Die Erfindung betrifft eine Rückhaltevorrichtung für ein
an einem Trägerteil angebrachtes Verkleidungsteil im Innenraum eines Kraftfahrzeugs
nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art.
Derartige Rückhaltevorrichtungen sind aus dem allgemeinen Stand
der Technik bekannt. Sie werden eingesetzt, um zu verhindern, dass im Crashfall
bzw. beim Auslösen eines sich innerhalb einer Verkleidung, beispielsweise einer
Türverkleidung, befindlichen Airbags verschiedene kleinere Verkleidungs- bzw.
Zierteile gelöst werden, die aufgrund der hohen Beschleunigungen und eventueller
scharfer Kanten zu Verletzungen führen könnten. Bei bekannten Lösungen
werden die Verkleidungsteile beispielsweise mittels Fangbändern oder ähnlichem
an dem Verkleidungsteil angebracht, was zum einen einen zusätzlichen Teileaufwand
erfordert, zum anderen auch zu einer aufwändigeren und damit teureren Montage
führt.
Eine weitere Möglichkeit, ein Lösen des Verkleidungsteils
von dem Trägerteil im Crashfall zu verhindern, besteht in einer starren Befestigung
desselben, beispielsweise mittels entsprechender Schrauben. Allerdings macht auch
diese Lösung zusätzliche Bauteile und Montageschritte erforderlich und
erschwert außerdem die Demontage des Verkleidungsteils, beispielsweise um dieses
bei Beschädigungen der Oberfläche auszutauschen.
Aus der DE 44 14 905 C2
ist eine Befestigungseinrichtung für ein Verkleidungsteil an einer Karosserieteilwandung
bekannt. Eine Profilleiste aus formfestem Material zur Positionierung und Befestigung
von Türdichtungsprofilen im Bereich der Fondtür ist in der DE
41 05 032 A1 beschrieben. Diese Lösungen bieten jedoch, ebenso wenig
wie die Vorschläge gemäß der DE
102 16 128 A1, der DE 43 05 847
C2 oder der DE 39 12 434 C2
Möglichkeiten zum Zurückhalten des Verkleidungsteils an dem Trägerteil
im Crashfall.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Rückhaltevorrichtung
für ein an einem Trägerteil angebrachtes Verkleidungsteil im Innenraum
eines Kraftfahrzeugs zu schaffen, welche mit einfachen Mitteln ein Lösen des
Verkleidungsteils von dem Trägerteil im Crashfall zuverlässig verhindert.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch
1 genannten Merkmale gelöst.
Durch die erfindungsgemäße Lösung mit den beiden in
die Ausnehmungen des Verkleidungsteils eingreifenden Vorsprünge des Trägerteils
wird ein Lösen des Verkleidungsteils von dem Trägerteil auch unter hoher
Krafteinwirkung verhindert, da der Sperrbereich der Ausnehmung ein Freigeben des
T-förmigen Vorsprungs verhindert. Auf diese Weise kann das Verkleidungsteil
sich nicht selbständig lösen und stellt damit keinerlei Gefährdung
für die Insassen des Kraftfahrzeugs dar.
Vorteilhafterweise sind zur Realisierung der erfindungsgemäßen
Rückhaltevorrichtung keine zusätzlichen Bauteile notwendig. Vielmehr sind
die erforderlichen Bauteile dem Träger- bzw. dem Verkleidungsteil zugeordnet,
so dass eine einfache und kostengünstige Herstellung möglich ist. Der
Verzicht auf zusätzliche Bauteile führt zu einer einfacheren und somit
kostengünstigeren Herstellung des Träger- und des Verkleidungsteils und
erfordert einen geringeren Platzbedarf. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen
Lösung besteht in der einfachen Montage und insbesondere Demontage des Trägerteils
an dem Verkleidungsteil, wobei vorteilhafterweise auf Verschraubungen und die damit
verbundenen Nachteile hinsichtlich der Demontage des Trägerteils verzichtet
kann.
In einer sehr vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass die beiden Ausnehmungen in dem Trägerteil und die beiden Vorsprünge
an dem Verkleidungsteil jeweils einen derartigen Abstand voneinander aufweisen,
dass im montierten Zustand des Verkleidungsteils an dem Trägerteil sich das
Querelement des T-förmigen Vorsprungs innerhalb des Sperrbereichs der Ausnehmung
der zweiten Rückhalteeinrichtung befindet. Eine derartige Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Rückhaltevorrichtung stellt in sämtlichen
Betriebszuständen ein Verbleiben des Trägerteils an dem Verkleidungsteil
sicher und ermöglicht gleichzeitig eine weitere Vereinfachung der Montage.
Wenn die beiden Flügel des Querelements des T-förmigen Vorsprungs
sich in z-Richtung des Kraftfahrzeugs erstrecken, kann das Werkzeug zur Herstellung
des Verkleidungsteils sehr einfach ausgeführt werden, da eine geringere Anzahl
an Schiebern notwendig ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen. Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellt.
Es zeigt:
1 einen Innenraum eines Kraftfahrzeugs mit einem Trägerteil
und einem daran angebrachten Verkleidungsteil;
2 eine erfindungsgemäße Rückhaltevorrichtung
in einem ersten Montagezustand;
3 die Rückhaltevorrichtung aus 2
in einem zweiten Montagezustand;
4 die Rückhaltevorrichtung aus 2
in einem dritten Montagezustand; und
5 die Rückhaltevorrichtung aus 2
in einem vierten Montagezustand.
1 zeigt in sehr schematischer Weise einen Innenraum
1 eines in seiner Gesamtheit nicht dargestellten Kraftfahrzeugs. Der Innenraum
1 wird an einer Seite durch eine Tür 2 begrenzt, an welcher
eine als Trägerteil 3 für ein Verkleidungsteil 4 dienende
Türverkleidung angebracht ist. Anstatt als Türverkleidung könnte
das Trägerteil 3 auch als Verkleidungselement eines Armaturenbretts
oder ähnliches ausgebildet sein. Bei dem Verkleidungsteil 4 kann es
sich beispielsweise um eine Zierleiste oder ähnliches handeln.
Um ein Lösen des Verkleidungsteils 4 von dem Trägerteil
3 in einem Crashfall und/oder beim Auslösen eines unterhalb des Verkleidungsteils
4 angeordneten Airbags zu verhindern, ist eine Rückhaltevorrichtung
5 vorgesehen, welche im vorliegenden Fall zwei voneinander beabstandete
Rückhalteeinrichtungen 6 und 7 aufweist. Hierbei weist die
erste Rückhalteeinrichtung 6 eine in dem Trägerteil
3 vorgesehene Ausnehmung 8 sowie einen an dem Verkleidungsteil
4 angebrachten, zum Eingriff in die Ausnehmung 8 des Trägerteils
3 geeigneten, im wesentlichen L-förmigen Vorsprung 9 auf.
Die zweite Rückhalteeinrichtung 7 weist eine in dem Trägerteil
3 vorgesehene Ausnehmung 10 und einen an dem Verkleidungsteil
4 angebrachten, zum Eingriff in die Ausnehmung 10 des Verkleidungsteils
4 geeigneten, im wesentlichen T-förmigen Vorsprung 11 auf,
der ein mit dem Trägerteil 3 verbundenes Längselement
12 und ein an dem Längselement 12 angebrachtes bzw. sich
an dasselbe anschließendes Querelement 13 aufweist. Das Querelement
13 weist zwei sich von dem Längselement 12 weg in z-Richtung
des Kraftfahrzeugs erstreckende Flügel 13a und 13b auf.
Der im wesentlichen L-förmige Vorsprung 9 und der im
wesentlichen T-förmige Vorsprung 11 sind dabei einstückig mit
dem Verkleidungsteil 4 ausgebildet. Des weiteren ist die Ausnehmung
8 der ersten Rückhalteeinrichtung 6 im wesentlichen rechteckig
ausgeführt, wohingegen die Ausnehmung 10 der zweiten Rückhalteeinrichtung
7 einen vergrößerten Einführbereich zum Einführen des
Querelements 13 des T-förmigen Vorsprungs 11 und einen verkleinerten
Sperrbereich 14 zum Verhindern des Freigebens des Querelements
13 des T-förmigen Vorsprungs 11 aus der Ausnehmung
10 aufweist.
Das Verkleidungsteil 4 wird wie folgt an dem Trägerteil
3 montiert: zunächst wird der T-förmige Vorsprung 11
in die Ausnehmung 10 eingeführt, wozu der Einführbereich
14 geringfügig größer als das Querelement 13 ausgebildet
ist. Anschließend wird das Verkleidungsteil 4 in Richtung des Pfeils
"A" aus 3, also in Fahrzeuglängsrichtung, in der
Ausnehmung 10 verschoben, so dass sich der T-förmige Vorsprung
11 in dem Sperrbereich 15 der Ausnehmung 10 befindet.
Dadurch ist es möglich, den L-förmigen Vorsprung 9 in die Ausnehmung
8 einzuführen, wie ebenfalls in 3 zu erkennen.
Sobald der L-förmige Vorsprung 9 in die Ausnehmung 8 eingeführt
wurde, wird das Trägerteil 3 gemäß dem Pfeil "B" aus
4 verschoben, bis der L-förmige Vorsprung
9 am vorderen Ende der Ausnehmung 8 anschlägt. Hierbei weisen
die beiden Ausnehmungen 8 und 10 in dem Trägerteil
3 und die beiden Vorsprünge 9 und 11 an dem Verkleidungsteil
4 jeweils einen derartigen Abstand voneinander auf, dass im montierten
bzw. vormontierten Zustand des Verkleidungsteils 4 an dem Trägerteil
3 sich das Querelement 13 des T-förmigen Vorsprungs
11 innerhalb des Sperrbereichs 15 der Ausnehmung 10 der
zweiten Rückhalteeinrichtung 7 befindet. Dadurch wird verhindert,
dass sich der T-förmige Vorsprung 11 aus der Ausnehmung
10 entfernen kann, wodurch letztendlich ein Lösen des Verkleidungsteils
4 von dem Trägerteil 3 auch unter hoher Krafteinwirkung verhindert
wird.
Das Befestigen, also das feste Anbringen des Verkleidungsteils
4 an dem Trägerteil 3 erfolgt durch mehrere an dem Verkleidungsteil
4 angebrachte Vorsprünge 16, welche in mehrere, an die jeweiligen
Abstände der Vorsprünge 16 angepasste Ausnehmungen
17 des Trägerteils 3 eingreifen, wie in dem abschließenden
Montageschritt gemäß 5 dargestellt. Hierbei
sind die Vorsprünge 16 und die Ausnehmungen 17 so ausgebildet,
dass durch dieselben eine feste Verbindung des Verkleidungsteils 4 mit
dem Trägerteil 3 herstellbar ist, wozu die Vorsprünge
16 und die Ausnehmungen 17 in an sich bekannter Weise ausgebildet
sein können. Da diese feste Verbindung bei der Einwirkung hoher Kräfte
jedoch gegebenenfalls nicht ausreicht, um ein Lösen des Verkleidungsteils
4 zu verhindern, ist die oben beschriebene Rückhaltevorrichtung
5 vorgesehen.