Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Waschmaschine bzw.
einen Antrieb für eine Waschmaschine. Waschmaschinen und deren Antriebe sind
aus dem Stand der Technik seit langem bekannt. Dabei war es früher üblich,
Waschmaschinen bzw. deren Wäschetrommeln mit Hilfe eines Riemenantriebs anzutreiben.
Diese Riemenantriebe erlauben zwar eine hohe Flexibilität in der Herstellung,
führen jedoch beispielsweise durch Schlupf auch zu Energieverlusten. Daneben
erzeugen Riemenantriebe ein vergleichsweise hohes Laufgeräusch der Waschmaschine.
Daher ist man im Stand der Technik teilweise dazu übergegangen,
die Wäschetrommel nicht mehr mittels eines Riemenantriebs, sondern mittels
eines Direktantriebs anzutreiben. Dabei ist es beispielsweise möglich, den
Rotor des antreibenden Elektromotors direkt auf der Welle der Trommel anzuordnen
bzw. anzuflanschen. Bei dieser Vorgehensweise werden insbesondere Geräusche
am Antrieb reduziert. Daneben kann auch Bauraum in der Waschmaschine eingespart
werden, der beispielsweise zugunsten einer größeren Trommel genutzt werden
kann. Die gesamten Antriebe der Motore stellen dabei relativ schwere und auch teuere
Bauteile dar. Daneben ist auch die Bauhöhe der im Stand der Technik bekannten
direkt antreibenden Motoren oft in denjenigen Fällen problematisch, in denen
größere Wäschetrommeln eingesetzt werden sollen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine
direkt angetriebene Waschmaschine zur Verfügung zu stellen, und gleichzeitig
die Bauhöhe des antreibenden Motors unter Beibehaltung von elektrischen Leistungsgrößen
zu verringern.
Dies wird erfindungsgemäß durch eine Waschmaschine nach
Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Waschmaschine weist einen Elektromotor
auf, der eine Wäschetrommel der Waschmaschine direkt antreibt. Erfindungsgemäß
weist der Elektromotor wenigstens einen Permanentmagneten auf und dieser Permanentmagnet
wiederum weist ein Material auf, welches ein chemisches Element aus der Gruppe der
seltenen Erden enthält. Die Elemente der seltenen Erden werden auch als Lanthaniden
bezeichnet. Bevorzugt ist eine Vielzahl von Permanentmagneten vorgesehen, die Materialien
mit Elementen der seltenen Erden enthalten.
Unter einem Direktantrieb der Wäschetrommel wird dabei verstanden,
dass die Wäschetrommel nicht über einen Riemenantrieb angetrieben wird,
sondern der Elektromotor direkt an der Welle der Wäschetrommel angeordnet ist.
Vorzugsweise ist das chemische Element aus einer Gruppe von Elementen
ausgewählt, welches Scandium, Yttrium, Lanthan, Cer, Neodym, Samarium, Kombinationen
hieraus und dergleichen enthält. Diese genannten Materialien haben sich als
besonders geeignet für die Herstellung von Permanentmagneten erwiesen. Insbesondere
handelt es sich bei dem chemischen Element um Neodym.
Vorzugsweise ist das Material, welches der Permanentmagnet aufweist,
Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) bzw. eine Legierung aus diesen Elementen. Permanentmagnete
aus diesem Material haben sich im Verhältnis zur jeweiligen Größe
als besonders leistungsfähig erwiesen. Ein weiteres mögliches Material
für einen Permanentmagneten wäre beispielsweise eine aus den Elementen
Samarium und Kobalt bestehende Legierung. Der Vorteil der hier besonders bevorzugt
anzuwendenden Legierung NdFeB liegt darin, dass deren Koerzitivfeldstärke wesentlich
höher ist als diejenige von herkömmlichen Magneten wie beispielsweise
Magneten aus AlNiCo und Permanentmagnete aus NdFeB erheblich günstiger sind
als Permanentmagnete beispielsweise aus SmCo.
Bei der Herstellung wird besonders bevorzugt zur Verbesserung der
Eigenschaften eine NdFeB Legierung zu Pulver gemahlen, gepresst, gesintert und mit
einer Oberflächenbeschichtung versehen. Diese Oberflächenvergütung
ist vorteilhaft, da eine NdFeB Legierung chemisch relativ leicht reagiert und beispielsweise
ohne Schutz korrodiert. Vorzugsweise sind die Permanentmagnete an dem Rotor des
Elektromotors angeordnet. Dabei sind unterschiedliche Ausführungsformen denkbar,
beispielsweise eine Ausführung, bei der der Rotor im inneren des Stators angeordnet
ist sowie Ausführungsformen, bei denen der Stator des Elektromotors radial
innerhalb der Permanentmagnete angeordnet ist.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Elektromotor
ein Synchronmotor. Vorzugsweise wird der Elektromotor mit Drehstrom bzw. allgemein
mit einem dreiphasigen Strom betrieben. Es wäre jedoch auch möglich, den
Elektromotor als Asynchronmotor auszuführen.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Elektromotor
an einer Welle der Wäschetrommel befestigt. Damit sind bei dieser Ausführungsform
sowohl der Motor als auch die Wäschetrommel auf einer Welle angeordnet. Beim
Betrieb ist es möglich, dass sich die Motordrehzahl langsam einem gewissen
vorgegebenen Sollwert anpasst.
Vorzugsweise wird ein elektrisch kommutierter Direktantrieb verwendet,
d. h. Gleichstrom wird mechanisch oder elektrisch in Wechsel- oder Drehstrom umgewandelt.
Der Stator des Motors ist besonders bevorzugt an dem Träger der
Waschmaschine beispielsweise an einem kreuzförmigen Träger der Waschmaschine
angeordnet. Der Stator weist eine Höhe zwischen 4mm und 14mm, bevorzugt zwischen
5mm und 10mm und besonders bevorzugt von ca. 6mm auf.
Durch die Verwendung von Motoren mit Permanentmagneten aus NdFeB hebt
sich insgesamt das erfindungsgemäße Motorkonzept technologisch und preislich
günstig von bestehenden Motoren in Waschmaschinen ab. Daneben wurde erreicht,
dass durch geeignete Dimensionierung der Wicklungen des Motors ungewünschte
Stoß- bzw. Rütteleffekte, die auch als Cogging bezeichnet werden, erheblich
(um bis zu eine Zehnerpotenz) verringert wurden. Daneben konnte durch die Wahl von
NdFeB-Magneten die Bauform des Motors deutlich reduziert werden.
Weitere Vorteile und Ausführungsformen ergeben sich aus den beigefügten
Zeichnungen:
Darin zeigen:
1 einen Stator eines erfindungsgemäßen Elektromotors;
2 eine Seitenansicht des Stators aus 1
mit einem Rotor;
3 eine Detailansicht eines Stators mit einem Rotor;
und
4 ein Diagramm zur Veranschaulichung der Leistungsmerkmale
des erfindungsgemäßen Motors.
1 zeigt den Stator 3 eines erfindungsgemäßen
Elektromotors. Dieser Stator 3 ist, wie aus dem Stand der Technik bekannt,
aus einer Vielzahl von im Wesentlichen gleichartigen Blechen zusammengesetzt, die
aufeinander gelegt sind. Der Stator 3 weist eine Vielzahl von Vorsprüngen
14 auf, um die jeweils (nicht gezeigte) Spulen gewickelt sind. Zwischen
diesen Vorsprüngen bzw. Spulen sind jeweils Zwischenräume 9 vorgesehen.
Die Windungszahl der einzelnen Spulen beträgt hier 200.
Bei der in 1 gezeigten Ausführungsform
sind insgesamt 48 solche Spulen vorgesehen. Das Bezugszeichen 15 bezieht
sich auf Bohrungen, mit denen die Blechpakete in ihrer Position arretiert werden.
2 zeigt eine Seitenansicht des in 1
gezeigten Stators 3 zusammen mit einem Rotor 7. Dabei beziehen
sich die Bezugszeichen 12 und 13 auf jeweils einen Verguss, in
dem die Spulen angeordnet sind. Das Bezugszeichen 16 bezieht sich auf einen
Kabelanschluss zur elektrischen Versorgung der Spulen und das Bezugszeichen
2 auf den Elektromotor selbst.
Das Bezugszeichen 4 kennzeichnet einen an dem Rotor
7 angeordneten Permanentmagnet aus NdFeB. Das Blechpaket wird mit Hilfe
eines Adapterrings 17 zusammengehalten. Zwischen dem Permanentmagneten
4 und dem Stator 3 wird jeweils ein Luftspalt 5 (3)
ausgebildet.
3 zeigt eine detaillierte Darstellung eines Stators
3 mit einem Rotor 7. Man erkennt, dass an dem Rotor
7 eine Vielzahl von Permanentmagneten 4 angeordnet ist, wobei
die Polaritäten dieser Permanentmagneten 4 in der Umfangsrichtung
des Rotors jeweils abwechselnd zueinander angeordnet sind. Bei der hier gezeigten
Ausführungsform sind 44 Permanentmagnete und damit 22 Polpaare vorgesehen.
Damit ist die Anzahl der Permanentmagnete geringer als die Anzahl der Spulen. Weiterhin
wird aus 3 deutlich, dass sich die Permanentmagnete
4 in Umfangsrichtung des Motors weiter erstrecken als die Endabschnitte
14a der Vorsprünge. Sämtliche Permanentmagnete 4 bestehen
aus NdFeB oder weisen dieses Material auf.
Es wäre jedoch auch möglich, eine höhere oder geringe
Anzahl von Permanentmagneten 4 vorzusehen.
Die Höhe des Stators 3 beträgt bei der in den
1–3 gezeigten Ausführungsform
ca. 6 mm. Bei einer vergleichbaren Ausführungsform unter Einsatz eines konventionellen
Permanentmagneten wäre eine Statorhöhe von etwa 20 mm nötig, um vergleichbare
technische Daten zu erreichen. So wurden beispielsweise eine Ferrit-Variante und
NdFeB-Varianten gegenüber gestellt, welche jeweils eine maximale Drehzahl von
1600 Umdrehungen pro Minute erreichen und jeweils 22 Polpaare aufweisen. Dabei konnte
das Gewicht des Kupfers bedingt durch die geringere Statorhöhe von 1,55 kg
auf 0,93 kg reduziert werden. Hinsichtlich des so genannten Coggins, d. h. des ungewollten
Rüttelns der Motoren, lieferten die NdFeB-Variante und die Ferrit-Variante
in etwa vergleichbare Werte.
Auch die so genannte Gegenspannungskonstante ku liegt im Falle der
beiden NdFeB-Varianten in einem ähnlichen Bereich wie im Falle der Ferrit-Variante.
Die Gegenspannungskonstante ku bezeichnet diejenige Spannung, die induziert wird,
wenn die Klemmen des Motors offen bleiben und der Motor sich gleichzeitig dreht.
Diese Spannung ist im linearen Bereich (wenn also das Eisen durch
den Magnetfluss nicht gesättigt ist) proportional zur Drehzahl des Motors.
Damit fällt auch die so genannte Momentenkonstante km bei den
NdFeB-Varianten geringer aus als im Falle der Ferrit-Variante. Diese Momentenkonstante
steht in direktem mathematischen Zusammenhang mit der Gegenspannungskonstante ku.
4 zeigt ein Diagramm zur Veranschaulichung der technischen
Daten. Dabei wurden auf der Abszisse bzw. x-Achse die Drehzahl des Motors bzw. der
Wäschetrommel aufgetragen, auf der Ordinate bzw. linken y-Achse das jeweilige
Drehmoment des Motors und auf der rechten Seite die mechanische Wirkleistung. Der
durch das Bezugszeichen 22 gekennzeichnete Verlauf kennzeichnet die mechanische
Wirkleistung so dass insoweit die rechte y-Achse maßgeblich ist. Der Verlauf
22 spaltet in die Verläufe 22a und 22b auf. Der
Verlauf 22a kennzeichnet den Verlauf bei Vorliegen einer Feldschwächung
und der Verlauf 22b den Verlauf ohne Feldschwächung. Die Feldschwächung
wird alleine über einen Regler erreicht, der die Phasenverschiebung zwischen
Motorwirkstrom und Motorblindstrom festlegt. Durch die Phasendifferenz werden die
Induktivitäten der Spulen genutzt, wodurch eine schnellere Drehung des Motors
möglich wird.
Der Verlauf 24, der in die Verläufe 24a und
24b aufspaltet, bezeichnet das Drehmoment des Motors, so dass hier die
linke y-Achse maßgeblich ist. Auch hier kennzeichnet das Bezugszeichen
24a den Verlauf mit Feldschwächung und das Bezugszeichen
24b den Verlauf ohne Feldschwächung.
Man erkennt, dass bei beiden Verläufen 22 und
24, welche miteinander korreliert sind, ohne Feldschwächung nur Drehzahlen
von ca. 1200 rpm möglich sind, da ohne Feldschwächung die mechanische
Wirkleistung und das Drehmoment ab Drehzahlen von ca. 500 rpm stark absinken. Bei
Anwendung von Feldschwächung sind hingegen wesentlich höhere Drehzahlen
erreichbar bzw. bleibt auch bei höheren Drehzahlen die aktive Wirkleistung
auf einem relativ hohen Niveau.
Das in 4 gezeigte Diagramm wurde für
den erfindungsgemäßen Motor aufgenommen und zeigt, dass dieser Motor trotz
erheblich verringerter Bauhöhe für den Stator und daher den Motor insgesamt
hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit nicht hinter den aus dem Stand der Technik
bekannten Motoren zurückbleibt.
Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden
als erfindungswesentlich beansprucht, sofern sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
- 3
- Stator
- 4
- Permanentmagnet
- 5
- Luftspalt
- 7
- Rotor
- 9
- Zwischenräume
- 12, 13
- Verguss
- 14
- Vorsprünge
- 14a
- Endabschnitte der Vorsprünge
- 15
- Bohrungen
- 16
- Kabelanschluss
- 17
- Adapterring
- 18
- Bohrung
- 22
- Verlauf Wirkleistung-Drehzahl
- 22a
- Verlauf bei Feldschwächung
- 22b
- Verlauf ohne Feldschwächung
- 24
- Verlauf Drehmoment-Drehzahl
- 24a
- Verlauf bei Feldschwächung
- 24b
- Verlauf ohne Feldschwächung