niedriger dotiert als die Wanne. Dieses
dotierte Gebiet wird von einem tiefen Graben durchschnitten. Der Grabenboden und
die Grabenseitenwände werden ähnlich dotiert wie das oberflächennahe
Gebiet neben der Wanne. Des weiteren enthält die beschriebene Struktur Feldplatten
aus elektrisch leitendem Material die oberhalb des Grabens liegen, seitlich davon,
nicht direkt oberhalb des Grabens. Die Kontakte für den eigentlichen pn-Übergang
liegen für die Wanne auf der Vorderseite und für das Substrat auf der
Rückseite der Siliziumscheibe.
Eine Möglichkeit, ohne zusätzliche Dotierungsgebiete in
der Randstruktur auszukommen, wird in der Patentschrift US
6,900,523 B2 gezeigt. Dort wird eine vertikale Transistorstruktur mit Source
und Gate auf der Vorderseite in einer N-Epitaxieschicht gezeigt. In Richtung des
auf der Rückseite sich befindenden Drainanschlusses liegt ein N+-Substratgebiet
sowie der Drainkontakt. Der Randabschluss besteht aus einem lateral
weit ausgedehnten Gebiet in dem die N-Epitaxieschicht V-förmig weggeätzt
wurde. Die Spitze des V-förmigen Gebietes reicht dabei herab bis zum N+-Gebiet.
Aufgrund des Böschungswinkels des V-Grabens hat diese Struktur einen erheblichen
Platzbedarf.
In der Patentschrift US 6,825,510
B2 wird eine Randstruktur beschrieben, die in Form eines flachen und breiten
Grabens (wobei der Graben breiter als tief ist, also eher eine Grube) der komplett
mit dielektrischem Material, also z.B. mit Siliziumdioxid, ausgefüllt ist und
sich unmittelbar an die dotierte Wanne der vertikalen Grabengatetransistorstruktur
mit Source und Gate auf der Vordereite und dem Drain auf der Rückseite nach
außen hin anschließt. Des Weiteren enthält die Struktur eine Feldplatte
die sich über einen Teil des Grabens und einen Teil des benachbarten Wannengebietes
erstreckt. Diese Feldplatte soll die Feldlinien im Sperrfall in eine parallele Form
bringen. Ergänzt wird diese Struktur nach außen hin durch einen auf der
Oberfläche liegenden Äquipotentialring. In einer zweiten Ausführungsform
werden anstelle dieses einen auf der Oberfläche liegenden Äquipotentialrings
mehrere dotierte Ringe im Silizium verwendet.
Bekannt sind andererseits gefüllte Isolationsgräben zur
elektrischen Isolation von mehrere Bauelemente umfassenden Gebieten unterschiedlicher
Spannungen, z.B. im Rahmen der SOI-Technik. Dabei handelte es sich jedoch nicht
um die elektrische Isolation einzelner Bauelemente.
All den oben beschriebenen Randstrukturen ist gemeinsam, dass sie
einen mehr oder weniger tiefen Graben beinhalten, der jedoch nicht dem aus der SOI-Technik
bekannten Isolationsgraben entspricht. Neben einem Graben verwenden diese Strukturen
zusätzlich noch dotierte Gebiete im Silizium sowie Feldplattenstrukturen oberhalb
des Siliziums. Zur Herstellung dieser Feldplatten und dotierten Gebiete sind zum
einen zusätzliche Prozessschritte nötig, zum anderen benötigen diese
Strukturen einen gewissen Platz. Beides ist mit zusätzlichen Fehlermöglichkeiten
und Kosten verwunden. Aus diesen Gründen ist eine Randstruktur vorteilhaft,
die ohne diese zusätzlichen Dotierungsgebiete und Feldplatten auskommt.
Darüber hinaus sind die beschriebenen Randstrukturen nur für
diskrete Bauelemente verwendbar. Für eine Integration in Smart Power Schaltkreise
d.h. in Schaltkreise in denen Bauelemente bei verschiedenen elektrischen Potentialen
betrieben werden sind zusätzliche Isolationsmaßnahmen zu treffen.
Zweck der Erfindung ist es, eine Transistorstruktur anzugeben, die
eine möglichst hohe Spannung garantiert, einen möglichst geringen Flächenbedarf
hat und die Integration in integrierte Smart-Power-Schaltkreise ermöglicht.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Randstruktur des Transistors so
auszubilden, dass sie die Anforderungen an hohe Durchbruchspannungen sicher erfüllt,
eine gute Isolation zum umgebenden Gebiet gewährleistet und dabei ein Minimum
an Fläche auf der Siliziumscheibe in Anspruch nimmt.
Gelöst wird diese Aufgabe mit den im kennzeichnenden Teil der
Ansprüche 1 und 2 angegebenen Merkmale.
Der Gegenstand des Anspruchs 1 weist die Vorteile auf, dass für
den Randabschluß keine zusätzlichen Prozeßschritte für besondere
Dotierungsgebiete oder irgendwelche Feldplattenstrukturen benötigt werden.
Dadurch entfallen die üblicherweise bei hohen Spannungen nötigen lateralen
großen Abstände. Somit kann der gesamte Transistor sehr viel kleiner ausgeführt
werden. Der Randabschluß ausschließlich mit Isolationsgraben dient gleichzeitig
als Isolationsstruktur zu benachbarten Bauelementen auf der Siliziumscheibe. Auch
dies ist ein großer Vorteil hinsichtlich einer effizienten Flächennutzung.
Vor allem bei höheren Spannungen ist dadurch eine erhebliche Flächenreduzierung
möglich.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes des Anspruchs 1 sind
in den Unteransprüchen gegeben.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispieles unter
Zuhilfenahme der Zeichnung erläutert. Es zeigen
1 die Aufsicht auf einen MOS-Leistungstransistor in
schematischer Darstellung, der aus mehreren Einzelzellen besteht und eine die Anordnung
umschließende konventionelle Randabschlußstruktur besitzt,
2 die Aufsicht auf einen einzelnen MOS-Leistungstransistor
der SOI-Technologie in schematischer Darstellung mit einem das Bauelement abschließenden
Isolationsgraben,
3 die schematische vertikale Schnittdarstellung durch
das in 2 dargestellte Bauelement längs A-A,
4 die schematische vertikale Schnittdarstellung durch
das in 2 dargestellte Bauelement längs B-B,
5 schematiosch den Längsschnitt einer Ausführungsvariante
eines p-Kanal-Transistors und
6 den entsprechenden Querschnitt des Transistors der
5.
Der in 2 gezeigte lateral angeordnete
Transistor (20) in SOI-Technik ausgeführt, bestehend aus dem Kanalbereich
(24), der Gateelektrode (26), dem Source- und Bulkanschluss (28)
sowie dem Drainanschluss (30) wird allseitig durch einen Isolationsgraben
(22) umgeben. Dieser Isolationsgraben schließt das Bauelement ab und
besteht im Inneren üblicherweise aus einer dielektrischen Isolierschicht (z.B.
Siliziumdioxid) und einer Verfüllschicht (z.B. Polysilizium); beides ist in
den Figuren nicht im Detail gezeigt. Eine Verfüllung des Grabens nur mit einer
Isolationsschicht ist möglich. Die Besonderheit besteht darin, keine weiteren
Dotierungsgebiete und Feldplatten zu verwenden. (Die geringe Überlappung der
Gateelektrode 26 über den Isolationsgraben (22) dient lediglich
dem Ausgleich von Fertigungstaleranzen z.B. Fehlpositionierungen der Fotomasken).
Das elektrische Feld läuft dabei in den meisten Stellen parallel
zum Graben.
In 3 ist zu sehen, wie durch die Verwendung
von SOI (Silicon On Insulator)-Scheiben und Isolationsgräben die vollständige
Isolation erreicht wird. Das vergrabene Oxid (32) isoliert in vertikaler
Richtung, der Isolationsgraben (22) in lateraler Richtung. Das aktive Substrat
(34) hat dabei eine erste Dotierungsart z.B. n-dotiert. Der in
3 gezeigte n-Kanal-Transistor besteht aus einer sourceseitigen
Wanne (36) (p-dotierte Wanne im Beispiel) und dem Substratmaterial (34)
auf der Drainseite. Das Sourcegebiet (28) besteht im Fall des n-Kanal-Transistors
aus einem nicht näher gezeigten kochdotierten n-Sourceanschluss und einem kochdotierten
p-Wannenanschluss. Source (28) und Drain (30), jeweils gleiche
Dotierungsart wie das Substrat (34), werden dabei getrennt durch einen
Feldoxidsteg (38). Die Isolationsschicht (40) isoliert die Aktivgebiete
und die Gateelektrode von darüber verlaufenden Metallzuführungen. Für
einen p-Kanal-Transistor ist ein Wechsel aller Dotierungsarten möglich.
Der Isolationsgraben (22) dient ohne weitere Implantationsgebiete
als Randabschlussstruktur und isoliert gleichzeitig den Transistor von Bauelementen
in angrenzenden Gebieten (42), wie das aus 4
hervorgeht.
5 zeigt den Längsschnitt einer ersten Ausführungsvariante
zur Herstellung eines p-Kanal Transistors. Das vergrabene Oxid (32) isoliert
wieder in vertikaler Richtung, der Isolationsgraben (22) in lateraler Richtung.
Das aktive Substrat (34) hat dabei eine erste Dotierungsart z.B. n-dotiert.
Der in 5 gezeigte p-Kanal-Transistor besteht aus einer
sourceseitigen Wanne (50) (n-dotierte Wanne im Beispiel) und einer Wanne
(52) (p-dotiert im Beispiel) auf der Drainseite. Das Sourcegebiet (28)
besteht im Fall des p-Kanal-Transistors aus einem nicht näher gezeigten hochdotierten
p-Sourceanschluss und einem hochdotierten n-Wannenanschluss. Source (28)
und Drain (30), jeweils entgegengesetzte Dotierungsart wie das Substrat
(34), werden dabei getrennt durch einen Feldoxidsteg (38). Die
Isolationsschicht (40) isoliert die Aktivgebiete und die Gateelektrode
von darüber verlaufenden Metallzuführungen,
- 10
- diskreten Leistungstransistor
- 12
- Einzelbauelement mit Source und Gate
- 14
- Gatebondfenster
- 16
- Randabschlussstruktur
- 20
- Prinzipskizze der vorgeschlagenen Transistorstrukturen
- 22
- Isolationsgraben der das Bauelement abschließt
- 24
- Kanalbereich
- 26
- Gate (Polysilizium)
- 28
- Source- und Bulkanschluss
- 30
- Drainanschluss
- 32
- vergrabenes Oxid
- 34
- Aktivschicht der SOI-Scheibe, erste Dotierungsart
- 35
- Trägerschicht der SOI-Scheibe
- 36
- Wanne mit zweiter Dotierungsart
- 38
- Feldoxid
- 40
- Isolator
- 42
- Gebiet eines angrenzenden Transistors
- 50
- Sourcewanne mit erster Dotierungsart
- 52
- Drainwanne mit zweiter Dotierungsart