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Dokumentenidentifikation DE102006028535A1 27.12.2007
Titel Mikroskop und Verfahren zum Steuern eines Mikroskops
Anmelder Carl Zeiss Imaging Solutions GmbH, 85399 Hallbergmoos, DE
Erfinder Viereck, Friedrich W., 80796 München, DE
Vertreter v. Bezold & Partner, 80799 München
DE-Anmeldedatum 21.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028535
Offenlegungstag 27.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.12.2007
IPC-Hauptklasse G02B 21/00(2006.01)A, F, I, 20060621, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Mikroskop mit mindestens zwei elektrisch ansteuerbaren Bauelementen, wobei mindestens eines der Bauelemente eine Kamera ist und mindestens eines der Bauelemente ein von der Kamera verschiedenes, elektrisch ansteuerbares Bauteil ist, einer digitalen Steuerung und einem elektrischen Kommunikationsanschluss zum Anschließen des Mikroskops an einen Computer, wobei die Steuerung mit dem mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteil und dem elektrischen Kommunikationsanschluss verbunden und zum Empfangen von Ansteuersignalen durch den Computer über den Kommunikationsanschluss und zum Ansteuern des mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteils aufgrund der Ansteuersignale ausgebildet ist und wobei die Kamera vom Computer über eine Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar ist. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass die Steuerung so eingerichtet ist, dass das zumindest eine von der Kamera verschiedene, elektrisch ansteuerbare Bauteil und die Kamera vom Computer über eine gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar sind. Es wird auch ein Verfahren zum Steuern eines Mikroskops und die Verwendung einer TWAIN-Schnittstelle zum Ansteuern elektrisch ansteuerbarer, von einer Kamera verschiedener Bauteile eines Mikroskops beschrieben.

Beschreibung[de]

Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Mikroskop mit mindestens zwei elektrisch ansteuerbaren Bauelementen, wobei mindestens eines der Bauelemente eine Kamera ist und mindestens eines der Bauelemente ein von einer Kamera verschiedenes, elektrisch ansteuerbares Bauteil ist, einer digitalen Steuerung und einem elektrischen Kommunikationsanschluss zum Anschließen des Mikroskops an einen Computer, wobei die Steuerung mit dem mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteil und dem elektrischen Kommunikationsanschluss verbunden und zum Empfangen von Ansteuersignalen durch den Computer über den Kommunikationsanschluss und zum Ansteuern des mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteils aufgrund der Ansteuersignale ausgebildet ist, und wobei die Kamera vom Computer über eine Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar ist. Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Steuern eines Mikroskops. Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung ein Mikroskopiersystem.

Es ist bekannt, Mikroskope, die eine Kamera aufweisen, mit einem Computer zu koppeln. Auf dem Computer läuft ein erstes Programm zur Bildaufnahme und -verarbeitung. Ein derartiges Programm ist ausgebildet, um ein Signal an die Kamera des Mikroskops zu senden, eine Bildaufnahme auszulösen und die Bilddaten an den Computer zu senden. Mittels des auf dem Computer laufenden Programms zur Bildverarbeitung kann das von der Kamera aufgenommene Bild dann verarbeitet und gespeichert werden.

Bekannt sind zudem Mikroskope, die weitere, elektrisch ansteuerbare Bauteile aufweisen, wie beispielsweise eine Beleuchtungseinheit oder Stellmotoren. Bekannt ist zudem, diese elektrisch ansteuerbaren Bauteile ebenfalls von einem Computer steuern zu lassen. Dazu läuft auf dem Computer ein weiteres, zweites Programm, das es einem Benutzer des Computers ermöglicht, mittels des Computers das elektrisch ansteuerbare Bauteil anzusteuern und so beispielsweise einen Probentisch des Mikroskops über einen als Stellmotor fungierenden Schrittmotor zu bewegen. Bei einem derartigen Vorgang sendet der Computer ein Ansteuersignal an eine im Mikroskop vorhandene digitale Steuerung, die wiederum Steuersignale an das betreffende elektrisch ansteuerbare Bauteil abgibt. Auf der digitalen Steuerung des Mikroskops laufen entsprechende Treiberprogramme, die Ansteuersignale des Computers in Steuerbefehle an die elektrisch ansteuerbaren Bauteile übersetzen. Derartige Ansteuersignale sind beispielsweise Stromimpulse zum Bewegen des Schrittmotors.

Nachteilig an einem derartigen Mikroskop ist dessen aufwendige Ansteuerung, wenn zwei Programme zur Bildaufnahme und -verarbeitung einerseits und zur Ansteuerung der weiteren elektrisch ansteuerbaren Bauteile andererseits verwendet werden. Die Ansteuerung ist aufwendig, da die Koordination des ersten Programms, mit dessen Hilfe die Bilddaten vom Mikroskop auf den Computer übertragen werden, und des zweiten Programms, das die von einer Kamera verschiedenen, elektrisch ansteuerbaren Bauteile ansteuert, sichergestellt sein muss, wenn beispielsweise Zeitreihen von Bildern aufgenommen werden sollen. Es muss dann nämlich vermieden werden, dass ein Bauteil angesteuert wird, bevor ein Bild vollständig aufgenommen ist. Anderenfalls könnte die Aufnahme unbrauchbar werden.

Des Weiteren ist aus der Praxis bekannt, dass auf dem Computer ein Programm läuft, das sowohl die Bildaufnahme und -verarbeitung durchführt und als auch weitere, elektrisch ansteuerbare Bauteile ansteuert. In diesem Fall wird das genannte Koordinationsproblem nicht vermieden, sondern nur in das eine Programm hinein verlagert.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Nachteile im Stand der Technik zu überwinden.

Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Mikroskop und durch ein Verfahren zum Steuern eines Mikroskops gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der Erfindung liegt gemäß einem ersten Aspekt die technische Idee zugrunde, bei einem gattungsgemäßen Mikroskop die Steuerung so einzurichten, dass das zumindest eine von der Kamera verschiedene Bauteil und die Kamera vom Computer über die gleiche, gemeinsame Software-Schnittstelle ansteuerbar sind.

Der Erfindung liegt gemäß einem zweiten Aspekt die technische Idee zugrunde, ein Verfahren zum Steuern eines Mikroskops mit mehreren, mindestens aber zwei elektrisch ansteuerbaren Bauelementen anzugeben, wobei mindestens eines der Bauelemente eine Kamera ist und mindestens eines der Bauelemente ein von einer Kamera verschiedenes, elektrisch ansteuerbares Bauteil ist, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst: Empfangen eines Ansteuersignals für das mindestens eine von der Kamera verschiedene Bauteil gemäß einer gemeinsamen Software-Schnittstelle, über die auch die Kamera ansteuerbar ist, von einem Computer und Steuern und/oder Regeln mindestens eines des mindestens einen von einer Kamera verschiedenen elektrisch ansteuerbaren Bauteils aufgrund des Ansteuersignals.

Vorteilhaft daran ist, dass durch die gemeinsame Software-Schnittstelle, die insbesondere eine gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ist, die Ansteuerung der Kamera und der übrigen elektrisch ansteuerbaren Bauteile einfach möglich ist. Insbesondere entfällt eine Koordination zwischen dem Programm zur Bildaufnahme und -verarbeitung und dem Programm zum Ansteuern der anderen elektrisch ansteuerbaren Bauteile. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Erstellung von Software zum Betreiben eines derartigen Mikroskops erleichtert und vereinfacht wird. Vorteilhaft ist zudem, dass sämtliche Ansteuerbefehle stets über eine einzige Kommunikationsverbindung übertragbar sind.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter einem von einer Kamera verschiedenen, elektrisch ansteuerbaren Bauteil insbesondere eine Lichtquelle, eine Zeitsteuereinrichtung zum Verzögern von Steuerbefehlen für eine vorgegebene Zeitspanne und/oder zum Messen von Zeit, ein Verschluss, eine Kühlvorrichtung, eine Heizvorrichtung oder ein Stellmotor verstanden. Der oder die Stellmotoren dienen vorzugsweise dem Verfahren eines Probentischs, dem Positionieren von optischen Bauteilen, wie beispielsweise Linsen oder Spiegeln, oder dem Bewegen einer Probe.

Unter einer digitalen Steuerung wird insbesondere eine Steuerung verstanden, die eingerichtet ist zum Empfangen von digitalen Ansteuerbefehlen durch einen Computer, zum Abgeben von Steuerimpulsen an einen Schrittmotor, zum Messen von Zeit, zum Abgeben einer Spannung und/oder zum Steuern einer Strom- und/oder einer Spannungsquelle zum Betreiben einer Lampe, einer Heizvorrichtung oder einer Kühlvorrichtung.

Unter einem elektrischen Kommunikationsanschluss wird insbesondere ein Teil einer Steckverbindung verstanden, die dazu ausgebildet ist, mit einem elektrischen Kabel verbunden zu werden. Dieses elektrische Kabel ist ausgebildet, um mit dem Computer verbunden zu werden. Alternativ oder additiv ist ein elektrischer Kommunikationsanschluss insbesondere eine Funkschnittstelle zum Empfangen von Funksignalen, beispielsweise nach dem Bluetooth-Standard, oder eine Infrarotschnittstelle.

Unter einer gemeinsamen Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle wird insbesondere ein gemeinsamer Treiber für eine Kamera und mindestens ein elektrisch ansteuerbares, von der Kamera verschiedenes Bauteil des Mikroskops verstanden.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind alle elektrisch ansteuerbaren Bauelemente über die gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar. Das hat den Vorteil, dass die digitale Steuerung lediglich zum Dekodieren von Signalen gemäß dieser gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ausgebildet werden muss, um das Mikroskop zu steuern. Daneben können die elektrisch ansteuerbaren Bauelemente gegebenenfalls auch von Hand betätigt werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle eine TWAIN-Schnittstelle. Die technische Spezifikation der TWAIN-Schnittstelle kann unter www.twain.org/download.htm erhalten werden. Die Offenbarung dieser Spezifikation wird durch diesen Verweis in die Beschreibung aufgenommen. Vorteilhaft an der TWAIN-Schnittstelle ist, dass sie einen weit verbreiteten Standard darstellt, so dass entsprechend ausgerüstete Mikroskope von einer Vielzahl von Bildaufnahme und -verarbeitungsprogrammen angesteuert werden können.

In einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Ansteuersignale für alle elektrisch ansteuerbaren Bauteile des Mikroskops gemäß einer TWAIN-Schnittstelle von dem Computer empfangen.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst ein erfindungsgemäßes Verfahren den zusätzlichen Schritt eines Senden von Bildinformationen über die TWAIN-Schnittstelle an den Computer. Dieser Schritt wird bevorzugt durch die digitale Steuerung des Mikroskops durchgeführt.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Dabei zeigt

1 ein erfindungsgemäßes Mikroskop,

2 Dialogfenster, die zum Ausführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens auf einem Bildschirm des Computers angezeigt werden können, zur Ausführung der Steuerung von einer Kamera verschiedenen elektrisch ansteuerbaren Bauteilen, und

3 Dialogfenster, die zum Ausführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens auf einem Bildschirm dem Computer angezeigt werden können, zur Ausführung der Steuerung von einer Kamera.

1 zeigt ein Mikroskop 10, das eine Kamera 12, einen Probentisch 14, eine Beleuchtungseinheit 16, von der in 1 nur ein Austritt gezeigt ist, eine digitale Steuerung 18 und einen Kommunikationsanschluss 20 in Form einer USB-Steckbuchse aufweist. In den Kommunikationsanschluss 20 ist ein USB-Stecker 22 mit einem Kommunikationskabel 24 einfuhrbar. Alternativ kann eine Leitung für einen hohen Datendurchsatz, beispielsweise ein „Fire-wire"-Kabel vorgesehen sein.

Das Kommunikationskabel 24 ist mit einem Computer 26 verbunden.

Die Kamera 12 ist über ein Kamera-Kommunikationskabel 27, das über einen USB-Stecker an die Kamera 12 angeschlossen ist, mit dem Computer 26 verbunden. Das Kamera-Kommunikationskabel 27 kann ebenfalls ein „Fire-wire"-Kabel sein. Als weitere Alternative ist im Computer 26 eine Einsteckkarte vorhanden, mit der ein Spezialkabel verbunden ist. Das Mikroskop 10 und der Computer 26 sind Bestandteile eines erfindungsgemäßen Mikroskopiersystems.

Das Mikroskop 10 ist ein Lichtmikroskop, beispielsweise ein Polarisations-, Fluoreszenz-, Phasenkontrast-, Kathodolumineszenz-, Konfokal-, Zwei-Photonen-, Stereo- oder 4Pi-Mikroskop. Die Erfindung ist aber auch in anderen Mikroskopen einsetzbar, wie beispielsweise Elektronenmikroskopen. Maßgeblich ist allein, dass das Mikroskop eine Kamera umfasst.

Insbesondere bei einem Lichtmikroskop ist ein Lampenhaus der Beleuchtungseinheit für eine Durchlicht- und/oder Auflichtbeleuchtung z. B. an einer Rückseite des Mikroskops 10 vorgesehen (in 1 nicht gezeigt). Das Bezugszeichen für die Beleuchtungseinheit 16 verweist auf den Austritt für das Licht einer Durchlichtbeleuchtung aus einer Feldblende, das in einen Kondensor eintritt.

Die digitale Steuerung 18 ist mit der Beleuchtungseinheit 16 und einem Schrittmotor 28 (schematisch gezeigt) verbunden. Der Schrittmotor 28 dient der Bewegung des Probentischs 14 in z. B. vertikaler Richtung. Weitere, nicht gezeigte Schrittmotoren können der Bewegung des Probentischs 14 in horizontale Richtungen und zum Antrieb eines Objektivrevolvers 29 dienen.

Wünscht ein Benutzer des Mikroskops 10 beispielsweise, den Probentisch 14 in vertikaler Richtung zu verfahren, so gibt der Benutzer über ein Fenster eines auf dem Computer 26 laufenden Programms einen entsprechenden Befehl ein. Daraufhin sendet der Computer 26 über das Kommunikationskabel 24 ein Ansteuersignal in Form elektrischer Signale an die digitale Steuerung 18. Aufgrund dieses Ansteuersignals sendet die digitale Steuerung 18 Stromimpulse an den Schrittmotor 28, aufgrund derer dieser sich dreht und den Probentisch 14 bewegt.

Auf entsprechende Weise können durch den Computer 26 auch die Beleuchtungseinheit 16 und andere, hier nicht eingezeichnete, elektrisch ansteuerbare Bauteile des Mikroskops angesteuert werden. Dazu sendet gegebenenfalls die digitale Steuerung ihrerseits Steuerbefehle an eine Strom- oder Spannungsquelle, die dann den jeweiligen Strom oder die jeweilige Spannung an das entsprechende Bauteil abgibt.

Auf dem Computer 26 läuft ein Programm, welches ein in 2 dargestelltes Fenster 32 auf einem Bildschirm 30 (vgl. 1) darstellen kann. In dem Fenster 32 befinden sich Schaltflächen zum Einstellen von Ansteuergrößen beispielsweise für die Lichtversorgung des Mikroskops 10. Das Fenster 32 umfasst mehrere Registerkarten 34a, 34b, 34c, 34d, mittels derer verschiedene Bedienelemente im Fenster 32 angezeigt werden können. Im in 2 links gezeigten Fenster 32 ist die Registerkarte 34a aktiv. Im in 2 rechts eingezeichneten Fenster 32 ist die Registerkarte 34c aktiv, in der Schaltflächen für die Beleuchtungseinheit 16 angezeigt werden.

Nach Einstellen von Parametern beispielsweise in der ersten Registerkarte 34a des ersten Fensters 32 sendet der Computer 26 aufgrund des Programms über das Kommunikationskabel 24 Ansteuerbefehle an die digitale Steuerung 18, die daraufhin das entsprechende Bauteil bzw. die entsprechenden Bauteile des Mikroskops so ansteuert, dass die im Fenster 32 eingestellten Parameter erfüllt werden.

Bei der Übermittlung des entsprechenden Ansteuersignals an die digitale Steuerung 18 wird eine TWAIN-Schnittstelle verwendet. Das heißt, dass die vom Computer 26 an die digitale Steuerung 18 gesendeten elektrischen Signale den Spezifikationen der TWAIN-Schnittstelle entsprechen.

3 zeigt exemplarisch ein zweites Fenster 38 des auf dem Computer 26 laufenden Programms, wobei in Fenster 38 Registerkarten 40a, 40b, 40c vorgesehen sind. In 3 ist links das Fenster 38 mit der aktiven Registerkarte 40a gezeigt, rechts ist die Registerkarte 40c aktiv. In der Registerkarte 40a ist insbesondere über eine Belichtungszeitschaltfläche 42 die Belichtungszeit der Kamera 12 einstellbar.

Betätigt ein Benutzer ein „Messung"-Feld 44, so löst dies eine Funktion zur automatischen Bestimmung der optimalen Belichtungszeit aus. Daraufhin öffnet sich ein hier nicht eingezeichnetes Fenster, in dem eine Vorschau für das aufzunehmende Bild angezeigt wird. Nach Betätigen eines in dem Fenster angezeigten Felds sendet der Computer 26 an die digitale Steuerung 18 ein der TWAIN-Schnittstelle entsprechendes Ansteuersignal, das dazu führt, dass die Kamera 12 gemäß der Einstellungen in den Registerkarten 40a, 40b, 40c des Fensters 38 ein Bild aufnimmt. Die aufgenommenen Bilddaten werden von der Kamera 12 an die digitale Steuerung 18 übertragen. Daran anschließend sendet die digitale Steuerung 18 die Bilddaten an den Computer 26.

Die Bilddaten werden in dem gleichen Programm bearbeitet, das auch die bisher beschriebene Ansteuerung der Kamera 12 und der sonstigen elektrisch ansteuerbaren Bauteile vornimmt. Die Fenster 32 und 38 werden also von dem gleichen Programm erzeugt. Dieses Programm kann daher als gemeinsamer Treiber für alle Bauteile des Mikroskops bezeichnet werden.

Aufgrund der Verwendung der TWAIN-Schnittstelle wird erreicht, dass ein einziges Programm zur Steuerung sowohl der Kamera 12 als auch aller übrigen elektrisch ansteuerbaren Bauteile vorgesehen sein kann. Alle Ansteuerbefehle, die vom Computer 26 über das Kommunikationskabel 24 an die digitale Steuerung oder über das Kamera-Kommunikationskabel 27 an die Kamera 12 gesendet werden, entsprechen der gleichen TWAIN-Schnittstelle. Insbesondere erfolgt die gesamte Kommunikation zwischen Computer 26 und digitaler Steuerung 18 des Mikroskops 10 auch über nur eine einzige physikalische Schnittstelle, also beispielsweise über genau ein USB-Kabel oder genau eine Funk- oder Infrarotschnittstellenvorrichtung.

In anderen Worten erfolgt die gesamte Kommunikation zwischen dem Computer 26 und der digitalen Steuerung 18 über eine einheitliche TWAIN-Schnittstelle. Die TWAIN-Schnittstelle ist eine Hersteller-unabhängige Schnittstelle, die es erlaubt, Bilddaten in Anwendungsprogramme zu übertragen. Über diese Schnittstelle ist es möglich, Bilder von verschiedenen Digitalkameras in die Softwareprogramme zu importieren.

Mittels der TWAIN-Schnittstelle besteht die Möglichkeit, Einstellungen an der jeweiligen Kamera vorzunehmen, bevor die Aufnahme gestartet wird. Durch die Erfindung werden die Bildaufnahme und die Steuerung beziehungsweise Regelung des Mikroskops, wie beispielsweise das Auslesen kodierter Komponenten und Steuerung motorischer Komponenten, in einem gemeinsamen Programm gebündelt.

Es ist möglich, die Ansteuerfunktionen für die elektrisch ansteuerbaren Bauelemente des Mikroskops in einem TWAIN-Treiber als einem eigenständigen Programm-Modul zu bündeln. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, das Mikroskop auch mit allgemein verfügbaren, nicht speziell an das Mikroskop angepassten Bildverarbeitungsprogrammen anzusteuern und digitale Mikroskopbilder zu erstellen, ohne das jeweils separate Programme zur Steuerung und zur Bildaufnahme verwendet werden müssen.

Durch diese Integration von Mikroskop- und Kamerasteuerung in einem TWAIN-Treiber entfällt die Notwendigkeit, eine Ansteuerung des Mikroskops für jedes Mikroskop erneut programmieren zu müssen. Zudem können die Anwender des Systems mit ihrem gewohnten Programm arbeiten. Es ist möglich, die digitale Steuerung 18 so auszulegen, dass die Mikroskopsteuerung unabhängig von der jeweiligen Kamera bedienbar ist. Ein TWAIN-Treiber, verwendet zum Steuern von elektrisch ansteuerbaren Bauteilen, die keine Kamera sind, stellt einen Gegenstand der Erfindung dar.

10
Mikroskop
12
Kamera
14
Probentisch
16
Beleuchtungseinheit
18
digitale Steuerung
20
Kommunikationsanschluss
22
USB-Stecker
24
Kommunikationskabel
26
Computer
27
Kamera-Kommunikationskabel
28
Schrittmotor
29
Objektivrevolver
30
Bildschirm
32
Fenster
34
Registerkarte
38
zweites Fenster
40
Registerkarte
42
Belichtungszeitschaltfläche
44
Messung-Feld


Anspruch[de]
Mikroskop mit

– mindestens zwei elektrisch ansteuerbaren Bauelementen (12, 16, 28), wobei mindestens eines der Bauelemente eine Kamera (12) ist und mindestens eines der Bauelemente ein von der Kamera (12) verschiedenes, elektrisch ansteuerbares Bauteil (16, 28) ist,

– einer digitalen Steuerung (18), und

– einem elektrischen Kommunikationsanschluss (20) zum Anschließen des Mikroskops (10) an einen Computer (26), wobei

– die Steuerung (18) mit dem mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteil (16, 28) und dem elektrischen Kommunikationsanschluss (20) verbunden und

zum Empfangen von Ansteuersignalen durch den Computer (26) über den Kommunikationsanschluss (20) und zum Ansteuern des mindestens einen elektrisch ansteuerbaren Bauteils (16, 28) aufgrund der Ansteuersignale ausgebildet ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

– die Steuerung (18) so eingerichtet ist, dass die Kamera (12) und das zumindest eine von der Kamera (12) verschiedene, elektrisch ansteuerbare Bauteil (16, 28) vom Computer (26) über eine gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar sind.
Mikroskop nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle elektrisch ansteuerbaren Bauelemente (12, 16, 28) des Mikroskops über die gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle ansteuerbar sind. Mikroskop nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle eine TWAIN-Schnittstelle ist. Mikroskop nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle Bauelemente (12, 16, 28) vom Computer (26) ausschließlich über die TWAIN-Schnittstelle ansteuerbar sind. Verfahren zum Steuern eines Mikroskops (10) mit mindestens zwei elektrisch ansteuerbaren Bauelementen (12, 16, 28), wobei mindestens eines der Bauelemente eine Kamera (12) ist und mindestens eines der Bauelemente ein von einer Kamera verschiedenes, elektrisch ansteuerbares Bauteil (16, 28) ist, mit den Schritten:

(a) Empfangen eines Ansteuersignals für das mindestens eine von der Kamera (12) verschiedene Bauteil (16, 28) gemäß einer Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle, über die auch die Kamera (12) ansteuerbar ist, von einem Computer (26) und

(b) Steuern und/oder Regeln des mindestens einen, von der Kamera verschiedenen Bauteils (16, 28) aufgrund des Ansteuersignals.
Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Standard-Softwareprotokoll-Schnittstelle eine TWAIN-Schnittstelle ist. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Ansteuersignale für alle elektrisch ansteuerbaren Bauteile (16, 28) gemäß der TWAIN-Schnittstelle von dem Computer (26) empfangen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, mit dem zusätzlichen Schritt: Senden von Bildinformationen über die TWAIN-Schnittstelle an den Computer (26). Mikroskopiersystem, umfassend einen Computer und ein Mikroskop nach einem der Ansprüche 1–4,

wobei der Computer (26) und die Steuerung (18) des Mikroskops (10) über einen Kommunikationsanschluss (20) verbunden sind und

der Computer (26) zum Senden von Ansteuersignalen zum Ansteuern der elektrisch ansteuerbaren Bauteile (16, 28) des Mikroskops (10) und zum Ansteuern der Kamera (12) über eine TWAIN-Schnittstelle ausgebildet ist.
Verwendung einer TWAIN-Schnittstelle zum Ansteuern elektrisch ansteuerbarer, von einer Kamera (12) verschiedener Bauteile eines Mikroskops (10).






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